Einzelbild herunterladen
 

Nacht war weniger gut infolge ungenügenden Schlafes, als besten Ursache Dr. Mackenzie den langen Zimmer- uufenthalt und mangelnde Bewegung im Freien be­zeichnete. Der Kronprinz ist bis jetzt fieberfrei, doch sind die früheren von Neuralgie herrührenden Kopfschmerzen zurückgekehrt. Das Allgemeinbefinden Wird gut genannt. Gestern hat der Patient festere Speisen genossen. Auf besonderen Wunsch des Kron­prinzen bleibt Mackenzie noch einige Tage.

San Remo, 15. Febr., vormittags 10 Uhr. Der Kronprinz hatte keine gute Nacht, er klagt über Kopfweh. Im übrigen ist der Zustand jedoch vollkommen befriedigend. Dr. Mackenzie bleibt heute noch hier.

Berlin, 15. Febr. Der „Reichsanzeiger" ver­öffentlicht folgendes Bulletin über das Befinden des Kronprinzen: San Remo, 15. Febr., vor­mittags 10 Uhr 25 Min. Der lokale und allge­meine Zustand des Kronprinzen ist derselbe, wie gestern, der Schlaf in letzter Nacht war zuweilen durch Kopfschmerzen unterbrochen. Der Kronprinz verließ um die Mittagsstunde das Bett und nahm feste Nahrung zu sich.

San Remo, 15. Febr., abends. Mackenzie bezeichnete den Zustand des Kronprinzen als durchaus befriedigend. Der Patient verließ um zehn Uhr das Bett, promenierte im Zimmer und schrieb Briefe. Beunruhigungen sind hier hervorgerufen durch französische und italienische Blätter, welche die Situation als bedenktlich schildern und behaupten, der ersten Operation werde baldigst eine zweite folgen.

London, 14. Febr. Das „Hofjournal" meldet, die Königin erhalte aus San Remo fortgesetzt die günstigsten Berichte über den Kronprinzen.

A«sla«r.

Rom, 15. Febr. Tie „Gazetta usfiziale" ver­öffentlicht das Gesetz, betreffend die Reorganisierung des Ministeriums. In parlamentarischen Kreisen wird versichert, daß sämtliche Minister, ausgenommen der Unterrichtsminister, auf ihrem Posten bleiben.

Paris, 14. Febr. Nur um Haaresbreite ist gestern das Ministerium Tirard beim Sturze vorbei- gekommcn und abermals hat sich feine parlamentarische Schwäche in so unwiederleglicher Weise offenbart, daß sein Verschwinden nur noch von Zufall und Gelegenheit abhängt. Der erste mit 256 gegen 256 Stimmen gefaßte Beschluß hätte bei wörtlicher Aus­führung die sofortige und gänzliche Räumung Tong- kings zur Folge haben müssen, doch war es nicht so schlimm gemeint, denn mit Ausnahme vereinzelter Persönlichkeiten denkt niemand daran, auf die indo­chinesische Erwerbung zu verzichten. Es wehte aber in der Kammer em dem Ministerium ungünstiger Wind, die Deputierten wollen ihm einen Denkzettel verabreichen, und so kam die Abstimmung zustande, die sowohl Tongking als auch das Ministerium Tirard einen Augenblick lang vernichten zu wollen schien. Tirard that sein möglichstes, um das abzu­wenden, und brachte es denn auch schließlich dahin, daß die Kammer die von ihm angebotenen Zugeständ­nisse annahm und ihm mit 264 gegen 256 Stimmen gestattete, die Geschäfte Frankreichs weiter zu führen. Mit Aufwand seines ganzen Einflusses hatte also Tirard nur die höchst magere und unzureichende Mehrheit von 8 Stimmen für das Ministerium herausschlagen können, was offenbar für die Zukunft die ungünstigsten Aussichten eröffnet. Im übrigen hat das Ministerium Tirard schon länger gedauert, als man von vornherein angenommen hatte, und es ist die höchste Zeit, daß es einem andern Platz macht, da drei Monate ohne Ministerkrisis eine ganz unge­hörige Neuerung sein würden. Daß bei einer Tong- kingdebatte Bischof Freppel nicht fehlen darf, versteht

er noch hwzu; denn sobald ich wieder nach Wien komme, was jedenfalls in den nächsten vierzehn Tagen geschieht, so suche ich Sie aus, und dann reden wir weiter mit einander. Als er mich da, wo die Straße nach Eisenstatt links abkreuzt, absetzte, drückte er mir noch freundlich die Hand. Ich schritt . . . ."

