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Illustriertes Sonntagsblatt.

wiesen, wohingegen wieder die Bundesstaaten an die - Reichskasse die sogenannten Matrikularbeiträge leisten,

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3 daß eine bedeutende Erhöhung der Matrikularbeiträge

3rer.

Benefizien haben die Steuerzahler, welche ja Vo doch die indirekten Steuern aufbringen müssen. In

verschiedenen Staaten des deutschen Reiches sind

er ist

i Durch die Uebernahme eines Teiles der Schullchrer-

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Saale:

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nötig wird, ohne daß derselben Mehrüberweisungen aus der Reichskasse gegenübcrstehen, und kann die Erhöhung durch die eigenen Landeseinnahmen nicht gedeckt werden, so müssen die betreffenden Einzelstaaten eine Anleihe zur Deckung des Manquos aufnehmen, borgen. Dieses letztere Verhältnis bestand verschiedent­lich in den letzten Jahren, und namentlich Preußen stak tief in den Anleihen drin. Heute haben die neuen Reichssteuern das Verhältnis umgedreht. Die lleberweisuugen aus der Reichskasse übersteigen weit die Beiträge an die Reichskasse, und die einzelnen

deren Höhe sich nach den Anforderungen im Reiche vermehrt oder vermindert. In Folge dieser Beiträge kann auch im Reichsbudget niemals ein tatsächliches Defizit vorkommen, denn der vorhandene Fehlbetrag wird einfach durch Erhöhung der Matrikularbeiträge beseitigt. Anders stellt sich die Sache bei den Bun­desstaaten. Wachsen die Ansprüche des Reiches so,

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gehälter auf den Staat, welche die Aufhebung des Schulgeldes herbeiführen soll, sowie durch den Fort­fall der Wittwcn- und Waisengeldbeiträge der Staats- beamten sind recht erhebliche dauernde Mehrkosten entstanden. Solche Reformen haben natürlich nur dann wirklichen Wert, wenn sie regelmäßig Jahr für Jahr glatt durchgesührt werden können. Es hat

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gewachsene«, in einen stahlgrauen Mantel gehüllten Mann, der ihr ans dem Fuß folgte, und als sie vor ihrer Wohnung avlangte, hotte sie dieser Mann erreicht.

.Was wollen Sie von mir?" fragte Maria Kramer hastig; denn die Gegend dort außen war ziemlich einsam, und die Dunkelheit hatte inzwischen stark zn- genommeu.

»Ich habe mir sagen lassen,' versetzte er, sehr höflich grüßend, .daß Sie sich Dortrefflid) aufs Hemden- nähru verstehen, und möchte gerne eine Bestellung bei Ihnen machen.*

.Hier auf der Straße?' sagte fie lächelud, weil jetzt ihre Furcht verschwand.

.Nein,' eutgeguete er, .sondern, wenn Sie er­lauben, folge ich Ihnen in Ihre Wohnung.'

Sie gingen also mit einander die Treppe hinauf, uud oben angekommeu, brachte die Wittwe Marga­rethe Hölzel, die Wtrttu der Weißnähterin, Licht auf deren Zimmer. Da sah sich nnn der Mann im Mantel sehr sorgfältig um, uud namerttlich entging ihm nicht, daß Maria Kramer das Geld, welches fie in dem Weißwarengeschäft erhallen hatte, sofort in eine kleine Schatulle barg, die fie aus einem offenen Spinde hervorlaugte.

»Sie wünschen also,' wandte fich jetzt die Letztere zu ihm herum, .daß ich Jhneu Hemden anfertige ? Haben Sie die Leinewand bereits gekanft?'

Nein, noch nicht,' erwiderte er.Ich möchte vorher ein Muster Ihrer Näherei sehen. Damst Sie aber wissen, mit wem Sie es zu thun haben, ich bin der Barou Kctteler."

Die Nähterin ging sofort au das Spinde und entnahm demselben ein fertiges Hemd. Er besah es genau und fragte daun, nachdem er die Arbeit gelobt, nach dem Preise, der für ein Halbdutzeud gefordert werde.

Ich bin zufrieden," erklärte er darauf, als ihm die Nähterin ihre Forderung genannt hatte,und werde demnächst wiederkehreu. Wann kann ich Sie mit Bestimmtheit treffen?"

