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Illustriertes Sonntagsvlatt.

M 77.

Muftrirrtes Zomttagsblatt

Für Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt,

sowie für hier unsere Expedition Bestellungen ent­gegen.

Neu zugehenden Abonnenten liefern wir aus Berlangen gern den Wand- und Schreib­kalender für 1888, sowie das Bild des hoch­seligen Kasers in seinem 91. Lebensjahre gratis nndi postfrei nach, doch müssen wir bitten, sich dieserhalb dierekt an uns zu wenden.

9- MSrz vormittags 8y, Uhr ist der erste I deutsche Kaiser ans dem Hause oer Hohenzollern I Wilhelm der Ruhmreiche, der Troße I s°ust entschlafe». Wenige Tage vorher hatte sich der greise Monarch eine jener anscheinend leichten Er­kaltungen zugezogen, die HSnfiger bei ihm anfzutreteu pflegte». Schon durfte gehofft werden, daß der An- I tall auch diesmal ohne Nachteil vorübergehen werde, da zeigte sich zu Aller tiefstem Schmerze, doch ein I k» en1 s" den begleitenden Erscheinungen des Uuwohlseios, als die Aerzte ihn sonst zu beo- dachten gewohnt waren. Am 7. März verbreitete sich die erschreckende Kunde von eiuer ungünstigen Wen- I düng im Befinden des hohen Kranken. Nach zwei weiteren Tagen baugen Schwankens zwischen Furcht >uud Hoffnung, schwacher Hoffnung nur, erschütterte 1111, ? die Kunde: das allgewaltige, unerbittliche

Geschick hat dem deutschen Volke seinen Kaiser ae- nommen. Das deutsche Volk steht au seiner Bahre, es klagt um seinen greisen Helden, dessen deutsche Vaterlandsliebe den hohen Jahren trotzte und der !die deutschen Stämme einte, nm deren Söhne gegen Germaniens Erbfeind von Sieg zu Sieg für die ge- ?$te. r£8 Deutschtums zu führen. Ja, bis

das letzte deutsche Wort verklungen, jauchzt noch das Vaterland von Friedrich Barbarossas würdigem Nach- folger, vom König Weißbart, der kämpfend für fein So» und seine Krone, fich königlich ein Reich, ein eu"8e" d"t. Seit des edle» Hohenstaufens Tagen hat Deutschland keiuen solchen Fürsten ge­sehen. Wilhelm der Prenße war rin König! Der

btuar verschied sein Enkel, Prinz Ludwig von Baden. Armer, beklagenswerter Kaiser. Wie hart getroffen wird das erste deutsche Kaiserhaus ans Stamm Hohenzollern I

Demant der deutschen Kaiserkrone hat keine würdigere Ttiru beschienen, der purpurne Köuigsmautel hat bHeren Mann geschmückt. Und wie die deutsche Märchenwelt verzaubert die entseelte Hülle ^Königs Rothbart auf dem Kyffhäuser wiedersab, wird die Sage von nnsereu Tagen neben dem schatten Barbarossas auch de» segnenden Geist des ruhmgekronte» Patriarchen, dessen Tod wir heute be- klagen, in den Mauer» des Kyffhäusers wandeln sehe». Die deutsche Nation wird allzeit ihr Gut uud Blut für Deine Schöpfung toter Kaiser opfern. Dauernder und unvergönglicher als jedes Monument von Erz wird Dein Lebeuswerk, die deutsche Einheit, ftiu. einmütig ist Dein Volk tu der Huldigung für Detnnr Erben, einmütig in dem heißen Wunsche, daß Dein Stolz, Kaiser Friedrich genesen und lange, lange Jahre au der Spitze der Natiou walten möge'!

Das Hiuscheideu des deutschen Kaisers hat auf der ganzen Erdenrunde die lebhafteste Teilnahme hervorgerufen und überall schickte man fich zu sinn reicher Kundgebung derselben an. Der Klang der deutschen Zunge bildet hier keine Grenze. 9

Die letzten Stunden des hohen Eutschlafeueu waren schmerzlos, daS Nahen des Todes war dem Kaffer nicht bewußt. Das Sterbezimmer war dicht augefullt mit samfficheu Familienangehörigen, Mi­nistern, Generalen und Adjutanten. Prinz Wilhelm Kaffer zunächst nnb beugte sich zuweilen über ihn, um nach Lebenszeichen zu forschen, bis der letzte Atemzug gethau war.

