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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt,
Expedition» Marti 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.
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Marburg,
Sonntag, 22. April 1888.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d Blattes, sowie d. Annoneen-Bureaux von Haascnstein und Bögler in Frank^rt a-M Caffey Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Moffe in Frankfurta. M.,Berlin,Münchenu. Köln; S. L.
Daube».Co. in Frankfurt a. M., Berlin,Hannover.Paris.
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Für die Monate Mai und Juni nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande die Landpostboten, sowie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen auf die
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Kreisblatt für die Kreise Marburg «ad Kirchhai« •
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?ches Jahres werden ganz vereinzelt in der Gelachte dastehen. Wir trauern und beten! Und Kaiser? Die furchtbare Krankheit im Körper, “’c Gefahr genau kennend, in der er schwebt, zittert zagt er doch nicht, zeigt den Tausenden, welche ^glich nach Charlottenburg hinausströmen, ihren Kaiser zu sehen, das liebe, freundliche Lächeln, ^cht die herzliche Teilnahme des Volkes zum min- esten ist es, welche ihn erhebt und erfreut. Aber 7er Kaiser spendet auch den Tausenden, welche vor Palais harren, Trost durch sein Erscheinen g. in aller Munde erklingt nur das eine Wort:
* kann ja nicht sein, daß eine Katastrophe nahe Die Erledigung der Regierungsgeschäfte geht
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sein. Diese Bierteljahrsperioden in der Krankheit des Kaisers sind merkwürdige, bisher unaufgeklärte Thatsachcn. Im vorigen August trat der erste Mall von heftigerer Atemnot ein, im November trat
. jo daß zu hoffen war, das tückische Uebel sei vor- lausig zum Stillstand gekommen, da nahmen die Angst- und Bang-Tage aufs Neue ihren Anfang.
das Kehlk pfleiden deutlich in die Erscheinung und in San Remo fand die große Aerztekonsultation Nti/ im Februar war das Uebel so weit vorge- schritten, daß »Erstickungsgefahr eintrat und zur Oeffnung der Luftröhre geschritten werden mußte, setzt ist Bronchitis, Entzündung der Luftröhren- jchleimhaut, hinzugetretcn. Tas Kehlkopfleiden selbst kam den Tod nicht herbeiführen, eine Katastrophe kann erst Eintreten, wenn ein edles Organ des Körpers in Mitleidenschaft gezogen wird, und Letzteres ist, trotz der Bronchitis, bisher nicht, wenigstens in nachweisbarer Weise nicht, eingetreten. Die Gefahr einer Lungentzündung war außerordentlich drohend, darüber bestehen keine Zweifel, und gehoben ist diese Gefahr noch nicht. Die Körper- konstilution und das ruhige Temperament des Kaisers chun sehr viel, um gefährlichen Störungen das Gleichgewicht zu halten, aber man darf nicht ver- Mssen, daß der kranke Herr doch von seiner ursprünglichen bekannten Kraft bereits einen guten 4-eil während der langen Dauer seines Siechtums
mals ist es der furchtbare dritte Monat, in welchem die neuen besorgniserregenden Erscheinungen auf- j treten. Wird diesmal, was wir von Herzen wünschen , uxto hoffen, die Krisis überwunden, so dürfte also
voraussichtlich bis zum Juli nichts zu befürchten
Wochenfcha«.
