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Illustriertes Sonntagsblatt.

Exveditiou Martt 21. Redaltion, Druck und gering von Joh. Lug. Koch.

Die neue Wehrvorlagc

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unverändert vom Reichstage angenommen werden. Bekanntlich sind nur die Sozialdemokraten Gegner

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»ach und nach ebenfalls das neue Repetiergewehr -«halten, so daß im Notfälle auch sic dem Feinde «itgegentreten können. Diese Vorsicht ist, wie man |ttgeben wird, eine sehr weitgehende, aber sie kann in einem großen Kriege, in welchem zu Master und zu Lande gekämpft wird, bezahlt machen. 187 0/71 von Küstenangriffen fo gut wie gar nicht die Rede; ob das in einem nächsten Kriege nicht schlimmer wird, ist, nach dem heutigen Flottenstande, sehr

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von dem dortigen zweiten Aufgebot sind am wenigsten die französischen Offiziere selbst erfreut. Die Aus­rüstung ist mangelhaft, das Erercitium miserabel. Und was nützen hunderttausend Mann, wenn sie nicht kriegstüchtig sind, ihnen das fehlt, was über­haupt den Soldaten ausmacht"? Die Zahl allein giebt nicht den Ausschlag, sondern der Kern, welcher in der Armee steckt. Die deutsche militärische Ausbildung war, das kann doch ruhig und mit gutem Gewissen gesagt werden, der französischen von jeher überlegen, und auch seit dem letzten Kriege ist es in Frankreich bei weitem nicht so geworden, wie es sein soll. Die Disziplin läßt viel zu wünschen übrig, und ohne Disziplin auch keine ordnungsmäßige Ausbildung! Was die deutsche Armeeverwaltung ins Feld schickt, das kann sich schlagen und wird sich schlagen, darüber besteht auch bei unseren Gegnern kein Zweifel. Wenn so die neue Wehrvorlage unsere Sicherheit gewaltig erhöht und sie deshalb auch fast einmütige Zustim­mung findet, bedauern wir nur, daß die unsichere Lage nicht weichen will, welche uns solche Opfer auferlegt. Und die Kosten der Wehrvorlage sind sehr bedeutend, über 200 Millionen Mark Der Reichs­tag wird damit, und zwar fast einstimmig, im letzten Jahre an sechshundert Millionen Mark für Militär­zwecke bewilligt haben. Es waren das zuerst die Mehrkosten aus der durch die Septeuuatsvorlage aus­gesprochenen Armeeverstärkung, sodann im vorigen Sommer die große Militäranleihe von 320 Millionen und nunmehr die Kosten der Wehrvorlage. Deutsch­land trägt diese Kosten willig, kann sie auch noch tragen, aber es hofft auch, mit Reckt, für seine Opfer­willigkeit belohnt zu werden durch dauernde Erhal­tung des Friedens und allgemeine wirtschaftliche Aus­besserung. Andauernder Kriegslärm, immerfort stei­gende Lasten können nicht nur, sondern müssen zu dem entscheidenden Punkte führen, an welchem es entweder oder heißt! Dem verschließt sich niemand, diese Auffassung ist angesichts der Kostensumme der Wehrvorlage eine allgemeine geworden. Sie beruhigt, wie oben ausgeführt, uns durch Verstärkung unserer Wehrkraft, aber viel weiter kann es nicht mehr so gehen.

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ienehmeS Licht die Lampen Verbretten! Man fühlt so recht behaglich hier; finde» Sie nicht auch, rr Kuppitschs' wandte sie sich speziell an diesen. »Gewiß," erwiderte der Angeredete.

»Ja, sehen Sie," fuhr Fran Anna Wegner fort, jetzt Walpurga in die Küche hinauSging, nm das stragen des Essens anzuordnen, »eine zweite Haus« b, wie meine Freundin Walpurga, giebt es in der zrn Welt nicht; und haben Sie nicht auch bemerkt,

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quarial-Abonnemenrs-Preis bei der Expe­dition 2% Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgedühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

wie geschmackvoll und doch einfach ste sich zu kleiden versteht?"

