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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.
Expedition Markt 21. — Reaktion, Druck und Berlag von Joh. Lug. Koch.
— Zllnstriertes Sonntagsblatt.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und e/_ Ä Feiertagen. — Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expe-
Jyo 3, bitten 2*/t3RL bei den Postämtern 2 2)1!. 50 Pfg. (exkl.
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Mittwoch, 4. Januar 1888.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. SR., Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIII Moste in Frankfurt a.M., Berlin, München u. Köln; «.L. ' x)Ut)t tjtttt^.
Daube u. Co. in Frankfurt a. SR., Berlin, Hannover. Paris.
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Bestellungen auf die Oberhesfifche Zeitung mit ihren Beiblättern nehmen alle Postanstalten, auf dem Lande auch die Postboten, owie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) entgegen. Den Bestellungen wird noch der mit der Nr. 1 ausgegebene Wand- und Schreibkalender für das Jahr 1888 beigegeben.
WM- Die Nr. 1 des Illustrierten Sonntagsblattes kommt diese Woche zur Ausgabe.
S Deutsches Reich.
Berlin» 2. Jan. Bei den gestrigen Empfängen des Kaisers unterblieb jedes politische Wort. Der Kaiser, welcher sich sehr wohl befand, verkehrte mit jedem Einzelnen, indem er huldvolle Worte an denselben richtete. Beim Aufziehen der Wache wurden den Majestäten, dir am Fenster erschienen, stürmische )U Ovationen von der massenhaft versammelten Bevölke-
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rung dargebracht. — Das kaiserliche Paar empfing heute vormittag die aus Halle eingetroffene Deputation der Salzwirker Bruderschaft, welche Neujahrsglückwünsche und Geschenke darbrachte. Der Kaiser arbeitete darauf mit dem Geh. Kabinettsrat v. Wil- mowski, machte nachmittags eine Spazierfahrt, empfing nach der Rückkehr den kommandierenden General v. Hcnduck und nahm sodann den Vortrag des Staatssekretärs Grafen Herbert Bismarck entgegen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, besser unterrichtete Blätter haben bereits die Meldung, daß der Botschafter General v. Schweinitz dem wssischen Kaiser ein Handschreiben des deutschen Kaisers überbrachte, als irrtümlich bezeichnet. Autographische Briefe von Souverän zu Souverän, namentlich wenn dieselben in Familienbeziehungen zu einander stehen, seien etwas ganz gewöhnliches, in vorliegendem Falle habe aber zufällig kein solcher Briefwechsel st.ttgesunden, es habe deshalb auch kein Grund zu einer schleunigen Reise des Botschafters nach Gatfchna vorgelegen. — Dasselbe Blatt sagt in einer Zeitmgsrundschau: In der Veröffentlichung der gefälscht!» Aktenstücke dokumentiert sich ohne Frage das bei weitem bedeutsamste zeitgeschichtliche Ereignis. Tamitwird für die loyalen Gesinnungen des Zaren ein beredter Beweis geliefert und einer zuversichtlicheren Auslassung der gesamten
Hess.
tnecht er, in Herrn 115K8
Die Prophezeiung -er Zigeunerin.
Criminal-Roman von Theodor Griesinger.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzun,)
Der Major aber Zah verblüfft drein, bis ihm endlich die Zornesader auf dir Stirne anschwoll.
3.
fertigt-
er,
Die Zigeunerin uahn die Hand und sah lange nachdenklich in deren Fläche.
„Lacht nur," ries er, „bis Ihr genug habt; denn ich will nicht leugnen, daß He H.x« hier den Nagel auf den Kopf getroffen hat Aber Ihr beide seid in unsere Freundin zum nindesicn ebenso verliebt wie td>, und das wird sich gleich zeigen, wenn Ihr ebenfalls Eure Hand hinstreckt. DaS Lachen ist nun au mir, werkts Euch, ich wrde Euch wcht schonen."
„Diese Freude kann ich Dir nicht machen," meinte der Hofrat, der noch immer mit dem Lachen kämpfte; denn ich habe solchen Restekt vor dem Wahrsagertalente dieser worgenländtsaen Zaub-rin, daß ich ihr keine Gelegenheit geben wtrde, ihre Kunst auch an wir zu probieren. Dein Trinkgeld soll Dir aber doch werden," setzte er, gegen die Zauberin gewandt, hinzu und legte einen Silberzvanziger auf ihr Teller chen.