«Jeden Tag bis vier Uhr Mittags," versetzte die

Frau von Awpach, als nun auch ihr Nachbar und dessen Braut fich erhoben. .Vor Mitternacht geht mau vom Sperl nicht weg.'

.Doch, doch, meine liebe Freundin,' erklärte der Hoftat, .wenn man nämlich kleine Kinder bei sich hat, wie Sie heute Abend. Die Wally hätte schon vor einer Stunde in ihr Bett gehört.'

Frau von Awpach mußte fich also ebenfalls zum Ausbruch bequemen, und uatürlich machte mau den Weg gemeinsam nach Hause. Unterwegs aber wurden Resy und Richard Kuppitsch zu dem Verspreche» an. gehalten, die neue Bekanntschaft recht sorgfältig zu pflegen.

Welch ein schöner interessanter Manul' rief Wal» purga vou Awpach, als sie endlich gegen Mitternacht ihr Lager auf suchte. .In meinem ganzen Leben habe ich noch keinen Einzigen getroffen, der ihm zu ver­gleiche» wäre.'

auch sein mögen, im Staatsleben werden sie nicht honoriert, da gilt nur bar Geld und wahre That- sache. Diese Thatsache müssen wir vor allem haben. Die Finanzen des Reiches und der Bundesstaaten müssen in ruhiger Wechselwirkung sich klar gestaltet haben, auch unvorhergesehene Fälle, bis zu einem gewissen Grade, berücksichtigen können, dann haben wir gewonnen Spiel. Früher aber nicht! Jetzt hoffen wir; von der Zukunft hängt aber die Erfüllung erst ab, und die Zeiten sind heute sehr veränderliche.

Eriminal-Roman von Theodor Griesinger.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

«Sie fiud sehr bescheiden, Frau Dollinger,' uickte wr der Hofrat freundlich zu,uud um so mehr segne «h den guten Gnfall, den ich hatte, heute mit Frau von Awpach hierher zum Sperl zu gehen. Sie be­suchen dieses Lokal wohl öfter?*

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M.. Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII. fWaaita Mosie in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L. ^u^iyauy.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Baris. .

mäßig aufgebraucht werden. Ten ersten Anspruch

cburg, 4«.

VI.

Seltsame Manieren, sich feinen Unterhalt zu verschaffen.

Zu Ausaug des Monats November betrat uach vier Uhr, als eS schon etwas dunkelte, die Weiß­nähterin Maria Kramer in der Bognergasse in Wien ein HauS, in welchem sich im Erdgeschoß ein Weiß­waren - Geschäft befand, uud lieferte da Hemden ab, welche fie auf Bestellung angefertigt hatte. Dem Hanse gegenüber aber, auf der anderen Seite der Gasse, stand vor einem Goldwareuladeu ein in einen stahlgrauen Mantel gehüllter, großgewachsener Mann, welcher alles beobachtete, was in dem Weißwaren­geschäft vorging. Kurze Zeit darauf verließ Maria Kramer, nachdem fie das Geld für die gelieferte Ar­beit und wieder neue, ungefertigte Ware in Empfang genommen, das Geschäft uud ging zum Franzensthor hinaus über das Glacis gegen die Josephsvorstadt zu; denn dort wohnte sie in der Herrengasse Nr. 191. Beim Umbiegen um eine Ecke bemerkte sie einen groß-

keinen Zweck, mit der einen Hand zu geben, den Steuerzahlern Erleichternngen zu verschaffen, mit der anderen Hand aber zu nehmen, indem man neue Anleihen aufnimmt, um die Gewährung der Er­leichterungen zu ermöglichen. Die Anleihe-Wirtschaft ist nur ein Notbehelf; kein Staat kann florieren, der durch Borgen seinem Wohlstand dauernd aufhelfen will. Ein Loch wird verdeckt, das andere wieder aufgerissen. Es ist deshalb für alle deutschen Bun­desstaaten von ungemeiner Bedeutung, daß das jetzige Verhältnis von Ueberweisungen aus der Reichskasse und Zahlungen an die Reichskasse sich nicht ver­schlechtert. Steigt der Reichsbedarf, ohne daß Mittel zur Deckung vorhanden sind, das wäre eben die Verschlechterung, so müssen die Einzelstaaten entweder die Steuererleichterungen fallen lassen oder borgen. Und Beides ist nicht angenehm. Im preußischen Abgcordnetenhause hat Fmanzminister von Scholz die Hoffnung ausgesprochen, es werde den Einzel­staaten nicht an Geld fehlen, vorausgesetzt, daß keine störenden und unberechenbaren Zwischenfälle einträten. Man kann nur wünschen, daß diese Hoffnung in vollem Maße sich erfüllt.

