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Illustriertes Sonntagsblatt.
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Strafe auf jeden Fehler setzt; aber das Gesetz richtet doch nur nach dem Buchstaben, es darf menschliche ' Regungen in dem besonderen Einzelfalle nicht kennen,
es muß das Schuldig aussprechen, wenn Schuldbeweise vorhanden sind, unbekümmert darum, ob nicht das Thyen des Schuldigen von einem höheren Standpunkt aus betrachtet, in anderem Lichte erscheint, als vor dem Forum der Justiz. Da bleibt dem Verurteilten als letzte Hoffnung des Fürsten Gnade. Im Altertum wurde als die letzie Instanz für den Verurteilten bei den Römern das Volk
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Kirchhain wie hier vom Tage der Bestellung bis zum 1. Aprll die Zeitung gratis.
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in die im Frühlingszauber daliegende Welt. Das ist wohl geeignet, ein hartes Herz weich zu machen, den Vorsatz, ein anderer Mensch zu werden, zu stärken. Viele, Viele, welchen Kaiier Friedrichs Gnadenwort die Freiheit vor Ablauf ihrer Haft gegeben, werden jetzt in die Allgemeinheit zurücktreten mit dem Bestreben, wieder nützliche Mitglieder der menschlichen Gesellschaft zu werden. Wie schon gesagt, die Verleitung zu neuen Ucbertretungen des Gesetzes ist groß, groß oft auch um deswillen, weil eine ja erklärliche Scheu nicht Wenige abhält, dem aus dem Kerker Zurückkehrenden Vertrauen entgegen- zubringen, ihm Lohn und Brod zu geben. Wer einmal gestohlen, kann es auch zum zweiten male thun, so wird oft gedacht und gesagt und darnach gehandelt. Aber gerade dem entlassenen Sträfling thut Nächstenliebe vor allem not, damit nicht von neuem schmutzige und leichtsinnige Gesellen sich an seine Fersen ketten und ihn zurücklocken in ein Leben voll Nacht und Grauen. Die Annestie des Kaisers bringt vielen Hunderten Gnade und Erlösung, sie Siebt ihnen die Fähigkeit zurück, das geschehene Unrecht wieder gut zu machen; aber dies Letztere ist nur möglich, wenn die Amnestie des Kaisers allenthalben so aufgefaßt wird, wie sie aufgefaßt werden muß, als ein Strich über die Rechnung des bisherigen Lebens. Die Gnadenbewilligung giebt der Gesellschaft viele verloren gegangene Elemente zurück, die Gesellschaft muß sie aufnchmen und halten, indem sie sich als Schutzwehr zwischen ihnen und dem Verbrechertum stellt. Dann erst ist Amnestie in vollem Maßstabe gewährt, den Amnestierten und der Gesellschaft zum Besten. Und so, wünschen wir, möge der Amnestieerlaß bei seinem bevorstehenden Erscheinen ausgenommen werden.
s Deutscher Kaiser, König von Preußen.
(Fortsetzung)
i Heute, tto das Band geistiger und rechtlicher Einigung, welche die Befreiungskriege zu knüpfen begannen, die deutschen Stämme je länger, desto inniger verbindet, heute, wo Deutschlands Rüstung dem Feinde keine Ocffnung mehr bietet, trägt Deutschland in sich selbst den Willen und die Kraft der Abwehr erneuter französischer Gewallthat.
i Gleich nach der Thronrede verlas Bismarck die französische KiiegserklSrnug.
Denselben Tag erneuerte der König das Ordenszeichen des eisernen KreuzeS und erließ die Bildung ivou drei Armeen. Die erste Armee unter General von Steinmetz sollte sich bei Koblenz, die zweite unter dem Prinzen Friedrich Karl bei Mainz und die dritte, zu der auch die süddeutschen Truppen gehörten, unter dem Kronprinzen bei Rastatt und Mannheim sammeln. Der König übernahm selbst den Oberbefehl über die deutschen Streitkräfte, und Moltke, der unermüdliche Feldherr, stand dem großen Generalstabe vor. In 11 Tagen war die Mobilmachung vollendet, und den 31. Juli reiste König Wilhelm zur Armee ab. Bismarck, Moltke, Roon folgten ihm. Heiße Segenswünsche begleiteten den Monarchen; ernst, aber mit Siegeszuversicht sah daS deutsche Volk dem Kriege entgegen.
