Eindruck würde es auf die deutsche Presse machen, wenn Rußland von Deutschland die Entfernung des Fürsten Bismarck verlangte? Die .Times' ist auch darüber im Irrtum, daß die wirtschaftlichen Fragen, wie sie Herr Wyschnigradski repräsentiert, ein ent- icheidendes Element für die auswärtige Politik der beiden Mächte in sich trügen. Die wirtschaftlichen Differenzen zwischen Deutschland und Rußland dauern seit dem Anfang des Jahrhunderts, namentlich seit den 20er Jahren und haben ebenso akute Phasen wie die jetzige durchgemacht, ohne auf das politische Einvernehmen beider Mächte zurückzuwirken. Auf diesem Gebiete muß jede Regierung eben den Wohlstand ihrer Nation pflegen, wie sie es versteht und kann man aus der Schwierigkeit, wirtschaftliche Jnte- reffen in Einklang zu bringen, unter befreundeten Regierungen keinen Anlaß zu Verstimmungen hernehmen.
Königsberg, 18. Nov. Der ostpreußischen Pro- Vinzial-Synode ist auf ihre an Se. Majestät den Kaiser gerichtete Adreffe folgende Antwort zugegangen: „Ich habe aus der Adreffe der Provinzial - Synode, welche diefelbe bei der ersten Versammlung nach der Abtrennung der Provinz Westpreußen unter dem 12. d. Mts. an Mich gerichtet hat, ersehen, mit welchem tiefen Ernste und Pflichtbewußffein sie ihre Sonderthätigkeit für die Aufgaben in der Provinz Ostpreußen in Angriff nimmt. Ich kann nicht umhin, der Synode Meine Befriedigung auszusprechen. Unter Gottes Segen werden die gedeihlichen Ergebniffe des Wirkens nicht ausbleiben. Die warme Fürbitte, welche die Synode für Mich, Meine Gemahlin und insonderheit für Meinen schwer leidenden Sohn zum Thron des Allmächtigen erhoben, hat mich wohlthuend erquickt. Möchte der himmlische Vater sie gnädig erhören. Aus vollem Herzen danke Ich der Synode für Ihren Zuspruch.
Berlin, den 16. November. Wilhelm."
Ausland.
Wie«, 19. Nov. Die österreichische Delegation genehmigte die ordentlichen Ausgaben 'des Heeres- budgets samt den Anträgen, betreffend die Gehaltszulage für untergeordnete Militärbeamten und die Aufbesserung für die Mannschaftskost. Sie nahm alsdann die außerordentlichen Ausgaben mit der Erklärung an, daß der Kredit von 52V, Millionen, soweit derselbe noch nicht verwendet ist, erloschen sei. Hierauf wurde die Verwendungsdauer einiger im Vorjahre bewilligter Kredite, sowie der Kredit für die okkupierten Länder in der Schlußrechnung für 1885 genehmigt. Die vollständige Uebereinstimmung des beiderseitigen Delegationsbeschluffes bezüglich der Etats des Auswärtigen, der Kriegsmarine, der Finanzen, des Rechnungshofes und der Zollgefälle wurde zur Kenntnis genommen. Eine Resolution betreffs größerer Beteiligung des Kleingewerbes an den Armeelieferungen wurde angenommen. Wie der .Pol. Korresp." aus Paris gemeldet wird, Übergaben die Vertreter Frankreichs am 14. d. M. den Mächten, bei welchen sie beglaubigt sind, den Text der Suezkanal-Konvention nebst einer die Zustimmung zu der Konvention empfehlenden Note des französischen Kabinets; ebenso wurde das Schlußprotokoll des englisch-französischen Uebereinkommens überreicht. Die Uebergabe an die Mächte erfolgte mit Rücksicht auf die Stellung der Pforte als souzeräne Macht später als die Uebergabe an diese.
Paris, 19. Nov. Das „Journal des Debats" sagt, Grevy habe im Verlaufe eines Gespräches mit verschiedenen politischen Persönlichkeiten die unweigerliche Absicht kundgegeben, auf seinem Posten zu verbleiben und niemals Mitgliedern des Parlamentes zu gestatten, durch eine Pression seine Demissionierung
„Ja — ja — jedes Wort l O, John, gehen Sie Nicht, gehen Sie nicht I"--------
Was ist nun dieser Erzählung noch hinzuzufügen? John blieb in Kentucky. Er und Jiabella wurden in jeder Beziehung ein glückliches Ehepaar; Herr Walter Rayvond kann noch heute nicht begreifen, wie eine Frau bei ihrem vollen Verstände und den fünf Sinnen einem einarmigen Krüppel vor eine» schönen Mann, der seine Glieder noch vollzählig und gesund besitzt, den Vorzug geben kann.