Vom Stande der Reichsfinanzen hängen also mehr und mehr die Einzelstaaten, insbesondere die Durchführung aller Steuererleichterungrn ab. Wir glauben nicht daran, daß im Reiche keine höheren Ansprüche gestellt werden; die Entwickelung des Deutschen Reiches bringt diese von selbst mit sich, aber diese Anforderungen werden sich immer noch den vorhandenen Geldmitteln anpassen müssen, wenn, wie oben ausgeführt, keine unliebsame Stockung ein» treten soll. Die indirekten Abgaben im Reiche können aber noch beträchtlich mehr kosten, als sie jetzt ergeben, auch ihr Erträgnis wird durch die Unruhe der Zeiten stark beeinflußt. Und wüßte nicht die ganze Welt, daß Deutschland nichts als den Frieden und nur de« Frieden will, es stände weit schlechter. Nächst seiner Kraft nützt Deutschlands Kredit und Wohlstand am meisten seine Friedensliebe. Trotzdem ist, wie ja allgemein bekannt, auch bei uns die Finanzmisere gewaltig in den Vordergrund getreten, ein beredtes Zeichen, in Zukunft vorsichtig zu sein und langsam weiter zu schreiten. Alle unberechenbaren Zwischen­fälle würden einen scharfen Mißklang Hervorrufen, und was das Schlimmste wäre, das Geld würde wieder nicht ausreichen. Deutschlands Finanzwirtschaft braucht jetzt Jahre der Ruhe, in denen sich zeigen muß, wie wir stehen, welche die Bilanz schließlich ziehen lassen. Gegenwärtig sprachen zum guten Teil noch die Hoffnungen mit; so annehmbar dieselben

Air Neichsfirmrtten

sind durch die Vrauntweinsteuer- und abgeänderte s Zuckersteuer, welche int vorigen Jahre vom Reichstage beschlossen wurden, noch weit mehr, als bisher, auch hic Grundlage für die Finanzen der einzelnen Bun­desstaaten geworden. Die indireeten Steuern im Reiche werden bekanntlich zum großen Teile den . Einzelstaaten nach Maßgabe ihrer Bevölkerung über»

fcer: 1 Air Prophrreihnng -er Zigeunerin.

Marburg,

Freitag, 20. Januar 1888.

läge sich anhäuft, berichtet, dieNordd. Allg. Ztg.' in ihrer Rundschau, desto schwieriger fällt die For­mulierung einer enbgüHigen Definition derselben. Wenn man bei Durchmusterung der neuesten Tages- symptome dem ftiedeathmenden Reskript des Kaisers Alexander an den Gouverneur von Moskau billiger­weise den Ehrenplatz einräumt und ihm das volle Gewicht beimißt, welches einer von so höchstautori­tativer Seite stammenden Kundgebung eo ipso inne» wohnt, so bleibt daneben doch auch die zu allerlei Gedanken herausfordernde Neujahrsansprache des Warschauer Generalgouverneurs Gnrko bestehen, welche eine ungeteilte Genugthuung über das loyale Friedens­wort des russischen Herrschers nicht recht auskommen lassen will, zumal die von jenseits der Ostgrenze eiu- langenden Stimmungsberichte ganz überwiegend dunkel gehaltene Farbentöne für ihre politischen Moment­aufnahmen zur Verwendung bringen. So konstatiert eine St. Petersburger Zuschrift derPolit. Son., das russische Publikum vermöge, trotzdem es von den friedlichsten Gesinnungen beseelt sei, in die zwischen den offiziösen Organen mehrerer Großmächte ausge­tauschten versöhnlichen Versicherungen nur ein sehr schwaches Vertrauen zu setzen. Die letzte Kundgebung desNord wurde von den russischen Blättern nur cum beneficio inventarii übernommen, als eine Darstellung, die sich gewiß sehr angenehm anhöre, aber schwer in Thatsachen umsetzen lasse. Man habe des weiteren gefunden, daß sich augenblicklich ebenso­wenig Anhaltspunkte bieten, um die Lage plötzlich in rosigen Farben zu erblicken, als vor einigen Wochen Anlaß vorhanden war, um sich von einer bis zur Besorgnis eines nahe bevorstehenden Krieges ge­diehenen Beunruhigung erfüllen zu lassen. DieN. A. Ztg. bespricht sodann die letzten Auslassungen des Journal de St. Petersburg" und das nach ihrer Meinung ziemlich dürftige Endresultat des letzten Petersburger Briefes in derPol. Korresp." und resümiert sein Urteil dann in den Worten:Alles in allem kann man betreffs der schwebenden Tages- irage auch heute nur sagen, daß sie unter der Herr­schaft desvollkommenen Widerspruchs steht, der bekanntlichgleich geheimnisvoll für Weise wie für Thoren" bleibt." Die heutigen Privatmeldungen ans San Remo berichten von leichten katarrhalischen Erscheinungen, die aber schon wieder in der Abnahme begriffen sind. Entschieden bestritten wird, daß Wucherungen oder andere krebsartige Erscheinungen aufgetreten seien. König Humbert soll seinen Besuch in San Remo verschoben haben. Auf die Glück­wunsch - Adresse, welche die evangelischen Geistlichen

