Illustriertes Sonntagsblutt.
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Letzte Lotterie der Stadt
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Zn der Expedition der Oberh-fstsch-U Zeit««- ist ju haben:
der Allein-Vertreter
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in allen Preislagen
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klagen sind gegen Grevys Schwiegersohn Wilson erhoben und leider scheinen sie gerechtfertigt: Ordenschacher , Lieferuugsvermittelungen, Brieffälschungen werden ihm vorgeworfen und in die letzte fatale Sache sind auch die beiden Chefs der Pariser Polizei verwickelt. Präsident Grevy glaubt immer noch an die Unschuld seines Schwiegersohnes und versichert demgemäß, er werde nicht zurücktreten; aber man glaubt doch allgemein in Paris, daß der Tag nicht mehr fern ist, an welchem der greise Mann seiner Schwiegersohnes wegen aus dem Elysee-Palaste wird ausziehen muffen. Nach Abbüßung seines Arrestes ist der General Boulanger nach Paris gekommen, um sich beim Kriegsminister zu melden. Er verhält sich ganz ruhig, vermeidet alle Demonstrationen, arbeitet insgeheim aber um so kräftiger an der Wiederherstellung seiner Popularität.
Recht stürmische Auftritte gab es in London. Letzten Sonntag war der Londoner Mob im besten Begriff, wieder einmal einen richtigen Plünderungszug durch die Straßen der britischen Hauptstadt inS Werk zu setzen. Aber die umsichtigen Anordnungen, welche für diesmal der erfahrene Polizeioberst Warren getroffen, vereitelten den Tanz.
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bieten, und so kann man wohl sicher hoffen, daß das Uebel, wenn auch nicht für immer, so doch für eine Reihe von Jahren noch in Schranken gehalten werden wird. Da der Aufenthalt in San Remo ihm sehr zuträglich ist, bleibt der Kronprinz für den ganzen Winter dort und kehrt erst im vollen Frühjahr nach Deutschland zurück. Die Trauer ist groß. In Deutschland, Oesterreich, Italien, England haben überall öffentliche Sympathiekundgebungen stattgefunden, in allen deutschen und vielen ausländischen Kirchen wird für die Genesung des Kronprinzen gebetet. Die Teilnahme erstreckt sich in alle Kreise und an rührenden Zeichen der Anhänglichkeit und Verehrung fehlt es gewiß nirgends. Unser greiser Kaiser hat die traurige Botschaft mit tiefer Erschütterung entgegengenommen; gewalffam hat er sich aber aufgerafft, um seinem hohen Amte Genüge leisten zu können. Der greise Herr ist von seinem letzten Unwohlsein völlig wiederhergestellt und hat bereits mehrere Ausfahrten unternehmen können. Vor dem königlichen Palais in Berlin fanden Tag für Tag dichte Menschenansammlungen statt, Tausende bemühten sich, dem Kaiser chre tiefe Teilnahme auszudrücken. Die tiefgebeugte Kaiserin, die ebenfalls schwer leidend ist, wird im Laufe dieses Monats wahrscheinlich von Koblenz nach Berlin heimkehren. Auch Fürst Bismarck ist dort aus Friedrichsruhe angekommen. Wenig erfreulich ist somit die Zeit, in welcher nunmehr der Besuch des Zaren in Berlin stattfindet.
Kommende Woche tritt der Reichstag zusammen. Man hat kaum daran noch angesichts der Nachrichten aus San Remo gedacht. Der Bundesrat hat nur
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eifrig fortgearbeitet, um die nötigen Gesetzentwürfe I iür die Beratung fertig zu stellen. Auch die Grundzüge zur Arbeiter-Alters- und Jnvalidenversorgung and jetzt publiziert worden. Es ist danach richtig, )aß sofort alle Arbeiter dem Gesetz unterstellt werden sollen. Den Reichstag wird wahrscheinlich Fürst Bismarck eröffnen, da er nun doch einmal in Berlin ist. In der Thronrede wird jedenfalls auch der Krankheit des Kronprinzen gedacht werden, wie denn auch der Reichstag sofort sein Beileid und seine Wünsche für die Genesung des einzigen Sohnes Kaiser Wilhelms darbringen wird.
Den Ereignissen im Auslande wurde naturgemäß nur wenig Aufmerksamkeit zugewendet, obwohl es doch ziemlich lebhaft zuging. In Wien haben die Delegationen ihre Arbeiten in der Haupffache beendet, alle Forderungen für Militär und Marine sind unverändert bewilligt worden. Zur Krankheit des Deutschen Kronprinzen hat man seine herzliche Teilnahme ausgesprochen, wie denn auch in Berlin das Interesse für die traurige Angelegenheit nicht größer sein kann, als in Wien.
Das italienische Parlament ist am Mittwoch in Rom vom König Humbert eröffnet worden. Die Thronrede betont das Bündnis mit Deutschland und Oesterreich, die daraus hervorgehende Sicherung des Friedens, und daß Italien sich ruhig inneren Aufgaben widmen könne. Die Thronrede wurde mit großem Beifall ausgenommen. — Aus dem Orient liegt etwas neues von Belang nicht vor.
Schmutz auf Schmutz häufen die Untersuchungen in der Pariser Skandalaffaire. Die schwersten An-
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Dem bangen Hoffen und Harren auf gute Nachrichten aus San Remo über des deuffchen Kronprinzen Befinden ist in dieser Woche nun endlich die Gewißheit gefolgt. Allerdings, diese Gewißheit hielten wir in der vorigen Woche noch nicht für möglich, wir nahmen als sicher an, daß eine kleinere oder größere Operation den hohen Patienten, auf den jetzt alle zivilisierten Menschen der ganzen Welt schauen, völlig wiederherstellen werde. Leider, soweit menschliche Klugheit reicht, kann davon keine Rede sein. Die Kunst der Aerzte kann keine Garantie geben, daß die gräßliche Operation der Entfernung des ganzen Kehlkopfes den Kronprinzen völlig gesunden lassen wird, während kleinere Operationen schon gar keinen Zweck mehr haben. Nur lindern kann man das giftige Krebs- leiden, nicht heilen. Der Kronprinz hat diese Kunde, ohne mit den Wimpern zu zucken, entgegengenommen, und hat sich dann in anbetracht der Sachlage dahm entschieden, die Operation solle unterbleiben. Kaiser Wilhelm hat diesen Entschluß gebilligt, der auch allgemeine Zustimmung gefunden hat. Der Ausschneidung des ganzen Kehlkopfes hätte leicht, fehr leicht binnen wenigen Monaten der Tod des Kronprinzen auf dem Fuße folgen können, während er uns jetzt noch für Jahre erhalten bleiben kann. Das Allgemeinbefinden ist das beste, die außerordentliche Körperkraft des Kronprinzen ist bekannt, die Aerzte werden alles auf-
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