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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fite die Kreise Marburg und Kirchhain

Illustriertes Sonntagsblatt

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Anq Koch.

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dem Eiserne» Kreuz 2. Klasse; diesem folgt, gewisser­maßen dazu gehörig, die Kriegsdenkmünze von 1814, dann die fünfzig Jahre später gestiftete Erinnerungs- Kriegsdenkmünze, ferner, der Rote Adlerorden 3. Klasse mit Schwertern am Kriegsbande, dem sich der St. Georgen - Orden anschließt. Hierauf folgen der Kronenorden ohne Schwerter und ohne Kriegsband, da ihn der Kaiser lediglich als Großmeister des Ordens und zu Ehren aller Ritter desselben trägt, dann das goldene Osfizier-Verdienst-Kreuz für sünf- undzwanzigjährigen Dienst, der Hohenzollernsche Haus­orden 3. Klaffe mit Schwertern, das österreichische Offizier-Verdienst-Kreuz, die italienische goldene Tapfer­keitsmedaille, die Denkmünze des Hausordens von Hohenzollern, die Kriegsdenkmünzen von 187071, 1866 und 1864, die russische Medaille für den Ein­zug in Paris, die badische Kriegsdenkmünze u. s. w. Es liegen nunmehr von einer Seite, welcher man in­timere Fühlung mit dem Gebiete der hohen Politik zutraut, Nachrichten vor, welche es so gut wie außer Zweifel stellen, daß in der internationalen Lage ein Schritt nach vorwärts geschehen ist. Die Polit. Korresp." läßt sich aus London und Rom melden, daß daselbst einem russischen Vorschläge ent­gegengesehen werde, nach welchem die Mächte bei der Pforte gemeinsani erklären sollten, daß das Ver­bleiben des Prinzen Ferdinand in Sofia ungesetzlich sei. Zwangsmaßregeln würden jedoch von Rußland nicht vorgeschlagen. Die Fassung dieser Nachricht läßt sowohl der Vermutung Spielraum, daß der in Rede stehende russische Vorschlag nicht nur in London und Rom allein zur Kenntnis gebracht worden sei, als er auch zu der Annahme berechtigen könnte, daß analoge Schritte bei anderen Kabinetten bereits erfolgt sind. Jedenfalls darf wohl heute als feststehend gelte», daß die Verhandlungen der Kabinette in Fluß kommen, mithin alle Befürchtungen hinfällig machen, welche von der seitherigen Unbe­weglichkeit der Situation ihren Ursprung ableiteten. Etwas Anderes und wesentlich davon Verschiedenes ist die Frage nach der Stellungnahme der Kabinette zu dem beregten Vorschläge der russischen Diplomatie. Es scheint, daß die uns vorliegende neueste Nummer desPester Lloyd" einen gewisien Anhalt zur Be­urteilung der mutmaßlichen Aufnahme des russischen Vorschlages bietet, wenigstens von englischer Seite, indem das genannte Blatt, auf Grund von Londoner Preßstimmen, es für ausgemacht hält, daß Vorschläge, welche in irgend einer Art aus dem Rahmen des Berliner Vertrages heraustreten, an dein Widerspruche Englands, dem sich ohne Zweifelbet Widerspruch

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Bestellungen für hiesige Stadt hmen unsere Expedition und

er St. Georgen - Orden 4. Klasse die fünfte Stelle br Die reich besetzte Ordensschnalle beginnt mit

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Oberhesfische Zeitung

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ei dem Dirrer, welches am Sonnabend anläßlich Wnes siebeuzigjährigen Jubiläums als Chef des rus- ischen Infanterie-Regiments Kaluga stattfand, zu der «ssischen Uniform auch das im Jahre 1814 er- vltene Kreuz des russischen St. Georgen - Ordens,

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler

Aentsches Reich.

