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Illustriertes Somtagsblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

lieferung ihrer praktischen Arbeit

und ihrer münd

Petersburg, 6. gebt. Der Botschafter in Berlin Graf Schuwaloff war durch Bronchitis verhindert, früher nach Berlin zurückzukehren; er ist jetzt voll­ständig genesen und verläßt heute Petersburg.

Mein Bräutigam,' lächelte Fräulein Resy,tritt seine kleine Reise auch nicht im Augenblicke an, son. dern erst heute Mittag, weil er vorher noch Ver­schiedenes zu besorgen hat. Auch geht er zu Fuß dis Baden, oder noch Wetter, und setzt sich dann erst in den Stellwagen; denn dieser ist, wenn er um zwei Uhr nachts von hier fortsährt, stets widerwärtig über- füllt; von Baden au aber giebtS mehr Platz.'

Und wann kehrt Herr Kuppitsch zurück?' fragte Gottfried vou Kreß.

Spätestens Montag Abend,' versetzte Fräuleiv Dollinger.

Daun werde ich am Dienstag wieder im Geschäft auf dem Holzmarkt vorsprecheu,' entgegnete Gottfried von Kreß und machte feine Abschiedsverbeuguug.

Nachdem er wieder auf der Straße angekommen war, stieß er abermals wie bei seinem Austritt aus dem Geschäft der Witwe Schradin einen wilden Fluch aus, und abermals rief er wutentbrannt:Warum muß deuu dieser Meusch gerade heute verreisen?' daun aber, nachdem er noch keine hundert Schritte gemacht, fuhr es blitzartig durch seiu Gehirn, und ein wahrhaft teuflisches Lächeln umspielte seine Ljppen. Sofort schlug er die entgegeugesetzte Richtung ein, als er bisher verfolgt hatte, und hielt nicht eher au, als bis er in jeuew Quartiere Wiens, das man da­mals den Großen Graben nannte, avgekommen war. Dort stand rin langgestrecktes, niedriges Gebäude, eine Fubrmauusherberge geringerer Art, genannt zum weißen Wolf, und in diese, so wenig eiuladeud sie auch oussah, begab sich sofort Gottftied vou Kreß.

Sind Sie der Oberkellner?" fragte er eiueu »erben Burschen, der in Hemdsärmeln de» herum- itzenden Gäste» aufwartete.

,Lu dienen, ja," versetzte der Bursche.

,Maun geht der Stellwagen ab, der über Wie­nerisch Neustadt und den Semmering nach Gratz fährt?" tagte Gottfried vou Kreß weiter.

Jeden Morgen früh zwei Uhr," war die kurze Antwort.Wollen Sie eine» Platz belegen?"

Die ProphHeUmug der Zigeunerin.

Eriminal-Roman von Theodor Griesinger.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

.Hm!' fuhr Kreß iu seinem Selbstgespräche fort, »ie Wegner hat unS beide, de» Kuppitsch und mich, v genug gezeichnet. Doch aber vergaß sie bei der Mzählung dessen, waS uns unähnlich macht, eines, st trägt über den Mantelkragen ein rotes Tuch uw kiHals uud bindet es vor» in einen Knoten. Nun strigens vorwärts! Der eine Zweck, der, ihn zu 6tn, wäre erreicht. Vielleicht trifft fichS auch mit Pa zweiten gut.'

^Sofort ließ er sich die Hausthüre von Nr. 330 pue» und ging langsam der Treppe zu. So wie l aber ei» Stock hoch gekommen war, übersprang kwimer drei Stufen, um recht schnell an der Korridor- |äit der Frau von Awpach vorbeizukomwe»; denn dort auS wollte er nicht gesehen werden. Dann er wieder langsamer, und auf dem letzte» Treppen­satz hielt er vollends jede» Augenblick still. Alles Men ihn hier zu interessieren; den» er besah sich »e Kleinigkeit aufs Genauste und am allergenaursten nnverfchloffenen Vorplatz vor der Wohnung der stau Witwe Dollinger. Endlich klopfte er hier an trat ein.

.Entschuldigen Sie meine Zudringlichkeit,' sprach E üiqu Dollinger und ihre Tochter a»;ober ich ulle den Herrn Buchhalter Kuppitsch iu GeschäftS- ^>rlegeuheiten notwendig sprechen, und da hat man "4 im Lokal der Witwe Schradin bierher. gewiesen.' . »Wenn Sie,' erwiderte ihm Fräulein Resy,fünf Junten früher gekommen wären, so hätten Sie iHv getroffen. Nun aber werden Sie wohl warten ^en, bis er vo» Gloggwitz, wohiu er heute «och zurückkehrt.'

