Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition Marit 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.
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ohen Patienten seit Jahren genau kennen, von dem
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Viertelstunde bei sich im Zimmer, erschien die Prinzessin Wilhelm bei
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e RauDvr. Majestät dem Kaiser und König haben sich zu Gesch-j kn seit Sonnabend den 3. d. M. vorhandenen allge- ! zu v! «einen , Erkältungserscheinungen, welche mit einer (14! Bffeftion der Halsschleimhaut und Reizung der Augen-
lies, eine 4s/< Uhr Kaiserin.
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Marburg,
Freitag, 9. März 1888
San Remo, 7. März. Ter Kronprinz hielt sich gestern mehrere Stunden im Garten auf. Der >Lschlaf war wieder gut, im übrigen wie früher.
Mackenzie. Schrader. Krause. Hovell. v. Bergmann. Bramann.
Aus dem „W. T. B." liegt folgende Mitteilung vor: San Remo, 6. März, abends 10 Uhr 25 Min. e>e. Kaiser!, und König!. Hoheit der Kronprinz verbrachte am Nachmittag längere Zeit auf dem Balkon, wo er öfter auf ab ging. Der Husten machte sich nur sehr wenig bemerkbar. Professor Waldeyer ist heute nachmittag abgereist.
San Remo, 7. März, vorm. 10 Uhr 10 Min. Se. Kaiserl. und König!. Hoheit der Kronprinz verbrachte eine recht gute Nacht, fühlte sich gestärkt, in guter Stimmung, und nahm das Frühstück mit vielem Appetit ein. Husten und Auswurf haben sich noch weiter vermindert. Der Kronprinz beabsichtigt heute wieder im Garten spazieren zu gehen. Das Wetter ist prächtig.
— Die gestern mitgetellte Bitte der Ärzte des Kronprinzen an die Journale, sih doch aller Kombinationen und Kontroversen enthalten zu wollen, hält einzelne Blätter und Korrespondenten nickt ab, sich in spaltenlangen Mitteilungen über das Resultat der Untersuchung Dr. Waldeyers zu ergehen. Die Form dieser Mitteilungen in dem „Berl. Tagebl." führt wiederum — mit welchem Recht, ist schwer zu entscheiden — auf Sir Morell Mackenzie als Quelle zurück, da der nachfolgende Passus einer Depesche des „Berl. Tage bl." aus San Remo vom gestrigen Nachmittag nicht anders denn als eine persönliche Kundgebung des englischen Arztes aufgefaßt werden kann: „Überdies erklärt Sir Morell Mackenzie, daß, falls die Extirpation des Kehlkopfes sich doch als notwendig Herausstellen sollte, jetzt der geeignetste Moment hierfür wäre, da die Drüsen ganz normal seien, eine Ansicht, welche auch Profestor Waldeyer verteidigt und befürwortet haben soll. Im Großen und Ganzen hält daher Mackenzie die absolut pessimistischen Ansichten nach der heutigen Sachlage nicht für ganz begründet, und wenngleich die Situation sehr ernst ist, so erscheint doch die Hoffnung auf eine Wendung zum Besseren nach Anwendung gewisses mechanischer Eingriffe nicht völlig ausgeschlossen."
— Wie der „Pol. Korresp." aus Ro m gemeldet wird, hat der Papst Leo XIII. dem Erzbischof von Ge^ua, der ihm seit dem Eintreffen des Kronprinzen in San Remo über dessen Befinden regelmäßige und insbesondere in den letzten Wochen häufige Berichte übersendet, aufgefordert, ihm von nun an tägliche
ichular^^Agängen standen die Gruppen ohne Unterschied U>er Partei in ernstem Gespräch; jede neue Nachricht l"' BeD"ig sofort von Mund zu Munde. Der Kaiser hat reils am Sonnabend eine Art Ohnmachtsfall gehabt; crn abend stellte sich Fieber ein und seit 1 Uhr chts lag der Kaiser in einem tiefen Schlaf, den
»Ganz allein," sagte der Knabe schnell und es k ihm eine ordentliche Beruhigung, den armen ldern nicht von den Freuden und Uuterhaltuuaeu -chen zu brauchen, die ihm sein guter Onkel verschaffte. „Das ist traurig," meinte Leni und schüttelte mit «nötiger Geberde das dunkle Köpfchen, „da weißt wohl gar nicht, was Du in den Freistunden an« flen sollst und hast es wohl noch schlechter wie wir, wir unS wenigstens untereinander haben."
