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Illustriertes Somitagsblatt.
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag vou Joh. 2«a Loch.
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artigen Schritt ergreifen wird.
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Erstaune«, „was kann denn so ein vornehmer Herr für unmöglich halten? Wenn der heut nach Paris reisen will, ist er morgen dort und pfeift er, müffen wir ja doch alle insgcsammt tanzen.*
„Ja, der Kukuk werde aus der Wirtschaft in dem Hause klug," meinte kopfschüttelnd der erste Sprecher, „oft fließt das Geld in Strömen nnb der Herr läßt uns allen einen Extralohn auszahlen und dann thnt er wieder so knapp, als fehle es an dem Notwen- wendigsten in der Kaffe. Wäre nur der Johauu ein bischen mitteilsamer, aber dem fitzt die Znuge so fest, >aß selbst der Wirt im Hagelberger Krnge fie nicht löst und anf alle Fragen giebt er nnr di« eine Antwort: „Ich kann nichts Besonderes an meinem Herrn iuden, Schrullen haben alle, nnb was meines Amts nicht ist, da lasse ich meinen Fürwitz.*
„Aber*,--in diesem Augenblicke drehte sich
mit lebhaftem Geräusch der Schlüssel in der Thür, >ie Männer stoben auseinander, Walter wandte fich »astig dem Hause wieder zu und sah anf der obersten Steinstnfe, die von der Billa herabführte, zwei kleine Mädchen von vielleicht fieben und acht Jahren stehen, die fich an der Hand hielten nnb beinahe spähend nach allen Richtungen nmher schauten.
Niemals hatte es fich Walter gedacht, daß junge Gesichter so viel Furcht und ernste Ueberlegtheit wider- piegeln könnten, wie es die Züge der Kleinen thaten, i>ie dort vom hellsten Sonnenlichte bestrahlt wurden. Fast unbemerkt überkam ihm ein unsagbares Mitgefühl für die armen Müder, die, wie er sich dachte, der Familie Buchwald angehören mußten, er hätte le an der Hand nehmen und mit htnüberführen mögen nach dem Hause seines Oheims, der ihm, dem verwaisten Knaben, eine so tränte Heimat geboten, und »er grollende Zorn gegen den finstern Bnchwalder, der den Kleinen Unbefangenheit und Lust geranbt haben mußte, wuchs wieder in seinem Herzen.
Angelegentlich sah er nach den zierlichen Gestatten »er Mädchen, aber im Augenblick daranf hatte sich das Bild schon geändert, an dem Fenster, das seine«
sofort zu untersagen und gleichzeitig die Entrichtung der Zölle in Kreditbilleten und Orientanleihen zum fixierten Kurse zu gestatten. Der Finanzminister, schreiben die „Nowosti", sei verpflichtet, diese Maßnahmen versuchsweise in Anwendung zu bringen, weil andere Mittel, eine Katastrophe aufzuhalten, nicht zur Hand sind.
Bis in die fernsten Winkel des weiten Rußland setzt sich die erschütternde Wirkung der jüngsten Börsen- bulletins fort, wo man sich sonst der Politik wegen
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schwer auf dem Kaiser lastet, jetzt auch noch wieder ein körperliches hinzugetteten ist. Die Ruhe des hohen Herrn, und besonders des Nachts, die er in letzter Zeit vielfach wachend und unter Schluchzen zugebracht hat, ist hierdurch noch mehr gemindert worden. Der Jammer des Vaters um den hoffnungslos darniederliegenden Sohn soll mitunter herzzerreißend sein. Die Nachrichten aus San Remo, welche der Hofmarschall Graf Radolinsky übersendet, gehen chiffriert an den General- und Leibarzt Dr. Leuthold ein, welcher sie dem Kaiser stets in schonend- ster Weise mitteilt. Teils nimmt sie der Kaiser schweigend auf, teils knüpfte er an sie ein Gespräch mit dem Arzte an. Daß der Kronprinz in bälde hierher oder nach Potsdam zurückkehre resp. daß Prinz Wilhelm nach San Remo gefahren sei, um seinen Vater hierher zu begleiten, davon ist bei Hofe absolut nichts bekannt. Es ist im Gegenteile an maßgebendster Stelle betont worden, „daß, da sich das Leiden noch monatelang hinziehen könne, der Kronprinz vorläufig in dem warmen Klima bleiben solle, und außerdem weder hier noch in Potsdam bisher der Befehl eingegangen sei, das hiesige oder das Neue Palais zur Aufnahme der kronprinzlichen Familie in Stand zu setzen. Hierzu sei auch die Anwesenheit des Grafen Radolinsky oder des Major von Lyncken erforderlich. — Ter Bundesrat stimmte dem Ausschußberichte über den Gesetzentwurf wegen Feststellung des Nachttags zum Reichshaushaltsetat für 1888/89 zu. — Der „Pol. Korresp.