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»Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.

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Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Aug. Loch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe- dition 2l/4 JBL bei den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertivnsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Freitag, 9. Dezember 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. SR-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII Moffe m Frankfurt a.M., Berlin, München ».Köln; G-L. AAU' Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.

Aeittsches Reich.

Berti», 7. Tez. Ter Kaiser empfing heute vormittag die Vorträge des Oberhofmarschalls Grasen Pcrponcher und des Geheimen Kabinettsrats v. Wil- mowski und machte nachmittags eine Spazierfahrt. Um 4 Uhr erscheint Staatssekretär Gras Herbert Bismarck zum Vortrage. Die Getreidezollkommis­sion setzte die Beratung des § 1 der Regierungs- Vorlage fort, lehnt« die Anträge des Frhrn. v. Ow ab, den Buchweizenzoll auf fünf, den Zoll für Hülsen- ftüchte auf vier, den Gerstenzoll auf drei Mark fest­zusetzen; sie lehnte ferner die in der Regierungs- Vorlage vorgeschlagenen Zollsätze für Buchweizen, Hülsenfrüchte. Gerste, Raps und Rübsaat ab. rdon einer Abstimmung über die übrigen Zollsätze wurde, so lange nicht ein definitives Resultat über die Zoll­sätze für die hauptsächlichsten Getreidearten erzielt ist, abgesehen. Die Kommission begann daraus, die Be­ratung des Hammacherschen Antrages wegen Aus­hebung des Identitätsnachweises und vertagte schließ­lich die Weiterberatung bis zum Freitag. Die Königliche Regierung zu Düsieldorf hat eine bemerkens­werte Verfügung, betreffend die Ausbreitung ansteckender Krankheiten erlassen. Nach derselben kommen bei letzteren nicht selten Fälle so leichter Erkrankung vor, daß dieselben weder von den Eltern noch von den Kindern selbst beachtet 'werden und sogar völlig un­erkannt verlausen. Durch Uebertragung des Krank heitskeims auf Personen aber, welche zu dessen Ent­wickelung in höherem Grade geneigt sind, enfftehen oft die schwersten Erkrankungen. Deshalb sollen die Lehrer, Anstaltsvorsteher u. s. w. der Gesundheit der Kinder erhöhte Aufmerksamkeit zuwenden und krank­heitsverdächtige Kinder vom Schulbesuche ausschließen. Diese Aufmerksamkeit hat sich im allgemeinen zu er­strecken auf jede Veränderung im ganzen Wesen des Kindes, eine sonst nicht wahrgenommene und aus andere Rücksichten nicht zurückzuführende Müdigkeit, Unlust und Unaufmerksamkeit, auf Frösten oder Hitze, Kopf-, Rücken- oder Gliederfchmerzen. Besonders sei zu achten bei Cholera, Ruhr oder Unterleibstyphus auf leichtere Durchfälle oder Magenbeschwerden; bei Scharlach und Diphterie, wenn sie als Volkskrank­heiten auftreten, auf Schlingbeschwerden oder Hals­schmerzen, bei Masern auf Hüsteln, Schnupfen, Niesen, Lichtscheu, Thränen u. s. w., bei allen Ausschlags­krankheiten auf Flecken an sichtbaren Stellen. Ein Kind, an welchem solche Erscheinungen wahrgenommen werden, soll für einige Tage, unter Mittheilung der Gründe an die Eltern, vom Schulbesuche ausge­

schlossen und nur mit ärztlicher Bescheinigung zu demselben wieder zugelasien werden. Die Polizei- Behörde soll streng darüber wachen, daß jede Zu­sammenkunft fremder Personen, die an ansteckenden Krankheiten Verstorbenen vermieden werde, so daß nur Familienangehörige sich in der Wohnung ver­sammeln, die Ansammlung des Leichengefolges in der Wohnung, wie das Singen am offenen Grabe unter­bleiben. Sterbewohnungen sollen weder von Lehrern noch von Schulkindern betreten werden.