„Oh, wir hat der Onkel in unserem Garten einen »en Fleck als Eigentum überwiesen, erzählte er
die Aerzte als ein Zeichen bedenklicher Schwäche chteten. Prinz Wilhelm weilte vom frühen Morgen ittelbar nach seiner Ankunft aus San Remo nn- rbrochen im Palais des Kaisers. Fürst Bismarck de gegen 11 Uhr hinberufen und blieb bis 3 Uhr, af Moltke und der Kriegsminister begaben sich Reichstage aus hin, auch die obersten Hofchargen en dort versammelt. Gegen 3 Uhr brachte Minister
schnell, „den kann ich ganz allein bearbeiten, ihn graben, harken, mit wunderschönen Blumen und nützlichen Gewächsen beflanzen. Wenn Ihr Eure Mama bittet, wird sie Euch gewiß auch solch ein Gärtchen eiurichten, und Spaten und Harken macht Euch gewiß der Stellmacher.'
Die Kinder sahen einander an, zweifelnd und doch erregt über das, was ihnen der Knabe soeben gesagt.
Mama ist nnr so ost tranrtg nud nachdenkend daß wir sie nicht stören mögen," sagte die ältere wieder in ihrer ernsten verständigen Manier, „aber wenn mir Johann bitten, so recht sehr bitten, wird er es vielleicht thuu, wenn der Papa feine Arbeit nicht mehr brancht."
„Und was ist das?" — Der kleine Finger des jüngeren Mädchens tippte auf Walters Armbrust, und seine blauen Augen baten so dringend um Erklärung, daß er darüber ganz vergaß, daß er sich noch auf feindlichem Gebiet befand, die Armbrust in die Höhe richtete und den Pfeil bis hinaus in die blauen Lüste schwirren ließ.
Ein helles Jauchzen der Kinder belohnte sein Unternehmen und als der Pfeil, dem ihre leuchtenden Blicke gefolgt waren, die Erde wieder erreichte, stürzten Beide darauf, um ihn aufzuheben.
„Wie machst Du es, wo wird er hinaufgelegt, wo kommt er heraus?' so tönte es durcheinander, und Walter war eben im besten Zuge, den Mädchen >en Gebrauch seiner Waffe zu erklären, als er von naher Tritte zu hören glaubte und sich nun beeilte, eine kleinen Freundinnen za verlaffen.
Im letzten Augenblicke aber fiel ihm noch ein, daß er, das reichste unter den drei Kindern, Leni und Ella eine Freude machen könne, deshalb kehrte er um, legte die Armbrust vor fie hin und wartete bann weder den Dank, noch die erstaunten Ausrufe ab, die sie ihm nachsandten. Mit der Behendigkeit eines Eichkätzchens kletterte er über die Mauer und stand nun wieder an dem Ufer des klaren Sees; blaue Wolken spiegelten sich in ihm, Sonnenstrahlen tanzten
ans seinen Wellen und die weiße Billa der Buchwalds sah so hehr und unberührt aus, als könne sie nur friedliche Schicksale, harmlose Menschen bergen.
In die Nähe von Bornstätt gelangt, schlug Walter den kürzesten Weg durch den Garten ein und fand «letzterem feinen Onkel, der die Köpfchen der Winden die sich dem Lichte wieder erschlossen, mit liebevollen Blicken betrachtete. AIS die Schritte des Knaben auf den mit Kies bestreuten Wegen hörbar wurden, wandte ihm der Oheim feine Hellen Augen zu und rief heiter: „Recht fo, Wafter, hast einen frühen «treifzug unternommen und Dir in der Morgenluft frische, gesunde Farben geholt.