»Rach Gloggwitz?' rief Gottfried von Kreß ver- ?>dert.Dahin geht doch um diese Stunde weder * Landkutsche noch eine Stellwage» ab?

lichen Prüfung zu warten haben, beträgt jetzt 21/» bis 3 Monate, gegen 4 bis 9 Monate im Jahre 1886 und 5 bis 6 Monate in den Jahren vorher. Diese Verkürzung ist durch die infolge Verstärkung der Kommission ermöglichte Vermehrung der Prü­fungstermine herbeigeführt worden.

Niemand erinnert sich im Reichstag einer solchen Aufregung und eines ähnlichen Zudranges zu allen Räumen des Hauses, wie heute. Die, wie man sich jetzt überzeugt hat, doch etwas irrtümliche Meinung, daß der Kanzler auf Krieg oder Frieden eine bündige Antwort geben werde, hat das ganz besonders bewegte Bild des heutigen Tages hervor­gebracht. Der Reichstag war schon Stunden lang vor Beginn der Sitzung von einer dichtgedrängten Menschenmasse umlagert. Man mußte sich den Zu­gang zum Portal und bann von diesem durch die Vorhallen bis zum Foyer thatsächlich erkämpfen. Die Tribünenplätze Awaren schon in der vorigen Woche Gegenstand einer eifrigen Jagd und es wurden heute thatsächlich von Fremden, die unter solchen Verhält­nissen natürlich immer Engländer sind, vergebens 100 Mark für einen Platz geboten. Die Bänke des Hauses selbst waren etwa nur zu zwei Dritteln besetzt. Fürst Bismarck wurde bei seinem Erscheinen von der Ansammlung der Schaulustigen und Neugierigen auf der Straße mit stürmischen Hochrufen begrüßt, die dumpf bis in den Sitzungssaal hineindrangen. Nach der formellen geschäftlichen Einleitung nahm Fürst Bismarck sofort das Wort. Nachdem er etwa eine Stunde gesprochen, mußte er sich setzen. Er sprach sitzend weiter, erhob sich nach etwa einer Viertelstunde wieder und sprach dann stehend weiter bis zum Schluß. Seine Rede wurde mit der größten Spannung und lautlosem Schweigen angehört. Nur an den Stellen des letzten Teils, wo er von der patriotischen Hin­gebung und Kriegsbegeisterung des deutschen Volkes sprach, wenn es gilt, das Vaterland zu verteidigen, ertönte Beifall. Den letzten Sätzen folgten stürmische Zurufe aus dem Hause.

Stuttgart, 6. Februar. DerStaatsanzeiger"

Ja," vei setzte Gottfried von Kreß,ein Koupä- Platz bis Gloggnitz."

Gut, ich werde Sie gleich einschreibev," erwiderte der Oberkellner.Ihre» Name», we»» ich bitte» darf?»

Richard Kuppitsch, Buchhalter," sagte Gottfried vo» Kreß mit lauter Stimme.Nun aber gebens mir eine Halbe; denn der weite Weg vomHolzmartt bis hierher hat wir Durst gemacht."

Die Halbe kam, »ud Gottftied von Kreß setzte sich zu derselben nieder. Der hemdärmelige Geselle aber schrieb den Namen Richard Kuppitsch iu ei» großes, schmutziges Buch ritt nnb fertigte zugleich eine Fahrkarte aus, für welche Gottftied von Kreß die geforderte Taxe bezahlte. Dann wachte sich Letz­terer wieder auf den Weg, uud ein schreckhaft un- heimliches Feuer strahlte aus seinen Auge».