(Vom Kronprinzen.) Die heute vor­mittag hier eingetroffcnen Nachrichten aus San Remo lauten abermals günstig. Die Kaiserin erhält von den Aerzten des Kronprinzen regelmäßige Berichte, die, so weit sie nicht rein Medizinisches enthalten, befreundeten Höfen wie Vertrauenspersonen der Kaiserin mitgeteilt werden. Die kaiserliche Mutter interessiert sich auf das lebhafteste für die Art der Behandlung, zumal das Heilverfahren zum Teil ein ganz neues ist, das, weil auf den sorgfältigsten Abwägungen beruhend, berufen zu sein scheint, die Heilwissenschaft überhaupt zu fördern und ähnlichen Leidenden zugute zu kommen. Operative Eingriffe stehen zur Zeit gar nicht in Aussicht; möglich, daß sie vorgenommen werden, sobald sie völlig gefahrlos erscheinen und dem hohen Patienten Erleichterung sichern, allein sie werden als letzter Ausweg angesehen, falls die Krank­heit wider Erwarten abermals eine ungünstige Wendung nehmen sollte und äußerste Gefahr im Verzüge läge. Der Aufenthalt in Remo soll nach jetziger Schätzung mindestens bis zum Mai währen. Läßt sich dann die Abnahme des Leidens mit Sicherheit übersehen und ist hier warme Witterung eingetreten, so kehrt die k.onprinzliche Familie nach Potsdam ins neue Schloß zurück. DieNationalzeitung" erhielt auf ihre Anfrage bei Dr. Freund - Wien, ob jetzt seine Behandlungs - Methode (Zuckerentziehung) bei dem Kronprinzen angewendet werde und ob darauf das bessere Befinden des Kronprinzen zurückzuführen sei, folgende Antwort:Diese Zeitungsnachrichten sind unrichtig und durch die diätetischen Beschränkungen des Kronprinzen hervorgerufen." Das Blatt teilt ferner mit, die Anschwellung der Unterkieferdrüsen, die in den letzten Tagen zurückgegangen ist, hänge mit dem Halsleiden des Kronprinzen nicht zusammen, sei vielmehr durch ein Zahnleiden hervorgerufen worden, zu dessen Behandlung Hofzahnarzt Dr. Telschow nach San Remo berufen worden sei. Am Montag machte der Kronprinz in offenem Wagen mit der Kronprinzessin und Prinzeß Viktoria einen Ausflug nach der Villa Berigio. Dienstag fuhr er

bei schönstem Sonnenschein nut Dr. Krause nach Ospcdaletti; von dort aus dehnte er seinen Ausflug bis nach Cola hin aus, wie dieVoss. Ztg." be­richtete, that er dies sogar zu Pferde. Der Kron­prinz hat das Glückwunschschreiben der preußischen Großlogen zu seinem Geburtstage in einem bereits vom 27. Oktober datierten Handschreiben wie folgt beantwortet: Die Wünsche, welche die drei preußischen Großlogen Mir zu Meinem Geburtstage und zu Meiner baldigen Wiederherstellung ausgesprochen haben, erkenne Ich gern als den Ausdruck der Treue und Ergebenheit an. Mit dem Danke hierfür ver­binde ich den Wunsch, daß die Maurerei ihre wohl- thuende Wirksamkeit in immer weitere Kreise tragen möge. Für Mich war sie mit eine Quelle, das Mir auferlegte Leid in Ergebenheit gegen den Willen Gottes zu tragen. Zu ihm blicke Ich auch voll Ver­trauen empor und hoffe, daß Ich in nicht allzu ferner Zeit, genesen, mit den Meinen in die Mitte des geliebten Vaterlandesund in die Residenz zurückkehren kann. Ihnen und allen Logen sende Ich Meinen Gruß. Der stellver­tretende Protektor. gez. Friedrich Wilhelm, Kronprinz. DieMagdeb. Ztg." erwartet von ihrem Korrespon­denten einen Brief, der sogar einen völligen Umschwung des Leidens konstatieren will gebe Gott, daß alle die erfreulichen Einzelheiten, welche die letzte Zeit bekannt geworben sind, sich zu diesem glücklichen Er­gebnis verdichteten! Nicht nur der Großherzog von Baden und die Meiningischen Herrschaften werden zum Weihnachtsfest in San Remo erwartet, auch dem Besuch der Königin Viktoria sieht man dort, wenn auch erst nach Neujahr entgegen. Die Aerzte ver­warfen die Krebsdiagnose für das Leiden des Kron­prinzen und gewannen die Uebezeugung, daß die Krankheit anderer, gefahrloserer Natur sei. (Das vorstehende Telegramm teilt derRh. C." unter Vorbehalt mit, obgleich es ihm von einer direkt aus Hofkreisen unterrichteten Quelle übersandt wird.) Allmonatlich während der Winterzeit pflegen sich Mit­glieder der deutschen Kolonie zu Paris in den Sälen des Grand Vefour zu einem gemeinsamen Abendessen zu versammeln, dem am Montag auch der Botschafter Graf Münster mit dem gesamten Personal der Bot­schaft beiwohnte. Graf Münster hielt dabei folgende Ansprache:Es ist zwar nicht Brauch, an diesen Abenden Toaste auszubringen, aber heute glaube ich von dieser Gewohnheit abweichen zu sollen. Handelt es sich doch nm Verhältnisse, die uns alle aufs tiesste bewegen, handelt es sich doch um die Hoffnung um den Stolz unserer Nation unseren Kronprinzen. Die Augen aller Deutschen sind nach San Remo ge-