Immer mehr gestaltet sich das Jahr 1888 zu _____ einem Sorgenjahr, wie kaum eines dagewesen! Vier Wochen erst umschloß der Sarg die sterblichen iripTh Ueberreste des hochseligen Kaisers, vier Wochen, »UrIT eichen der kranke Kaiser Friedrich Beweise be
wundernswerter Thatkraft und Energie gegeben,
gy, ■ kutgebüßt hat, daß Fieber und unruhige Nächte ßestäßig an seiner Kraft nagen. Die Gefahr ist !°mit groß, aber groß ist auch die Hoffnung, daß Un'er Kaiser uns noch geraume Zeit erhalten bleibt, wenn auch nur ein Wunder ein leidliches Gesunden hsrbeiführen kann. Es ist ein fürchterlich schweres Geschick, das Deutschland betroffen, die Ereignisse
rJcit einer Woche hat sich der Zustand Kaiser cy- _Ffrie richs gegen früher erheblich verschlimmert, das 1 dßehlkopsleiden hat weiter um sich gegriffen. Aber-
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trotz der Krankheit und ihrer Verschlimmerung ungehemmt ihren Gang- wenngleich der Kronprinz Wilhelm seinem kaiserlichen Vater einen nicht unbeträchtlichen Teil der Regierungsgeschäfte abnimmt, so zeigt doch der Kaiser für alles dieselbe unverminderte Teilnahme und entscheidet in der Hauptsache selbst. Schwer mag es ihm freilich ankommen, seine Gedanken mit sich Herumtragen zu müssen, ohne ihnen durch ein erlösendes Wort Ausdruck geben zu können, aber Kaiser Friedrich hält unentwegt aus auf seinem Posten, fest an seinem Wahlspruche hängend: Furchtlos und treu!
Was bedeuten neben des Kaisers Krankheit alle politischen Fragen? Sie sind völlig in den Hintergrund getreten, überall werden nur Stimmen der Liebe, Teilnahme und Verehrung für den kaiserlichen Helden laut. Auch die große Frage der letzten Wochen, die Kanzlerkrisis, ist völlig aus den Spalten der Blätter verschwunden, nachdem sie ihre Beilegung erhalten. Worum es sich auch gehandelt haben mag, Fürst Bismarck hat mit seinen Anschauungen Recht bekommen und zwar oh^e daß überhaupt ein ernster Konflikt gedroht hätte. Daß jetzt, so lange die Nachrichten über Kaiser Friedrichs Zustand so trüb lauten, an eine neue Krisis ober auch nur an die Möglichkeit derselben nicht zu denken ist, ist selbstverständlich. Das preußische Abgeordnetenhaus hat feine Sitzungen wieder ausgenommen, aber sehr wenig Aufmerksamkeit und Teilnahme für dieselben gefunden. Es handelte sich auch zumeist nur um kleinere Gegenstände. Einzig von Bedeutung war der Gesetzentwurf betr. die Erleichterung der Volksschullasten, der in zweiter Lesung beraten, aber in einer von der Regierungsvorlage abweichenden Fassung angenommen wurde. Bisher ist noch keine volle Einigung zwischen Regierung und Parlament hcrgestellt, aber diese wird sich wohl bei der dritten Lesung vollziehen. Die Session wird nun wahrscheinlich so bald wie möglich geschlossen werden. Unter den jetzigen traurigen Verhältnissen ist die Neigung zu parlamentarischen Debatten eine äußerst schwache. Für die Notleidenden in den norddeutschen Ueberschwemmungs- gebieten sind die Sammlungen recht einträgliche getoefen; es wird aber doch noch sehr viel geschehen müssen, bevor die Not als vollständig beseitigt angesehen werden kann. Das preußische Abgeordnetenhaus hat die Notstandsvorlage angenommen, durch welche für die von der Hochflut betroffenen Landesteile 34 Millionen Mark bewilligt werden.