„Ganz dasselbe thue auch ich," lachte der Syn. dicus, ebenfalls eineu Zaunziger opfernd, „und so bist Du um Deine Schaderfrcude geprellt, Major."
„Nun denn," sagte jetzt die schöne Frau, um allen weiteren Wortwechsel abzustzveideo, „so ist die Reihe au mir. Komm her Mädchen und beschau Dir die Liueamente meiner Hände genau; denn ich bin entschlossen, Dir beide zn übtrlossen."
»schau, Aus- Zeine IN, inheit, [3270 k Co., trug 1773
irant urg, chhain-
„Ich brauche nur die eine, die rechte, denn diese kommt vcm Herzen," erwiderte die Zig^nnerin und thierts hat f dabet nochmals eine» durchdringendeu Blick auf di« Dame.
„Gut!" meinte die Dime; „hier ist meine rechte Hand; aber erinnere Dick» was ich Dir vorhin sagte, «eine allgemeinen Redensarten, sondern G naueS und Positive»."
Lage die Bahn geebnet. — Der „Nationalzeitung" zufolge sagte der Kaiser bei dem gestrigen Empfange der Generalität: „Ich bemerke Ihnen, meine Herren, daß Ihre Hauptaufmerksamkeit in diesem Jahre die Kaisermanöver, welche die Garde und das dritte Armeekorps abhalten, in Anspruch nehmen werden." — Oberftkämmerer Graf Otto von Stolberg-Wernigerode erhielt gestern den Schwarzen Adlerorden. — Eine Bemerkung im nichtamtlichen Teil des „Reichsanzeiger" verdient Beachtung, weil es von neuem beweist, daß die deutsche Politik den Prinzen von Koburg in Bulgarien fallen gelassen hat. Der „Reichsanzeiger" schreibt nämlich : Der neu erschienene Gothaifche genealogische Hofkalender für das Jahr 1888 nennt unter der Rnprik Bulgarien als Chef dieses Vasallenstaates: „Fürst Ferdinand I., königliche Hoheit." Auch bei Aufzählung der Mitglieder des Hauses Sachfen-Koburg und Gotha wird dem Prinzen Ferdinand das Prädikat „Königliche Hoheit" beigelegt. Diese Bezeichnungen sind unrichtig. Der Prinz Ferdinand von Sachfen-Koburg ist nach den für die Wahl eines Fürsten von Bulgarien maßgebenden Bestimmungen des Berliner Vertrages nicht als Fürst dieses Landes anzitsehen, da seine Wahl weder von der Pforte noch von den Mächten anerkannt worden ist und das Prädikat „Königliche Hoheit" kommt ihm weder als Prinz von Koburg zu, noch würde er darauf Anspruch haben, wenn er wirklich Fürst von Bulgarien wäre. Der Berliner Vertrag legt dem Fürsten von Bulgarien ein derartiges Prädikat nicht bei, und auch nach der bulgarischen Verfassung hat der Fürst jenes Landes nur Anspruch auf den Titel „Swetlostj." Dieses aus dem Russische» ins Bulgarische übernommene Wort bedeutet in beiden Sprachen „Durchlaucht". Diese llngenauigkeiten des Gothaer Hofkalenders, welcher sich sonst im allgemeinen durch Zuverlässigkeit und Sorgfalt in der Redaktion auszeichnet, könnten auffällig erfcheinen, erklären sich aber aus dem Umstand, daß das Unternehmen kein offizielles ist und daß die Redaktion daher für ihre Angaben über die Familienverhältnisse im wesentlichen auf die eigenen Mitteilungen der Interessenten angewiesen ist.
— Im alten Jahre ist auch ein Werk zum vorläufigen Abschluß gelangt, welches in hervorragendem Maße bestimmt ist, für Jahrhunderte hinaus als Markstein deutscher Einheit und deutscher Wissenschaft von entscheidendem Einfluß auf die Gestaltung der Formen des bürgerlichen Erwerbslebens zu sein: der Präsident der Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfs eines bürgerlichen Gesetzbuchs hat den
Dann zog sie dn winzig kleines Stäbchen heivor und zählte bannt die Linie» sowie die verschiedenen Durchk euzungen derselben.
