- Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Luo Kzch.
’lt,
Vaterlandes, in dessen Neubegründung die ausdauernde
[urett,
ifler,
Okw nur, des Gewonnenen
■an
Wilhelm, Seiner nie wankenden Pflichttreue, Seiner müssen vor allem in der Ehrfurcht und in den Sitten des' Staats allen Uebeln
671
te
mke,
Kaiser Wilhelm ist nicht mehr-
A. Wolf.
zu
te
gung ndige 1418
Berlin, den 12. März 1888.
Ihr wohlgeneigter Friedrich III.
4.
n, Vor- kostcn- (1620
Schar Dich treu nun um,den Sohn, Der dem Vater gleich an" Tugend, Heut vernimm es, deutsche Jugend .Schütze stets des Kaisers Thron!« Kernbach, den 10. März 1888.
«Kai er Wilhelm ist nicht mehr,« Deutsches Volk vernimm die Kunde, Die da tönt von Mund zu Munde: «Kaiser Wilhelm ist nicht mehr.«
Wen betrübte dies nicht sehr, Daß der greise Held geschieden? Deutschlands Bürge für den Frieden, Kaiser Wilhelm ist nicht mehr.
Leid und Trauer überall, Bang tönts durch die deutschen Lande Von der Maas zum Memelstrande Durch der Kirche» Glockenschall.
An fein treues, deutsches Heer, Dem gewidmet er sein Leben, Dacht er noch im Todes-Beben; Kaiser Wilhelm ist nicht mehr.
«Fritz, mein Fritz, ach wärst Du hier, Könnt ich Dir die Hand noch drücken, In Dein blaues Auge blicken, Fritz, mein Fritz, ach wärst Du hier!«
Wem wird nicht das Auge trüb, Weuu er sieht des Vaters Sehnen Und vernimmt fein letztes Stöhnen Um den Sohn, den er so lieb. •
Drum Herr, ach erhalt den Fritz, Und laß ruhn in ew'gem Frieden, Ihn, der jetzt von uns geschieden, Ihn, deS Friedens Hort und Stütz.
Dessen Geist, stets rein und hehr, Schwebet jetzt in höh'rer Sphäre. Deutsches Volk vernimm die Märe: «Kaiser Wilhelm ist nicht mehr!«
ten
lg, alten,
t,
>ff.
Füll
st zu n.
leise-, inner, rants
tdeit en.
tmahl ikate
be
13
irättfe, »rung: sch-, osttur 'ttzerrg
ch ver> [1619
88.
s.
eh.
;iirr, rrrchs iu uri lualitä k von Anhalt -ichniss!
[48>
ItitW SM [1^
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und U .
■r* z»e> Feiertagen. - Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe- wlütvitüö. b,e Spedition d. Blattes,
-12. 63- diti°n2'/.Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. ÄJrfÄ'"S" S“afenfie«"n’’> Bögler [
Mittwoch. 14. März 1888 I.ÄSÄÄKSÄ ™- Jahrgang.
Daube u. Co. m Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover.Paris.
Rdiftt Friedrich an lein Volk nud au I $°9en $u Meinem Hause gestanden. bringe Ich | schwächten Erhaltung der Wehrkraft des Landes l hnhin \ p . m
de,, «eich-,er * ™'™'8 U» Ä
eine Abrnddusgabe des .Reichsanzeigers" wr=LarEn Berbindüng non Fürst'und^Bolk 'w-"ch7urn -rn"ste"Pfiicdt-7erw-M"""s"^ Beschungen I Vorschläge finanzieller Reformen ist Meine vorurteils-
öffenllich, solgendes: .6»ä„gi9
An Mein Volk! 1 das unvergängliche Erbe des Hohenzollernstammes endunq der Organisation erhalten9 nwrhon ^re“^n altbewahrte Sparsamkeit die Auflegung
Aus einem glorreichen Leben schied der Kaiser, bildet, Meine Krone allezeit ebenso sicher ruht, wie deren Ruhm 2ündet bat und welche deren «ÜSSk"-" f" k um9^e" unb e,ne Erleichterung bis- Jn dem vielgeliebten Vater, den Ich beweine, und das Gedeihen des Landes, zu dessen Regierung Ich Leistungsfähigkeit sichert hin ^ntirMnfipL 2Inlotb^un9en herbe,fuhren läßt. Die größeren
um den mit Mir Mein königliches Haus in tiefstem nunmehr berufen bin, und dem Ich gelobe9 lin 1entschlossen ,m und f erneren Verbänden im Staate verliehene Selbst- Schmerze trauert, verlor Preußens Volk seinen rühm- gerechter, und in Freud wie Leid Im treuer König hafwr Beobachtung ler Bestimmungen vm RAcksd Jck°e« ""9 ^^lich' dagegen stelle
gekrönten König, die deutsche Nation den Gründer zu sein. Gott wolle Mir seinen Segen und Kraft und oanbe§berfnfinnn r„ frftrp„ av ^s zur Prüfung: ob nicht das diesen Verbänden
ihrer Einigung, das wiedererstandene Reich den ersten zu diesem Werke geben, dem fortan Mein Leben Meimn Vorfahren 9aui dem ^'"b ^wahrte Recht der Steuerauflagen, welches von ihnen
deutschen Kaiser! Unzertrennlich wird Sein hehrer geweiht ,st! 9 ' kenntnL der ^u7abwe sba7n UhXfX ^ ±1 Weichende Rücksicht auf die gleichzeitig von
Name verbunden bleiben mit aller Größe des deutschen Berlin, den 12. März 1888. lösenden schwierigen Aufgaben des oellsck^filiftpn U”\@tüat ausgehende Belastung geübt wird,
' " I 3 Friedrich HI Innh s^iti^», o8n-^Aufgaben des gesellschaftlichen 1 den einzelnen unverhältnismäßig beschweren kann.
