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Sylvester.
(Nachdruck verboten.)
Der Winter war warm gewesen, feuchtes, trübes Wetter. Der Strom, welcher durch die menschengefüllte Großstadt seinen Weg nahm, war gewaltig angeschwollen; und an den Pfeilern der Brücke, die seine Wellen nberspannten und zügelten, ranschte und schäumte es. Mancher blieb stehen und sah in der Abenddämmernng in das Gewoge; Gewoge nuten in der Flut und oben ans der Straße, von wo die eben angezündeten Gaslichter ihren Schein hinab in den Fluß warfen. Bald war die Dämmerung dem vollen Abenddunkel gewichen, über dem Wasser dahin lag die schwarze Nacht, unb nur an der Brücke tanzten weiße Schaumpeilen im Gaslicht auf und nieder.
Ein junges Weib stand auf der Brücke, ein kleines Mädchen an der Hand und starrte in das Wasser hinab. Ab und zu wendete fie den Kopf nach rückwärts, als ob fie jemand erwarte, um dann von neuem vor sich hinzuschauen. Wenn das Gaslicht den Kopf der Frau voll traf, sah man in ein blasses, stilles Antlitz mit leidenden Zügen. Leise Wehmut lagerte sich in dem sorgenvollen Blick, stille Trauer um ein verlorenes kostbares Gut. Das kleine Mädchen war ein rosiger Blondkopf von vier, fünf Jahren, der munter um sich herumschaute und gar keine Lust zeigte, hier noch lange zu warten. Das Kind zupfte wiederholt ungeduldig am Kleide brr Mutter unb immer beugte sich biete nieber, beschwichtigende Worte flüsternd.
Viertelstunde auf Viertelstunde verging. Hunderte von Menschen gingen vorüber. Die einen schweigsam, die meisten lachend und scherzend. War es doch der letzte Abend im Jahr, der Sylvesterabend, und mit den Gedanken an das neue Jahr verbanden fich neue Wünsche und Hoffnungen, die auch frischen Mut und neue Kraft geben. Die einsame Fran blickte jetzt, wo eS ganz dunkel geworden war, forschend auf jeden Vorübergehenden bin. Dann unb tnann glitt ein Zug stiller Zuversicht über das Gesicht, um gleich
ocke«, legen;
Deutsches Reich.
Barlin, 28. Dez. Der Kaiser empfing heute vormittag den General v. Heyduck aus Straßburg, arbeitete darauf mit dem Geheimen Kabinettsrate von Wilmowski und machte nachmittags eine Spazierfahrt. Nach seiner Rückkehr wird der Kaiser den hier eingetroffenen Grafen Peter Schuwaloff empfangen, der hierauf auch von der Kaiserin empfangen wird. — Die durch verschiedene Zeitungen verbreitete Nachricht, daß Ihre Majestät die Kaiserin eine Reise nach San Remo beabsichtige, ist unbegründet. — Eine hier zirkulierende Neujahrsadresse an den Kronprinzen hat bis jetzt 180 000 Unterschriften erhalten. — Das ärztliche Vereinsblatt für Deutschland, Organ des deutschen' Ärztevereinsbundes, enthält folgende, auf die Krankheit des Kronprinzen bezügliche Kundgebung: „Dem Organ des deutschen Ärztevereinsbundes dürfte es anstehen, mit einigen Worten den Empfindungen tiefer Betrübnis Ausdruck zu
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Zum bevorstehenden Quartalswechsel ersuchen wir um rechtzeitige Erneuerung der Postbestellungen auf die
Oberhesfische Zeitung
mit deren Beiblättern
Kreisblatt für -re Kreise Marburg und Kirchhai« und
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Wir machen noch darauf aufmerksam, daß mit der Nummer 1 des künftigen Jahres ein schön gedruckter doppelseitiger
Wand- und Schreibkalender
für das Jahr 1888
mit mannigfachen Notizen gratis ausgegeben wird. Damit diese Nummer allen Abonnenten rechtzeitig zugeht, beliebe man vor dem 28. Dezember die Bestellung zu machen.
