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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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ihm keine blos überlieferte Redensart.

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bedrückend, in faulem, vollständigem Luxus dos Mark

des Landes verpraßt. Der Kaiser lebte in einer

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Endlich kam der Tag, da er selbst den Thron bestieg und sich mit eigener Hand die Krone aufs Haupt setzte, als ihm von Gott gegeben. Das war

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Newyork am 21. März. « (Schluß.)

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den Herrschergelüsten einer despotischen Natur sprunge».

In der That, kein größerer Gegensatz läßt denken, als der zwischen Kaiser Wilhelm und typischen Despoten, der, das Volk verachtend

stugalen Einfachheit, die sich mancher amerikanische Millionär zum Muster nehmen könnte. Als Jüng-

eine tief in ihm wurzelnde religiöse Überzeugung. Eine Konstitution hatten allerdings die Jahre der Bewegung zurückgelassen; aber das Wesentlichste der Verfassung sah er doch in einer möglichst wenig be­schränkten Königsgewalt. Es war sein ehrlicher, ja frommer Glaube, daß Gott ihn zum König gemacht Md dazu bestellt habe, sein Volk nach bestem Wissen Md Gewissen zu regieren, und daß es der Volks- börtreter Pflicht sei, ihm dabei zu helfen; daß er seine eigene heilige Pflicht verletzen würde, wenn er sich eines wesentlichen Teiles seiner von Gott ver- Lehenen Königsmacht entäußerte, und daß derjenige sich einer Auflehnung gegen Gottes Gebot schuldig mache, der ihm diese monarchische Gewalt zu ver­kürzen suchte. Seine Armee war ihm das Schwert Gottes, der Schild der Weltordnung, und von allen menschlichen Schwüren kannte er wohl keinen heili­geren, als den Fahneneid. Unverantwortlich war der Staatsdiener nicht, aber politisch verantwortlich doch nur dem König. Unverantwortlich fühlte er sich auch selbst nicht, aber verantwortlich doch nur

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Srörtikrrtr e#f Kaiser Wilhelm.

Von Karl Schurz.

Gehalten in der Versammlung der deutschen Vereine zu

IllustrierteSonntagsblatt.

und beleben. — Ich achte es viel höher, geliebt als gefürchtet zu werden, oder blos ein fürstliches An­sehen zu haben." Dies war nicht ein bloßer, schnell vorüberfliegender, jugendlicher Idealismus. Er hatte ein warmes Herz für das Volk und das war es, was ihn den Herzen des Volkes besonders nahe brachte. Er hatte tiefes Gefühl für die Entbehrungen und Leiden der Armen und Hülfsbedürftigen. Manche der Pläne zur Arbeitergesetzgebung sind Wohl dieser Quelle entsprungen. Deputationen, die ihm von Not und Elend erzählten, haben ihm oft Thränen ent­lockt. Der stolze Hohenzoller, der stramme, schneidige Soldat, der strenge Vorkämpfer der monarchischen Gewalt, der unnachsichtige Unterdrücker des Aufruhrs, der ruhmreiche Kriegsfürst, fühlte ein wahres Be­dürfnis, populär, persönlich beliebt zu sein. Das war nicht ein bloßes Spiel vornehmer Laune, noch war es kalte Berechnung. Es war ein Gemütszug. Es war ihm natürlich, selbst fremde Menschen, denen er begegnete, durch Freundlichkeit zu erfreuen. Um dem Wunsch der Menge zu genügen, die sich täglich vor seinem Fenster versammelte, zeigte er sich gern; aber auch, um sich selbst zu erfreuen der Zeichen der Anhänglichkeit, die er empfing. Wäre diese Menge verschwunden, es würde ihm, als Symptom der Gleichgültigkeit oder Abneigung des Volkes, ein Stich ins Herz gewesen sein.