Die nässte» paar Stunden verbrachte er in einer ganz eigeutüwlicheu Weise; denn er trat in die ver schiedeusten Läden ein, uw Einkäufe zu machen, die für ihn gar nicht zn paffen schienen. Der erste Laden, den er besuchte, war ein Hutladeri. Er fragte aber nicht »ach einem modernen Zylinder, wie er selbst einen trug, sondern nach einem Schlapphute nach dem Muster jener Kopfbedeckungen, wie sie von Unteritalien zu uns heraufgekommen find. Auch wählte er sehr lange; das eine mal mißfiel ihm die Farbe, nnb das andere mal die Form. Als er aber endlich b^n Hanbel abgeschlossen hatte, lsiß er sich den Hut sorg, öltig verpacken unb barg das Packet unter seinen weiten Mantel. Sein zwettes Ziel war eine Meffer. chmiedSbude, und hier ließ er fick, die versch.ebensten Dolchmeffer zeigen. Dieselben erhielten aber sämt­lich feine» Beifall nicht, bis ihm endlich der Buden- Inhaber eine starke Stahlklinge vorwieS, welche we­niger einem Dolche als einem Metzgermeffer glich. Dieses Stück kaufte er unb barg es ebenfalls nntn einen Mantel. Eine» dritten Einkauf machte er am kornmarkte tu einem Sackleiuewandmagaziu, und auch hier konnte et nut nach seht langer Auswahl befriebigt werben. Die fertig genähten Säcke nämlich,

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meldet:Der König, welcher sich seit einigen Tagen unwohl fühlt, erkrantte an Bronchitis, welche die Luströhrenäste beider Lungen ergriff und mit Fieber verknüpft ist. Der König befindet sich feit zwei Tagen zu Bett. Die Nacht vom Freitag zum Samstag war durch Husten und Atembefchwerden vielfach gestört. Heute haben diese Symptome nach- oelassen, das Fieber aber hat sich nicht wesentlich gebessert."

Ausland.

Wien 6. Febr. Gegenüber der Meldung des Pester Lloyd", daß der russische Botschafter Loba­now vom Grafen Kalnoky über die beabsichtigte Publikation des Allianzvertrages unterrichtet worden sei und erklärt habe, daß das russische Kabinett gegen diese Publikation keinerlei offizielle Einwendung vor­bringe, sagt dasFremdenblatt": Diese Nachricht wird in unterrichteten Kreisen für durchaus unwahr­scheinlich gehalten, da Lobanow, falls ihm Kalnoky die bevorstehende Veröffentlichung mitgeteilt haben sollte, unmöglich bereits davon in Kenntnis fein konnte, welcher Art die Auffassung der russischen Re­gierung über die Publikation sein werde.

Paris, 6. Februar, Präsident Carnot besuchte gestern die Königin von Schweden und den Prinzen Oscar. Die Haltung der Presse ist andauernd ruhig, dagegen wird in politischen Kreisen vielfach die Frage erörtert, wie Frankreich sich zu einem Angebot, als Entgegnung auf die Veröffentlichung des deutsch-österreichischen Verttages ein Bündnis mit Rußland einzugehen, verhalten werde. Soweit sich übersehen läßt, wird die Möglichkeit eines solchen Vorschlages hier keineswegs mit Begeisterung ange­nommen, da man sich nicht verhehlen kann, baß daraus in kürzester Zeit der Krieg entstehen würde; seit dem Beitritt Italiens zum Dreibund glaubt aber Frankreich, daß selbst ein französisch-russisches Bündnis nur ungenügende Aussichten aus Erfolg bietet. Es ist Grund zur Annahme vorhanden, daß Frankreich im März 1887 vertrauliche russische An­regungen zum Abschlüsse eines Bündnisses, und zwar unter dieser Begründung, zurückgewiesen hat, wovon auch schon früher die Rede gewesen ist.

Stockholm, 6. Febr. Das neue Kabinett ist ernannt. Es besteht ans Bildt Staatsminister, Gouverneur Bergström Justiz, Palmstjerna Krieg, Essen Finanzen, Wennerberg Kultus, Lönegren Mi­nister ohne Portefeuille. Die Minister des Auswär­tigen, der Marine, des Innern und Staatsrat Loden verbleiben im Ministerium.

Besse«- Nassau.

