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Zllustriertes Sonntagsblatt.

Exp^itiou^ Markt 21. — Redaktion, Druck und Brrlag vou Joh. Ang. Koch.

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Wochenschau

iftfpi Tie ruhigere Stimmung, welche der Anfang deS 'lllL| e^hres 1888 gebracht hat, hält erfreulicherweise

immer noch an und begleitet uns hoffentlich durch

itterm« -Lhatfache, daß die neue Ankündigung, Rußland

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alle zwölf Monate hindurch. Bor allem freuen wir unS darüber, daß das Unwohlsein Kaiser Wilhelms eine sehr erklärliche Folge der ungünstigen Witterung ber ersten Woche des neuen Jahres auch diesmal

'immer nicht aussprechen. Abrr eS läßt sich doch mit Sicherheit darauf rechnen, daß der Kronprinz mit

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„Selbstverständlich,' erwiderte der Assistent, ohne dir Augen »iedrrzuschlageu, „von dem Herrn Bau- rat, Major vou Kuntz, dessen Unterschrift es trägt.'

angewcudet werden. Die Rekonvaleszens des greisen Monarchen wird jedenfalls durch den Umstand be­schleunigt, Laß aus San Remo vom Kronprinzen nut befriedigende Nachrichten über daS Allgemeinbe- finden vorliegen. Ein sicheres Wort über den Ver­lauf der Krankheit können die Aerzte freilich noch

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ist. Grevys Schwiegersohn wird diesmal doch wohl noch erfahren, wie es hinter Schloß und Riegel sich sitzt. Präsident Carnot arbeitet ungemein eifrig an der Erweiterung seiner Popularität. Fast Tag für Tag durchstreift er Paris, besucht Institute, hält Ansprachen, während er im Elyseepalaste Festlich­keiten giebt, deren Beschreibung die Journale ganze Spalten widmen. Im Frühjahr wird der Präsident ganz Frankreich bereisen. Am Montag sind die Leichen Louis Napoleons und seines Sohnes aus Chiselhurst m das von der Kaiserin Eugenie erbaute neue Mauseleum in Farnborough überführt worden. In Paris fand am gleichen Tage eine große Toten­feier statt.

Die Eröffnung des englischen Parlamentes steht nahe bevor, und ist es deshalb der Londoner Re­gierung nicht gerade angenehm, daß in Irland neue Krawalle stattgefunden haben. Bei der Inhaftierung des verurteilten Agitators Blunt hat es blutige Köpfe in Menge gegeben. Auf der schottischen Insel Lewis haben neue Bauernunruhen stattgefunden. Militär mußte mit Waffengewalt emschreiten. Englische Blätter berichten, der zum Winteraufenthalt in Florenz anwesende Gladstone wolle dem Papste im Vatikan zu Rom einen Besuch abstatten.

Bulgarien hat wieder einmal einen kleinen Putsch erlebt. Der berüchtigte russische Kapitän Nabokow hat nun zum drittenmale versucht, die Stadt BurgaS am Schwarzen Meere in seine Gewalt zu bringen. Sein Gewalthaufe war aber viel zu schwach und ist von den bulgarischen Truppen leicht zerstreut worden. Viele der Aufrührer sind getötet und viele gefangen. Damit ist ein neuer Beweis geliefert, daß in dieser Weise Rußland in Bulgarien nichts ausrichten wird. Wenn sich die Bulgaren auch nicht für ihren Fürsten schlagen, so schlagen sie sich doch aus Haß gegen die Russen, und die Letzteren habe» es ja wirklich so getrieben, daß die Bulgaren alle Ursache zur Ab­neigung gegen das Moskowitertum haben. In Kon­stantinopel ist Sultan Abdul Hamid wieder einmal vom russischen Botschafter um die Zahlung der rück­ständigen Kriegskostenentschädigung angegangen. Dieses Auftreten soll die Türkei einschüchtern, aber bisher war die Wirkung noch unter mittelmäßig.

Dir Prophezeihrmg der Zigeunerin.

Cnminal-Roman von Theodor Griesinger.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Nach diesen vorbereitenden Schritte» schickte» die Lebrüder Klein am frühen Morgen des 18. Oktober wch dem Assistenten Kreß und befahlen ihm zugleich, das Zeugnis mstzubriuge», durch welches er sich bei ihnen vor etwa einem halben Jahre legitimiert hatte.