Im deutschen Reichstage machte der Reichskanzler unter Thraoen amtliche Mitteilung von dem Ableben seines Herrn, im preußischen Abgeordneteuhause Mi- Nister von Puttkammer.

Erscheint täglich außer au Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Ouarial-Abomi-mems.Preis bei der Expe­dition 2«/4 SRI, bei den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (ertL Bestellgeld). Jnserti-'nSgebühr für die gefpali-ne Znle 10 Pig. Reklamen für die Zeile 25 l'fg.

Die preußische Königskrone uud nach § 11 der Reichsversassung damit zugleich die deutsche Kaiser- wurde gehen aus den Kronprinzen Friedrich Wilhelm, über, der von nun an bat Namen

Frtebrich HL

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mit ihren Gratrs-Beiblättern.

Kreisblatt für -ie Kreise Marburg und Kirchhain

ämü# und

Marburg, Freitag, 30. Mürz 1888.

Deutsches Reich.

Berlin, 28. März. Der Kai serin-Mu tter und die Großherzogin von Baden statteten gestern abend dem Kaiser in Charlottenburg einen ein- stündigen Besuch ab. Der Kaiser hörte heute vormittag Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts,! Wirklichen Geheimen Rats von Wilmowski. Die

Sroöinjen bestehen zur Zeit bezüglich der Höhe des Einkommens der Lehrer noch sehr große Verschieden­heiten; den Durchschnittssatz der städtischen Lehrer, der ohne Wohnung re. 1279 Mk. beträgt, übersteigt I Berlin mit 1675 Mk. ganz erheblich; dann kommen Hessen-Nassau mit 1373, Rheinland mit 1365 und Schleswig - Holstein mit 1321 M., während l untenan stehen Ostpreußen mit 1063, Posen mit 1027 und Westpreußen mit 990 Mk. Auf dem Lande beträgt der Staatsdurchschnitt 954 Mark: | trüber hinaus geht das Lehrereinkommen in Schles­wig-Holstein mit 1107, in Sachsen mit 1054, im Rhe-nlande mit 1049, in Westfalen mit 1044 und m Brandenburg mit 992 Mk., während die Ver­hältnisse am schlechtesten sind in Pommern mit 883, in Pose» mit 850, Hohenzollern mit 845, Ost­preußen mit 837 und Westpreußen mit 806 Mk durchschnittlichem Gehalt für den Landschullehrer.

I Darmstadt, 28. März. Die Konfirmation der Prinzessin Alice fand heute in der Schloßkirche in Gegenwart des Großherzogs sowie der gesamten großherzoglichen Famllie statt. Außerdem waren anwesend: Se. K. Hoheit Prinz Heinrich von Preußen, die Landgräfin von Hessen und die Erbprinzesfin von Anhalt. Die Konfirmation vollzog der Superin­tendent Sell.

(Coblniz) zum Geheimen Regierungsrat und Vor­tragenden Rat im Kultusministerium ernannt worden. DerReichs-Anz." publiziert das Gesetz über den Reichshaushalts - Etat, das Anleihegesetz für Zwecke des Reichshceres, der Marine, der Reichsbahnen, der Post und Telegraphie. Die Kaiserin-Mutter spen­dete 1000 Mark für die überschwemmten. Das Befinden des Reichskanzlers ist, wie dieB. Pol. Nachr." einem gestrigen Börsengerüchte gegen* über mitteilen, gerade jetzt ganz zusriedeustellend; insbesondere habe der Kanzler in der vorletzten Nacht vortrefflich geschlafen und gestern mit mehreren hoch-

