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Illustriertes Sonntagsblatt.
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na i» .ebict zurückkehren und vor dem Betreten des
stanzöfischen Gebietes die Erlaubnis hierzu von dem
nsteit ■ Manzosiichen Gebietes die Crlaubnts hierzu von dem thjch dräsekien in Nancy zu erbitten, obwohl Littauer
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nommen. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." veröffent- Ät ein am Bahnhofe in Deutsch - Avricourt am -8. April d. I. verhandeltes Protokoll, wonach dem deutschen Geschäftsreisenden Benno Littauer, der sich «rch Reims begeben wollte, an der Grenze bei Äncy - Avricourt von dem sranzösischen Polizei- Kommissär eröffnet wurde, sofort auf das deutfche
mit einem vorschriftsmäßigen Passe und Geld versehen war. Die „Nordd. Allg. Ztg." bemerkt dazu: : „Vorstehendes Protokoll giebt eine Aufklärung, der i wir weiter nichts hinzuzufügen haben."
X Berlin, 10. Mai. sAus Schloß Charlotten- ‘ burg.s Die vergangene Nacht verlief für den Kaiser : recht gut, das Befinden am Tage war durchaus l zufriedenstellend und völlig fieberfrei. Es scheint i somit thatsächlich eine Ruhepause in den Krankheits- Erscheinungen eingetreten zu sein; freilich verhehlen ■ fich die Arzte nicht, daß das Fieber immer nod wiederkehren kann, da die Ursache, die Eiterung ii der Luftröhre immer noch in geringem Maße fortdauert. Die Körperkräfte nehmen von Tcg zu Tag erfreulich zu, der Kaiser kann selbständig das Bett verlassen und sich selbst ankleiden. Die Gehversuche werden allmählich ausgedehnt, doch bleiben zwischen den einzelnen Versuchen längere Ruhepausen bestehen. Der Kaiser genießt sowohl flüssige, wie kompakte Speisen, wie Milch, Beefstea, Pürees, kleingrschnittenes Fleisch u. a. Am Sonntag Nachmittag 3 Uhr wurde Professor Virchow von der Kaiserin und dann auch vom Kaiser in Audienz empfangen. Virchow hat etwas von dem Auswurf des Kaisers im verschloffenen Glasffäschchen zu erneuter mikroskovischer Untersuchung erhalten. Auch mit Mackenzie hatte er eine längere Besprechung. Heute früh war der Kaiser gut gestimmt und verließ schon zeitig das Bett. Er ging allein durch die verschiedenen Zimmer und unterhielt sich längere Zeit mit den Ärzten, die ihm die bestimmte Versicherung gaben, er werde beim Eintritt wärmeren Wetters das Zimmer verlassen Iöhocil Heute mittag konferierte der Kaiser mit Wilmowski und Albedyll, hörte auch am Nachmittag noch mehrere Vorträge und empfing Besuche. Auch Fürst Bismarck war zeitweise im Schlosse anwesend. Zur Ausgabe eines Bulletins lag keine Veranlassung vor — Die „Post" bemerkt: Der Kaiser fühlt einen sehr großen Arbeitsdrang und die geistige Beschäftigung beschränkt stch nicht mehr blos auf Lesen, sondern dehnt sich auch auf die Erledigung verschiedener Regierungsangelegenheiten aus. Die Stimmung des Kaisers ist, den Verhältnissen entsprechend, vortrefflich. Der Kaiser ist heiter und der Umgebung gegenüber nicht selten sogar zu Scherzen aufgelegt. 1 Schon haben die Ärzte wieder einige Mühe, bei i dieser Stimmung die strenge Beobachtung ihrer Vor- j chriften und Ratschläge zu erreichen. — Die „Rat. * Ztg." schreibt über die Entstehung der Schling- < beschwerdcn folgendes: Von einem Übergreifen des !
Marburg,
Mittwoch, 16. Mai 1888.
