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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.
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Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.
Erscheint täglich außer an Weltlage» iuiü# fooan- und ... Feiertagen. — Quartal-Abormemems-PreiS bei der Expe«
,1? S4, dition 21/* Mi-, bet den Postämtern 2 Mk^ 50 Pfg. (ejtt.
Bestellgeld). Jnsertion-gebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Dienstag, 10. April 1888.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d- BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. Coflel, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYIH Moste in Frankfurta. M..Berlin, Münchenu. Köln; G- L. ' Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
lich den Rhein, die natürliche und geschichtliche Grenze des alten Galliens, zurückgeben soll!"
Wenn so die Lage nach der Seite Frankreichs unzweifelhaft ernst ist und einer Katastrophe der einen oder anderen Art hier mit ziemlicher Gewißheit entgegengefehen werden kann, dann ist es doppelt natürlich, die Haltung Rußlands im gegenwärtigen Augenblick und unser Verhältnis zu diesem Reich zu prüfen. Äußerlich hat sich hier wenig in der letzten Zeit geändert; friedlichen Symptomen, wie der eben in Warschau durch General Gurko erteilten Erlaubnis zu umfangreichen Urlaubsbewilligungen, halten Kriegsvorbereitungen, die es im Besonderen auf einen Einmarsch in Bulgarien abgesehen zu haben scheinen, nach wie vor die Wage. Was aber für uns die Hauptsache ist: an der friedlichen Gesinnung des Kaisers Alexander und seinem Wunsch, mit Deutschland in guten Beziehungen zu bleiben, haben wir noch immer keinen Grund zu zweifeln.
Diese Wahrnehmung gereicht uns zu hoher Ge- nugthuung, weil wir offen aussprechen müssen, daß uns der Ausbruch eines Krieges zwischen Deutschland und Rußland als ein weit folgenschwercres Unglück erscheinen würde, als irgend ein anderer Völkerkonflikt. Ein solcher Kampf würde nicht nur, selbstverständlich mit der doppelten Frontstellung gegen Rußland und Frankreich, das gewöhnliche Elend eines greuelvollen Krieges über unser Volk bringen, sondern von dem Tage ab, wo dieser Krieg erklärt wird, würde auch die Ära des blutigen Ringens zwischen dem Slavismus und. dem Germanismus beginnen, für die ein Ende nicht abzusehen ist; denn ein Kampf, für den sich die nationale Parole als zündendes und die Massen begeisterndes Schlagwerk darbietet, wird heute nicht ohne deren Verwendung geführt, und diese Parole läßt sich, einmal geweckt, nicht wieder einschläfern. Das sollte, wie uns scheint, auch Oesterreich mehr bedenken, auf besten Seite der Austrag dieses nationalen Gegensatzes im Laufe der Zeit kaum ohne einschneidende Einwirkung auf den Bestand der Monarchie bleiben kann.
Deutsches Heid).
Berlin, 7. April. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Was das Befinden des Kaisers anbelangt, so waren die letzten Nächte zuweilen durch Kopfschmerz unterbrochen. Der Ausivurf ist erheblich geringer und gar nicht mehr gefärbt. Der Appetit und der Krästezustand sind befriedigend. Der Kaiser macht Spaziergänge in der Orangerie, da das Wetter für Promenaden im Parke und für Ausfahrten noch
388.
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Vie äußere Lage ««- uusi zu Hukland.
