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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain. - Illustriertes Sonntagsblatt.
Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Vertag von Joh. Sag. Loch.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und w _ Feiertagen. - Quartal-Abonnements-Preis bei derExpe-
M 273. dition 24/4 Ml-, bei den Postämtern 2 Ml 50 Pfg. (exkl. Bestellgelds. Jnsertinnsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Marburg,
Dienstag, 22. November 1887.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d- Blattes, sowie d. Annoncen-Bareaux von Haasenstein and Bögler in Frankfurt a. M-, Caffel, Magdeburg a. Wien; Rudolf Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover- Baris.
XXII. Jahrgang.
,ür den Monat Dezember nehmen alle
Postajnstalten (auf dem Lande die Landpostboten), in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt), sowie für Warburg und nächste Umgegend unsere Expedition (letztere auch Wochen-Abonnements ä 20 Pfg.) Bestellungen auf die „Ober- hesfische Zeitung" mit ihren Beiblättern entgegen.
Zwei Pfennige
pro Arbeitstag haben nach den Berechnungen zu den Grundzügen zur Arbeiter-Alters- und Jnvalidenver- sorgnng das Reich, der Arbeitgeber und der Arbeiter etwa zu zahlen; in Summa also sechs Pfennige pro Tag. Pro Jahr macht das für Jeden der beteiligten drei Faktoren 6 Mark. Der Beitrag ist nur geringfügig und wäre wohl zu tragen, aber ihm entsprechend ist auch die Rente, die im Falle der Erwerbsunfähigkeit oder nach vollendeten 70 Jahren gewährt werden soll, nicht hoch; sie soll pro Jahr 120 Mark betragen. Dieser Punkt ist die Hauptsache in dem geplanten ganzen Gesetzentwurf, er bedarf der eingehendsten Erwägung. Nehmen wir an, ein 70jähriger Arbeiter schränkte sich mit seiner Frau noch so sehr ein, lebte so billig wie möglich, so wird er doch pro Jahr 100—130 Thaler mindestens gebrauchen. Der Arbeiter braucht ja gerade kein feinstes Bier auf dem Tisch zu haben, aber eine Tasse Kaffee will er doch wenigstens jeden Tag ttinken und nicht aller Bequemlichkeiten gänzlich bar fein. Von vierzig Thalern pro Jahr kann niemand leben. Sollen sich alte Leute dafür in andere Familien aufnehmen lasten, um für dieses Geld bis an ihr Lebensende Wohnung und Kost zu erhalten? Das ginge allenfalls bei einer Perfon, aber nicht bei zweien; und meist wird man doch mit Mann und Frau rechnen muffen. Außerdem aber ist ein solches Verhältnis für einen alten Mann wenig angenehm; hat er sich bis zum 70. Jahre felbftständig abgemüht, fo will er doch auch nachher feine persönliche Freiheit nicht aufgeben. Zu den 120 Mark könnten nun noch Unterstützungen von Kindern treten; aber darauf kann man auch keine Häuser bauen. Oft genug haben die Kinder felbst nichts übrig. Endlich könnte sich der Arbeiter während feiner guten Jahre etwas gespart haben, zu welchem dann die Altersrente hinzutreten würde. Nehmen wir wirklich an, er hätte ganze tausend Thaler zur Seite gelegt, so macht das höchstens noch vierzig
Thaler Zinsen pro Jahr. Macht zusammen achtzig Thaler pro Jahr. Wer soll aber davon leben, und wie viele haben, tausend Thaler baar Vermögen? Eine äußerst geringe Minderzahl von Arbeitern nur kann diese Summe zusammensparen.
