Illustriertes ^Soiintagsblatt.
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Wöchentliche Beilagen: «reis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain. - 7" " ’ 7 " "
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck nnb Lerlag von Joh. Lug. Loch.
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1 ’ nicht wissen wie I lehrte, daß auch Armceen vor einer Umwälzung nicht, 1^/t Uhr der Botschafter statt. Der „Reichvanzei-
Abonnement Einladung.
Zum bevorstehenden Quartalswechsel er-! Alexander II. wurden bei Beginn des letzten I untergraben, sein Kredit ist kolossal gesunken, im I Remo von heute früh 7 Uhr 2o Dllnuten^Die ernt suchen wir um rechtzeitige Erneuerung der Türkenkrieaes Vorkommnisse in der Armee von höchst Lande herrscht Unzufriedenheit, scheinbar groß steht Kronprinzen zuletzt ausgetretene Wucherung am
Oberhe fische Zeit««« U- —w.w
mit deren Beiblättern KZ Abschnitt des Krieges von den Türken den Mund so sehr vollnahm, ist seit dem Ausbruch bandes, sowie d-- Ne-gung zu Schleimabsonderung
SrHählfttt fttt die Kreise Marburg lemvnndliche Schläge erhielten daß fünf Monate ver- der Studentenkrawalle erheblich stiller geworden, sie welche sedoch auch tm Nachlassen begriffen ist. ^.as Mrersvian Mr me «rettt Mlir g *** werden konnte. Man hat dieselben als Symptom der herrschenden Stimmung Allgemembeftnden ist wie immer e.t Wochen, durch-
tttt” unö Uttt wollte'damals die Lotterwirtschaft in der Armeever- ganz richtig aufgesaßt. Man beginne nur Krieg und aus befriedigend, — Die Gefamtauspragung an Reich -
4 - M e I f .,, » t hnfitr fnßfpn * I bttlieic nur mehrere orotie <3d)lücbten, bonn merben I ($olb munden hüt bi§ C^nbe November b. I. neid) *^b»
IllufirierttS >0tttttagsbiatt au$\""ranber III. eines Tages eine sich im Innern die Folgen schon zeigen. Dann kommt zug der wieder eingezogenen Stucke betragen: an
Wir machen noch darauf aufmerksam, daß L. ere%efire bekommens und zwar die, daß das von der Staatsbankerott, ein kolossaler wirtschastlicher Ver- Doppelkronen 1,592,063,620 M., an Kronen
Mit der Nummer 1 des künftigen Jahres ein ^rwAriena"2e Russtntum unter der Wucht lust, und wir wollen abwarten, ob sich in solchem 455,195,400 M an halben Kronen 27 96ft085 M,
sinh- linil StfirttbfQltubtt I barncuf) Rückerstattung in den Staatssumpf zu werfen. DaslM. und von diesem Zeitpunkte bis Ende Rovember
, J Bei den Studentenkrawallen handelt es sich keines- jetzige russische Regierungssystem ist unsähig, dem 1887 der Betrag von 321,775,600 M. hergestellt
für das Jahr 1888 Lärmszenen, die ein paar unreife junge Lande neues Leben und Reformen zu geben, man worden, wahrend die Ausprägung Ui Kronen seit
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für Rußland sind die m allen rulwchen Unwersttats- ist richtig, daß die Schreckenspartel die Mehrzahl TUttffrfira »»hh reits früher geschehen ist. Der Reichskanzler hat daher
■ ^auchEch^ ZMn?schaff"m Den Swdraten i^Lgnem.^ 3^man Minche/Maybach, sowie der Hofmarschall des Kron-1D.e se.t mehreren Wochen hier tagensKvmmistion
—xT’TT“““ dinaung, daß fie ihre Tochter selbst erziehen dürfe, abwehrende Antworten. Gegen drei Uhr entfernte Kummer und Sorge obgestietft aber vergeffen hat Sylvester. Das war zugestanden. Selma hatte nur so viel er sich, bestieg in der Nähe einen Wagen nnd fuhr sie nicht können. Der Ernst des Lebens hat sie zu
(Schluß.) |®db beansprucht, als zur Erziehung ber Kleinen not- davon. Zufälligerweise war g rabe ein Diener vor- schwer getroffen, als duß eS ihr gelingen mochte.