„Wann war dass" unterbrach ihn der Kriminal- rat zum dritteumale.

„Es mochte abends 8 Uhr sein."

„Und der Herr fuhr dann Eisenstatt zu, während Sie nach Wienerisch-Neustadt weitermarschierten?"

„Ja, so ist es."

„Sie haben uns aber seinen Namen noch nicht genannt."

„Den kenne ich nicht."

„Wie, Sie schenken einem Herrn, mit dem Sie ein paar Stunden lang fahren, Ihr volles Vertrauen und fragen nicht einmal nach seinem Namens"

„Ich sehe wohl, Sie meinen, das alles sei von mir erfunden; aber deswegen ist doch jedes Wort, das ich sprach, die lauterste Wahrheit."

„Beschreiben Sie wir den Mann, mit dem Sie gefahren fein wollen, ganz genau, und Sie, Gerichts­schreiber, notieren Sie die Aussage des Gefangenen Buchstabe für Buchstabe."

„Der Herr war von untersetzter Statur, wohlbe­leibt mit freundlichem, vollem Gesicht und mit ein Paar klugen, grauen Augen im Kopfe. Bart trug er leinen, und sein Haupthaar spielte bereits ins Graue; denn er mochte vielleicht an dir Sechzig zählen. Der Mantel, in den er sich gehüllt hatte, schien mir ein Schafpelz zu sein, und auf dem Kopf trug er eine Mütze von Fuchspelz. Was ihn aber besonders kennzeichnete, war eine tiefe Narbe quer über die Nase, die wohl von einem früheren Fall herrühren mochte."

„Gut," sprach nun der Kriminalrat, „ich werde diese Personalbefchreibung alsbald in der Wiener Zeitung einrücken lassen und den Manu anffordern, sich ungesäumt bei mir zu melden.

(Fortsetzung folgtZ

sich vou selbst. Diesmal verteidigte er aber nicht nur die Ferrysche Kolomalpolitik, sondern begab sich auch mit jugendlichem Ungestüm auf das Gebiet der hohen Politik. Vorgestern schon hatte der hochwürdige Herr, der es doch wissen muß, dem Fürsten Bismarck entgegengehalten, daß Gott auch mit den Franzosen sein werde, und gestern stellte er in Aussicht, Frankreich werde durch koloniale Unternehmungen im allgemeinen und Tonking im besonderen so gewaltig erstarken, daß es auch Elsaß - Lothringen den Deuffchen wieder abnehmen könne. Es ist nicht das erste mal, daß Freppel aus der seinem Kleide eigentlich mehr zu­sagenden Rolle eines Verteidigers des Friedens heraus­fällt, doch wird man ihm das nicht allzu sehr ver­denken dürfen, da sein Naturell ihn offenbar mehr zu seinem streitbaren Guerrillaführer als zu einem friedlichen Hirten bestimmt hat. Außerdem schaden uns solche Offenheiten nicht und sind im Gegenteil von Zeit zu Zeit ganz nützlich zu hören.

Wesse«- Nassau.

Marburg, 16. Febr. Das „Berliner Tageblatt" sowohl wie der „Hannoversche Courier" lassen sich aus Göttingen folgendes schreiben: „Wie hier be­stimmt verlautet, ist der Geheime Regiermigsrat Dr. E. Meier, Kurator der Universität Marburg, zum Kurator unserer Universität ausersehen. Als sein Nachfolger in Marburg wird der Geheime Regierungs- Rat Dr. Althoff, vortragender Rat für Universitäts- Angelegenheiten im Kultusministerium, genannt." — Nach eingezogenen Erkundigungen ist in hiesigen Universitätskreifeu von einem derartigen Personen­wechsel bis jetzt nichts bekannt.

