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Wöchentliche Beilagen: kreis s Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes Somtagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck uud Verlag von Joh. Ang. Koch.

M 284.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition SV. Mk-, bei den Postämtern 2 Mk 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertiensgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Freitag, 11. November 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Hahraana. Moffe in Frankfurt a. M., Berlm, München u. Köln; G- L. *v *7 a o

Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Paris.

A«s Sun Remo

find über das Befinden des deutschen Kronprinzen plötzlich ungünstige Nachrichten eingegangen, welche im ganzen Deutschen Reich gewaltiges Aufsehen, und teilweise große Bestürzung, hervorgerufen haben. Die Bestürzung ist indessen ebensowenig gerechtfertigt, wie es früher die überschwänglich günstigen Berichte waren, von denen die herrschende Aufregung allerdings eine Folge ist. Wie konnten nur in den letzten Tagen erst so ihörichte Nachrichten verbreitet werden, der Kronprinz werde noch in diesem Jahre nach Berlin zurückkehren! Jemand, dem em Aufenthalt in San Remo verordnet ist, kann unmöglich im November oder Dezember nach Norddeutschland kommen. Wer weiß, wann es jetzt dem Kronprinzen verstattet fein wird, heünzukehren; denn es kann ja kein Zweifel darüber mehr obwalten, daß man jetzt wieder genau auf demselben Standpunkt steht, als zu der Zeit, wo Dr. Mackenzie die Behandlung des hohen Patienten übernahm. Man werfe keinen Stein auf den britischen Arzt, es wäre unbillig; nur etwas weniger zuvor - sichllich hätte er auftreten können, dann wäre jetzt die schmerzliche Ueberrafchung erspart geblieben. Dr. Mackenzie übernahm die Behandlung des Kronprinzen auf Grund der mikroskopischen Untersuchungen Dr. Virchows, welcher festgestellt hatte, daß die Kehlkopf­wucherungen kein krebsartiges Gewächs, sondern nur ein Warzen - Gebilde seien. Dr. Mackenzie war der Ansicht, eine Operation vom Munde aus genüge zur völligen Beseitigung des Auswuchses und damit der Heiserkeit, während seine deutschen Kollegen der Ansicht waren, nur eine größere Operation könnte vollständige Heilung bringen. Dr. Mackenzie entfernte die Neu­bildungen vom Munde aus, und glaubte ein vollen Erfolg erreicht zu haben. Das war nun eben eine Täuschung. Der Kronprinz war auf der Insel Wight, in Schottland, in Toblach in Tyrol, in Venedig, am Lago Maggiore, und jetzt ist er in San Remo ange­kommen: Geholfen hat alles nichts, die Wucherung im Halse bildet sich von neuem; es ist wiederum totale Heiserkeit eingetreten. Die halbjährige Kur hat also in Bezug auf das eigentliche Leiden nichts genützt, sie hat nur das Allgemeinbefinden des hohen Herrn günstig gestaltet, was schon von nicht zu unterschätzendem Vorteil ist.

Die für Mitte der Woche angesetzte Konsultation der Aerzte in San Remo kann erst Gewiffes bringen. Wir glauben aber soviel schon sagen zu können, daß der eigentliche Charakter des Leidens auch heute noch derselbe ist, tote vor sechs Monaten. Es liegt also

Böses Gewissen.

Original-Roman von Tr. Rindler.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

In dem großen Oberlichtsaale des Kaiserhofes, btffen Mitte eine Gruppe der prächtigsten Blattpflanzen ziert, stand dicht an der Ballustrade, neben der Auf- gangsttippe zum großen Speisesaal ei» für zwei Personen gedeckter Frühstückstisch. Rings saßen au kleinen Tischen plaudernde oder speisende Fremde, uud zwischen all diesen schritt Fritz Klausner ruhelos auf und nieder. Bisweilen blickte «f zu einem der Fenster hinauf und sah dann nach der Uhr; oberer bemerkte nicht, daß üben die Vorhänge ein klein wenig auseinandergeschobe» wurden uud ihn ein paar dunkle Augen eine Minute laug beobachteten.

