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öchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchham.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint täglich 'außer an Werktagen nach Soun- und Feiertagen. Qnartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 21/* Mk-, bei den Postämtem 2 Ml. 50 Pfg. lexkl- Bestellgeld). JnsertiouSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Mg. Reklamen für die Zeile 25 Bfg.

Marburg,

Donnerstag, 10. Mai 1888.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Logier in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg u. Men; Rudolf Moffe in Frankfutt a. M-, Berlin, München u. toln; 0.2. Daube u. So. in Frankfurt e. 9t, Berlin, Hannover. PattS.

XXIII. Jahrgang.

er. -mische Verrohung in Frankreich.

XX Vor etwa einem Jahre erließ das damalige anzösische Ministerium Rouvier einen allgemeinen ./ irkularbefehl an alle Präfekten, genau darauf zu

II hrea, daß Ausländer in Frankreich in keiner Weise

/ m der Bevölkerung belästigt würden, auch in solchen

Men, in welchen der Verdacht der Spionage auf« llche. Verhaftungen erst dann vw zunehmen, wenn i Verdacht wirkliche Begründung habe. Dieser rlaß war hervorgerusen durch die Ausschreitungen gen harmlose deutsche Saufleute, die seit geraumer it in französischen Städten Anstellungen innehatten,

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als der harmloseste Tourist von der W lt ausstellte. Dieser Befehl ist heute noch in Kraft, rd aber, wie die Ereignisse zeigen, so gut inte gar M mehr beachtet. Im Gegenteil ist die politische errohung, welche sich in der Ausländerhetze aus- ckt, gewaltig gestiegen, und seitdem Boulanger in Apostel der Republik proklamiert ist, denken chße Massen des französischen Volkes, der Patrio- smus werde am besten zur Schau getragen durch kandalmachen, Fenstereinwerfen und Prügeln. Mit üppelhieben traktieren sich gegenseitig schon die urschiedenen republikanischen Parteien, und wenn ich der offizielle Pariser Telegraph auch bemüht, iber widerliche Szenen nach Möglichkeit einen Schleier

wie durch die wahnsinnige Spionenhetze während $ berühmten Mobilisierungszaubers, wo alle Tage einSpion" aufgegtiffen wurde, der sich hinter-

die u ziehen, so erfährt man doch genug, was die oßba ranzosen sehr wenig als das gesitteste Volk von

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iattzufinden pflegen. Tie eine Partei hat der an« rren den Zutritt zum Wahllokal versperrt; um den Eingang zu demselben ist es zu blutigen Schlägereien ckornrnen, die Wahlurnen sind zertrümmert, die kotokolle zerrissen, und was dergleichen Geschichten «hr sind. Und in Paris stehen die Parteihelden, »ulanger voran, und sagen mit gefalteten Stirnen, ber vergnügtem Händereiben, das Volk sei etwas Ü weit gegangen. Aber daß es das gethan, sei bei d Unzufriedenheit über die herrschenden Verhältnisse licht wunderbar. Es müsse also anders werden,

| Feindliche Gewalten.

f Roman von E. Ma er.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

r ,£)®ott!* schrie sie auf, plötzlich deu entsetzlichen Bann brechend, der sie gefangen hielt unb ihr Gesicht p den Händen verbergend, nm dieses entsetzliche Ge- Mst von Fleisch und Blut ihres vergangenen Lebens do« ihren Blicken ansznschließen, ,o Gott, lasse mich «Sachen und finden, daß dies Alles ein böser Manm war!"

[ »Hier also finde ich Dich!" fuhr der Mann ohne «f ihre Worte zu achten, fort.So ist endlich mein Wges Suchen erfolgreich gewesen, und in dem Augen- *<fe, wo ich verzweifelte, habe ich mein Ziel erreicht; Ad hier, hier, wo ich Dich zu allerletzt gesucht Mte! In sechs Stunden würde ich diesem Orte den Acken gewandt haben, ohne auch nur in meinen Uusteu Träumen zu vermuten, daß Du hier seist! «r sechs Stunden, und Du würdest mir wieder t>er= «en gegangen sein, dieses Mal vielleicht für immer. 3ie ich mich bemüht habe, Dich ausfindig zu machen! ®k schlau Du gewesen bist! Und jetzt hat der Zu. M der armselige, bloße Zufall, für mich gethan W alle meine Geschicklichkeit, alle meine Umsicht nicht stocht. Noch einmal, Helene Windom, stehen wir *1. Aug in Auge, gegenüber!"

