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zu den von ver- Ruineu des alten
des Landes herausfordert; sie wird dann, diesem Gegensatz, zugleich von dem Eindruck moralischen Integrität und ihres Abscheus Korruption, den sie sich durch ihr Votum Sonnabend gesichert hat, Gewinn ziehen.
neben ihrer gegen vom Diese
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Wenn der foischevde Tourist gangener Herrlichkeit sprechende»
sagenreichen Schlosses R. in einem norddeutschen Buchenwalde auf einem verborgenen und schattigen Pfad einsam hinwandeet, wird er auch zu einem lauschigen Plätzchen geführt, wo er unverwandten Blickes stehen bleiben muß. Er sieht hier eine nur einfach umfriedigte Erbbegräbnißstätte, auf welcher ich unter den wenigen Gräbern eine mächtige Granil- äule erhebt, die in tief eingemeißelten und vergrl- deten Buchstaben die Inschrift trägt:
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Die Krisis in Frankreich.
Tie Bedeutung des Sturzes des Kabinetts Rouvier liegt hauptsächllch in der Thatsache, daß sich die monarchische Rechte zur Herbeiführung desselben mit der äußersten Linken verbunden hat. Die Rechte hat so dem eben zurückgetretenen Ministerium die bisher gewährte Unterstützung entzogen und sich offen mit einem positiven Schritt an der Einleitung der Schlußliquidierung des Grevyschen Regiments beteiligt. Sie hat sich so in einen scharfen Gegensatz zu der Signatur Wilson gebracht, was ihrer Geltung bei den anständigen Elementen des Landes nur sor- derlich sein kann. Indessen ist mit diesem Moment das Gewicht und der Vorteil der Position der monarchischen Rechten noch nicht erschöpft. Die letztere beherrscht vielmehr thatsächlich die Lage und hat es in der Hand, gemeinsam mit den Opportunisten die Bildung eines radikalen Ministeriums, gemeinsam mit den Jntransigeanten die eines opportunistischen Kabinetts zu verhindern oder einem Ministerium der einen oder der anderen Art in-jedem ihr geeignet erscheinenden Augenblick den Lebenssaden abzuschnciden. Daß sie die Ersetzung Gisvys durch Ferry oder eine ähnliche thatkräfte und Bürgschaften für den Bestand der Republik bietende Persönlichkeit hintertreiben wird, ist selbstverständlich.
Ob Grövy sich entschließen wird, nunmehr von seinem Posten zurückzutreten, oder dabei beharren wird, zu bleiben, ist wenigstens insofern ohne Belang, als die eine wie die andere Entscheidung einen moralischen Schaden für die Republik in sich schließt. Fügt sich Grövy der von den verschiedensten Seiten auf ihn geübten Pression, tritt er also in das Privatleben zurück, so ist auch der einzige feste Punkt in dem Gebäude der republikanischen Staatsform Frankreichs, die siebenjährige, von keinem Kammervvtum antastbare Präsidentschaft, als eine Fiktion erwiesen. Wird Giövy vollends in den Anklagezustand versetzt, so wird die Republik diese klägliche Schlußentwicklung
ihrer Einrichtungen, diese ihrem Ansehen geschlagene schwere Wunde niemals wieder vollständig überwinden. Bleibt Grsvy und versucht er es mit neuen Kabinettskombinationen, so bleibt der Makel, de» die Wilsonschen und die sonstigen Skandale der G>5oy- scheu Familie dem Staatsoberhaupte ausgeprägt haben, zu beliebigem, täglichem Gebrauch als Angriffswaffe, an Der Republik haften und der Wirrwarr der Ein- tagsministerien, d. h. die chronische Unruhe in der Regierung wird sich bis zu einem unerträglichen Grade steigern. Es ist auch nicht abzusehen, welche Änderung in diesen Verhältnissen durch eine etwaige Kammerauflösung herbeigeführt werden würde, und nur soviel sicher, daß die Parteien, welche sich auch nur entfernt mit dem gegenwärtigen Präsidenten identifizieren wollten, auf eine Stärkung durch das Votum des Landes nicht zu rechnen haben.