Horteuse nickte befriedigt, als ste seine Ungeduld sah; dann musterte sie vor einem großen Spiegel ihre ganze Erscheinung uud lehute sich in einen Fauteuille. Sie hatte Fritz noch nicht wiedergesehen, seit er sie gestern aus dem Koupee gehoben und sie dann bis au ihr Zimmer iw Hotel geleitet hatte. Sie hatte mit Vorbedacht ein längeres Zusammensein unter vier Augen zu vermeide» getrachtet; denn sie wollte noch einmal mit sich zu Rate gehen, ihren endlich gefaßte» Entschluß »och einmal durchdenken, jedes Für und Wider prüfen. Fast die ganze lange Nacht hatte sie dazu gebraucht, uud nun war es klar uud ruhig in ihr geworden. Mußte sie ihre Zeit doch auSuutzeu, in drei bis vier Tagen konnte Felix zurück sei», und der durste ihr nicht dazwischen komme». Sie hatte ihre» Plan ans Fritzs großmütiges Herz gebaut. Ein Mau», der wahrhaft liebt, verzeiht jedes Vergehen, wenn es nicht dirett gegen Treue und Liebe verstößt. Eine Beichte.aber jener anderen Vergehen mit diesem demütige» sich Unterwerfe» »Mer seine» Richterspruch sie würde sein empfängliches, UebeglüheudeS Herz nur »och inniger rühren. Uud was hatte sie denn zu beichten? Sine kleine Un­

fein Krebs oderHalsschwindsucht", wie im Volke geredet wird, vor, sondern nur die einfache Warzen­neubildung. Wir können uns allerdings darauf ge­faßt machen, daß die Beseitigung derselben nach den bisherigen Erfahrungen eine außerordentlich lang­wierige sein und den Kronprinzen noch manchen Monat vom öffentlichen Leben fernhalten wird. Die Warzenbildung bedingt so lange keine direkte Gefahr, als sie nicht zu einem größeren Gewächs sich aus- dehnt, welches eine Operation auf Leben und Tod erforderlich machen würde. Und dafür liegt nicht das geringste Anzeigen vor. Gegenwärtig kommt nur die allerdings sehr lästige Heiserkeit inbetracht, die gerade der an offenes Aussprechen so sehr ge­wöhnte Kronprinz so sehr schwer empfand. Im Laufe der Monate hat er sich aber schon mehr daran gewöhnt, zu schweigen; es kann ihm also in der Zukunft doch nicht mehr ganz so bitter fallen, die Rolle eines Stummen zu spielen. Erfreulich ist bei der ganzen Sache nur, daß Mackenzie sich rasch entschlossen hat, den Rat anderer Autoritäten auf diesem Gebiete einzuholen. Schnelle Hilfe wiegt doppelt und das in Rede stehende Leben ist doch zu kostbar, als daß es ärztlichen Experimenten unter­worfen werden könnte. Man wird aufgrund der Neubildung die Behandlung des fürstlichen Patienten zweifelsohne ändern müssen, und es ist die Frage, ob der Aufenthalt in San Remo fortgesetzt werden kann. Es wird wohl ein noch geschützter liegender Ort aufgesucht werden muffen, damit die erforder­liche örtliche Behandlung in dem Klima eine volle Unterstützung erhält. Angesichts der neuen Nach­richten aus San Remo konzenttiert sich in ganz Deutschland das Interesse einzig und allein auf den Kronprinzen, der bei allen Stämmen unseres Vater­landes gleich verehrt wird. Es ist ein harter Schlag aber auch für unseren greifen Kaiser, der nun schon Monate lang von dem einzigen Sohne getrennt ist. Wir können es mitfühlen, wie das den kaiserlichen Herrn bedrückt. Der mehr denn 90jährige Greis erholt sich von all den kleinen Anfechtungen, welche dies hohe Alter naturgemäß mit sich bringt, mit er­staunlicher Schnelligkeit; fein in voller Manneskraft stehender Sohn kuriert nun schon Monate lang! Aber hoffen und wünschen wir aus vollem, treuen Herzen, daß die jetzige Wendung in dem Leiden des Kron­prinzen schließlich doch eine Wendung zum Besseren bedeute, die ihn zuletzt gesund und frisch wie zuvor zu uns heimkommen läßt.