Berlin, 21.Febr. Der Kaiser empfing heute iltag den Polizeipräsidenten Frhrn. v. Richthosen den Chef des Militärkabinetts General von dyll und nahm nachmittags den Vortrag des misters von Puttkamer entgegen. Heute abend et bei den Majestäten eine kleine Theegesellschaft , Das Befinden des Kaisers ist, wie aus eisen verlautet, trotz des tiefen Kummers, den ie schwere Krankheit des Kronprinzen dem greifen onarchen bereitet, das denkbar beste. Ganz be- »ders >var der Kaiser in den letzten Tagen von m Erscheinen der Abordnung des russischen Kaluga- giments freudig überrascht. Einen schönen Trost öhren ihm auch die fortdauernden, spontanen lkskundgebungen, in denen sich nicht nur die liebe« ofle Mlttrauer um das Ergehen des Thronfolgers Wspricht, sondern auch jenes alle Stürme über-

ltt füi miernde und sich über alles Leid des Tages er« m Loht tbende monarchische Gefühl, das in der Anhäng- rforber Mit an ben ehernen Fels des Thrones und an r 261 ie gesamte Herrscherfamilie - das Heil des Deutschen [1168 ieiches erkennt. Wie erzählt wird, hat der Kaiser

tretungen des Standes darf man nicht zweifeln, da die ärztlichen Vereine, welche ben Zusammenhang schon im beutschen Aerztevereinsbunde besitzen, sowohl in Preußen als auch in ben anberen Staaten ent­weder selbst die Wahlkörper sind, oder doch da, wo sie bestehen und das ist nur in einem kleinen Teil des Staates nicht der Fall die Wahlen in der Hand haben, lieber gemeinsani zu erstrebende Ziele besteht in vielen Stücken Einigkeit, wo sie noch fehlt, werden wir sie suchen muffen, denn nur im Zusammensteheir können wir stark fein, lieber die Beteiligung an den Wahlen ist nur aus der Provinz Westfalen eine Mitteilung gemacht worden, sie hat dort 80,1 Prozent betragen und zwar int Regierungs­bezirk Minden 63,5 Prozent, im Regierungsbezirk Arnsberg und Münster war sie fast gleich, nämlich ca. 85 Proz. Trotz der Agitation, die hier und da gegen die Wahl von Medizinalbeamten stattgefunden hat, ist eine große Zahl derfelben gewählt worden, nicht in allen Provinzen in gleichem Maße, aber sie fehlen in keiner Kammer', nicht in der Hannovers, Schlesiens, der Rheinprovinz. Arn zahlreichsten sind sie in Schleswig - Holstein. Außer den Kreis- physikern sind auch nicht wenige Rcgierungs-Medizinal- räte gewählt, aktive Militärärzte z. B. in Ostpreußen, Posen und Brandenburg. Die Sitzungen sind überall von den Oberpräsidenten der Provinzen mit den Ausdrücken warmer Teilnahme für das neue Institut und der Zusage, feine Entwickelung nach Kräften fördern zu wollen, eröffnet. Bei den Vorstands­wahlen, deren einmütiger Vollzug in vielen Berichten erwähnt wird, ist anscheinend überall auf eine Ver­teilung der Mitglieder auf die Regierungsbezirke Bedacht genommen. Die meisten Kammern haben sich mit der Zahl 5 begnügt, Hessen-Nassau hat 6, die Rheinprovinz 9, Berlin-Brandenburg 7 gewählt. In einigen, der von Ostpreußen und der Rheinprovinz, sind die Wahlen der Mitglieder zur wifsenschaftlichen Deputation und zum Provinzial - Medizinalkollegium noch nicht vollzogen, weil sie nicht auf der Tages­ordnung standen. Die Frage, wie die Kosten der Aerztekammern aufzubringen feien, ist in den meiften Kammern berührt, aber noch von wenigen entschieden worden. In der Provinz Sachsen hielt man für angezeigt, jeden wahlberechtigten Arzt zunächst zur Einzahlung von 2 Mk. auszufordern, und fast überall, wo die Sache zur Sprache gekommen ist, hat man sich für eine gleiche Art des Vorgehens ausgesprochen. Einige Kammern, z. B. die von Posen, wollen sich an die Vereine wenden. Erhebliche Kosten werden kaum erwachsen, was allerdings in ettvas davon ab­