Blätter sozuiagen Wirtschaftspolitik auf eigene Hand betrieben. Diese Beweisführung hatte die oppositionelle Presse während der letzten Tage noch dadurch zu verstärken versucht, daß sie auf eine Unterredung hindeuten zu können glaubte, welche Fürst Bismarck mit zwei hochgestellten Ausländern gehabt haben sollte und in der er sich in beruhigendster Weise über die Beziehungen Deutschlands zu Rußland geäußert hätte. Diese Stütze der oppositionellen Argumentation gegen die obgenannten regierungsfreundlichen Zeitungen ist nun plötzlich als eine vollständig hinfällige erwiesen worden. Die „Norddeutsche Allg. Ztg." brachte einen Artikel, in dem die angebliche Unterredung des Fürsten mit den zwei hervorragenden Ausländern als eine müßige Erfindung charakterisiert und die oppositionelle Presse getadelt wird, jene Fiktionen benutzt zu haben, um gegen die bezüglichen Kundgebungen der „Kölnischen" und anderer Zeitungen zu hetzen. Ter Artikel der „Nordd. Allg. Ztg." ist in vorsichtiger diplomatischer Sprache abgefaßt, doch gehört sicherlich schlechter Wille dazu, um nicht zwischen den Zeilen lesen zu können, daß der Verfasser desselben mit Denen sympathisirt, welche auf die geringe Sicherheit der russischen Werte hingewiesen und das deutsche Kapital immer und immer wieder aufgesordert haben, sich derselben zu entäußern. Es ist nicht zu bezweifeln, daß jener Artikel auch in Rußland so gedeutet werden wird, doch erscheint es zweifelhaft, daß derselbe in Petersburg lebhafte Opposition Hervorrufen wird. Die anti-russische Preßkampagne und das damit in Verbindung stehende stetige Sinken der russischen Werte, namentlich der russischen Valuta, haben bisher schon zwei recht bemerkenswerte Resultate gehabt. Einmal haben sie russische Anleihen augenblicklich, in Deutschland wenigstens, unmöglich gemacht, und sodann haben sie der russischen Preffe die heilsame Lehre erteilt, daß die Schimpfereien und Hetzereien gegen Deutschland, welche noch vor einiger Zeit die Spalten der panslavistischen Blätter zu füllen Pflegten, Rußland weit mehr als Tcntfch- land geschudet haben. Sollte diese Erkenntnis der erste Schritt zur Umkehr auf dem Wege sein, den Rußland durch seine Begünstigung der panslavistischen 9eroegung und durch seine übertriebenen Ausgaben 'm unproduktive Zwecke eingeschlagen hat, so wären mit jener anti-russischen Kampagne so hohe Ziele erreicht worden, daß man Denen, welche dieselbe inaugurirt und trotz aller Verdächtigungen und Verhetzungen seit Jahr und Tag fortgcsührt haben, allerseits, auch russischerseits, zu großem Dank ver-
— Der „Polit. Son." wird aus Berlin 11. Mai, Folgendes geschrieben: „Es wird auch den österreichischen Lesern aufgefallen fein, daß der nimmer ruhende Kampf zwischen der regierungsfreundlichen und der oppositionellen Presse in diesem Augenblick auf einem Gebiet der auswärtigen Politik gefochten toitb. Eine Anzahl angesehener und verbreiteter Blätter, von denen man annehmen kann, daß sie direkt oder indirekt Fühlung mit unseren maßgebenden Kreisen besitzen, hat seit Jahr und Tag unternommen, die deutschen Inhaber russischer Werte auf die Unsicherheit ihres Britzes aufmerksam zu machen und die deutschen Kapitalisten zu veranlassen, sich ihres Besitzstandes an russischen Werten so schnell als möglich zu entäußern, während die meistverbreiteten Blätter der Opposition auf jene Warnungen in allen Tonarten erwidern, dieselben seien unbegründet und der deutsche Kapitalist solle sich durch tiefeiben nicht einschüchtern affen. Das Hauptargument, auf welches sich die letztgenannten Blätter stützten, war, daß das anerkannte Organ des auswärtigen Amtes, die „Nordd. Allgem. Ztg.", bisher in keiner Weise Stellung zu der Frage genommen hätte. Daraus wollte man folgern, daß die Haltung der regierungsfreundlichen Presse in gewissen wirtschaftlichen Fragen an maßgebender Stelle keineswegs gebilligt werde und daß die „Kölnische Zeitung", die „Post" und andere
Kehlkopfleidens auf die Speiseröhre ist bisher keine Rede. Die Beschwerden, welche auch in San Remo Mweisc ausgetreten und wieder verschwunden sind, rühren von dem permanenten Druck der Kanüle hcr, welche der Kaiser nun schon länger als 3 Mo wte trägt, und die, so wohlthätig sie auch für die Athmuug ist, dennoch als ein starrer, fremder Körper in der Luftröhre unangenehm empfunden wird. Vom Abend: Ter Tag war gut und fieberfrei. Hätee nicht windiges Wetter geherrscht, würde der Kaiser bereits das Zelt im Schloßpark ausgesucht haben. Er schrieb auch einen kürzeren Bries. Später etwas Fieber. — Tie Reise der Kaiserin in das west- preußische Ueberschwemmungsgebiet ist noch für die lausende Woche in Aussicht genommen, da sie in der nächsten Woche wegen der am kaiserlichen Hofe bevorstehenden Hochzeitsfeierlichkeiten nicht zu ermöglichen fein dürste und für Ende dieses Monats die Uebersiedelung des Kaisers nach Potsdam bei Fortdauer des günstigen Befindens fest beabsichtigt ist. — Das Staatsministerium hielt gestern nachmittag unter dem Vorsitze, des Fürsten Bismarck eine Sitzung ab.
