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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von 3oh. Auq. Loch.
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6cld?eint täglich außer an Werktagen nach feonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-PreiS bei der Expedition 2‘/* Ml., der den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 11. April 1888.
Anzeige« nimmt entgegen die Expedition' d. BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. SR.. Gaffel. Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Roffe in Frankfurta. M., Berlin, Münchenu. Köln; ®. 2. AAUL x»ulJl Daube u. Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover. Pari».
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Aie äußere Lage und unser Verhältnis ru Rußland.
II. ■
Ein anderer Gefichtspmckt der uns den höchsten Wert auf die Erhaltung guter Beziehungen zu Rußland, wenn mit Ehren möglich, legen läßt, ist die Erwägung, daß in Rußland, trotz alledem, noch immer ein reicherer Fonds von gesunder Volkskraft und monarchischer Gesinnung vorhanden ist, als, von Deutschland abgesehen, fast in allen anbergi europäischen Staaten. Der Nihilismus ist ein äußerlicher Aussatz, der in keiner Weise mit dem revolutionären Gift, das in Frankreich und anderen Ländern den ganzen Volkskörper durchsressen hat, verglichen werden kann, findet Rußland endlich den Staatsmann, der die Thorheiten seiner gegenwärtigen .Landgemeindezustände und ähnliche Verzerrungen be
seitigt und einen gesund gegliederten ständischen Bau mit einer die Verwaltung zweckmäßig dccentralisieren- F den Organisation aufführt, dann kann es der gegen- : wärtigen schleichenden liebel in seinem Innern noch
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vollständig Herr und neben Deutschland ein fester Hort aller guten und monarchischen Ordnungen werden. Das ist auch einem Teil der Stimmführer in der europäischen Presse gegen Rußland vollkommen bewußt. Tie Mißleitung der russischen Politik hat uns gezwungen, Anschluß an Oesterreich und in der weiteren Folge auch an Italien zu nehmen. Das war ein Akt der Notwehr, den Rußland selbst verschuldet hat, und das geschloffene Bündnis ist uns ebenso
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wertvoll, wie Deutschland treu an demselben festhalten wird. Dieser unser Beifall aber verschließt ' uns nicht die Augen gegen die Thatsache, daß der
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Hauptgrund, warum die Revolutionäre bei uns den Dreibund mit ihrem besonderen Jubel begleiten und unablässig gegen Rußland hetzen, die Freude ist, daß
mitten in diesem Bündnis die Staatsmänner der
sicht, sie als unbedingt falsch zu bezeichnen.
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Die Stimme des alten Mannes verklang bis zum
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„Durch den Schein, den Sie mir ausgestellt, Hridert Buchwald, durch das Stückchen Papier, das den Empfang meines Geldes quittiert' — und Mr. Smith griff in die Tasche seines Rockes, als müßten seine gttteinfcen Finger daS Dokument herausfindeu, das von so großer Wichtigkeit für ihn war.
Herr Buchwald lachte, lachte so unbefangen, als delustige ihn das Vorhaben deS Greises unendlich, aber mitten in seinem AuSbruche der Fröhlichkett stockte er, griff mit der Hand nach der Stirn, bog den Oberkörper weit vor, als blickte er auf ein Gespenst, das sich ihm nahte, denn eben sagte mit klarer deutlicher Stimme Walter Hellfeld zu feinem Steifen Gefährten: „Den Schein bewahrt Ihnen ein alter, braver Manu in der Residenz, welcher die Schandthaten seines Henn nicht verriet, weil er ihm einmal zu Dank verpflichtet worden, der aber mit seinem eigenen Vermögen den Schaden zu decke» be-
vilta Luchwatd.
Roman von A. Gnevkow.
(Nachdruck verboten).
(Fortsetzung.)
