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Illustriertes Sonntagsblatt.

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(Fortsetzung folgt.)

Prinzen gestern nachmittag in San Remo aufge­stellte und von den Aerzten Mackenzie, Schrötter,

Schrader, Krause, Schmidt und Hovel unterzeichnete Bulletin meldet: Die versammelten Aerzte konstatieren eine in den letzten Tagen eingetretene Schwellung im Kehlkopfe des Kronprinzen, welche hoffentlich unter dem Gebrauche geeigneter Mittel bei dem ausge­zeichneten Verhalten des hohen Patienten wieder zu­rückgehen wird. Fernere Nachrichten sind: Das gesamte Ministerium wird bei der Operation des Kronprinzen, falls dieselbe hier stattfindet, im Palais zugegen sein. Fürst Bismarck wird auf ^besonderen Wunsch des Kaisers angeblich schon morgen hier ein- tteffen. Die Ankunft des Kronprinzen erfolgt hier

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887.

langt. Prinz und Prinzessin Albrecht treffen in Berlin ein, um während der Anwesenheit des russischen Kaiserpaares hier zu sein.

Das über die Krankheit des Kron-

Lippen mit schneideuder Härte. *

zu Beginn der nächsten Woche. Die Diagnose des Professors Dr. Schrötter lautete auf Cancroid (krebs­artiges Geschwür); des Dr. Mackenzie entgegenstehende Ansicht wird von Privatdozent Dr. Krause ge­teilt. Die Widersprüche im Urteile der Aerzte er­regen ein peinliches Aufsehen. Geh. Rat Professor von Bergmann hatte schon vor Wochen eine Berufung nach Washington zu einer Operation abgelehnt, weil er seine Anwesenheit in Berlin für notwendig hielt. Die Privattelegramme der hiesigen Morgenblätter aus San Remo bestätigen unsere Meldung von gestern nacht. Es ist im Zustande des Kronprinzen insofern eine Befferung einqetreten, als die akuten Erscheinungen der Schwellung und Kongestion, die eine unmittelbare Gefahr nahe zu legen schienen, zurückgegangen sind und das Allgemeinbefinden des Patienten sehr gut ist. Am bösartigen Charakter der Neubildung unter­halb des Stimmbandes ist allerdings kaum mehr zu zweifeln. Man muß darauf gefaßt sein, daß die nächste Untersuchung heute oder morgen dies bestätigt; doch liegt auch dann noch keine unmittelbare Gefahr vor. Auch die Möglichkeit einer Operation vom Munde aus ist noch nicht ausgeschloffen. Entschließt man sich zu einer Operation des Kehlkopfes von außen, so gelten die Chancen bei den beteiligten Fachmännern für nicht durchaus ungünstig. Ein Teil der Aerzte verläßt morgen San Remo. Ob der Kronprinz hierher kommt, ist noch unbestimmt. DieNational-Zeitung" schreibt: In der Staats­druckerei in der Oranienstraße ist ein Buchdrucker beschäftigt, welcher im Jahre 1885 zu Professor B. Fränkel in die Behandlung kam, welcher eine auf dem linken Stimmbande, zum größeren Teil an der unteren Fläche des Stimmbandes sitzende Krebsge­schwulst erkannte bekanntlich handelt es sich beim Kronprinzen um ein ganz analoges Verhältnis. Geheimrat von Bergmann, resezierte den größeren Teil der Kehlkopfhälfte und entfernte die Geschwulst mit dem erkrankten Stimmbande und den benachbarten gleichfalls erkrankten Drüsen. Schon in der dritten Woche nach der Operation konnte der Patient die Bergmannsche Klinik mit geheilter Wunde verlaffen und ist seitdem, also mehr als zwei Jahre, ohne jeden Rückfall geblieben. Derselbe ist bis auf den heutigen Tag völlig gesund, spricht mit deutlich ver­nehmbarer Stimme und geht nach wie vor ungehindert seiner Beschäftigung nach. Noch bekannter ist wohl der Fall eines hiesigen Arztes; derselbe war auch an einem Krebs des Stimmbandes erkrankt und mehr als ein Dutzend Mal vom Munde aus operiert worden, und zwar von den bedeutendsten Laryngologen

Kleid beschmutzt: Grethe. Tante Martha schrie auf bei ihrem Anblick.