Arbeit von Preußens Volk und Fürsten ihren schönsten! ------------- ' allseitig gembtet^werden “"s 9^!r $3ei,c toirb 8U erwägen sein, ob nicht in
Lohn gefunden hat. Indem König Wilhelm mit nie Erlaß Sr.Majestät des Kaisers und Königs reiche Wirksamkeit bethätiqen zu können “^rh^n 1®Iteberu"9 .ber Behörden eine vereinfachende ermüdender lundesväterlicher Fürsorge dos preußische an den Reichskanzler und Präsidenten !daß der seit Jahrhunderten m <x Änderung zulässig erscheint, in welcher die Vermin-
Heer auf d.e Höhe seines ernsten Berufes erhob, des Staatsministeriums. getafrene ©runbFak reHaSer bur^ 2° nlig derung der Zahl der Angestellten eine Erhöhung
legte Er den sicheren Grund zu den unter feiner Mein lieber Fürst! Meine Unterthanen JLrlpr r - . t“ne[ I ^rer Bezüge ermöglichen würde. Gelingt es, die
Führung errungenen Siegen der deutschen Waffen, Bei dem Antritt Meiner Regierung ist es Mir und welchem Bekenntnisse sie 'nnne£n" ®™nbIa9en b-s staatlichen und gesellschaftlichen Lebens aus denen die nationale Einigung hervorging. Er ein Bedürfnis, Mich an Sie, den langjährigen, biel< ©Lr?er^ ffi Jf»/ erhalten so wird es Mir zu besonderer
sicherte dadurch dem Reiche eine Machtstellung, wie bewährten ersten Diener Meines in Gott ruhenden Meinem ^Herzen gleich nahe haben Snrf. n« Eenugthuung gereichen, die Blute, welche deutsche sie bis dahin jedes deutsche Herz ersehnt, aber kaum Herrn Vaters zu wenden. Sie sind der treue mtb ®ttr £? J'M Wissenschaft in so reichem Maße zeigt,
zu erhoffen gewagt hatte, und was Er in heißem, mutvolle Ratgeber gewesen, der den Zielen Seiner Hinaebuna bewährt' ff™ mit w volle zu voller Entfaltung zu bringen. Zur Verwirklichung opfervollem Kampfe seinem Volke errungen, das war Politik di- Form gegeben und derm erfolgreiche MAnes -deiner Absichten rechne Ich auf Ihre so oft
Ihm beschieden, durch lange Friedensarbeit mühevoller | Durchführung gesichert hat. Ihnen bin Ich und | alle Bestrebunaen unkrftüten mpfÄp fr 1 betoleJene Hingebung und auf die Unterstützung Ihrer Regierungsjahre zu d-fefiigen und f-,.»rr-lch zu bleidt Mein Ha °r j- warmemLnI oerpflichÄ Si. »I«W,KÄ .™s9‘ b,Wto.„ fern.