Der letzteren Wangen hatten Kummer und Sorge wendig war; dafür halte sie Felix die volle Fretbeil übergegangen, als der junge Mannbte abreffe feiner Beine ©P«««8“«« i«nnb oineVaft
fiber die ihr von Felix zu Teil gewordene Vernach- gegeben, und hatte sich bann in einen kleinen O t Fahrt angegeben; es war ein in der Umgebung der sie an Felix gedacht, ohne Zorn und ohne «a^ ste
läsfigung gebleicht, und^Eraa strahlte dagegen in ?u?ückge'z°geu, eine arL?g<br°chene Frau. Ein halbes Stadt liegendes Wäldchen Der Mann sprach davon wüufcht ihm: nur eins, mochte er Friede und Sluck
voller, üppiger Schönheit. Um sie herum war alles Jahr später vermählte sich Erna und Felix; die Welt im Hause, unddie Thatsache gelangte bald zur Kennt- gefundenhaben.
Pracht und Glanz, die dem vernöhnten Manne in sprach einiges darüber, aber nach einem Jahr war ms der Herrschaft. Fel x und Erna standen ein- Wieder ist ^u Jahr dahin. Fr S sitz der Zeit seines Glückes zur zweiten Natur geworden alles bereits vergessen. Was bedeutet ein solches Er- ander mit ernsten Gesichtern gegenüber, bis sich der allein in ihrem Stübchen, still sinnend und deukend, waren, bet Selma herrschte bescheidene Einfachheit. eigntS in einer Großstadt? Wollte man aufzählen, Erstere von einer dangen> Ahnung getrieben,.entschloß, wie eS iijres 8rt «L ®o_po$t tf °n die Thür ein Abenteuerliche Pläne begannen sich im Hirn des wie viele Herze» da alljährlich in Uebermut oder einem Sohne nachzufahren. Sofort ließ er an- gebeugter M°°n tritt h ° , t8 A Felix Er ist Mannes zukreuzen, und sie gelangten zur Ausführung, durch Sorglosigkeit gebrochen weiden, wie viel Lebens- svannen, und imCair»e ging eS dem Bestrmmungs- in dem letzten Jahre frstzum Greise geworden.
Während Selma zu Hause still am Bett ihres glück zerstört wird, man würde nimmer fertig. - orte zu. In überaus kurzer Zeit war man einge. «elma: °«^angS tötlich, aber der Gast sagt
Töchterchens saß und des fern bleibenden Gatten Etwa zwanzig Jahre sind dahin gegangen. Die troffen, aber doch zu spat; von dort her kam bm mit
barrte fast dieser der schöne» Erna gegenüber in «Ehe Ernas und Felix ist kinderlos g blieben, und ein Wagen entgegen, und alS er den sein'gen halten! von Dir, als ein paar Trostumle und BerzeMng, deren Boudoir. Beide waren allein; E?na hatte auf der Letztere hat deshalb Den Sohn seiner Frau ans ließ, darauf Milte und hastig ^den Schlag ausriß, wenn Du die f|”^
fein drinaeudes Bitten eingewilligt, allein mit ihm erster Ehe adoptiert. Er hängt mit großer Neigung erblickte er in den Kissen die Leiche sein s Lohnes. I Thränen über das gramdurqfurchleVestcyl. Verma
den Jahresschluß zu begehen. Das feurige Getränk an dem jungen Man», a» Selma und deren Tochter Ein Pistolendmllhatte stattgefunden, dessen Opfer I C*"^ bÄblaut ^'u^eS ist
ließ das Blut i» beider Ader» rascher rollen, und denkt er kaum noch. Felix ist ein gar reicher und der Sohn des reichen Mannes geworden war. Willy heot er an zn ersöhlen, matt, Jjalblaut, ui i e I
Gedanken an längst verflossene Zeiten stiegen deut, vornehmer Herr, dessen Wohlthätigkeit vi-l gepriesen hatte sich amAbend zuvor in einem Streite zuThal- ^^raurigen zu
ticher als je in ihnen auf. Felix begann endlich wird, von dessen erster Ehe kaum noch irgend zemand lichkeiten verleiten lassen, daS war die Ursache des Rasengebettet.fiehat^ ffnbltdrtftnium w-eder vou Liebe zu sprechen, von einem wüsten -twaS weiß. Das Verhältnis zu Erna ist während Duells.-- |®“Pne/ uicht uberminben »«««. ®nMtd) m er jum