« schreibt man von hier: In dem am 29. Februar veröffentlichten Briefe Ihres Berliner Korrespondenten vom 27. Febr. war die Vermutung ausgesprochen, daß Rußland, unter dem unmittelbaren Einfluß des Sturzes der russischen Valuta, möglicherweise geneigt sein dürfte, neue Vorschläge zu machen, welche Zeugnis von seiner Friedensliebe ablegen würden, wie z. B., daß die durch die Antwort der Mächte auf den russischen Vorschlag angeregten Fragen vielleicht am besten durch den Zusammentritt einer Konferenz ihre Erledigung fänden. Ihr Korrespondent fügte aus- ührlich hinzu, daß er in Obigem nur Vermutungen Ausdruck gebe, welche bisher noch jeder thatfächlichen Unterlage entbehrten; trotzdem ist dieser bloße Hinweis auf die Möglichkeit des Zusammentritts einer Konferenz hier und da bereits als der Vorbote einer solchen Zusammenkunft gedeutet worden. Es fei deshalb noch einmal betont, daß bis heute russischerseits kein auf den Zusammenttitt einer Konferenz bezüglicher Antrag vorliegt, und daß Deutschland selbstverständlich nicht die Jnitiattve zu einem der-
Marburg,
Mittwoch, 7. März 1888.
keine grauen Haare wachsen ließ, ertönt heute Ach und Weh über die Finanzlage Rußlands, über den wirtschaftlichen Ruin, welchem Rußland entgegengeht, obgleich es noch unermeßliche Reichtümmcr birgt. Daß diese aber brach liegen, darin liegt unzweifelhaft der Grund des wirtschaftlichen Rückganges. Rußland stößt den Ausländer aber von sich, ohne selbst zur Ausbeutung seiner Bodenreichtümer im Stande oder Willens zu sein. Die Hauptschuld trifft die Unfähigkeit der Fmanzleitung. Die Metallvalutasrage hat der Popularität des Finanzministers Wyschnegradski bei der russischen Kaufmannschaft sehr geschadet, welche Himmel und Erde in Bewegung setzen zu wollen scheint, um die Verwirklichung des Projektes zu hintertreiben. Im allgemeinen wundert sich hier kaum jemand über die Entwertung des Rubels, der im Lande jedes Ansehen verlor. Die russischen Finanzen stehen seit dem Erscheinen des defizitlosen Budget des Finanzministers auf dem Sprunge, den letzten Rest von Ansehen zu verlieren. Daher ist es kaum verwunderlich, wenn in Kreisen der russischen Gesellschaft, welche auf ein Attestat politischer Reife allerdings nicht Anspruch erheben können, nach westeuropäischen Begriffen aber doch zur Intelligenz zählen, allen Ernstes behauptet wird, der Zar warte ungeduldig auf den Besuch des persischen Schahs in Petersburg, um, man denke, ihn anzupumpen. Diese Leute vergessen, daß Kaiser Nikolaus einen beachtenswerten Fingerzeig gab, wo russische Herrscher Gold finden können. Nikolaus' Quittung über eine Zwangsanleihe im Kiewschen Hölenkloster wird dort noch sorgfältig aufbewahrt.
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IUHU Kuchwatr.
Roman von A. Gnevkow.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
„That ich das, mein Junge, that ich das wirklich? Nnn, so muß ich Dir bekennen, daß ich ein andermal meiner losen Zunge einen Zaum anlegen »in, denn alles, was ich von nusern Nachbarn sagen kann, ist, daß ich den Mann nicht verstehe und daß ®ii seine Frau und feine Kinder von Herzen leid chnn.* Mit diesen Worten verließ der alte Mann ben Garten, Walter blieb aber noch einen Augenblick »tiefes Sinnen verloren stehen, daun atmete er hoch wf, und der Entschluß, die Geheimnisse der nachbarlichen Villa zu untersuchen, stand felsenfest bei ihm.
