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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck mrd Verlag von Joh. Lug. Koch.
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Deutschland nahmen in der letzten Zeit einen der- Mk. BBtgen Fortgang, daß die beteiligten Kreise dem AwAndekommen des Unternehmens zuversichtlich ent- Mk. Mnsehen. Die Verständigungen über den Anschluß , S Spiritushändler und Spiritusfabrikanten sind len. Mi-Weir gediehen, daß auf der am 5. d. M. statt-
Doch das seiner Frau gegebene Versprechen 6er» 6 ihr den Mond.
»bade ich Dich beleidigt, Mary?"
«ise »nd sanft klang die ernste Stimme, in der "ie Frage stellte.
»-Rein, nehil* sagte sie endlich, ihm antwortend. ^Welt ist heute aus deu Angeln gegangen, eine y?® Illusionen ist zerstört und — daS erinnert "»daran, daß ich alt werde."
lachte und dieses sorglose, fast kindliche Lachen stei von jeder Spar eines Kummers.
•** wirst alt, Mary? Die Welt muß wirklich
ndcn Generalversammlung der letzteren die volle irkung des Vereins der Spritfabrikanten und it die Zuführung der mit den letzteren seither Mündeten Brennereien zu erwarten ist. Somit die Annahme berechtigt, daß die mit ihrer An- Übung noch rückständigen Brenner mit ihrer Bei- crklärung nicht säumen werden, da das Zu-
bcginnt: „Wir haben einige Schwierigkeit mit der Kanüle" und schließt mit der Bitte, Professor von Bergmann möge „so bald wie möglich" nach Char- lottenburg hinauskommen. Diese letzten Worte sind unterstrichen. Der Brief wurde an Professor von Bergmann durch- einen berittenen Feldjäger befördert, welcher im rasenden Galopp die Strecke zurücklegte. Später erhielt Professor von Bergmann noch zweimal durch das Telephon die Aufforderung, sofort dem Ersuchen Folge zu leisten, obgleich sich nicht angeben läßt, wer der Absender dieser beiden letzten Depeschen war. — Dem „Hamb. Corr." wird von hier geschrieben: »Prof. v. Bergmann dürste nicht in Ungnaden aus dem ärztlichen Dienste bei dem Kaiser entlasten worden sein. Der Kaiser wollte dem Professor sehr wohl und es ist noch nicht lange her, daß er, wie uns berichtet wird, ihm auf einen Zettel Worte des Inhaltes schrieb: „Bergmann, verlassen Sie mich nicht." Es ist wohl dem hohen Kranken erspart geblieben, in alle Einzelheiten des letzten Abschnittes der Zerwürfniffe zwischen Mackenzie und Bergmann eingeweiht zu werden. Wie unverbürgt mitgeteilt wird, hat von Bergmann aufgrund der Erfahrungen und Wahrnehmungen, welche bei jedem Vorkommnis sofort pflichtmäßig festzustellen waren, eine Denkschrift ausgesetzt und dieselbe in die Hände des Kronprinzen niedergelegt."
Wittenberge, 3. Mai. Ihre Majestät die Kaiserin traf mit der Prinzessin Viktoria und dem Gefolge heute vormittag um 9 Uhr 10 Min. hier ein. Allerhöchstdieselbe wurde von den Provinzial-, Kreis- und städtischen Behörden sowie dem Offizier Korps des 11. Ulanen-Regiments empfangen und von einer großen Menschenmenge enthusiastisch begrüßt. Nach der Vorstellung der empfangenden Persönlichkeiten fuhr Ihre Majestät mit Prinzessin Tochter durch die prachtvoll geschmückte Bahnstraße unter dem Jubel der Bevölkerung nach dem Elb- Hafen, stattete dem Diakonistenhause einen Besuch ob und begab Sich sodann an Bord des Regierungs- dampsers „Hermes", welcher gegen 10 Uhr zur Fahrt nach den Ueberschwemmungsgebieten der Prignitzschen Elbniederung die Anker lichtete.
Sttahbnrg, 3. Mai. Nach einer Meldung der „Straßburger Post" aus Colmar ist die „Sociä:S de Msdecine" für den Oberelsaß durch Verfügung des dortigen Bezirkspräsidenten gleich der in Mülhausen aufgelöst worden.
verschmähte, stch Geld zu verschaffen! May, würde es Dir Schmer, verursachen, wenn ich tim ersuchte, seine Besuche hier eiuzustrlleu?"
