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Illustriertes Sonntagsblatt.

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Sohnes Schicksal legte sich

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noch: Dem Reichs-

Berlin, 9. März

Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. «och/

Marburg, den 9. März 1888.

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Das Kind schüttelte lächelnd den Kopf. »Eine schwarze Wolke? Ich sah noch niemals eilte, wenn der Sandmann mir sein Körnchen ins Auge streut, schlafe ich ein und spiele im Traume weiter, wo ich beim Schlafeugehen aufgehört habe."

Walter hätte noch lange, lauge mit dem Kinde weiteischwatzen wöge», dessen Worte ihn seltsam an- heimelteu, aber Friedrich begann sich energisch zu räuspern, Minoa, die so lauge mit ihrem Vater ge. sprocheu, rief ihren Schützling, er sah, daß es Zett war, au die Werterfahrt zu denken und warf dem Engel von Buchwald nur uoch eine Kußhand zu.

Auf der Heimfahrt dachte er mit Jutereffe an das liebliche, kleine Geschöpf, mit dem ihn der Zufall zu­sammengeführt hatte, an den Sonueustrahl des Spuk­schlosses und er verglich es im Geiste mit den älteren Schwestern, deren anziehende Eigeutüwlichketteu, eruste Ueberlegthett nnd mutwillige Schelmerei in ihm ver­eint schienen.

Seinen Onkel sand er ganz unverändert als den.

selben gütigen, liebevollen Verwandten, der er stets gewesen, nur, daß er Walter, den achtzehnjährigen Menschen, jetzt an Singen teilnehmen ließ, von denen der Knabe früher ausgeschlossen war. Nicht ohne Stolz begleitete et den Onkel auf kleinen Ausflügen, die er unternahm, um Bekannte zu besuchen, ober dem Vergnügen der Jagd obzuliegeu und mit Genug­tuung gab er seine Meinung ab, wenn es irgend eine Verbefferung auf Bornstätter Gebiet galt, das ihm dereinst nach dem Willen des Oheims gehören sollte, nachdem er einige Jahre dem Studium und dem Staatsdienste gewidmet.

Ungeahnt schnell vergingen dem jungen Manne die Tage daheim, und seine Gedanken wären vielleicht gar nicht mehr aus die Nachbarn tu Buchwald gelenkt worden, wenn nicht der letzte Abend vor seiner Ab­reise Veranlassung dazu geboten hätte.

Es war den ganzen Tag über schlechtes Wetter gewesen und selbst die Dämmerung brachte nicht, wie es sonst so häufig der Fall zn fein pflegt, Windstille; der Sturm sauste fein melancholisches Klagelied weiter, chlugen schwere Regentropfen gegen die Fenster, der * stajor bestellte die Lampe und ließ die Wetterrouleavx herunter, um so wenig wie möglich von der Witterung wahrzuuehmeu.

Stiller wurde es in dem großen Raume, die Lampe warf ihren Schein auf den runden Tisch, auf die Flasche Wein, die zum AbschiedStrunke für den Neffe» entkorkt worden, auf das gute, gedankenvolle Gesicht des alten Herrn und weiterhin auf die, aus schatten­hafter Dämmerung herüberblinkenden Waffen, Helm nnd Epauletts, mit denen die Wände geschmückt waren.

.Welch unheimliches Wetter," sagte der alte Major halblaut und erhob das GlaS zu seinem Munde, .trinken wir, Walter, daß morgen zu Deiner Abreise die Sonne scheine und ihr Licht das ölte Haus hier verkläre, wenn wir wieder einsam, ganz einsam find."

Walter sprang auf, die Liebe, welche den Ton Oakel Gerhards durchbebte, ergriff sein ganzes Her, und umschlang ihn und ließ sein Glas dann hell mit

dem seinen zusammenklingen.Auf ein glückliches Wiedersehen" rief er mit mühsam erkämpfter Fröh­lichkeit und fügte dann rasch hinzu: .Ich wünschte. Du lebtest nicht so einsam hier in der Gegend, Onkel Gerhard, ich wünschte, Du hättest mehr Gefilligketr, einen näheren Umgang, aber die meisten Besitzer wohnen allzufern, und Buchwald, das uns so gelegen wäre, ist als gar nicht vorhanden zu rechnen."

Eine schwere Wolke beschattete die Stirn des alten Herrn, er fuhr mit der Hand darüber hin, als müsse te sich dadurch glätten und lichten laffen.Buy- wald," wiederholte et gedankenvoll,ist nicht der Ort, wo man Sonnenschein findet, wenn man im eigenen Hause die Schatten des Alleinseins, der Verein- amung walten sieht, und so gern, so sehr gern ich öfter da sein möchte, um der armen Frau willen, darf ich es doch nicht, schon um nicht irgend ein Inter- esse für die Unglückliche zu verraten."

.Also weißt Du etwas, was sie näher angeht, Onkel Gerhard, und die Vermutungen, die man schon zu meiner Knabenzeit hegte, haben sich zu »"Sten Thatsacheu enthüllt?" fragte Walter hastig, und heiße Blut stieg ihm so jäh ins Gesicht, daß es wie eine Welle über Stirn und Wangen glitt.

