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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Luq. Xs<f.

- Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach bornt« und Feiertagen. Ouar'al-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 2/* Mk-, der den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. -Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pig.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Dienstag, 27. Mürz 1888.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes.

sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

m Frankfurt a M Magoeburg u. Wien; Rudolf XXIII ^nhrnftttrt Moste in Frankfurta. M., Berlin, Münchenu. Köln- S. 8 AA1IL <>Uljttsutllj.

Daube u. Co. in Frankfurt a.Berlin, Hannover. Pari-

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So hatte die blutige Saat auf den Schlachtfeldern Lähmens und Südwehdeutschlands herrliche Früchte getragen, Preußen war groß und mächtig geworden, die deutsche Einheit vorbereitet; et» kräftiger nord­deutscher Bundesstaat geschaffen, eine ans echtem Lolkswilleu Verbot gegangene Vertretung sollte die dmeren Angelegenheiten leiten, Preußens König, Wilhelm L, war Schirmherr des Norddeutschen Bundes.

Europa staunte vor Preußens Erfolgen, die man nirgends geahnt hatte. Preußens Sieg war ein Steg Deutschlands und neben dem erhabenen Monarchen, dem jedes Preußenherz freudig zujubelte, vergaß man sicht die Männer, welche Preußens Schwert geschärft, »en Feldzugsplan erdacht, die Diplomatie gekettet: «von. Moltke, Bismarck.

Die während der böhmischen Kriegslage vollzogenen Neuwahlen für das Abgeordnetenhaus brachten eine drr preußischen Regierung freundliche Majorität, so daß nun auch im Innern der Friede gegeben war.

WilftHm,

Deutscher Kaiser, König von Preußen.

(Fortsetzung)

Auf Gruud dieses Paragraphen wurden Schles« vig-Holsteiu, Hannover, Kurhessen, Nassau und Frank­

furt a. M. mit der preußischen Monarchie vereinigt. Die preußischen Heere sollten binnen drei Wochen dorn Austausch der Urkunden ad das Gebiet des Saiferstaates räumen.

Buketts und eine Blumenkrone wurden ihm überreicht, als Elsässerinnen gekleidete Mädchen brachten der Tochter Sträuße. Gegenmanifestanten riefen:Es lebe Carnot und Logerot!" Man antwortete:Nieder mit den Preußen!"Ins Wasser mit den Prussiens!"

Dontlmger.

Am Sonnabend sand das Verhör Boulangers durch den militärischen Disziplinarausschuß in Paris statt. Dieser aus den Generalen Florier, Brefsoimet, Gressot, Thierry und Franchessin bestehende, mit der Untersuchung über das Verhalten des Generals Bouianger betraute Rat trat tags vorher zusammen, um sich zu konstituieren und von den durch den Minister mitgeteilten Schriftstücken Einsicht zu nehmen. General Boulanger traf gestern nachmittag 5l/i Uhr in Paris ein, wurde auf dem Bahnhose von einigen hundert Personen mit Zurufen empfangen und begab sich sofort nach dem Louvre-Hotel.

In Clermont wurden dem General bei seiner Abreise nach Paris große Ovationen dargebracht. Eine große Menschenmasse begleitete ihn, der in Zivilkleidung mit seiner Tochter zu Fuß zum Bahn­hof ging. Der Präsident des Ovationskomitees hielt eine Rede und Boulanger antwortete, er habe schon viermal für das Vaterland fein Blut vergaffen und fei stets bereit, es noch einmal zu ihun und schloß [mit dem Ruf:Es lebe die Republik!" Viele

Durch die Verfassung des Norddeutschen Bundes £» 1. Juli 1867 wurde König Wilhelm Präsident desselben und übernahm die militärische und politische nührung sämtlicher übrigen norddeutschen Staaten; durch Alliavzverträge mit den süddeutschen Fürsten vhielt er auch den Oberbefehl über die süddeutschen -,nqii*ontingtnt?. Ein neues Deutschland war geschaffen, - y sber der Bau war noch-nicht vollendet.