In seine Botanisirtrommel packte er sich alles, waS
: tt an jenem Nachmittage noch von Christine, die seinen «ppetit bewunderte, au Eßwaareu erhalten konnte, spannte an der Armbrust, mit der er sich bewaffnen jtoHte, die Sehne fester, ließ in einem Fache seiner lrommode ein Zettelchen zurück, wohin er sich gewandt, sthob sich am anderen Morgen ganz früh vom Lager und schlug den Pfad ein, der in den benachbarteuStaat führte.
Vögel huschten durch die Zweige der Bäume, Sonnenstrahlen lugten durch grüne Blätter, Eidechsen Sitten über den Weg, moosbewachsene Stämme be- wteten wie greise Wächter den Eingang zum Zauber- ttiche, in der tiefen Stille nnb Waldeinsamkeit wollte ® Walter doch dedünken, als stände er im Begriff ltwas Ungeheuerliches zu unternehmen, aber erstürmte •ottoätiä und trat aus der lauschigen grünen Stille ManS an das Ufer des Sees, von wo ans die Villa ® Sicht lag. Nirgends ein menschliches Wesen, «rgendS der Laut einer störenden Stimme, langsam fwschritt er den See, bis dahin, wo eine nicht allzu Mr, ans Backstein erbaute Maner den Garten ein- «gte, fetzte seinen Fnß in eine Oeffnnug zwischen i*et Steine der Mauer und war im nächsten Augenblicke anf feindlichem Gebiet.
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
’ der deutschen Erfahrungen mit Rußland seit 1 dem Berliner Kongresse schließt es vollständig aus, daß man sich deutscherseits bemühen sollte, Rußland ungebeten gefällig zu sein. Fürst Bismarck hat dies in seiner letzten Rede so klar gesagt und ausdrücklich betont, daß über diesen Punkt kein Zweifel erlaubt ist. Damit werden auch alle Gerüchte hinfällig, wonach der Staatssekretär des Aeußeren, Graf Bismarck, in London bemüht sei, die Zustimmung des englischen Kabinetts für den Zusammentritt einer Konferenz zu gewinnen. Die Reise des Grafen Bismarck ist, wie ich aus zuverlässiger Quelle erfahre, nur eine Erholungsreise, und wenn dies auch nicht ausschließt, daß sich der Staatssettetär des Aeußeren mit englischen politischen Persönlichkeiten über die schwebenden politischen Fragen unterhalte, so kann doch versichert werden, daß auch diese Auseinandersetzungen keineswegs den Zweck haben würden, die Zusammenberufung der Konferenz zu fördern. Deutschland sind von den Kongreffen und Konferenzen der letzten Jahre keine Annehmlichkeiten erwachsen, und die Welt hat davon keine greifbaren Vorteile gehabt; es ist somit unzweifelhaft, daß deutscherseits nicht der Wunsch bestehen kann, ein neues Experiment zu den auf diesem Gebiete bereits gereiften Erfahrungen zu sammeln. Das Vorstehende soll nicht etwa widerufen, was in dem Briefe vom 27. v. Mts. bezüglich der Konferenz gesagt war; nur soll es dies, um Mi^ Verständnissen vorzubeugen, genauer präzisieren.
— Ueber das Befinden des Kronprinzen veröffentlicht der „Reichsanzeiger' folgendes Bulletin aus San Remo von Montag, vormittags 10 Uhr 10 Min.: Der Kronprinz verbrachte eine gute Nacht. Das Allgemeinbefinden ist befriedigend, der Appetit gut, der Husten und der Auswurf sind geringer. — Fernere Nachrichten lauten:
San Remo, 5. März, 10 Uhr 35 Min. vorm. Der Kronprinz verbrachte eine ziemlich gute Nacht; Husten und Aus Wurf sind etwas geringer. Prinz Wilhelm ist heute früh um neun Uhr wieder abgereist.