richcet, und nichl nur die Deutschen versolgen mit Bangen die Nachrichten aus der italieneschen Küsten­stadt, sondern die ganze zivilisierte Welt ist mit uns einig in dem Gefühl der Verehrung, dem Wunsche nach Befferung. Ich bin heute in der glücklichen Lage, Ihnen sagen zu können, daß neuste mir zuge­gangene Nachrichten Grund zu Hoffnungen geben, an die wir noch vor kurzem kaum zu denken wagten. Mit meinem ganzen Herzen und Sie alle teilen meine Gefühle trinke ich deshalb auf die Ge­sundheit und Genesung unseres hochverehrten Kron­prinzen." Der bewegt vorgetragene Trinkspruch wurde von den Versammelten mit hellster Begeisterung aus­genommen.

Die im gestrigen Blatte telegraphisch signali­sierte Auslastung des WienerFremdenblatt" über die russischen Rüstungen lautet wörtlich folgender­maßen :Bereits feit einiger Zeit tauchen Meldungen über militärische Maßnahmen von Seite Rußlands auf, welche eine wesentliche Verstärkung der russischen Streitkräfte in den der österreichisch-ungarischen Grenze gegenüberliegenden russischen Gouvernements zum Zwecke hätten. In präziserer Gestalt fanden wir diese Nachrichten in jüngster Zeit in wohl unter­richteten deutschen Blättern, und es würden dieselben dadurch eine autorisierte direkte Bestätigung von russischer Seite erhalten, wenn es sich als richtig erweisen sollte, daß sie auch in dem amtlichenDnicwnik Warszawski", der gewiß nur authentische militärische Nachrichten bringt, registriert werden. Das Warschauer Blatt soll näRlich die Angaben bestätigen, denen zufolge diese für das Warschauer Gouvernement be­stimmten Truppen-Verstärkungen in der 13. Kavallerie­division von Moskau, der 20. und 22. reitenden Artilleriebatterie und einem Orenburgschen Kosaken- regimcnte bestehen, die zum Teile in ihren neuen Garnisonen schon eingetroffen sind. Desgleichen schreibt man derKreuzztg.", daß die Sappeure und Pioniere, welche bis dahin in Riga-Dünaburg im Quartier lagen, an den Riemen vorgeschoben wurden, wo sie an der Linie Kowno - Grodno untergebracht worden sind. Ebenso ist derKreuzztg." zufolge ein ganzes Regiment in Grodno als Garnison eingerückt. Auch verzeichnet das Blatt Gerüchte über die Befestigungen am Narew und Bug. Diese Meldungen würden nun allerdings in einem bedeutenden Gegensätze sichen zu der allseitig betonten Friedensliebe und den Hoffnungen aus eine klärende und beruhigende Rückwirkung der jüngst in Berlin stattgehabten Begegnung. Doch wäre zunächst noch abzuwarten, inwieweit diese Be­gegnung etwa auf Maßnahmen einwirken wird, welche

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Empor;u Gott.