Kein Fürst könnte zugleich seinen Begriff von Regierungspflicbt ernster genommen haben, als der Kaiser selbst. Kein Schmied an seinem Ambos, kein Bauer auf seinem Acker, kein Kaufmann in seinem Kontor kann in seinem Geschäfte gewissen­hafter, unermüdlicher, emsiger gearbeitet haben, als der Kaiser arbeitete in seinem Regierungsgeschäst. Sich um Alles, Großes und Kleines, zu bekümmern, in Alles hineinzusehen, Alles zu leiten oder wenig­stens leiten zu helfen, war ihm ein Bedürfnis des Pflichtgefühls; und wer nach einem Beispiel dessen sucht, was auf Preußisch „Dienst" heißt, der findet es in Kaiser Wilhelms täglichem Leben. Bis in die letzten lichten Augenblicke, bis in die Fieberträume feiner Todesstunde hinein verfolgt ihn der Gedanke an seine Amtspflicht, und mit der Stimme des Sterbenden gab er seinen Nachfolgern Ratschläge über die großen Interessen seines Landes. „Ich habe keine Zeit mehr, müde zu sein", sagte er, als er die letzte Stunde kommen fühlte. In seinem ganzen Leben hatte er sich zum Müdesein wenig Zeit gegönnt.

Nicht allein das Wohl des eigenen Volkes, son­dern auch den Frieden Europas fühlte er auf seinen

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lild Gott und seinem eigenen Gewissen. Das war sein t Konstitutionalismus, ein Konstitutionalismus freilich, ------ nur wenig mit den konstitutionellen Begriffen anderer Länder übereinstimmend, aber keineswegs bei ihm

tiouttauhtg Tag geworden — fuhr Julia aus der Landstraße dahiu dem Schlosse entgegen.

Gegen Mittag erreichte sie dasselbe. Es war ein altes steinernes Gebäude mit hoch hinaufführender Freitieppe und langen schmalen Bogenfenstern, das aber dnrch einen hervorgerückt« n mobernen Setten lügel einen ganz freundlichen Etndrnck machte; da­hinter erstreckte sich ein umfangreicher Park, dessen noch unbtlaubte Pappeln im Märzwinde leise rauschten. — Julia befand sich in einem unbeschreiblichen Zu­stande, jede Fiber bebte au ihr, als sie bei Frau v. Hartenstein vorgelaffeu wurde. Sie glaubte in ihrer Phantasie, eine adelstolze, launenhafte Dame mit vornehmen Zügen zu sehen und nun stand sie plötz­lich in einem dunkel, mit gefälliger, aber nicht prunk» voller Eleganz anSgestatteten Zimmer einer älteren Dame gegenüber, deren Blick gor nicht unfreundlich auf ihr ruhte und bereu bleiche, matte Züge nichts von zur Schau tragender vornehmer Gemiffenheik zeigten, eher ein krankhaftes G misch von Nervosität, Langerweile und Gutmütigkeit.

.Gnädige Fra« suchen eine Gesellschafterin," kam eS über Julias Lippen, ohne daß sie fast wußte, was sie sprach — Stolz und Beschämung kämpften einen schweren Kampf in ihr — .mein Name ist Julia Marwitz aus der Residenz — mein Vater war der Barquier Marwitz" — sie konnte nicht weiter, ein grenzenloses Mitleid mit sich selbst über kam sie, es war als wem» alles so lange getragenes Weh sie mit schwerer Wucht niederdrücke, sie verhüllte ihr Ge. ickt in den Händen und Thränen traten ihr unauf­haltsam in die Augen. ,O, fragen Sie mich nicht nach meiner Vergangenheit, ich bin so elend, so t* lassen — und ich glaubte hier Frieden zu finden —

.LtebeS Fräulein, nehmen Sie doch Platzf" Freundlich und wohlwollend, etwas mit Staun« u ge­mischt, klang diese Stimme. .Ich will ja nicht jn ihre Geheimnisse bringen — — aber Sie gefalttn mir." Nur einige Fragen, die sie wohl befriedigen mochten und die jedesmal von einem prüfenden Blick

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt siir die Kreise Marbnrg nnb Kirchhain

: Unglück und Erniedrigung zu größter Macht, unge- i ahntem Ruhmesglanz und fast beispielloser Popula- ' rität, der alte Kaiser endlich die Augen für immer i geschlossen, da stellte sich ein Schauspiel dar, wie es 1 die Welt in Jahrhunderten nicht gesehen hat. Mcht der Pomp der Todenfeier allein war das Außer- ■ ordentliche; nicht daß mit dem deutschen Volk alle 1 Machte Europas den Sarg umstanden und selbst das einst schwer von ihm getroffene Frankreich zum Schmuck desselben seinen Kranz herbeitrug; sondern : vielmehr, daß alle zivilisirten Völker der Erde, wie überrascht von dem Jahre lang erwarteten Ereigniß, mit inniger Teilnahme, aber auch mit fast ängstlicher Spannung auf jenen Trauerzng in der deutschen Hauptstadt hinüberblickten, und daß tausendfältig die Frage erklangt „Was nun?" Durch unzählige Ge. müther ging der Gedanke: Was in diesem Sarge zu Grabe getragen wird, ist mehr als eine große histo­rische Persönlichkeit; es ist die vornehmste Stütze einer historischen Regierungsidee. So wohnte die ganze Welt diesem Grabgeleite bei mit dem gedrückten Ge­fühl, welches bei Mensch bei dem Anblick eines weit­tragend und bedeutungsvollen Ereignisses empfindet.

