Einzelbild herunterladen
 

f

r-

eit

54

n.

ICÜL rönne, er (7133

Of, i-._____

be ifert die [ 074 t 23.

Seife ieerseife, e Arten :eugt in lendend- It 50 Pfg.

(6175 aus kuvfer, | kaust

(4575 ier. Pomade gern Ge­men und irt i Fl fOmerie- _ 7014 )80 t ist die

; Gros [4333 kdt's

»0

n

aus zu« msal,

ndlicheS s nebst ifte gr jen Be« uskunst

trator.

Caffe! nl888- jer von

ie Erve

ier von

Ulis.

;er von

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg imb Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. »och.

M 303.

Erscheint täglich außer an Werktagen noch Sonn» und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 21/. Ml-, bei den Postämtern 2 Nil- 50 Pfg. (exll- Bestellgeld). Jnsertiensgedübr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 25. Dezember 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasensteiu und Vogler in Frankfurt a. M-, Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Habraana. Moste m Frankfurt a. M., Berlm, München u. Köln; G- L. *xj *1 u

Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Paris.

Äboiinrment Einladung.

Zum bevorstehenden Quartalswechsel er­suchen wir um rechtzeitige Erneuerung der Postbestellrngen auf die

Oberhesfische Zeitung

mit deren Beiblättern

Kreisblatt für -ie Kreise Marburg an- Kirchham und

JUttKriertes Sonatagsblatt

Wir machen noch darauf aufmerksam, daß mit der Nummer 1 des künftigen Jahres ein fchön gedruckter doppelseitiger

Wand- und Schreibkalender

für das Jahr 1888

mit mannigfachen Notizen gratis aus ge­geben wird. Damit diese Nummer allen Abonnenten rechtzeitig zugeht, beliebe man vor dem 28. Dezember die Bestellung zu machen.

In hiesiger Stadt bei unserer Expedition, wie bei unserer Agentur in Kirchhain kann auch monatlich abonniert werden.

Weihnächte«.

Weihnachten ist's wieder, vom Chrtstbaum glänzen die Kerzen, und ihr Schimmer überstrahlt freudige Gesichter. Die Jugend, welche des Lebens Ernst noch nicht erprobt, kann lachen und tollen und jubeln, und mit ihnen freuen sich die Erwachsenen, für eine frohe Stunde vergessend, was Zeitenlauf und Schick- falswirren ihnen beunruhigendes und unangenehmes in den Lebensweg geworfen. Auch sie gedenken wieder der einstigen Tage der Freude und in herzlicher Liebe sind sie bestrebt, einander zu erheitern und zu be­glücken. Und es gehört dazu heute weniger, als je. Ja, anspruchsvoller sind die Zeiten allerdings ge­worden, anspruchsvoller als ein früheres, ist das heutige Geschlecht; aber unsere Tage sind auch sorgen­voller, als frühere, und mit doppeltem Dank wird da jeder Beweis der Liebe und herzinnigen, wahren und ungeschminkten Teilnahme empfunden. Die Stunden des Uebermutes sind nicht so häufig mehr,

Veihttachte«.

Stilles Dunkel senkt sich auf die Slraß-n nieder, Schwarzem Schleier gleich, der alles hüllet ein, Matter, leiser klingt des Tages lauter Trubel, Hoch vom Himmel leuchtet schwach der Sterneuschein. Sehnsuchtsvoll nach Hause eilt ein jeder, Der Erwartung frohe Lust im Auge blitzt, Warmer Liebe Ton durchzittert alle Herzen, Weihnachtsabend schafft im Dunkel Freudenlicht.

Welcher Jubel herrscht daheim im dunklen Zimmer! Lachend, scherzend harrt die muntre Kinderschaar Glücklich schon in ahnungsvoller Freude, Die sich steigert nur von Jahr zu Jahr.

Und wenn leuchtend dann der Christbaumschiwmer Bahnt sich seinen Weg ins dunkele Gelaß, Dann kein Halten mehr, zum Christbaum vorwärts! Und im Elternaug' erglänzt, der Freude Naß.