In hiesiger Stadt bei unserer Expedition, wie bei unserer Agentur in Kirchhain kann auch monatlich abonniert werden.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blutt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Loch.
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desstaate wie bisher 15 pCt. der in seinem Gebiete zur Verrechnung gekommenen Solleinnahmen vergütet werden sollen. Dagegen erschien ihm eine Aenderung des Vergütungsmodus für die als Verbrauchsabgabe bezw. Zuschlag zur Verbrauchsabgabe zu erhebenden Beträge geboten, zu bereit Entrichtung derjenige verpflichtet ist, welcher den Branntwein zur freien Verfügung erhält. Es ist nämlich vorauszusehen, daß die bezüglichen Beträge zum großen Teile nicht immer in den Staaten, in welchen der Branntwein hergestellt ist, zur Erhebung kommen werden, daß also eine Verschiebung der Einnahmen eintreten wird, infolge deren der Betrag der letzteren eine zutreffende Grundlage für die Berechnung der den einzelnen Staaten zu gewährenden Verwaltungskostenvergütung nicht mehr bieten kann. Unter diesen Umständen hat es der Bundesrat für angezeigt erachtet, bei der Verbrauchsabgabe für Branntwein und dem Zuschlag für die Verwaltungskostenvergütung für die Kontrolle, ähnlich wie bei der Tabakssteuer, von der Vergütung für die Erhebung zu trennen und beschlossen, daß bis auf weiteres von dieser auf 15 pCt. der Gesamteinnahmen festgesetzten Berwaltungskostenvergütung 10 pCt für die Kontrolle und 5 pCt. für die Erhebung gewährt werden. Die Gesamtvergütung von 10 pCt. wird von bim Ausschüsse des Bundesrats für Rechnungswesen vierteljährlich nach der Gesamt-Solleinnahme an Verbrauchsabgabe und Zuschlag zu derselben fest- gestellt und nach dem Verhältnis der in den Brennereien gewonnenen Alkoholmengen auf die einzelnen Staaten verteilt. Der Berechnungen der Vergütung von 5 pCt. soll die Solleinnahme in den einzelnen Staaten zu Grunde gelegt werden. Für den Fall, daß von den Brennereibesitzern der hergestellte Branntwein vorwiegend an Händler abgesetzt werden sollte, welche denselben in von den Brennereien entfernt gelegenen Niederlagen und Reinigungsanstalten unterbringen, und mithin ein großer Teil der Konttolle des Branntweins auf diejenigen Staaten übergehen sollte, in welchen sich die Niederlagen, Reinigungsgewerbeanstalten 2C. befinden und die Verbrauchsabgabe zur Erhebung kommt, hat sich der Bundesrat weiterer Erwägung Vorbehalten, ob nicht der Vergütunossatz von 5 pCt. später entsprechend zu erhöhen und der von 10 pCt. herabzusetzen sein möchte. Endlich hat derselbe beschlossen, daß außer den bereits angeführten Vergütungen die Bundesstaaten eine Entschädigung erhalten für die Ausgaben, welche sie für die in steuerlichem Interesse erfolgte erste Anschaffung und Ausstellung der Sammelgefäße, Meßapparate, Blechkappen, Ueberrohre und Kunstschlösser in den bereits bestehen-
zu decken. Aber Felix vergaß in seinem Merger all? Gebote bet Besonnenheit, unb so reihte sich ein Bet' lüft an ben anberen. Das Ende war, daß man die glänzende Beletage des vornehmen Viertels mit bet bescheidenen Vorstadtwohnung vertauschen mußte, und Felix konnte sich glücklich preisen, daß er in einem großen Geschäfte eine auskömmliche Stelle als Buch. Halter erhielt. Das Gehalt gestattete recht wohl ein sorgenfreies, wenn auch bescheidenes Leben, und Selma war mit allem zufrieden. Aber ihrem Gatten ließ die Erinnerung an vergangene Tage keine Ruhe. Und es kam noch etwas hinzu, wovon die junge Fran bisher keine Ahnung hatte, der häufige Grund von Felix Abwesenheit von Daheim.