In Frankreich ist ein radikales Minist Floquet-Freycinet-Goblet an die Stelle des Kab Tirard getreten. Letzieres wurde bei einer zi gleichgiltigen Frage durch eine Verbindung der R und der Linken der Kammer gestürzt; das
Ministerium verfügt ebensowenig über eine fest Mehrheit, sondern hat die gemäßigten Republikane und die Monarchisten gegen sich, Dieses Verhältnis trat sowohl bei der Wahl des neuen Kammerpräsi deuten wie, noch deutlicher, bei der Abstimmung übe die Vertagung der Kammer zu Tage; die Zwischen pause wurde nämlich entgegen den Wünschen bei Kabinetts nur bis zum 19 b. M. ausgedehnt uni dieser Beschluß wurde mit 367 gegen 182 Stimmei gefaßt. Es muß unter diesen Umständen geradezi als ein Rätsel erscheinen, wie das neue Ministerium sobald die Kammern wieder zusammengetreten sind sich auch nur acht Tage über Wasser halten will Man muß zur Erklärung der von ihm bewiesener wunderbaren Zuversicht aunehmen, daß es noch mi irgend einem Trumpf, einer Ueberraschung ober be fonberen Entwicklung, von ber es eine Befestigung
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seiner Stellung erwartet, zurückhält. Welcher Ar । diese Trumpfkarte sein wird, darüber läßt sich Sichere« s heute noch nicht sagen. Wir wollen zur Kennzeich r nung der allgemeinen Lage nur auf drei Thalsachei I Hinweisen. Einmal haben den Anstoß zu dem An 1 sturm der Linken auf das vorige Kabinett und zi [ ber Verbrüderung behufs seiner Beseitigung mit bei | Rechten, bie ja immer bereit steht, wenn es gilt f den Bestand ber Republik durch neue Wirren z> erschüttern, unzweifelhaft die überraschenden Wahl erfolge des Generals Boulanger gegeben. Vor . Herrn Rouvier ferner, dem ursprünglich das Finanz
Ministerium angeboten war, wird die Aeußerung be« richtet, das er es abgelehnt habe, mit Goblet (den Minister des Auswärtigen) zusammenzuarbeiten, weil er „keinem Ministerium Olivier angehören wolle". Olivier war bekanntlich der Minister Napoleons III., der „leichten Herzens" den Krieg mit Deutschland begann. Endlich hat ein Zweig der Pairiotenliga, der die frühere Politik derfelben wieder Herstellen will, ‘ den Augenblick für gekommen erachtet, um sich an den General Boulanger mit einer Adresse zu wenden, bie u. a. den folgenden Satz enthält: „Die Stunde - ffi feierlich. Vielleicht schon morgen sollen wir an einem Kriege teilnehmen, in dem der Sieg uns end-
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Arber die ursprüngliche Sedeutrrug des Wortes Kirmes.
In den Monaten August, September, Oktober | und November feiert unsere Landbevölkerung alljähr- I lich ihre Kirmes. Sie umfaßt den Zeitraum von 4 | Tagen, beginnt entweder am Donuerstaa ober am Sonntag und endigt in der Aster» oder NachkirmeS. Au den KirmeStagen werden nur die allernotwendtgsten Hausarbeiten verrichtet, während die Geschäfte außerhalb des Hauses ruhen. Die Zeit wird an diesen Tagen mit Tanzvergnügen, mit Essen und Trinken u. a. verbracht. An den KirmeStagen ist ber Tisch deS LandmannS reichlicher mit Speisen besetzt, als zu tiotr «oberen Zeit; neben Kuchen — Kirmeskuchen — «Mb sonstigen Festspeiseu trägt berfelbe wie an den großen mehrtägigen Bauernhochzesteu frisches Fleisch tob frische Wurst.
KiimeS hat seine ursprüngliche Bedeutung in Kirch messe. Mefle heißt der tägliche Gottesdienst ber römisch katholischen Kirche. Das Wort Meffe stammt ans dem lateinischen misse, welches in der vvesdiensllichen Schlußformel enthalten ist, die also •totei: ite miss» est, d. h. geht, es ist aus. Messe «t auch die Bedeutung eines Großmarktes (Casieler- maukfurter» Leipzigermesse) und ist ursprünglich aus be» Meßfeierlichkeiten entstanden. Dem Gebrauch einer neuen Kirche geht deren Weihe voraus. In ber Sirchweihe feiert die christliche Bevölkerung eines Orte» ihr Kirchweihfest. In vorreforwatorifcheu Zeiten erhielt die Kirche in der Weihe den Namen Heiligen rc. zu deffen Ehre fie geweiht wurde. Gleichzeitig war damit die Feier einer Meffe verbanden, deren Gedächtnis sich alljährlich au demselben Tage wiederholte, daher der Name Kirch» ® t H e. An die kirchliche Feier schloß fick eine weltliche, und eS wurde gebräuchlich das q iw Pforte wegzulaffeu und nunmehr Kirmesse zu
sprechen und zu schreiben; die Wiederholung der Feier in ber Regel tags darauf hieß Afterkirmesse. So feierte z. B. nach Aufzeichnung des Pfarrers Johannes Strack in Schröck die in der Nähe des Schröcker Brunnens ehedem gestandene heilige Kreuz- kapelle am 20. Juli 1523 die Afterkirmesse und am 17. Juli 1524 die Ktrmefse. An diesen beiden Tagen nahmen auf Rechnung der Kapelle der Pfarrer, der Kaplan und die beiden Heiligenmeister eine Mahlzeit ein, welche in Brot, Bier, Wein, Fleisch, Gewürze, Braten, Butter und Käse bestand. Während im Laufe der Zeit die kirchliche Feier «ehr und mehr in Abgang und Vergessenheit kam, nahm die Zahl der Tage der weltlichen zu, die Kirmessen entwickelten sich zu der jetzt üblichen Weise und man verlegte fie in eine den Gemeinden bequemere Zeit; ebenso verpflanzte mau fie auch auf solche Orte, wo weder Kirlbeu noch Kapellen sich befanden.