Fioh« Weihnacht! Allen mag bescheert sie werden, Sind des Frohfinn's Tage doch zu zählen wohl Auf der Erde, wo in Müh und Arbeit Tag an Tag sich reihet, bis der Monat voll! Weihnachtsfest, so heißt die köstliche Oase, Die sich bietet in des Jahres langem Lauf, Boll Erquickung, unerreichter Wonnen Hebt es alle Lasten, alle Sorgen auf.

Wie der Christbaum glänzt so hell im frohen Kreise, Jedes deutsche Haus uud Stübchen zeigt ihn heut; Nur bestrebt, den Nächste» zu beglücken. Jeder seinen Kräften nach ihm Gaben beut.

Hier ist'S viel, nur wenig ist es dorten, Wie verteilt der Erde Güter find; Ueberall doch gleich ist der Gedanke: Liebe nur bewegt heut Herz und Sinn!

Wonn'ge Weihnacht, reinste Freudentage! Wie die Sonne hell aus Winterwolkeu blitzt, Bist gekommen du auch dieses' Jahr uns wieder, Machst die Hütte selbst zum Freudensitz.

sie eilen, wo und wann sie kommen, pfeilschnell vor­über, und um so schwerere, ernstere Tage folgen nach. Darum kommt dies Jahr das Weihnachtsfest als ein ganz besonders gern gesehener Gast, dem weit, weit alle Thüren geöffnet werden, dem alle Herzen entgegenfliegen. Der Greis freut sich mit dem Enkel, der Mann mit dem Knaben, es herrscht ungetrübt die fröhliche, selige Weihnachtszeit.

Sie kommt zur rechten Zeit in diesem Jahr. Wir wollen nicht schmälen, nicht klagen über ver­gangene Tage angesichts des hohen Festes, aber etwas Freude, Friede! Ruhe ihnen uns und unserem deutschen Vaterlande wahrlich not. Seitdem wir 1870/71 Schulter an Schulter für des Reiches Herrlichkeit, Macht und Einheit gerungen, hatten wir kein fo bitterernstes Jahr als dieses, keins, in welchem Trauer und Sorge fo deutlich herrschten, so unbe­dingten Gehorsam forderten und fanden. Weihnachten -ist ein Familienfest. Wir empfinden es teilnehmend, wenn in Bekannten- und Freundeskreisen das Fest durch plötzlichen Kummer, Krankheit oder Unglück gestört wird; wir versuchen, soviel wie in unseren Kräften steht, dazu beizutragen, diese schlimmen Gäste zu verdrängen. Und giebt es denn in Wahrheit ein seligeres Weihnachten, als da, wo die Not eingekehrt, zu helfen, zu trösten, mit Rat und That beizuspringen? Zu Weihnachten bilden alle Deutschen eine einzige große Familie und alle erfüllt der einmütige Gedanke, einander zufrieden und beglückt zu sehen. Nicht jedem wendet das Glück sein lächelndes Antlitz zu, die düstere Frau Sorge hat auch ihr Regiment zum Christfest nicht ganz eingestellt; aber mildern können wir sie doch, lindern die Spuren ihres harten Auf­tretens. Und das wird zu diesem Christfest gewiß mehr als sonst geschehen, hat doch ganz Deutschland noch seine große Sorge. Gerade angesichts des Christbaumes wird doppelt heiß der Wunsch sich der Brust entringen, unseres greisen Kaisers einzigen Sohn wieder in voller, ungebeugter Manneskraft vor uns zu sehen. Bei Gott ist kein Ding unmöglich!

Ernst und nicht mit Freuden reich gesegnet ist unsere Zeit. Wohl spendet sie Genießen, aber sie fordert auch eine schwere Arbeit. Wenn sie frohe Feste noch giebt, fordert sie ,doch recht, recht saure Wochen. Das Geld, was auf der Straße zu finden, in ehrlicher, kernfester Weise, ist rar geworden; wir müssen, wenn wir uns behaglichere Tage bereiten wollen, arbeiten, tüchtig arbeiten, Und die ehrliche und gute Arbeit, worin sie heute auch bestehen mag, wird von allen verständigen Leuten, und aus deren Urteil kommt es ja nur an, geachtet und geehrt, wie

Laß unS Deine Liebe, Ruh' und Frieden, Laß begleiten uns sie durch das ganze Jahr: Rauh die Zeit ist, hart sind ihre Kämpfe, Aber WeihnachtSsegen hilft uns treu und "ahr

R. M

Aas Geheimnis einet Weihnachtsnacht.

