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Köchentiiche Beilagen: Kreis-Blatt siir die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

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Expedition Mar» 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aua Koch.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach vonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnemei>tS»Preis bei der Expe» bitten 2% Mk., bei den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pig. Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 19. Februar 1888.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowie b. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M.. Coffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII 111*11(11111 Moffe in Frankfurta. M.,Berlin, München u. Köln; G. L. AA1IL x)ulMyuuH* Daube u. Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover. Paris.

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zeichnis ist vor der Ingebrauchnahme bei der Ortspolizei- behörde zur kostenfreien Abstempelung einzureichen." Glaubwürdig wird berichtet, daß der Botschafter - Tchukvaloff im Auftrage des Zaren die entgegen­kommenden Intentionen der russischen Politik betont habe, ohne indessen gleichzeitig bestimmte Vorschläge

Tie Kommission des Reichstags zur Vorberatung des Mn dem Abgeordneten Lohrcn eingebrachten Gesetz- ißntwurss betreffend die Abänderung der Gewerbe­ordnung [§§ 73, 74 2C.J, hat unter Ablehnung der ton dem Abgeordneten Lohren beantragten Fassung rkn § 73 in folgender Fassung angenommen:Die Bmker und Verkäufer von Brot sind verpflichtet, die Verkaufspreise des Brotes während der Verkausszeit Mch Kilogrammen durch einen von außen leicht sicht-

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Deutsches Reich.

Berlin, 17. Febr. Der K a i s er wohnte gestern -er Vorstellung im Opernhause bei, empfing heute Mmittag den Oberhosmarschall Grasen Perponcher, später den Prinzen zu Salm Horstmar und alsdann bcn Vize-Oberschloßhauptmann von Perponcher. Um i 121/« Uhr wurde die Deputation des russischen In­fanterie-Regiments Kaluga, die zur Beglückwünschung bes Kaisers zu seinem 70. Jubiläum als Ches dieses ziegiments gestern hier eingetroffen Ist, vorgestellt. Morgen um 5 Uhr findet zu Ehren der Deputation em Diner statt. Heute nachmittag um 2 Uhr machte bei Kaiser eine Ausfahrt. Der Bundesrat nahm gestern unter dem Vorsitz des Staatsministers, Staats­sekretärs des Innern, von Bötticher, abgehaltenen Plenarsitzung von dem Geschäftsbericht des Reichs- Bersicherungsamts für das Jahr 1887 Kenntnis, faßte Beschluß über die wegen Besetzung dreier Stellen von richterlichen Mitgliedern des Reichs- ' Persicherungsamts Sr. Majestät dem Kaiser zu unter­breitenden Vorschläge und überwies den Entwurf einer Schiffvermessungs-Ordnung den Ausschüssen für Handel und Verkehr und für das Seewesen. Der vom Reichstage angenommene Entwurf eines Gesetzes wegen Aufnahme einer Anleihe für Zwecke der Ver­waltung des Reichsheeres wird zur Allerhöchsten Vollziehung vorgelegt werden. Endlich wurde über die Gewährung von zollfreier Wiedereinfuhr für die von der internationalen Ausstellung in Melbourne

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baren und deutlich geschriebenen Anschlag am Ver- kaufsloM« zur Kenntnis des Publikums zu bringen. Beim Marktverkauf und Hausierhandel ist das Preisverzeichnis Maufgefordert den Käufern vorzuzeigen. Das Preisver-

Da Euch vom Himmel reicher Segen Wie aus deu Wolken niederfloß, Und hoch sich häufte das Vermögen, Verwahrt Mit festem Eisenschloß.

Und nahe Erben Eurer Güter Euch fehlen gleich dem Hagestolz, Längst starben Schwestern nnd die Brüder, Am Namen blüht kein grünes Holz.

So denkt daran, Euch ist geliehen, Der Reichtum uur als kurzes Pfand, Wen» Eure Lebenstage fliehen, s Bei langt's der Herr aus Eurer Hand. i Er fordert'S! Und Ihr wollt Euch sträuben? Nehmt Ihr die Güter mit ins Grab? Ihr Tboren l Alles muß hier bleiben, , Wenn finit der Leib zur Gruft hinab.