„Nun, was findest Du?" fragte die Dame, welche über die lange Untersuchung ungeduldig zu weiden begann.
»Viel, sehr viel," et widerte die Zigeunerin leise; „aber, blonde Dame, Du wirst besser daran thun, wenn Du von mir nicht DerIangft, daß ich spreche."
„Hoffst Du, mich zu erschrecken?" höhnte die Dame. „Heraus mit Deinem Sprüchldu, damit wir herzlich darüber lachen können."
„Dti se drei Linien," fuhr nun die Zigeunerin mü monotoner Stimme fort, „welche hier in einem Knotenpunkte zusamm, »laufen, bedeuten, daß Du in nicht allznferner Zett Deinen bisherige» Wohnort wechseln wirst, um in eine große Stadt überzusiedeln, und in dieser große» Stadt findest Du all-s, wonach Dein Heiz begehrt. Viel Lustbarkeiten und Freude und vor allem viel Genuß und Liebe; aber. . ."
Hier hielt sie inne und murmelte uur leise vor sich hin.
„Aber?" rief die Dame dann im höchsten Grade aufgeregt. „Heraus damst, ich will alles miffe’n."
„Aber flüsterte die Zigeunerio kaum hörbar, „hinter der Li-de erhebt sich eine drohende Wolke, und diese bedeutet eine furchtbare Katastrophe. Ha, und hier treten zwei Zahlen aus de» Lineawenten hervor, die Zahl Zwei und die Zahl Sieben. Hüte Dich vor dem Siebeuundzwanzigsten; den» an diesem Tage wird die Katastrophe etntreten."
Die schöne Frau war totenblaß geworden und jolte schwer und tief Atem. Der Hofrat aber warf der Zigeunerin schnell ein Silberstück zn und winkte ihr, sich weiter zu begeben. „Na, na," sagte er dann laut mit etwas erzwungenem Lachen, „der braunen Hcxe ist es, wie ich sehe, doch gelungen, Sie zu er. chreck,», meine schöne Freundin; zuerst Liebe, bann ine schwarz- Wolke, endlich eine Katastrophe 1 Das ist ja eine ganz prächtige Zusammenstellung. Und
lertiggestclllen Entwurf erster Lesung dem Reichskanzler überreicht. Mit diesem Ereignis ist das große Werk in ein neues Stadium getreten und man dar- sich der Hoffnung hingeben, daß dasselbe in absehbarer Zeit ein Gemeingut des deutschen Volkes werben und erst bie wahre Grundlage für bie bas bürgerliche Verfahren einheitlich gestaltenben, gewissermaßen vorweggenommenen Gesetze bilben wird. Im Beginn unseres Jahrhunderts, zur Zeit, als die Begeisterung der Freiheitskriege noch nicht erloschen war, sprach ein hervorragender Rechtslehrer seiner Zeit den Bern: für die Gesetzgebung ab: die Neugestaltung des Deutschen Reiches dagegen hat den einheitlichen Tendenzen eine so große Kraft verliehen, daß die Uebernahme der Riesenaufgabe, für Deutschland mit seinem rechtlich zerrissenen Zustand ein Ende zu machen, als etwas Selbstverständliches erschien, und daß solche Stimmen überhaupt nicht mehr laut werden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die moderne Entfaltung des Erwerbs- und Staatslebens wesentlich größere Schwierigkeiten dem Werke entgegen stellt, als es in früheren Jahrzehnten der Fall gewesen wäre, in denen die Verhältnisse von erheblich geringerer Kompliziertheit waren. Seiner Zeit haben wir in einer Schilderung des in Deutschland bestehenden Rechtszustandes nachgewiesen, wie kein politisch einiges Volk der Erde in demselben Maße wie wir eines gemeinsamen