Marburg, 7. Februar. Der Voranschlag des städtischen Etats pro 1888/89 schließt in seinen Einnahmen mit einer Summe von Mk. 325,354. 52, (1887/88: Mk. 482,440. 15) und in fernen Aus­gaben mit Mk. 330,488. 84, also mit einem Plus des letzteren von Mk. 5134. 32 ab. Die haupt­sächlichsten Titel der Einnahme sind nachstehende (die in Klammern eingeschlossenen Zahlen enthalten die im Etat 1887/88 für denselben Gegenstand aus­geworfene Summe): Titel 1. Eingehende Kapitalien M. 12,000 (Mk. 60,630. 29); is befinden sich hierunter Schulholzgeld- und Ablösungskapitalien mit Mk. 13,791. 75, die Einnahmen der Industrieschule mit Mk. 3,686. 54, der Kaufpreis für das alte Knabenschulgebäude mit Mk. 18,000 (dasselbe wurde auf Abbruch an das kgl. Gymnasium verkauft), die Erstattung von Straßenbaukosten mit Mk. 10,000 (Mk. 25,152), sowie die Rückzahlung der 10. Rate des der Gasactiengesellschaft im Jahre 1862 seitens der Stadt geliehenen Kapitals von Mk. 102,000 mit Mk. 2100. Tit. 4, Immobilien, enthält an Einnahmen von städtischen Gebäuden Mk. 1619, Äckern Mk. 3621. 62, Gemeindewaldungen Mk. 8305. 73, Bleichplätzen Mk. 1563. 93 (Mk. 1354. 23), Begräbnisplätzen Mk. 1015, Steinbrüchen Mk. 361, Obsternte Mk. 435. 55, Marktstandgelder Mk. 340. 70, Kasernenmiethe Mk. 15,000 (Mk. 13,400). Aus Tit. 5, Nutzbare Gerechtsamen, sind hervorzuheben die Einnahmen des Aichamts mit Mk. 243. 37, der Brückenwaage mit Mk. 156. 23, der Ordnungsstrafen mit Mk. 20 (dieser Posten war im vorhergehenden Etat nur mit Mk. 1. 67 angesetzt und wird dessen Erhöhung damit begründet, daß in Zukunft das Fehlen bei den Feuerwehrübungen strenger geahndet werden soll), sowie die Jagdpachtgelder mit M. 414. Tit. 6, directe Abgaben, enthält das Schulgeld aus den Elementarschulen mit Mk. 10,200 (Mk. 10,800), desgl. der höheren Töchterschule mit Mk. 18,370 (Mk. 16,684) sowie der Fachschule mit 4350 (Mk. 3300). Die Zahl der die Elementarschulen be­suchenden Kinder beträgt gegenwärtig 888, diejenige der Töchterschule 257. Die Einnahmen aus der Hundesteuer ist mit Mk. 2179. 83 angesetzt, ber Wasserzins aus Privatzuleitungen mit Mk. 10,470 die man ihm wies, waren meist zu groß, »nd über» dem erschien ihm die Leinewand nicht stark genug. Doch endlich kam er auch hier zu seinem Ziele, und der gekaufte Doppeldrillichsack wanderte ebenfalls unter den Mantel. Endlich lenkte er seine Schritte noch nach einer Seidenwarenhandlnng, nnb hier hielt er sich am kürzesten ans; denn sein ganzer Einkauf beschränkte fich auf ein rotseideneS Halstuch, wie es verschiedene Herren im Winter um den Hals tragen, um sich vor Erkältung zu schützen. Jetzt erst, nach, dem er all dies besorgt, wandte er fich seiner Wohnung zu und verwahtte die gekauften Gegenstände sorgsam in seinem Kleiderspind. Weil es aber inzwischen viel zu spät geworden war, nm noch nach dem Steuer- gebüude znm MittagSessen zn gehen, suchte er gleich darauf eine Restauration in der Nähe auf, und blieb in derselben, in tiefes Nachdenken versunken bis zum Abend fitze».

Um sechs Uhr, nachdem eS längst dunkel geworden war, suchte er seine Geliebte Nina Hartl in dem Stenergebäude auf, und in vielen Wochen hatte er ich nicht so zärtlich gegen sie erwiesen wie an diesem Abend.Endlich," vertraute er ihr an,wendet sich metn Schicksal zum Besseren; denn der alte, vor­nehme Herr, vo» dem ich Dir schon einmal gesprochen, wird mir eine sehr gute Stelle in Pesth verschaffen, unb noch heute Nacht oder vielmehr morgen in aller rüh fahre ich mit dem Stellwage» »ach Preßburg, uw von dott an das Markts»iff zu benutze». In zehn bi» zwölf Tage» aber werde ich wieder hier 'rin, »nd einstweilen behalte ich natürlich mein Logis bei, weil die definitive Anstellung immer »och einige Wochen auf fich warten lasten wird." Ans Nähere» über diese feine Anstellung jedoch ließ er fich nicht ein, und sie drang auch nickt weiter in ihn, weil fie eine verschloffene Att »nd Weise schon kannte. Gleich »ach acht Uhr erhob er fich, nm nach Hanse z» gehe».