Um GotteS willen, was ist? Kind, sprich, bringst Du ihn tot? Um GotteS willen, sag, wo ist er, Fritz!"

Ein hartes, gellendes Lachen brach von den Lippe» der hohen Mädchengestalt, daß die kleine, alle Dame schaudernd auf ihien Sessel zurücksauk.

Wo ist er?" wiederholte Margarethe daun,dort, in dem kleine», lauschigen Kabinet, da liegt er zu Füßen der schönen Hortense Donalis und schwört ihr ewige Liebe und erzählt, daß jedes Gefühl, was er einst wohl für ein blondes Mädchen am Aryssec gehegt in seinem Hirzen, an dem er eS einen kurzen seligen Augenblick gehalten, längst, längst gestorben ist tot! alles tot!" Und dabei erweitetteu stch ihre Augen noch mehr. Dann plötzlich wirft sie die Arme empor und mit einem gellenden Schrei finkt sie auf den Teppich nieder. Dann bricht sie in herz­zerreißenden Jammer aus, daß die kleine alte Ge­stalt händeringend daneben steht, ohne doch einen Trost oder Rat und Hilfe zu wissen. Dann aber, ebenso plötzlich, wie dieser Jammer hervorgebrochen, ebenso plötzlich verstummt dies Schluchzen, Klagen und Stöhnen; fie wird still, ganz still, daß die alte Dame geängstigt neben ihr uiedeikniet und ihren Arm schmeichelnd um den stolzen, schimmernden Nacken schmiegt. Sie blickt ihr fragend, ängstlich ins Ge- ficht, in die großen, wieder völlig erstarrten Augen; fie sucht vergebens, die vom inner» Frost geschüttelte Gestalt von dem Teppich emporzuziehen; aber Mar. garethe bemerkt es gar nicht.

Mutter!" flüsterte fie mst zuckenden Lippen,ich habe Dir Destr hartes Wort nicht vergeben könne» bis heute, und doch Mutter, doch hattest Du Recht: Verraten auch ich und wieder dieser Name Hortense DonaliS verraten von ihm!' ES kam nur wie ein Hauch von ihren Lippen; bann aber plötzlich bäumte fie stch fast konvulsivisch empor

des In- und Auslandes (u. a. auch von den Professoren Schrötter und Störck in Wien.) Allein immer und immer kehrten diebösartigen Sprießungen" wieder, und er entschloß sich endlich zu einer radikalen Operation. Professor Küster vom hiesigen Augusta-Hospital führte den äußeren Kehlkopfschnitt (Laryngotomie) aus, die ganze linke Hülste des Kehlkopfs wurde fortgenommen und Heilung trat sehr rasch ein. Der betreffende Herr spricht zwar mit heiserer, klangloser, aber doch dentlich vernehmlicher Stimme und steht gegenwärtig noch einer ausgebreiteten Praxis vor. Die meisten hier in Betracht kommende» Kehlkopf-Operationen hat Sanitätsrat Dr. Eugen Hahn vom Friedrichshain- Krankenhause ausgeführt, ist auch noch im vorigen Jahre von hier nach England zur Ausführung einer lebensrettenden Operation berufen worden. Im letzten Jahre hat die meisten halbseitigen Kehlkopfexstir­pationen Professor von Bergmann ausgeführt, und zwar sind alle fünf Fälle mit vollem Erfolge und schneller Genesung operiert worden. Ein sechster Patient soll sich augenblicklich noch in der Berg- mannschen Klinik auf dem Wege der Genesung be­finden. All diese Thatsachen geben der Hoffnung Raum, daß, wen» die halbseitige Kehlkopfresektion beim Kronprinzen als notwendig erachtet werden sollte, die erprobte Meisterschaft unserer Berliner Chirurgen auch bei unserem Thronfolger sich bewähren und ein glückliches Resultat herbeiführen wird. DerVossischen Zeitung" geht folgende ausführliche Meldung von heute nachmittag aus San Remo zu: Heute vormittag zehn Uhr hat im Beisein aller Aerzte die entscheidende Untersuchung des Kronprinzen in der Villa Ziria stattgefunden. Inzwischen machten die Prinzessinnen, doch diesmal ohne die Kronprin­zessin, einen Spaziergang, während Prinz Wilhelm sich im Garten aufhielt. Nach 25 Minuten trat zuerst der Kronprinz heraus; die Farbe ist frisch und gesund, die Stimme auf zehn Schritte Ent­fernung kräftig und verständlich. Mit den hinzu­kommenden Aerzten nnd Adjutanten betrat er den Garten der Neben-Villa, wo ein Kreis gebildet und mehrere Minuten lebhaftes Gespräch gesührt wurde. Alsdann trat zuerst der Kronprinz mit Mackenzie, darans alle Uebrigen in die kleine Villa ein, wo eine viertelstündige Beratung stattfand. Eine weitere, gleich lange Beratung hielten Mackenzie, Schrötter, Krause und Schmidt in Mackenzies Zimmer, worauf der Letztere dem Prinzen Wilhelm in zehn Minuten langer Unterredung berichtete. Das nicht ganz leicht erzielte, aber einstimmige Endurteil lautet:

Allgemeinbefinden fortdauernd gut. Kehl-

Der Straßendamm vor dem Hotel Hindklang in der Bellevuestraße war dick mit Stroh belegt, um das Rasseln der vorübeifahrenden Wagen möglichst zu dämpfen.

Was gibt eS denn hier?" fragten die Vorüber­gehenden und mutmaßte» dann selbst: Wird wohl hier irgend wo ein Kranker sein, der das Geräusch nicht ertrage» kann."

Im Hause selbst war man noch weit ängstlicher, jeden Laut zu vermeiden; dort schlich mau auf den Zch-n umher, und jede Unterhaltung wurde im leisesten Flüstertöne gesührt. Die junge Herrin, die erst vor wenig Monden eingezogen, und die mit all ihrem Liebreiz und ihrer Herzensgüte sich schnell aller Wohl, wollen und Verehrung errungen, die mit ihr in Be­rührung kamen, lag krank. Dr. Heilmann, der des Tags drei-, viermal das Krankenlager betrat, machte ein immer bedenklicheres Gesicht, und wenn der alte Florenz dem Arzt draußen aufpaßte, um ihn auSzu- fragen über den Zustand der Kranken, daun wiegte er den Kopf hin und her und murmelte:Schwere Lungenentzündung! schwere Lungenentzündung! und ein nervöses Fieber dabei, wie ich eS vorher so bald nicht erlebt l"

Und dann kam ein Tag, an welchem Florenz nicht mehr fragte, an dem Doktor, ohne ein Wort zu sprechen, wieder in seinen Wagen stieg und an Tante Martha, die täglich einige Stunden bei der Kranken zugebracht, den Weg, die Treppe hinab in ihren Wagen, nicht finden konnte, weil sie das Taschentuch so fest au die Augen gepreßt hielt, und an dem alle Fenster deS Hotel Hindelang weit geöffnet wurden, obgleich draußen ein kalter Wind die Kronen der Bäume

rßc. thor.

mit inten Ci- oate. »urg.

Böses Gewissen.

Original-Roman von Tr. Rindler.

(Nachdruck verboten.) (Fottsetzung.)

Wie heißt Sie?" fragte da der Schutzmann wieder, dem das Leuchten der Steine, aus denen ttotz der Dunkelheit sprühende Strahlen zuckten, doch wunderbar erschien an der einsamen Nachtwandlerin.

Grethe Helm," erwiderte das junge Mädchen. Ach nein, das war früher. Jetzt bin ich Baronesse Hindelang."

Wer?" fragte der Beamte.

Sie richtete fich stolz aus ihrer zusammengesunkenen Haltung auf, daß bei dieser Bewegung die Steine an Kopf und Hals wahre Sttahlengarben aussprühten. Ich bin Baronesse Hindelang," wiederholte sie dabei und hatte zugleich ihren Arm aus der Hand des ManneS befreit.

Aber wie kommen Sie in der Nacht allein hierher ?"

Ich habe meinen Wagen verfehlt, wollte den Weg zu Fuß zurücklegen und habe mich dabei ver- int. Wäre es Ihnen möglich, mich zu einem Wagen zu führe»?"

Der Beamte schritt neben ihr her. Der Weg schien kein Ende nehmen zu wollen, so lange dauerte es, bis fie endlich an einen beleuchteten Platz kamen. Ihre Füße wollten sie kaum noch hegen, bis sie dort endlich einen Wagen fanden.