Revolution stehen, und die Hoffnung, daß sich dieser t Zusammenschluß als eine weitere Etappe auf dem : Wege der politischen und kapitalistischen „Mobili- : fieiung" der Staats- und Volkskraft und der lieber«
Windung dessen, was sich in dieser Richtung in Europa noch spröde zeigt, erweisen wird. Die Rechnung dürfte, namentlich was Italien betrifft, wo tüchtige kriegerische Leistungen voraussichtlich ein ganz anderes Ergebnis herkeiführen werden, in manchen . Punkten irrig fein; aber daß sie als bestimmendes
Moment für die Haltung zahlreicher Preßorgane ihre Rolle spielt, ist zweifellos, und wir wagen auch
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Wenn Walter ni ht zu ihm geeilt wäre und ihn faust unterstützt hätte. Herr Buchwald stand noch immer aui feinem Platze, er machte keine Anstalten, um zu entfliehen, grau wie die Rinde des Baumes wurde
;en ist die Farbe seines Gesichtes, aber fein Ton blieb hart ihrei und spöttisch, als er sagte: „Führen Sie de» alten H Herrn fort, junger Mann, er spielte so vorzüglich Köttiej Theater, daß ihn seine Rolle anfregte, sehen Sie nur, wie er zittert, mich ergreift der Anblick des Elends, aber helfen kann ich ihm nicht, kann c8 nicht, der Manu ist mir undekaunt, ich entsinne mich nicht, ihn je gesehen zu haben, worauf will er feine Ansprüche mir gegenüber begründe», seinen Märchen einen glaubhaften Grund der Wahrheit unterbreiten ?•
12041 Uferen Flüstern, feine Arme suchten in der Luft L umher, er schwankte und wäre zu Boden gestürzt,
H» wenn Walter nifct zu ihm aeeilt wäre und ibn fanfi
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• Wir können ans diesem Gebiete, wie die Verhältnisse einmal liegen, über Andeutungen unser!r Auffassungen und Urteile nicht hinausgehen und lediglich wiederholen daß ein weitblickender konservativer und monarchischer Staatsmann in Deutschland nach unserer Uederzeugung keine dringendere Pflicht kennen darf, als das Aeußerste zu versuchen, um einen Bruch zwischen Deutschland und Rußland zu Hintertreiben. Das aber ist thatsächlich unzweifelhaft ein leitender Grundgedanke der Politik des Fürste« Bismarck, und wem die Augen nicht vollständig mit Blindheit geschlagen sind, der sollte ihn, wie den Kaiser Wilhelm, der unerschütterlich bis zur Stunde seines Todes an derselben Auffassung fest- gehalten hat, für diese Politik segnen und ihn mit allen Kräften in ihrer Aufrechterhaltung unterstützen. Wir können von diesem Standpunkt aus.auch die Haltung Oesterreichs nicht billigen, besten leitende Kreise sich offenbar im Vertrauen auf die ihnen gewisse militärische Unterstützung Deutschlands und die Strömung der thörichten und übelberatenen öffentlichen Meinung bei uns, spröder gegen die Wünsche Rußlands betreffs der Balkanhalbinsel verhalten, als recht und billig und für die Aufgabe der Erhaltung des europäischen Friedes förderlich ist. Wir können ebensowenig die Haltung derjenigen sonst patriotischen und regierungsfreundlichen Preßorgane bei uns billigen, die, wenn es sich hier auch nur um eine leise Schattierung der Abweichung von unserem eigenen Standpunkt handelt, uns eine mehr österreichische oder Dreibunds- als deutsche Politik zu treiben scheinen, ober bem Ungestüm ber solba- tischen Empfindungsweise mehr Spielraum in ihren Spalten eröffnen, als sich mit der Aufgabe des besonnenen Politikers verträgt. Es ist ohne Zweifel eine harte Geduldsprobe, auf die uns Rußland stellt, aber das Bewußtsein unserer Kraft gestattet uns und unsere Pflicht vor Gott und Menschen nötigt uns, sie bis ans Ende zu führen und Langmut zu beweisen, so lange Langmut und Hoffnung möglich ist. Tas ist die Politik, die Deutschlands in seiner überragenden Stellung in Europa würdig und ihm vorgezeichnet ist, und diejenigen, die uns jetzt, um ihrem Haß gegen den Fürsten Bismarck Genüge zu leisten oder auf dem Wege kriechender Liebedienerei sich für einige Zeit, wie ihre radikalen Gesinnnngs- genosten in Frankreich, an die Staatskrippe zu bringen, »leichten Herzens" von diesem Wege ab und in eine entbehrbare Provokation Rußlands hineintreiben wollen, begehen einen Akt unpatriotischer Leichtfertigkeit, für den der härteste Tadel noch zu milde ist.
abfidttgt, der eimm Armen durch Treulosigkeit und Verrat geworden.'