Ehe der junge Mann Selma recht kennen gelernt, sprach man wiederholt davon, er werde die reiche Erna S., die einzige Tochter eines sehr vermögenden Geschäftskollegen heimführeu. Erna war in den hübschen jungen Mann bis über die Ohren verliebt, _ und dieser war dem anmutigen Mädchen gegenüber nicht gleichgiltig geblieben. Dann lernte er Selma kennen, und deren fiegreiche Schönheit drängte Ernas Bild in den Hintergrund. Nun hatte Felix das Mädchen als die Gattin seines Chefs oiebetgefnnben unb ihr meinte er es hauptsächlich verdanken zu müssen, daß fein anfänglich äußerst knappes Gehalt später aufgebeffert wurde. Dann starb der Prinzipal, ein bejahrter Herr plötzlich, und hinterließ feinen ganzen Besitz feiner jungen Frau und deren kleinem Sohn Willy. Felix war seitdem mehrere Male mtt der Dame zusammengetroffen, und bald erkannte er, daß ein Funke von Neigung zu ihm noch immer in ihr fortbestehe. Er hatte sich das zu Nutzen gemacht, und bald ward er häufiger Ernas Gast. Wenn er sie mit feiner Gattin jetzt verglich, ö fiel der Vergleich gerade nicht mehr zu Selmas Gunsten an».
(Schluß folgt.)
geben, von welchen gleich wie die übrigen Kreise der Bevölkerung auch die deutschen Ärzte wegen der Krankheit Sr. Kaiser!, und König!. Hoheit des Kronprinzen des Deutschen Reiches wie von Preußen ergriffen worden sind. Mit um so größerer Teilnahme sind sie den Berichten über dieselbe gefolgt, als sie vermöge ihrer Fachkenntnis ein besseres Verständnis von dem besaßen, was in solcher UeberfüCe Zeitungen und Zeitschriften enthielten. Wenn je nach dem Inhalte der Nachrichten Furcht und Hoffnung wechselten, so wollen wir von ganzem Herzen wünschen, daß der letzteren der Sieg verbleibe und der geliebte Erbe unseres so stolz wieder aufgerichteten Reiches, der in vielen Schlachten siegreiche Heerführer, auch diesem tückischen liebel endlich obsiegen möge. In eine Erörterung der Krankheit selbst, um die es sich handelt, wollen wir uns jedoch um so weniger einlassen, als die breiten Darstellungen Berufener und Unberufener in der Tagespresse mehr als genug die gebotene Rücksicht bei Seite gesetzt haben, wenn sie auch in brennender Sucht des Publikums nach täglich neuen Einzelheiten eine gewisse Entschuldigung finden. Immerhin erscheint es uns beklagenswert, daß jetzt so häufig fachwissenschafttiche und nur dem Eingeweihten verständliche Dinge auf so breite Art in den Zeitungen wiedergegeben werden und ein Widerstreit der Ansichten dabei an den Tag tritt, der an sich zwar begreiflich ist, aber in den politischen Blättern ein ungeeignetes Kampffeld sucht." — lieber das Befinden des Fürsten Bismarck hört man, nach der „Magdeb. Ztg.", ans seiner Umgebung nur günstige Nachrichten. Vor der zweiten Hälfte des Januars wäre an eine Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin zu den Geschäften nicht zu denken; das würde allerdings mit der Nachricht zusammenstimmen, welche mit Bestimmtheit das Erscheinen des Reichskanzlers in Berlin um die Zeit des Wiederbeginns der Reichstagsarbeiten in Aussicht zu stellen wußte. An den Festtagen war der Reichskanzler in Friedrichsruhe von seiner ganzen Familie umgeben. — In ihrer Rundschau im Auslande schreibt die „Nordd. Allg. Ztg.": In Zeiten, wo die politischen Tagesneuigkeiten öfters bedenklich als zufriedenstellend ausfallen, nimmt man auch schon mit einer relativ geringfügigen Ausbeute vorlieb. Direkte telegraphische Nachrichten, die auf den Stand der schwebenden Meinungsverschiedenheiten bezug hätten, waren bis Redaktionsschluß überhaupt nicht eingetroffen; von anderweitigen Meldungen möge nach den „Berl. Pol. Nachr." erwähnt sein, daß die russische Regierung eine sehr bedeutende Lieferung von chirurgischen Instrumenten zu Knegs-
barauf wieder zu verschwinden. Eden ging ein Herr mit einem Knaben und einem kleinen Mädchen vorüber. „Nicht wahr, Papa," sagten die beiden, „heute bleiben wir bei Dir und der Mama, bis das Jahr zu Ende ist."