Erzählung von H. d'Altona.

(Nachdruck verboten.) (Schluß.)

Konnte sie ihm verzeihen? Vergebens hatte sie versucht sein Bild ans ihrem Herzen zu reißen vergebens!

Da pochte eS; Jules Decrand trat ein.

Mit beredten Worten beschwor er Hertha, die Freundin zu einer Willensändernng zu veranlassen. Erst jetzt, wo die Gefahr an ihn herantrete, Frida zu verlieren, sei eS ihm klar znm Bewußtsein ge­kommen, daß ihr im vollsten Ernste sein Hei z zudränge, daß er unglücklich werden müsse, wenn Frida sich weigere, als sein Weib ihm anzugehören.

Mit dem ganzen Feuer seines südlichen Tempera­ments redete Decraud auf Hertha ein und ergriff eben in flehendem Bitten ihre Hand, als die Thür sich öffnete und in der Füllung derselben eine hohe Gestalt sichtbar wurde.

Ein Schrei entfuhr HerthaS Lippen, abwehrend streckte sie de« Eivtreteuden, Walter Kreffen, die Hände entgegen.

Des Assessors Antlitz hatte sich bei dem Anblick, welcher sich ihm darbot, mit der Farbe des Schnees überzogen.

.Hertha!" kam eS von feinen Lippen .steht es so? DaS habe ich nicht gewnßt!" Er warf einen langen, traurigen Blick auf die Geliebte, die regungs­los die großen braunen Augen auf ihn richtete, als wäre da ihr gegenüber eine Erscheinung ans der anderen Welt aufgetaucht dann schloß sich hinter ihm die Thür.

pe cs verdient. Phantastische Pläne und künstliche Versuche, das Glück zu zwingen, fruchten dauernd heute nicht mehr, heute gewähren nur wirkliche, jedem Stande angemeffene Fähigkeiten wahren Wert. Und, das können und wollen wir mit Stolz sagen, in dieser Beziehung steht Deutschland an der Spitze aller Nationen; bei uns findet jeder ganze Mann seine Würdigung, mag er im Arbeitskittel oder feinem Tuchrock einherschreiten. Und was trägt in so un­geheurem Maße dazu bei, echte und rechte Arbeit zu fördern, in ihr Zucht und Gesittung aufrecht zu er­halten, die Kinder auf den Pfad zu weisen, den die Väter gegangen? Es ist das innige, herzerfreuende deutsche Familienleben, das sich am glänzendsten zu Weihnachten zeigt. In den Gedanken an das traute Heim, die herzige Heimat finden sich ganz fremde Leute zusammen; dasselbe Fühlen bewegt ihre Brust, und es umschlingt sie doch auch ein besonderes Band, das sie als Freunde, als Brüder erscheinen läßt, als Kinder unseres machtvollen, herrlichen Vater­landes.

Je ernster die Wochen und Monde, um so enger schließen wir uns aneinander, suchen die reinen Freuden zu genießen, welche uns das Leben bietet. Und die reinsten Freuden bietet wieder das Heim, anch dann, wenn nicht der Christbaum auf dem runden Tische prangt. Und diesem echten deutschen Heim, das große und tteffliche Männer geschaffen, das die Kinder lehrt, ans Vaterland zu denken, es zu lieben, den Männern die Kraft, den Mut und den festen Willen giebt, es, wenn es not thun sollte, zu verteidigen, dem gilt unser Weihnachtswunsch. Deutschland ist hoch gestiegen, aber nur alle deutschen Bürger können es hoch erhalten, und sie werden es im Vertrauen auf Gott, auf Kaiser und Reich. Friedliche Tage der Arbeit winken uns noch, wenn wir dies Bewußtsein festhalten, denn der Starke erfreut sich nicht immer allgemeiner Liebe, wohl aber allgemeiner Achtung. Das sind unsere Wünsche an unsere Leser, und darauf rufen wir ihnen zu, dies Jahr wie alle Jahre:

Gesegnetes Weihnachtsfest!