Bericht von Sir Morell Mackenzie
über den Verlauf der Krankheit Sr. K. K. Hoheit des Kronprinzen, so lange Höcbstderselbe sich in der ausschließlichen Behandlung von Dr. Mackenzie befand. (Abdruck aus der Berliner Klinischen Wochenschrift vom 21. November 1587.)
Nach der Entfernung der ursprünglichen Geschwulst und der daraus folgenden elektrischen Kauterisation fand ein Wtederwacksen derselben nicht statt, dagegen blieb eine leichte allgemeine Kongestion des Larynx zurück, und während Se. K. Hoheit auf der Jasel Wight war, wurde eine leichte Verdickung der Schleimhaut an der hinteren Fläche der Cartilago arytaenoidea nahe ihrer Basis von Dr. Norris Wolferden beobachtet, der zu jener Zeit die tägliche Behandlung des Kronprinzen hatte. Bei einer meiner wöchentlich stattfindenden Visiten bestätigte ich Dr. Wolferdevs Angaben und bemerkte, daß die Verdickung die Gestalt einer Keinen First (ridge) von etwa 1 Milliw. Ausdehnung hatte, von geldlicher Farbe war und sich horizontal von dem äußeren Rand des einen Knorpels zu dem deS anderen hinzog. Dir Bewegung des linken Stimmbandes, von welchem be- rests in Berlin festgestellt wurde, daß es etwas behindert sei, war nicht verändert. Es mag hier vielleicht erwähnt werden, daß eine merkbare Disposition des Larynx uib der Trachea zu katarrhalischer Entzündung oder flüchtiger Kongestion bald nach de:
als Präsident herbeizuführen. Dies würde geradezu eine Vernichtung der Verfassung sein, welche die Regierungsgewalt des Staatsoberhauptes auf sieben Jahre festsetze und dasselbe während dieser Zeit den Kämpfen und Parteien entziehe. Nehme der Präsident heute seine Entlastung, so würde dadurch ein sehr bedenklicher Präcedenzfall geschaffen und die Stellung des Präsidenten eine jederzeit widerrufliche werden, wodurch sein jeweiliger Nachfolger gezwungen sein würde, immer dann zurückzutreten, wenn entweder eine augenblickliche Strömung gegen ihn oder zu Gunsten einer anderen Persönlichkeit vorherrsche. — Wilson wurde gestern vom Untersuchungsrichter vernommen ; es ergiebt sich jedoch nichts wesentlich neues. Wilson sagte aus, er werde später ausführlichere Aufklärungen abgeben. — Die Interpellation der äußersten Linken ist in der Kammer eingebracht. Rouvier beantragt die Vertagung der Beratung auf den 24. November im Jntereste der Konversion und stellt die Vertrauensfrage. Clemenceau meint, es sei eine seltsame Manier, den Renteninhabern zu versichern, sie könnten bis zum 24. November in Frieden leben, indem ihnen dann eine noch nie dagewesene Krisis in Aussicht gestellt werde. Zu lange schon sei eine Erklärung der Regierung erwartet worden. Es gebe keine Regierung mehr; das Ministerium vermöge nicht, eine republikanische Politik zu leiten. Das Parlament sei der Leitung der Rechten überlassen; die Unordnung in der Verwaltung sei vollständig. Die Kammer lehnte mit 328 gegen 242 Stimmen die Vertagung ab. Rouvier zeigt darauf die Demission des Kabinetts an. — In der Kammer zog nach der Erklärung des Ministerpräsidenten Rouvier, daß das Ministerium demissioniere, der Abgeordnete Clemenceau seine Interpellation zurück und erklärte dabei, er wolle nicht ein Ministerium interpellieren, das nicht mehr vorhanden sei. Hierauf wurde die Sitzung bis zum nächsten Montage vertagt. — Nach Schluß der Sitzung der Deputiertenkammer begaben sich die Minister zum Präsidenten Grsvy, um ihre Demission zu geben. Die Minorität für das Kabinett bestand aus 221 Republikanern und 7 Konservativen; die Majorität umfaßte 169 Republikaner und 148 Konservative. Wie es heißt, sagte Rouvier beim Verlassen der Kammer zu Clömenceau: „Sie haben mich von einer schweren Bürde befreit, ich werde GrLvy den Rat geben, Sie zu berufen." Goblet erllärte in den Wendelgängen, er würde einen Auftrag zur Kabinettsbildung nicht übernehmen. — Die Situation ist sehr verworren. Die republikanischen Gruppen bemühen sich, eine allgemeine Versammlung der Republikaner zu Stande zu bringen, um mittelst derselben eine starke, unbestrittene Regierungsgewalt zu begründen. — Grövy nahm die Demission des Ministeriums an und beauftragte dasselbe, die laufenden Geschäfte zu erledigen. Er bat Freycinet, mit ihm die Lage zu besprechen, und soll im Laufe des Abends noch mehrere andere politische Persönlichkeiten zu sich eingeladen haben:
Newyork, 18. Nov. Der Sozialist Most wurde heute dem Polizeirichter vorgeführt. Er erklärte ich für nichffchuldig und wurde gegen Stellung einer Kaution freigelasten. Die Schlußhandlung findet am 22. November statt.