Tie Rechte wird ohne Zweifel auf die weitere Entwicklung dieses Wirrwarrs spekulieren und in der Richtung seiner Beförderung nach Kräften thätig sein. Ihre Stunde wird sie vermutlich für gekommen halten, wenn eine auswärtige Politik, die zu Abenteuern drängt, den Widerspruch der friedlich gesinnten Elemente
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ft*ür den Monat Dezember nehmen alle V Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten), in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt), sowie für Marburg und nächste Umgegend unsere Expedition (letztere auch Wochen-Abonnements K 20 Pfg.) Bestellungen auf die „Ober- hesfische Zeitung" mit ihren Beiblättern entgegen.
Stunde könnte aber bald kommen, wenn es sich bestätigt, daß Grevy durch Freyeinet und Goblet ein neues Kabinett bilden lassen will und Boulanger in dasselbe zu übernehmen beabsichtigt. Indessen ist klar, daß -biefe Rechnung der Anhänger des Grafen von Paris, wenn wir in ihrer Zeichnung überhaupt genau das Richtige getroffen haben, auch in empfindlicher Weise gestört und durch die sich überstürzende Entwickelung der Dinge über den Haufen geworfen werden kann. Hier wird viel davon abhängen, welche Frucht die Unterredung des Fürsten Bismarck mit dem russischen Zaren tragen wird. (S. heutigen Artikel der „Köln. Ztg." unter den Telegrammen u. Bl.)
Aus allem ergiebt sich das eine als sichere Gewißheit, daß die Krisis, in der Frankreich zur Zeit steht, auch uns auf das engste berührt. Wir stehen wieder einmal vor einer düsteren, gefahrdrohenden Zukunft, die es zur ernstesten Pflicht macht, den Parteihader nach Möglichkeit zu unterdrücken und uns fest als einige und treue Söhne des Vaterlandes, sei es nun für gute oder für böse Tage, zusammenzuschließen. Zu diesem patriotischen Entschluß drängen ja auch andere schwere Sorgen, mit denen die letzten
vierzehn Tage unsere Herzen erfüllt haben. Es liegt »ns selbstverständlich bet alledem nichts ferner, als irgend einen Grund zur Entmutigung zu sehen; aber ernst ist die Zeit, und sie kann nur überwunden werden, wenn wir die Furcht Gottes, die Treue zu unserem Herrscherhause und die Liebe zu unserem teuren Vaterlande aufs neue mit dem Entschluß zu entsprechenden kräftigen Thaten fest in unsere Herzen nehmen.
hin. Aber nur noch einen Augenblick — und errötend drückte sie sich die rechte Hand gegen die Stirn; schweigend traten wir uns näher.
»Leo, lieber Leo, bist Du eS? redete sie mich
zuerst an.
.Ich bi» es, und Du bist doch nun endlich mein!" antwoitete ich mit fester Stimme.
Sie zog sich kühl zurück.
.Wo ist denn Agnes?" fragte sie ernst.
.Sie ist bei den Engeln. Schon länger als ein Jahr ist sie tobt. Hast Du denn die TodeSanz-ige nicht erhalten?"
„Agnes ist tobt ? O, armes Kind! Ich habe davon nichts erfahren," sprach sie mit tiefem Seufzen und fing an bitterlich zu weinen. —
Sie führte mich in ihr einfaches Wohnzimmer wo ich, auf dem Sopha Platz genommen, ihr von der Verstorbenen so viel wie möglich zu erzählen halte. Dann schilderte ich ihr meine schreckliche Un« inhe, die mich vollständig krank gewacht und nun die Veranlassung zu meiner Reise gewesen wäre. Ich beteuerte ihr wiederum meine innige Liebe und bat sie inständigst, zunächst mtr doch den Grund anzngeben, aus welchem ich ihr damals unwürdig erschienen sein mußte.
Sie trocknete sich die Aug--» und dachte schweigend nach. .Unwürdig?" sagte sie dann plötzlich, wie ans einem Schlaf erwacht. .Nein, lieber L o, unwürdig bist Du mir nie gewesen, und ich habe Dich stets lieb gehabt.