Der Major sah auf den Neffen hin und lächelte zu dem Eifer des jungen Mannes auf wunderbare, halb gutmütige, halb traurige Weise, ohne aber seine Frage zu beantuorten.

Die Pause, die dadurch eintrat, sagte ober der Ingebulb Walters du chaus nicht zu, seine Finger lotterten in den Zeitungen, die dicht neben ihm auf dem Tische lagen und er fragte noch einmal, au- chcinend gleichgültig: »Warum solltest Du gern »ach Buchwald fahren, Onkel Gerhard? Wenn irgend jemand wenig von dem Leben und der Vergangenheit der Nachbarn weiß, find wir Bornstätter cs doch sicher."

(Fortsetzung folgt.)

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Dank für die Hingebung und Treue aus, mit welcher Sie Alle Demselben dienten und rechne auf Ihrer Aller Beistand bei der schweren Aufgabe, die Mir wird. Ich reise am 10. morgens nach Berlin.

Friedrich. * *

Se. Majestät der Kaiser und König haben dem Staatsministerium bezüglich der Landestrauer den nachfolgenden Erlaß zugehen lassen: Hinsichtlich der bisher üblich gewesenen Landestrauer wollen Wir ?eine Bestimmung treffen, vielmehr einem jeden Deutschen überlassen, wie er Angesichts des Heimgangs eines olchen Monarchen seiner Betrübnis Ausdruck geben, auch die Dauer der Einschränkung öffentlicher Unter­haltungen für sachgemäß erachten will.

Friedrich.

Berlin, 9. März. Ueber die Bundesratssitzung, die der heutigen Reichstagssitzung vorausging, erfährt man folgendes: Ter Reichskanzler hielt eine ähnliche

heute nwrgcn halb 9 Uhr verschieden.

unb Domprediger D. Kögel abgehalten und wird demselben die gesamte königliche Familie beiwohnen. Auch morgen mittag 12 Uhr wird eine gleiche gottes­dienstliche Feier im königlichen Palais abgehalten werden. Nähere Bestimmungen über die Trauer- seierlichke'ten sind bis zur Stunde noch nicht getroffen worden und werden auch erst nach der Testaments- Eröffnung erfolgen.

* * *

DerReichsanz." enthält folgende Bekannt­machung. Es hat Gott gefallen, Se. Majestät den Kaiser und König, unseren Allergnädigsten Herrn, nach kurzem Krankenlager heute 8'/» Uhr morgens im acht und zwanzigsten Jahre seiner reich gesegneten Regierung aus dieser Zeitlichkeit abzurufen. Mit dem Königlichen Hause betrauert unser gesamtes Volk den Hintritt des allgeliebten ehrwürdigen Herrschers, dessen Weisheit so lange über seinen Geschicken in Krieg und Frieden ruhmreich gewaltet hat.

Berlin, den 9. März 1888.

Das Staatsministerium.

Kronprinz Friedrich Regierung unter dem Namen getreten.

e®** Nemo, 9. März. Die Abreise des Kronprmzen und der Kronprinzessin steht un- nnttelbar bevor. Dieselbe« machen die Rück. Jrfc- r«r cCn ®rcnncr und begeben sich nach Charlottenburg. Mackenzie begleitet die Herr- Vgaften.

Villa Kirchwald.

Roman von A. Gnevkow.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

»Wie heißt Du?"

.Eugl!"

,Weißt Du, daß mich uoch nie ein Engel ge-

1 küßt hat?"

i 2 Uhr bedeutende Verschlechterung eintrat, der aber i nochmalige Besserung folgte, worauf sich morgens