Nähteri»;bann gehe ich au8, um meine fertige Ar­beit abzulteftru."

Sofort grüßte der Herr im Mantel und ver­schwand. Am zweite» Tage hernach aber, präcis vier Uhr, als die Nähteri» eben im Begriff war, eine Arbeit fortzutrage», stellte er fich wieder ein.

Ich verstehe mich schlecht ans die Leinewand," sagte er,und möchte mir daher beim Einkauf der­selbe» Ihren Rat erbitten. Können Sie nicht, da Sie ja ohnehin auSgeheu, in einer halben Stunde in das große Leinwandgeschäft auf dem Stephansplatz kommen?" Dort würde ich Sie erwarte», wen» Sie anders mir de» Gefallen erweisen wollen."

Gewiß, Herr Baron," erwiderte die Nähterin. Ich komme ohnehin in die Nähe."

Abermals grüßte jetzt der Mann im Mantel und verschwand. Die Nähterin aber verließ alsbald eben­falls das Haus »ud wunderte fich nicht wenig, daß von dem Baron, von dem sie glauben mußte, er werde unmittelbar vor ihr her der Stadt zuschreiten, wett und breit nichts zu sehen war. Sie dachte übrigens nicht weiter darüber »ach, sondern beeilte fich, ihre Arbeit abguliefein, und begab sich dann in das ihr bezeichnete Leinwandgeschäft. Merkwürdig aber, der Herr Baron war nicht da, und eben so wenig konnte sie von dem Ladenpersonal irgend eine Auskunft über ihn erlangen, so genau sie auch seine Persönlichkett beschrieb. Man hatte ihn dort noch nie gesehen, und noch viel weniger kannte man seinen Namen. Sie wartete nun fast eine Stunde lang; als aber der Herr Baron von Ketteler fich immer noch nicht zeigte, machte fie sich auf den Heimweg.Was sich doch diese reichen und vornehmen Leute nicht alles heraus­nehmen!" murmelte fie, bestellt mich halbsünf und läßt mich eine gute Stunde vergeblich lauern, als ob ich nicht mit meiner Zeit zu rechnen hätte. Aber ich werde mir die Freiheit nehmen, er ihm mtt dürre» Worte» zu sage»." So sprechend, schrttt 'sie tüchtig ans, und erreichte bald ihre bescheidene Wohnung in der Josephsvorstadt. (Forts, folgt)

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhai»

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Luq. Koch.

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i deshalb Steuer- uud sonstige Erleichterungen in Aus- I»» sicht genommen, zum Teil auch schon durchgeführt. ® "l Tiefe Maßnahmen sind größeren oder kleineren Um» pr. @! langes je nach dem Umfange des betreffenden Staates, [43 ont schärfsten ist also Preußen ins Zeug gegangen.

Deutsches Reich.