Eine Weihnachtsgeschichte von

P. K. Rosegger.

(Fortsetzung)

Hiron wachte vor dem daliegenden Halbcretin, zog ihm nach jeder Bewegung desselben immer wieder den Mantel zurecht, hob sein struppiges Haupt und legte den Ranzen darunter als Kissen, machte wieder frisches Feuer und trachtete den Ranch abzulenken, wenn solcher hinqualmte gegen den Schläfer. Das hielt ihn selbst warm, das beruhigte ihu, erfüllte ihn mit Zuversicht.

So verginge» Stunden und Stunden, und von Glocken, die im ganzen Lande klingen mochten, drang kein Ton empor zur Krippe in der Felsenkluft, und von den Wethnachtslichtcrn, die wie ein feuriger Gürtel den Erdball umkränzten, grüßte keines herauf iu die Wolken der Alpen. Plötzlich jedoch war etwas vor dem Hiron mächtig erschrak. Er war ein paar Schritte nach vorwärts getreten, um iu die Fiusterniß hinauszuschauen, da stand vor seinem Auge iu den Lüften ein rotleuchtendes Halbrad. Es war der auf­gegangene Mond, den die hinfltegendeu Nebelmassen jetzt enthüllten, jetzt wieder verdeckten. Es war zu sehen, als ob der Mond im Bogen fliege, von einer gewaltigen Hand in die Nebel hinein-, in die Himmel emporgeschleudert.

So ist in dieser seltsamen Christnacht unser Hiron das tiefe menschliche Elend und die Erhabenheit bei Schöpfung inne geworden, und so waren ihm auf diesem Sinai zwei Gesetztafelu erschienen: Dn sollst den Herrn schauen in seinen Werken und Deinen Nächsten Gutes Ihuu l

* * *

Im Hause auf der Scheiben, das tief unten in einer geborgene» Niederung stand, umgeben von Wald und Matteo, war schon seit Nachinittag der Tisch ge­deckt mit weißem Tuch, und vor dem Kruzifix auf demselben brannten zwei rote Kerzen. Daneben im

Slrohbett lag der alte Hans und hatte die blassen schmäh n Hände gefaltet üb.r der schwer wogenden Brust. Seine scharfen, blutlosen Lippen bebten, aus seiner Stirn standen große Tropfen. Es war die bittere Angst vor dem Sterben. Er war alt und ge­brochen genug dazu er sah das selber, es verlangte ihn auch nicht mehr länger nach dieser Welt, und wenn er daran dachte, wie nach dem langen Leben voll harter Arbeit und schwerem Kummer sein Leib nun bald rasten würde in der Erden, so that ihm dieser Gedanke völlig wohl. Auch ins Abschiednehmen wollte er sich ergeben, denn fein Weid war alt und mußte ihm bald folgen. Sollte sie noch ein paar Jährchen zu bleiben haben, so war vom Waldherrn für sie mit einer kleinen Pension gesorgt. So weit batte ers doch gebracht, der Hans, dos war sein Denken und Arbeiten gewesen fünfzig Jahre lang, daß er versorgt sei für die alten Tage.

Aber das Sterben hatte einen anderen Haken, einen ganz andern! Der ewige Gott ist gütig und barmherzig, so lange der Mensch noch auf der Welt ist, aber in der Ewigkeit läßt er mit sich nicht spaßen. Wohl durfte sich der Haus sage», er war sein Lebtag so weit ein guter Christ gewesen, daß er die Kirchen­gebote vorgeschriebenerweise mit Fleiß gehalten. Trotz­dem sind außerhalb derselben mancherlei Sachen vorgekommen, die sich der Mensch alleweil zu leicht aus dem Kopf schlägt, auf die aber, tpie man hört, der Herrgott ein großes Gewicht legt. Wenn nun der Hans heute oder morgen vor dem Richtcrstuhl steht, was wird der Herr sagen zur Geschichte mit dem Baum.Peter? So lauge er gesund gewesen, hatte er sich immer gesagt: des PeterS wegen hast Du nur Deine Pflicht erfüllt.

Jetzt wollte er sich dasselbe sagen, aber sein Ge- toiffen rief: Nimm Dich in Acht!

Diese Angelegenheit vor allem möchte sich der Haus in der Scheiben gern vom Herze» wälzen, in­dem er sie dem Priester erzählen wollte, um von

ihm die Lossprechung zu erlangen und als Wegzehrung das heilige Sakrament.