Auch das Ausland hat dem jähen Umschwung in Kaiser Friedrichs Befinden seine volle Teilnahme zu- geroanbt. Die Presse aller Länder bringt einmütig die herzlichsten Beweise der Teilnahme für den schwer geprüften Herrscher Deutschlands. Wenn man außerdem noch die auswärtige Politik beachtete, so hat das nur General Boulanger zu Wege gebracht. Seine Kandidatur im Nord - Departement ist von seinen Gegnern auf das Erbitterste bekämpft worden, aber der Exgeneral hat doch einen gewaltigen Erfolg davongetragen. Mit 175 000 Stimmen ist er zum Abgeordneten gewählt worden, feine Gegner haben kaum die Hälfte dieser Stimmenzahl erhalten. Er ist nunmehr in das Parlament eingetreten, um seine Pläne durchzusetzen, macht er bedeutende Kraftanstrengungen. Allgemeine Neuwahlen nach vorangegangener Auflösung der Kammer, das ist sein nächstes Ziel, das, wenn es erreicht ist, ziemlich sicher Boulangers Wiedereintrftt in das Kabinet zur Folge haben wird. Von da bis zum Präsidenten der Republik ist es dann kein weiter Weg mehr. So glatt wird aber dieser Weg keineswegs zurückgelegt werden. Der maßlose Ehrgeiz des früheren Kriegsministers hat die ihm abgeneigte Republikaner denn doch aus ihrer bisherigen Schlaffheit aufgerüttelt, wenn auch keine volle Einigung zwischen den verschiedenen Parteien erzielt ist, so sind sie doch zu Boulangers Bekämpfung fest enffchloffen. Ministerpräsident Floquet und Jules Ferry haben die Attacke bereits ausgenommen und in heftigen Reden die Dictaturgelüste des neuen Abgeordneten zurückgewiesen, aber diese Ansprachen haben auf die große Menge, für welche sie berechnet waren, wenig Eindruck gemacht. Ein gut Stück von Paris schwärmt für Boulanger, weil er eben solch' ein Skandalbrudcr ist, wie die Pariser, und wird sich so leicht davon nicht abbringen lassen. Die kommenden Tage werden in der Deputirten- kammer wahrscheinlich sehr hitzige Wortgefechte bringen
und in den Straßen von Paris sehr heftige Prügeleien. Die Zeche bei dem ganzen Krawall wird aber Niemand anders zu tragen haben, als die französische Republik.
Einigermaßen erschüttert schien auch die Stellung des österreichischen Ministeriums Taaffe. Es handelte sich um innere Streitigkeiten, welche sich bedenklich zugespitzt hatten. In letzter Stunde ist aber dem nahen Konflikte die Spitze abgebrochen und so wird Alles unverändert bleiben. Die neue Wehrvorlage sür die österreichisch-ungarische Armme, welche die Schlagfertigkeit derselben durch Vermehrung der Dienstzeit der Reservisten beträchtlich erhöht, wird in beiden Parlamenten der Monarchie sehr schnell unverändert angenommen werden. Von den Heeres - Ausschüssen ist die Genehmigung bereits ausgesprochen. Aus Russisch-Polen wurde berichtet, eine neue Infanterie- Division solle an die österreichische Grenze vorgeschoben werden. Die Nachricht war indessen falsch; im Gegenteil ist in Polen die völlige Entlaffung aller Reserven erfolgt, die freilich höchst nötig war, denn nicht nur die Lebensmittel gingen auf die Neige, sondern auch das Pferdematerial war dermaßen herab- gekommen, daß die armen Tiere kaum noch zu gebrauchen waren. Dieser „mobile" Winter hat Rußland ein außerordentlich schweres Stück Geld gekostet, es wird das um so mehr empfinden, als der neueste „Pumpversuch" in Paris und Brüssel mit allem Glanz ins Wasser gefallen ist.