Eine Teilnahme von seltener Allgemeinheit und Herzenswärme wendet sich des alten Kaisers Nach­folger zu. Der Name „Unser Fritz", den Kaiser Wilhelm zuerst aussprach und den das deutsche Volk mit Begeisterung aufnahm, ist durch alle Länder wie der Name eines Volkslieblings erklungen, und in seinem Träger sah man einen Fürsten, der dem Denken und Empfinden des Bürgers näher stünde, als das bei Fürsten gewöhnlich ist. Mit tiefer Sympathie hat die ganze gesittete Menschheit sein furchtbares Leiden beklagt und ihm von ganzem Herzen Genesung und ein langes Leben gewünscht. Mit derselben Sympathie folgt sie seiner Anstren­gung, in den unsicheren Tagen, die er seinem Leiden abkämpft, Kaiser Wilhelms große Hinterlassenschaft die Signatur seines eigenen Geistes aufzudrücken.

Groß ist die Erbschaft wie wenige, die je ein Fürst der Nachwelt übertrug. Möge ein gütiges Schicksal über ihr walten. Wer das Leben der Staaten und Völker in langen Perioden aufmerksam betrachtet, der lernt sich hüten vor allzu dogmatischer Aburteilung der Vergangenheit und auch vor allzu sanguinischen Plänen und Erwartungen für die Zu­kunft. Der weiß, das das Neue sich auf das, was da Lebenskräftiges, Tüchtiges und Dauerhaftes aus der Vergangenheit hervortritt, aufbauen muß, um fest zu stehen. Er weiß, daß die geschichtliche Ent­wickelung sich nicht ohne Rückfälle in großen Sprüngen und d 8 Erstaunens zuckte momentan über das Ge­fickt btt Herrn von Hartenstein, als er sie jetzt ansah. .Ich denke, wir find uns nicht so ganz fremb," meinte er mit leichtem Lächeln, wobei seine blitzenden Zähne sichtbar n urbeu, was fein Gesicht ungemein verschönte. Dann fügte er ein paar fcherzenbe Worte der Auf­klärung za seiner Mutter hinzu.

.Marie wird Ihnen jetzt Ihr Zimmer anweiseu," wandt- sich Fra« vo« Hartenstein Julia wieder zu, .madeu Sie eS sich dort vorläufig bequem, Sie weide« von der Reise angegriffen sei«. Marie ist pez,ell zu Ihrer Bedienung da." Sie schellte und va6 Kammermädchen trat ein, der Julia gleich da­rauf folgte.

»Wie gefällt Dir das junge Mädchen?" fragte Fra« vo« Hartenstein ihren Sohn.

.Sie macht einen sehr guten Eindruck," entgeg­nete dieser. .Aber wie mau sich doch täuschen kann," ,'tzte er lächelnd hinzu, ,i» hätte unbedingt etwas höheres in ihr vermutet, als ste neben mir im Cor-p e aß. Eine Gesellschafterin — dabei fuhr sie erster 1 Haffe — ich kann da« nicht so recht in Einklang bringen."

Fran von Hartenstein wiegte uachdeullich das > )anpt. .Mag dem sein, wie eS wolle. Fräulein starwitz hot beim ersten Erblicken einen ungemein ywpathischen Eindruck auf mich gemacht," sagte die alte Dame milde, .und Du weißt, ich täusche mich n meinen ersten Eingebungen nicht, mag sie auch trübe Schicksale erfahren habe«, ein so liebreizendes ungeS Geschöpf, zugleich von so edler reiner Schön, beit, mit dem freien, schwermütigen Blick ihrer Augen, auf deren Leben kann kein Schatten ruhen." —

Gerade als Julia mit dem Kammermädchkn wenige Schritte vor ihrem Gemache stand, sah sie, wie ihr Herr von Hartenstein folgte.