Er hätte sie nicht grausamer treffen können, als diesen Worten. In sechs Stnnden würde er, A»em eigenen Gestäuduifle nach, die Städt verlassen gen, sie würde für immer vor ihm gewesen sein "b ihn tot geglaubt haben.

, Und wäre eS nicht um Harveys willen gewesen, kbesäude sie sich in diesem Augenblicke in sicherem Mutze unter Edgar Reynolds Dache. Ihre Ab. Aseuhett war vielleicht schon ausgefallen, und mau W vielleicht schon in Angst um sie. In ihrer Eiu- Mduug sah sie das Zimmer mit seiner ganzen luxuriösen Erstattung, wo ste vor kurzem mit Harvey gesprochen,

iuropa erscheinen läßt. Es giebt noch zahlreiche ebildete und höfliche Leute im Lande, aber diese lagen es nicht, den zügellosen Haufen der Gasse in en Weg zu treten, denen von jeher alles nachgesehen flagcnM "nd auch in Zukunft wohl nachgesehen werden jusprWkd. Bei den Gemeindewahlen vom letzten Sonntag

(3M ks in vielen Orten zu Szenen gekommen, wie sie - Mst nur in Serbien oder Bulgarien bei Wahlen

und nur ein Mann könne es anders machen, Bou­langer ! Damit wird den Soulangiften ganz trocken gesagt: Nur immer so weiter, und je toller, desto besser!

Bei allem das Schlimmste ist die wahnsinnige Verfolgung der Ausländer, das heißt der Deutschen und Italiener. Die Letzteren sind gerade ebenso schlim.ii daran, wie die Deutschen, und in Südsrank­reich, wo zahlreiche Italiener thätig sind, sind Messer- Affairen zwischen Angehörigen beider Nationen sehr häufig. Die Franzosen sind außerordentlich erbittert auf ihre südlichen Nachbarn, sie können es nicht verwinden, daß derKnirps" Italien dieselbe Stelle in der Reihe der europäischen Mächte einnimmt, wie Frankreich selbst, daß Italien sich mit Deutschland verbündet hat. Läge alles das nicht vor, der Zwie­spalt wegen Erneuerung des beiderseitigen Handels­vertrages wäre auch nicht entfernt so weit gediehen, wie er gediehen ist. Aber wenn die Deutschen in Frankreich ruhig schweigen zu den Beschimpfungen, die ihnen oft genug zu teil werden, so sind die heiß­blütigen Italiener nicht so ruhig, und dem Schlag folgt der Schlag. Am bedauerlichsten von allem ist es, daß selbst Offiziere das Treiben der Menge unterstützen, wie es bei den Ausschreitungen in Belfort vorgekommen ist, wo die von der Menge und gemeinen Soldaten insultierten deutschen Studenten von einem französischen Kapitän, den sie um Schutz baten, mit de.' Bemerkung abgewiesen wurden:Sie sind Preußen und haben hier nichts zu suchen!" Die französische Justiz hat die Hauptführer der Volksmenge mit ein paar Wochen Haft bedacht, aus denen sich die Verurteilten natürlich eine Ehre machen werden, aber für den noblen Offizier hat niemand ein Wort des Tadels gehabt, feine Handlungsweise wird vielmehr gebilligt. Und dies geschieht, während seitens der Parffer Regierung immer erneute An­strengungen gemc cht werden, die deutschen Industriellen zur Beschickung der nächstjährigen Pariser Weltaus­stellung zu bewegen. Das deutsche Geld ist auch für die Franzosen fein Blei, das nehmen sie recht gern, aber der unerfahrene deutsche Reisende muß woht Acht haben, daß er nicht hinterher als Spion gründlich verhauen wird. Auf deutsche Spione wird Jagd gemacht, als ob es das liebe Leben gelte, trotzdem man noch keinen einzigen erwischt hat. Unb habet proklamiert die französische Regierung selbst die Notwendigkeit der Spionage gegen Deutschland. Ter jetzige Minister des Auswärtigen, Herr Goblet, hat das im vorigen Jahre offen in der Kammer erklärt, und damit selbst in den Franzosen ein Gefühl der

geplant und inttiguirt hatte. Die Lichter waren jetzt augezüudet, die Vorhänge herabgelaffen, das Feuer warf seine» erwärmenden Schein auf die hübschen Gemälde und sie war fern von dem allen hier in der Kälte und hereinbrechenden Finsternis. Wie kalt es war! Sie hatte es vorher gar nicht gefühlt. Sie mußte nach Hause gehen. Nach Hause! Hatte sie denn ein Heim?