zomnagsvmn k

bitten wir bei der Post baldigst erneuen zu wollen.«ein Manöver ähnlicher Art wie am 1. Nov. v. IS. «versucht, auf die Börse eine ungünstige Einwirkung , l auszuüben. Eine Reihe hiesiger Banken und Bank- I strwen erhielten Rohrpostkarten beim Beginn der «Börse, welche die Meldung von einer ungünstigen Gestaltung des Gesundheitszustandes des Reichs­ffkanzlers enthielten und »von Dechend" unterzeichnet ff waren. Die verbreitete dänische ZeitungPoli- itiken" bringt unter dem TitelDänemark und i Deutschland" einen Artikel, der mit folgenden Worten eingeleitet wird:Kein guter dänischer Patriot wird I ohne aufrichtige Freude das Berliner Telegramm von der ungewöhnlich herzlichen Bemerkung des I Fürsten Bismarck über die freundliche Shmpathie ge- I lesen haben, welche das dänische Parlament bei Ge­legenheit von Kaiser Wilhelms Tode an den Tag I gelegt hat. Der Eindruck, welchen die Worte des Fürsten Bismarck hervorbringen, ist ein durchaus wchlthuender, weil die Gefühle, denen er Ausdruck I gegeben hat, vollkommen wahre und aufrichtige sind. Ohne Zweifel hat der Fürst gewünscht, Dänemark m unzweideutiger Weise kund zu thun, daß Deutsch­land in seinen Beziehungen zu dem Nachbarlande im Norden nur von den friedlichsten Absichten beseelt ist." Der Kaiser hat heute seinen ersten Spaziergang im Freien, im Schloßpark von Charlottenburg, gemacht. sAls ein günstiges Symptom ist es anzusehen, daß der Auswurf seit gestern nicht mehr gefärbt ist, bas Allgemeinbefinden des Kaisers ist auch heute durch­aus zufriedenstellend. Die Thatsache, daß hin und wieder der Schlaf in der Nacht unterbrochen ist und infolgedessen am nächsten Tage der Kaiser sich etwas matter fühlt, ist eine ungünstige Bedeutung nicht beizulegen. Die Nachtruhe hängt oft von Zufällig­keiten ab, die mit dem Leiden nur indirekt im Zu­sammenhänge stehen. Die Beratung des Staats­ministeriums, die heute unter dem Vorsitze des Reichskanzlers stattgefunden hat, dürfte sich mit dem Gnadenerlaß beschäftigt haben, dessen Erscheinen jeden Tag erwartet wird. Der Bundesrat hat

nettSordre vom 26. März, betreffend die Formations- Änderungen anläßlich des Etats für 1888/89. Über Oie Einrichtung der Unteroffizierschule in Neubreisach ist die Bestimmung Vorbehalten. Die Etatszahl der Zöglinge des Kadettenkorps erhöht sich um 102, da­von 80 bei der Hauptanstalt. Die Garde-Jnvaliden- Kompagnie und die sechs Provinzial-Jnvaliden-Kom- gagnieen werden aufgelöst, die dabei befindlichen Offiziere werden in die Jnvalidenhäuser zu Berlin und Stolp aufgenommen. DerNordd. Allg. Ztg." zufolge ist an Stelle des in den Ruhestand getretenen Wirklichen Geheimen Ober - Regierung - Rates Dr. Bonitz der Provinzialschulrat vr. Hopfner I

-Rordd. Allg. Ztg." hört über das Befinden des Kaisers: Die vorletzte Nacht war gut, die I tzte zu­weilen durch Husten unterbrochen. Der Auswurf ist heute geringer und gar nicht gefärbt. Der Kaiser hat auf Anraten der Ärzte sich einer Maffagekur unterworfen, welche vornehmlich Ersatz für die mangelnde Körperbewegung bieten soll. Das Aiinee-Perordnungsblatt" veröffentlicht eine Kabi-

tn seiner heutigen Plenarsitzung den Gesetzentwurf über die unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt- stndenden Gerichtsverhandlungen und die Verord­nung wegen Abänderung und Ergänzung der Aus- Uchrnngs - Bestimmungen zu dem Gesetz über die Kriegsleistungen genehmigt. Er erklärte sich ferner einverstanden mit der weiteren Ausprägung von Ein­pfennigstücken zum Betrage von etwa 600 000 Mk. unb genehmigte die von den Ausschüssen für Zoll und Steuerwesen und für Handel und Verkehr vor­geschlagenen Abänderungen von Tarasätzen, sowie die von denselben Ausschüssen zu dem Entwürfe des amtlichen Warenverzeichnisses zum Zolltarif gestellten Anträge s A , A