„Woher haben Sie dieses ZenguiS, Gottfried vou Kreß?" fragte nun Franz Klei».

Anbruch der warmen Tage nach Deutschland wird zurüäkehren und dort den ganzen Sommer über ver­bleiben können. Es wird nun bald ein Jahr, daß der Kronprinz nach England abreiste und seitdem hat er bekanntlich seine kaiserlichen Ellern noch nicht wicdergesehen. Verschiedene Fürstlichkeiten haben auf der Durchreise durch San Remo in der Villa Zirio einen Besuch abgestattrt.

Daß die allgemeine Beruhigung in der Politik schon sehr weit vorgeschritten ist, beweist auch die

stimmungserklärungen genügt für die Existenz des neuen Unternehmens.

Die vom letzten österreichisch-ungarischen Minister­rar festgestellte Wehrvorlage ist den beiderseitigen Parlamenten zugegangen. Sie giebt im Wesentlichen der Militärverwaltung das Recht, die Reservisten sofort zu einer außerordentlichen Uebung mit dem Repetiergewehr einzuberufen. Die Stimmung ist eine sehr ruhige. Nur im ungarischen Reichstage regt sich bei einer Anzahl von Abgeordneten der historische Magyareu-Haß gegen Rußland und sie haben deshalb eine sehr scharfe Interpellation über die Lage einge­bracht. Ministerpräsident Tisza versteht es aber als ergrauter Parlamentarier recht wohl, solchen Attacken die Spitze abzubrechen. Leider macht sich der Nationalitätenhadcr in verschiedenen der jetzt tagenden Landtage Oesterreichs bemerkbar. Darüber scheint man trotz allen Ernstes der auswärtiges Lage nicht Hinwegkommen zu können.

Der zehnte Todestag König Viktor Emanuels hat in Rom große Kundgebungen hervorgerufen, die in Ovationen für den König Humbert ihren Abschluß erreichten. Der Verlauf des Papstjubiläums hat keinerlei Störungen zur Folge gehabt, und die Römer sind mit demselben trotz aller Schreibereien in den Blättern außerordentlich zufrieden. Sie haben vor­treffliche Geschäfte gemacht und werden sie noch ferner machen, denn die vatikanische Ausstellung der Jubiläums- geschenke des Papstes wird noch manchen Fremden herbeilocken. Vom sogenannten Kriegsschauplätze in Afrika wird berichtet, daß die italienischen Truppen bei Saati eine befestigte Stellung eingenommen haben dort daö Weitere abwarten. König Johannes von Abeffynien hat seine Armee glücklich beisammen; aber ob eS zum Schlagen kommen wird, ist und bleibt fraglich.

Die französischen Kammern sind zum Beginn der Woche von den Alterspräsidenten mit den üblichen Gelegenheitsreden eröffnet, und sind die früheren Präsidenten dann wiedergewählt worden. Die Stim­mung der Pariser Blätter bezüglich der Fortexistenz des Ministeriums Tirard ist eine sehr pessimistische; ziemlich allgemein nimmt man an, daß dessen Herr­lichkeit nicht lange mehr dauern wird. Die Monar­chisten sind durch ihren Erfolg bei den Ersatzwahlen zum Senat recht üppig geworden und warten nur eine Gelegenheit ab, ihren Gegnern einen neuen Rippenstoß zu versetzen. Sehr passend für sie kommt, daß der Wilson - Skandal von neuem mächtig ins Kraut geschossen und nun gar der Untersuchungs­richter, welcher Wilson vernommen, darin verwickelt

werde noch zwei weitere Divisionen an ferne West­grenze verlegen, so gut wie gar keine Aufregung hat Hervorrufen können. Die Friedeoszuverficht liegt eben in der Luft und ist nicht so leicht zu erschüttern, nachdem sie nun einmal großes Terrain gewommen hat. Kaiser Alexander hat auch in seinem Namen durch die russischen Militärbevollmächtigten an den europäischen Höfen erklären laffen, er wolle entschieden keinen Krieg und diese Worte sind durch die sehr stühzeitige Entlastung der russischen Reserve bekräftigt worden. Bestätigt wird auch, daß wegen der bulga­rischen Frage vertrauliche Unterhandlungen unter Mitwirkung der deutschen Reichsregierung im Gange find und wenn diese auch keinen allzuschnellen Erfolg bringen werden, so ist doch zu hoffen, daß sie schließlich wenigstens ein vorläufiges Resultat ergeben.