So lag der Hans nun in Baugnis nnd Erwartung da. Es wurde dunkel draußen vor den Fenstern, die Kerzen brannten nieder nnd legte» einen trüben Schein auf die Siubenwäude, nnd der Priester kam nicht. Das Hin. und Hergeheu ist das einzige, worin der Blasel verlößlich ist, es müßte denn sein, daß er sich unterwegs bet einem Thiere verweilte, so wie er einmal einem Eichhörnchen zugeschaut hatte, das einen Baumstamm hinaufgelaufen, nnd er davor so lange stehen bleiben wollte, bis es heradkäme. Er stand lange vor dem Baum, bis er schließlich selber nicht wußte, worauf er wartete, und sicherlich bis ans Ende der Welt auf dem gl de stehen geblieben wäre, wenn ihn nicht ein vorübergehender Halter aus seiner Versunkenheit geweckt hält-.

Aehnliches bedenkend, Hub der Kranke zu klagen an, daß er nun gar ohne Priester sterben müsse, er höre die Sense schon rauschen im Grase, und wie fie näher und näher komme und sein Leben abschneiden werde noch in dieser Nacht.

Endlich, als es schon lange finster war, hörte sein Weib draußen im Schnee Tritte, und der Schein -hier Laterne zuckte zu den kleinen Fenstern hinein und an den Wänden hin.

Das find sie, Gott Lob und Dank, das find sie!" hauchte das Weib und eilte ihnen entgegen hinaus in die Vorkammer.

Die Erwarteten waren e8 aber nicht; ein kleines kurzhalsiges Männlein wars, das mit Stock und La. lerne hastig zur Thür hereiotrat. Das Weib des HanS erschrak schier bis an den Tod. Wer da kam, das war kein Guter, war der einzige und tief ver­bitterte Feind, den sie hatten aus der Welt. Es war der Baum-Peter.

(Fortsetzung folgt.)

Aitter -er Maske.

Novelle von Antonie Haupt.

lNachbruck verboten.) (Fortsetzung.)

Was haben Sie aber an einem solchen Weibe, das nur den Magd- und Wäscherinberuf erfüllt, mit dem Sie nicht ein einziges Wort über Ihre geistig« Wirksamkeit sprechen können, das zu wenig gelernt bat, um nur ein schwaches Interesse an höheren Fragen zu nehmen? Glücklicherweise teilt der Vater Valeriens Ihre gräßlich Philisterhasten Ansichten nicht, er ist beglückt von ihrer Teilnahme und gttbt ihr freudig alle Mittel an die Hand, sie zu der Höhe zu erheben, die das Weib erreichen muß, um dem gebildeten Manne eine würdige Gefährtin zu fein."

,34 werde mich ttotzdem nicht für Ihre gepriesene Valerie begeistern können," bedauerte der junge Dottor, gelehrte Frauen find mir antipathisch. Sie wird häßlich sein wie alle Blaustrümpfe, pedantisch, dünkel­haft, jeder Grazie und Anmut bar; ihr hölzernes, langweiliges Bild steht lebhaft vor meinem geistigen Auge. O Vater," rief er plötzlich mit komischer Ver­zweiflung,wenn Du wüßtest, was Du von mir verlangt hast mit dem Wunsche, ich möge die Tochter Deines Freundes zur Gattin erküren! Ich weide selbstverständlich jetzt gar keinen Besuch bei Professor Werner machen, der regere Verkehr dort im Hause wäre bann wohl nicht zu bermeiben; ich will mir aber den Zwang nicht anferlegen, pflichtmäßig Artig­keiten gegen eine Dame zn äußern, die mir mißfällt."

Ich wette, Sie sprechen wir ein Blinder von den Farben nnd scheuen in einem sogenannten Blau­strumpf ein unbekanntes etwas, das Ihnen bei näherer Bekanntschaft gar nicht so schlecht besagte," lachte Proserpina.Wissen Sie auch, daß mir als Königin der Schattenwelt Gewalt zusteht über die furchtbaren Straf- und Rachegeister, die ich, Ihre frevel­haften, nichtachtenden Aeußerungen zu ahnden, Ihnen zusenden kann?*