Es liegt auf der Hand, daß man nicht von vornherein jedem Arbeiter eine solche Rente aussetzen kann, daß er davon auskömmlich zu leben im Stande ist. Denn wer soll die enormen Kosten decken? Jetzt schon handelt es sich um eine Summe von 156 Millionen Mark jährlich, von welchen der dritte Teil auf die Reichskaste entfallen soll. Würde die Rente auf 120 Thaler pro Jahr erhöht, so würden also auf das Reich allein 150 Millionen Mark pro Jahr entfallen, und wo sollen die Herkommen? Auf der Hand liegt es, daß, wenn man die Altersversorgung aller Arbeiter ohne Ausnahme will, man auch den Reichszuschnß wollen muß, denn allein können Arbeitgeber und Arbeiter die neuen Lasten nicht tragen, und noch viel weniger wäre das bei einer Verdreifachung der Rente möglich. Wir dürfen aber auch nicht vergessen, daß niemand gern zahlt, wenn er nicht viel zu erwarten hat, und vierzig Thaler sind doch nicht viel, und wenn sie in einzelnen besonderen Fällen im Zusammenhang mit anderen Unterstützungen ausreichen mögen, so ist das im großen Ganzen doch nicht der Fall. Wir meinen deshalb, wenn sich der Reichstag für die Altersversorgung entscheidet, muß er auch ein Mittel zu finden wissen, welches die Rente etwas, auf 180—200 Mk. pro Jahr etwa, erhöht. Dann ist ja Aussicht für die Altersrentiers vorhanden, sich mit Zuhilfenahme der eigenen Erfparniste und mit Unterstützung von Angehörigen durchzuschlagen. Sonst ändern sich die Verhältnisse gegen jetzt nicht bedeutend.
Wir halten diese Frage der Rentenerhöhung für weit wichtiger, als in der Herabsetzung der Altersgrenze. Mit der zweiten Hälfte der fechsziger Jahre hört die Arbeit im allgemeinen auf, gut zu schmecken, und wer Jahr für Jahr unablässig thätig gewesen, sehnt sich dann gewiß nach Ruhe. Er würde aber gern sich noch ein paar Jahre schon mühen, wenn er nur Gewißheit hatte, bann fein gesichertes Auskommen zu haben. Deshalb ist eine ergiebigere Rente wichtiger, als eme frühzeittgere. Die bei der Erwerbsunfähigkeit eintretende Rente soll bei längerer Mitgliedschaft bis auf 250 Mark steigen können. Das ist noch ungefähr ein genügender Zuschuß zum Leben und ermöglicht eher ein Auskommen, wenngleich die niedrigste Stufe von 120 Mark ebenfalls wie bei der Altersrente zu erhöhen ist. Es handelt
Isabellas Wahl.
Rach dem Amerikanischen von Adolf Reiter.
(Nachdruck verboten.
(Schluß.)
»Ach, bitte, lassen Sie sich nicht stören, Fräulein Whndhan," sagte dieser kühl, während sein Gesichi ein bleiches und sehr ernstes Aussehen erhielt. „Ich werde nickt einen Augenblick länger hier bleiben und bin nur gekommen, Ihnen noch ein Lebewohl zu sagen."
„Ein — Lebewohl?" stammelte Isabella. „Sie gehen also —"
„Wohin mich der Ruf der Regierung und meine Liebe znm Vaterlande führt," entgegnete Warner, indem er vergeblich seine innere Aufregung zu bekämpfen suchte. „Heute stehe ich noch zu Ihren Diensten, während ich von morgen ab dem Staate diene. Ich bin bereit, znm Kampfe gegen den Feind in das Feld zu ziehen. Nun leben Sie recht wohl, Fräulein Wyndham, und haben Sie die Güte, meine besten Grüße Herrn Jordan zu übermitteln.
Während Warner sich noch vor Raymond ftd; verneigte, verließ er sofort das Zimmer. Er ritt nach Hause und hatte Mühe, die in ihm aufs neue erwachte schreckliche Unruhe zu bezwingen.
Isabella hatte sich von ihrem Staunen über die lakonische Art dieser Verabschiedung noch nicht erholt, als Warner bereits außer Sicht war.
Bleich und still sah sie jetzt vor sich hin.
„Isabella, meine Teuerste, Ihre Antwort?"
Sie blickte mit ihren dunklen Augen forschend in Raymonds schönes Gesicht.
„Wie lange bleiben Sie fort?"
„Monatelang — vielleicht auch ein Jahr, Sie kommen doch mit als meine Gattin, teure Isabella?" Er wollte ihre Hand ergreifen, welche aber gleich zurückgezogen tourb«.