Torbern. Sicher in seiner eigenen Kraft ruhend, steht haben daher ein Recht, vor Allem zu wissen welches klassen ;u heben mihprfrrpit. s ~ enenGesellschasts- dergestalt unter einmütigem Zusammenwirken der
Deutschland geachtet im Rate der Völker und begehrt die Gesichtspunkte sind, die für dw Halwng SS r uf'SrfiiE nnf ^0 Reichsorgane, der hingebenden Thätigk-it der Volks-
. V? T .-----------, in friedlicher Entwickelung froh Regierung maßgebend sein sollen. Die Ve?fasiunasH^sten iu mildern „ETE?? ^stände nach Vertretung, wie aller Behörden, und durch vertrauens-
8-“^- M M KTSV*? ÄÄeÄS
unablässigen nur dem Wohle des Vaterlandes gedber Nation sich befestigen/ Es^sind daher die Er-,Ende iu° machen sroft" ®bstllschaft einIlicher Entwickelung zu führen! Unbekümmert um den Haus» widmeten Tätigkeitgestützt auf die von dem preußischen schütterungen möglichst zu vermeiden, welche häufiger enge verbunden erachte ich bie ber^erShnna ? s”8 ™^m6rin9£nber Großchaten, werbe Ich zu- hsbank Volke unwandelbar bewiesene und von allem deutschen Wechsel der Staatseinrichtungen und Gesetze veranlaßt, der Heranwachsenden ^Juaend 'naemandte R«-».9 ,em/ me"n dereinst von Meiner Regierung 671 Stammen geteilte opferfreudige Hingebung. Auf Mich Die Forderung der Aufgaben der Reichsregierung Muß einerseits eine bnhfrp9 J^?9 19eia? Werden kann, sie sei Meinem Volke wohl-
wkanntr l'"b nunmehr alle Rechte und Pflichten übergegangen, muß die festen Grundlagen unberührt laffen, auf denen Kreisen Wgänglich gemacht werden io 5, Meinem Lande nützlich und dem Reiche ein
*9 die mit der Krone Meines Hauses verbunden sind, bisher der preußische Staat sicher geruht hat Im bermeiben hnl hu^ Shf,^ ’ c/V?! ^ Segen gewesen!
• , t S». -ch m di- nach W «itaki find di- R-Ä L XE "
iunv. L deiner Regierung beschieden sein mag, getreulich bundeten Regierungen ebenso gewiffenhaft zu achten, die wirtickaitlichen G-rnite h,r Wntmn ' b-
k^unehmen, entschlossen bin. Durchdrungen von wie die des Reichstags: aber^^von^^beiden ist^^eine könmn od^ 9Cn“9en
ber Größe Meiner Aufgabe, wird es Mein ganzes gleiche Achtung der Rechte des Kaisers zu erheischen mehrten Willens die erJhGrhp w ? Grstrebung ver-
. .......... I _________ d-i "I-fi l 27" 2'7.-°"» »-x°b-u»b--°ckfichch, »«.
w dem es begründet wurde, Deutschland zu einem I gegenseitigen Rechte nur" zur Hebung der öffent- ®otte§inrrht in p.nfn^pr ^ft861*-1 I öffentlicht solgendes Bulletin aus Charlottenburg von
“ .8'7'”» zu m°ch-n 2 In L-b..-in. lLi, w-hfi-h« di-n-n |0Vn.®5 2 Ä Ä PTi N b" -”--"I-nd-n Rch-
Kimmung Mit den verbündeten Regierungen, sowie Gesetz bleibt, und daß neu hervortretenden und fahren w iminben VnJi*/ besitzen, die Ge- und der Gemütsbewegung eine sehr gute Nacht ge- mit den verfassungsmäßigen Organen des Reiches zweifelhaften nationalen Bedürfnissen stets in vollem wirtschaftlicher Bewegung durch dw "Beiww e^hM Beschwerden. Die Re-
Wie Preußens die Wohlfahrt des deutschen Landes Maße Genüge geleistet werden muß Die notJaefteE 9 hcnSl ! r B^'ele hoch- piratwn ist unbehindert, die örtlichen Erscheinungen zu pflegen. Meinem getreuen Volke, das durch eine wendigste und sicherste Bürgschaft für unaestörle b ^erwack^ Es ll^ M '»r d« Gesamt- sind unverändert. Weitere Bulletins werden auf
.-ng- in -u,-n wi- di-,-r'L»-n S-q'n' te" g*
ber alte Herr ein, unb machte eine abwehrende Hand- — sagte ste mit bittend gefalteten Länden und -8 beweguug zu dem N£ffen hin, der dunkel erglühte, hatte den Anschein, als wolle sie blindlings, ohne Irr ot e 6ut machen, was der Junge inIAbschied davon eilen, als der Freund ihre .frank er, I her'sm^nn9n-fe ert*nh^ai,barn Erbrochen hatte, aber | griff, sie dadurch zwang, noch einen Augenblick bei