Einen Augenblick früher hatte ihm daS Mädchen, iesänftigt und gerührt vou dem Bewußtsein, daß HariyS Liebe uud Fürsorge noch wie in früheren Tagen über ihr wacht, zugehört — noch vor ttaem Augenblicke war der Schatten seiner Entehrung bnrcb den Sonnenschein seiner Gegenwart vrrwttsch; noch etzt — j-tzt, wo er es wagte, einen anderen vor das Tribunal zu fordern, vor dem er selbst stand, — wo er, der selbst der Nachsicht so sehr bedurfte, gegen andere unerbittlich war — wo er nicht nur die Rolle eines Scheinheiligen, sondern sogar die eines Richters übernahm, empörte sich ihr Inneres gegen ihn.
»Wer bist Du, daß Du ihn v rurteilen willst?" ragte sie, und er erschrak bei der alten Strenge ihres Tones. .Vielleicht bedarf er unserer Teilnahme, unserer Freundschaft, um ihn vor den Kllpp n zu retten, au denen, wie Du sagst, seine Ehre zu zer. chelleu in Gefahr ist! ES find ja andere Männer durch Frauen gerettet worden — weshalb nicht oho er ? Außerdem sprichst Du nur von Gerüchten — oder bist Du vielleicht ein Augenzeuge seiner Thorhest gt* wesen? Hast Du ihn große Summen am Spieltische verlieren und gewinnen gesehen? — Ja? — uud wie kamst Du denn an einen solchen Ort?"
Ihre blaue» Augen glühten förmlich, als sie sie auf fein Gesicht heftete, — sie waren nicht mehr tränenfeucht nnb die Züge um ihren Mund waren ireng und hart, so daß er sich einer niederdrückenden Furcht nicht erwehren konnte, denn es gab für ihn "ur riue Lösung ihres rätselhaften AergerS, die sein- größte Furcht bestätigte: Mary liebte Harvey Barclay!
Nun, daun gab eS nur ein Mittel, er mußte mehr übet ibn zu erfahren suchen, und ihr da» nächste stal Thatsachen, nicht bloße Gerüchte gegeuüberstellen. Daun konnte sie stch nicht weigern, darauf zu hören uud zu achten.
Hofmarschalls Freiherin v. Seckendorff heute früh 7V» Uhr mit einem Extrazuge nach Wittenberge ab- gerent. — Der „Post" wird von angeblich wohl- itnformierter Seite mitgeteilt, daß bie Nachricht der „Köln. Ztg." von einem Rücktritt des Chefs der Admiralität v. Caprivi und der Überahme eines Körpskommandos von Seiten desselben jedweder UMerlage entbehre. Außerdem sei aber weder jetzt noch zu irgend anderer Zeit als Nachfolger des Herrn v. Caprivi der Bize-Admiral und Chef der Marinestation zu Wilhelmshaven, Graf Monts, in Betracht gekommen. Vielmehr stehe stets dem Vize- Admiral v. d. Goltz von der Admiralität der Vor-
Kaiser Wilhelms im Mausoleum einen Kranz nieder und überreichte dem Kaiser Friedrich einen prachtvollen Blumenkorb. — Die „Nordd. Allg. Ztg." kmeldet: Se. Majestät der Kaiser schliefen in der | zweiten Hälfte der letzten Nacht sehr gut, die erste | Hälfte war etwas unruhig. Die Körpertemperatur | ist jetzt fast normal. Dementsprechend ist der Appetit reger, das Kraftgefühl und das allgemeine Befinden | gehoben. Der hohe Patient wird den heutigen Tag L größtenteils im Lehnstuhle sitzend zubringen. Bei -Fstdauer des günstigen Befindens darf man au: | baldige Zunahme der Körperkräite hoffen, welche
Aentsches Reich.