Auf dem große», strahlend erleuchteten Platz vor dem Brandenburger Thor, der auch um die Mitter­nachtsstunde noch ziemlich belebt ist, blieben die Leute verwundert stehen und schauten dem sonderbaren Paare nach. Endlich saß Grethe in einem Fiaker, und der Schutzmann fragte, wohin die Fahrt denn gehen solle. Ohne fich zu befinne», entgegnete fie:Nach der Wilhelmstraße, zu Fräulein Brachfeldt. Der Schutz, wann schwang sich zu dem Kutscher auf den Bock; denn eS kam ihm doch etwas sehr wunderbar vor, daß eine Baronesse mitten in der Nacht mutterseelen-

kopfschwellung wesentlich vermindert; äußer» liche Operation unnötig, innere wahrscheinlich nötig, aber noch aufschiebbar."

Die deutschen Aerzte reisen ab. Mackenzie bleibt vorläufig bis Sonntag. Also endlich ein Moment, welches zur Hoffnung berechtigt! Große Vorsicht wird aber noch lange notwendig sein! Die Tellnahme für den Kronprinzen ist ungeheuer. In Wien spricht man fast von nichts anderem mehr."

Ueber diese äußeren Vorgänge und Beobach­tungen kann sich der Korrespondent doch unmöglich täuschen; jedenfalls werden damit die tendenziösen Darstellungen, daß Schrötter sich im Gegensätze zu Mackenzie befinde und bereits abgereist sei, auch die heute noch in den hiesigen Blättern zu findenden Meldungen, daß der Kronprinz bereits auf dem Wege nach Berlin sei, hinfällig. Hoffentlich hören jetzt auch die heimlichen und überaus taktlosen An­griffe gegen Mackenzie auf. Erhebt doch ein hiesiges Blatt heute geradezu Protest, daß dieser die Behand­lung weiter leite und beutet die früher gerade von dieser Seite verlangte Hinzuziehung deutscher Aerzte jetzt als einen Beweis der Unsicherheit und Angst des englischen Arztes aus. Das Blatt scheint gar nicht zu bedenken, daß über die Behandlung des Kronprinzen nicht nur Mackenzie, sondern in erster Reihe der Kaiser, der Reichskanzler und vier deutsche Kapazitäten, von den Leibärzten ganz abgesehen, be­raten und entscheiden. Es ist diesen Instanzen doch zum Mindesten dieselbe Sorgfalt und dieselbe Einsicht znzutrauen, wie der Redaktion irgend eines vielleicht von deutschen Kehlkopfspezialisten beratenen Blattes. Der Kronprinz selbst war über alle Befürchtungen, die man an sein Leiden knüpste, unterrichtet; er hat sie mit staunenswerter Fassung und mit den Worten: Ich dachte schon lange, so was Erde kommen" entgegengenommen. In derKreuzztg." läßt sich heute Herr Professor Toboldt vernehmen, der im Frühjahr zur Behandlung zugezogen war. Er ver­öffentlicht ein damals von ihm erstattetes schriftliches Gutachten, in dem er sich gegen die von Mackenzie angewandte Methode der Operation ausspricht und für das geeignetste Versahren die, wie er sagt durch­aus gefahrlose, Laryngofissur erklärt: das heißt eine Spaltung des Kehlkopfs. Daß diese Operation durch­aus gefahrlos sei, wird von anderen Fachmännern entschieden bestritten. An hervorragender Stelle nahm man bis heute den nächsten Mittwoch als den Tag der Ankunft des Kronprinzen an. Ob durch die heute bekannr gewordenen Nachrichten über sein

allein im Tbiergarten umherirren sollte. Bei der angegebenen Adresse wollte er Erkundigungen ein- ziehen, ob es sich auch in der That so verhielt.

* * *

Martha Brachfeldt war den ganzen Tag in sehr gedrückter Stimmung gewesen; selbst der Anblick ihres festlich geschmückten Lieblings, der kleinen Gretve, war nicht im Stande gewesen, sie aufzuheitern. Am Abend hatte sie lange vor dem großen Bild des Bruders gesessen, der nun bereits sechs Monate fried­lich unter dem grünen Rase» schließ erlöst von jedem Erdenleid. Es mußte doch wohl thun, dort aus­ruhen zu können; die Freuden waren im Leben gar zu karg zugemessen. Und bann hatte fie seufzend an Fritz, ihren Heben Jungen gedacht; aber das Herz war ihr habet nur schwerer geworden.