San Remo, 4. März, 6 Uhr 30 Min. nachm. Das Wetter war vormittags klar und kühl bei scharfem Nordostwind, nachmittags wärmer. Der Kronprinz erschien deshalb auch erst um 2 Uhr auf dem Balkon und verweilte kurze Zeit dort. Die Nacht soll leidlich gut verlaufen und der Appetit sehr stark sein. Der Zustand während der letzten Tage ist unverändert, doch soll der Kronprinz aufgeregter sein und viel schreiben. Trotz Geheimhaltung alles besten, was in Villa Zirio vorgeht, will man doch Serstecke gerade gegenüberlag, sah er einen dunklen Schatten auftauchen, er glitt weiter und »eiter, bis dahin, wo die Glasthür den Ausgang bilbete, die klnder sprangen hastig die Stufen hinab und ver- chwandeu im grünen Dickicht und an ihrer Stelle lanb gleich darauf die hohe Gestatt eines Mannes mit gelblich bleichem Gesichte, dessen Züge eine fast I hoffnungslose Verzweiflung ausdrückten, und von dem Walter instinttiv annahm, daß eS der g-fürchtete Nack, bar fein müsse.
Atemlos blickte er zu ihm hinüber und je länger er hinsah, desto mehr schien der Helle Glanz der Sonne zu ersterben, baS frische Grün von Baum und Strauch zu erbleichen, eine eisige Furcht beschlich fein Herz, Blaubart- nnb Wärwolfgeschichten fielen ihm wieder ein, und — er begann an einen schmählichen Rückzug zu denken. Dank feinem gütigen Geschicke, >a8 ihm eine solche Niederlage ersparen wollte, änderte fich in diesem Augenblicke die Situation, ein 5 Diener in dunkler Livree trat zu dem Hausherr:, prach einige Worte zu ihm, und Walter hörte gleiL daraus eine kalte, aber nicht unangenehme Stimme erwidern: „Wenn der Manu arm ist, Johann, gieb hm einen Thaler nnb erteile feiner Fran bie Erlaubnis, sich Holz aus dem Forst zu holen.*
Die Gutmütigkeit, bie burch diese Rebe hinburch- klang, burch kreuzte feine vorgefaßte Meinung und verwirrte fein armes, einfältiges Gehirn in solchem Maße, baß ihm baS Blut siedeubheiß zu Kopfe stieg unb er gar nicht wußte, was er anfangen sollte.
Währenb er eS fich noch überlegte, waS er von dem Manne nnn eigentlich zu halten habe, stieg Herr Buchwald bie Steinstufen mit langsamer Bebächtigkeit hinab und begann in bem Gange, der an feinem Lanscherposteu vor überführte, auf. nnb abzugehen.
(Fortsetzung folgt.)
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein unb Bögler
™ Jahrgang
Daube u. feo. in Frankfurt a.Berlin, Hannover. Paris.
Deutsches Keich.
Berlin, 5. März. Der Kaiser ist, wie der „Reichs-Anz." meldet, von einer leichten Erkättung befallen und wird voraussichtlich genötigt sein, mehrere Tage das Zimmer zu hüten. — Seine Majestät ist nun leider wieder an seinem alten Nierenleiden erttankt, so daß er wegen der Heftigkeit des Auftretens dieser höchst schmerzhaften Krankheit gezwungen ist, das Bett zu hüten und aus diesem Grunde am Sonntag Mittag auch nicht am Fenster des Palais erschien, während die neue Wache mit klingendem Spiel defilierte. Tausende von Menschen, welche sich zu dieser Zeit am Denkmal Friedrichs des Großen angesammelt hatten, harrten vergeblich des Momentes, in dem sie dem geliebten Monarchen ihre Sympa- thieen und Grüße bezeugen und zuwenden könnten. Es wird gewiß überall recht schmerzlich empfunden werden, daß zu dem seelischen Leiden, das so sehr
Prangte die Natur rings nm ben See in wnnber- bar reicher Fülle, so schien man hier ein Stück Wilbnis eingehegt zu haben, unschön, baS Auge verletzend und gewaltsam bie Ueberzeugung aufbrängenb, baß der Mann, der ein teuer erkauftes Besitztum von Dornen und Disteln, Brennueffeln und wildem Gestrüpp über wuchern ließ, anders geartet sein müsse, wie bie gewöhnlichen Männer feines Schlages.