: Heber die GehaltsveryBlftnifse der Lehrer an bat öffentlichen Volksschulen macht die ^Stat. Korr." aufgrund einer Erhebung von 1886 folgende Angaben: Die 64,750 vollbeschäftigten Lehrer in Preußen bezogen ein Stellen einkommen von I 65,586,715 Mk.; dazu kamen aus Staatsmitteln fließende persönliche und Dienstzulagen in der Höhe ütm 3,487,587 M.; der Wert der freien Wohnung und Feuerung ist Gf 14,449,996 Mk. berechnet, n daß das gesamte Diensteinkommen 82,524,2981 Mk. oder im Durchschnitt-1274»/. Mk. für jeden Lehrer betrug. Die Lehrkräfte in den Städten be ! zogen durchschnittlich 1559 V« Mk., die Landlehrer dagegen 1.123V» Mk. Die letzte vorhergegangene Erhebung von 1878, die allerdings auf zumteil anderen Grundsätzen beruhte, hat ergeben, daß das Durchschnittsgehalt der Lehrer 1254V« Mk. betrug und zwar in den Städten 1532 V« und auf dem Laude,1123V» Mk. Das Einkommen ist alsr in den ! Städten um ungefähr 25 Mark, auf dem Lande nur um einen Bruchteil einer Mark gestiegen. Die wirksamsten Maßnahmen zur Aufbesserung der Lehrer­gehälter fallen in den Anfang der 70er Jahre; von 1874 bis 1886 ist bas durchschnittliche Stellenein- kommen mit Ausschluß der Wohnung und Feuerung m den Städten von 1148 auf 1279 und auf dem ^.ande von 834 auf 954, im ganzen von 936 auf 1067 Mark gestiegen. Die Zahl der Lehrer mit besonders niedrigem Gehalt ist in diesen 14 Jahren ganä erheblich zurückgegangen; 1874 hatten 0,17 Proz> 1886 dagegen nur noch 0,02 Proz. aller Lehrer em Einkommen von 300 Mark und darunter die Stufe von 301 bis 450 Mark umfaßte 1874 2,29, 1886 dagegen nur noch 0,33 Proz., die von 451 bis 600, 1874 11,74, 1886 5,08, und diel öon 601 bis 750 1874 19,82, 1886 14,04 Proz. I 3um Vergleich mit alten Zeiten sei angeführt daß I "" JAe 1821 58,02 Proz. aller Volksschullehrer 300 Mark und weniger und weitere 19,70 Proz I 301 bis 450 Mk. bezogen. Zwischen den einzelnen

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b Blatte«

< i2Bie ^^"»'Auxaux von Hänfenstem und Vogler

in Frankfurt a. M.,Berlln,^München wJWIn XXIII. Jahrgang.

Staubt u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris'

Wilhelm,

Deutscher Kaiser, König vo» Preußen.

(Schluß.)

Kaiser Alexander hatte am 9. September 1881 kure Zusammenkunft mit Kaiser Wilhelm in Danzig, am 15. bis 17. Septbr. 1884 in dem pol». Schlöß k-en Skieruiewieze mit Kaiser Wilhelm und Franz Voseph und besuchte letzter« am 25. Aug. 1885 in visier. Wie hoch Kaiser Wilhelm die Verdienste des Fürsten Bismarck schätzte uud wie groß seine Dankbarkeit gegen denselben war, zeigte er bei jeder Nch darbieteudeu Gelegenheit, am meiste» an dessen JO. Geburtstage (1. April 1885), wo er den Reichs- «nzler besuchte uud unter Thräueu umarmte. Von dem Krankheitsaufall, welcher im Mai 1885 den «aiser betraf und welcher bedenkliche Augenblicke her- «iführte, erholte er sich wieder durch die Badekuren A Ems uud iu Gastei». Die Zusammenkunft des ikaiserS mit Franz Joseph vom 8. bis 10. August

886 in Gastein, an welcher Prinz Wilhelm von Kreutzen, Fürst Bismarck, Graf Kaluocky und Prinz