Der Knabe blieb still, das Herz schlug ihm hörbar, und etwas kleinlaut trat er zu dem alten Verwandten heran, der ihn aufmerksam vom Kopf dis zu den Füßen betrachtete. „Nun, Junge, etwas ist nicht klipp und klar," sagte er dabei ernst, aber nicht ohne Freundlichkeit, „das Haar zerzaust, die Uniform nickt ordnungsmäßig zugeknöpft, hast Du den Eichkätzchen einen Besuch in ihren Nestern abgestattet, oder Tannenzapfen von den Wipfeln der Bäume geholt?" „Nein, ich war nur im Spukschlosse," und nun erzählte er dem Onkel alles, was er in den kurzen Stundeu seiner Abwesenheit erlebt.
Onkel Gerhardt war sehr still und ernst geworden er gönnte den Blumen keinen einzigen Blick mehr und schritt mit einer gewissen Hast an der Seite des jungen Neffe» einher. Das Verfahren des Knaben wurde von dem alten Herrn, der die graben Wege liebte, durchans nicht gebilligt, aber Geschehenes ließ ich auch nickt mehr ungeschehen machen, und Beide, Onkel und Neffe, warteten daher ab, ob das Eindringen Walters in das feindliche Gebiet noch irgend ein Nachspiel haben würde.
In der That erhielt der Major am anderen Tage einen Brief durch die Post, der ihn ersuchte, seinen Neffen, Walter mußte also doch von irgend Jemand noch gesehen und den Buchswolds als solcher bezeichnet sein, bester unter Aufsicht zu halten und
Villa Kirchwald.
Roman von A. Gnevkow.
(Nachdruck verboten.)
Seit gestern hat sich auch der Appetit wesentlich mindert. Infolge dessen ist eine merkliche Abnahme Kräfte eingetreten.
v. Lauer. Leuthold. Der Reichskanzler Fürst von Bismarck begab sich
Ker Deutsche Kronprinz.
(Nachdruck verboten.)
(Schluß.)
Von da ab hatte Kronprinz Friedrich Wilhelm die Herzen deS Volkes gewonnen.
1864 kam es zum dänischen Kriege. AufängliH ührte Generalfeldmarschall Graf Wrangel den Oberbefehl, später Prinz Friedrich Karl, des Kronprinzen Vetter. Zur Ausgleichung mancherlei Mißhelligkette», die sich eingestellt hatten, wurde aber der Kronprinz »eunoch nach dem Kriegsschauplatz entsandt, und mit einem Takt und zuvorkommendem Wesen ordnete er alles. In diesem Feldzuge gewann der Kronprinz chon seine grenzenlose Beliebtheit in der Armee, sein Name „unser Fritz- schreibt schon von diesem Kriegs- : ahre sich her. Sein launiges, munteres Wesen, das ihn auch mit dem gemeinen Soldaten verttanlich ver. kehren ließ, gewann ihm alle Herzen. Er war in dieser Beziehung ein anderer Manu als der wortkarge Prinz Friedrich Karl, der als tapferer Soldat ind umsichtiger Heerführer hoch verehrt wurde, aber doch nicht die stürmische Liebe sich errang, wie der • ronpriuz, der stets mit einem Scherzwort bei der .§and war, die müden Kämpfer aufgumuntern, und der ebenso ungeniert und behaglich wie sie, aus der
Veränderungen eingetreten, die Besorgnisse zu erregen geeignet sind. Tie von ihm eingenommene Nahrung übte eine belebende Wirkung aus und verursachte eine Wendung zum Besseren. Der Kaiser sah Prinzen Wilhelm, kurz ehe derselbe das Palais
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Nachrichten über den Zustand des deutschen Thronfolgers zugehen zu lassen. Infolge dieses Wunsches werden von Seiten der Familie des Kronprinzen täglich direkte Berichte aus der Villa Zirio an den heiligen Vater abgesendet.
— Dem Frankfurter Arzt Dr. Moritz Schmidt- Mezler, der, wie allgemein bekannt, im November v. Js. zur Konsultation des Kronprinzen nach Sau Remo berufen wurde und der nachher wiederholt dem Kaiser über das Befinden des Hohen Kranken Bericht erstattet hat, ist, wie der „Reichs-Anzeiger" gestern meldet, der Charakter .Sanitäts-Rat" verliehen worden.
