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Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und »erlag von Joh. lag. Koch.

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allen Teilen des deutschen Reiches, von Städten,

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und Liebe in diesen für Allerhöchstdieselben so schmerz-

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Landgemeinden und Privatpersonen Beileids- und Huldigungstelegramme, sowie Zuschriften in außer­ordentlich großer Anzahl zugegangen. Se. Majestät sind von diefen Kundgebungen treuer Anhänglichkeit

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sichen Tagen tief gerührt gewesen, v. Puttkamer.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht weiter folgendes chreiben der Kaiserin-Witwe an den Reichskanzler

Die erhabenen Kunogebungen der Trauer und

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rrgens ange- nmteii statt.

[schein cimpf- er zu-

Für Kirchhain nimmt Herr Buchbinder Rindt, sowie für hier unsere Expedition Bestellungen ent­gegen.

HGM- Neu zugchende Abonnenten erhalten in Kirchhain wie hier vom Tage der Bestellung bis zum 1. April die Zeitung gratis.

Teilnahme bei dem Hinscheiden Meines in Gott iruhenden Gemahls, des Kaisers und Königs Wilhelm, Majestät, legen das letzte ergreifende gnis dafür ab, was er dem Vaterlande, was sein tont Allmächtigen begnadetes Leben für die Welt Gewesen ist. Die überwältigende Macht dieser weit- «nsaffenden Liebe und Verehrung für unseren zur »eigen Heimat eingegangenen lieben Herrn läßt Mich, « Gesährtin Seines Lebens, an Sie die Bitte richten, en Dank für Alles öffentlich auszusprechen, was Ihm

der pflichttreuen gottesfürchtigen Erfüllung Seines

Wilhelm,

Deutscher Kaiser, König von Preußen. (Fortsetzung)

Marburg,

Mittwoch, 21. März 1888.

Deutsches Reich.

Berlin, 1». März. DerReichsanzeiger" ver­öffentlicht folgende Bekanntmachung:

Sr. Majestät dem Kaiser und König find aus Anlaß des Dahinscheidens Sr. Majestät des in Gott ruhenden Kaisers und Königs Wilhelm aus

Illustriertes Soimtagsblatt.

und Kirchhai« und

Illustriertes Sonutagsblatt

wir bei der Post baldigst erneuen zu wollen

Die Bestellungen für das zweite Quartal auf die

Overhesfische Zeitung

mit ihren Gratis-Beiblättern

Kreisbtatt fSr die Kreise Marburg

tigung der Leiche Kaffer Wilhelms zu gelangen, ve- i gab sich der Präsident Herr v. Wedell-Piesdorf zum I Reichskanzler Fürsten Bismarck, um Beschwerde zu führen. Der Kanzler verhehlte keinen Augenblick 1 feine Entrüstung über das Vorgefallne und erklärte, : er werde sofort persönlich in der nachdrücklichsten : Weife auf Untersuchung bringen und dem Reichstage 1 hiernach volle Genugthuung verschaffen. Auch Herr von Köller, der Präsident des Abgeordnetenhauses, hatte über die den Abgeordneten widerfahrenen Un- gebührlichkeiten am Dom eine Unterredung mit Fürst Bismarck, welche denselben Erfolg hatte, wie die des Reichstagspräsidenten. Für den Bundesrat hat Herr von Bötticher, der felbst Erfahrungen a.i Ort und Stelle zu machen Gelegenheit hatte, die Sache in die Hand genommen. Die wichtigste Frage und Haupt- forge bleibt andauernd der Gesundheitszustand des Kaisers. Es waren auch heute wieder beun­ruhigende Nachrichten über den Zustand des Kaisers in parlamentarischen Kreisen verbreitet. Bestimmte Einzelheiten, die darüber erzählt wurden, so nament­lich von einem Fortschreiten des ursprünglichen Nebels nach dem Rachen und der Mundhöhle hin sind, wie wir aus absolut sicherer Quelle erfahren, unbegründet. Der Zustand des Kaisers ist auch heute nach ganz zuverlässigen Nachrichten ein ganz verhältnismäßig be­friedigender. Auch aus der Thatsache, daß er zu­weilen länger wie getvöhnlich im Bette zubringt, sind besonders ungünstige Schlüsse nicht zu ziehen. Die Aerzte veranlassen ihn zum Teil im Bette zu bleiben, um ihn von Ueberanstrengungen abzuhalten. Ter Kaiser arbeitet viel und mit Ausdauer. Personen, die ihn in den letzten Tagen gesehen und gesprochen haben, sind, obwohl sie das schwere Leiden nicht verkennen, doch freudig überrascht von seinem guten Aussehen, seiner straffen und elastischen Haltung. Personen, denen er die Hände geschüttelt hat, wissen zu erzählen, daß seine Kräfte nicht nachgelassen haben. Was von einer demnächst beabsichtigten Operation erzählt wird, bedarf noch der Bestätigung. Es handelt sich dabei keinesfalls um einen Eingriff von außer, sondern nur um die Beseitigung abgestorbener Knorpelreste vom Munde aus. Durch ein hiesiges Lokalblatt war heute das Gerücht verbreitet, daß Kronprinz Wilhelm an seinem alten Ohrenleiden er­krankt sei. Das Gerücht ist unbegründet.