Marburg, 16. Februar. In der gestrigen Ver­sammlung des Gartenbauvereins berichtete zunächst Herr Direktor Hesse, daß Herr Obergärtner Heinrich von Breitenau bereit sei, den 27., 28. und 29. d. M. e:nen Kursus im Baumschnitt zu halten, oder, wenn dieses nicht angängig, gegen Ende April. Es wurde beschlossen, den ersteren Termin anzunehmen und zur Feststellung der Ordnung ein Ausschuß, bestehend aus den Herren: Dr. Schäfer, Niedcrehe und Runkel gewählt. Von den Anwesenden meldeten sich 17 Personen zur Teilnahme an dem Kursus, dessen praktischer Teil wohl in dem Garten des Herrn Niederehe stattfinden wird. Weitere Anmelvungen nimmt genannter Herr entgegen. — Ferner wurde beschlossen, die diesjährige Aus­stellung in Cassel von Seiten des Vereins nicht zu beschicke», dagegen wurde eine selbstständige Ausstellung von Gemüse und Obst Hierselbst für das nächste Jahr in Aussicht genommen. — Herr Major v. Giron- court hatte eine Kollektion von blühenden Pflanzen ausgestellt, welche wegen ihrer Schönheit in Farbe und Bau den allgemeinen Beifall ernteten. Herr Postmeister Schwalm und Herr Gastwirt Schaaf zeigten mehrere Sorten von Äpfeln vor, unter den letzteren einer ans 1886, welcher sich äußerlich von denen der letzten Ernte nicht unterscheiden ließ. Zur Beurteilung der Güte wurde eine jede Sorte zum Kosten herumgereicht. — Herr Direktor Hesse referirte sodann über die Anwendung der Thomasschlacke. Dieselbe wird bei der Entphosphorung des Eisens gewonnen, und enthält gewöhnlich 16 Proz. Phos­phorsäure, welche zum größeren Teil an Kalkerde, zum kleineren an Eisen gebunden ist und 20 Prozent Aetzkalk. Die Wirksamkeit derselben erstreckt sich nicht allein auf die Kohlarten, sondern auf alle Ge­wächse, wenn der Boden Stickstoff und Kali enthält oder demselben mitgeteilt wird. Durch die Anwesen­heit der letzteren Stoffe wird deren Wirksamkeit für sämmtliche Pflanzen wesentlich erhöht, während sie fast nur für einzelne Gewächse merkbar ist. Es ist notwendig, daß die Schlacke sehr fein gemahlen ist

Mario«.

Originalroman von Marie Romany.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Es war der Quai, auf den sie htnausttat. Nur eine geringe Frequenz ist auf diesem Teil der Pro- menade, sodaß der Entlassenen genügend Muße, sich an die Umgebung der freien Welt zu gewöhnen, ge­wöhnen, geboten war. Marion schritt voran. Ein unaussprechliches Wehe überkam das junge Wesen, als sie sich so einsam, so verlassen, so bat allen Mit­gefühls, allen Schutzes unter dem Treiben der all­mächtigen Weltstadt sah. Ihr Auge glitt zur Erde zum Himmel, über den Lauf der Seine, gleichsam als suche es nach irgend einem Etwas, das ihr eine Stütze in der trübselige« Verlassenheit ihres jungen Daseins gebe, aber nichts begegnete ihren Blicken als vor ihr die fast menschenleere Straße und zu ihren Fußen der Fluß, der friedlich vou der Ruhe des Winterschlummers umfangen war.

Marion seufzte schwer. Sie lehnte sich gegen die Balustrade, welche den Spaziergang von dem Fluß trennt und starrte in die langsam zwischen Eiskrusten dahinsickernden Fluten hinab. Wie friedlich, wie so erhaben über alles Erdenleid doch die Ruhe der Natur toatl Wie so innig hätte sie dem Himmel ge­dankt, hätte er ihr in diesem Augenblick ein stilles Plätzchen im Schoße der Schöpfung gegeben, damit ihr die Rückkehr in da8 gefühllose, heuchlerische, ver­dorbene Treiben der Weltstadt erspart worden sei!

Lauge, bange Minuten gingen so vorüber; die fröstelnde Kälte mahnte sie endlich, daß es Zett zum Weitergehen sei. Sie ttocknete hastig die Thränen die fast gegen ihren Willen ihre Wimpern angefüllt hatten und trat zurück von der Ballnstrade, im Zweifel nach welcher Richtung sie den Weg einzuschlageu habe. Sie hatte ja überhaupt kein Ziel im Auge, dachte an nichts, als daß sie ans der Gefängniszelle freigegeben worden und nun allein mit ihrer Trübsal