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Festungen abtreten.' Bevor aber die neuen Mann- chafteu eiugeübt und marschfertig waren, hatte die deutsche Heeresleitung Vorsorge getroffen, daß Paris vollständig belagert war und kein französisches Ersatz. Heer den Belagerten Hilfe bringen konnte. Wohl begann der Feldkrieg von neuem, die Erfolge blieben aber auf deutscher Seite. Am 28. Februar 1871 war zu Versailles ein Waffenstillstand auf 3 Wochen geschlossen 'worden, der zweimal verlängert werden mußte. Am 24. Februar wurden die Friedens. Präliminarien abgeschloffen und am 26. ratifiziert. Deutschland erhielt demgemäß Elsaß außer Belfort und den nordöstl. Teil Lothringens und eine KriegS- kostenentschädiguog von 5 Milliarden Fiancs.
So war denn, sagt Egelhaaf iu f.inem vortrefflichen Buche .Kaiser Wilhelm', der große Krieg zu einem glanzvollen Abschlüsse gekommen. Das erstemal war es seit Jahrhunderten gewesen, daß die Deutschen in voller Eintracht, mit gesamter Volkskraft uud unter einem Oberbefehl in den Krieg gezogen waren; und diese Eintracht hatte sich über alle Begriffe belohnt und bewährt. Was Frankreich in )er Zeit von 1552 bis 1681 den uneinigen Deutschen durch schlaue Staatskuvst und überlegene Gewalt ent» rissen hatte, das war in sechs Monaten von den ge- einten Deutschen wieder zurückerobert worden. Aber unser Volk hatte nicht dlos den auswärtigen Feind, es hatte sich selbst bezwungen; es hatte seine alt- überlieferte Neigung zur Uneinigkeit, zu innerer Zer, paltuug uud Zerklüftung besiegt, und im November 1870 waren von den leitenden Ministern Bayerns, Württembergs, Badens und Hessens die Verträge abgeschlossen worden, laut deren die vier Südstaaten ich mit dem Norddeutschen Bunde zu einem Bundes- taat vereinigten, welcher den Namen »Deutsches Reich' führen uud an deffen Spitze die Könige von Vreußeu al» erbliche Kaiser stehen sollten; König Ludwig von Boyern hotte am 3. Dezkwber durch einen an den König Wilhelm und seine Mitfürsten gerichteten Brief die Annahme dieses alten stolzen
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Amnestie.
Es ist ein alter Gebrauch bei einem Thronwechsel, daß der neue Herrscher nach Antritt der Regierung von seinem höchsten und edelsten Rechte Gebrauch macht, von dem Rechte der Gnade. Die Gnaden- bewilligung ist das größte Vorrecht des Herrschers, sie ist das Mittel, sich tausend und abertausend dankbare Herzen zu gewinnen, sie ist die Ursache zahlreicher Freudenthränen und Jubeläußerungen. Der Herrscher tritt durch den Gnadenerlaß mit dem Volke in die engste Verbindung, zu ihm in die innigste Berührung, und so viele, die der Gnadenerlaß nicht rerührt und denen er nichts bringt, freuen sich mit jenen, die getröstet sind durch das Wort
Deutsches Reich.
Berlin, 26. Mrz. Der Kaiser nahm heute vormittag Vorträge des Generals von Winterfeld und des Geheimen Kabinettsrates von Wilmowski entgegen. Eine Kabinettsordre des Kaisers bestimmt: „Die Generaladjutanten, Generale ä la suite und Flügeladjutanten Meines in Gott ruhenden Herrn Vaters treten sämtlich in derselben Eigenschaft zu Mir." — Die „Nordd. Allg. Zig." vernimmt über das Befinden des Kaisers, daß der Schlaf in der letzten Nacht zuweilen durch Husten unterbrochen wurde. Der Auswurf ist geringer. Die Ärzte erwarten sehnlichst den Eintritt wärmerer Witterung, um dem Kaiser den Genuß frischer Luft zu gewähren' die Allerhöchstderselbe sehr entbehrt. — Dieselbe
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Wöcheniiiche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchham
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck uud Strlag von Jotz. Aug. Koch.