— Verschiedene direkte und indirekte Nachrichten aus San Remo über den Zustand des Kronprinzen stimmen darin überein, daß die Untersuchung Waldeyers keine Gewißheit für die Existenz eines Krebsleidens beim Kronprinzen ergeben hat. Waldeyer soll aber die Ansicht ausgesprochen haben, daß die chronische Entzündung des Kehlkopfes sich auf die Luftröhre fortgepflanzt habe. Korrespondenten, Deren Informationen auf Mackenzie zurückzuführen sind, berichten, daß nach dessen Ansicht der Zeitpunkt für eine Operation des Kehlkopfes jetzt nicht ungünstig sein würde. Im übrigen wird übereinstimmend konstatiert , daß eine gewisse Besserung im Allgemeinbefinden des.Kronprinzen fortdauert. Der Korrespondent der „Voss. Z.", der den Kronprinzen heute mittag spazieren gehen sah, telegraphiert, sein Aussehen ist nicht ermutigend, aber ruhig und gewinnend. — Der „Post" berichtet man aus San Remo: „Der Kronprinz geht augenblicklich allein im Garten spazieren. Sein Aussehen ist vortrefflich; das Gesicht gebräunt, nicht eingefallen; der Bart ist meliert, nicht weiß; seine Haltung aufrecht."
- । drängte heute alle anderen politischen Gedanken in _*L—Iben Hintergrund. Das offizielle Bulletin des „Reichs- soforanzeigers", welches von einer merklichen Abnahme der Kräfte spricht, läßt schon erkennen, daß ernste :ße- 3. Befürchtungen obwalten, und die heute erschienenen l Hausi^dendblätter drücken dies zum Teil noch deutlicher tt 1. Jusaus. Eine bange und aufregende Stimmung herrschte mielheM allen Räumen des Reichstages, als gegen 1 Uhr lbachFirekte und wohlverbürgte Nachrichten aus dem Palais äugten, daß die Aerzte, welche die Natur des
ltrg, »sicherer Weise, ein Gespräch mit den Kleinen au- 0. Päpfend.
Nein, wir wiegen uns auf den Zweigen der , Me," erwiderte die kleinere rasch, „Schaukeln muß , l107 ! to sich in der Stadt kaufen oder bestellen, sagt ' isi-L ‘ama' und--"
, loa1,'! „Dazu hat der Papa kein Geld," fiel die ältere 4 toe'/Wch ein und sah scheu nach dem Knaben hinüber, , lOOtyfewaufjen", fie deutete mit dem rosigen Finger über Mauer/ amüfirt man sich doch wohl leichter, wie r, da kommen die Kinder von nah und fern zu Geburtstagen zusammen, wie es in Ellas Buch lt und bilden bann Kreise, lassen den Plumpsack ^ftwmgehen, oder schlagen den Dritten ab?"
»Oder bist Du vielleicht auch allein?" fragte die lete wieder in ihrer zutraulichen Weise.
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m eintF'l Astern eingetretenen Schwächezustand Schlimmes fürchteten. Der Sitzungssaal entleerte sich; in den
Deutsches Reich.
Berlin, 7. März. Prinz Wilhelm ist heute, morgens 78/* Uhr hier eingetroffen. — Der Groß- Herzog und die Großherzogin von Baden und die Kronprinzessin von Schweden treffen morgen früh um 11 Uhr hier ein. — Gegenüber irrigen Zeitungsangaben , nach welchen Seine Exeellenz der Herr General-Feldmarschall Graf v. Moltke das 70jährige Dienstjubiläum am 8. März dieses Jahres feiert, bemerken wir, daß dieses Jubiläum erst auf den 8- März nächsten Jahres fällt. — In der politischen Situation wird ein Stillstand zu verzeichnen sein, bis bekannt wird, welche Folgen die von der Pforte auf die russische Initiative hin in Sofia unternommenen Schritte haben werden. Die Meinungen
Fremde davor zu bewahren, unter seinen Unüberlegtheiten zu leiden.
Diese Zeilen, die den Knaben wie einen unartigen Sextaner kanzelten, drückten ihn tief nieder und er wurde ganz unruhig, als seivOnkel sich amNachmittag den keinen offenen Wagen bespannen ließ und dem Kutscher die Weisung erteilte, ihn nach Buchwald zu fahren.