„Mr. Smith wandte sich um und sah den Sprecher mit so große» erwartungsvolle» Augen an, daß Walter chnell fortfuhr: „Wie ich hinter das Vorhandensein des Dokumentes kam, daS gehört nicht hierher, kann ich Ihnen später noch einmal berichten, vor der Hand genügt der Name, Ihnen das Verlorene wieder zu gewinnen, jenen Mann von ber Höhe, auf ber er noch immer fleht, herabsteigen zu lassen und ich sage deshalb: Reise» Sie nach ber Resibeuz, Mr. Smith, üche« Sie bort die Thor-Straße Nr. 8 und fragen Sie nach bem früheren Buchhalter Herrn Buchwalds, Herrn Theodor Gerster, der dort schon feit Jahren ein Asyl hat.'
Ein kurzer Schrei, der nichts Menfchliches hatte, glitt über die farblosen Lippen des Spielers, wie in Wut und Verzweiflung stürzte er mit erhobener Faust auf den Sprecher zu und blieb bann plötzlich stehen, als lähme ihn die Wucht des Schlages, der ihn ge- ttoffep, oder der heiße Strahl aus den tiefen, dunklen Auge» seines früheren Freundes, der sich voll auf ihn heftete.
„Was wollt Ihr von mir?' keuchte er mit wogender Brust, „wollt Ihr den Bettler auspsänden, ber sein letztes Geldstück verlor, den Armen verfolgen, der aus der bekannten Welt geschieden, um Friede und Ruhe zu finden? Ob, nur Ruhe, nur Ruhe,' murmelte er äckizeud, „nicht Frau und Kinder vermochten sie mir zu g den und ich liebte doch meine Kinder, liebte fie wie jeder andere sein Fleisch und Blut liebt, liebte meinen blonden Engel, der mir die Falten von der Stirn fortgeküßt nnb — auch mein Weib, mein guter, >ravcs Weib, nur — daß fie um den Schatten mußt-, der über meinem Leben brütete. Der Schatten aber, er sprach wie zu sich selbst wetter, „drängte sich zwischen mich und fie, drängte mich von meinen Töchtern, trieb mich ans der Heimat, in die Jagd deS Spieles hinein, den Schatten, den Ihr Gesicht abgab, Georg Schmidt, Ihr gutes, ehrliches Gesichts
Dentsches Reich.
Berlin, 9. April. Die Kaiserin Victoria trat heute früh um 7 Uhr 15 Minuten mit den drei Prinzessinnen-Töcbtern von Charlottenburg aus die Reise nach Posen an. — Der Kaiser hatte eine gute Nacht, stand früh auf, um sich von der Kaiserin zu verabschieden, und machte mittags eine Spazierfahrt nach Westend. — Der Kaiser nahm das Diner gemeinsam mit den Prinzessinnen Sophie und Margarethe, sowie mit dem früheren badischen Minister von Roggenbach ein und hatte vormittags den Vortrag des Wirkl. Geh. Kabinettsrates v. Wil- mowski entgegengenommen. — Die „Natwnal-Ztg." bemerkt: Für das Faktum, daß der Reichskanzler wenige Wochen nach bem einstimmigen Vertrauensvotum des Reichstages Schwierigkeiten in seiner auswärtigen Politik finde, seien die Einzelheiten belanglos, sicher sei, daß der Reichskanzler alle Schwierigkeiten bisher überwunden habe, sicher fei ferner, daß er zurücktreten werde, wenn sie sich wiederholten, ohne daß er sie überwinden könne. — Der Reichskanzler empfing heute mittag den Besuch des Reichstagsabgeordneten v. Bennigsen. — Dem Chemiker Professor Hofmann wurde anläßlich seines gestrigen siebzigsten Geburtstages vom Kaiser der Adel verliehen. Die Kaiserin Viktoria, sowie die Königin von England (Hofmann lebte 20 Jahre in England) ließen demselben ihre Porträts überreichen. Die „Deutsche chemische Gesellschaft' überreichte durch ihren Vorstand eine Glückwnnschadresse, sowie die Marmorbüste des Jubilars und den Betrag von 30 000 Mark zur Begründung einer „Hofmann- Stiftung'. An der Sammlung für die Stiftung haben sich neben den Deutschen und Österreichern auch Engländer, Italiener, Franzosen und Russen beteiligt. Von einer großen Anzahl anderer wissen- chaftlicher Vereinigungen aus anderen Ländern und von hiesigen Korporationen gingen Professor Hofmann gleichfalls Adressen, Glückwunschschreiben, Telegramme und Diplome zu. — Der Kaiser hat heute Dr. Mackenzie den Stern des Hohenzollerschen Hausordens mit einem besonderen Schreiben überreicht und Dr. Hovell die zweite Klasse des Ordens. — Der Kaiser hat heute eine längere Ausfahrt gemacht und ich auch seine Reitpferde vorführen lassen. Die Entwicklung des örtlichen Leidens ist nicht ungünstig, und man erwartet mit dem besseren Wetter auch eine Hebung des Allgemeinbefindens. — Die Notstands- Vorlage wird nach einer Mitteilung des Geheimen Oberregierungsrats Haase in der heutigen Sitzung
das tm Spiegel neben bem meinen auftauchte, mir aus ben Zügen jedes Menschen entgegenblickte und nachts in meinen Traum hineinschaute, bis ich aufwachte, betrogen um eine einzige, armselige Stunde deS Schlafes, nach der ich mich sehnte.'