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Am 1. August erließ der König von Mainz aus eine Proklamation an sein Heer:
»Ganz Deutschland steht einmütig' iu Waffen gegen einen Nachbarstaat, der uns ohne Grund den Krieg erklärt hat. ES gilt die Verteidigung deS bedrohten - Vaterlandes, unserer Ehre, des eigenen Herdes.'
Der Zug des deutschen HeereS glich einem raschen, unaufhaltsamen SiegeSzug. Am 4. August fand das Treffen bei Weißenburg statt, ba8. die Boyern erstürmten. Am 6. August schlug Kronprinz Friedrich
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Zeitung meldet: Der Kaiser verlieh den Prinzen Ludwig von Bayern und Friedrich von Hohenzollern den Schwarzen Adlerorden und ernannte den General von Winterfeld zu seinem General - Adjutanten. — Die Kaiserin Augusta empfing gestern abend die Minister von Puttkamer. von Maybach, Dr. von Friedberg, Dr. Lucius, Bronsart von Schellendorff, von Scholz, von Bötticher und Dr. von Goßler. Vorher besuchte der Kronprinz die Kaiserin Augusta. Der Kronprinz von Schweden tritt heute die Rückreise nach Schweden an, die Kronprinzessin bleibt noch hier. — Die Kaiserin empfing vormittags im hiesigen Palais die Vorstände der unter ihrem Protektorate stehenden Wohlthätigkeitsvereine. — Dem Vernehmen nach soll Graf Wilhelm Hohenau, ältester Sohn des verstorbenen Prinzen Albrecht von Preußen, zum Fürsten von Liegnitz ernannt worden sein. — Der „Reichs - Anzeiger" publiziert die Gesetze über die • Verlängerung des Sozialisten- Gesetzes bis zum 30. September 1890, sowie über die Abänderung des Artikels 24 der Reichsver- sassung (fünfjährige Legislaturperioden). — Der Kaiserin-Mutter sollen testamentarisch Babelsberg und das Schloß in Koblenz zugewiesen worden fein, das hinterlassene Barvermögen Kaiser Wilhelms geht zur Hälfte an den Hausschatz, die andere Hälfte fällt Kaiser Friedrich und der einzig noch überlebenden Schwester Kaiser Wilhelms, der verwitweten Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, zu. — Obwohl der Gnaden-Erlaß noch immer nicht erfolgt ist, werden doch fortgesetzt Personen, die unter denselben fallen werden, jetzt schon aus der Haft entlassen.
— Alle die Gold- und Silbermünzen, welche bisher mit dem Bildnisse des Kaisers und Königs Wilhelm geprä t worden sind, erhalten nunmehr das Bildnis des Kaisers und Königs Friedrichs, was naturgemäß eine Reihe von technischen Vorbereitungen notwendig macht. Die Stempel und Matrizen werden, wie die „B. P. N " zu berichten wisien, nach einem vom Kaiser gewählten Modell hergestellt. Die erforderlichen Anordnungen sind getroffen, damit die vorbereitenden Arbeiten so schnell als möglich zum Abschlüsse gebracht und so dem Bedarfe an neuen Gold- und Silbermünzen möglichst bald wird genügt werden können. — Wie dem .Hamb. Korr." berichtet wird, hat die Kaiserin- Witwe bestimmt, daß in den Arbeitsräumen ihres Heimgegangenen Gemahls hinter den historischen Fenstern des Erdgeschosses in dem nach dem Opernhause zu gelegenen Flügel des Palais vorläufig alles unberührt bleiben soll. Wahrscheinlich wird später
Titels durch »Preußens Heldeuköutg' beantragt und am 18. Januar 1871 hatte der König im Spiegelsaal (galerie des glaces) zu Versailles in Gegenwart von gegen 40 deutschen Fürsten, von Abordnungen der in Frankreich stehenden deutschen Regimenter und von den Vorstäudeu des norddeutschen Reichstags feierlich erklärt, daß er die ihm einmütig von den Fürsten und freien Städte» dargebotene Kaiserwürde für sich uud feine Nachkommen annehme. In der gleichzeitig »an das deutsche Volk' gerichteten Ansprache verhieh Kaiser Wilhelm L, daß er »in deutscher Treue die Rechte des Reichs und seiner Glieder schützen, den Frieden wahren, die Unabhängigkeit Deutschlands verteidige» wolle.' »UnS aber und unseren Nach- ölgeru', so schloß die ergreifende Ansprache, »wolle Gott verleihen allzeit Mehrer des Deutsche» Reichs zu sein, niwt an kriegerischen Eroberungen, sondern an Gütern und Gaben des Friedens, auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung!"