(Fortsetzung folgt.)

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureanr von Haasenstein unb Bögler tn Frankfurt a. M.. Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Moste in Frankfurta. M., Berlin, Münchenu. Köln; G. 8. AA1U ^>U4jt tjltttls. Daube u. Co. in Frankfurt a. 91., Berlin, Hannover. Paris.

McrMG ZkiliiW

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fiir dir Kreise Marburg uud Kirchham

Deutsches Reich.

Berlin, 6. Febr. Der Kaiser hörte gestern nachmittag den Vortrag des Staatssekretärs Grafen von Bismarck-Schönhausen. Heute empfing der Kaiser tat Obersten von Lignitz, Kommandeur des ersten Magdeburgischen Infanterie-Regiments Nr. 26, sowie den Gouverneur von Mainz, General-Leutnant von Vinterfeldt, und arbeitete sodann mit dem Chef des Zünlkabinetts. Außer von den Prinzen Wilhelm unb Friedrich Leopold, sowie dem Erbgroß- hcrzog von Oldenburg, dem Maison militaire uud tat Hofstaaten war die Diplomalenloge des Reichs­tags dicht besetzt, es waren anwesend die Botschaster von Österreich und Spanien, die Gesandten von Dänemark, Schweden, Italien mit ihren ersten Bot­schaftsräten und die übrigen Gesandten. Fürst Bis- maicf ging nach ber Sitzung zu Fuß nach Hause, begleitet von einer tausendköpfigen, hurrarufenden Kolksmenge. Die Polizei war machtlos, das An- hiiitgen zu verhindern; der Fürst war in heiterster Stimmung. Dem Berichte des Präsidenten ber Zustizprüfungskommission, Professor Dr. Stölzel, über die im Jahre 1887 abgehaltenen AssessorPrü­fung e n ist zu entnehmen, daß sich die Geschäfte der Kommission ziemlich auf gleicher Höhe hielten, wie im Vorjahre. Es gingen 731 neue Aufträge ein, 20 weniger als im Vorjahre; mit dem aus ch886 verbliebenen Bestände von 543 Aufträgen waren 1274 Aufträge [gegen 1394 im Jahre 1886) zu erledigen. Von den 1274 Prüfungen kamen 18 ws verschiedenen Gründen vorweg in Abgang; von kn verbleibenden 1256 Reserendaren wurden 876 geprüft, von denen 704 die Prüfung bestanden, und stvar 82 mit der Zensurgut", 622 mit der Zen­surausreichend". Unter den 172 Referendaren, «lche die Prüfung nicht bestanden, befanden sich 22 ^lche, welche sich der Prüfung wiederholt unterwarfen |nb die nunmehr von dem höheren Justizdienst aus- Mchlossen werden mußten. Nach Prozenten haben » Jahre 1887 80,4 Prozent der Prüflinge die jküfung bestanden, während im Jahre 1886 83,1 Proz. dieselbe bestanden hatten. Nach den Oberlandes- Mchtsbezirken haben im Jahre 1887 die Prüfung .aus den Bezirken Mel kl des Kammergerichts Böln teile Frankfurt a. M.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und QHlAiiftti...

Feiertagen. - Ouartal-Bbonnemems-Preis bei der Expe- wlUrilllVIl»

dition 2% Mk., bei den Postämtern 2 Mk- 50 Pfg. (exkl.

SefteUgelb). 3nfertinnSgebübr füt bie gespaltene Zeile MÜtWvch, 8. FeblUttr 1888.

10 Pig. Reklamen für die Zecke 25 Pfg.

aus den Bezirken

bestanden:

nicht bestanden:

Breslau

80,4

Proz-

19,6

Proz.

Hamm

79,7

II

20,3

Stettin

77,4

,,

22,6

Naumburg

73,9

26,1

Pofen

72,7

27,3

ff

Marienwerder

71,4

28,6

Königsberg

67,9

32,1

ee

Die Zeit, welche

die Kandidaten

zwischen

der Ab

bestanden:

nicht bestanden:

100 Proz.

85,7

14,3 Proz.

85,1

14,9

83,7

16,3

83,3

16,7

83.3

16,7