Sie vergaß, als das wohlbekannte Bild vor ihrem Geiste stand, fast, daß sich zwischen diesem und ihr eine plötzliche Scheidewand aufgerichtet hatte, eine Scheidewand, welche aus den Knochen des Gerippes ihrer Vergangenheit gebaut war.

»Wie viele Jahre find es denn?" fuhr die er. barmungslose Stimme fort. »Fünf, glaube ich fünf lauge, lauge Jahrei Ach, man mvß sie durch, leben, wie ich es gethan habe, um zu wissen, wie laug ste sein köuuen! Es gibt nicht eine Stadt, die ich nicht besucht hätte, glaube ich, wenn ich nur irgend einen guten Verdienst hatte, so habe ich das Ver­diente aufs Suchen verwendet, doch zuletzt verzweifelte ich mein Glück verließ mich ich habt fünf Dollars in der Tasche nud außerdem nicht einen Cent in der ganzen, wetten Welt. Manchmal dachte ich, ich hätte eine Spur, die mich zu Dir leiten könnte doch Du bist mir immer entwischt bis jetzt. Doch jetzt entkommst Du mir nicht wieder, ich lasse Dich nicht mehr aus den Augen, so wahr mir Gott helfe! Doch jener Mensch sage mir, ist er mit Dir hier? Wenn das ist, so kannst Du ihn warnen, daß ich deu Eid halten will, den ich geschworen ihn nieder- zuschießen, sobald er mir vor die Augen kommt l"

Sie schauderte wieder, doch dieseSmal nicht vor Kälte; so erbarmungslos die Stimme des Sprechenden vorher gewesen, ste wmde jetzt noch strenger und er- barmungsloser, trotzdem er seine Drohvng nicht um ein Haar lauter sprach. Ihre gauze Kraft zusammen- nehmend, machte sie eine Bewegung, um aufzustehen.

.Laß mich nach Hause gehen," sagte sie, .laß mich nach Hause gehen, mir ist katt!"

Beschämung hervorgerufen. Unter dem letzten Kaisertum verwilderte Frankreich arg, aber das Kaisertum ist doch noch ein elender Stümper gegen die Republik geblieben. Solche Zustände bestanden unter Napoleon III. doch nicht!

Deutsches Keich.

Berlin, 8. Mai. Der Kaiser nahm heute Vormittag den Vortrag des Chefs des Militär- kabinets Generals v. Albedyll, entgegen. Der Kaiser verlieh dem Kammerherrn Oberhofmeister v. Seckendorfs den persönlichen Rang einer Ober­hofcharge mit dem Prädikate Exeellenz, dem Präsi­denten der Hofkammer der königlichen Famlliengüter, Wallenberg, den Charakter als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat mit dem Range eines Rates erster Klasse, dem Geheimen Hofkammerat Lentzcke den Rang eines Rates dritter Klasse, dem Justititiar der königkichen Hofämter, Fleischhammer, den Cha­rakter als Geheimer Hofjustizrat, und dem Zeremo­nienmeister Ewald von Kleist die Würde als Vizeober- mundschenk. Das Großkreuz des Roten Adlerordens mit Eichenlaub erhielt Graf Perponcher-Sedlnitzky, den Roten Adlerorden erster Klaffe mit Eichenlaub der Oberzeremonienmeister Graf zu Eulenburg und der Oberstallmeister von Rauch, den Roten Adler­orden zweiter Klasse mit Eichenlaub der Vizeober- jägermeister von Heintze-Weißenrode, das Kreuz der Kumture des Hohenzollernschen Hausordens der Geh. Oberregierungsrat im königlichen Hausministerum Graf Unruh. Das Befinden des Kaisers ist ziemlich gut, heute Nachmittag von 3 bis 4 Uhr verweilte Fürst Bismarck bei demselben. DieNordd. Allg. Ztg." sagt: Der Kaiser giebt selbst an, sich wieder kräftiger zu fühlen, als in den letzten Tagen, er wird aber auf den Hat der Aerzte auch heute noch im Bette bleiben. ' Die Temperatur betrug heute Morgen 37,7 Grad. Die Kaiserin wohnte heute Nachmittag in Berlin der Eröffnungsfeier der neu errichteten, unter ihrem Protektorate stehenden Fortbildungsanstalt für Mädchen bei. In An­wesenheit der Kaiserin fand die Jahressitzung des Kuratoriums der Allgemeinen deutschen Pensions­anstalt für Lehrerinnen und Erzieherinnen am 6. Mai im Sitzungssaale des Kultusministeriums statt. Nachdem die Versammelten die Allerhöchste Protek- torin ehrfurchtsvoll begrüßt und die Vorsitzende, Frau Minister von Goßler, Worte des Dankes zum Ausdruck gebracht hatte, wurde in die von dem stellvertretenden Vorsitzenden, Prof. Dr. v. Gneist, geleiteten Verhandlungen eingetreten. Die von d.m