So war, ohne daß sie es bemeitt, die Mitter­nacht herangekommen. Als die große, altmodische Wanduhr in Wilhelms Arbeitszimmer ihre bedächtigen Schläge gethan, hatte sie fich endlich seufzend erhoben, ihr Lager zu suchen. Sie begann, sich zu entkleiden, und als sie das graue Haar sorgsam unter ein weißes Nachtmützchen gestrichen, blieb sie noch einen Moment vor dem großen Toilettenspiegel fitzen und schaute gedankenverloren ihr Spiegelbild an. Da plötzlich wurde unten die Glocke gezogen, daß eS gellend durch das HauS schallte. Sie fuhr empor und lauschte.

Mein Gott, mein Gott!" stöhnte sie, und dabet überfiel fie die Angst, daß ihre trübe Stimmung nur eine Vorahnung gewesen. Brachte man ihr vielleicht dort ihren Fritz, vielleicht krank oder gar tot? Ein Zittern befiel fie. Da hörte fie den Diener die Treppe hinabgehen, und unten die HauSthür öffnen; fie zitterte so, daß fie fich festhalten mußte, um nicht nieder- zufiukeu, und dabei lauschte sie angestrengt nach draußen. Jetzt hörte sie einen Schritt die Treppe herauskommen, während der Diener unten noch zu verhandeln schien. Dann plötzlich wurde ihre Thür geöffnet, und. vor ihr stand bleich wie der Tod, mit großen, wett geöffneten Augen, daS Haar feucht, das

Deutsches Reich.

®erlitt, 11. Aov. Der Kaiser zog sich gestern abend gegen 8l/e Uhr zurück und hatte eine recht gute Nacht. Heute empfing der Kaiser mittags den Hosmarschall v. Perponcher, dann den Geh. Kabinetts­rat v. Wilmowski, um 1 Uhr den Minister v. Putt- kamer, um 4 Uhr den Staatssekretär Grafen Bismarck. Morgen früh trifft Prinz Heinrich hier ein und nimmt im königliche« Schlöffe Wohnung. Ter Prinz und die Prinzessin Albrecht treffen ebenfalls in den nächsten Tagen hier ein. Die Reichsbankstellen find gestern angewiesen worden, Lombard - Darlehen auf russifche Wertpapiere nicht mehr zu gewähren, Mehrere Zeitungen haben vor kurzem die Mitteilung gebracht, daß sämtlichen Sparkassen des Deutschen Reiches gestattet worden sei, für alle von ihnen aus­gedehnten nicht frankierten Postsendungen sich der AufschriftPortopflichtige Dienstsache" zu bedienen, wodurch den Empfängern die Zahlung des Zuschlags-, portos erspart werde. Diese Angabe ist, wie man von zuständiger Seite erfährt, unrichtig. Der Schrift­wechsel in Sparkassen-Angelegenheiien darf nach den, bestehenden Bestimmungen nur von solchen Spar­kassen unter der BezeichnungPortopflichtige Dienst­sache" abgesandt werden, welch« die Eigenschaft einer öffentlichen Behörde besitzen. Dieses Erfordernis trifft aber durchaus nicht bei all« Sparkassen zu. Der Kaiser von Rußland, die Kaiserin und der Groß­fürst Thronfolger werden, wie heute der Hofbericht

Erscheint täglich au|er an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quattal«Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2/4 Ml-, bei den Postämtern 2 Mk 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserttinsgebübr für die gespaltene Zelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.

G/. 12»/, '5% >0 I31/. !7 o*/i «'/. 3'/« 77. 8 1 87, 87. 5 5 471 97, X'u 77.

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Marburg,

Sonntag, 13. November 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M-, Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Mraatta. Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G- L. V 7 ü D

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.

Wöchentliche Beilagen: Attis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition-. Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.

meldet, am 18. November auf der Durchreise nach , Petersburg hier eintreffen. Nähere Nachrichten über

Duen die Stunde der Ankunft sind noch nicht hierher ge-