Ein frommer Manu, der übt Erbarmen, Ist klug, denkt eh' er stirbt, daran:

| Was ich gethau hab' an den Armen, Tas hab' ich meinem Herrn gethan.

Wie that MmtinuS, der'S uns lehrte?

Er hat in kalter Winterszeit

I Dem Frosterstarrten mit dem Schwerte Geteilt sein warmes Winterkleid.

Und als er träumend Nachts gelegen, r Wer war's, bett seine Augen sah»?

\ Es kam der Heiland ihm entgegen,

i Und hatte seinen Mantel an.

Wohl dem, den rühren Not und Sorge»,

1 Er mildert seine eigne Schuld, Und einst wird leuchten ihm der Morgen, - Wenn jenseits lohnt ihm Gottes Huld.

Bon einem oberhesfischen Einwohner.

(M zurückgelangenden deutschen Güter und über die geschäft­liche Behandlung mehrerer Eingaben Beschluß gefaßt.

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zur Lösung der bulgarischen Schwierigkeiten machen zu können. Gleichwohl soll sich Fürst Bismarck be­friedigt über seine am Sonntag Nachmittag stattge­habte Unterredung mit dem Botschafter ausgesprochen haben. Es liegt in der Konsequenz der von Schuwa- loff gemachten Eröffnungen, daß Rußland nichts unter­nimmt, was dem Berliner Vertrage zuwiderläust. Damit ist zunächst nur ein Stillstand der Krisis fixiert, aber die Möglichkeit, aus dem Wirrsal heraus­zukommen, erscheint doch wenigstens nicht ausgeschlossen. Nach den Erklärungen des Botschafters hat man mit der Wahrscheinlichkeit zu rechnen, daß der Zar in erneute Verhandlungen mit der Pforte eintritt, um durch diele als die Oberlehnsherrin Bulgariens eine Änderung der dortigen Zustände im Sinne der russischen Wünsche herbeizusühren. Nach früheren Erfahrungen ist dieser Weg an sich noch nicht geeignet, zum Ziele zu führen.

Ueber das Befinden des Kronprinzen sind folgende Nachrichten eingegangen:

San Remo, 16. Febr., abends 10 Uhr 30 Min. Das Befinden des Kronprinzen ist heute abend bester. Der Kronprinz stand heute auf und mit gutem Appetit. Prinz Heinrich reifte dem groß- herzoglichen Paare von Baden nach Genna entgegen. Dr. Mackenzies Abreise ist abermals auf Sonnabend ober Sonntag verschoben werben.

DerReichsanzeiger" veröffentlicht folgendes Bulletin aus San Remo, 17. Febr., vormittags 10'/« Uhr: Die Wunde beginnt zu heilen und zu vernarben. Nachts hatte der Kronprinz mehr Schlaf, keine Kopfschmerzen und kein Fieber. Der Auswurf und der Husten sind noch vorhanden.

San Remo, 17. Febr., vormittags 10 Uhr 10 Minuten. Der Kronprinz hatte eine gute Nacht ohne Kopfschmerzen und beabsichtigt, heute wieoer aufzustehen.

San Remo, 17. Febr., 4 Uhr nachmittags. Das Befinden des Kronprinzen macht befriedi­gende Fortschritte. Die Doktoren Mackenzie, Krause und Hovcll beabsichtigen, heute abend eine Unter­suchung des Kehlkopfes vorzunehmen.

Nach einem Erlasse des Ministers des Innern vom 3. Januar d. I. sind seit geraumer Zeit aus den verschiedensten Teilen des Landes lebhafte Klagen darüber laut geworden, daß sich die vorsätzlichen Brand­stiftungen in besorgniserregender Weise vermehrten, und daß es in den meisten Fällen nicht möglich wäre, mit Hülfe der zur Verfügung stehenden Polizeikräfte die L Hüter zur strafrechtlichen Verantwortung zu ziehen. Nach der neuesten brandstatistischen Aufnahme habe im Jahre 1886 die Zahl der Schadensbrände im

Air Prophezei!)nng -er Zigeunerin.

Criminal-Rowan von Theodor Griesinger.

(Rachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

»Hier steht der Name Richard Kuppitsch," fuhr bann ber Kriminalrcu fort, könne» Sie sich dieses Mannes noch ernennen, der diese» Name» trug?*

»Herr Kriminalrat," versetzte bet Oberkellner, in- bem er seinen breiten Mund ein wenig verzog, »da mutens mir etwas zu viel zu. Bedenkens doch, jede Nacht dreißig nnb noch mehr Passagiere, und die soll ich alle im Gedächtnis behalten!"

»Sie können also nicht mit Bestimmtheit behaupten, ob dieser Richard Kuppitsch schon von hier ans nm zwei Uhr morgen? mitgefahren ist, ober ob er unter« wegS erst auf einer anberen Station etnftieg."

»Von einem Ricbarb Kuppitsch weiß ich ganz »nd gar nicht," erklärte der Oberkellner mit größter Be. ftimmtheit.

Der Kriminalrat war sichtlich betroffen und be. sprach sich leise mit seinem Kollegen. Einstweilen aber wanderte der Foliant au dem Tische iociter. Und kam so auch in die Hände deS Beisitzers Mindl.

»Aber Sepperl," »ahm jetzt der Letztere das Ww t, nachdem er sich zuvor flüsternd vom Herrn von Lama die Erlaubnis erbeten chatte, eine Frage anbenZeug-n zu richten, »warum hast Du denn ein Kreuz neben dem Namen gemocht?"

»Ja, Sepperl," sagte der Beisitzer, »da schon selbst einmal ber."

Der Oberkellner trat schnell vor und sah i» den Folianten hinein. »Ja," meinte er, »fitzt ists was ganz andres. Warum hab-nS mir das nicht gleich gesagt? Das Kreuz nämlich, müssens wiffen, be­deutet einen Konpeeplatz, der dopp-lt so viel kostet, und die P rsonen, die so viel dran rücke», beschau ich mir immer ganz genau, banrft ich nicht einem an­der» deu Platz etnränme. Ja wohl, ganz genau, und somit muß ich mir auch den Richard Kuppitsch »Sher

Vergleiche zum Jahre 1885, dem ungünstigsten feit 1881, wiederum um 830 zugenommen. Die Schwierig­keiten einer Ermittelung der Brandstifter, namentlich auf dem platten Lande, hätten wiederholt dazu geführt, zu diesem Zwecke Kriminalbeamte des Berliner Polizei­präsidiums an Ort und Stelle zu senden, deren Thätigkeit auch im allgemeinen einen günstigen Erfolg gehabt habe. Bei dem großen Umfange der der Berliner Kriminalpolizei obliegenden Geschäfte könne indessen eine derartige Kommittierung immer nur aus­nahmsweise genehmigt werden, und es sei infolge dessen in der Provinz Sachsen auf Anregung der dortigen öffentlichen Feuersozietäten die Einrichtung getroffen, daß zunächst für die Dauer eines Jahres bei der Polizerdirektion zu Magdeburgauf Kosten der Sozietäten zwei besondere Beamte angestellt worden, deren Thätig­keit in der Hauptsache darauf gerichtet sei, die in der Provinz vorkommenden Brandstiftungsfälle zu er­mitteln. Der Minister bemerkt, daß die ernsten Ge­fahren , welche sich aus einer Zunahme der Brand­verbrechen für die öffentliche Sicherheit und für das Eigentum ergäben, die Erwägung nahe lege, ob es nicht zweckmäßig sei, auch in den übrigen Provinzen, in welchen eine größere Steigerung der Brandstiftungen wahrnehmbar geworden sei, mit ähnlichen Einrichümgen vorzugehen. Der Minister ersucht deshalb, wie die Kieler Ztg." meldet, die Oberpräsidenten, sich nach Anhörung der Regierungspräsidenten über diese Frage zu äußern und für den Fall, daß die Notwendigkeit besonderer polizeilicher Maßnahmen anzuerkennen sein sollte, zugleich anzuzeigen, inwieweit auf eine Beteili­gung der öffentlichen Feuersozietäten bezw. der in der Provinz hauptsächlich vertretenen Privatgesell­schaften bei der Aufbringung der Kosten für die in Vorschlag zu bringenden Einrichtungen gerechnet werden könnte.