Charlottenburg, 18. März. In der hiesigen Schloßkapelle fand heute Vormittag 11 Uhr ein von dem Oberhosprekuger Kögel abgehaltener Gottesdienst statt, welchem der Kaiser, die Kaiserin mit Prinzes­sinnen Töchter, das Kronprinzenpaar, Prinz Heinrich, vom 7. Oktober 1858 als Regent eingesetzt. In ge. gemeinsamer Satzung am 25. Oktober erhielt die Regent­schaft die gesetzliche Bestätigung der beiden Häuser der Volsvertretung und am darauffolgenden Tage leistete der nunmehrige Prinz. Regent vou Preußen den Eid auf die Verfassung.

Gleich nach Antritt der RegierungSgewalt entließ der Priuz-Regent das Ministerium Manteuffel und beauftragte am 5. November den ihm verwandten Fürsten Karl Anton von Hohenzolleru-Sigmaringen mit der Bildung eines neuen KabtnetS, der zu Amts- genoffen Flottwill, von Auerswald, von Schleinitz, von Vouin, von Palow, von Puckler, von Bethmann- Hollweg, vou der H ydt und Dr. SimouS berief. In einer Ansprache an dieses Ministerium der .neuen Aera" am 8. Nov mber legte der Regent seine Re- gierungsgrundfätze dar, wobei er erklärte, daß vou einem Bruch mit der Vergangenheit keine Rede sei, daß aber auf kirchlichem Gebiet Heuchelei, Schein­heiligkeit und Neigung zu Uebergriffen nicht geduldet werden dürfen; daß Preußens Armee mächtig und angesehen sein wüffe, um, wenn eS gelte, ein schwer­wiegendes politisches Gewicht in die Wagschale legen zu können; daß Preußen in der auswärtigen Politik ich nicht fremden Ei, flössen hingeben dürfe, in Deutsch, and aber durch .weise Gesetzgebung, durch Hebung oller sittlichen Elemente und durch Ergreifung vou Eiuigungselemeuteu moralische Eroberungen machen muffe." .Die Welt muß wiffeu, daß Preußen über­all daS Recht zu schützen bereit ist."

Er bekundete durch dieses klare Programm ganz >en selbständigen, welterfahreue» Geist den echten Hohenzoller, der seine Zeit verstanden und erfaßt ' at. Und eS war nicht Zufall, sondern wohlwollendes Geschick, daß gerade sitzt ei» solcher Manu das Staats­ruder in Preußen ergriff.

Beim Ausbruch deS ital. Krieges 1859 sah sich : Vilhelm vou allen Seiten umworben: Graf Cavour mtte schon im Juli 1858 bei einem Besuch iu Baden- Baden den Prinzen für Italien zu gewinnen sich be-

M«UW Reifung

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

verantwortlichen Berufs, was mir nach Seinem fried­lichen Scheiden in der Schwere Meines Leids an unzähligen Beweisen solcher ehrenvollen Gesinnung aus Deutschland und dem Auslande dargebracht worden ist. Die Worte versagen für die Tiefe Meines Schmerzes, wie für die Fülle meines Dankes. Möchten ihn Alle, die mit Mir trauern, so aufnehmen, wie mein wundes Herz denselben Allen, vom Höchsten bis zum Geringsten, entgegenbringt! Was mir an Kräften verbleibt, soll dem Vorbild und dem Vermächtnis dessen geweiht fein, dem zur Seite ,-u stehen mir vergönnt gewesen ist. Berlin, den 18. März 1888. Augusta.