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1888. ।

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75,| »Nun lesen Siir de» Brief,' befahl Franz Klein, 1001. Ter Assistent sah hinein, aber die Buchstaben 1#int 8 Dor de» Augen. »Ich sehe,' murmelte

„Sie suchen einen Grund, um mich zu entlassen ;

dies ist überflüssig; ich werde von selbst gehen.' i, »Still', donnerte Herr Franz Klei» znrn zwei- . l iea Male.

____Unvorhergesehene Zwischenfälle können freilich immer tgitlil wieder eintreten, aber es ist einmal eine tharsächliche

Deutsches Reich.

Berckm, 13. Jan. Der Kaiser war gestern nachmittag von 4 bis 8*/e Uhr außer Bett, erledigte Regierungsgeschäste und hatte eine gute Nacht. — Der Kaiser stand heute vormittag um 10'/' Uhr auf, nahm später die Vortrüge des Oberhofmarschalls Herr um die Gunst der schöne» Fran. Mau hätte glauben solle», die Fran vou Ampach schwimme in Wonne; denn sie genoß ja das Leben, wie sie es sich vorgevommen, in vollen Zügen. Allein trotzdem war dies nicht der Fall, und nicht selten fühlte sie eine eigentümliche Leere in sich-, über welche sie sich nicht klar werden konnte.

Gegen das Ende des Oktobers 1838 fuhr sie an einem Sonntag Mittag mit Frau Weguer nach Hitzing l)lnau8, und in dem großen Saale des dortigen Ver. gnügungSlokalr fanden sie eine äußerst zahlreiche Ge. sellschaft; die Musik spielte die -herrlichsten Weisen, und die Speisen und Weine des Wirths ließen »tchtS zu wünsche» übrig. Au dem Tisch, an den sich Frau von Ampach mit ihrer Freundin gesetzt hatte, ließe» ich bald' noch zwei andere höchst elegant gekleidete Damen nieder, und kaum war dies geschehen, so wnrde der Tisch von einem Dutzend Herren förmlich belagert, vou denen einige sofort Frau von Ampach ihre Aufmerksamkeit widmete». Bald ließ einer der Herren, der mit dem (Selbe umsprang, als wären Dukaten Kupferpfennige, ein Dutzend Flasche» Champagner in den Kühleimer stelle», und als nun die Pfropfe» spränge», und der Schavm deS Weines die Lippen benetzte, — ei tote lebhaft wurde es da llötzich l Wie laut und ungeniert lachte man, und wie lustig stieß man an! Frau von Ampach sah sich tn all' dies Vergnügen hiueingezogen, sie wußte nicht wie, und es wurde sehr spät, bis man endlich an >aS Aufbrechen dachte. Als man aber aufstand, er- boten sich vier Herren zugleich, die schöne Wittwe nach Hanse z» führe» und bald kamen sie darüber in heftigen Streit mit einander. Diesen Moment benutzte Fra» Anna Wegner, um ihre Freundin fast mit Gewalt aus dem Saal hinaus zu zerren, und als sie außerhalb waren, bestieg sie schnellstens mit ihr den Wagen, welche» Fra« vou Ampach für de» Mittag gemietet hatte.

(Fortsetzung folgt.)

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlotteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. SR-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXsss ^nhrnnttrt Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Röte; «. L.

Daube u. Co. in Frankfurt e.Berlin, Hannover. Paris.

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Uebetemftintmung der Großmächte in der Hauptsache erzielt, so sind spätere Vorkommnisse von geringerer Bedeutung. Uebrigens hat Kaiser Alexander in Rußland selbst Sorgen genug. In Petersburg soll ein neuer Attentatsplan gegen ihn entdeckt sein, bei dem auch Offiziere und höhere Beamte beteiligt ge­wesen sein sollen. Rußland hat ein zu wenig festes inneres Fundament, als daß darauf große Unter­nehmungen mit Sicherheit errichtet werden könnten.