I «uu K-chwald. T "TK’S”?'-'
(Fortsetzung.) ’ ’ V' treten' ”nb tote f« ängstlich strebte, von der Hand
Wie Mehlthau fielen diese Worte auf die Hoff, geword n ^ttgessen wa s e?bielt ?b?e ffanb^nkr b-sMannesloszukommen der ihr so tren angegangen nungssaat d-8 jungen Mannes, sie trieben ihn htnaus sewen und die fröhlichen ErinnUn^nna-^i^ r ?*t e4 b^„^bote des tyrannische» Gatten so ans der Heimat der fernen Garuisonstadt zu, in die I Kindheit wurden X ungetrübter schnell wie möglich Folge z» leisten, sah er wohl
ihn Mutter und Schwester begleiteten, und ließen! dem Meere der Veran'ienheit m ba$ FatJrIbe?8 ^art”r nur »nm Dulden, niemals
ihn die Gesellschaft der Frauen fliehen nun er ein. fi, mL h^vo.geholt. Wie zum Handeln bereit fein würde. «Lehren Sie Ihre
mal belehrt worden war, wie viel stegre'icher mutlose sich Beide Ergänzt er ihr wtt 9^benh^m “anJi6 me^e“ 3'Zamen» niachen Ste sie vertraut mit Schwäche, wie HerzenSneiguug sein könue. Der junge I Maeftanben 9Ä ^ute I den Jugeuderinneruugen, die uns verknüpfen, und
Leutnant wurde zum ernsteu, resignierten Mann bie I aitfmlrffnm »,L2 t nihe Helder mutige That I ich werde den Kleinen willkommen sein, wenn ich hier Beziehungen zu der frühen Bat Ä SeSSe» Ä uuM^” 2$bt“ ba "=tne Augen nach ihnen auSschanen hörten weder die alte Frau noch ihre Kinde von Schttne ?ine mze S^und? Wie and«? m VS S' “m , hu-n nahe zu sein falls sie eines Freundes den Ereiguiffen mehr, die sich nach ihrem Fortgänge | anders toar es aekommen er ein £1,51 aeb?lfe“' £rteJ b^ Mann der Frau noch nach, als dort abspielten, und als die Mutter starb, der Leut-! stehender Man»9 fie na» dem au I ke l^Dn ,be,r Schwelle der Thür stand und ein
nant inzwischen längst Hauptmann geworden und I mit ienem reiften ©anfmnnnafnimP^6? ,be[ Eltern I dankbares Lächeln ein wehmütiges Neigen des blaffen die Schwester sich verheiratet, nahm er feinen Abschied I fie fLim nefnmtt L ? verheiratet, den! Gesichtes, lohnte» die Worte des Freundes. Ernst «wn« SIM M°1°r --d fiid-It- “Mk Sw Äffi »E-, Md »11 I-itt- d-, M°m In Mn r-n, ,nr--, bai
dem Getriebe der Stadt, auf dem Lande an. Einsam dies9Faktnm^iftT^ ^he/h.r« swar ihm einsam und doch nicht mehr so einsam wie vor. todeseinsam war es ihm zuerst in der StM^ b£ » b«r Srattib i^itr 3ufl(nb bem erscheinen sollte. Der Neffe war von seinem
dem Lärmen, der SetoegnngVber Refid7oz ge'folgt Ber cht! der Anfr?gn»g i» dn"stch b°6,el? totebÄr na<6 bet Schulstadt
war, aber das Schicksal führte ihm ein kleines, eitern« be ff unb tin Sm helfet »5. 8 mL ?u tt)m aHefn ^ßen jetzt
loses Wesen, das verwaiste Kind seiner Schwester ,n ibn nm fein eigenes L-id ^ie er bie Briefe bes Oheiws, eine neue Verbinbnng war
und an seinem Spiel, seinem Mutwillen Achtete sich S«l? ’ianfenK s^e noch angeknupst worden, in regelmäßigen Zwischen,
der ernste Mann wieder auf, und ein Abglanz des im Zubö7en und Matbild? raumen gingen die Schreiben des alten Junggesellen
früheren Frohsinns erhellte eine Stirn. 9 8 Zt Änen to bSaTn ber fernen Schweiz hin, wohinein unnatürlicher
.. D» Neffe wuchs "heran, ein guter, etwas undSem ben ihr zu ge. Vattr feine inugen Kstider gebracht, um sie möglichst
bkKÄ'- "P»l'=” >u M.Äb'.Ä© ÄÄ M D-.bd.d--, mit b-rtz-M-l Mhdlt--.
bie Geheimuiffe, welche bie Nachbarn seines Oheims I bin Raum durchtönte, in dem fie mit dem Bcfacher i
b'trafen, zu durchdringen, sich Aufklärung über sie saß und fie veranlaßte, sich mi Mm Rucke von ' (Fortsetzung folgt.)
zu verschaffen, - nein, unterbrich mich nicht," schaltete > ihrem Sitze z» erheben. «Mem Ann rüst mich " I
("liiTijiiinitjr >
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.