bürgerlichen Rechtes entbehrt und wie außer einer Unzahl von Rechten mit kleinerem territorialen Umfang das Deutsche Reich in drei verschiedene Rechtsgebiete: das des preußischen Landrechts , des Römischen Rechts und des fränzösischen Rechts zerfällt. In dieser Zerrissenheit hat aber das deutsche Rechtsgefühl stets gewisse einigende Prinzipien bewahrt, welche in dem durch die Praxis umgewandelten Römischen Recht, der Grundlage fast aller zivilisierten bürgerlichen Rechtssysteme, zum Ausdruck gelangten, und gerade dieses über die Verschiedenartigkeit der einzelnen Rechte hinwegsehende deutsche Rechtsbewußtsein ist es, welches allein die Neuschaffung eines deutschen bürgerlichen Gesetzbuchs ermöglichte und geraten sein ließ. Die ersten deutschen Juristen haben Jahre lang dem bürgerlichen Gesetzbuch ihre Kräfte geweiht und bieten eine volle Garantie für das endliche Gelingen der Arbeit, die nunmehr den weiteren Kreisen zugänglich gemacht und dem Urteil sachverständiger Kreise unterbreitet werden dürfte. Der vorläufige Abschluß des Werkes, welches in eine ernst bewegte Zeit fällt, ist auch von einer moralischen Bedeutung: er zeigt, daß das deutsche Volk über der durch die Verhältnisse ausgezwungenen unentwegten
schlußuch noch die Zahl Sievenuobzwanzig, welche für Sie besonders gefährlich sei» soll! Ha, ha, ha! Habe» wir den» nicht heute den Siebeuundzwanzigsten? Nu», wen» alle kommende» Siebenundzwanzigsten? des Monats so ausfalleu wie der hcutige, dann könne» Sie der Zukunft getrrst entgegengchen."
„Schnickschnack und nichts als Schnickschnack," stimmte ihm der Syndicus bei. „Dieses braune Heidenvolk weiß eine ganze Legion von Lüge» z» sammeu zu schmieden, um uns damit zu bethören, und nebenbei stiehlt »nd betrügt es, wie toinn es ein Vorrecht daz» hätte."
„Sicherlich," nickte der Major, „aber hoffentlich werden endlich der Regierung die Augen aufgehen, und man transportiert das ganze freche Gesindel über die Grenze."
Inzwischen war die Zigeunerin an den letzten Tisch getreten, den sie bis jetzt noch nicht heimgesucht halte; an das kleine Tischchen meine ich, an welchem die gramgebeugte, alte Dame mit Ihrem Sohne saß, uud präsentierte sich auch hier als Wahrsagerin.
„Geh weiter," befahl ihr sofort die alte Dame; „mit sind nickt zu Scherz uud Kurzweil aufgelegt."
„Nein," sprach der Sohn in entschiedenem Tone „ich habe schon so viel von der geheimen Kunst der Zigeunerinnen gehört und muß wissen, was daran ist. Hier ist meine Hand, verkünde mir meine Vergangenheit, von der Du unmöglich etwas wissen kannst, da wir uns noch nie gesehen haben."
Die Zigeunerin verfuhr nun wieder genau so wie vorhin bei der schönen Frau; nur kam sie viel schneller zum Resultate. „Diese drei gleichlaufenden Linien deuten auf gute Geburt, gute Erziehung und Anlagen; abrr sie find links und rechts durchkreuzt, uud der Anfangs so viel versprechende Knabe ist schon als Jüngling auSgeartet. Hier liegen auch drei Querbalken, was so viel heißt als Würfel, Wein und Weiber, und jener Strich, der ausfieht, wie ein nm- gestürzter Galgen, erzählt von schmachvoller Degra- bation . . . ."