König Wilhelm reiste am 5. Juni mit seinem wohne und dessen Gemahlin zum Besuch der Welt-

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Illustriertes Sonntagsblatt

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Es kam zu Schlägereien; ein Journalist, der »Vive Carnot !* gefchrieen, wurde furchtbar zugerichtet und nur durch das Eingreifen der Polizei gerettet. Die Menge war trotz aller Vorsichtsmaßregeln in den Bahnkörper eingedrungen.

In Clermont wurden Maueranschläge von der Polizei entfernt, deren Schlußsätze lauteten:

Die deutsche Presse hat gefordert, daß man Boulangers Degen breche. Die französische Re­gierung läßt den Verdacht auf sich sitzen, gehorcht zu haben. Erheben wir Einspruch gegen Frankreichs Erniedrigung unter den preußischen Stiefel. Das Volk will keine Diktatur, muß aber denen, die ihm dienen, dankbar sein."

Man hat seine Kandidatur offiziell aufgegeben, um dem Vorgehen der Regierung gegen ihn ein Schnippchen zu schlagen; allein die Agitation für ihn wird doch fortgesetzt und man hofft, ihn im Aisne-Departement (Laon) durchzubringen. In Lyon ist seit einigen Tagen wieder ein neues Blatt er­schienen, welches für Boulanger agitiert, indem es in einem Artikel mit der Überschrift:Wenn es euch beliebt" schreibt:

Der erste König war ein siegreicher Soldat", um Boulanger für denjenigen zu erklären,der uns einst Elsaß und Lothringen in den Falten seiner Fahne zurückbringen wird."

Die französische Regierung hat offenbar einen großen Fehler gemacht, daß sie nicht damals, als der Caffarel - Skandal zum Ausbruch kam, gegen Boulanger vorging, sondern selbst durch Beiseite­schaffung der Briefe und Depeschen die Sache ver­tuschen half und dadurch selbst sich in ein schlimmes Licht stellte, während sie jetzt gegen Boulanger nur auf Grund feiner Agitationen gegen feine Vorgesetzten und die Regierung einschreiten kann. Dadurch tritt er bei den urteilslosen Massen in das Licht des politischen Märtyrers, während damals jedermann das Vorgehen gegen ihn hätte billigen müssen. Bou­langer hat sich in jeder Beziehung als ein Enthusiast und Phantast erwiesen sowohl als Militär und Kriegsminister, wie als Politiker; aber er hat es gerade dadurch verstanden, sich während seiner Minister­schaft eine große Popularität zu verschaffen. So ist seine Person und sein Name zu einer Fahne ge­worden, um welche sich alle diejenigen sammeln nicht blos auf der äußersten Linken, sondern sogar auf der Rechten welche mit den gegenwärtigen Zuständen unzufrieden sind. Und Boulanger ist eitel und phantastisch genug, sich zu einer solchen Fahnen­stange herzugeben. Die anderen Herren, welche seit ausstellnug nach Paris und verweilte dort gleichzeitig mit seinem Neff- n, dem Zaren Alexander n. von Rußland, neun Tage; und tm Juli stattete auch die Königin Augusta dem französischen Kaiserpaar einen Besuch ab.