.Ja mein Schätzchen!' antwortete er. .Wir wollen zusammen nach Hause gehen. Willst Du mir deu Weg weisen?"

11. Kapitel.

Ein Geschäft.

Sie sank mit einem hoffnungslosen Stöhnen zurück; sie hatte keine Kraft, deu furchtbaren Kampf zu kämpfen, in deu sie unvorbereitet und unbewaffnet verwickelt joorben war. Die Hebei macht war entsetz­lich ; ste lähmte selbst die Anstrengung ihrer Gedanken, ste zu bekämpfen.

.Komm," sagte der Mann, .ich warte, und die Worte, die Du eben ausgesprochen, waren für einen Menschen nicht unangenehm zu hören, der seit fünf Jahren heimatlos umherstreift. Es bringt mir ein Gemälde von Licht und Wärme und Bequemlichkett vor die Augen."

.Wirklich?" rief sie, sich ermannend,wirklich? Ich möchte glauben, daß Deine Einbildungskraft dem Worte einen anderen Hintergrund auswaleu könnte, eine Szene von Zank und Stteit, vou klingenden Gläsern und dem Umdrehe» eines Glücksrades, vou verlockenden Männern und verlockenden Frauen!" Und sie schauderte wieder. .Ich darf nur meine Augen schließen und sche das alles wieder vor mir."

Du bist doch gut genug behandelt worden," ant- wortete er. .Du hast keine Ursache zu klagen und in der Zukunft

.Die Zukunft?" unterbrach sie ihn wild.Um aller Barmherzigkeit willen sprich mir nicht von Zu, kunft! Geh fort! O wenn Du nur eine Spur von Gefühl in Dir hast, so kehre in das Grab zurück, in dem ich Dich wähnte"

Du haft also die Geschichte gehört, ha, ha! und ihr Glauben geschentt? Du hörtest, daß ich in einem Streite ermordet wurde? Nun, um die Wahrheit zu gestehen, ich hatte eine abscheuliche, von einem Messer herrübreude Schnittwunde nud war eine zeitlang nicht ganz sicher, ob nicht das Ende gekommen sei. Weißt