und kommt deren Nutzen nur m fein geteiltem Zustand voll zur Geltung. Dieselbe wird übergestreut und flach untergegraben oder mit Stalldünger ver­mischt und untergegraben. Auf den Acker sind 3 Gentner erforderlich. Es wurde dann sofort von mehreren Anwesenden eine Bestellung auf Thomas­schlacke, deren Preis sich jetzt auf etwa 1,70 Mark pro Ctr. stellt, ausgegeben. Der Herr Redner hob dann die Wirkung des künstlichen Blumendüngers für Zimmerpflanzen hervor, es wurde indessen vor Anwendung concentrirter Lösung gewarnt und als passende Flüssigkeit eine Lösung von 1 Messerspitze voll Blumendünger in eine Gießkanne Wasser ange­geben. Herr Major v. Gironconrt hat bei der Anzucht seiner Zimmerpflanzen diese Lösung angewendet und verdankt derselben seinen schönen Eriolg. Bezogen ist der Dünger von Herrn Apotheker Siebert. — Die Stadt Marburg wird auch in diesem Jahre, wie in den Vorjahren eine Anzahl Obstbäume pflanzen und hat sich bereit erklärt, für Mitglieder des Garten - bauvereins auf Wunsch Stämmchen mitkommen zu lassen. Dieselben zeichnen sich durch Schönheit im Wuchs und billigen Preis aus. Es wurden auch hierin mehrere Bestellungen gemacht.

Marburg, 15. Febr. (Strafkammer.) Eine Privatbeleidigungsklage zwischen dem Gemeinderechner Welsch und dem Ackermann Jakob Jakobi II. aus Berghofen wurde durch Zweitinstanzliches Urteil heute dahin erledigt, daß beide der wechselseitigen Belei­digung zwar für schuldig, gemäß § 199 des Reichs­strafgesetzbuchs jedoch für straffrei erklärt wurden. Die entstandenen grichtlichen Kosten werden geteilt, die außergerichtlichen verglichen. — Der Gastwirt Heinrich Seibert von Rauschenberg, sowie der Musikus Adam Hof daselbst waren vom Schöffengericht in Rauschenberg von der ihnen zur Last gelegten lieber - tretung der Polizeiverordnung vom 12. Sept. 1851 freigesprochen worden, wonach beide Angeklagte am 24. Juli v. I. eine ihnen gegebene Erlaubnis zur Abhaltung einer Tanzmusik bis 12 Uhr um ’/* Stunden überschritten haben sollten. Die von der Kgl. Staats­anwaltschaft eingelegte Berufung hatte den Erfolg, daß das erste Urteil aufgehoben und Seibert in eine Geldstrafe von 15, Hof dagegen zu einer solchen von 6 Mk. kostenfällig verurteilt wurde.

Caffel, 16. Febr. In verflossener Nacht gegen 3 Uhr entstand Feuerlärm, welcher einen großen Teil unserer Feuerwehr in Thätigkeit rief. Es brannte in dem Mittel- und Truselgasse gelegenen Eckhause „Gambrinnshalle." Dem Eingreifen der Feuerwehr gelang es, * das Feuer alsbald zu dämpfen, so daß nur der obere Stock beschädigt ist. Der Dachstuhl ist abgebrannt. — In der Nacht vom 14. zum 15. setzte ein Schoriisteinbrand in der Schützenstraße die Wachtspritze in Bewegung, doch wurde er gelöscht ohne ihre Hülfe.

Guden-lberg, 14. Febr. Gestern abend gegen 8 Uhr brach in hiesiger Stadt Feuer aus. Die so­genannte Insel, bestehend aus vier Wohnhäusern und einer Scheune, ist ein Raub der Flammen geworden. Dem energischen Eingreifen der freiwilligen und Pflichtfeuerwehr ist es gelungen, ein weiteres Umsich­greifen des Elementes zu verhüten. [T. u. A.j

Telegraphische Depesche«.

Berlin, 15. Febr. Der „Kreuzzeitung" zufolge ist als deutscher Gesandter in Brüssel der bisherige Gesandte in Washington, v. Alvenslebeu, in Aussicht genommen; an Stelle v. Alvenslebens werde der bisherig e Generalkonsul in Kairo, Graf Areo-Valley, nach Washington gehen. Außerdem stehe der Rück­tritt des Gesandten für Schweden und Norwegen, v. Pfuel, bevor.

Kiel, 15. Febr. Der frühere Landtagsmarschall

war, ihrem denken und Handeln ohne Hilfe und Stütze überlassen war.

Noch stand sie zögernd — vielleicht erhob sie in Gedanken ihre Hände znm Himmel, daß er sie in seinen Schutz uehmen möge, da niemand auf der Welt sie hütete — als eine Hand in artiger Weise ihre Schulter berührte. Sie fuhr zusammen, wandte jäh den Kopf bi i> blickte in das treuherzig auf ihr ruhende Auge UncS Richters Henri de St. Grillac.