Auch dieses bejahte Herr Knppitsch, obwohl er die Toilette der Dame noch nicht gemustert hatte; als nun aber Frau von Arnpach wieder herein kam, blieb sein Auge unwillkürlich längere Zeit auf ihr haften und Letzterer entging natürlich diese seine Auf­merksamkeit nicht.

Jetzt wurde der erste Gang aufgetragen, und Frau von Arnpach bat ihre Gäste, Platz zu nehmen. Obenan als die Heldin des Tages setzte man die kleine Wally und rechts nnb links von ihr Frau Dollinger und ihre Tochter. Neben Letztere setzte sich Herr Knppitsch, nnb bann kam Frau Anna Wegner. Den untersten Platz zwischen beu Frauen Wegner unb Dollinger nahm Frau von Arnpach ein; benu sie wolle, meinte sie, in der Nähe der Tapetenthüre sein, welche in die Küche führte. Vielleicht auch hatte sie einen anderen Grund, damfi Richard eine immer vorteilhaftere Mei­nung von ihr bekomme.

Wir lassen nun das Esten seinen Gang gehen und bemerken nur, daß Frau Anna Wegner bei jedem Gerichte, daS auf den Tisch kam, in neue Lobes­erhebungen ausbrach, während umgekehrt Frau Dollinger nachdrücklich gegen den Aufwand protestierte, mit dem fie überschüttet wurden. Endlich kam der stachtisch, bestehend auS einer mächtigen Torte nebst duftigem Backwerk, und nun bat Frau von Arnpach Herrn Knppitsch, ihr beim Oeffnen des Champagners, den fie auf einem Nebcntische in einem Kühleimer teilen hatte, behilflich zu fein.

»Ich bin hierin nicht sehr bewandert, werde aber mein Möglichstes thun," sagte er höflich und stand auf, ihr den verlangten Dienst zu leisten.

ES zeigte sich in der That sogleich, daß er noch nicht oft eine Champagne; flasche entkorkt hatte, und die beiden, er und Frau von Arnpach, brauchten ziem- ich lange, bis daS Kunststück gelang. Auch hatten ich natürlich bei der Manipulatton ihre Hände oft und viel berühre» muffen, nnb er war darob über

Deutsches Reich.

Berlin, 24. Jan. Der Kaiser empfing heute Vormittag den Polizeipräsidenten Frhrn. v. Richt­hofen und eine Reihe militärischer Meldungen, konferirte darauf mit dem Chef der Admiralität Generallieutenant von Caprivi und dem Ches des Militärkabinetts General von Albedyll und machte

Für die Monate Februar und März nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande die Landpostboten, sowie in Kirchhain unsere Agentur, Kerr Buchbinder Rindt) Bestel- ngen auf die Oberhesfische Zeitung mit deren Beiblatter entgegen.

Bestellungen für hiesige Stadt nehmen unsere Expedition und unsere Zeitungsträger an.

AM- Soweit der Vorrat noch reicht, wird den Neubestellungen unser Wand- und Notiz-Kalender für 1888 gratis beigefügt.

Marburg,

Donnerstag, 26. Januar 1888.

ien & Frage. Immerhin muß jede kriegslufttge Macht igypfj. bei einem geplanten Kriege mit den neuen 700 000 Mann in Deutschland sehr ernsllich rechnen; auch die ---stehen vollem ihren Mann, wenn es fein muß. j Frankreich hat ähnliche Einrichtungen wie wir, aber

Giebä fiethei

M es nicht an Gesprächen fehlen, welche sämtlich das «b der Frau von Arnpach verkündeten.

zM »Ah," rief fie, »wie gut durchwärmt es hier ist, 80% Ehrend draußen ein eisiger Wind weht, nnb welch

prügeln versehen werben, welche für Wach- und Be- bilttk ' satzungsdienst immer noch gut genug sind, sie sollen

sei», rt

en< Sie rief ihr Töchterlein aus der Küche herbei, es sich für gewöhnlich beim Dienstmädchen herum- 7L Meb, nnb fleibete es sonntäglich an. Dann mürben großen Astrallampen angezünbet nnb noch einmal toaue Rundschau gehalten, ob alles in Dibnncg fei.