Hesse«-Nass««.
Marburg, 21. Nov. Ihre Königliche Hoheit die Kronprinzessin Viktoria begeht heute ihren 47. Geburtstag. Daß ihr an der Seite ihres Gemahls die Feier dieses Tages noch oft wiederkehren möge, Millionen Herzen entströmt dieser Wunsch wohl nie lauter und inniger, als gerade dieses mal, wo ganz Deutschland die Betrübnis und die bange Sorge um die Krankheit des Kronprinzen schmerzlich mit empfindet.
Ankunst Sc. K. Hoheit in England beobachtet wurde. Eine ziemlich heftige Attaque trat auf der Insel Wight auf und wurde von einer allgemeinen Erschlaffung der Schleimhaut sowohl des Pharynx wie des Larynx gefolgt. Diese Kongestion verschwand, während der Kronprinz in den Hochlanden war, und ebenso ging während dieser Zeit die bereits erwähnte Verdickung an der Basis der Cartilago arytaenoidea zurück. Bet der Rückkehr Sr. K. Hohe« nach London Dar der Zustand des Larynx im ganzen befriedigend, )ie Bewegung deS linken Stimmbanoes war freier und die Stimme kräftig, obgleich infolge einer leichten Zunahme der Kongestion, welche bei der Abreise von Braemar auftrat, nicht ganz klar. Der Allgemeinzustand deS Kronprinzen war ausgezeichnet.
Am 9. September wurde eine mäßige Verdickung an den hinteren Teilen des linken Stimmbaodts bemerkt, welche einige Tage zunahm, bann allmälig zmückging und am 18. nicht mehr bemerkbar war. Einige Tage vor dem Auftreten dieser Verdickung war der Larynx etwas mehr kongestioniert. Am 13. September extrahierte Dr. Evans ans Paris den linken zweiten unteren Molarzahn des Kronprinzen, welcher stark kariös war, während der Alveole eine ziemlich starke Periostitis zeigte. Am 14. September wurde von Dr. Mark Hovel! eine längliche Verdickung der Schleimhaut, ungefähr 5 Millimeter lang und 3 Millimeter breit, gesehen, welche ungefähr V« Zoll unter der Mitte des linken Stlmmbandes uns parallel mit seinem freien Rande saß. Dr. Hovell kon- tatterte, daß diese Schwellung allmälig zunahm, und als ich sie am 22. September sah, war sie nahezu rund und hatte etwas mehr als '/»Ctm. Durchmesser.
Zwei Tage später acquirierte der Kronprinz eine Erkältung und klagte am folgenden Tage über Ermattung, Appetitveilust und große Neigung zum Schlaf während des Tages. Bet der Untersuchung des Kehlkopfes sand sich, daß die linke ary-piglottische Falte ödematöS war, die Temperatur war 101 Gr. F. Das Oedem verschwand in den nächsten 24 Stunden
Marburg, 21. Nov. Zu der am Sonnabend früh auf hiesigem Bahnhofe durch den Zusammenstoß zweier Güterzugteile eingetretenen Betriebsstörung können wir noch mitteilen, daß, nachdem aus der Eisenbahnwerkstätte in Gießen Hülfe gesandt worden, die Freimachung des Geleises schnell von Statten ging und der Personenverkehr bereits vormittags um 11 Uhr der Güterverkehr nachmittags um 4 Uhr wieder ausgenommen werden konnte, lieber die Ursache des ganzen Vorfalles ist bis jetzt außer dem bereits mitgeteilten, nichts Näheres bekannt und wird dte eingeleitete Untersuchung wohl erst näheren Aufschluß bringen. Die große Wucht des Zusammenstoßes läßt sich durch den Umstand erklären, daß der fragliche Güterzug ca. 150 Axen mit zwei Maschinen zählte und die unterwegs losgelöste Hälfte aus schwerbeladenen Wagen bestand.