anderer Mächte" beigesellen würde, unfehlbar scheitern würden. Wir unsererseits sind außer Stande, zu beurteilen, ob und etwa in welchen Punkten die mehrerwähnten Vorschläge Rußlands außerhalb des Rahmens der Berliner Vertragsbestimmungeit fallen möchten, und begnügen uns, die Tagessymptome zu regiftriren. Vielleicht daß auch die Ankunft des russi­schen Kabinetskouners Fürsten Barjatinsky in Wien unter diesem Gesichtspunkte Erwähnung verdient, wenigstens erfährt die Mission dieses Herrn, schon seines Namens wegen, in ben politischen Kreisen ber Kaiserstabt an ber Donau vielfache Deutung. Doch wissen wir auch, baß ber Fürstentitel in Rußland weit genug verbreitet ist, um nicht jedem im Aus­lande reisenden Träger desselben eo ipso eine be­sondere, im konkreten Falle also über die Eigenschaft eines Kabinetskouriers hinausreichende Mission zu­trauen zu müssen, Heute laufen sowohl die offi­ziellen wie die privaten Meldungen aus San Remo über den Zustand des Kronprinzen wieder einmal etwas günstiger. Die Abnahme des Hustens und des Auswurfs in Verbindung mit der wieder­holten Versicherung, daß der Kronprinz fieberfrei sei, läßt die Hoffnung aufkommen, daß eine ernstliche Erkrankung der Lunge, an die man in den letzten Tagen glaubte, doch noch nicht vorliegt. Beruhigend wirkt auch die Meldung, daß sämrntliche Aerzte eine Untersuchung des Kehlkopfes vorgenommen haben und daß über die weitere Behandlung ein vollständiges Einvernehmen besteht. Das in einigen Blättern ver­breitete Gerücht, daß der K a i f e r sich nach San Remo begeben wolle, ist sehr wenig glaubhaft. In Reichstagskreisen wird jetzt mit großer Bestimmtheit ber 19. ober 20. März als Termin für ben Schluß der Session bezeichnet.

Die preußischen Aerztekammern haben sämtlich im Laufe des Januar ihre ersten Sitzungen gehalten, und wenn auch in diesen nicht viel anderes geschehen konnte, als daß die durch die neue Organisation be­dingten Wahlen 2c. vollzogen wurden, so begrüßt doch die Februarnummer desAerztlichen Vereinsblattes" diese erste Thätigkeit der neugeschaffenen ärztlichen Standesvertretung als ein für den ärztlichen Stand freudiges und hoffnungsvolles Ereignis, und fährt dann fort:Als ein solches erkennen es auch unsere Kollegen im Reich, außerhalb Preußens, an. Sie waren uns fast überall mit dieser Organisation vor­ausgeeilt, aber empfanden es doch als eine Lücke, als eine Erschwerung eigenen Sttebens, daß dem größten deutschen Bundesstaat die Aerztekammern fehlten. An einem Zusammenwirken dieser mit den älteren Ver-

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a, n<) rv -.ch o !" Frankfurt a. M.. Cassel,'Magdeburgü.Wien; Rudolf XXIII

Donnerstag, 23. Februar 1888. Masse in Frankfurta. M.,Berlin,Münchenu. Köln; B.L. A

___ Daube u. Co. in Frankfurt a. »L, Berlin, Hannover. Paris.

Für den Monat März nehmen (iieMe Postanstalten, aus dem Lande

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 2*/t Ml., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertivnSgcbühr für di« gespaltene Zeile 10 Pfg.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

fl9rkleiner als die jetzige Form desselben ist, an- l 1171 Sn der Ordensschnalle des Monarchen nimmt

>ie Landpostboten, sowie in Kirch- lbE laut unsere Agentur Werr Buch- [iißziiuder Rindt) Bestellungen auf

wüns llhr bi zung kg 5. > Weif n z itt gut [11 ller.

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Dir PropheMrrng der Zigermerin.

Criminal-Roman von Theodor Griesinger.

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.Sie haben uns zu folgen," sagte der eine

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*Hen, so gehen Sir tu unserer Mitte. Sonst," "setzte er drohend hinzu, und zog aus seiner Setten-

®il gekleidete Polizisten."

. Roch eiliger schrttt er jetzt aus, und als er au

lRachdrnck verboten.) (Fortsetzung.)