106 Präzis um fiebe« Uhr stellte sich, herbeigeholt von i/- ici1-- Frau Dollinger mit ihrer Tochter unb bereu !,* Bräutigam et», unb einige Minuten später erschien I* S - Ach Frau Anna Wegner. Diese brachte sogleich i/4 Oj*ben in bie Gesellschaft, nachdem die gegenseitigen V* M Abstellungen vorüber waren, und insbesondere ließ

nachmittags eine Spazierfahrt. Um 4 Uhr erscheint Gras Herbert Bismarck zum Vortrage. Heute Abend findet eine größere Theegesellschaft statt. Wie wir bereits mitgeteilt haben, hat der Kaiser an dem Ordensfest teilgenommen, allerdings ohne dem Gottes­dienst in der Kapelle beizuwohnen. Bei der Be­grüßung des diplomatischen Corps erwähnte der Kaiser, daß er in der letzten Zeit gesundheitlich viel durchgemacht, viel gelitten habe, und daß er sich deshalb um so mehr freue, in erneuter Rüstigkeit die Ritter seiner Orden empfangen zu können. Der Kaiser sprach diese Worte mit lauter, klarer Stimme, zeigte in seiner Haltung überhaupt eine überraschende Festigkeit. Nach der allgemeinen Ansprache unter­hielt sich der Kaiser mit den einzelnen Mitgliedern des diplomatischen Corps; jedem gegenüber hatte er eine persönliche Erinnerung aus früheren Jahren. Es sei bei dieser Gelegenheit erwähnt, daß die Bot­schafter von England, Oesterreich und der Türkei dem Ordensfest nicht beiwohnten, weil sie preußische Orden nicht besitzen. Es ist Brauch, den hier aeeredi- tierten Diplomaten, wenn nicht besondere Anlässe eintreten, preußische Orden erst beim Abschiede zu verleihen. Fürstbischof Kopp ist heute vormittags zum Reichskanzler nach Friedrichsruh gereift, von wo er heute Abend zurückzukehren gedenkt. Der Kaiser hat den Profeffor Dr. Gneist zum stimm­fähigen Mitgliede des Ordens pour le merite ernannt. Der Kronprinz und die Fran Kron­prinzessin begehen heute in San Remo ein Familienfest, es haben sich dreißig Jahre vollendet, seitdem sie den Bund fürs Leben schlossen. In ganz Deutschland und weit über die Grenzen hinaus nimmt man an diesem Familienfest innigsten Anteil.

sVomKronprinzen.j Der,,Nationalztg." wird folgendes mitgeteilt:In der vergangenen Woche ist ein Zwischenfall eingetreten, der indessen bereits überwunden zu fein scheint. Wer das offizielle Bulletin aus San Remo vom 13. d. M. richtig zu lesen verstand, konnte auf eine solche Eventualität vor­bereitet sein, denn da wurde schoneine etwas stärkere Schwellung der linken Kehlkopfhälfte" und eineetwas allgemeiner sich ausbreitende entzündlicke Reizung der Kehlkopfschleimhauf konstatiert. In ' unmittelbarem Verfolg dieser Erscheinungen hat sich bald darauf ein nekrotisch gewordenes Gewebsstückchen aus der er­krankten Partie des Kehlkopfes abgestoßen, das der Kronprinz am Dienstag, den 17. Januar ausgehustet hat. Dem Kaiser wurde davon alsbald Meldung gemacht Die Thatsache, daß der Kronprinz ungefähr acht Tage lang das Zimmer nicht verlassen hat, ist unb über rot geworben. Doch, wie gesagt, bas Kunst­stück gelang, und »achbern nun bie Gläser gefüllt waren, leerte man sie auf bie Gesunbheit bet kleinen Wally bis auf ben Grunb. Dann folgte ein Toast auf bie Festgeberi», nnb natürlich mußten bie Gläser abermals anSgetrunten werben. So kam man halb zum dritten Glase; aber nun weigerte sich Frau Dollinger, ei» weiteres anzunehme», während Fra» Wegner sich recht gerne das vierte Glas einscheuke» ließ.