Ae«tsches Keich.

Berlin, 23. Dez. Der Kaiser nahm heute mittag den Vortrag des Geh. Kabinettsrates v. Wil- mowski und nachmittags den Vortrag des Ministers v. Puttkamer entgegen und empfing darauf den von San Remo zurückgekehrten Hofmarschall Grafen Rado- linski und später den Staatssekretär Grafen Bismarck. Am ersten Weihnachtstage findet vormittags ein Gottesdienst im kaiserlichen Palais, nachmittags ein

Hertha mactte eine Bewegung, als wolle sie ihm nacheilen, ihn zurückzuhalten; dann sank sie auf den Sessel nieder und liefe das Gesicht in die Hände sinken. Leise entfernte sich Jules Decrand. Er hatte die Be­deutung der Scene nicht verstanden, aber er wnfete, dafe der Schmerz HerthaS keines Zeugen bedurfte.

Heute ist der Abend deS Festes der Weltenliebe! Weihnachten, wie beseligst du die Herzen! Weih­nachten, welche Fülle von Glück und Liebe hing heute mir in den Zweigen deines ChristbaumeS! Ich bin allein im tannenduftdurchwirkten Zimmer, das vor einer Stunde mein süfecs Weib mit unserem Gold­kind verlassen hat. Ich wollte noch allein eine Weile näumen und all der Seligkeit gedenken, die ich in meinem Busin trage. Da fiel mir die Schieblade in meutern Schreibtische ein, in der ein Manuskript ruht, das kein Ende gefunden hat, deffen letzte Zeilen von den Thränen verwischt sind, die aus das Papier ge­fallen sind.

Heute werde das Manuskript vollendet. Aber kurz will ichs machen was brauche ich eS noch schwarz auf weiß, daß ich glücklich bin!:

Zwei Jahre nach jenem Auftritt im Hause De- crauds durchwanderte Walter Kressen die Sttaßen der Heimatstadt. Da plötzlich stockte sein Fuß, er zuckte zusammen, fast wäre er gestolpert. Auch die junge Dame im schwarzen Kleid, welche sich in Be, gleitnng eines jungen PaareS ein schlanker Mann mit südlichem Typus und eine rosige Blondine befand, trat bei dem Anblick Walter KresseuS er­schrocken zurück.

.Hertha!" murmelte der junge Regierungsrat Kreffen war inzwischen avanciert bann schritt er langsam weiter.

Am Nachmittag desselben TageS meldete ihm sein Diener den Besuch eines fremden PaareS: .Monsieur und Madame Decrand" meldete die Karte.

Sie sprachen nickt viel zusammen eine halbe Stunde später trat Walter mit seinem Besuch durch