---i V* UM», MUV IM» U UM . 35 * nächste Ecke kam, bog er plötzlich rechts ab in Stuben, * Bäckergasse hinein. Die beiden Männer hinter * waren jedoch eben so gut zu Fuße und standen

£7'$ * fetten Augenblicke an seiner Sette.

»Sie haben un» zu sorgen, saure vrr eine J» ihnen, »und wenn Sie kein Aufsehen erregen

r.,-Was wollen die Beiden?" fragte sich der Mann [11^ »Mantel, in welchem der Leser längst den Gottfried tltlhft erkannt haben wird. ,Ha!" blitzte er plötz- iammci; 7 m ihm auf. »Das find keine Handwerksleute, u ver» ursprünglich geglaubt habe, sonderu zwei in

Einen Moment später drängte eS ihn, fich umzu- doueu; denn er glaubte Schritte hinter fich zu ver- i- A e-hmen, und richtig, einer der Männer, die au der ratze 1 «irren HauSthüre des GraShofs gestanden, war ihm ster ifl P auf den Fersen, während ber andere ein paar r mkbl. mtt der Frau Wegner wechselte. Allein dieses thfaei *?räch, nahm höchstens ein paar Sekunden in ^ffertcr ^^uch, und dann beeilte er fich, seinen Gefährten

Gottfried von Kreß verstand die Bewegung und ohne ein Wort zu erwider», inmitten der beiden --- Kleideten Polizisten Wetter. Seine Verhaftung aude also vou Niemandem Wetter beachtet und, daß fich Gruppen ansammelteo, kamen die Drei "W einem laugen Marsche auf dem PeterSplatz an. 1 . !r?em Augenblicke aber, in welchem der eine der jer vc« »lizisteu das große Thor öffnete, welches vou da ^Innere der Polizeidirekttou führte, stieß der Bet» "litte den andern Polizisten zurück und raunte dem

Durchgang des SparkaffeugebäudeS zu. Erreichte er diesen, so durfte erhoffen, zu entkommen; allein zwei ehrsame Bürger vertraten ihm den Weg, und dadurch bekamen die beiden Polizisten Zeit, den Flüchtling wieder einzufangeu. Sofort legten sie ihm die Hand­schellen au und brachten ihn vor den Oderkommissär Nischen, ber ihrer schon lange wartete. Daun wurde ein verschlossener Wagen requirirt, und tu diesem überlieferte ihu der Oberkowwissär persönlich dem Oberaufseher des GefänguiffeS im StimiualgetichtS- gebäude. Als er aber den Arrestanten sicher unter» gebracht wußte, begab er fich, so spät er auch schon war, zu dem Krimiualrat und stattete ihm genauen Bericht ab.

»Also," fragte der Krimiualrat, als der Andere zu Ende war,haben die Beiden in der That eine ziemliche Aehnlichkeit mtt einander?"

Auf ben elften Anblick sogar eine sehr große, so daß mau sie für Doppelgänger hatten könnte," erwiderte der Oberkommissär;wenn man sie aber näher mustert, so findet fich doch ein bedeutender Unterschied, und zwar nicht bloß im GefichtSauSdülck."

Tiefernst fah ber Kriminalrat zu Loben, und schwere galten, lagerten aus feiner Stirne.Mit der Auffindung der Pretiosen," preßte er dann hervor, glaubte ich am Ziele zu sein; aber statt sich zu lösen, verwickelt fich das Rätsel immer noch mehr."

Er gab dem Oberkommissär die Hand zum Ab­schied; und als er nun allein mar, wurden die Falten seiner Stirne immer dichter, nnd bis tief in die Nacht hinein schritt er in seinem Zimmer aus nnd nieder.

Den andern Morgen bestand Gottfried von Kreß sein erstes Verhör, nnd auf die Vorfragen nach Alter, Name, Religion und Stand antwortete er ganz der Wahrheit gemäß.

Wo wohnen Sie?" wollte nun der Krimiuialrat weiter wissen.

In ber kleinen Ankergaffe Nr. 17 bet Leopolds- Vorstadt beim Schriftsetzer Stander," versetzte er.

Waten Sie in ber letzten Zeit verreist?