Berlin, 3. Mai. Der Kaiser empfing heute
in der heutigen Sitzung der Kammer einen von 12 Deputierten, darunter Seismitzoda, unterzeichneten Antrag ein, laut besten die Kammer, sich belobigend über die Tapferkeit der Armee und der Marine aussprechend, erklärt, die militärische Politik an den Küsten des Roten Meeres entspreche nicht den nationalen Interessen. Die Kammer fordere daher die Regierung auf, die Truppen von den Küsten des Roten Meeres zurückzuziehen. — Der Kronprinz machte gestern nachmittags eine Spazierfahrt, überall lebhaft begrüßt. Zahlreiche Glückwünsche sind gestern im Quirinal eingetroffen. Der König besuchte alle bei dem Unfall Verwundeten, welche sich bereits, auß.r Lorenzo, besser befinden. — Der Deputierte Musst brachte in der Kammer namens der äußersten Linken einen von 19 Deputierten unterzeichneten Antrag ein, die Kammer wolle erklären, sie bedauere, daß der Ursprung her italienischen Expedition nach Afrika ihrem Votum entzogen sei, und sie fordere die Regierung auf, weil die Expedition gegen das Interesse und Prestige des Landes sei, das Expeditionskorps zurückzurufen. — In der Kammer erklärten Terenzi und Bonghi, sie behalten sich vor, über die Politik der Regierung sich weiter auszusprechen, nachdem b e R-gierung weitere Aufklärungen gegeben habe. Pozzolini erklärte sich für beftiedigt. Ministerpräsident Crispi wiederholte, daß er den Frieden wolle und darauf rechne, unter Wahrung der Würde Italiens solchen auch zu erlangen. Ter Präsident teilte dann die bereits gemeldeten Anttäge Baccarini und Mussi mit. Auf Wunsch des Ministerpräsidenten Crispi beschließt die Kammer, am 9. Mai die Anträge zu beraten. — Einer Meldung aus Massauah zufolge schifft sich General di San Marzqno morgen nach Italien ein, nachdem er heute den Behörden und den europäischen und einheimischen Notabeln seine Aufwartung gemacht hat.
Paris, 2. Mai. Im ganzen kann Carnot mit seiner Reise zufrieden sein, wenn auch diejenigen Blätter in starke Uebertreibung fallen, welche behaupten, „daß die präsidentschaftliche Reise einen neuen Abschnitt in der französischen Geschichte eröffne." Der eigentliche Erfolg der Reise besteht, darin, daß die boulangistischen Kundgebungen aus- blieben oder doch so schwach auftraten, daß. man ie kaum in Betracht zu ziehen braucht. Der offizielle Teil des Empfanges war, wie er in Frankreich üblich ist und Kaisern, Königen und Präsidenten der Republik in gleicher Weise zuteil wird. Dagegen hat diese Reise einen für Carnot persönlich sehr vorteilhaften Eindruck hinterlassen. Seit Mac
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Illustriertes Sonntagsblatt.
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' Feindliche Gewalten.
Roman von 6. Mac-.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung)
Ohne Zweifel würde sich Hany so erleichtert glücklich fühle», daß er gar nicht ans Frage» n würde.
Arme Helene! Wie fie leiden mußte, dachte Mädchen nnb ihr Hetz verhärtete sich gegen die so freundlich zulächelnde Ursache dieses ganzen mers.
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Erscheint täglich außer an Werktage» nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- dition 21/. Mk., bei den Postämtern 2 Ml. bv Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
standekommen des Unternehmens von der nahezu einhelligen Beteiligung der gesamten Spritproduktion : abhängig ist. — Die „Nat.-Ztg." bezeichnet heute - selbst die von ihr verbreitete Nachricht, daß Profestor ' G n e i st zum Freiherrn gemacht werden solle, als ' unrichtig.
: — Dir „C. C." schreibt: Die gestern gemeldete
: geringe Besserung in dem Befinden Seiner Majestät des Kaisers nnb Königs hält, dem Vernehmen nach, auch heute an. Die Nacht verlief zwar unruhig, doch trat gegen Morgen Schlaf ein. Das ■ Fieber ist nicht gestiegen. Bedenklich erscheint nur ■ der unverändert andauernde Schwächezustand, der : so groß ist, daß Seine Majestät sich nicht aufrecht : zu halten vermögen. Tie Regierungsgeschäste liegen ; seit mehreren Tagen nahezu vollständig in den Händen Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen. — Dr. Mackenzie läßt von seinen Freunden die Nachricht verbreiten, er beabsichtige in einigen Tagen nach London abzureisen.