Marburg, 21. Nov. Vor dem Hotel Schweinsberg in der Bahnhofstraste wurde heute morgen die erste öffentliche automatische Wage aufgestellt und der Benutzung des Publikums übergeben.
Marburg, 21. Nov. Trotz des regnerischnebligen November-Wetters erfreut sich der auf heute verlegte Elisabeth-Markt doch eines zahlreichen Besuches von Lardleuten.
Marburg, 21. Nov. sTheater.j Zum Schluffe der Saison wird der Rudolph scheu Gesellschaft seitens unseres kunstliebenden Publikums noch ein ganz außergewöhnlich lebhaftes Interesse entgegengebracht. Während die letzteren Wochentags - Vorstellungen leider nur schwach besucht waren, zeigte der gestrige Sonntag ein vollständig ausverkauftes Haus. Die alte Posse „Lumpaci Vagabundus" hatte eine gar mächtige Anziehungskraft ausgeübt und amüsierte sich das zahlreich erschienene Publikum ganz vortrefflich, denn die donnernden Beifallssalven dürften wohl den besten Beweis dafür geliefert haben, daß die allgemeine Stimmung eine ganz famose war. Gelacht wurde allerseits nach Herzenslust, lieber das Spiel der Hauptdarsteller haben wir nur Worte des vollsten Lobes. Die Herren Woisch, Gittermann und Hoofacker spielten das liederliche Kleeblatt, Knierim, Zwirn und L e i m mit zwergfellerschütternder Laune. Auch die kleineren Rollen waren teilweise recht gut vertreten. Frl. Hesse trug ihre Gesangsnummer mit vielem Geschmack und schöner Stimme vor. Die Ballet-Einlage »Grande valse Espagnol« wurde von Frau Anna Rudolph mit seltener Grazie und großer Technik getanzt. Stürmischer Beifall lohnte die anmutige Künstlerin. Schließlich wollen wir unserer trefflichen Jägerkapelle mit Auszeichnung gedenken, welche vollständig vertreten war und besonders die Ouvertüre zu der Oper „Teil" meisterhaft vortrug.
Marburg, 21. Nov. sTheater.j Die beiden Dichtungen unserer Mitbürger, über welche wir bereits berichteten, gelangen Dienstag abend zur Aufführung. Die Namen der Verfaffer verbergen sich hinter einem Pseudonim. Die dramatische Plauderei „Nur ein Scherz" ist der Gegenwart entnommen und enthält einige köstliche Scenen aus den Flitterwochen mit obligater Schwiegermama. Das dreiaktige Lustspiel „Scherz aus Ernst" ist ein Werk von edler poettscher Empfindung und dürfte nicht verfehlen, auf jedes gebildete Publikum Eindruck zu machen. Sachverständigen, welchen beide Dichtungen bekannt sind, versprechen sich einen großen Erfolg von der morgigen Vorstellung.
Marburg, 21. Nov. Wie in her Sonntagsnummer bereits kurz mitgeteilt wurde, hielt der hiesige landwirffchaftliche Verein am Sonnabend Vormittag im Caf« Quentin eine außerordentliche Sitzung ab, in welcher eine an den Reichstag zu richtende Petition betreffend die Erhöhung der Getreidezölle beraten
vollständig und die Temperatur wurde normal. Obgleich die Ursache dieses OedemS offenbar in der Erkältung zu such-n war, wurde doch ote Möglichkeit, daß eS durch eine ctrcumskripte PerichondritiS bedingt fein könne, etmoaen.