„Nein," sagte Isabella energisch, indem sie auf- ftanb; „fitzt, wo der brave Manu für das Vaterland kämpft und stirbt, blühende Gegenden verwüstet werden,
ist keine passende Zeit zu Hoch; itsfestltchkeiten. Wenn der Krieg beendet ist, kommen Sie wieder, und Sie werden von mir eine bestimmte Antwort erhalten."
Mit diesen Worten ging sie hinaus und ließ ihn im Dämmerlicht des scheidenden Tages allein zurück.
* * *
Vier Jahrei Die langen schweren Kämpfe waren endlich vorüber, und im ganzen Lande kehrte ein stiller Frieden zurück.
Auch Isabella, welche sich als Krankenpflegerin um das Vaterland verdient gemacht hatte, kehrte heim. Wie hatte sie sich während dieser Zeit verändert!
Das früher so heitere Mädchen hatte jetzt den Typus einer gedankenvollen — fast könnte man sagen, melancholischen Frau angenommen.
In den Hospitälern hatte sie als rettender Engel gewaltet und unter den Kriegsgefangenen war sie Freundin und Trösterin gewesen.
Jetzt war alles vorbei.
Sie war wieder in ihrem alten, lieben Heim, wo der Wind noch immer durch die hohen, stämmigen Bäume wehte, und sie die liebe Sonne hinter den nebligen Purpurhügeln untergehen sah.
So saß sie eines TageS unter einer alten Ulme in ihrem großen Parke; ihr Aussehen war sehr ernst; ihre tiefsckwarze Kleidung zeigte aufrichtige Trauer.
Der Onkel war tot, der alte treue Diener gegangen und nun fühlte sie sich so recht verlassen und allein!
Die Pforte des Parkes wurde geöffnet; ein Mann kam die weite Allee herauf und als er Isabella näher trat, erhielten seine bleichen Wangen eine rosarote Farbe.
Elegant gekleidet und wieder in echt weltmännischen Formen trat Walter Raymond auf sie zu. Er war von seiner weiten Reise zurückgekehrt und hatte die lange Zeit hindurch die Liebe zu Isabella in seinem Herzen treu erhalten.
Mit der größten Gewißheit erwartete er jetzt eine zusagende Antwort und nahm familiärer Weise neben ihr Platz.
sich in der Alters- und Jnvalibeuversorgung um einen gewaltigen Plan, über den man ein Endurteil bett, der verschiedenen in Betracht kommenden Einzelheiten nicht so ohne weiteres abgeben kann. Dazu gehören ausführliche Erwägungen und Besprechungen, an denen es auch im Reichstage nicht fehlen wird. Eine Haupt- ache wird mit die billige Verwaltung fein. Bei der Unfallversicherung wird schon über die hohen Verwaltungskosten geklagt, und wären diese auch im vorliegenden Falle kostspielig, so würde der Rückschlag noch viel bedeutender sein. Wir müssen sehen, wie die Dinge sich entwickeln und was der Reichstag agen wird. Will er die Altersversorgung, muß er auch das Geld für dieselben flüssig machen.
Deutsches Reich.
Berlin, 19. Nov. Der Kaiser empfing heute um ll1/« Uhr den Besuch des Prinzen Wilhelm, päter den russischen Botschafter Grafen Schuwaloff, welchem der Schwarze Adlerorden verliehen ist, und nahm um 121/« Uhr den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts, Generals von Albedyll, entgegen. — Der „Nationalzeitung" zufolge wurde dem Reichskanzler gestern von dem Großfürsten Thronfolger von Rußland ein Besuch abgestattet. — Heute nachmittag hat unter dem Vorsitz des Reichskanzlers eine Bestechung des preußischen Staatsministeriums statt- gesunden. — Die Angabe hiesiger Blätter, daß die Bundesratsausschüffe heute bereits über die Vorlage betreffend die Erhöhung der Getteidezölle, beraten hätten, ist nicht zutreffend. Die Beratung wird Anfang nächster Woche beginnen. In der heutigen Plenarsitzung wurden noch nicht sämtliche Spezialetats erledigt, sondern die von den Ausschüssen vorgeschlagenen Abänderungen zum Militätetat und dem Etat des Auswärtigen Amtes genehmigt. Angenommen wurde ferner der Gesetzentwurf betreffend die Unterstützung der Familien der in den Heeresdienst cinge- treteneu Mannschaften. — Sämtliche hiesige Blätter geben heute im Tone der Befriedigung mehr oder weniger deutlich der Ansicht Ausdruck, daß der gestrige Besuch des Zaren ein politischer Akt gewesen ist. Es wäre auch schwer, sich dieser Ueberzeugung noch zu verschließen, nachdem die äußeren Vorgänge, aus denen der politische Charakter des gestrigen Tages erhellt, allgemein bekannt sind. Fürst Bismarck, der wider, und nur auf Befehl des Kaisers hierhergekommen war, hat die Genugthuung gehabt, daß der Zar ihn durch seinen Generaladjutanten zu einer Unterredung hat auffordern lassen und diese Unterredung hat anderthalb Stunden gedauert. Daß ihr Verlauf ein beide Teile
.Nun, meine liebe Isabella, heute bitte ich Sie um die langersehnte Antwort."