— In ihrer gestrigen Nummer veröffentlicht die „Times" den Bericht ihres Berliner Korrespondenten über eine Unterredung, welche derselbe mit dem Prof. v. Bergmann über die Gründe von dessen Austritt aus der Reihe der behandelnden Ärzte gepflogen hat. Der Professor erklärte, er habe ein Gesuch eingereicht, in Zukunst der Verantwortung für die fernere Behandlung des Kallers enthoben zu werden. Bis gestern (Montag) Abend um 6 Uhr habe er freilich noch keine Antwort erhalten, die Hinzuziehung Prof. Bardelebens zeige jedoch, daß seiner Bitte stillschweigend willfahrt worden fei. Als Grund dieses Schrittes gab v. Bergmann dir Art und Weise an, wie er von Mackenzie behandelt worden sei. Er habe sich sogar gezwungen gesehen, dem englischen Spezialisten schriftlich mitzuteilen, daß er in Zukunft jeden persönlichen Umgang mit demselben ablehne. Besonders wehe hat dem deutschen Chirurgen die von Mackenzie an die „Kreuzzeitung" und „Kölnische Zeitung" gesandte Berichtigung bezüglich der Kanüle-Einsetzung gethan. Professor von Bergmann bestreitet aufs entschiedenste, daß es, wie Mackenzie behauptet, nur Rücksichten aus die bestehende ärztliche Etikette waren, welche den englischen Spezialisten veranlaßten, den berühmten Berliner Chirurgen in der größten Eile nach Charlottenburg zu entbieten. Mackenzies Bries spreche zur Genüge dagegen. Professor von Bergmann gewährte dem Korrespondenten Einsicht in denselben und erteilte ihm die Erlaubnis, über den Inhalt Mitteilungen zu machen. DaS Schreiben
aus den Ang ln gehe», wenn das Alter die Sonne» strahlen trüben kann, denn D» bist der Sonnenstrahl des alte» Hansis, Liebe, ich glaube, das kann Dir wohl kaum velborge» sein. Wie werden wir den Man» hassen, der »ns Deiner beraubt!"
»O still!" rief fie, aufspringend nnb hastig an ein Fenster tretenb, ans bet» sie blickte, während fie sortfuhr zn sprechen: „Ich werde niemals heiraten, wenn es daS ist, was D» meinst. ES giebt keinen Man», nicht eine», dem ich Vertranen schenken könnte!"
Sein Gesicht war jetzt sehr ernst, nnb aller Frohsinn von demselben gewichen, als er ihr folgte »nd ihr die Hand ans die Schulter legte. „Mary, es muß Dir etwas Ernstes begegnet sei», daß Du so sprichst. Du wirst vielleicht sagen, ich habe kein Recht zu behaupten, baß es Männer giebt, die des Vertrauens wert find und doch denke ich, wir habe» es Beide vergeffen, daß eS jemals eine Episode in nnsercm Leben gab, bie Dich dazu bringen konnte, mir zn mißtraue». Wenigstens wirst Du wohl uie meine Liebe zu Dir bezweifelt haben, wenn es anchwur die reine, selbstlose Liebe war, die ich einer Schwester geweiht, wenn Gott mich mtt einer solchen gesegnet hätte. Seitdem Du zu uns kamst, habe ich diese nicht mehr entbehrt. Manchmal, Mary, denke ich, daß mein Gefühl für Dich das trenefte nnb reinste ■ meines Lebens ist. Dn sollst mir Dein Vertrauen nicht schenken, Kind, wenn Dn nicht willst, doch wirst Du mir verzeihen, wenn ich Dir eine Frage stelle?*
.Frage, was Dn willst!" antwortete fie.
Ihr Ton war sanfter geworden und große Thränen an ben langen Wimpern, bie ihre, jetzt durch seine ! Gegenwart bei Farbe beraubten Wange» beschattete».
„ES war nicht Harvey Barclay au ben Du bachtest, als ich eintrat?"
„«n Mr. Barclay?" fragte sie erstaunt. „WeS- halb sollte ich an ihn denken?* fügte fie stolz hinzu. „Nein, er war eS nicht, der meine Gedanken befchäf. i tigtr, doch weiß ich nicht, ob fie nicht b:i einem we- 1 Niger »Artigen Gegenstände verweilten."
40 'A vormittag die Vorträge des Generals v. Albedyll Glai und des Kriegsminislers. Eine Deputation der 0 M. Feldprediger der Armee, geführt von dem Fcld- Glat propfte Richter, legte heute nachmittag am Sarge
Ausland.