In Irland verhaftet und haut man sich. Die Regierung hat abermals mehrere hervorragende Abgeordnete, die bei der Bewegung gegen sie besonders bervorftaten, einsperren lassen, die Irländer veranstalten Protest-Versammlungen, in denen es denn, wie landesüblich, stets einen Zusammenstoß zwischen der bewaffneten Macht und der Bevölkerung giebt. Im Parlament geht es ruhig zu. Man sagt, der MinisterpräsidentLordSalisbury habe die offizielle Nachricht nach Berlin gelangen lassen, die Königin Viktoria sei eine Befürworterin des bekannten Heiratsprojektes des Prinzen Alexander von Battenberg mit der Prinzessin Viktoria von Preußen. Die Italiener haben jetzt begonnen, ihre Truppen aus Afrika nach Hause zurückkehren zu laffen. Der erste Transportdampfer dürste schon in diesen Tagen in Neapel ankommen. Von der Balkanhalbinsel liegt herzlich wenig Ncnetz vor. Trotz aller ihrer Wühlereien haben die russischen Agenten kein anderes Resultat erzielen können, als die Entflammung von Bauern-Unruhen in Rumänien. Der Energie und Thatkraft der Regierung ist es in der Hauptsache bereits gelungen, die Ordnung wiederherzustellen.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. April. Der „Reichs-Anz." meldet: Der Kaiser empfing gestern nachmittag und heute vormittag den General von Winterseldt zu Vorträgen, gestern nachmittag empfing derselbe auch den Flügel- Adjutanten und Korvettenkapitän Freiherrn v. Secken- dorff. — Die „Nordd. Allg. Ztg." erfährt, bei dem Kaiser habe eine mäßige Eiter-Entleerung wahrend der Nacht angedauert und von Zeit zu Zeit in größeren Zwischenräumen aus der Umgebung des künstlichen Athmungsweges stattgefunden; die dadurch eingetretene Erleichterung fei unverkennbar, wenngleich in der Beurteilung des Zustandes noch Vorsicht geboten sei, 1 da ein völliges Nachlassen des Fiebers noch nicht zu konstatieren fei. Indessen erscheine doch ein Ergriffensein der Lungen ausgeschlossen; weitere krankhafte Erscheinungen, wie das mehrfach gemeldete Anschwellen der Füße, seien nicht vorhanden. In der letzten Nacht wurde anstatt der silbernen Kanüle eine an Gewicht leichtere Alumin- kanüle ohne Schwierigkeit eingesetzt. — Aus Charlottenburg meldet die „Köln. Ztg.": Die gestrige reichliche Eiterentleerung hat für den Kaiser eine bedeutende Erleichterung mit sich gebracht; eine wesentliche Veränderung seines Zustandes indeß war damit nicht verbunden. Die Nahrung des Kaisers besteht nur noch ans flüssigen Speisen: Milch, Eiern, Wein, Weingelee, Fleischbrühe. Am Mittwoch hat der Kaiser fast zwei Liter Milch getrunken. Am bedenklichsten war der Zustand am Mittwoch Abend, als das Fieber auf 40 Grad stieg und Schüttelfrost eintrat. Das Fieber sank indessen während der Nacht fast bis auf 37,8. Die Ärzte hegen wenig Hoffnung, des Fiebers Herr zu werden. In den gestrigen Abendstunden war das Fieber wieder auf 39 ge
stiegen. Es folgte abermals ein reicher Eitererguß durch die Kanüle, der Kaiser fühlte sich dadurch erleichtert und zeigte Neigung zum Schlafen. Bis in die sinkende Nacht hinein stand das Publikum vor dem Schlosse. Man hoffte noch auf das Erscheinen eines amtlichen Berichts. Das Oberhosmarschallamt ließ denselben erst nach 10 Uhr erscheinen und somit wurde er erst diesen Morgen bekannt. Der Kronprinz wurde durch reitende Boten, der Erbprinz von Meiningen durch Telephon von dem Ergebnis der erst gegen 10 Uhr beendeten ärztlichen Beratung benachrichtigt. Von heute 8 Uhr früh stammt die neueste Meldung aus Charlottenburg. Danach war die Nacht verhältnismäßig günstig. Die Eiterentleerung besteht noch, ebenso der Husten und die in den letzten Tagen zeitweise wieder ausgetretenen Kopfschmerzen. Der Kaiser emfing gestern nur die Mitglieder der Familie, und zwar einzeln und auf ganz kurze Zeit. — Über den Zustand um Mittwoch Abend erfährt die „Nat.