Der Kirchweihetag der Stadtpfarrkirche Marburgs ist der 1. Mai, der Gedächtnistag der heiligen Apostel Philippus uud Jakobus und der heiligen Walpurgis; die Weihe der der heiligen Jungfrau Maria ge* weihten Pfar kirche selbst erfolgte am genannten Tage des Jahres 1297. Im Jahre 1236 hatte bereits an fiesem Tage die Erhebung der Gebeine der heiligen Elisabeth ans ihrem Grabe in der St. Franziskus- lüpelle stattgefundeu, und an demselben Tage 1283 hatte die Kirche der heiligen Elisabeth ihre Weihe erhalten; seitens des regierenden Landgrafen war Marburg mit einem Jahrmärkte für diesen Tag be» chenkt worden, ber deute noch besteht, und der in alten Zeiten sich gewisser laubgräflicher Freiheiten erfreute. Die Tage vom 1. bis 3. Mat waren iw Mittelalter sowohl für die Bewohner Marburgs als auch für die Marktbesucher heilige Tage, d. h. Tage der Buße, der Andacht und deS Gebet-S. In „Walpurgis heiligen Tagen,' wie fie in Urkunden genannt werden, erlaubte mau fich weder Belustigungen noch Schmausereien; fiel z. B. auf einen dieser Tage das Fest ber Himmelfahrt Christi, au welchem eine große
zu rauh ist. — Dem Magistrat und ber Stabt« verordneten - Versammlung ist folgendes allerhöchste Schreiben zugegangen: Am Tage des feierlichen Leichenbegängnisses Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters, weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm, war die Straße Unter den Linden vom Dome bis zum Brandenburger Thore, durch welche sich der Leichenzug bewegte, in eine großartige Trauerstraße verwandelt worden. — Ich habe gehört, daß die städtischen Behörden eine besondere Deputation eingesetzt und mit der Ausstattung des ganzen Weges beauftragt haben. Durch die vereinigten Kräfte der städtischen Bauverwaltung und des Architektenvereins, welcher sich der ihm gewordenen Aufgabe, wie bei früheren Gelegenheiten, mit vollster Hingebung unterzog, durch das thätige und energische Eingreifen sowohl der leitenden Meister, wie aller Arbeiter ist es gelungen, in kürzester Zeit und trotz der Ungunst der Witterung nach einem einheitlichen künstlerischen Plane ein Werk zu schaffen, würdig des großen Toten, be« die Aufwendungen auf dem Gange zu feiner letzten Ruhestätte galten. Noch einmal war dieselbe Straße, auf welcher der Heimgegangene Kaiser in glücklichen Tagen so oft von feinem Volke jubelnd empfangen und begrüßt worden war, zu seinem Abschiede in ein festliches Gewand von traurig ernster Bedeutung gekleidet worden, noch zum letztenmale lieferte sie in ihrer sinnigen Ausstattung ein treues Bild von der hohen Verehrung und Liebe, mit welcher ber teuere Entschlafene sich in seiner Hauptstadt von der gesamten Bürgerschaft umgeben wußte. Mir selbst war es zu Meinem tiefsten Bedauern nicht beschieden, die Ausschmückung der Straße persönlich in Augenschein zu nehmen; auf Grund der Mir von allen Seiten gemachten Schilderungen ist es Mir aber ein Bedürfnis des Herzens, allen, welche an der wohlgelungenen Ausführung mitgewirkt haben, den städtischen Behörden, wie auch dem Architektenverein Meine aufrichtigste Anerkennung und Meinen wärmsten Dank auszusprechen. Ich ersuche den Magistrat, dem Architekten- Verein von diesem Meinem Erlasse Mitteilung zu machen.