Traum, der ihn Jahre lang gefangen gehalten, ans der ganzen langen Zeit ein ungetrübte» geblieben, Am Abend lag iu einem Nebenzimmer des glänzen- Schluß gekommen, und milde und. tröstend wie $u dem er sich aber nun zu befreien wissen werde. Erna kein Streit und keine Zwietracht hat sich entsponnen, de» Prankiaales in welchem die Verlobungstafel ge- einem.Kiüde spricht die schwer Skpruft^-Franzudem hatte ihn mit eigenen Blicken angeschaut und endlich wie mancher anfangs prophezeit; Fel'x war in der deckt war, der Erbe des ganzen ReichtumeS kalt »nd gebrochene» Manne, und gierig Muscht dieser auf halblaM gesagt: .Dem Wolle» wird das Könne» That ein Kind deSGlückeS. Erna war eine hübsche bleich und Boten eilten .» der Stadt umher das jede- ihrer
folgen muffen I“ Frau geblieben, trotzdem sie nun in der Mitte der traurige Ereignis zu verkünden. Am Totenlager saßen von der Möglichkeit ihrer Wiederveremtgung,ve
f .ES wird folgen-, hatte er lebhaft erwidert. vierziger Jahre stand, und Felix hatte sich noch we- die Eltern Hand inHand ber fur^tbare e^la9 6a,te 3ettra ffnb torate. „ÄaSra SS reS Wetter war kein Wort darüber gesprochen worden. Niger verändert; nur war sein Gesicht ziemlich ernst tiefe Gramesfnrche» in ihre Gesichter gezogen. AlleS, .Lebewohl und besteigt se neu draußen harrenven AlS die Kaminuhr zwölf schlug, klangen die Gläser geworden. Von Selma hatte er nichts mehr gehört, alles war vorbei! ! Wagen, iu welchem er die Fahrt gemaqt. «frei
bell aneinander, während in Felix Wohnung Selma Bei der Scheidung war ihr das geforderte Kapital Nicht weit von einem friedlich stillen Ort liegt Volks steht neugierig um das elegante Gefährt. Und übermüdet am Lager des kleine» Mädchen« einge- anstandslos ausgezahlt, und seitdem war jede Ver. ein, sauberes FörstnhauS, uni> um bie Safel. in bem- bann roN: ber ®aflen in bte jnoit bineta^^^^^
Olafen war Der Kopf lag auf bem harte, Belt. I binbung abgebrochen. • selben sitzen am Sylvester - Adenb eine Reihe froh- darinnen sitzt, hat wohl die Lebensfreude^ venoren,
rand, tu dem reinen Gesicht spiegelte sich der süßeste Es war wieder am Sylvesterabend. Er sollte in licher Mensche», Scherz und Lachen tönt hinüber und aber doch Lebensmutneu SE«^nnen.UndvomKirch. Seelenfrtede wieder. --- -- Fel'x Hanse in besonderer Weise gefeiert werden, herüber. Die kleine Selma ist glückliche Frau turrn läuten die. Glocken dem scheidenden Jahr den
Und es war ihm gelungen! Selma hatte bei der! Sein Adoptivsohn sollte an diese». Abend seine Ver- Försterin geworden, und ihre älteste Tochter hat AbschiedSgrutz.--
erften Ankündigung von Felix Vorhaben in unfag« jtobung mit einer jungen Dame aus der Gesellschaft | wieder den Namen erholten. Ein reizvolles Familien-1
barem Wehlaur aufgeschrieen, bann war sie still ge» I feiern, nnb alles war auf das Glänzendste borbereitet | bild, in bem eS nur eine ernste Gestalt gtebt, bte I worden unheimlich ruhig. Sie hatte in die Trennung! morden. Willy zeigte an diesem Tage eine seltsame Mutter ber jungen Frau. Frau Selma zeigt wieder! von ihm, in alles eingewilligt, unter der einzigen Be. I Unruhe. Auf die Fragen der Eltern hatte er nur svolle Gesundheit; längst hat sie diese wieder erlangt,.