In diesem Augenblick trat au8 einer nahen Baumgruppe eine hohe ritterliche Gestalt hervor.
Isabella sah sie, wurde unruhig und erbleichte, bevor sie Antwort für Raymond gefunden hatte.
.Meine Antwort ist: Nein, Herr Raymond!- sagte sie jetzt entschlossen.
,O, Isabella! Nach so langer Zeit!"
Sie lächelte mitleidsvoll.
.Sie find sehr gut und freundlich,- erwiderte sie, „aber ich kann Sie nicht betraten.-
.Und warum nicht! Ist es um eines anderen willen I Ist es, wie ich annehmen muß, um John Warners willen?-
Verl.tzt und stolz sah ste ihn an.
„Sie haben kein Recht zu dieser Frage, Herr Raymond!- entgegnete ste.
„Dieses Recht habe ich, und ich bitte Sie nochmals um Ihre Antwort, ob Ihre Absage um des verstümmelten und verkrüppelten Jahu Warners willen ist.-
.Veistüwmelt und verkrüppelt ist Herr Warner weil er de» Mut hatte, dem Feinde die Sttrne zu bieten Herr Raymond! Ich verehre die Helden und der Oberst Warner ist ein HUd.-
„Sie sagen mir also, daß Sie jenen einarmigen Mann, dessen Gesicht mit vielen häßlichen Narben bedeckt ist, heiraten wdllen."
„Beunruhigen Sie sich nickt, mein Herr. Seit der Zctt, als Warner mir in Ihrer Anwesenheit ein Lebewohl sagte, habe ich ihn nicht gesehen, aber seien Sie davon überzeugt, daß vor meinen Augen die Narben sein stattliches Aussehen nur noch erhöhen, und ein einarmiger Held ist mir mehr wert, als ein Dutzend feiner Ritter. — Im übrigen entschuldigen Sie mich gütigst, Herr Raymond — ich wünsche jetzt allein zu fein."