Die Lage Europas gestaltete sich friedlicher, was dem Ausbau deS deutschen Einheitsgedankens nur förderlich fein konnte. Am 8. Juli 1867 wurde in Berlin zwischen den norddeutschen und süddeutschen Staaten derZsllbnnd" geschlossen, der daS Bestehen deS Zollvereins auf weitere 10 Jahre verlängerte und eine Gefamtveifaffung für ganz Deutschland ins Leben gerufen. Die Vertreter der süddeutschen Staaten vereinigten sich mit denen der norddeutschen zum Reichstag, dessen Mitgliederzahl Übrigens von 297 auf 382 erhöht wurden, da er ja alsZollparlament" dienen sollte. Die hierzu erforderlichen Wahlen er­gaben freilich kein der deutsch»nationalen Sache günstiges Resultat: aus Bayern kamen zu zwei Dritteln Ultramontane, welche dem Anschluß deS Südens au den Norden durchaus widerstrebten, und in Württemberg gar vermochte nicht ein einziger Kan­didat derdeutschen Partei" durchzudringen. Trotz­dem schliffen sich bei gemeinsamer Arbeit im>Parlament manche Gegensätze ab, die früher unüberwindlich ge. chienen hatten. Zum Eintritt der süddeutschen Staaten n de» Nordbnnd aber kam cs vorerst nicht, dazu bedurfte es eines gewaltigeren Anstoßes, der in dem ewig denkwürdige», ruhmreichen deutsch.französischen Kriege von 187071 gegeben wurde.

Des dritten Napoleon Ruhmeskranz war im Welken begriffen, der Kaiser fühlte sich unsicher auf Frank­reichs Throne, auf dem er seine Dynastie zu befestigen glaubte durch einen Krieg mit Preußen, von dem das Bott ohnehinRache für Sadowa" forderte.

In Ermangelung einer wirklichen Veranlassung mufete die spanische Thronkandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern den Vorwand bieten. Die ranzösische Regierung machte aus einer Angelegenheit,

17 Jahren auf den französischen Ministerstühleii und Parlamentsfesseln gesessen haben, wollen ebenso wie Boulanger die Revanche; aber sie sind vor- fid)tig und einsichtig genug, das nicht zu proklamieren; die revanchelustige Masse legt ihnen das als Feig­heit aus, und Boulanger ist weniger zurückhaltend; mit ihm glauben sie endlich das Hangen und Bangen in schwebender Pein" durchbrechen zu können. Ob dann er oder ein anderer an die Spitze tritt, das ist diesen Elementen gleichgiltig; sie sagen sich: wenn es nur erst einmal losgeht, da.,n wird sich das andere, auch der neue Cäsar für Frankreich schon finden; aber erst muß es einmal losgehen, und dazu scheint ihnen Boulanger der Mann zu fein. Uns scheint er freilich auch dazu nicht tauglich zu sein; denn zu einem solchen Staatsstreich gehört ein Mann, der viel mehr Kraft, Energie und Umsicht besitzt, als Boulanger bis jetzt an den Tag gelegt hat. Aber man kann keine» anderen kriegen, deshalb nimmt man mit ihm vorlieb und sagt sich wohl: in den früheren Revolutionen sind die Anfänger auch mast bester gewesen, als Sturmbock, um die jetzige Stag­nation zu durchbrechen, ist er gut genug! So sehen ihn jedenfalls auch die Orleanisten an, welche ihn unterstützen. Mit der Regierung, wie sie seit zehn Jahren durch die Opportunisten oder Mittelparteiler geführt wird, ist man auf allen Seiten unzufrieden, und die Caffarel- und Wilson-Skandale mit dem, was drum und dran hängt, haben dem Faß den Boden ausgestoßen. Man hat gesehen, wie die Herren in der Regierung und in den Parlamenten ihre Stellungen zu ihrem und ihrer Bekannten Vor­teil ausbeuten; man hat in die Abgründe der Un­sittlichkeit geblickt, welche sich auf dem Boden der atheistischen Republik anfgethan haben; man leidet unter dem Rückgang des wirtschaftlichen und sozialen Wohlstandes; man vergleicht das jetzt so öde Paris mit dem Glanze der napoleonischen Zeit und sagt stch: eine gottlose Wirtschaft war es ja auch damals, und sie hat schließlich ihren Untergang gesunden; aber sie hat dem, der arbeiten wollte, doch Verdienst gebracht, jetzt dagegen ist die Liederlichkeit noch größer und wird sicherlich auch ihren Richter finden, aber Hunger und Not sind jetzt schon ihre Begleiter. Und davon ist der Franzose kein Freund. Die Franzosen sind wie die Römer: sie wollen Brot und Spiele haben, bann lassen sie ihre Könige und Regenten schwelgen. Hört das aber auf, kehrt die Not ein, dann machen sie Revolution. Und der jetzigen Re­gierung gehts wie allen früheren: sie haben selbst die Revolution genährt und großgezogen und des- bte eigentlich nur Spanien angtng, sogleich einen Kriegsfall zwischen Frankreich und Preußen.