Diese akute Schwellung hatte auf die kleine Verdickung unterhalb des linken Stimmbandes keinen merklichen Einfluß, sie wurde allmälig kleiner, aber verschwand nicht vollständig. Der Kronprinz war nach seiner Ankunft in Baveno fortdauernd bei gutem Allgemeinbefinden und als ich Italien verließ, schien alles befriedig-nd zu sein, abgesehen von der allgemeinen Schwellung (congestion), welche ebenso wie die ob-»erwähnte Verdickung konstant blieb.
Am Abend dec- 17 Oktober fand Dr. Mark Hovell eine deutliche Zunahme der Schwellung des Larynx und waren beide Stimmbänder von einer glänzend roten Farbe. Während der nächsten vier Tage ging die Kongestion zurück, aber a» 21. nahm die Hyperämie wieder zu und wurde mehr diffus. Am 27. wurde eine Zunahme der Verdickung unter dem linken Stimm- banbe bemeift und zugleich trat eine leichte allgemeine Vorwölbung der linken Seite des Larynx auf. Während der nächsten vier Tage nahm die Verdickung der Oberfläche ein wenig zu, und am 31. erschien sie uneben, und an einer Stelle war eine deutliche sporn- artige Hervorragung. Am nächsten Tage wurde eine oberflächliche Ulceration der Neubildung bemerkt, und das linke Sttmmband erschien längs seines freien Randes etwas geschwollen.
Am 28. war die Stimme Sr. König!. Hoheit ganz klar und nach der Meinung deS Kronprinzen thatsächlich ganz natürlich. Aber von diesem Tage ab trat eine stärkere Heiserkeit auf. Am 30. Oktober wurde eine kleine rötliche Hervorragung unter dem rechten Stimmband bemerft, sie blieb zwei ober brei Tage, ging bann zurück unb kam am 5. November tokber. Am 5. November fanb sich eine leickte Vergrößerung bet linken Submaxillardrüse^, bie all- malig zunahm.
der
erwal Trieb Niem £anb' der Z Vech Petita an b<
dauere bereits ein ganzes Dezennium an. Die Ursachen dieser Erscheinung habe man gleich anfangs m den so außerordentlich erleichterten Verkehrsverhältnissen er- erblickt, durch welche die Produkte der entfernteften Gegenden mit großer Schnelligkeit und geringen Frachtkosten an jeden gewünschten Ort geschafft und den einheimischen Produkten als Konkurrenz gegenüber- gestellt werden konnten und sei der Ansicht gewesen, durch eine anberroeite Regelung der Jmportverhältnisse das liebel mit Erfolg bekämpfen zu können. Aus diesem Grunde sei im Jahre 1879 der erste niedere Getreidezoll eingeführt und als dieser die erhoffte Wirkung nicht zeigte, im Jahre 1885 um das Doppelte erhöht worden. Trotzdem gingen die Getreidepreise fortdauernd zurück und führte Redner zur Erklärung dieser Erscheinung folgendes an: Der erste auf die Getreideeinfuhr gelegte Zoll wurde von den Ausländern getragen, er schmälerte den Gewinn derselben, war aber nicht imstande die Einfuhr zu verringern,
wird dem Zolle Hett< im $ io- die £ gortf rrwm wenn dukt'u
infolgedeffen blieb die Konkurrenz nach wie vor gleich stark. Durch die vermehrte und mit geringen Kosten verknüpfte Produktion des Auslandes und die auf das höchste ge- "teigerten Transportverhältnisse liege indessen gegenwärtig die Sache so, daß das konkurrierende Ausland
. Hetn die (
weiche ,eilyer noch einigen Ertrag gewährte, habe g^tr durch den ungünstigen Ausfall der Futterernte i« Mm letzten Sommer und das hierdurch gesteigerte Angebot die in ihrer Rentabilität gelitten. Dieser seit den 20er höher Jahren dieses Jahrhunderts nicht beobachtete Zustand. habe sich indessen nicht plötzlich gebildet, sondern