...v * (Fortsetzung folgt)

1 Schultern ruhen. Keine Meinung könnte falscher - sein, als die, daß nach der Vollendung der deutschen • Reichseinheit Kaiser Wilhelm und sein mächtiger : Kanzler nach wetteren Eroberungen oder neuen Waffenthaten lüstern gewesen seien. Die Deutschen

: sind ein militärisches, aber kein kriegliebendes Volk. Das deutsche Heer ist das ganze Volk in Waffen, und ein solches Heer wird nicht leichten Sinnes ins Feld geführt. Der dänische, österreichische und fran­zösische Krieg galten der Gründung deutscher National- Einheit, und so wurde diese große Aufgabe der Zett gelöst. Das einige Deutschland ist die Friedensmacht Europas. Ohne Übertreibung darf gesagt werden, daß es mehr Kriege verhütet, als es gefügt hat. Wie groß darin das Verdienst des Kanzlers ist, weiß die Welt; aber fie weiß auch, wie der alte Kaiser selbst mit rastlos sorgendem Eifer jedes drohende Zerwürfnis bewachte und in persönlichen Zusammenkünften und Verhandlungen sein freund­schaftliches Verhältnis mit anderen Monarchen Europas für den Frieden des Kontinents verwertete. Und es ist gewiß, daß das beschwichtigende Wort des freundlichen und mächtigen Greises nicht selten schwer in die Wagschale fiel.

So hat er denn in innerer und äußerer Politik die Monarchenpflicht, welch? er zugleich mit der Monarchengewalt vor Gott sich auferlegt fühlte mit persönlicher Sorge und Thätlgkeit eifrig zu erfüllen gestrebt. Dieser Begriff von monarchischer Macht und Pflicht war seine politische Religion, an welcher er mit der frommen Glaubensstärke seiner Natur festhielt und zu der er sich mit voller Aufrichtigkeit bekannte. Für diese Grundsätze trat er ein mit offenem Visir, und der Glorienschein der großen nationalen Tat seiner Regierung und die dankbare; g -mütroarme Anhänglichkeit des Volks an den Alt­vater auf dem Kaiserthron halfen ihm mächttg, die­selben zu behaupten.

Nicht wunderbar ist es daher, daß unter seiner Herrschaft die Entwicklung konstitutioneller Regie­rungsmethoden nicht größere Fortschritte gemacht hat, sondern eher, daß fie soweit gekommen ist. Er trat aus der alten Zeit in die neue herüber, den Geist der alten Zeit repräsentierend in der erfolgreichsten, ehrwürdigsten, gewinnendsten Gestalt. In der Natur der Dinge wird darin kein Nachfolger ihm gleich sein können. In ihm ist der Patriarch dahin ge­schieden, und mit ihm der Nymbus des patriarcha­lischen Regiments. Ein zweiter Pattiarch gleich ihm ist nicht mehr möglich.

Als nach jener wunderbaren Laufbahn, von

ihrer blauen Auge« begleitet waren, stellte F,au von Harteustei«, bann war Julia engagiert Die alt« Dame saß ba in einem altertümlich geschnitzten, mit chwerem Sammt überzogenen Lehnstnhl, aber trog, dem ein milbeS Feuer bas weite Gemach wtt ange­nehmer Wärme erfüllte, ruhte auf ihreu Knieeu ein. dichte Decke.

.Sie wüffe« meine eigentümlich« Stimmung ent. chulbigen, gnädige Frau," sagte Julta, fron wieder unter Thränen lächelnd, nachdem sie auf dnWnus» der alten Dame ihr gegenüber Platz genommen hatt. — .trübe Schicksale —•

»Lasse« Sie das, Ki«b." Wieder tiaf ein Blick ruhiger Freundlichkeit Julia, der ihr n ohlthueud tn die Seele drang. .Ich glaube Jime«. — Ich weiß nicht, ob jedem die hier zu übern-hmende Stellung gerade so sehr besriedigend erscheinen maa, aber ein ausregungsloseS Dasein werde« Sie hier finden. Ich verlange ja nickt viel: Liebevolle Anime' ksamkeit gegen mich, zartfühlendes Eingehen auf meine Wünsche ; — eS mag ja nicht so ganz leicht fein — ich bin eibeud, passeuber weiblicher Umgang fehlt mir schon eit Langem, ein jeher Mensch hat seine Schwächen I — Sie müssen mich eben eist kennen lernen; doch iiber das alles und Ihre näheren Funktionen sprechen . wir später noch netter, — also, nickt wahr, wir 1 werbe« eS znwtnrnen versuchen! Wolle« Sie aletck hier bleiben?" " w

Julia nickte und in einem plötzlichen Impulse küßte te der alten Dame die Hand.