7 Uhr der Zustand verschlimmerte. Infolge des ' sichtlich zunehmenden Schwächezustandes war von früh

4 Uhr die gesamte Königliche Familie im Palais versammelt. Se. Königl. Hoheit der Prinz Wilhelm erschien sofort, bald darauf auch Seine erlauchte Ge­mahlin, hierauf Ihre Königl. Hoheiten die Prinzessin Friedrich Karl, Prinz Friedrich Leopold, die Prinzen Georg und Alexander, die Prinzessin Albrecht [ber Prinz wird nachmittags hier eintreffens, der Erbprinz von Hohenzollern, der Prinz und' die Prinzessin Friedrich von Hohenzollern, der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Schwerin re. Ober - Hof­prediger Kögel wurde gegen 4 Uhr nach dem Palais geholt, wo der Reichskanzler Fürst Bismarck, der Generalfeldmarschall Graf Moltke, Graf Otto zu Stolberg - Wernigerode, der General - Quartiermeister Graf Waldersee, die Chefs des Militär- und Zivil­kabinetts und sämtliche General- und Flügeladjutanten anwesend waren. Um 8'/, Uhr schied inmitten sämtlicher zur Zeit hier weilenden Angehörigen des Kaiserlichen und Königlichen Hauses der Kaiser aus dem Leben, bis zum letzten Augenblicke gestärkt und getröstet durch den geistlichen Zuspruch des Oberhof­predigers, welcher noch die sterbliche Hülle einsegnete. Eine Stunde vor dem Ableben, also um 7'1» Uhr, Uhr, ließen die Athmungsbeschwerden nach. Seine Majestät wurde ruhiger und schlief dann auch um 8'/, Uhr, umgeben von der gesamten königl. Familie, ruhig ein. Ihre Majestät die Kaiserin-Königin- Witwe, Prinz und Prinzessin Wilhelm, verweilten dann mit den Mitgliedern der königlichen Familie noch längere Zeit im Sterbezimmer. Nachdem die Allerhöchsten und die Höchsten Herrschaften sich ent» ernt, wurde es auch der Umgebung und der Diener­schaft gestattet, das Sterbezimmer zu betreten, vor welchem sich seit 9 Uhr stündlich Unteroffiziere der Kavallerie- und Infanterie-Regimenter der Berliner Garnison als Ehrenposten ablösen. Sämtlichen befreundeten und verwandten Höfen wurde sofort nach erfolgtem Ableben telegraphisch Mitteilung ge­macht. Jetzt ruht Kaiser Wilhelm in seinem Sterbebette mit weißer Decke belegt, umgeben von Lichten. Der Gesichtsausdruck ist überaus milde und reundlich. Anton von Werners Meisterhand ist damit beschäftigt, die teueren Züge des dahingeschie­denen Monarchen in diesem Augenblicke wiederzu­geben. Heute abend 7 Uhr findet im Sterbe­zimmer ein Gottesdienst unter Mitwirkung des Dom­chors statt. Der Gottesdienst wird vom Obcr-Hof-

Wohl war getrübt der Lebensabend des greifen Kaiserlichen Herrn, denn die

Dein Kaiser lebet fort und fort, Unb noch in ferne», fernen Tagen, Bleibt Er bein Schild, dein Schutz, dein Hort.

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck unb Verlag von Joh. Aug. L?ch.

DerReichsanz." meldet 1 ~

kanzler Fürsten von Bismarck ist ans San Remo folgendes Telegramm zugegangen: In dem Augenblick tiefster Trauer um den Heimgang Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Meines geliebten Herrn Vaters, preche Ich Ihnen wie dem Staatsministerium Meinen

Erscheint täglich außer an Werttagen nach «sonn- und Feiertagen. - Quart al-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2% Mk-, bei den Postämtern 2Mk- 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnferttonsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Sorge um des geliebten wie ein Rebel auf die :r n 'N is e, r- 'ß en m $ !i » en ad

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will ichs ganz so wacye», rote x>u mu» erzogt»!" »Unb jetzt, Engel, wenn jetzt einmal ein böser

Traum kommt?"

Kaiser Wilhelm f

' - deutsche Kaiser ist tn*'

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»Nicht?" nnb bie Kleine hob sich auf die äußersten . Epitzen ihrer Füßchen, hob baS roftge Münbche» iüek' vvpor unb bnlbete es, daß Walter sie dicht zu der rhialt Maueröffnung zog, feinen Kopf hindurch steckte und ne küßte, barm aber sagte sie ernsthaft:Mama er. I iählt, gute Menschen würden im Schlaf von den oachseni Engel» geküßt, andern Engel», wie ich es bin, mit raßC!'- Weißen Flügel und Helle», goldenen Locken und, wo L - « einem Schläfer Augen und Stirn mit den Lippen

** Extrablatt

der Merhrss. Zeitung.

Telegraphische^Depesche«.

derlm, 8. März, 9 Uhr 30 Min. abends. Die anC in welche der Kaiser 5 Uhr

10 Mm. fiel, war bie Veranlassung, daß das Gerücht von semem Ableben entstand und daß zeitweise auch bet beu beteiligten ^erfonen die Katastrophe als uw- mittelbar bevorstehend angesehen wurde. Als ber »atler nach anderthalb Stunden erwachte, soll er ®tnige£ gesprochen haben. Es besteht jetzt starke

J?ro|S 'kömenden Regens wächst in der des Palats die versammelte Menschenmenge unaufhörlich an. 9,

- derlm. 8 Marz, 10 Uhr 56 Min., abends. $er ffat)er hatte sich, als er von der Ohnmacht er­wacht war um 7 Uhr so wesentlich erholt, daß er bte Großherzogin von Baden fragte, ob und mit tuem sie zu Mittag gegessen habe. Diese Erholung überraschte d.e Aerzte. Der Kaiser und trank und spt ach mit seiner Umgebung. Der Nachricht, daß General Wmterseld mit Depeschen zum Kron­prinzen reife, wird widersprochen.

. , 9- März, 1 Uhr 20 Min. nachts Die

relative Besserung im Zustand des Kaisers

*. ®c,t Uhr bis jetzt hat er wieder holt Nahrung emgenommen. Die Athmuna »st besser, der Pul^ etwas kräftiger. 8

SWJrtvfnWA Anzeigen nimmt entgegen bie Expedition b. Blattes,

'tVwWWWVwlp sowie b. Annoncen-Bureaux vonHaasenstein und Bögler

Sonntag, 11. März 1888. xxnl Jahrgang

___Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Pari^