Ja, einige Wochen lang."

In Gratz?"

Nein, in Pest. In Gratz wat ich fett Jahteuuicht." Was thaten Sie in Pest?"

Ich hoffte eine Anstellung dort in finden."

Wann find Sie dahin gereist?"

Arn fiebenundzwanzigsten Februar."

Des Morgens, des Mittags ober des Abends?"

Erst in ber Nacht vom fiebenundzwanzigsten auf ben achtuudzwanzigsten mit dem Stellwagen nach Preß, bürg und von da mit dem Marktschiff nach Pest."

Wo dtachtenSie den fiebenundzwanzigsten selbst zu?" Morgens und Mittags hatte ich meiner beab. sichttgten Reise wegen vielerlei zu besorgen; ben Abenb aber verbrachte ich wie gewöhlich bei meiner Braut, Nina Hartl, Tochter bes AtmsbieuerS auf dem Hauptsteueramt."

Wann gingen Sie von ba nach Hanse?

Um halb zehn ober zehn Uhr, und meine Braut begleitete mich bis an meine Wohnung."

«Wann verließen Sie Ihre Wohnung wieber?"

Etwa um ein Uhr Morgens; denn ich schlief seht unruhig, um den Stellwagen, der um drei Uhr abgeht, nicht zuvetsäumen."

Sie brachten also die Zeit vou halb zehn Uhr Abends bis Morgens ein llht in ihrem Bette zu?"

Ja."

Können Sie dir» beweisen?"

Ich bitte meine Wirtslente und meine Brant zn befragen."

Konnten Sie eine Wtttwe Fron Walputga von Ampach?"

Nein, bet Name ist mir ganz unbekannt."

Verkehrten Sie früher in dem Hause Nr. 330 bet Glockengüsse in bet Leopoldsvorstadt?"

Nein, ich kenne niemanben dort."

Aber Sie waten schon in demselben."

»Ich habe seine Schwelle nie übertreten."

(Fortsetzung folgt.)

Seine ErxeUeirx.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Es bauerte noch eine ganze Weile, bevor bie Bundesgenossen fich trennten, und als bie Tänzerin »lebet allein war, suukelteu ihre Augen von bos­haftem Triumph.

Pünktlich am anbeten Abend um 8 Uhr stellte fich Seine Exzellenz ber Herr KtiegSministet bei Sennota Elvira ein. Dem guten Don Sparate mochte bas Gewiffen etwas peinigen, wegen ber Schmuckfälschung, auch Staatssorgen mochten ihn aus­nahmsweise drücken, kurzum et wat ausnehmend zärt­lich, und als Eloita die ihr von Juan HelaSguez eingegebene Bitte bortrng, sagte Seine Exzellenz ohne jeden Einspruch ja. Das Billet mit ber Ordre war pünktlich um nenn Uhr im Kriegs Ministerium; es übertrug dem Adjutanten HelaSguez bie uneinge­schränkte Vertretung beS Kriegsministers während bet Dauer vou drei Tagen. Eine ttanliche Untethottung folgte, mtb Don Sparate bereute mehr und mehr, daß bet wertvolle Schmuck ber französischen Sängerin zugegaugeu wat. Zum Glück staub eine neue Gewehr» Iteferuug in Aussicht unb baffit ließ sich schon ein Ersatz beschaffen.

Der Herr KtiegSministet hatte eS fich bequem ge­macht, fein Degen hing an einem Haken des Bot- zimmetS, und er lauschte lediglich auf ElottaS Worte. Mit wttder Freude fesselte diese Don ©parate so, daß er für nichts Ohren und Augen hatte, als für fie. Unter den Fenstern waten wiedethott Trttte matschietendet Soldatenkolonnen laut geworden, ber Herr Kriegsminister hörte nichts. Wenige Minuten vor zehn Uhr wat getabe eine Champagner flasche ge­leert, Eloita erhob fich selbst, um broußeu bie Be- fehle für eine neue Lieferung zu geben. Seine Ex­zellenz wollte sie zntückhatten, man brauche ja nut zu klingeln, aber sie machte fich mit einem Scherz los unb entfernte fich lachend. Und fie lachte draußen