München, 17. Febr. Die Kammer setzte die Beratung des Etats heute fort. Beim Etat der indirekten Steuern wünscht Abg. Jäger (Psalz) eine Erhöhung des Tabakszolles auf 120 Mk. Der Finanzminister empfiehlt, sehr vorsichtig vorzugehen, um unglückliche Spekulationen der Bevölkerung zu verhüten, und hebt gegenüber dem Wunsche nach einer Weinfteuer hervor, der Ertrag dieser Steuer stände in keinem Verhältnisse zu den Chikauen und Schwierigkeiten der Stenererhebung. Ruppert (Cen­trum) empfiehlt wenigstens die Erhebung einer kom­munalen Konsumsteuer vom Weine. Der Finanzminister erklärt sich vrinzipiell dafür, bemerkt jedoch, dieser Steuer ständen außer dem Zollvereinsverttage auch die mit dem Auslande abgeschlossenen Verträge entgegen.

aug,scheu haben. Na, laffenS mir et» wenig Zeit, daß ich die sechs ober acht, bte in be» letzten Tage» Koup-eplätze genommen haben, in meinem GebächtniS dmchgehe. Ha! Ich Habs! ES war ein großge- oachsener, junger Manu in einem grauen Mantel mit einem breiten Hut auf dem Kopfe, und er kam schon morgens, um seines KoupeeplatzeS ganz gewiß zu fein."

»Er kam schon morgens?" wiederholte ber Kri. minalrat, dessen Betroffenheit nun gänzlich geschwun­den war.

»Ja wohl," fuhr bet auf einmal ganz rebfelig gewordene Joseph Nemczeck fort, »gegen elf Uhr, und ließ sich eine Halbe geben. Dann sah ich ihn nickt mehr bis Nachts halb zwei, »wo er wieder kam, und da hat er mich barsch genug, will sagen militärisch gefragt, ob ber Konpeeplatz auch richtig für ihn be­legt sei."

»Habe» Sie," fragte ihn jetzt ber Kriwinalrat, »nicht aufgemcikt ob er Gepäck bei sich trug?"

»Einen ff off r meinens?" erwiberte ber Ober kellner. »Nein, Koffer hat er keine» unb auch keine Reisetasche, wohl aber eine» kurzen unb, wie mir sckien, sehr schweren, leinenen Sack, den er hart nebei sich stellte unb sorgfältig hütete. So, und fitz werdens mir zugebe» müssen, daß ich mir meine ffoupee- Passagiere ganz genau anftbau .*

»Sie würden ihn also wiebererkenneu, wenn ei Ihnen vorgcst.llt mürbe?"

»Na, ob! unter Hunberten heraus!"

Sofort schellte ber ffriminalrat unb befahl dem Gerichtsdiener, den Arrestanten Richard Kuppirsch doi- zusühren. Er erschien wie gestern, an Hände» »nd Füße» gefeffelt unb totenblaß.

»Ists biefer?" fragte der Kriminalrat be» Jo­seph Newczek.

»Ja er ists," rief derselbe. »Ich kann eS mit zeh» Eide» beschwören."

(Fortsetzung folgt.)

Ausland.

Bern, 16. Februar. Tas Eisenbahndepartement teilt mit: In der Nähe des Kirchbergtunnels bei Waffen überschüttete gestern Vormittag eine starke Lawine den Bahnkörper der Gotthardbahn, so daß der Schnellzug Luzern-Mailand l*/2 Stunden lang im Tunel warten mußte. Gestern Nachmittag er­folgten zwei neue bedeutende Lawin nstürze, wodurch die Eutschigthalgalerie überschüttet wurde. Die Unter­brechung des Betriebes wird ein bis zwei Tage dauern. Von allen Seiten der Schweiz werden Verkehrs­störungen infolge Schneefal.es gemeldet. In Grau- bündten sind alle Bergpostkurse, ausgenommen nach dem Julier, eingestellt, ebenso der Postverkehr nach dem Simplon. Auch im Jura sind gewaltige Schnee­massen gefallen.