Ohne ein Wort zu sagen, entfernte er fich.-
Jene hohe Gestalt, welche promenierend sich in«
befriedigender gewesen sein muß, läßt sich daraus schließen, daß der russische Botschafter Schuwaloff, vermutlich weil er diese Unterredung vorbereitet und vermittelt hat, unmittelbar nach derselben auf Antrag des Reichskanzlers beim Kaiser durch den höchsten preußischen Orden ausgezeichnet worden ist. Ferner ist bemerkenswert, daß der Kaiser von Rußland, der sonst nicht für besonders liebenswürdig gilt, dem Reichskanzler beim Diner in demonstrativer Weife zugetrunken hat und daß der russische Thronfolger den Fürsten Bismarck besucht hat. Der Reichskanzler wird jetzt wieder nach Friedrichsruh abreisen und das beleuchtet denZweck feines Herkommens ziemlich deutlich. Beachtenswert ist auch der nachstehende heutige Leitartikel der „Nordd. Allg. Ztg.": Der „Times" wird von ihrem Wiener Korrespondenten berichtet, die russische Regierung mche dem Finanzkriege mitDeutschland ein Ende zu machen. Der russische Botschafter in Berlin fei einer Versöhnung sehr günstig gestimmt; bevor jedoch in der Angelegenheit irgend etwas erreicht werden könne, müsse Rußland gewisse Bedingungen annehmen, die das Berliner Kabinet als unerläßlich für ein gutes zukünftiges Einvernehmen betrachte. Herr Wyfchni- gradski dürste nicht länger Ftnanzminister bleiben und Graf Tolstoi, sowie Herr Pobjedonoßzew müßten aufhören, die französischen Revanchepolitiker offen zu ermutigen. Unter diesen Bedingungen, so glaube man in Wien, würde Fürst Bismarck einer (Erneuerung der freundschaftlichen Beziehungen zu Rußland zu- "timmen. Der Wiener Berichterstatter der „Times" ;ft in dieser Beziehung gänzlich falsch unterrichtet. Dergleichen Einmischungen in die inneren Angelegenheiten anderer Mächte liegen ganz außerhalb der diplomatischen Traditon und Möglichkeit, und der „Times"-Korrespondent beweist, daß er den Kreisen amtlicher Beurteilung fern steht, wenn er es für möglich hält, daß eine Macht von der anderen als Bedingung der Forffetzung der Freundschaft Entlassung oder Einsetzung bestimmter Minister verlangt. In der Diplomatie wäre das so ungeheuerlich, daß es, wo die Absicht, in Frieden zu bleiben, besteht, ganz unmöglich und ausgeschlossen wäre. Die inneren Einrichtungen Rußlands können nie Gegenstand eines Abkommens mit Deutschland ober Oesterreich fein. In denselben muß jede Macht ihren Weg gehen, ohne einen Einfluß auf die Freiheit der Entschließung der anderen auch nur zu versuchen. Was würde beispielsweise die „Times" zu der Zumutung einer kontinentalen Macht sagen, eine Modifikation des englischen Ministeriums als Bedingung der Fortsetzung guter Beziehungen aufzustellen, oder welchen
zwischen hinter den Bäumen verloren hatte, ttat nun wieder hervor und näherte sich Isabella.
ES war ein stattlicher junger Mann mit einem von der Sonne gebräunten Gesicht, dessen rechter Rock- ärmel leer und schlaff herabhing. Sein Name war John Warner.
AIS Isabella ihn plötzlich vor sich sah, fuhr ste erschrocken zusammen.
„Fürchten Sie sich vor mir, Isabella? Verzeihen Sie, daß ich hier erscheine. Unabsichtlich und ganz zufällig habe ich Ihre soeben zu Herrn Raymond gesprochenen Worte gehört. -
Sie bedeckte mit der Hand das Gesicht, um eine Thräne zu verbergen, welche beim Anblick seines leeren AermelS aus ihren Augen perlten. O, jetzt wußte ste, daß ste ihn am meisten liebte.
„Ich bin gekommen liebe Isabella, um mich nach Ihrem Befinden zu erkundigen und Ihnen auch von den während der laugen vier Jahre gemachten Erlebnissen einiges zu erzählen. Alsdann will ich mich auf eine noch viel längere Zeit von Ihnen verabschieden, denn ich ziehe nach dem spanischen Amerika. Ich habe hier alles verloren, wodurch mir eine voll- tommene sorgenfreie Existenz gesichert war, aber auf dem spanischen Gebiet habe ich für meine Zukunft gute Aussichten und will dort mein Glück jucken.
Nachdem die wichtigeren Mitteilungen von beiderseitigen Erlebnissen kurz ausgetanscht waren, erhob sich Warner plötzlich, reichte Isabella die Hand und sagte:
„Nun leben Sie recht wohl, liebe Isabella! Gott beschütze und 'segne Sie für Ihre brave Gesinnung die Sie »och vor nicht ganz einer-©tunbe in der Unterhaltung mit Raymond bekundet 'haben!'
Mit einer gewiffen Aengstlichkeit hielt ste seine Hand fest. Fortgehen und auf längere Zeit.
Sie wußte selbst nicht, wie fest sie seine — einzige Hand hielt. —
„O, Isabella! Waren jene Worte über wich, die Sie zu Raymond sprachen, auch aufrichtig gemeint?-