«euß, bet deutsche Botschafter iu Wien, teilnahmen, I Jot ein Ereignis ersten Ranges, das seiueu Grund ! jo dem Auftauchen drohender Wolken im Oste» und | «esten und die Befestigung des Deftufivbündniffes, | «tote die Besprechung gemeinschaftlicher Maßregeln! mr gewisse Eoentual'täten zum Zweck hatte. Am 1.1 Sanuar 1887 feierte der Kaiser in voller Frische den | pWigcn Erinnerungstag seines Eintritts in dieArmee. L Am 22. März v. I. feierte Kaiser Wilhelm seinen j M Geburtstag unter der Teilnahme des gesamten! Mkes ohne Unterschied der Partei. Das schwerste Mhr des Kaisers war sein letztes Lebensjahr . . . .| Fein einziger Sohu weilte fern von der Heimat; a| W schwer krank; et konnte den Batet nicht zum! petttt Male am Todesbett umarme». Am 23. Fe-1

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fiir die Kreise Marbnrg und Kirchhain _______________________________ Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

führt.

Der schmerznmflorte Blick, der sich von bet Bahre des verblichenen Kaisers hinweg auf ben neuen Herrscher wendet, kann nicht aufleuchten in freudiger Zuversicht. Wohl ist Kaffer Friedrich m. der ge­radezu vergötterte Liebling deS deutschen Volkes, wohl stehen dessen Schauren in unverbrüchlicher Treue und alles vermög »der Anhänglichkeit zu ihm, wissend, daß et ein gütiger, gerechter uud weiser Fürst, ein pBüter in des Wortes edelstem Sinne seinem Lande s sein wird aber, der Held so vieler Schlachten kämpft seit einem Jahre mit einer tückischen Krank­heit, die et bisher nicht zu bezwingen vermochte und sie darum uoch immer mit ängstlicher Sorge die deutschen Herzen erfüBt. Doch, noch ist ein Gott im Himmel! An dessen Gnade und Allmacht klammert unftre Hoffnung und zu ihm empor ftdgm die heißeu Gebete: daß er unser» Kaiser genesen und ihn u friedlicher Herrscherthätigkeit viele, viele Jahre segensreich walten lasse!

Heil nnferm Kaiser!

Heil dem Vatetlaudel;^ 'iS

JT .

Ausland.

| btom, 28. März. Der Papst empfing heute nachmittag um 1 Uhr den Fürsten Hatzseldt-Trachen- lbertz in feierlicher Audienz.

Genua, 28. März. Der Hafenkapitän leitete I die Untersuchung ein über den Bericht des Komman- l danten des KauffahrersSolferino." Er vernimmt als Zeugen die Schiffsmannschaft und die Passagiere.

I Paris, 28. März. Das Boulangistische Komitee t erwägt die Frage, ob von der Kandidatur Boulangers lin der Aisne zugunsten des Radikalen Doumer, der sodann als Boulangist aufzustellen wäre, Abstand zu I nehmen fei. Die Kundgebung der Boulangisten vor dem Louvre-Hotel, das polizeilich bewacht ist, Ihat sich nicht wiederholt; der Versuch, vor dem Bureau derGocarbe" Lärm zu machen, blieb ohne Erfolg > Paris ist ruhig, nur wird von Zeit zu Zeit da und dort ein »Vive Boulanger!« ausgestoßen. Boulanger selbst spielt den Lustigen; er speiste gestern abend bei Laguerre mit einem Mitgliede seines Nationalprotestkomitees und mit Dillon. Die Be­ratung des boulangistischen Ausschusses, die bei Calo» heute nachmittag stattfinden wird, soll entscheiden, ob |Soulttnger jetzt offen die Kandidatur im Aisne-De­partement annehmen soll. Die Boulangisten-Blätter drohen mit dem allgemeinen Stimmrecht, das Boulanger, derein Opfer Fcrrys und Bismarcks"

Seinem Wille» gemäß wird Kaiser Wilhelm an der Seite seiner Etter» im Mausoleum zu Char- lotteuburg, daS baulich jedoch erst erweitert werden mußte, beigesetzt werde».