Charlottenburg, den 6. April 1888.
gez. Friedrich.
Berlin, 7. April. Der Kaiser empfing heute vormittag den Minister v. Puttkamer und arbeitete alsdann längere Zeit mit dem Chef des Militärkabinetts General v. Albedyll. — Mittags fand im Palais der Kaiserin Augusta eine Versammlung der Delegierten des Vaterländischen Frauenvereins statt, Prozession unter Vorhertragung der geweihten Honte in der Monstranz durch die Stadt nach der Kirche der heiligen Elisabeth statt fand und woran fich bis zum Ausgange deS 15. Jahrhunderts eine Mahlz st im Psarrbofe knüpfte, dann unter blieb letztere und wurde zu einer gelegneren Zeit uachgeholt, weshalb fich auch die weltliche Feier des SiichweihsisteS nicht unmittelbar an die kirchliche aufchließen konnte, fon bern auf eine andere Zeit Detlegt werden mußte. Aus einer Notiz im Stadtprotokoll vom Jahre 1645 geht hervor, daß die Marburger Kirmes damals iw August statt fand und fett 1584 mit dem neuen Lau rentiusmarkte, der später auf den 25. März verlegt wurde, ohne Zweifel zusammenfiel; eS heißt da: „Den 20. August hat auf freiem Markte der Wein die Halbe) 7 Albus gegolten und dabei wurde bei Laurentinsmarkt gehalten. Den 21. August ist noch AsterkirmeS gewesen.'
DaS Wort Kirmes hat nach einem Einttag im Ratsprotokoll ber Stadt Marburg vom Donnerstag nach Jubilate 1546 ehemals auch die Bedeutung von Geschenk; eS heißt da: Die Vormünder Ludwig lkoels find gegen Ludwig Jupeu selige Mutter ihrer Statt Tochter ihrer Irrung halben, so sich durch einen Ring und einen Goldgnlden, welche eins dem andern einesteils trunkenerweise gegeben hatten, daraus eine Ehe erfolgen sollte, in der Güte vertragen, daß fie jederzeit ihrer Forderung absteheu, und soll das Mädchen ihren Ring wiederuehmeu, und den Goldgulden für „eine Kir meß' auch behalten, und also eins das andere ehren und fördern.'
W. Bücking.
Villa KachivalL.
Roman von A. Gnevkow.
(Nachdruck verboten).
(Fortsetzung.)
Blitzschnell wandte fich Herr Buchwald zur Seite, fuhr mit der Hand zur Sttru, taumelte, schloß einen
an welcher bie Kaiserin Augusta, baS Großherzogliche Paar von Baben, bie Kronprinzessin Wilhelm, bie Prinzessin Albrecht von Preußen, bie Kronprinzessin von Schweden, die Minister, Graf Per- poncher, zahlreiche auswärtige Vertreter und die Damen des Luisenordens teilnahmen. Minister Dr, Friedenthal berichtete über das vergangene Jahr, gedachte des Verlustes des Kaiserlichen Hauses und erwähnte die neuen Verheerungen durch die lieber» fchwemmungen und die dafür gespendete Gelbhilfe, worüber auch Ministerialbirektor Bötticher Mitteilung machte. Kabinettsrat von dem Knesebeck berichtete über bie letzte, in Karlsruhe abgehaltene internationale Konferenz ber Vereine des roten Kreuzes. Der Domchor leitete die Versammlung mit Choralgesang ein und schloß dieselbe in gleicher Weise. Die Kaiserin Augusta dankte und forderte zu Werken der Liebe auf unter Hinweis auf Kaiser Wilhelm, der ein Vater des Vaterlandes gewesen sei. Abends findet eine Konferenz zur Beratung darüber statt, was noch zur Mlldernng der Not der Heber- schwemmten zu geschehen hat. — Die „Nationalzeitung" bleibt dabei, daß die Frage des Batten- bergschen Eheprojektes zur Zeit erledigt sei. Der Reichskanzler habe die politischen Gegengründe geltend gemacht, der Plan fei nicht weiter verfolgt, der Reichskanzler habe daher keinen Grund gehabt, ein Demissionsgesuch zu beabsichtigen. Was geschehen würde, wenn die Frage von neuem vorträte, sei eine Frage für sich. Es ließen sich Verhältnisse denken, wobei der Heirat kein Hindernis entgegen» stände, zum Beispiel wenn die bulgarische Frage gelöst fei. — Wir freuen uns, schreibt der „C.