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Die Regierung des Kaisers.
Es galt nun, daS Errungene zu befestige», die militärischen Organisationen deS Deutschen Reichs und der Eiuzelstaateu zu vervollkommneu und zu vollende», den inner» Ausbau des Reichs durchzu- ühren, die Einheit zu verstärke«. Die Ansprüche der llerikaleu Partei in Deutschland uud die Weigerung »er Bischöfe, die Staatsgesetze unbedingt anzuerkeuneu, ührten zu einem vollständigen Bruch mit dem biS- »erigen kirchlichen System. Es entstand der gehässige Kulturkampf, iu welchem Kaiser Wilhelm die von dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und dem neuernannten Kultusminister Falk vorbereiteten, von dem prenß. Landtag und dem Reichstag angenommenen Kirchengesetze unterzeichnete und das Schreiben des Papstes Pins IX. mit einem Hinweis auf den Ungehorsam der katholische» Geistlichkeil gegen die weltliche Obrigkeit und mit einem Protest gegen die vom Papste beanspruchte Stellung eines päpstlichen Oberhaupts über die ganze Christenheit 3. Septbr. 1873 beantwortete. (Forts, folgt.)
hingestellt, die Berufungen biefes konnte eine Strafänderung her beiführen; die neuere Staatsverfassung übertrug das Gnadenrecht dem Fürsten als Vater und ersten des Volkes. In des Fürsten Namen spricht der Richter dos Urteil, aber nur der Fürst selbst spricht das köstliche Wort der Gnade aus, das den schwergetroffenen Menschen heben, zur Reue ihn und zur Besserung führen kann. Tie Gnadenbewilligung entspricht dem göttlichen Gebot der Nächstenliebe ; strenge und gerechte Justiz nur kann im Lande die Ordnung machen, Ruhe und Recht aufrecht erhalten ; wer gegen die einmal aufgestellten Satzungen sich vergeht, die bindend sind ebenso für den Fürsten, wie für den letzten des Volkes, der hat die Sühne für feine widergesetzliche Handlungsweise zu leisten, die Strafe zu dulden. Aber es ist nicht die Aufgabe allein des modernen Staatswesens, den gebeugten Missethäier völlig zur Erkenntnis seiner Schuld durch Zuteilung angemeffener Strafe zu bringen, es hat auch die Pflicht, denen, welche die Neigung und der Wille innewohnt, von neuem auf den Bahnen von Recht und Gesetz ehrlich und gewissenhaft zu wandeln, die Umkehr zu erleichtern, ihnen die rettende Hand zu bieten, und angekündigt wird jenen Armen di fer Wille durch das Fürstenwort: Gnade! Schwer mag es wohl in einzelnen Fällen fein, die Gnadenbewilligung auszusprechen, aber hier gelten vor allem auch die Worte der Schrift: Richtet nicht, auf daß Ihr nicht gerichtet werdet!