Familiendiner bei Ihren Majestäten statt. Staats­sekretär Graf Bismarck reist heute abend mit der Fr iu Fürstin Bismarck nach Friedrichsruh, wo er während der Feiertage verbleibt. Wie zuverlässig verlautet, hat Lord R. Churchill hier vor seiner Ab­reise, die Mittwoch Abend erfolgte, mehreren Per­sonen erklärt, er unternehme einen Ausflug nach Petersburg und werde allerdings die russischen Ver­hältnisse, welche er noch nicht kenne, persönlich, wie jeder Reisende in solchem Falle, möglichst beobachten, wie er voriges Jahr bezüglich der österreichischen gethan habe, aber seine Reise habe keinerlei besondere politische Zwecke und sei auch durch keinerlei Aufträge veranlaßt. DerStaatsanz." meldet die Ernennung des bisherigen Landrat v. Köller zu Kammin in Pommern zum Polizei-Präsidenten in Frankfurt a. M. DieNational - Zeitung" läßt sich heute aus Wien melden:Es bestätigt sich träfe aller offiziösen Ableugnungen aus Kopenhagen, daß die Gemahlin des Prinzen Waldemar von Dänemarck, Tochter des Herzogs von Charttes, dem Zaren auf Schloß Fredensborg die gefälschten Aktenstücke über­reichte. Hier anwesende Mitglieder der dänischen Königsfamilie beklagen dies sehr." Angeregt von einer Anzahl angesehner hiesiger Bürger wird eine Neujahrsglückwunschadresse an den Kronprinzen abgehen, zu welcher Unterschriftsbogen vom ersten Weihnachtstage ab öffentlich aufgelegt werden. Der Geheime Kommerzienrat Schwabach stiftete bei seinem Ausscheiden aus dem Aeltesten - Kollegium zu dem Stiftungsfonds der Berliner Fondsbörse einen Betrag von 30 000 Mark, um bei plötzlich eintreten­der Notlage eines Mitgliedes der Korporation dem­selben durch einjährigen Zinsgenuß eine Aushülfe zu gewähren.

[33om Kronprinzen^. Das Befinden des Kronprinzen ist andauernd günstig und allein des kalten Regenwetters wegen unterblieben am Donners­tag die Ausgänge. Eine Depesche derNat.-Ztg." aus Mailand meldet, das der Botschafter Graf Solms, welcher am 21. d. M. ans San Remo nach Rom zurückkehrte, dem Könige die beruhigendsten Nachrichten über das Befinden des Kronprinzen überbrachte. Die von uns nicht mitgeteilte Meldung, daß Prinz Heinrich sich in einem Briefe resigniert über das Befinden Seines Vaters ausgesprochen habe, beruht wie jetz mitgeteilt wird, aus Erfindung. Als einen guten Beweis von dem Zustande des Kronprinzen darf man es auch anfehen, daß in Villa Zirio jetzt öfters, wie vordem Besuche kommen und gehen. Graf Münster ist wieder nach Paris zurückgereist, nachdem

das hohe Portal deS Hotels, in welchem die Fremden aus Paris Wohnung genommen hatten. Sie schreiten die breiten Marmoruufen des Hauses hinauf. Frida, riet tiger Madame Decrand, verschwand im Zimmer Nr. 20, während Decrand uud fein Begleiter auf dem Korridor verharrten.

Da öffnete sich die Thür, durch welche Frika ver­schwunden ; mit schelmischem Lächeln winkte sie Walter. Er näherte sich der Thür, energisch schiebt ihn Fran Decraud hinein; sie selbst aber ergreift den Arm des Gatten uud verschwindet mit demselben diskret in Nr. 21.

.Hertha!" .Walter!" das waren für einige Minute» die einzigen Laute, welche von der An­wesenheit eines glücklichen Menschenpaares in Zimmer Nr. 21 zeugten.

Walter Kressen hat in jenem Augenblick sein Glück gefunden uud eS ist ihm treu geblieben bis heute Abend. Der Vorsehung sei Dank und meinem ge- liebten Weib, Hertha l

Ja, meinem Weid! Denn Walter Kreffen, das bin ich!

(Schein und Wahrheit.) Im Theater zu Genua wurde dieser Tage daS bekannte Teuilletsch: Stück: »Ein verarmter Edelmann" aufgeführt. Die Kontessina Mariano, eine reiche junge Dame, wohnte mit ihrer Mutter der Vorstellung bei, int Hintergründe der Loge stand der Sekretär der Damen, gleichfalls einverarmter Edelmann", Signor Carlo Giostiuo. Die Kontessina wußte wohl, daß der junge Mann sie leidenschaftlich liebe, allein sie hatte sich bisher über ihn lustig gemacht. Während der Szene in der Ruine aber schien die junge Dame ihr bisheriges Verhalten zu bereuen, sie erhob sich plötzlich und fiel znm allgemeinen Erstaunen der Anwesenden dem überraschten jungen Manne um den Hals. Nach dieser öffentlichen Szene blieb der Mama nichts übrig, als .Ja" zu sagen.