Berlin, 19. März. Anläßlich der Thronbe­steigung des Kaisers und Königs sollen in außer­ordentlicher Mission abgehen: die General Adjutanten von Loen nach Londqn, Greff Lehndorff nach Wien, von Werder nach Petersburg, Fürst Hohenlohe-Ingel­fingen nach Rom, Fürst Radziwill nach Madrid und Liffabon, General von Alten nach Paris, an den Papst Oberschenk Fürst Hatzfeldt. Gestern empfingen der Kaiser und die Kaiserin die Vertreter der fremden Staaten in Audienz und demnächst die Deputationen der rufsifchen und österreichischen Regimenter. Zur Oberhofmeisterin der Kaiserin ist die Fürstin von Hatzfeldt-Trachenberg bestimmt. Es verlautet, der Reichsgerichts - Präsident habe den Schwarzen Adlerorden erhalten. Das Befinden des Kaisers ist trotz der Anstrengungen verhältnisniäßig gut, nach­dem in der vergangenen Nacht bei einigen Unter­brechungen der Schlaf doch erquicklich gewesen ist. DasArmeeverordnungsblatt" veröffentlicht einen kaiserlichen Befehl vom 17. d. Mts., welcher bestimmt, daß während der Trauer um den dahingeschiedenen Kaiser die Epaulettes nicht anzulegen sind. Im Reichs - Anzeiger" giebt Minister von Puttkamer folgendes bekannt: Dem Kaiser sind aus Anlaß des Hinscheidens des Kaisers Wilhelm aus allen Teilen des Reiches eine große Anzahl von Beileids- und Huldigungs - Telegrammen zugegangen. Der Kaffer ist von diesen Kundgebungen treuer Liebe tief gerührt gewesen. Nach einer Mitteilung desD. Tgbl." hat Herr von Maybach den höchsten Orden auf aus­drücklichen Wunsch des Fürsten Bismarck erhalten. Kaiser Wilhelm wollte dem Minister den Orden zum 22. März verleihen. In der betreffenden Ordre des jetzigen Kaisers soll es deshalb auch heißen: Einen Befehl des verstorbenen Kaisers vollziehend 2c." Infolge der skandalösen Vorgänge am Dorn, wo­durch der Reichstag (wie auch der Bundesrat und der preußische Landtag) trotz Einladung verhindert wurde, in würdiger Weise in den Dorn zur Besich-

Beim Volke freilich, das seine Gesinnung, seine Auf­richtigkeit und Wahrheitsliebe erkannt hatte, wurde er von Jahr zu Jahr dekauuter. Die frühere Ab- Neigung schlug ins Gegenteil um.

Der Prinz vou Preußen hatte fett dem März 1850 seine Residenz in dem freundlichen Koblenz aufgkschlagen. In dem königlichen Schlosse, das einen der schönsten Punkte des Rheinthals beherrscht, ver­lebte da? prinzliche Paar glückliche Zeiten. Den 31. Mai 1851 führte der Prinz bei der Einweihung des Denkmals Friedrichs des Großen in Berlin den Oberbefehl über die Truppen des Gardekoips, auch der GiundsteiulegungdesSchlossesHohenzolleru wohnte er an der Seite des Königs bei.

Im Jahre 1854 feierte der Prinz vou Preußen in Berlin die silberne Hochzeit mit der Prinzessin Augusta. Aus den verschiedensten Gegendeu der Monarchie, besonders aber aus deu Rheinlanden, kamen Deputationen. Zu demselben Jahre erfolgte die Ernennung des Prinzen zum Gkueralobersten der Infanterie (im Range eines Generalfeldmarschalls) nnd Gouverneur vou Mainz. Der Aufenthalt in Mainz brachte ihn auch mit der alten Bundesstadt Frankfurt in Berührung, und hier lernte er den rreußischeu Bundestagsgesandten, Otto von Bismarck, eunen.