Viel besprochen ist der feierliche Empfang des außerordentlichen Abgesandten des Kaisers, Grasen Brühl-Psörten, zum Papstjubiläum durch Leo XIII. Der Papst hat mit großer Herzlichkeit die Glück­wünsche des kaiserlichen Abgesandten erwidert, und dabei die Hoffnung ausgesprochen, der Kaiser werde sein Werk krönen. Man will daraus schließen, daß in der Folge neue kirchenpolitische Verhandlungen veröffentlicht werden sollen. Der Papst hat auch den bekannten Zentrums-Abgeordneten Freiherrn v.Francken- stein empfange» und mit demselben Rücksprache über die Sage der katholischen Kirche in Bayern genommen. Alle Nachrichten aus Bayern stimmen darin überein, daß die päpstliche Eneyklika keine Änderung in der Kirchenpolitik der Münchener Regierung, vor der Hand wenigstens nicht, Hervorrufen wird.

Die Wiedereröffnung der parlamentarischen Saison steht nunmehr nahe bevor; in Berlin werden von kommender Woche ab der Reichstag und der preußische Landtag nebeneinander tagen, während in München daS bayerische Abgeordnetenhaus seine Arbeiten bereits wieder ausgenommen hat. Späterhin folgt dann noch der württembergische Landtag. Die preußische Land- tagssesfion wird wenig belangreich sein, dagegen stehen im Reichstag noch manche intereffante Debatten zu erwarten. Bald nach der Wiedereröffnung des deut­schen Parlamentes wird schon die Frage der Ver­längerung der Wahlperioden und des Sozialisten- Gesetzes entschieden werden. Zugehen wird dem Reichstage noch die Kostenvorlage zum neuen Wehr­gesetz, die sich auf hundert Millionen Mark etwa belaufen wird. Mit den vorjährigen Militärvorlagen wird bann der Reichstag im Laufe bieses letzten Jahres fast 500 Millionen Mark für Militärzwecke bewilligt haben. Die Beschaffung der großen An­leihen verteilt sich allerdings auf mehrere Jahre. Mehrere Ersatzwahlen zum Reichstage haben statt- gesunden, in welchen Kandidaten der Kartellparteien ohne ernstlichen Widerstand neu gewählt wurden. Wirklich zu Stande kommen wird nun die Spiritus- kommissionsbank. Die Anzahl der eingegangenen Zu-

»Der Brief giebt ei» genaues Bild Ihres bis­herige» Lebens, und das Zeugnis, welches Sie sich fälschten, bilbet nur ein Glied in der lange» Kette von Schlechtigkeiten, die Sie begingen. Aber »och mehr. Sie sind auch ein gemeiner Betrüger und ver- schafften sich während Ihrer Dienstzeit hier durch falsche Eiuttäge in die Bücher das Geld z» dem Aufwand, |ben Sie machten. Für nicht weniger als zehn Fälle liegt der klare Beweis vor. Sie sind also ein erwiesener Dieb, Betrüger und Fälscher, und uu» frage ich Sie, bekennen Sie sich schuldig?'

«Herr Klein," flüsterte Gottfried von Kreß kaum vernehmlich, „Sie find zu hart . . . .'

„Bekennen Sie sich schuldig?' donnerte Herr Franz Klein zum dritten Male, „Ja oder Nein.'

,3a," zitterte es von de» Lippen des Assistenten.

„Dies Bekenntnis," fuhr Herr Franz Klein fort, „rettet Sie davor, daß ich Sie der Kriminalbehörde übergebe, und ich glaube dies mit Rücksicht auf Ihre Familie, der ich diese Schande ersparen will, verant­worten zu köuuen. Jetzt gehen Sie, und hüten Sie sich wohl, mir je wieder unter die Augen zu freien.'

Die Augen zu Boden geschlageu und schwanken­den Schrittes, verlies Gottfried von Kreß daS Zimmer und begab sich nach seiner Wohnung. So niederge­schmettert war er noch nie gewesen, selbst nicht, als er jetzt vor einem Jahre aus dem Arrest schärfsten Grades in Oedeuburg entlaßen wurde. Nach einer halben Stunde jedoch hatte er sich wieder vollständig erhott, und noch am selben Morgen fuhr er mit der Landkutsche »ach Wien ab. Diesmal gedachte er nicht, sich ans eine Zett lang unsichtbar zu machen wie voriges Jahr, sondern er wollte seinem Schick­sal Trotz bieten.