Deutsches Reich.
Berlin, 14. Mai. Der Kaiser, welcher
estern auch den Vortrag des Generalmajors von Htinterseldt entgegengenommen und dem General- tnant Mischke Audienz erteilt hatte, arbeitete heute Mnittag längere Zeit mit dem Geh. Kabinettsrate Mn! Wilmowski. Nachmittags statteten Prinz Heinrich midl der Erbprinz und die Erbprinzessin von Meiningen dkilVDiajestäten einen Besuch ab und verblieben zur Jafey — Die „Nordd. 911.g. Ztg." meldet: Die Wiedergewinnung der Kruste bei dem Kaiser macht unverkennbare Fortschritte. Seit einigen Tagen sind zwar leichte Schlingbeschwerden eingetreten, wie solche schon öfter vorübergehend vorhanden waren, indessen kann das Fieber als beseitigt gelten. Der Schla
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2821 war in den letzten Nächten infolge der Verringerung der Eiterabsonderung wenig unterbrochen und stärkend, die Nahrungsaufnahme ist ausreichend und erfolgt f nicht ohne Appetit. Der Kaiser fühlt sich so ge- 4 kräftigt, daß Bewegungen im Zimmer seit Sonnabend
-.«wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
_____________________________________________ Expedition- Markt 2L — Reaktion, Druck und «erlag von Joh. Lug. Koch.
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Erscheint täglich 'außer an Werktagen nach Sonn- und Ferettage». — Quattal-AbonnementS-Preis bei der Erve- bition 2% Mk., bei bei Postämtern S Mk. 50 Pfg. ftxkl. Bestellgeld). Jnfertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blattes, sowre d. Atmoncen-Bureau, von Haafensteiu und Vogler
EI. Jahrgang
Daube u. Eo. in Frankfurt a.Berlin, Sannover.'Paris.
ohne jede Unterstützung mit großer Leichtigkeit ausge- 4. Ehrt werden. Der gehobene Kräftezustand gestattet auch wieder eine etwas umfangreichere geistige $e= Iftigung, die indessen nur schrittweise ausge ehnt rden darf. Bei günstigem Wetter dürste in nächster Zeit der Aufenthalt im Freien möglich fein, s- Fürst Bismarck war von 3 bis 4 Uhr beim Maiscr. Die Kronprinzessin stattete mit dem jungen Prinzen Wilhelm einen Besuch im Schlöffe ab. Eine Deputation der Studierenden der technischen Hochschule überbrachte dem Kaiser ein Körbchen Rosen. Augenblicklich, 4*/» Uhr nachmittags, ist die Prinzessin * obora beim Kaiser. — Unter bem Vorsitze der aiserin Augusta findet heute in deren Palais eine itzung der Vorstandsmitglieder des Vaterländischen auen-Vereins statt. — Dem Vernehmen nach sind ßer dem allgemeinen Amnestie - Erlaße für die rmee und die Marine, sowie für die von den elitär- und Marine-Gerichten verurteilten Personen ch weitere umfangreiche Gnadenakte in Aussicht
aepbe Feindliche Gewalten.
302* " Roman von 6. Mace.
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Jeder Blutstropfen war aus ihrem Gesichte ge.
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eqanber durch ihren ganzen Körper, doch sie beugte S Kopf, damit bet Diener ihre plötzliche Blässe «cht g-wahren möchte. '
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
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»Es ist keine Antwort, Andre»," sagte sie. Sie hatte nicht bie Kraft, das Siegel zu brechen, lange irgend ein Auge auf ihr ruhte.