werben sollte. Der Vorsitzende des Vereins, E. H o f f m a n n - Görzhausen, eröffnete gegen 12 m? die Sitzung mit einem kurzen Hinweis auf den bot liegenden Beratungsgegenstand, indem er einleitend bemerkte, daß der Verein in voriger Sitzung beschlösse, habe, diese Angelegenheit unter Hinweglaffung ally politischen Gefichtspunkte vom rein praktischen Stand, punkte der Landwirtschaft aus in einer besondere, Sitzung zu beraten und zu derselben Stellung nehmen. Hiernach erhielt Herr Profeffor Glases das Wort zu einem längeren Vortrag über das belegte Thema. Derselbe beleuchtete zunächst die gegenwärtige Lage der Landwirtschaft und kam zu bei, Schluß, daß dieselbe trotz der bereits bestehende, Zölle eine äußerst gedrückte sei, darüber dürfe sich Düllos niemand einem Zweifel hingeben. Auch die Viehzucht «tob welche seither noch einigen Ertrag gewährte, h^
das Getteide zu einem billigeren Preise produzieren und auf den inländischen Markt bringen kann, als im Jnlande selbst überhaupt zu produzieren möglich ist. Ferner fei es die Konkurrenz der Landwirte unter ich, welche die Lage verschlechtern helfe. Die letzten 3 Jahre hätten gute Ernten gezeitigt, die Notlage - zwinge jedoch die meisten Landwirte ihre Erzeugniffe so schnell wie möglich zu Geld zu machen und zu jedem Preise loszuschlagen, wodurch der Markt über« Mt und die Preise gedrückt werden. Bedenke man nun, daß das eingeführte Getreide nur einen kleinen Teil des überhaupt im Lande konsumierten ausmache, ö folgere daraus, daß eine gute Ernte dem Landwirt unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht znm Segen sondern zum Nachteil gereiche. Bedeutend schlimmer als diese wirkliche Konkurrenz fei aber die i Getreidespekulation, der fingierte oder papierene Kauf ; i und Verkauf, die sog. Zeitgeschäfte an der Getreide- 1 dürfe. An einzelnen Beispielen erläuterte Redner das 1 Verfahren der Getreidespekulationen und ist der An- ।
ächt, daß mit der Beseitigung der letzteren auch der 1
auf der Landwirtschaft liegende Hauptdruck gehoben 1 werde. Unter den augenblicklichen Verhältnissen stehe ’
dies nicht zu erwarten und man müsse ruhig ans- >
harren und sich mit den zunächst liegenden Mitteln >
zu helfen suchen. Aber auch hier hätten die Speku- i
lauten bereits dafür gesorgt, daß die projektierte Zoll- i erhöhung wenigstens eine Zeit lang nicht der SanbJi >
i
Am 3. November hatte sich die Neubildung weiter vergrößert, so daß sie jetzt etwas mehr wie 1 Ctm. im Du'chmesser hatte und etwa 4 Millimeter hoch war. Das Wachstum der G.schwulst ist, seitdem sie zuerst entdeckt wurde, immer nach oben gegangen. Am Morgen des 4. war ein geringes Oedem an der Basis des linken Arytaeonidknorpels, welches am Abend verschwand und am nächsten Morgen wieder kam. Am folgenden Tage fand ich den Zustand deS Larynx so, wie ihn mir Dr. Hovell bei meiner Ankunft angekündigt hatte. Am Nachmittag deS 8. trat ein tark-s Oedem des Schleimhantübetzuges des linken GießbeckcnknorpelS auf und am Abend hatte das Oedem auf die ganze Tasche (the entire fold) übergegriffen, welche rot nnd straff war.
Am 9. wurde der Patient durch die Herren Prö- :effor Schiötter und Dr. Krause untersucht. Das O'-vnst verhinderte es, eine Uebersicht über die Neubildung in dem unteren Teil des Larynx zu erhalten.1 Als am 10. der Patient von denselben Herren uttL Dr. Moritz Schmidt untersucht wurde, war das Oedem bereits so weit zurückgegangen, daß mau eine -gute Uebersicht über den ganzen Larynx erhalten konnte.
Meiner Meinung nach beruht das Oedem auf einer circumskripten Perichondritis, welche ihrerseits wahrscheinlich durch die Neubildungen bedingt ist, die von Zeit zu Zeit in dem Lat ynx aufgetreten sind (which have formed from time to time in the larynx.) Obgleich die Natur der letzt aufgetretenen Neubildung nicht sicher festgestellt ist, bittet sie durchaus das Aussehen einer carcinomatösen Neubildung dar.
Morell Mackenzie.
Königsberg, 19. Nov. Die Schiffahrt für Segelschiffe ist geschlossen.
Osnabrück, 19 Nov. Der hiesige Oberbürgermeister Brüning hat endgülttg die gestrige Wahl zum Direktor der Gothaer Lebensversicherung angenommen.
s
!
I 1 1 i i
I
i i c t
5 ( t r t
^»UU hätte, {einet schäft was Leute Schä vrrstk