Der Major hatte, seiner rückstchtsvolleuDenknugSart nach, dieAbsicht, Abbitte für dasVergehen feinesNeffen zu leisten, aber Herr Buchwald ließ seieAnwesenheit vor ihm verleugnen und über daS Zusammenkommen mit Frau Buckwald sollteWalter an demAbend nichts erfahren, als "ein Onkel ernst und bleich von seiner Ausfahrt heim kam.
(Fortsetzung folgt.)
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d. Annoncen-Bnreanx von Haasenstein und Bögler in Frankfiirt a. St. Co fiel, Magdeburg u. Wien: Rudolf YYIH Qrt htArtHrt Moffe m Frankfurta. M., Berlin,Münchenn. Köln - S. L AA111, Daube n. So. in Frankfurt a.Berlin, Hannover. Paris
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(Fortsetzung.)
Ans halbem Wegen begegneten ihm die beiden der, die vorher so ängstlich vor dem Vater »hen, und wie sie ihn ansahen mit den großen ver- eo c—berten Augen, die ihr Erstaunen über die An- - L Offenheit eines Fremden ausdrückten, kam wieder »s frühere Mitleid über ihn und er zögerte, an ihnen ttüber zu gehen.
Vom Kronprinzen.
Der „Reichs - Anzeiger" veröffentlicht folgendes Bulletin:
von Bötticher aus dem Palais die Nachricht, daß der Kaiser unter den von den Aerzten angewandten Mitteln erwacht sei und etwas Nahrung zu sich genommen habe, die erste seit mehr als 24 Stunden. Als eine hoffnungsvolle Botschaft wurde dies mit Freuden begrüßt; doch wurde nicht verschwiegen, daß angesichts der bedenklichen Schwäche ernste Besorgnis noch fortbesteht. Die allgemeine Teilnahme kam unverhüllt zum Ausdruck und in allen Gruppen wurde die Lage des Vaterlandes und seine nächste Zukunft besprochen. Der Reichstag wollte, um den Schluß der Session zu ermöglichen' Abendsitzungen abhalten; man hat jetzt davon Äbstand genommen, da eine Aenderung der bisherigen Dispositionen nicht ausgeschlossen erscheint. Fraktionsdiners, die heute Abend stattfinden sollten, wurden mit Rücksicht auf die trübe Stimmung, die alle befallen hat, abgesagt. Dem Kronprinzen wurde tm Laufe des Tages wiederholt nach San Remo über das Befinden des Kaisers telegraphirt. Es besteht die Hoffnung, daß dieser Anfall, der schwerer ist als alle früheren, wieder überwunden wird. Diefe Hoffnung ist aber nicht so stark, als sie in ähnlichen Fällen sonst gewesen ist. — Aus zuverlässiger Quelle wird mitgeteilt, daß bis zur Stunde eine Besserung im Zustande des Kaisers nicht eingetreten ist. Der Kriegsminister machte eine ähnliche Mitteilung soeben auch der im Reichstag versammelten Budgetkommission. Die Beamten des Ministeriums des königlichen Hauses mußten heute auf ihren Posten bleiben. Eine außerordentliche Bundesratssitzung, von der auch hiesige Blätter meldeten, daß sie auf heute Abend anberaumt sei, findet, wie ich nachträglich von guter Seite erfahre, nicht statt.
— 8. März, 12 Uhr 16 Min., nachts. Nach Informationen des Hofmarschallamts ist im Befinden des Kaisers eine kleine Besserung eingetreten.
— 7. März, 10 Uhr abends. Im Laufe des Nachmittags sind in dem Zustande des Kaisers keine
Erscheint täglich außer an Werttagen nach bonn- und Feiertagen. — Quartal-AboimemeritS-PreiS bei der Expedition 2% Ml., bet den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Psg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Vas Befinde« -es Kaisers.
Berlin, 7. März. Infolge einer ungünstigen acht und Appetitmangels ist das Befinden des aisers weniger befriedigend. Prinz ilhelm ist seit drei Stunden, der Reichskanzler seit i Stunden im königlichen Palais.
Berlin, 7. März. Der „Reichs- und Staatszeiger" veröffentlicht heute folgendes Bulletin: Bei
’A ,-,cnte vormittag gegen halb 12 Uhr nach dem könig- Glichen Palais.
chor, pr _ Die Sorge um das Leben des Kaisers
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Tagen öfters eintretende schmerzhafte Unterleibsbe ' erben gesellt.
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