Am 21. Oktober 1838 kam er tn Wien an und stieg daselbst in einem Gasthause ab. Daun suchte er ein bescheidenes Privatlogis und fand sofort ein solches in der Leopoldsvorstadt. Kleine Ankergasse Nr. 17, beim Schriftsetzer Stander. Es war nur ein kleines Zimmer, aber eS genügte ihm, weil er es

' »Der Herr Major von Kuntz,' sprach sofort mauz Klein, „hat Sie in feinem ganzen Leben noch ®e zu Gesicht bekommen und eben so wenig der Wafferbaubirettor von Hauptmann, bei dem Sie auch paar Jahre lang Volontärbtenste gethan haben sollen. Das Zeugnis hier ist also gefälscht, und «ie find der Fälscher.'

»Herr Klein,' ries Gottfried von Kreß, „daS 66} ®*8en Sie mir $»....*

79$ »Still,' bornierte Herr Franz Klein. „Für bas, 971 7® ich sage, habe ich Beweise in Hänben, unb nun,* i02 er wieder in seinem frühere» kalte» Tone fort, 6” Z>em er dem Assistenten einen Brief hinhielt, „sehen

- die sich einmal die Unterschrift dieses Briefes an. $4 «kennen Sie dieselbe?'

92$ i »3a*, sagte Gottfried von Kreß, nnb dabei fing 295 M feine Stimme zu zittern an, „eS ist die des

941 ^triften Baron Gollnar.'

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- unb

Feiertagen. — Quartal-Abonnement--Preis bei der Espe» ditto» 2'/» Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. O'

»eftenflelb). Jnsertwnsgebahr für die gespaltene Zeile S0NNtüg, 15. IttNUllr 1888.

10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg. v

blos zum Schlafen benutzen wollte nnb ber gegen­wärtige Staub seiner Finanzen erlaubte ihm keine große Ausgabe. Unmittelbar von feiner neuen Woh­nung begab er sich nach dem Hauptstenergebände zu seiner Geliebten und begrüßte sie in derselben Weise, wie er von ihr Abschied genommen hatte. Sie aber konnte einen Ausruf des Erstaunens nicht unter» drücken.

»Du wunderst Dich, mich hier zu sehen," meinte er daraus mit der Miene der vollkommensten Ehr­lichkeit. „Aber die Sache ist einfach. Die Herren Gebrüder Sieht wollten mich nicht in der Art, wie ich es beanspruchen konnte, vorrücken lassen, während man mir von hier aus die Aussicht eröffnete, auf ber Wien-Gloggnitzer Bahn, bie nächstes Frühjahr in Angriff genommen wird, eine höhere Jngenieurstelle zu bekommen. Selbstverständlich kündigte ich also den Gebrüdern Klei» nnb fiebelte nach hier über, wo ich zugleich ben Vorteil habe, Dir immer nahe zu sei».'

„Ah, so verhält es sich!* tief sie, ihm hocherfreut betbe Hände reichend. „Ich fürchtete fchon.... Doch nun ist Alles gut, und Du mußt mir der- sprechen, jeden Mittag mit uns zu speisen unb jeden Abenb bei mir zuzubringen.'

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Beim Sperl.

Frau Anna Wegner hatte Wort gehalten, als sie ihrer Jugendfrennbin versprach, ihr jeden Tag ein neues Vergnüge» zu kosten zu geben; denn nach Ser» fluß vou sechs Wochen wäre es schwer gewesen, ein Couzert- ober Ball-Lokal zu finden, in welchem sie sich noch nicht die Zett vertrieben hatte. UeberdieS gab es fein besseres Restaurant, in dem sie nicht schon, sei'S MtttagS, sei'S Abends, gespeist, unb bie Theater hatten sie ohnehin schon ber Reihe nach aus­gesucht, — natürlich all' bie» auf Rechnung ber Frau Walpurga. Auch würbe habet manche Bekanntschaft gemacht^ nnb sehr oft bemühte sich biefer unb jener

.. schnell eine Wendung zum Besseren genommen hat »ISI e und die Krisis bereits vorüber ist. Die Hauptmedizin j)En kaiserlichen Herrn ist Ruhe unb Schonung “**' unb diese müssen jetzt, wo der Kaiser sich seinem * 1888 91. Geburtstag nähert, etwas reichlicher als früher

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-BIM für die Kreise Marbnrg und Kirchhain