Ich will über den Grund nun freier sprechen und a'ill Dir alles sagen. — Ich halte Agnes Fahrenheit» bereits in unserer Kindheit — es war auf einer Schule in unserer Residenzstadt — kennen gelernt und ihre Eltern mit den meinigen befreundet. Der Vater meiner kleinen Freundin, ein Landgeistlicher, starb s-hr früh, und wenige Wochen später folgte ihm auch seine Frau ins Grab. Meine Mvlter nahm sich des verwaisten einzigen Kindes mit wahrer Mutterliebe an. Wir besuchten zusammen die Schulen weiter,
Dir eine Notwendigkeit unserer Trennung hätte begründen können. Da trat der Todesfall meines Vaters ein, und jetzt sollte, wie schwer es mir auch war, der Entschluß zur Ausführung kommen. Ich war von der Heiligkeit meines Versprechens durchdrungen und brachte nun somit das Teuerste zum Opfer bar, welches ein junges Mäbchen überhaupt nur bringen kann! — Vor bret Jahren hat fick Gustav verheiratet, unb seit jener Zeit befinbe ich mich mit Bertha in Rom, um uns unter ber Leitung des Professors S. in ber Malerei auszubilden. — An die Familie ans unserer Vaterstadt, welche Du mit Deinem Besuche soeben beehrt hast, haben auch wir uns zuerst gewandt, und sie hat unS mit Rat unb That beigeftanben." —
Aufs Tiefste gerührt, zog ich Ottilie an meine Brust. .Nun kann uns also doch nichts mehr trennen?" sagte ich, .und heute, 8 Jahre später frage ich Dich wieder: Willst Du jetzt mein Weib werden?"
.Ja, nun darf ich eS," sagte sie freundlich, während wir unS umarmten. —
Meine Kinder bekamen eine gartliebenbe Mutter unb ich würbe ber glücklichste Ehemann.
Illustriertes Smmtagsblatt.
für einzelne Kreise, sondern für die Gesamtheit des Deutschen Reiches und Volkes bewußt sein und sich von der Ueberzeugung der Notwendigkeit, für deren Durchführung Opfer zu bringen, durchdringen lassen werden. Wer die Gefahren erwägt, welche dem Volks- und insbesondere dem Erwerbsleben in den westlichen Nachbarstaaten, sowie in England und den Vereinigten Staaten aus der Vernachlässigung der durch die kaiserliche Botschaft vom 7. November 1881 dem Deutschen Reiche gestellten sozialpolitischen Aufgaben teils bereits entstanden sind, teils noch zu entstehen drohen, wird der Ueberzeugung sich nicht verschließen, daß das, was an materiellen Opfern jetzt gefordert wird, um ähnlichen Gefahren vorzubeugen, sehr weit hinter dem Maße materieller Schädigungen zurückbleibt, welches zu gewärtigen wäre, wenn es nicht gelänge, Gefahren dieser Art wirksam vorzubeugen. Wie dringlich in dieser Hinsicht Maßregeln zur Verhütung einer Störung des inneren Friedens gerade in Deutschland sind, lehrt ein Blick auf die vor keinem Mittel der Verhetzung zurückschreckende Agitation, welcher sich selbst eine zur Zeit noch unter monarchischer Flagge segelnde Parte schuldig macht."
— Wie es das Ansehen hat, haben die ersten telegraphischen Nachrichten über die hiesigen Vorgänge anläßlich der Anwesenheit des russischen Kaisers auf die russische Presse keinen besonderen Eindruck gemacht, denn dieselben fahren fort, sich in Schmähungen gegen Deutschland zu ergehen und der angeblich vom Zaren täglich gelesene „Grashdanin" des Fürsten Meschtscherski benutzt sogar die Gelegenheit, um sick über den Fürsten Bismarck in einer so pöbelhaften Weise auszusprechen, daß es nicht möglich ist, die Ausführungen dieses Blattes wiederzugeöen. In den übrigen russischen Zeitungen findet sich immer wieder der Hinweis auf die „Selbstständigkeit" Rußlands, sodaß man wohl nicht irre geht, wenn man amiimmt, daß es sich hierbei um eine von oben ausgegebene Parole handelt. Diese „Selbstständigkeit" Rußlands soll durch Deutschland bedroht sein, doch wird nicht einmal der Versuch gemacht, diese unsinnige Behauptung zu begründen, was allerdings auch nicht möglich ist, da Jedermann außerhalb Rußlands längst erkannt hat, daß der Friede Europas nur von demjenigen Rußland bedroht wird, welches unter allen Umständen eine Offensiv-Allianz mit Frankreich anstrebt. Wenn daher eine Art Verständigung in Berlin erzielt fein sollte, so könnte dies nur dadurch möglich geworden sein, daß die russische Regierung auf die Förderung der erwähnten Bestrebungen verzichtet. Ob dies noch in der Macht des Zaren liegt.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. «och.