Rom, 3. Mai. Der Deputierte Baccarini bringt
„Sergieb mir, Mary! Ich vergaß vielleicht, daß üb, indem ich eine solche Frage an Dich stelle, ein Recht beanspruche, das ich uicht besitze; doch Dn wirst mir wohl glauben, daß es nicht eitle Neugier war, welche mich dazu trieb. Lasse mich offen gegen Dich sein, Liebe, Du wirst wenigstens mein Vertrauen achten: Als Harvey Barclay zum erstenmale dieses Hans betrat, hafte ich mir schon ein böses Vorurteil gegen ihn gebildet. Ich hafte ihn unter Frauen beo- dachtet und bildete wir ein, daß er dieselben nur als Spielzeug für das vorübergehende Vergnügen einer Stunde betrachtete; späterhin wurde ich zn dem Glauben gebracht, daß ich ihm Unrecht thäte, daß ich ihn nur durch die Brille der Eifersucht betrachtet hätte, daß -in Benehmen gegen Frauen von Natur zärtlich, fast liebevoll war, und daß kein Hintergedanke ihn zu seiner Galanterie veranlaßte. Hätte ich dies nicht geglaubt, so würde ich Dich gebeten haben, ihn nicht zu empfangen. Doch in letzter Zett find seine Beuche so häufig geworden, daß ich ihn genau beobachtet habe und ich fürchte, Mary, daß das frühere Vorurteil zurückgekehrt ist. Die alte Eifersucht konnte freilich nicht wieder anfleben, denn Helene hat ihn eher vermiede», als ausgesucht. Wie falsch ich die Gute beurteilt hatte I Wie sanft und treu fie ist! O Mary, weil meine Ehe so glücklich ist, wünsche ich um so mehr, daß die Deine nicht minder gesegnet sein solle! Und ich konnte mich deS Gedankens nicht erwehre», Kätzchen, daß Harvcy Barclay auf Deine Hand spekuliere. Sc ist von den Frauen so verwöhnt und verzogc» worden, daß er sich für unwiderstehlich hält, und man konnte nicht leugnen, daß sein Be- »ehmen, sowohl Männern wie Frauen gegenüber, ehr gewinnend ist. Doch, Mary, ich habe erfahren, >aß Gerüchte Über ihn in Umlauf sind, welche ihm chlimme, ernste Fehler zuschreiben — Gerüchte da. rüber, daß er große Summen im Spiele gewann und verlor, daß er bald verschwenderisch lebe, bald dem Ruin nahe sei — daß er Ehrenschulden unbe. zahlt ließ nnb selbst die unehrenhaftesten Mittel nicht
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Z” Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg uud Kirchhain.
»Was fehlt Dir, Mäuschen?" wiederholte er, als flitzt, wo er ihre» Stuhl erreicht hatte, sich zu ihr ***_. ^abbkugte und ihr liebend das Haar von der weißen — zurückstrich. Diese zärtliche, stumme Liebkosung 107'Ä t?1 ^»e alte Gewohnheit von ihm, doch heute schrak 10L'E,dor seiuerBerühmng zurück, als ob dieselbe fie verletze. 103^ zog seine Hand zurück und ein Ausdruck des Er- irrens flog über sein Gesicht. —
Eie fühlte, wie ihr die Thränen heiß ins Auge ^negm und der tolle Wunsch ergriff sie, anfzuspringeo, und frei feinem Blicke zu begegnen und ihn zu ihr alles zu gestehe», ihr seine Versuchung i,» lebthaften Farben anszumalen, daß er seinen sühne» sollte und ihr Verttaue» und ihre g vor ihm wieder zurückkehtten konnten.
v alsdann voraussichtlich das' Aufstehen und Verweilen kin- frischer Luft ermöglichen wird. — Kaiserin jSÜtor i a ist mit der Prinzessin Viktoria in Be- ■I gtzüung des Oberpräsidenten Achenbach und des
rang zu. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Mk. Die Beitrittserklärungen zur Spiritusbank für
Anzeigen mmmt entgegen die Expedition d Blatte», Jlj sonne b. Annoncen-Bureaux von Hänfenstem und Vogler
Sonnabend, 5. Mai 1888. ™ Jahrgang.
Daube u. Co. in Frankfurt a. BL, Berlin, Hannover. Pari».