Als der Diener fort war, warf sie einen schnellen abatt S , aus die Adresse und schaudette wieder. Sie «rlt ben Brief, als wäre er eine Schlange, die tm Begriffe sei, sie zu beißen.
Tom Window war zurückgekehrt und sie wußte •®B er wie ein Vampyr sich nur von ihrem Herz. ®«te befriedigen lassen würde. Sie wußte alle ihre «aste aufbieten, um ben Brief zu öffnen und sich a„„ dessen Inhalt zu überzeugen.
[ W , »Ich bin zurückgekehrt, Myladys, waren bie An- Mgswotte, ,nub möckte ein Paar Worte mit Ihnen Mchen. Ich brauche Ihnen wohl nicht erst z» sage», Ich Pech gehabt, vielleicht haben Sie eS erraten. trt wenn ich aufrichtig gestehen soll, ich war kaum ' Mt traurig darüber, denn das bot mir Gelegenheit, Arwieder zu sehen, in ihre Augen blicken und Ihre Mlwe hören zu können. Das klingt wie ein Liebes. 'M nicht wahr ? Doch das will ich lieber mündlich ab» 3ch werde heute Abend um acht Uhr auf Platze sein, auf dem ich Sie zum erstenmal traf, in« l^doch der Abend zu stürmisch und Sie eine ckute Dame geworden sein, nm sich hinauszuwage», Kdrmühen Sie sich nicht, ich werde dort eine halbe ^«de warte», und wenn Sie nicht komme», Sie 2®* ita Ihrem schönen Hause aussncheu, wo Sie Ihrem —Gatten vorstellea können. Also denken
>ar k'cheu, als sie die Hand ausstreckte, um das Couvert vl ««gegen zu nehme», und bann lief ein krampfhafter on* abme neue fand, i,-25. 1,60, Iit 3-
®ie daran, daß ich nicht länger, als genau eine halbe Slunbe auf Sie warft."
Der Brief entfiel ihren kraftlosen Finger», er trug keine Unterschrift. Es war auch keine nötig, er mar gezeichnet unb besiegelt mit bem Siegel ihrer Vergangenheit unb dieser Unterschrift war nicht zu eutflieheu.
Der Feind ihres Friedens war zurückgekehrt, das Geld, das sie geopfert, um sein Schweigen zu erkaufen, war schon verschwendet, oder et machte dies wenigstens zum Vorwande, nm zurückkommen z» können, sie zu peinigen. Ach, das that er ja nur zu gern! Er hatte sich schon so oft an ihren Qualen geweidet und heute Abend, heut Abend sollte er aufs Neue triumphieren.
Eie warf seinen Brief in die lodernden Flamme» u»d eS kam ihr vor, als ob dieselben lachten, indem sie ihn verzehrte», lachte», al» ob auch sie ihrer spot- tete», und sich fragten, ob sie, weil sie die armfelige Macht besaß, bie Botschaft zu zerstöre», sich auch weigern tonnte, derselben zu gedenken und ihr zu gehorche».
Mechanisch sah sie auf ihre Uhr, ein ritzendes Spielzeug, bas sie an ihrer Sette trug, ebenfalls ein Geschenk ihres sie anbetenben Gatten. Es fehlte nur noch eine halbe Stunbe bis zur Diner-Zeit, bie Familie konnte jeben Augenblick i»S Zimmer treten unb ihr selbst bie Gelegenheit nehmen, nachzubenken. Um acht Uhr also mußte sie die Wärme nod ben Schutz ihres häuslichen Herbes fliehe», um sich fottznstehlen, finans in bie Kälte nnb Finsternis.
»Ich kann nicht gehen, ich kann nicht gehens« töhnte sie laut.
Und ihr Gesicht in ben Hänbeu verbergend, schwankte ie wie trunken vor Furcht und Leidenschaft »ob Elend.
Doch endlich stand sie auf, trat vor den Spiegel, ttich sich das Haar von den Schläfen zurück und zwang ihre Augen und ihre Lippen, ihrem Spiegel- bilde znzulächeln. Doch eS wat ein sehr blaffes und eingefallenes Gesicht, das den Blicken ihre» Satten
begegnete, als er einen Moment später das Zimmer betrat, von Mary gefolgt, die sich liebevoll auf den Arm ihres Vormund s lernte.
.Mit thut der Kopf weh," antwortete Helene auf ihres Gatten zärtlich besorgte Frage. „Ich brauche vielleicht etwas Ruhe nach all unsere» Zerstreuungen, Gute Nacht!" rief sie heiter als das Diner zu Ende war. 0
Sie waren alle ins Wohnzimmer zurückgekehrt und s tzten sich zu dem Kamin.