Die tn ein Nebenzwm-r führende Flügelthm öffnete fich und herein trat ein Herr, der auf Frau I von Ha> ter st-i« mit den Worte« zurilte: .Gutev i Tag, Hebe Mama!* Dabei küßte er sie anf die Stirn.

Julia hatte fick erhoben, fi- zuckte leicht zusammen, : ie hatte ihren Reisegesäbrten ei könnt. '

»Sieh hier, Felix * sagte die alte Dame heiter, auf Julia zeigend, .meine neue Gesellschafterin, Frän. [etn Marwitz."

Julia verneigte sich. Ein Blitz der Ueberraschnug

Srschemt täglich außer an Werktaqen nea, «sonn» und Feiertagen Quart al-AdonnemeutS-Preis bei der Expe­

dition z1/» Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Psg. (exkl. Bestellgeld!. Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pig- Reklamen für die Zeile 25 Psg.

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lmg hatte er zu seiner Konfirmation ein Gelübde Arfaßt, in dem sich diese Sätze finden: „Ich will nie vergessen, daß der Fürst auch Mensch ist, daß die allgemeinen Gesetze auch ihm vorgeschrieben sind. r~ Ich will ein ausrichtiges, herzliches Wohlwollen grgen alle Menschen, auch gegen die Geringsten — denn sie sind meine Brüder — bei mir erhalten

Anf Schloß Hartenstein.

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(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

In dem Zeitungsblatte stand:

»AIS Gesellschafterin suche eine junge, seingebildete Dame von Stand und einnehmender Erscketnung. Obliegenheiten leicht, aber liebevolles, aufmerksames Entgegenkommen Bedingung. Persönliche Vorstellung erwünscht. Fra« v. Hartenstein auf Schloß Harten- stein bei 3E."

Julia befand sich in X., daß Schloß konnte also nicht fern sein, noch einmal ging fie mit ihren Ge­danke« z« Rate, bann hatte fie ihren Entschluß ge­faßt. Ihrem stolzen Sinne widerstrebte es dock inner­lich, fich bei andern Menschen Trost und Hülfe in ihrem Unglück zu holen «nd wäre eS auch bet einer Freundin von ihr, wtt eigener Kraft wollte fie fich sttzk ihren Lebensweg gründen, mochte auch die Zu knuft dunkel vor ihr liegen, fie wollte nicht verzagen, wo sie so viel Schreckliches zu überwinden den Mut gehabt, konnte fie so leicht nichts mehr nieder drücken. Zwar eine leichte Beklemmung machte fich doch bei ihr geltend, wie fie jetzt beabsichtigte, in abhängige Verhältnisse unter frembe, vielleicht schwer zngängige Menschen zu treten, sie, die von Kindheit auf an Reichtum, an Unabhängigkeit gewöhnt! Aber sie wollte nicht verzagen, fie mußte den Versuch machen, und in dem Gedanken, daß ihr die Hoffnung an ein dadurch zu erlangendes friedliches Dasein doch am Ende fehlschlagen möge und fie ohne bestimmten Zweck Weiterreisen würde, ersüllte fie ordentlich ein Beben. > Sie erkundigte sich bei der Aufwärterin nack Schloß Hartenstein. Dasselbe war per Wagen bequem in einer Stunde zu erreichen, unfern des Bahnhofes log fich die Chaussee zum Dorfe und Schlöffe hin» Die Aufwärterin erbot fich freundlich, eine Mtets. kutsche aus der Stadt für die Dame zu besorgen nnd kaum nach einer Stunde —eS war währenddem

Anzeigen nimmt entgegen ote Expedition d LlatteS, sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler

Sonntag, 15. April 1888. Mnl Jahrgang

Daube u. Co. in Frankfurt a Berlin, Hannover. Paris.