Im Juli 1857 fand die Verlobung seines Sohnes Friedrich Wilhelm, des deutschen Kronprinzen, mit der ptincess royal, Viktoria, von England statt.

Am 1. Januar 1857 feierte der Priuz vou Preußen ein 50jähriges Dieustjubiläum.

Der König war im September 1857 von einem Hirnschlag 6etroffen worden, der ihm die Fortführung der Regierung unmöglich machte, so daß Prinz Wil. ffelm gemäß Verfügung vom 23. Oktober 1857 vor. eist für die Dauer von drei Monate» ihnin der : oberen Leitung des Staates zu bei treten* hatte. Diese vorläufige Stellvertretung wurde dreimal ver, ! längert; als aber der Zustand des Königs sich nicht : besserte, wurde der Prinz von Preußen mittelst Erlaß !

Prinz Albrecht mit seinen Söhnen, Prinz Alexander,. Prinzessin Friedrich Karl, Erbprinzenpaar von Mei­ningen, Großherzog, Erbgroßherzog, Prinzessin Irene von Heffen, Prinz Christian von Augustenburg bei­wohnten. Nach dem Gottesdienste unterhielt sich der Kaiser noch längere Zeit mit den Fürstlichkeiten. Wie diePost" meldet, hatte der Kaiser eine erquickende Nacht und schlief fast ununterbrochen bis heute früh. Gestern Nachmittag hatte der Kaiser zahlreiche Besuche der hier anwesenden Fürstlichkeiten empfangen, darunter den König der Belgier, den Grafen von Flandern, die Kronprinzen von Italien, von Griechenland und von Dänemark, den Prinzen Ludwig von Bayern und den Prinzen Wilhelm von Württemberg.

Straßburg i. E, 19. März. Folgender Erlaß Sr. Majestät desKaisers ist heute veröffentlicht worden : Wir Friedrich, von Gottes Gnaden deutscher Kaiser, König von Preußen rc., thun kund und fügen hiermit zu wissen: Nachdem Unseres geliebten Herrn Vaters Majestät, weiland Kaiser Wilhelm, nach Gottes Ratschluß aus dieser Zeitlichkeit geschieden, ist die deutsche Kaiserwürde und damit in Gemäßheit der Reichsgesetze die Regierung der Reichslande auf Uns übergegangen. Wir haben dieselbe im Namen des Reiches übernommen. Entschlossen, die Rechte des Reiches über diese deutschen, nach langer Zwischen­zeit wiederum mit dem Vaterlande vereinigten Gebiete zu wahren, sind Wir Uns der Aufgabe bewußt, in demselben deutschen Sinn und deutsche Sitte zu pflegen, das Recht und die Gerechtigkeit zu schirmen und die Wohlfahrt und das Gedeihen der Bewohner zu fördern. Bei Unserem Bestreben, dieser Aufgabe gerecht zu werden, zählen Wir auf das Verttauen und die Ergehenheit der Bevölkerung, sowie auf die treue Pflichterfüllung aller Behörden und Beamten. Wir fordern und erwarten die gewiffenhafle Beob­achtung der Gesetze, dagegen werden auch Wir jeder­manns Rechten Unseren Kaiserlichen Schutz gewähren. Durch unparteiische Rechtspflege und eine gesetzmäßige wohlwollende und umsichtige, aber mit fester Hand geführte Verwaltung wird die unverjährbare Ver­bindung Elsaß-Lothringens mit dem Deutschen Reiche wieder eine so innige werden, wie sie in den Zeiten Unserer Vorfahren gewesen ist, bevor diese deutschen Lande aus der uralten und ruhmvollen Verbindung mit ihren Stammesgenossen und Landsleuten losge­rissen wurden. Wir befehlen, diesen Erlaß durch das Gesetzblatt zu verkünden.

Gegeben Charlottenburg, den 15. März 1888. gej. Friedrich, gegengez. Fürst v. Hohenlohe.

müht; Napoleon IIL ließ ihn im Februar, falls er Frankreich in der italienischen Frage unterstützt". Holstein, Hanover und Kurhissen anbieten; Erbherzog Albrecht suchte ihn ihm April zu einer Truppenaus­stellung am Rheim zu vermögen. Aber der Prinz-Regent wollte sich weder zum Werkzeug der Napoleonische ir Pläne, noch zum Gehilfen der legitimistisch-kleiikalen Politik Oesterreichs machen laffen, und war zu einer militärischen Mediation ober Jute;veution nur dann bereit, wenn ihm der Oberbefehl über die gesammre Streitmacht nnd die unbeschränkte Verfügung über dieselbe überlassen würde.