Schauer glitten über sein Antlitz, wie im Kampfe schüttelte sich die schlanke Gestalt, beide Häüde legten ich fest über die Augen und mit jähem Rucke trennte ich Mr. Smith von dem Arme deS Assi ffor s und humpelte auf ben Unglücklichen zu.
„Herbert,' er legte seine Hanb sanft auf die Schulter deS Spielers, „willst Du mein geben fennen lernen von jenem Augenblicke au, wo ich Dein Haus verließ, bie Thür bes Zimmers hinter mir verschloß wo ich ans blumengesticktem Teppiche ben Schein verloren haben mußte, ben später Dein Buchhalter ge- runden? Arbeit ist eS gewesen, Arbett von morg ns rüh bis abends spät, Arbeit, die Gott segnete, daß ie mir eine Fülle des Reichtums und Vermögens einbrachte. Aber ich freute mich nicht darüber, strebte nicht aus Lust und Liebe zur Thätigkeit, zum Schaff, n nach Erwerb, nur um mich von der Rache zurückzuhalten, bie ich wähnte an Dir vollstrecken zu müssen und die mich zuerst ruhelos von Ort zu Ort trieb, Dein Heim, bie Stätte, wo Du Dich aufhieltest, zu erkunde», nur nm nicht wahnsinnig über die Verräterei zu werben, bie ein Menschenherz auszuüben verstaub.
Mein Heimatsland würbe mir zu klein, zu eng ich ging in bie Frembe, wandelte meinen deutschen Namen in bas englische Smith um, wurde ein wnnber» lieber, einsamer, mißtrauischer Kauz, bis--•
.Bis?' — Herr Bnchwald wiederholte tonlos das Wort, die Hände sanken von seinem Gesicht, das unter der Rede des alten Mannes wundersam ruhige, geebnete Züge gewonnen, „bis--•
„Ich ein Mädchen kennen lernte," ergänzte ber Greis mit milder, versöhnlicher Stimme, „ein Mädchen >aS mich den Glauben an die Menschheit wieder lehrte, das sich nicht schroff und scheu abwandte, wen» meine Gewohnheiten und Gebräuche es znrückstießev,
des Komitees zur Unterstützung der Überschwemmten dem Abgeordnetenhause am Mittwoch zugehen.