Nun, das muß ich sagen," rief die Letztere, als fie das fünfte Glas vor sich stehe» hatte, »ein Hoch­genuß ists immer, bei Dir zu speisen, meine teuerste Walpurga; aber heute hast D» Dich selbst übertroffen. Sehen Sie, Herr Knppitsch," wandte ste sich an diesen, reiche Leute haben wir in der guten Stadt Wien sehr viele: allein den rechten Gebrauch von seinem Reichtum z» mache», da» versteht »icht jeder. Meine Freundin Walpurga dagegen verstehts, und der, ben si- einmal mit ihrer Hand beglückt, hat ben Himmel schon auf @rben. Meinen Sie nicht auch, Herr Knppitsch?"

Ich bin ganz mfi Ihne» einverstanden," erwiderte dieser.

Ja, unb baß Sies nur wisse», Herr Knppitsch," fuhr ste fast flüstemb fort,sie steht nicht auf Reich, tum, fonbern »ur auf Liebe unb Treue. Sie will nur ihr Herz befriedigt wiffen; denn der irdischen Güter besitzt sie übergenug."

,Zch habe gehört, daß fie sehr reich sei," entgeg. uete dieser ziemlich gleichgillig.

Das Rittergut Grünfelden ist ihr eigen," er» klärte ihm feine Nachbarin mit roch gedämpfterer Stimme,und das repräsentiert allein einen Wert von fünfzehutanseub Gulben. Dazu trete» mindestens eben so viel in Kapitalien, »nb vollenbS erst ihr Schmuck. Haben Sie diesen schon gesehen? Wally, Wally," rief fie bann laut,bitte einmal Deine Mama, baß fie »ns ihre» Schmuck zeigt." ;

Frau Walpurga von Arnpach hatte während dieses Zwiegisprächs eifrig mit Frau Dollinger konversiert,

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie b. Annoncen-Bureanx von Haasenstein nnb Bögler in Frankfurt a. M.. Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Messe m Frankfurt a. M.,Berlin, Münchenu. Köln; G. L. AA11L Daube u. Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover. Paris.

. »Nun kann bie Ehrbarkeit in Person mit mir zu. weben sein," höhnte fie.

iura, l. einigem Sinnen fügte sie hinzu: »Jetzt muß £ w $ mich aber meiner Wally wibmeu."

: durch den erwähnten Prozeß erklärlich. Seit Freitag 1 hat indessen der hohe Patient wieder Ausfahrten gemacht, und man darf daraus schließen, daß er sich wieder Wohler fühlt."Daß das ausgehustete Ge­websstückchen, wie ein Berliner Blatt meldete, behufs erneuter mikroskopischer Untersuchung an Herrn Prof. Virchow geschickt worden sei, davon ist hier nichts bekannt. Profeffor Virchow teilte uns auf direkte Anfrage mit, daß er bis heute mittag (23. Jan.) nichts aus San Remo erhalten habe. Die Thatsache, daß Prinz Wilhelm am Sonnabend dem Geh. Rat von Bergmann einen halbstündigen Besuch abstattete, wird in Berliner Blättern zu den sensationellsten Be­hauptungen über eine veränderte Auffassung hiesiger, früher an der Behandlung des Kronprinzen beteiligter Aerzte verarbeitet. Wir haben allen Grund, diese Angaben als durchaus haltlos zu bettachten." DemB. T." wird heute aus San Remo gemeldet: Es steht jetzt endgültig fest, daß Sir Morell Mackenzie Ende nächster Woche wieder von London hierher abreisen wird. Es befindet sich nämlich, wie ich schon vor zwei Tagen anbeutete, im Kehlkopfe des Kronprinzen ein abgestorbener Knorpel, welcher beseitigt werden muß, und dessen Exstirpation Mackenzie wahrscheinlich vor­nimmt, daß eine abermalige Konsultation von be­deutenden Autoritäten um dieselbe Zeit in San Remo pattfinden wird, damit ein definitives Urteil über ben Charakter des Leidens abgegeben werde. Ein solches Gutachten wird neben anderen Gründen auch deshalb gewünscht, damit festgestellt werden kann, ob und wann der Kronprinz nach Deutschland zurück­kehren kann. Die Persönlichkeiten der Autoritäten selbst sind noch nicht festgestellt; doch sind Unter­handlungen im Gange. Jedenfalls wird Mackenzies Besuch Ende nächster Woche eine sehr wichtige Epoche in der Krankheit des Kronprinzen bilden, da es für mehr als wahrscheinlich gilt, daß das auf Krebs lautende Gutachten vom letzten November iimgestoßen werden dürfte." Aus London, 23. Jan. läßt sich dasBerl. Tagebl." telegraphieren: Sir Morell Mackenzie erhielt die Aufforderung, einen Patienten in Michigan (Vereinigte Staaten) zu besuchen (gegen ein Honorar von 30 000 Dollars), lehnte jedoch ab, weil er nicht auf so weite Entfernung vom Kron­prinzen reisen will.