Ottilie«- Opfer.
Von Adolf Reiter.
(Nachdruck verboten.) (Schluß.)
,O Gott, wie ist is möglich, Herr Schorn! Sind Sie es wirklich?" habet umarmte sie mich auch sogleich und gab mir einen herzhaften Kuß.
„Wie freue ich wich! Sind Sie schon lange in Rom? Ach, was wird meine Schwester fügen 1" —
Ost hatte ich diese Kleine vor Jahren auf meinen Armen g? schaukelt unb geliebkost, unb bennoch stand ich nun fast sprachlos da, und konnte in freudiger Erregung kaum meiner Herr werden. Ich antwortete nur auf ihre Fragen, welche aber kein Ende nehmen sollten.
Endlich ließ das muntere Mädchen auch mich zu «einen Fragen kommen. Aber wie verworren mochte ich mich habet gezeigt haben. Bertba setzte sich neben «ich hin; ihre prompt gegebenen Antworten zeigten bon außerorbentltcher Gewecktheit. Schließlich forberte sie wich auf, sofort zu ihrer Schwester, welche etwa zwanzig Minuten entfernt wohnte, mitzukommen. So befangen unb unvorbereitet ich auch war mußte ich bennoch gehen.
Wie schlug mein Herz vor Frenbe, als ich nun Ottilie in ber Nähe wußte, sie sogar halb sehen sollte! .Sie ist jetzt mein!" wteberholte ich mir oft im Stillen. Ich allein habe ein Recht auf sie! Oder sollten bie Grünbe ihrer damaligen Trennung von «ir noch immer vorhanden fein? Nun muß ich sie erfahren!"
Als wir das Haus erreicht hatten, ging Bertha, unserer Versprechung gemäß, voraus in die Wohnung. *Mh öffnete sich die Tdür, und eine Königin ber Schönheit trat in einiger Entfernung von mtr heraus. Es war Ottilie, bie mich auf bim sehr matt erleuchteten olnr nicht sogleich erkannte.
.Ein Freund? — Meine Schwester muß sich g?= lnt haben," sprach fie verwundert unb leise vor sich
Aeitlsches Reich.