Aufmerksamkeit auf die Stärke und Gediegenheit seiner die äußere Sicherheit gewährleistenden Hceresein- richtungen die Arbeiten und Bestrebungen des Friedens deshalb durchaus nicht vernachlässigt, sondern mit dem Ernste und der Entschlossenheit einer zielbewußten Nation die Grundlagen ihres staatlichen Lebens unermüdlich zu festigen strebt und seine Hauptaufgabe in der Verbreitung der Kultur findet. Jede Kultur bedarf zu ihrem Schutze klarer, den Privatwillen umgrenzender Normen, und die Beschaffenheit des nationalen Rechts ist ein sicherer Wertmesser für die Lebenskraft einer Nation; wenn auch bisher das Deutsche Reich sich der sichern Rechtsordnung erfreuen konnte, welche es von früheren Zeiten überkam, so ist doch die neue Gestaltung des bürgerlichen Rechts als ein staatlicher Fortschritt zu begrüßen, dessen Bedeutung zu würdigen der Geschichte überlasten bleiben muß. IN. Allg. Ztg.j
— Die „D. Vollst». Corr." bemerkt inbezug auf das Jahr 1887 : Den Tiefstand in den wirtschaftliche» Verhältnissen des Reichs kennzeichnet die Thronrede, mit welcher am 13. Januar des vorigen Jahres der preußische Landtag eröffnet wurde; dies geschah bekanntlich in so markanter Weise, daß man aus dem Inhalt der Ansprache an die Landboten des gewaltigen Drucks sich bewußt wurde, unter welchem alle Kreise der Bevölkerung zu leiden hakten, ein Druck, der bis in die zweite Hälfte des Jahres 1886 vorhielt. Damals vor beinahe einem Jahr geschah das Merkwürdigste, was auf dem Gebiet des prinzipiellen Nörgelns und Verneinens beobachtet werden kann. Als gegen Ende des vorigen Jahres von Nord-Amerika der Impuls zu einer Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse gegeben wurde und Deutschland und England diesem Impulse mit Lebhaftigkeit folgten, als Fachblätter ersten Ranges, wie der „Mannfacturers Record", der „Econornist", der „Econorniste Frcwgais" die frohe Botfchaft der Erlösung aus den Banden des Marasmus brachten, die Berichte der Handelsund Gewerbekammern zuversichtlicher zu lauten begannen, da war es Herr Dr. Bamberger, welcher in der „Nation" den Grundsatz verteidigte, daß höhere Preise, erhöhte Schaffenslust, die Bethä'.ignng des wledererwachenden Lebens, als ganz und gar irrelevante Momente für bie wirtschaftliche Lage eines Volkes anzusehen wären. Obwohl von allen die praktische Wirt'chaftspolitik des Reichs mit Wohlwollen begleitenden Organen unaufhörlich daraus verwiesen wurde, daß ohne das praktische und fürsorgliche Eingreifen der Regierung zahlreiche Katastrophen, der Ruin vieler und bedeutender Industrien, unvermeidlich
„Still, kein Wort weiter," fi.l ihr der jung6 'Ulatm mit einem zornigen Fluch in die Rede, währens die alte Frau neben ihm laut stöhnte. „Von d.r Vergangenheit will ick nichts mehr wlffen, und wenn Du mir die Zukunft nicht rosenfarbiger auszumali» verstehst, so kannst Du auch diese für Dich behalten."
„Die Zukunft?" sprach die Zigeunerin In tief ernstem Tone. „Hier liegt sie vor mir inmittm Deiner Handfläche; aber was sehe ich?" rief sie an« - schnellend und ihre schwarzen Locken schüttelnd, daß sie wie Schlangen ihr ganzes Gesicht nrnrahrntln. „Blut sehe ick, roteS Menschenblut, in Deiner Rechte» blinkt ein Mordstrahl."
„Blut!" kreischte die greise Dame in wildem Auf. schrei und fi l dann wie eine tote Masse zu Boden.
Die drei alten Herren, die wir schon kenne», spränge» auf, um der Ohnmächtigen beizustehen, nnd eb'U so geschah auch noch von anderer Seite; aber mit Hülfe der Wirtin zum roten Krebs, welche eben ans Büffet grtrcten war, hatte der junge Manu seine Mutter bereits auf gerichtet, und mit ihrer Hülfe brachte er sie auch von der Terraffe herab auf ihr Zimmer.
„Sie leidet in »euerer Zeit öfters a» solchen Anfällen," erklärte er der Wirtin, „und die Sache hat nichts zu b-denten."
„Ich soll also keinen Arzt rufin lasten?" fragte die Wirtin noch immer besorgt.
„Nein", erwiderte der Sohn in bestimmter Weise. „In einer Stunde hat sie sich wieder vollkommen erholt."
Die Wirtin ging nun wieder auf bie Terraffe hinauf, nm nach ihrem Geschäft zu sehen; so wie aber die schöne Frau ihrer ansichtig wurde, winkte ie dieselbe an ihren Tisch heran.
(Fortsetzung folgt.)