Kaiser Friedrichs Regicrungsanttitt bringt ebenfalls eine Amnestie, eine Gnadenbewilligung in größerem Maßstabe. Die Amnestie bedeutet einen ganz besonderen Vertrauensbeweis; ein einziger Federzug des Monarchen hebt für eine größere Zahl von Verächtern von Recht und Gesetz die wohlverdiente Strafe auf, giebt sie dem bürgerlichen Leben und der bürgerlichen Erwerbsthätigkeit wieder. Unsere Zeit ist nicht schlechter und nicht besser als andere Zeiten gewesen, aber sie ist so leidenschaftlich bewegt, wie selten frühere Tage bewegt waren, und sie bietet besonders Gelegenheit zum Rückfall m die Reihen der außer Recht und Gesetz Stehenden. Nicht sind jene doch immerhin Bedauenswerten von Staat und Gesellschaft auf diesen Standpunkt gedrängt, sie selbst haben, soweit nicht zügellose Leidenschaft im Spiel gewesen, nur zu oft im frechen, höhnenden Trotze die rettende Hand zmückgewiesen, welche Staat und Gefel.schast gleichmäßig ihnen darboten. Auch für Manchen von diesen, der Reue über fein Gebühren gesunden, klingt das Königswort der Gnade und öffnet ihm die Kerkerthore und zeigt ihm den Weg
Wilhelm den Marschall Mac Mahon bei Wärt gänz lich in die Flucht. General Steinmetz erstürmte an demselb.» Tage die Spicherer Höhen. Die badische Division nahm am 7. Ang. Hagena» und schloß am 9. Straßburg ein, weil dessen Kommandant Uhrich die Uebergabe verweigerte. Ei» Telegramm aus dem Großeu Hauptquartier zu Saarbrücken meldete am 10. August: »Die französische Armee setzt ihren Rück- zug gegen die Mosel auf alle» Punkte» fort. Von unfern sämtlichen Armeen folgt ihr die Kavallerie aus dem Faße.' Am 14. August stand die ganze erste Aimee unter General Steinmetz vor Metz und am nächsten Tage überschritt das 3. Corps der zweiten Armee die Mosel; dasselbe gewann nach heißem Kampfe die Schlacht von Vionville - MarS la Tour. Die am 18. August folgende Schlacht von Gravelotte- St. Privat entschied das Schicksal der französischen Rheinarmee. Am 30. August gelang eS Beaumont zu nehmen und den Feind nach Sedan zurückzuschlagen.
Die Schlacht bei Sedan begann am 1. Septbr. mit dem Angriff des 1. bayer. Korps auf Bayailles. Nach langen blutigen Dorf- und Waldgefechten drang )ie Maasarmee unaufhaltsam vor; die Franzosen wurde» vollständig eingeschlofse» »vd, da die Festung nicht einmal verproviantiert war, mußte sie kapitn lieren. Die letzte auf freiem Felde stehende französische Armee und der Kaiser selbst waren gefangen genommen.
Der Adjutant Napoleons, General Reille, überbrachte dem König Wilh.lm folgende Zuschrift:
»Da ich nicht an der Spitze meiner Truppen terben konnte, so übergebe ich meinen Degen Ew. Majestät.' ,
Die Nachricht von den Erfolgen der deutschen Armee rief i» Deutschland allenthalben den lauteste» Jubel wach, wer iudeß glaubte, daß nach Sedan der ! Friede folgen würde, täuschte sich. In Paris wurde ' )ie Republik ausgerufen und die neue Regierung . .chickte sich an den Krieg fortznsetzeu und erklärte, । te werde »keinen Fußbreit Landes, keinen Stein der ।
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. ®t.. Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Q'rthrftrtttfl Moffe m Frankfurt a. M., Berlin, München n. Köln; G. L. AAUl'
Dauben. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
Pfd. des Fürsten. Der Gnadenerlaß greift der irdischen Gerechtigkeit vor, er mildert das Gesetz, das strenge
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und .. .
Feiertagen. — Quartal-AbonnernentS-PreiS bei der Expe- IMLtlvVlIKCle
dition 2‘/* Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 60 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). Jnsertion-gebAr für die gespaltene Zeile MtttWvch, 28. MÜlA 1888
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