Zentral-Verwattungsausschusse gelegte Rechnung für das Jahr 1887 wurde nach dem Referat des Dr. Zillmer dechargirt, für das Jahr 1888 wurden zu Unterstützungen an Anstaltsrnttglieder 10,000 Mk. zur Verfügung gestellt. Die günstige Lage des- Pensions-Fonds gestattet es.sämmtlichen Mitgliedern, welche bis zum 1. Januar 1896 in den PensiouS- genufj treten, im Ganzen 185, eine Ermäßigung ber von ihnen noch zu zahlenden Beiträge um 25 Prozent zu gewähren. Nach dem Jahresbericht, welchen der Schriftführer des Zentral-Berwaltuugs- ausschusses, Schulvorsteher Stückel, vortrug, belief sich die Anzahl ber Mitglieder Ende 1887 auf 1524, das Gesammtvermögen der Pensionsanstalt auf 2 113 430,85 Mark, wovon auf den Pensions­fonds 1 817 058,10 Mk. und auf den Hülfsfonds 296 372,75 Mk. entfallttw 130 Mitglieder be­ziehen bereits Pension, im Betrage von 26 448,50 Mk.; aus dem Hülfsfonds sind in 101 Fällen Unterstützungen in Erkrankungsfällen gewährt worin» in Höhe von 6620 Mk., außerdem sind in 50 Fällen besonders bedrängten Mitgliedern ihre Bei­träge auf ein ober mehrere Quartale erlassen und die entsprechenden Summen aus dem Hülfsfonds gezahlt worben mit 2744,35 Mk., so daß im Ganzen 9364,35 Mk. an Unterstützungen gewährt worben. Der Direktor des Zentral - Verwaltungsausschusses, Wirkl. Geh. Rat Dr. Greiff» wies sodann in einer Darlegung des Standes der Pensionsanstalt am 1. Mai d. I. darauf hin, daß auch in den letzten vier Monaten die Pensionsanstatt erfreulich sich weiter entwickelt habe; es sind in dieser Zeit 84 Mitglieder neu eingetreten unb weitere 17 Mii- glieber sind Pensionsempfänger innen geworben. Der Kronprinz, der gestern nachmittag den Staatssekretär Grasen Herbert Bismarck zum Vor­träge empfangen und bann mit bem Regierungsrat v. Brandenstein gearbeitet hat, wohnte heute vor­mittag den Truppenübungen bei, begab sich von da nach dem Charlottenburger Schloß, arbeitete darauf mit dem Geh. Kabinettsrate v. Wilmowski und nahm militärische Meldungen entgegen. Die Kommission für die Vorlage betreffend die Ver­besserung der Oder und Spree, nahm die Vorlage einstimmig an, ebenso den Antrag des Abg. von Schorlemer-Alst, betreffend die Teilnahme bezw Befreiung der Adjazenten des Rhein-Ems-Kanals von der Beittagspflicht zu den Grunderwerbskosten. Nach dem Beitrage, welchen Herr Rudolph Hertzog zur Unterstützung ber durch die Über­schwemmungen in Teilen unseres Vaterlandes Be-

Du, was ich damals am meiste» bedauerte? Daß ich Dich nicht gefunden und ihn nicht getötet hatte! Und das, glaube ich, war eg, mag mir Kraft dazu gab, mich langsam zu erhole», oder," fügte er mit rauhem höhnischem Lachen hinzu,vielleicht war auch der Teufel noch nicht ganz bereit, mich zu empfangen. Ich kann mein Glück noch kaum fassen, kann es kaum glauben, daß wir beide uns wieder gegenüberstehen. ES wird finster, ich kann Dich nicht mehr gut unter, scheide», doch ich sah auf den ersten Blick, daß Du Dich nicht viel verändert hast. Du hast nichts vou Deiner Schönheit verloren und scheinst auch Glück gehabt zu haben, denn Du gehst in Sammet und P-lz gekleidet, mit Diamanten in den Ohren; doch es ist hier ein seltsamer Ort und eine seltsame Stunde für eine so feine Dame, allein zu sein. Komm, lasse uns nach Hanse gehen; doch sage mir eist" zischte er ihr zu,fürchtest Du Dich, wett er da ist? Ich warte nicht länger. Gehen wir!"

Höre!" rief sie.Du irrst Dich, irrst Dich in allem, Du hast meine Flucht von Anfang an falsch gedeutet. Ich floh, weil mir dieses Leben unerttäg- lich war und weil ich Dich haßte! Ich dantte Gott, ja! auf deu Kniee», (ich hatte feit meiner frühesten Kindheit nicht gekniet), als ich hörte, daß Dn tot wärest, denn ich sagte mir, daß mein Leben jetzt mein Eigentum sei und ich damit thun könnte, was ich wollte. Ich will die Vergangenheit vergessen nud in der Zukunft leben! Bor acht Monate» heiratete ich einen reichen, geehrten Manu, der sich eines alte» edle» NamenS erfreut, den ich jetzt trage. Willst Dn mir denselben entreiße»? Willst Du mich wieder in den Schmutz hinabziehen? Das sollst Du nicht, sage ich Dir, Du darfst nicht!" «,2hr-8°hörer atmete kurz und schwer, uud fein Gesicht verhärtete sich.

(Fortsetzung folgt)