Berlin, 22. Novdr. Der Kaiser stand um IO1/« Uhr auf, nahm die Vorträge des Oberhos- marschalls Grasen Perponcher und des Polizeipräsidenten Freiherrn von Richthofen, sowie eine Reihe militärischer Meldungen entgegen und arbeitete dann mit dem Ches des Militärkabinets, General von Albedyll. — Fürst Bismarck ist heute, nachmittags SVi Uhr, mit seiner Gemahlin und dem Grafen Rantzau nach Friedrichsruh gereift. Der Fürst hatte vorher den Besuch des Prinzen Wilhelm einmaligen. Staatssekretär Graf Herbert Bismarck und Geheimrat v. Rottenburg begleiteten den Fürsten zum Bahnhof. — Die Eröffnung des Reichstags wird am Donnerstag, mittags 12 Uhr, im Weißen Saale des königlichen Schlosses durch den Staatsminister von Bötticher stattfinden. — Dem Reichstag wird ein Gesetzentwurf zugehen, welcher die Beitragspflicht sämtlicher Reichsbeamten zur Witwen- und Waisenkasse aufhebt. — Die „Bert. Polit. Nachr." betonen, daß die Grundzüge der Alters- und Jnvalidenversorgung nicht den Charakter eines vorbehaltlich der Beschlußfassung der gesetzgebenden Faktoren des Reichs festgestellten Defini- tivums trügen, sondern ziehen aus der bestehenden Absicht der Regierung, die Grundzüge zunächst der Begutachtung in dem Erwerbsleben stehender Sachverständiger und insbesondere des Volkswirtschaftsrats zu unterbreiten, den Schluß, daß vor der schließlichen Entscheidung der größte Wert darauf gelegt werde, das Urteil der zunächst an der Sache beteiligten Kreise, und zwar in erster Linie derjenigen, welchen neue Lasten angesonnen werden, also der Arbeiter wie der Arbeitgeber, zu hören. Hieran knüpften die „B. P. N." folgende Betrachtungen: „Wenn hiernach in den Kreisen der Beteiligten die feste Uebezeugung bestehen kann, daß berechtigte Wünsche aus ihrer Mitte auch da gebührende Berücksichtigung finden werden, wo dieselben mit den entworfenen Grundzügen im Widerspruch stehen sollten, so wird andererseits den Beteiligten das Vertrauen entgegenzubringen sein, daß sie sich der Bedeutung der Maßnahmen nicht blos
kamen später in das M ..... sche Töck terpevsionat und von dort nach unserem Elteruhause, wo sie bis zum Tode meiner Mutter Verblieb. Agnis, ein zartes, gutes Mädchen, war den Eltern sehr lieb und ist auch mit einem hübschen Teil unseres Vermögens bedacht worden.
Kurz vor dem Tobe ließ wich meine Mutter an ihr Krankenbett rufen unb sagte: .Unsere Agnes, ein wahrer Engel, ist eine arme Waise, unb es freut wick sehr, daß ihr aufrichtige Freundschaft mit einander geschlossen habt. Versprich mir aber noch, bevor ich sterbe, dem guten Kinde in allen Lagen des Lebens beizustehe». Laß ihre Wünsche den Deinigen stets Vorgehen; Du erbst ja ein bedeutend s Vermögen, so Gott es uns erhalten will, und wirst Dich also immer noch in gesicherter Stellung befinden, als dieses verlassene Mädchen. Versprichst Du es mtr, mein einziges Kind?"
»Ja, Mama," sagte ich, ihre Wünsche sollen den meinigen stets vorgehen."
,O, wie sehr freue ich mich über Dich I Und daß Du auch Dein Wort hältst, davon bin ich überzeugt. — Jetzt kann ich ruhig sterben," fugte fie bann noch mit gebrochener Stimme hinzu; — kurze Zeit Darauf verschieb bie gute Mutter.
Nun kam es, baß wir uns verlobten, unb Agnes liebte Dich auch! Letzteres hatte ich nicht gewußt. Ich war im B-griff ihr unsere V-rlobung brieflich mitzuteilen, als ich einen Brief von tbr aus Berlin, wo sie sich vorübergehenb bei ihrer Tante aushiell, empfing, in welchem sie mir ihre leidenschaftliche Zuneigung zu Dir offenbarte, denn von meiner Liebe konnte sie ebenfalls nichts wissen. — Ich schwieg, und wegen meines letzten ber Mutter feierlich gegebenen Versprechens, welches ihr bas Sterben leichter gemacht, nahm ich mir vor, das Verhältnis mir Tir zu lösen. Ich hielt es für meine Pflicht. Lange unb sckwer habe ich mit mir gekämpft unb sann immer vergeblich über Motive nach, mit welchen ich
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn« unb Anzeigen nimmt entgegen bie Expedition b. Blattes,
Feiertagen - Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- wVHV VllVtl» sowie b. Annoncen-Bureaux von Haasenstein unb Vogler
bition LV.Mk., bei den Postämtern 2Mk k0 Pfg. (exll. O in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIT
Bestellgeld). Jnsertwnsgebühr für die gespaltene Zeile DONNerstaU, 24. ^OÜCtttbCr 1887. Moffe in Frankfurta. M., Berlin, Münchenu. Köln; G. L.
10 Ma.. Reklamen für die Zeile 25 Pfg. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Baris.