-Ztg." noch, daß das Fieber gegen 9 Uhr auf 40 Grad Celsius gestiegen und von Schüttelftost begleitet war. Anttpyrin wurde an diesem Abend nicht gegeben, weil es bereits zuvor seine Wirkung versagt hatte, sondern nur ein Schlafmittel. Im Lause der Nacht erfolgte ein Sinken des Fiebers bis auf 37,8 Grad, um am Morgen wieder um einen halben Grad zu steigen. Die Temperaturmeffungen erfolgen nicht, wie sonst üblich, durch Einlegen eines Thermometers in die Achselhöhle, sondern in den Mund. Dazu wird ein kleines, fein gearbeitetes Thermometer benutzt, welches unter Sie Zunge gelegt wird und in kurzer Zeit den Grad der Körperwärme anzeigt. Da der Kaiser zur Löschung des Durstes während der Nacht Eisstückche» zu sich nahm, so wird hierdurch vielleicht das Sinken der Temperatur auf 37,8 Grad erklärlich. — Die „Kreuz-Ztg." schreibt über den Zustand des Kaisers: Es ist bei der Natur des Leidens des Kaisers nicht ausgeschlossen, daß plötzlich ftitische Momente auftreten, die bei Ärzten und Pflegern die äußerste Besorgnis Hervorrufen. Bisher ist das geistige Vermögen des erlauchten Kranken in keiner Weise durch das körperliche Leiden beeinträchtigt; im Gegenteil wiegt eS sich im Kontrast zu dem Siechtum des Körpers zu immer neuer Kräfteäußerung auf, die sich in der rastlosen Arbeit äußert, sowie in der Sorge und dem Jntereffe für die Familie und die ihm nahestehenden Persönlichkeiten. Trotz des neuesten verhältnismäßig günstigen Bulletins darf man sich aber leider nicht zu optimistischen Hoffnungen hingeben; Se. Majestät selbst erkennt mit voller Klarheit den schmerzlichen Ernst der Lage und sieht dem weiteren Krankheitsverlause mit bewundernswerter Faffung entgegen. Richtig ist, was schon erwähnt, daß der hohe Herr dem am letzten Sonntag den Gottesdienst in Charlottenburg abhaltenden Hofprediger Schrader auf einen Zettel schrieb: »Beten Sie nicht für Meine Genesung, beten Sie für Meine Erlösung." — In Bezug auf die Ent- laffung des Nacht-Krankenwärters Beerbaum teilt die »Boss. Ztg." folgende englische Darstellung mit: Das Vokommnis, welches in Betracht kommt, fällt in die Nacht vom Freitag (?>den 13. d. Mts. Am Freitag Abend, etwa um 10 Uhr, sah Sir Morell Mackenzie den Kaiser, welcher zu dieser Zeit gut, aber mit einem leichten Nebengeräusch athmete, da ich etwas Schleim in der Luftröhre befand. Eine Viertelstunde später tief der Nachtwächter Dr. Hmull, welcher unverzüglich kam und denselben Zustand ioie Dr. Mackenzie fand. Da er sah, daß nichs Besorgniserregendes vorlag, kehrte er in fein Zimmer zurück. Kaum hatte et jedoch den Kaiser verlassen, als der Wärter durch den Diener Dr. Wegner rufen ließ- Damit der Kaiser die prompte Pflege von Ärzten habe, welche besonders in Behandlung von Krankheitsfällen, wie dem vorliegenden, erfahren sind, bewohnen Dr. Mackenzie und Dr. Hovell Zimmer, die unmittelbar an diejenigen des Kaisers anstoßen. Dr. Wegner, welcher auf Wunsch des Kaisers täglich zweimal, morgens und abends, Besuche macht, wohnt in einem entfernten Schloßflügel. Dr. Mackenzie hat die Anordnung getroffen, daß immer ein Wärter und ein Diener im Zimmer des Kaisers verbleiben und sich nicht entfernen dürfen. Indessen gestattete er, daß Dr. Wegner, so oft es den Dienern notwendig erschiene, gerufen werde, vorausgesetzt, daß >azu ein besonderer Diener verwandt würde. I» jener Nacht kam Dr. Wegner, als er gerufen wurde,