„Gewiß, Kinder/ war die Antwort, „heute bleiben wir alle zusammen." Die Frau an der Brüstui» der Brücke hörte die Worte, eine leise Thränr rollte über die Wangen. Aber auch das Kind hatte sie vernommen. „Hast Du eS gehört, Mama?" flüsterte eS. „Nicht wahr, heute bleibt der Papa doch auch bei uns."
„Ich hoffe eS, mein Kind," war die Antwort.
„Ja gewiß, der Papa bleibt bei uns, wenn er Zeit hat!" Ein leises Beben erschütterte bei diesen Worten die schlanke Gestalt.
Mit vollen, lauten Schlägen erschallte vom Thurm einer benachbarte» Kirche die sechste Abendstunde. Mutlos ließ die Wartende den Kopf finken. „Er kommt auch heute nicht," sagte fie vor sich hin. Saut, zur Kleinen gewendet, fuhr sie dann fort: „Wir wollen nach Hause gehen, Selma, der Papa hat heute keine Zeit, wir warten umsonft."
„Aber weshalb hat denn Papa niemals Zett für uns," fragte Klein-Selma.
»Er muß atbetien, damit wir zu essen und zu trinten haben," war die Entgegnung.
„Fahren wir auch wieder wie früher in dem Wagen, wenn Papa so viel arbeitet? Das war wunderschön!"
„Gehst Du nicht lieber mit mir zu Fuß?"
„Ja, ja, aber einmal möchte ich doch wieder fahren." Die Frau lädjelte schmerzlich. Dann bogen die beiden von der Brücke in eine Seitenstraße ein, während das Kind munter fortschwatzte. Nach einer Viertelstunde war man zu Hanfe, einer bescheidenen, mehrere Treppen hoch Gelegenen kleinen Wohnung. „Mama, gehen wir denn nie wieder in unserere fühere chöne Wohnung mit den bunten Teppichen und den hohen Spiegeln?"ftagte Selma. „Nein, liebes Kind!"
Anzeigen nimmt entgegen die Expeditton d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Haüraarra. Stoffe tn Frankfurta. M., Berlin, Münchenu. Köln; ®. L.
Daube u. Co. in Frankfurt a.«., Berlin, Hannover. Pari».
zwecken vergeben hat, sowie daß die Direkttonen der Warschau - Wiener und Warschau - Bromberger Eisenbahn den geheimen Befehl erhalten haben, allwöchentlich dem Generalstabe das Tableau ihres gesamten Fahrparks, welcher sich zum Truppentransport eignet, einzureichen, mit Angabe, wo sich momentan die Wagen im In- oder Auslande befinden. Dem Vernehmen der „Köln. Ztg." nach ist für die beiden im Bau begriffenen Zweige der Bahnstrecke Jwangorod- Dombrowska nach der österreichischen und der preußischen Grenze eine besondere Gendarmerieabteilung gebildet worden, welcher der Warschauer Gendarmerie- Behörde untergeordnet ist. — Der „Reichs - Anz." veröffentlicht eine Kaiserliche Verordnung, wonach das Gesetz, betreffend die Unfall - Versicherung der bei Bauten beschäftigten Personen vom 11. Juli 1887 mit dem 1. Januar 1888 für das Gebiet des Reiches seinem vollen Umfange nach in Kraft tritt. Mit demselben Zeitpunkte tritt das Gesetz, betreffend die Unfall-Versicherung der Seeleute und anderer bei der Seeschiffahrt beteiligter Personen vom 13. Juli 1887 seinem vollen Umfange nach in Kraft. — Nach direften Mitteilungen Mackenzies vom heutigen Tage ist sowohl der Befund des lokalen Leidens des Kronprinzen, als auch sein Allgemeinbefinden sehr befriedigend. Die Privatmeldungen der hiesigen Blätter stimmen damit überein.