' — [Zur Kanz 1 erkrise.j Der Berliner Berichterstatter der „Times" bemerkt dar n, daß seine eigenen Nachrichten vollständig mit jenen der „Kölnischen Zeitung" übereinstimnren, und schreibt dann weiter: „Deutschland macht thatsächlich eine Kanzlerkrisis durch, ernster als irgend eine, welche es unter der Herrschaft des Kaisers Wilhelm beunruhigte. Die Wünsche des Kaisers Friedrich und der Wille seines Kanzlers stehen in diesem Augenblick in einem ernsten Gegensatz zu eineinander . . ..; es ist fraglich, ob die Königin von England am 12. ds. (bem Geburts- unb in Aussicht genommenen Verlobungstage ber Prinzessin Victoria) nach Deutschlanb kommen wirb — wie sie beabsichtigte —, wenn bie Heiratsangelegenheit vorher im verneinenben Sinne entschieden werden sollte. Der tragische Regierungsantritt des Kaisers Friedrich hat plötzlich zu einer um so dramatischeren und peinlicheren Lage geführt, als dieselbe durch das Element verschiedener starker weib sicher Willenskräfte verwickelt wird, mit denen Fürst Bismarck nie vorher so direkt zusammengestoßen ist." Es ist unerfindlich, wie die „Times" dazu kommt, in ihrem Leitartikel diese Bemerkungen ihres Berliner Berichterstatters als eine Richtigstellung der Nachrichten der „Kölnischen Zeitung" hinzustellen; es ist das wohl nur ein Ausfluß jener journalistischen Eifersüchtelei, welche bei solchen Gelegenheiten stets wunderliche und unschöne Blüten treibt; um so lieber erkennen wir es an, daß die „Times" sich sachlich, wenn auch etwas schwankend, durchaus auf unfern Standpunkt stellt. Prinz Alexander könne, so sagt das englische Blatt an leitender Stelle, durch keinerlei Aufgebot von Willenskraft sich in einen einfachen Privatmann verwandeln und sich der Wichtigkeit entkleiden, die er nun einmal erworben habe; im Gegenteil, jeder Beweggrund, der ihn vorher zur Ablehnung der bulgarischen Angebote veranlaßt habe, würde ihn nach der Heirat zur Annahme derartiger bulgarischer Aufforderungen bestimmen, welche kaum ausbleiben würden. Wolle man die Heirat aber trotzdem als eine Privatsache behandeln, so würde ie doch die deutsch-russischen Beziehungen verschlechtern. „Es giebt kein sichereres Mittel, den Zaren zu reizen, als die Begünstigung des Battenbergers." Zu diesem Ergebnisse kommt die „Times" selbst bann, wenn sie den Battenberger für einen Augenblick als einen bloßen Privatmann betrachtet, was übrigens, wie sie zugiebt, unmöglich ist. Nehme man aber, so fährt die „Times" fort, bie politischen Erwägungen hinzu,
bas mit weiblichem Tröste, weiblicher Sanftmut mir wohl zu thun strebte, was auch in diesem Aug.n- blick feinen Einfluß geltend macht, mich die Hand zur Versöhnung bieten heißt und das sich im gewöhnlichen Leben--*
Der Name, den er, dicht zu Herrn Buchwald geneigt, mehr hauchte, wie sprach, ging bem Aff ffor verloren, nur die Veränberung sah dieser, welche das Gesicht des Spielers bis zur Unkenntlichkeit entstellte, nur den wahnsinnigen Schrei: „Ich darf so nicht ge- ehe» werben," hörte er erbebend und bann eilte er >em Unglücklichen nach, ber mit einigen hastigen Sprünge» das lausch,ge Versteck unter ben grünen Säumen verließ.
Eine wilde Jagd begann, auf welcher der eine, »er ältere Mann um jeden Preis die Schande, bem Verberbe» zu entrinnen ber jüngere ein Unglück zu verhüten strebte. Atemlos, k,uchevb, nicht einmal rückwärts schauend, stürmte Herr Buchwald vor wärts den Fels hinauf, ben ber Frembe an ber WirtShauS- tafel, in Nizza fo „bequem' für bie Spieler Mont- Carlos erklärt hatte, nnb stieß, auf feinem Gipst l angekommen, einen Schrei ber Erleichterung aus. Am Fuße bes Berges ber fferaneilenbe Aff ffor, in einer Nähe ber AnZtruf einer weiblichen Stimme, nichts kümmerte, nichts störte ihn mehr, er war frei, rei wie er es nur in jungen Jahren gewesen, einen Fuß breit weiter und die Welt konnte ihm nichts mehr anhabeu, eine kleine, kleine ?banne Erde, ab!__
Die schlanke Gestalt, die sich scharf von dem abend» sichen Himmel abgehoben, war verschwund-n, ber Assiffor glaubte einen bnmpftn Fall, einen klatschenben Ton ber Wellen zu hören unb doch war bi.8 nur Tänfchuna feiner Sinne — denn ob n auf dem Felsen lag bewußtlos zusammengesunkell H-rr Buchwald nnb bei ihm kniete Ellinor, bereu weiche Hände den Verzweifelten nom Rande dis Abgrundes energisch zurück» gezoaen hatten.
Es war ein trauriger Zug, ber fick bald darauf von ber Höhe des Berges hinab ins Thal bewegte.