»Ich glaube nicht, daß Ihr mich vermiffen werdet, ich gehe in mein Zimmer. Nein, Harry," fügte sie hinzu, als er aufftaud, um ihr zu folgen, ,Du darfst »icht mitkomme». Um 10 Uhr kannst Du leise an meine Thür klopft» und wenn ich nicht antworte dann weißt Du daß ich eingeschlaftn bin, was bei diesem abscheulichen Schmerze das Beste wäre. Gute Nacht also!" Fort wat sie.
ES schlug 8 Uhr, als sie die Treppe hinaufeilte, eS war in der That keine Zeit zu verliere», den» wenn sie Tom Windom verfehlte, was dann?
Mit zitternde» Händen nahm sie brn Mantel um unb knöpfte ihn zu; dann banb sie sich einen bitten «chlcier vor bas Gesicht und eilte, sich die Hand, chuhe anziehend, die Hintertreppe hinab, nachdem sie »doch erst die Vorsicht gebraucht, das Zimmer zu verschließen nnb sich ben Schlüffe! in bie Tasche zu teden. Durch eine Seiteuthür, welche in den Garte» ührte, kam sie ins Freie. Sie hatte »icht daran gedacht, welche Entschuldigung sie wohl gebtanchen sollte wen» ihre Abwesenheit entdeckt würde. Die Furcht vor bet Gegenwart spannte ihr jeben Nerv znm Zerreißen an. Sie wollte den Schirm aufspannen, doch der Wind machte es ihr unmöglich, sie wat gezwungen ihn wieder zu schließen »nd Wind und Wettet zu trotzen, ohne selbst dieses armseligen Schutzes sich zu erfreue». Der Regen floß in Strömen herab nnb ber ffiinb wehte so hefttg, daß sie kaum gegen ihn ankäwpfen konnte. Jeder Augenblick war kostbar,
da er bet Gebulb bes Manms, welcher ihr Kommen erwartete, ein Ende machen konnte.
Endlich war der Platz erreicht unb sie eilte zu bet bezeichnete» Stelle. Den ersten Angenblick hielt Pe für leer. Gerechter Himmel! Kam sie schon 3“ M? Hatte sie Tom Winbom in bet Finsternis verfehlt? Eilte er vielleicht jetzt dem Hause zn, deflen Thüt, nachdem er feine Geschichte erzählt, ihr aus ewig verschloffen sein dürfte? Sie sank ganz et. schöpft auf die Bank, als ein rohes Lachen dicht diese letztere entsetzliche Furcht zerstreute.
Eine Gestalt trat aus dem Schatten eines Baumes, dessen leere Zweige sich im Winde bogen, doch dieses, mal war ihr Plagegeist ihr fast eine willkommene Erschettmng.
»Fünf Minuten später, Mylady, wäre eS zu spät gewesen. Noch fünf Minute» nnb ich hälft mich auf den Weg gemacht, Dich zn besuche». Ha, ha! Tom Windom hält nichts von leeren Drohungen. Vielleicht hast Du das schon einsehen gelernt."
.. «ES ist ganz gleich, was Du gethau hättest, wenn ich nicht gekommen wäre," antwortete sie, ihn unter, brechend. „Was wolltest D», daß Du mich in dieser Weise herbestelltest? Ist das ganze Geld schon wieder verschwendet?"
„Das schrieb ich Dir ja doch — nicht? Ja es ist ort und ich brauche mehr und gehe nicht früher sott bis ich eS habe. Ich glaube, daß mir die hiesige Luft gut thnt nud daß eS bester ist, Dich ein Wento mehr im Auge zu behalte». Ich bi» länger, als fünf Jahre dieses Vergnügen» beraubt gewesen nnb eS ist bie höchste Zeit mich bafflr schadlos zu hatten"
.34 habe kein Geld mehr, das ich Dir geben fann, Du magst thu», was Du willst," antwortete
»0 Tom," fuhr sie schnell im flehende» Tone ort, „was gewinvft Du dabei, wen» Du «ich auälst? T«he fort unb laste mich in Frftdeu!" ’ Q
.Fällt mir gar nicht ein!"
AlS er ihr diese Worte in« Ohr zischte, fühlft sie darin eine Leidenschaft und Intensität unftrdrÄckftr