Oesterreich fürchtete aber, daß wenn dieser Oberbc- thl vom Bundestag einmal erteilt sei, er sich bei gefährlichen Zeiten leicht in einen dauernde» ver­wandeln könnte; es fürchtete auch, daß Preußen im Falle eines für Oesterreich günstige» Ausganges des italieuischeu Krieges zuviel gewänne und so zag eS vor nach empfindlichen Niederlage» bei Magenta und Solferiuv den Waffenstillstand in Villafrarca zu chließen nud die Hälfte seines Besitzes in Italien, >ie Lombardei und Mailand zu verlieren, die au Viktor Emanuel übergingen.

Preußen wußte befähigt werden zn einem etwa notwendig werdenden großen Krieg, wozu es bislang unfähig war; die jüngeren Altersklassen sollten in tärkeremMaßr herangezogen werden als die ältere»; u»d alle wehrhaften Jünglinge sollte» gleich sein vor dem Gesetz, nicht bloß dem Name» nach, sonder» auch in der That und Wahrheit.

Wenn die Reorganisation durchgeführt wurde, wen» alle dienstfähigen Männer vom 20. bis 27. Jahr in Linie nnd Reserve eintreten drei Jahre in die erste/ vier in die letztere dann konnte Prenßen mit 400,000 Ran» ins Feld rücken und dieses Ergebnis, wozu man either zwölf Jahrgänge Linie, Reserve nnd Landwehr nötig gehabt hatte, wurde jetzt mit sieben Jahrgängen ohne die Landwehr erreicht.

(Fortsetzung folgt)

Er führte am 18. August den Großherzog nach Karlsruhe zurück nud hielt, zum Militärgouverneur ton Rheinland und Westfalen ernannt, am 13. Oktober seine» Einzug iu Berlin, wo ihm der König deu Orden pour le mtirite überreichte. Außerdem schenkte a ihm für daS Schloß Babelsberg eine Bildsäule, Nelche den Ritter Georg wie er deu Drachen tötet, dargestellt.

Durch die Niederwerfung der Aufständischen in Eüddeutschlaud halte Preußens Ansehen wesentlich Mfconmn; ermutigt dadurch versuchte der König einedeutsche Union" zu errichten und Deutsch, land eine einheitliche Verfassung zu geben; thatsächlich gelang es ihm mit Hannover und Sachsen den Drei» köuigsbund zu schließen, dem Unternehmen fehlte aber der innere Halt, so daß es nach wenigen Wochen, Neil Oesterreich gegen eine politische Organisation Deutschlands ohne feine Mitwirkung protestierte, und Dayern und Württemberg einem engeren Bündniß mit Preußen sich offen widersetzten, in die Brüche ging.

Vor diesen Hindernisse» wich der König von Preußen Awutigt zurück. So kam dann nur der preußischer­seits durch den damaligen Minister Otto von Mau- ituffel ratifizierte Vertrag von Olmütz zu Staude, darch de» sich Preußen allen Forderungen Rußlands ieb Oesterreichs unterwarf und feine deutsche Re- Mwpolitik aufgab. Prinz Wilhelm hatte vorher in «arschau und Petersburg vergeblich versucht, den kt preußischen Politik mißgünstigen Zaren Nikolaus -. . tvzustimmeu.

Mit dem Tage von Olmütz hatte für Preußen .Zinn. Ke Periode auffälligen Rückgangs begonnen. Prinz ,7,8 Wlhelm sah wohl klar nud deutlich wo fein Vater. ,1868) Md der Schuh drückte, allein das Mauteuffelsche ' Prgierungssystem drängte ihn iu den Hintergrund.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach dann- und Feiertagen. Quart al-AbonnemeurS-PreiS bei der Expe­dition 2*/t Ml., bei den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. lexkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die gehaltene Zeile 10 Pfg. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

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