Luzern, 17. Febr. Der Verkehr auf der Gott« hardbahn wurde heute mittag wieder eröffnet. Von deu bisher durch die Lawinenstürze bei Wasen Ver­unglückten wurden 5 Tote und 1 Schwerverwundeter aufgefunden. Der Großherzog und die Groß­herzogin von Baden, welche durch die Störung des Gotthardbahnverkehrs seit Mittwoch abend hier zurück- gehalten wurden, reifen heute mit dem Nachtschnellzug über Genua nach San Remo.

Paris, 17. Febr. Minister Flonrens ist hierher zurückgekehrt und empfing heute das diplomatische Korps. Prozeß Wilson. Wilson stellte die Be­hauptungen der Ratazzi in Abrede und bemerkte, dieselbe habe seit lange keinen Einlaß im Elysee ge­funden. Er habe Legrand empfangen in Angelegen­heiten seines Sohnes, welcher vor das Kriegsgericht gestellt werden sollte, er glaube, Legrand erhielt die Dekoration für seine Verdienste. Die Vernehmungen der Angeklagten wurden hierauf geschloffen, dieselben ergaben keine neuen Thatsachen. Es wurde sodann mit der Vernehmung der Zeugen begonnen. Das Ministerium liegt wiederum einmal in den letzten Zügen. Am Montag ist Herr Tirard nur mit knapper Not dem an einem seidenen Faden über ihm schwebende» Verhängnisse entronnen. Die Regierung wollte unb mußte 20 Millionen für Jndochina haben; bie Deputiertenkammer aber stimmte mit 256 gegen genau 256 Stimmen für Nein. Tirard willigte n.n in einen Abprich von 200 000 Fr., und in der Kammer ließ man sich für Bewilligung von 19 800 000 Fr. mit 8 Stimmen erweichen, aus Barmherzigkeit, wie dieKöln. Ztg." sich ausdrückt, dem Kabinett das Leben zu fristen und damit die Entscheidung über das Endgeschick des hiuterindischen Schutzgebiets zu

Mario«.

Originalroman von Marie Romany.

^Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Dem Geschick, welches Marion getroffen, nachdem sie aus dem Gefängnis tmlaffe» morden, hatte sie niemals nachgcsragt; sie behielt, trotzdem sie nun bte Ueberzeuguug halte, daß Marion schuldlos war, thrcn verächtlichen Haß gegen bte mutmaßliche Urheberin k>es entsetzliche» Mißgeschicks, welchcs mit so jäfrm Schlage in ihr nnb ihrer Tochter Dasein gefahren war.

Marion inbeffen hatte ber bhnbe Haß, ben Fra» von Wilbenan geg n sic hegte, wie uns bekannt ist, feinen Schaden gebracht. Sie selbst erwähnte nie der Baronin. Traf e8 sich, daß Herr de St. Grrllac ober irgend Jemand ihrer nnnmehrtgen Umgebung ben Namen avsipach, so schwieg sie, -.as genügend Er­läuterung ihrer Empfindung für bte Wohlthaterin ihrer Jugenb war. Es satten ihr eine Gnade des Himmels, daß ihr jede Wiederbegegnung auch vor Gericht mit bei Familie von Wilder au erspart worden war.

Sechs Wochen, nachdem durch Raouls Selbstmord bei gesetzlichen Thatigkert in dieser Richtung ein jähes Ende gemacht worden, versammelte sich die Justiz zu dem Urteilsspruch, ber von der Staatsanwaltschaft gegen Katharine unb Nanette Forquer mit aller Strenge gefordert arb. Ein unübetfeebarer Menschen­knäuel füllte den Gerichtssaal, als die Stunde fr ran« nahte, für welche die V->Handlung gegen bte beid-n Sünberinnen und ihre neunzehn Werkzeuge anberaumt wo»den. In den Vorsälen, auf den Kviridoren, den Treppe», bist» den Hof hinab drängte sich die Menge neugieiig Gaffender, die es gelüftite,la belle Fouquet" in irgend welcher Prachttoilette unter frr (Mo te von Polizisten in de» Gericktsfaal rauschen zu sehen wenn ihnen auch ber Genuß erspart blieb, zu höre», wie das Urt-il über sie verkündet ward.

Dieses Urteil, als es nun über bie Sünberinnen gefpivchen wurde, hatte jeder Hoffnung, bie etwa roch