Mühsam brang Walter vorwärts, anf jedem Schritte beinah gehemmt durch Vernachlässigung nnb Unorbnung, aber jetzt gab eS schon kein HinberniS mehr für ihn, ans Hänbeu unb Füßen kroch er in ein Gebüsch, das bem Hanse gerabe gegenüber lag nnb baS feine bichteu Zweige sofort wieder schloß, nachdem eS seine schlanke Gestatt in sich ausgenommen.
Vou seinem Versteck auS konnte er vorzüglich beobachten, was in ber Villa geschah, benn er hatte sämtliche Fenster vor fich, unb wandte er sich etwas zur Seite, ttmrbe ihm auch bie Glasthür sichtbar, bie aus eine Steintreppe nnb von bort hinab in ben sogenannten Garten führte.
Eine Zeitlang war alles still, so still, baß Waller chon daran dachte, sich fein Versteck bequemer einzurichten, fein Taschenmesser heraus zu ziehen und einige lästige Zweige zu beseitigen, als er hinter feinem lüden Schritte zn hören glaubte nnb, sich leise um- brehenb, burch eine kleine, von grünen Blättern gebildete Oeffnnug zwei Männer in Arbeitstracht gewahrte, bie, bes Weges einherkommend, ein lebhaftes Zwiegespräch mit einander hielten.
»Da drinnen solls gestern wieder heiß hergegangen ein,* sagte der eine zum andern und deutete mit der Hand nach der Villa hinüber, „die Köchin hat meiner Frau erzählt, nicht einmal ber Diener hätte wehr zum Herrn hiueingehen mögen und, als eS chließlich bie gnSbige Fran getijan, habe er wie ein Wahnfinniger getobt nnb ihr zugeschrien, fie solle ihn in Ruhe lassen unb nichts Unmögliches vou ihm 6er. ' äugen.*
„Unmögliches?• wiederholte der andere in Hellem
Russisches Stimmungsbild.
In Petersburg scheint es recht vergnügt auszusehen ; wir entnehmen einem Petersburger Briefe die folgenden Zeilen: „Der Rubel 50 Kopeken wert! Kaum eine andere Nachricht und beträfe sie auch die wichtigste politische Frage, wäre im Stande, das gleichgiltige, indifferente Petersburg dermaßen zu erregen, wie vorstehende kurze, lakonische Börsenmelduna. Der Börse fernstehend, kann ich mir die Wirkung der Kursstürze auf die Börse im allgemeinen beobachten) die allgemeine Ratlosigkeit, die Erregung über das Unheil, das riesengroß zu werden droht, von dem Niemand weiß, wie es entsteht, dem zu entgehen Niemand ein sicheres Mittel weiß, lassen leicht erkennen, wie verheerend die Wirkung des Kurssturzes in der Finanzwelt sein muß. Die Petersburger Börse zittert, der leiseste Windhauch raubt ihr jegliche Selbstbeherrschung. Jeder Tag macht Rußland um viele Millionen ärmer und wer begreift und übersieht die ganze Größe des Unheils besser und klarer, als die Börse? Bisher gab es in ähnlichen Lagen noch einen Trost, auf die Berliner Bankiers zu schimpfen, welche den russischen Rubel nach Belieben rücken. Heute ist dagegen ein Fortschritt in der Auffassung der Verhältnisse zu verzeichnen. Einerseits wird schon anerkannt, daß auf den Kurssturz sehr verschiedene Momente einwirken, andererseits wird die Vermutung laut, daß Petersburg die Hauptschuld oder auch die ganze Schuld an der kritischen Lage trägt Die Ueberschwemmung des deutschen Marktes mit russischen Kreditrubeln und Wertpapieren, soll
Erscheint täglich außer an Werttagen naa> sonn- und Feiertagen. - Quarial-Abonnemems-PreiS bei der Expedition 2l/t Ml-, bet den Postämtern 2 50 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Seile 10 Mg. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
geschaffen werden; ob sie geschaffen wird, ist bei der -As- ru^'$en Finanzleitung eine andere Frage. Die " j . Presse weiß keinen anderen Rat, als schleunigst eine russische Bank in Berlin zu errichten, den Banken