Prinz Leopold von Hohenzollern war von der spanische» Regentschaft für die Königskrone von Spanten in Aussicht genommen und hatte sich im Falle seiner Wahl durch die Corte» zur Annahme jener bereit erklärt.

_ -A'U 9-3»li 1870 stellte darauf der französische Gesandte Benedetti, abweichend von den im diploma­tische» Verkehr herkömmlichen Forme», unmittelbar au die Person des Königs Wilhelm die Forderung daß er dem Prinzen Leopold die Annahme der spanischen Königskrone verbieten solle - eine Zumutung, die der König zmückwies. Der Prinz von Hohenzollern verzichtete dann freiwillig auf die ihm zugedachte Ehre.

$ataufbtn wurden die französischen Karten in anderer Werse gemischt. Minister Gramont meinte achselzuckend, daß die öffentliche Meinung sich in Frankreich in größter Aufregung befinde; sie laste fich "«r beschwichtige», wenn eine vollständige Ge- nuglhuung von Preußen erlangt, würde, welche etwa barin b-stehe» könnte, daß bei König erkläre, er hatte nicht annehmen können, durch bie Ermächtigung d-s Prinzen zur Annahme ber spanischen Krone den Interessen und der Würde der französischen Nation zu nahe zu trete». Er schließe sich der Evi- ognng an »nd zwar mit dem Wunsche, daß jeder Grund des Zwiespaltes zwischen beiden Regierungen nunmehr verschwinde werden.

König Wilhelm befand sich damals jur Jfut im Bade Ems. Mit Ruhe und Bestimmtheit wies er )ie ihm gemachte Zumutung zurück, und als der ranzösische Botschafter dessenungeachtet am 13. Juli in einer erbetenen zweiten Audienz den Gegenstand wieder zur Sprache bringe» wollte, da weigerte sich der Mooarch, ih» zu empfangen. Er ließ ihm durch "» Adjudante» vom Dienst de» würdigen und be. dentungsvollen Bescheid erteilen, daß Se. Majestät ihm nichts weiter mitzuteilen habe.

Wahrhaft empörend war es, mit welcher Untier.

halb waren sie machtlos gegen dieselben, wenn sie auftraten. So hat die jetzige Regierung seit 17 Jahren die Revanchegelüste genährt, hat dadurch Frankreich isoliert, seinen früheren Verkehr mit Deutsch­land, der Frankreich so viel Vorteil brachte, zerstört, und dadurch sind die Revanche und ber Notstand» mit einanber verquickt; bie Autorität hat man überall zerbrochen, bie Religion unb was an sie erinnert, hat man aus ben Schulen hinausgeworfenWeber Gott noch Herr" war bie Parole unb babei bildete man sich ein, die Autorität ber Regierung werbe dadurch nicht berührt, sie beruhe auf ber Klugheit unb ber Militärmacht ber Regierung; man hat auch Boulanger feit Jahren gewähren lassen, hat ihn als Minister bewnnbert unb nun kehrt man den Spieß gegen ihn! Das kann nur gelingen, wenn bie Regierung Kraft genug besitzt, nicht bloß mit Boulanger, fonbem auch mit bem Boulangismus b. h. mit ber Revanche ernsthaft uub gründlich zu brechen, in ein ehrlich - freundliches Verhältnis mit Deutschland einzutreten unb in Frankreich selbst roieber die alten festen Grundlagen jedes Staatswesens, Gottesfurcht und sittliche Zucht herzustellen. Ob die Regierung dazu die Kraft und ben Mut finbet, davon hängt alles ab; bie Zeit des Spielens mit bem Feuer der Revanche, bei dem Frankreich selbst zu Grunde geht, scheint ernstlich zu Ende zu gehen. Der Boulanger-Schwindel beutet barauf hin.