Berlin, 18. Jan. Der Kaiser empfing heute vormittag den zur Botschaft in Madrid komman­dierten Rittmeister von Bülow und nahm darauf einen längeren Vortrag des Geheimen Kabinettsrates von Wilmowski entgegen. Wie nunmehr bestimmt ist, wird der Kaiser persönlich das Krönungs- und Ordensfest am 22. Januar abhalten und sich hierzu mittags 11% Uhr nach dem königlichen Schlosse be­geben. Die Kommission für das Wehrpflichtgesetz nahm die Paragraphen 1, 2 und 47 unverändert an; Paragraph 3 wurde mit einem Amendement an­genommen, wonach Personen, die vor dem zwanzigsten Lebensjahre in das stehende Heer treten, entsprechend früher aus der Landwehr des zweiten Aufgebotes ausscheiden. Auf die Anfrage über die Höhe der einmaligen Kosten erwiderte der Kriegsminister, die bezügliche Frage liege dem Kaiser zur Genehmigung vor. Tie günstigsten Berichte, welche wiederholt über das Befinden des Reichskanzlers verbreitet wor­den sind, finden in neuerdings aus Friedrichsruh ein­gegangenen Mitteilungen volle Bestätigung. Dagegen scheint die Meldung unrichtig gewesen zu sein, daß der Fürst die Absicht habe, schon im Laufe dieser Woche oder doch in nächster Zeit nach Berlin zurück- znlehien. Es liegt kein zwingender Grund für die Rückkehr vor, da diejenigen Fragen der inneren Poli­tik, welche der persönlichen Mitwirkung des Reichs­kanzlers bedürfen, zwe Zett der Art sind, daß sie sehr wohl auf dem Korrespondenzenwege erledigt werden können. Was aber die auswärtige Politik betrifft, so ist schon frü|et darauf hiugewiesen wor­den, daß der ländliche Aufenthalt, fern von den mit der Anwesenheit in Berlin unvermeidlich verknüpften Störungen, für die Thätigkeit des Reichskanzlers be­sonders geeignet ist. Daß aber die Fragen der großen Politik gegenwärtig seine Aufmerksamkeit in vollem Maße in Anspruch nehmen, daran kann nicht gezweifelt werden. Je mehr das Material zur Beurteilung des Charakters der politischen Gesamt-

Erschcint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Quartal-Abonnemenis-Preis bei der Expe­dition 21/. Ml., bei den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertirmsgedühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Nein, »ein, Herr Hofrat,' widersprach Frau Dollinger eifrig.Das ginge über unsere finanziellen Kräfte. Aber wissen Sie, es ist heute der Namens« sag meinet Resy, und da bestand mein zukünftiger Schwiegersohn darauf, ihr das Vergnügen zu machen." Ach richtig,' lächelte der Hofrat,wir haben ja igI ein Brautpaar vor uns, und zwar ein sehr schmuckes, darf ich wohl hinzusetzen. Ist bald Hochzeit?' 10$ .Vor Jahr und Tag wohl schwerlich,' meinte -Öl »rau Dollinger, mit dem Kopfe schüttelnd.Wir J^ffen vorher so viel bei einander habe», daß er d > Geschäft der Frau Schradin übernehmen kann. Sj Doch ist es auch möglich, daß ihm ein Oheim, den M eJn Gloggnitz hat, dazu verhllft; denn das Geld iO» *$re sicher genug angelegt. Ja wohl, sicher genug,' sR Wiederholte fie,weil der Richard, meinen künftige» Mteimann meine ich, ein Geschäftsmann ist, wie wenige, und dazu so solid und ehrlich, und . . . .* .Hier wurde auch fie wie vorhin von Frau Awpach .. Mch die rauschende Musik unterbrochen,- und so ge- '2 Hah es noch mehrmals an diesem Abend.

7$ . .Bitte, Herr Hoftat, wie viel Uhr haben Sie?' iS« We plötzlich Fra» Dollinger, al» sie sah, daß 101 Mehrere Tische in der Nähe sich zu leeren begannen.

.Elf vorüber,' erwiderte er, auf feine Uhr sehend. : »JesuS, Maria und Joseph,' lief nun die alte Mu aufspringend.Resy, Richard, habt Ihrs ge- M? Elf Uhr vorüber! So spät bin ich seit zehn t wahren nicht nach Hause gekommen.' | »Elf Uhr; was will denn das heißen?' protestierte

Bundesstaaten behalten noch ein hübsches Sümmchen res übrig zur eigenen Verwendung.

L Geld muß rollieren! Der Ueberschuß kann in Ave» foen Staatskassen nicht liegen bleiben, er muß zweck-