„Wohin wolle» Sie gehen, Fräulein Delorme?" fragte er in einem Ton, der jede niedere Absicht ausschloß. .Hatten Sie den Vorsatz, zu Frau von Wildenau zurückzukehren?"

Marions Züge, soeben noch blaß in der Erregung übergoß Purpurglut. Ihr Auge, das jäh funkelte, heftete sich auf den Richter. Sie schämte sich, daß jemand das Wort au sie richtete, der ihr in der Ge­fangenschaft begegnet war.

„Wenn Sie bis jetzt keinen Entschluß gefaßt haben, wird Ihnen vielleicht meine reifere Ueberlegung dienen," meinte Herr de St. Grillac wieder. „Ich biete Ihnen als Freund meinen Rat und, wenn cs Ihnen möglich ist, sich zur Annahme zu entschließen, meinen Beistand an.

Er hatte mit der ausgesuchtesten Artigkeit zu ihr gesprochen, doch immer noch funkelte Marions Ange ihn an. Eine Pause kam.

„Sie wissen, wer ich bin?" fragte endlich der Richter.

Marions Lippen bewegten sich.

„Sie sind der Herr, der mich über das Ver- brechen verhörte," erwiderte sie bebend. Es konnte Herr de St. Grillac nicht entgehen, daß die Thräne, die sie soeben getrocknet hatte, wieder in ihre Wimper getreten war.

„Nun wohl," meinte er. „Ich kenne also das Verhältnis, unter welchem Sie im Hause der Baronin von Wildenau lebten; ich weiß, aus welchem Grunde Sie nach St. Lazare gebracht wurden, weiß, daß dieser Grund falsch war und meiner Thätigkeit verdanken

Württemberg" veröffentlicht nachfolgendes Bulletin 7cmt>f über das Befinden des Königs: Am Montag f,^ ' ^rai eine leichte Steigerung des Fiebers statt; Tienftan Lifte verlief infolge der Hustenanfälle unruhig. Die Matzj^ '„„x kett des hohen Patienten ist anhaltend, ebenso bj.

Appetitlosigkeit.

begann heute die Beratung der Vorlage über da;

e An ti

pichaus M den

wßten i emerke eß die n der Z

Abg. eß für «eichen i -sch-hen «enden i der Ä ckden ter Geb

und forstwirtschaftlicher Arbeiter. Der Minister dtz Innern, v. Lutz, legte die Grundsätze des Entwurfs dar und bemerkte dabei, daß die bayerifche Regierung die Sozialpolitik des Reichs stets freudig unterstützt habe.

Dublin, 15. Febr. Der parnellitische Deputierte Pyne wurde heute wegen aufrührerischer Reden zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Er legte Be­rufung ein.

San Remo, 15. Febr. Der Kronprinz be, ändet sich bester, da der Kopfschmerz nachgelasten hat Der Prinz von Wales wird Montag hier erwartet Mackenzie reist wahrscheinlich Freitag ab.

Paris» 15. Febr. Der Minister des Aeußeru Flourens hielt in Gap heute nachmittag vor einet Wählerversammlung eine Rede und betonte von neuem

des ProviuziallandtNIks, Gras Emil zs Rantzan- Rastorf ist in vergangener Nacht gestorben.

Stuttgart» 15. Febr. Der „StaatsanZeiger füt

ourden tuch ich zude nn land

Abg.

lescrve er Em leiteten. Kirin, di ejtimmii

eine liberale republikanische Gesinnung. Er sagte, er werde vor keiner praktischen Reform zurückschrecken, dauerhafte Fortschritte aber müßten mit Maß, Klugheit und Methode ins Werk gesetzt werden; man müße Xe da dabei der Lage Frankreichs in seinem Verhältnis zuni Ausland Rechnung tragen. Alle benachbarten Völker arbeiteten an einer mächtigen Konzentration ihrer Streitkräfte. Dies seien Beispiele, welche befolgt werden müßten. Die erste Reform sei die militärische Organisation. Flourens sprach sich für gleichen obli­gatorischen Dienst aller und für die Verstärkung von Armee und Marine aus.

_ n»eli

vermin ycmc uie -oerarung oer Vortage uoer dH ;t besi Reichsgesetz betreffend die Unfallversicherung lanik Lonun

Abg

München, 15. Febr. Die Abgeordnetenkammer Hesc Hin fapllfP hfP . r'

Reichstag.

Berlin, 15. Febr.