Deutsches Reich.

Berlin, 24. März. Der Kaiser arbeitete heute vormittag mit dem General von Albedyll. Nachmittags um brei Uhr fanp vor ber Kaiserin Viktoria bie Trauerkur im Rittersaale des Schlaffes statt, an welcher sämtliche Prinzen unb Prinzessinnen teil­nahmen. Die Kaiserin, in tiefster Trauer mit dem Bande bes Schwarzen Ablerorbens, nahm vor bem Throne Platz, während» sich bie Prinzen unb Prin­zessinnen seitwärts von bem Throne aufstellten. Vom Eingänge des Saales bis zum Throne bildeten Pagen mit Trauerabzeichen Spalier. Die Kur wurde von den Damen des Gefolges ber Kronprinzessin eröffnet. Denselben folgten bie General- unb Flügel - Adju­tanten, ber Geheimrat von Wilmowski, fobann das diplomatische Korps mit feinen Damen, an deren Spitze bie Botschafterinnen, hieraus bie Mitglieder des Bundesrates, bie Ritter des Schwarzen Adler- Ordens , bie Häupter ber fürstlichen Familien, bie Generalität, bie Minister, bie Präsidenten des Reichs­tages unb bes Landtages, die Wirklichen Geheimen Räte, die Mitglieder des Reichstages unb beiber frorenheit man bie widerwärtige Sache tu Paris so zu drehen unb zu toenben suchte, daß es ben Anschein gewann, als sei Frankreich ber angegriffene, beleidigt- Teil. Die Friedensvermittlungsversuche der übrigen Großmächte konnten unter solchen Umständen zu keinem Ziele führen; der englische Botschafter zu Paris, Lord Lyons, sagte eS dem Herzog von Gramont ge­radezu ins Gesicht: Wenn ei» Krieg ausbricht", lautete» feine Worte, so wird ganz Europa sagen Frankreich trägt die Schuld. Preußen darf bann den Beistaub von ganz Deutschland erwarten, da man in diesem Vorgehen eine leidenschaftliche Begierde, Preußen zu demütigen, erkennen wird. Frankreich wird bann die öffentliche Meinung der ganzen Wett gegen sich haben."

Am 15. Juli wurde in Paris der Krieg beschlossen, unb am 19. erfolgte die Kriegserklärung. Der König verließ am 14. Ems unb eilte »ach Berlin, auf allen Stationen würbe er begeistert begrüßt und enthusiastisch in der Hauptstadt empfangen. An demselben Abend noch fand ein KriegSrai statt, die Mobilmachung ber Armee würbe beschlossen, unb die Einberufung bes Reichstages für ben 16. Juli festgesetzt.

Ein Schrei ber Entrüstung ging durch alle deutschen Gaue ob des fränkischen Uebermuts. Aller Streit »nd Hader war vergessen, Nord und Süd standen gemeinsam auf gegen den Erbfeind, die heilig: Flamme ber Begeisterung für bie nationalen Güte», te loderte mächtig empor, die Mainlinie war ver- chwnnden unb in wenigen Tagen ein einziges Deutsch­land entstanden.

Am 19. Juli eröffnete der König persönlich den Reichstag:

»Hat Deutschland derartige Vergewaltigungen seines ssrchts und feiner Ehre in früheren Jahrhunderte» chweigend ertragen, so ertrug es sie nur, weil es in feiner Zerrissenheit nicht wußte, wie stark eS war.

(Fortsetzung folgt)