— In der Sitzung, in welcher der Bundesrat über Abänderungen in den vorläufigen Ausführungs- beftimmungen zum Branntweinsteuergesetz Beschluß gefatzt hat, sind von demselben auch gemäß § 39 des Gesetzes vom 24. Juni d. I. Bestimmungen über die Vergütung der durch die ’ Besteuerung des Branntweins erwachsenden Verwaltungskosten getroffen worden. Der Bundesrat ging, den „Berl. Pol. Nachr." zufolge, dabei von der Ansicht aus, daß mit dem angezogenen Gesetzesparagraphen eine Aenderung des Artikels der Reichsverfassung, durch welchen die Entschädigung der Bundesstaaten für die Erhebung und Verwaltung der Branntweinsteuer auf 15 pCt. der Gesamteinnahmen festgesetzt ist, nicht beabsichttgt worden sei, daß er vielmehr darnach nur die näheren Modalitäten der Berechnung der den Bundesstaaten durch die Reichsverfaffung gewährleisteten Entschädigung zu regeln und wegen der Liquidatton der von der Branntweinsteuergemeinschaft zu tragenden Kosten für die erstmalige Anschaffung der Sammelgefäße, Meß- apparate, Ueberrohre und Kunstschlösser Anordnungen zu treffen habe. Demgemäß beschloß der Bundesrat, daß für die Erhebung und Verwaltung der Maisch- bottichsteuer und Branntweinmaterialsteuer jedem Bun-
„Aber warum denn nicht?" beharrte die Kleine bei ihren Fragen.
„Weil wir arm geworden sind!"
Sie waren arm geworden. Felix Z. Der junge stattliche Kaufmann, der sich manches Sieges über Frauenherzen rühmen konnte, hatte uiter allen feine entfernte, blühend schöne Verwandte Selma gewählt, die bisher ein bescheidenes Dasein gefristet. Selma war mittellos, aber Felix zog fie all den jungen Erbinnen vor, zwischen denen er Wahl hatte; man sagte, *B sei eine reine Liebesheirat gewesen, das schöne Paar war wie für einander geschaffen und noch lange sprach man von der glänzenden Hochzeit. Dch eitle Mann war stolz auf feine reizende Frau, er suchte etwas darin, sie zu schmücken und mit kostbaren Ge> schenken zu überhänfen. Es war ein Leben in Sans und Braus, das die beiden führten, Selma wurde von dem ungewohnten Trubel der Gesellschaften, die fie entzückte, betäubt, und nicht einen Augenblick fiel es ihr ein, daran zu denken, welche Summen dies Leben verschlingen muffe. Sie liebte ihren Gatten, fie wußte, daß er reich, sehr reich war, sie hatte also keine Veranlassung weiter, ihn zu fragen, woher er das Geld zur Bestreitung der Ausgaben nehme nnb ob es deS Luxus niebt etwas zu viel werde. Das war ein Leben voller Sonnenschein, Tage ungetrübten Genießens, in denen schon auf Erden der Himmel zu fein steint.
Felix Haushalt verschlang ungeheure Summen; er verstand e8 nicht, Saunen oder eigenwillige Wünsche zu beschränken, er wirtschaftete mit vollen Händen. Um das Geld machte er sich wenig Sorge. Er war der kühnste und glücklichste Spekulant, den man in der großen Stadt kannte, der eS am vortrefflichsten verstand, eine halbleere Kasse wieder reichlich zu füllen. An eine Ungunst des Glückes war er nicht zum mindesten gewöhnt, und daS führte endlich zur Katastrophe. Eine Spekulation, auf deren Gelingen er sicher geregnet, schlug fehl und ein empfindlicher Verlust war die Folge. Der Schaden war indessen noch recht gut
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ditton SV.Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 60 Pfg. (exkl. _ . _ _ Ä ö'
Jnsertionsgebübr fär bte gehaltene Zeile Freitag, 30. DkZeMber 1887.
10 Pfg., Reklamen für bie Zeile 25 Pfg. u u