[38. Plenarsitzung.) Zur Verhandlung steht in erster Beratung der von den Abgg. Lieber und Hitze [Zentr.j eingebrachte Gesetzentwurf, betreffend Abänderung und Ergänzung der Gewerbeordnung Sonntagsarbeit re.)

Abg. Hitze [Zentr.f wies zur Empfehlung des Anttages auf die große Sympathie hin, welche nach der Enguete die Tendenz desselben in den weitesten und verschiedenartigsten Kreisen gefunden. Die landes- gesetzlichen Bestimmungen cheichtcn bei ihrer Bunt- checkjgteit, nachdem das Deutsche Reich auch wirt- chaftlich geeint, um so weniger aus, als sie nicht allein auf dem Gedanken des Arbeiterschutzes beruhten.

Abg. Struckmcinn [natllib.] spricht den ver­bündeten Regierungen seinen Dank für die angestellte Enquete aus. Letztere habe ergeben, daß da, wo die Sonntagsarbeit bestehe, sie sich wenigstens im all­gemeinen als eine legitime und notwendige erweise. Darinhabe der Vorredner allerdings vollständig Recht, daß in den verschiedenen Gebieten des Reiches eine sehr große und ungerechtfertigte Verschiedenheit auf diesem Gebiete bestehe. Nachdem die verbüiideten Regierungen in dankenswerter Weise die Enquete vor­genommen hätten, würden diese auch nur allein es sein können, welche eine einheitliche Gesetzgebung

an Bm claß vo mio w len Kon -sagen

Gewä Abg.

ibmveis Abg.

Mag I Abg.

inem S K eihel ? frühe nie er

Dl

Ur bi dnlnahi 6 bei i Bebten ■ reich streiche irnha kcn tief kgfti

— soweit eine solche möglich, ohne die berechtigt« Einzelintereffen zu schädigen — ins Leben zu rufen. Aus der Initiative des Reichstags würde diese äußerst schwierige Gesetzgebung sich nicht Herstellen lassen. Die Antragsteller stellten ja auch selbst nur bestimmte Regeln auf, über'ießen aber dann alle Ausnahmen

amili

k Gehn ihlungs- Siksagu Skbar si fderung tzev uc

Sie es, daß Ihre Stellung zu dem Verbrechen so schnell in das richtige Licht gebracht ward. Es ist daher nicht Anmaßung von mir, wenn ich Ihnen meinen Beistand anbiete; zumal ich weiß/ fügte e: mit noch größerer Zurückhaltung bei, „daß Ihre Wiederaufnahme bet Frau von Wlldenau beinahe unmöglich ist."

Marion hatte ihm zugehört, als ob das Ganze, was er sprach, nicht in das Reich der Wirklichkeit ge' hörte. Sie litt noch zu viel unter der betäubenden Wirkung der Gefangenschaft, um eine Antwort zu finden, die seiner Sprache gerecht war.

„Bei Frau von Wildenau?" wiederholte sie mechanisch, während ihr thränenschwerer Blick ins Leere starrte. „Ich hatte nicht die Absicht, zu bet Baronin zurückzugehen.'

„Und wohin wollten Sie?"

„Wohin?"

Es schien, als entfeffelle dieses Wort mit eines Schlage alles Wehe, alle Bekümmernis, alle bange Furcht vor dem Leben, in deren diabolischer Gewalt Marions ganzes Sein und Fühlen während so vieler langen Wochen gefangen war! Sie dachte nicht eines Moment daran, eine Antwort zu geben; sie hure fast vergessen, daß er, der diesen Punkt berührte, all ihrer Seite stand, daß sie sich auf offener Straße befanden; sie war überwältigt von der Macht der bejammeruswerteu Empfindungen, welche diese Frage in ihr wach rief. Unbekümmert um alle Welt rings um sich, preßte sie die Hand auf ihr stürmendes Herz und weinte bitterlich.

Herr de St. Grillac betrachtete sie still. Die ganze Innigkeit seiner Leidenschaft sprach aus be» Blick, der sekundenlang auf ihr ruhte.

„Fräulein Delorme," sagte er endlich, in zurück» haltender Weise ihre Taille berührend, „vertrauen Sie sich meinem Schutz an! Sie werden einen Freuud tu mir finden, dessen guter Absicht Ihr junges Her» vielleicht dereftrst dankbar sein kann."

(Fortsetzung folgte

tii di< «iition

»treten ihn er.

200

Bis gec Leihen

pe

H.