Heutige Nachrichten über das Befinden bes Kronprinzen lauten befriedigend, enthalten aber insofern Widersprüche, als der eine Korrespon­dent sein Aussehen als angegriffen, der andere als vorzüglich schildert. Fürstbischof Kopp, der ben Kron­prinzen vor wenigen Tagen gesehen hat, bezeugt unb bie schöne Resy war von ber Wally in Anspruch genommen. So wie aber das Kind von bem Schmucke hörte, klatschte es i» feine kleine» Hände nnb lief auf feine Mutter zu.

Ja, Mama," jubelte es, ben mußt Du meiner liebe» Resy zeige». O, bas glitzert unb flimmert, daß man die Augen nicht beton abtoenben kann."

Walpurga zierte sich ein wenig, aber als nun bas Kinb feine Bitte noch stürmischer wieberholte, stand le endlich auf, nm ihren Trnmeaukasten, der im an­stoßenden Schlafzimmer stand, zu öffne», unb, ha, welch ein Reichtum zeigte sich jetzt ben erstaunten Augen der kleinen Gesellschaft! Es wäre gewagt, alle einzelne», prächtigen Stücke zu beschreiben nnb ie aufzuzählen; das Kinb hatte Recht gehabt; eS glitzerte unb flimmerte, baß man bie Augen nicht ba> von abmenben konnte.

Welch eine Pracht!" rief unwillkürlich Richard knppitsch, und über diese Worte errötete Frau von Arnpach vor Vergnügen.

Es ist.ein Verwögen," erklärte Fran Anna Wegner mit Enthusiasmus.Ach, Walpurga, wie bist Tn zu beneiden!"

Frau Witwe Dollinger sagte gar nichts, nnb eben o wenig ihre Tochter; aber einen tiefen Atemzug, »er fast wie ein Seufzer klang, konnte bie letztere doch nicht unterdrücken.

Endlich war der Schmuck lange genug angesehen, unb Fran von Arnpach verschloß alles »lieber sorg, ältig in ihren Trumeaukasten. Eine Welle darauf gab bie kleine Wally Zeichen von Schlaf von sich nnb verlangte, zu Bette gebracht zu werden.

Aber heute," bat das Kind,muß die Resy mich ausziehen und in Schlaf singe», nicht bie Anna, unser Dienstmädchen, bie es sonst immer thnt."

Recht gerne," sagte Fräulein Resy, ausstehend, und die Wally gab nun allen Anwesenden ihr Händchen zur Gutenacht.

(Fortsetzung folgt)

lie Drophereihung der Zigeunerin.

Criminal-Rowan von Theodor Griesinger.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

»Wenn er jetzt hereinträte und mich so sehe» rde!" flüsterte Walpurga.

Schnell ging sie an eine Kommode unb langte _ aus ein breites, dichtes Umschlagetuch hervor. Dieses bretiete fie über ihre Schultern, und nachdem i pe es vorn auf der Brust doppelt übereinander, geschlagen, befestigte fie es mittels einer goldenen Agraffe.

57 des Gesetzes, dessen schwerwiegende Bedeutung jetzt erst recht ans Tageslicht getreten ist. Tie deutsche ® Armee wird dadurch um faßt siebenmalhunderttaufend

J??. Mann verstärkt, und die Militärverwaltung ist keines-

wegs gewillt, diese enorme Verstärkung nur auf dem nei Papier bestehen zu laffen oder als Schreckmittel für ttiegsluftige Nachbarn zu verwenden. Die 700 000 Mann sollen auch keineswegs nur mit alten Schieß-

MchjW Rettung

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fite die Kreise Marburg und Kirchhain

. AM ist in der Mililärkommifsion des Reichstages bereits m erster Lesung durchberaten und wird im ganzen