Wahrheit, eine Lüge, die längst zur Wahrheit ge­worden; denn wenn sie vorher Gefühle erheuchelt, jetzt wurde sie von ihnen beherrscht. Bei Gott, sie liebte diesen Maun, von dem ste vorher nichts ge­wollt, als sein Geld. Jetzt sehnte sie sich nach seinen Liebkosungen.

Da klopfte es. Auf ihr «Herrein" erschien Fritz zwischen den Portiere», und es war eine echte Herzens­freude, welche sie ihm beide Hände eutgegensttecken ließ. Im nächsten Moment lag er vor ihr auf den Knie» und preßte ihre kühlen, schmalen Hände gegen seine pochenden Schläfe. Dabei schaute er zu ihr auf mit einem Blick namenlosen Entzückens, an das er kaum zu glauben wagte, und seine Lippen stammelten: »Hortense, Hoitense! habe ich Dich endlich wieder? Du süßes, böses, geliebtes Weib, wie hast Du mich gequält; welche Schmerzen der Sehnsucht habe ich um Dich getragen. Aber nun ist alles gut. Ich habe Dich wieder, und nun sage mir auch, baß Du mich uie wieder verlassen willst, daß Dn mich liebst, wie ich Dich liebe, unendlich uud ohne Maß, und daß Du Dich mir zu eigen geben willst, ganz und für olle Zeit mein Weib!"

Wie diese Worte von seinen bebenden Lippe» sprudelten, uud wie sie seine Höheriu berauschten. O, Horteuse hatte nie geglaubt, daß Worte, uur Worte, so beseligen könnte», uud nun gab sie sich ganz diesem ueneu, ungeahnten Gefühle hin, diesem Gefühle des Aufgehens in einem andern, des völligen SelbstvergeffeuS. Die fast elementare Gewalt seiner Leidenschaft hatte auch sie mit fortgerissen; helle Thräuen, Thränen, wie sie solche noch uie geweint; traten in ihre Augen uud rannen langsam über die vor Erregung bleichen Wange». Der Anblick dieser Hellen Tropfen in ihren glückstrahlenden Augen »ahm völlig all seine Sinne gefangen.

«Hortense!' flehte er, «Geliebte! laß mich dies ewig süße Wort von Deinen Lippen höre», sage es mir: «Ich liebe Dich!*

Deutsches Reich.

Berlin, 9. Nov. Der Kaiser stand heute nach 1 Uhr auf und nahm die Vorttäge des Oberhof­marschalls Grafen Perponcher und des Geh. Kabinetts­rats v. Wilmowstt entgegen. Den Abendblättern zufolge wird Prinz Heinrich gegen Ende dieser Woche aus Darmstadt hier zurückerwartet. DieNat.- Ztg." meldet: Generalarzt Dr. von Lauer, Leibarzt des Kaisers, ist seit einigen Tagen nicht unerheblich an einem Lungenkatarrh erkrankt und bettlägerig. Sein Zustand ist aber in der Besserung begriffen. Der Kaiser läßt sich täglich teilnahmsvoll nach dem Befinden des Patienten erkundigen. Als Fürst­bischof Dr. Kopp vor feiner Inthronisation in Berlin den Eid leistete, war er durch die Abwesenheit Sr. Majestät des Kaisers, welcher sich damals in Baden- Baden aufhielt, verhindert, Allerhöchstdemfelben feine Aufwartung zu machen. Der Fürstbischof kam nach der Rückkehr des Kaisers von Breslau aus um eine Audienz ein, welche ihm auch in den Tagen bis zum 15. d. Mts. huldreichst bewilligt wurde. Hiernach konnte Dr. Kopp die Vorbereitungen für seinen demnächstigen Besuch in Wien treffen, wo er sich wegen des österreichischen Anteils feiner Diözese dem Kaiser Franz Joseph vorzustellen hat. Im Hin­blick auf die Audienz bei Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm wurde für die Vorstellung in Wien der 16. und 17. November festgesetzt. Infolge inzwischen eingetretenen Allerhöchsten Unwohlseins mußte dem Fürstbischoff Kopp mitgeteilt werden, daß sein Em­pfang bei Kaiser Wilhelm vor dem 16. Nov. nicht stattfinden könnte, daß er sich aber durch diese Ver­zögerung nicht bestimmen lassen sollte, die wegen seines Besuches in Wien getroffene Vereinbarung ab­zuändern. Demnach wird der Fürstbischof erst nach feiner Rückkehr von Wien von Seiner Majestät hier empfangen werden. In der heutigen Sitzung des Landesökonomiekollegiums, in der über die Kolonisation der Ems-Moore verhandelt wurde, erklärte Minister Lucius: Er habe mit Interesse von den Kolonisations­bestrebungen und den Beschlüssen des Hannoverschen Landtages Kenntnis genommen. Das thatkräftige Vorgehen des Landtags zeitigte Früchte, welche durch die Initiative der Staatsregierung vorbereitet waren. Der Ausbau der Ernskanäle werde mit vollster Energie gefördert werden. Der nächste Etat werde bereits für diesen Ausbau sorgen. Die Regierung sei bestrebt, das begonnene Werk zu Ende zu führen. Der Ausbau des Südkanals werde in erster Linie in Angriff genommen. Hierauf wurde der Antrag