mitteilen zu können, daß nach den uns zugegangenen Berichten, die wir für verbürgt halten dürfen, zurzeit alle Disharmonien wieder beseitigt sind und eine völlige Verständigung zwischen unserem Kaiser und seinem Kanzler erzielt ist. — Der ausführende Ausschuß des hiesigen Komitees zur Unterstützung der Ueberschwemmten in den deutschen Stromgebieten trat heute zu einer Sitzung zusammen. Die Sammlung hat bis zum Schluß der Sitzung rund 305 000 Mk. ergeben, darunter 142 205 M., die an der Börse aufgebracht sind. Während der Sitzung liefen von dem Minister des Innern an den Vorsitzenden des Ausschuffes, Herrn Oberbürgermeister v. Forckenbeck, zwei Schreiben ein; in dem einen übersandte Herr v. Puttkamer 5500 Mk. an den Ausschuß, darunter 1500 Mk. von dem kaiserl. Generalkonsultat in Brüssel, in dem andern Schreiben zeigte er an, daß ber Reichskanzler ihm die vom Könige von Italien
Augenblick lang die Augen und versuchte bann, glatt wie ein Aal, durch die Menge zu schlüpfen, während der Assessßr mit unbeschreiblicher Empfindung in der Lücke, die durch den Fortgang des Spielers entstanden, die krüppelhafte Gestalt Mr. Smiths gewahrte.
Vergassen, oder doch znrückgebräugt, war für den Augenblick alles, was ihn eigentlich nach Monaco geführt, in feiner Seele lebte der einzige Gedanke, beide Männer find fich nicht fremd, die Vergangenheit hat te nur entschieden nicht auf die sanfteste Weise zu» ammeugeführt, hier ist der Knoteu des Rätsels, den Jahre nicht zu entmintn genügten und mit den Worten: „Sie feinten ihn, Mr. Smith, kennen Herrn Buchwald?* braa er fich bis zu dem alten Manne Bahn.
„Ob ich ihn kenne,' hüstelte der Greis und blickte mit den hungrigen Augen eines Raubtieres der hohen Gestalt des Spielers nach, die eben ans der Thür des Saales verschwand, „ob ich ihn kenne,' und dann schob er seinen Arm durch den deS Aflessors und zog nnb zerrte ihn mit her Ungeduld lebhafter Kinder in der Richtung fort, bie Herr Buchwald genommen hatte.
Hinter ihnen tönte bie Stimme des Croupiers, das Geschwirr menschlicker Stimmen, der Klang rollenden Geldes, vor ihnen lagen wieder die glatten, geschorenen Rasenflächen, auf welche die sinkende Sonne ihren matten Schein warf, die Wellen des Meeres, )ie leise, leise an das Ufer klangen, und die rauschen» hm Bäume, bie sich herüber unb hinüber neigten.
Und unter einem dieser Bäume, ber mit den Spitzen seiner Zweige fast den Boben berührte nnb o eine natürliche Laube bildete, saß Herr Buchwald, regungslos, zufammengekauert, den Kopf tu die beide Hände gestützt, die Augen starr auf die Eide geheftet. Er mochte fich sicher in dem laufd igen Ser. leck gewähnt, keinen Ueberfall befürchtet haben, denn er rührte sich auch dann noch nicht, als Mr. Smtth mit seinem Begleiter die Zweige teilten, unb erst als ber alte Manu dicht vor ihn trat, seine k üpp-lyafte Figur hoch aufrichtete und mtt bet Miene eines Richters auf den Sitzenden herabsah, erhob er das