Und sie sprach es ihm nach, bebend vor nnge- ahnter Wonne: «Ich liebe Dich!"

Es wurde ganz still in dem Gemach, nur dann uud wann klang ein leiser Ton durch den Raum. Man wußte nicht, war es Schluchzen oder Jauchzen, aber eines war gewiß, daß er aus glückseligen Herzen kam. So blieb es lange, lange Zeit.----

Der Koch hatte bet dem Kellner unten schon ver­schiedene Male anfragen lasse», ob das vor Stunden bestellte Gabelfrühstück für Nr. 8 und 10 denn nicht endlich aufgetragen werden könne. Es verderbe ja alles. Aber Nr. 8 und 10 ließen absolut nichts von sich hören, und zum sechsten Mal erhielt der Koch die Antwort: Noch nicht! Die Beiden oben dachten freilich an nichts weniger, als an dies Frühstück.

Nachdem sie sich nun endlich aus feinen Armen so weit hatte losmacheu können, um ihn von dem Teppich emporzvziehe», ganz dicht an ihre Seite auf das Polster, da schlang sie nun ihrerseits die Arme um seine» Hals, daß die offenen Aermel weit davon zurückfieleu, und dann erzählte sie ihm mit jauchzender Stimme, wie sie sich nach ihm gesehnt, wie sie sich diese Stunde bisweilen erträumt, freilich nicht halb so schön, als sie nun wahrhaft sei, uud wie sie doch nach solch einem Traume jedesmal sich seufzend ge. sagt: Es wird nie kommen; den Platz an seinem Herze» verdient eine Würdigere als ich. Und als er darauf ihre Lippen küßte, die so ihörichte Worte zu sprechen vermochte», da plötzlich ließ sie die Arme von seinem Nacken matt herabsinke»; ein wehmütiger Ausdruck lagerte sich über ihr schönes Antlitz, und mit einem fast ängstliche» Blick in seine Auge», flüsterte sie: «Fritz, weißt Du denn schon, wer und was ich bin? Du kennst »och so gut wie nichts von dem Lebe», da» hinter mir liegt, und wenn Du es kenntest, würdest Du auch dann noch mich mit Deiner Liebe beseligen? Komm, laß mich Dir beichten! Ich will nicht, daß Du mir eines Tages sagst, ich habe mich durch Bettug in Dein Herz gestohlen, lieber magst Du Dich jetzt gleich von mir wenden. Es

Danckelmanns angenommen. Das Landesökonomie- Kollegium anerkennt, daß die von der Provinz Han­nover in Angriff genommene Kultur der Hochmoore, ebenso wie die Aufforstung der Haideländereien-Unter- nehmungen von weittragender Bedeutung seien und jede Förderung verdienen." Dem Vernehmen der Bert. Pol. Nachr." nach, haben die Grundzüge zur Alters- und Invaliden - Versorgung der Arbeiter die Genehmigung Sr. Majestät des Kaisers gefunden, und wird nunmehr das preußische Staatsministerium Darüber beschließen, ob und wann der Volkswirt- ^chaftsrat zusummentreten soll. Man nimmt an, daß Derselbe noch in dieser Woche einberufen werden und gegen Mitte nächster Woche hier zusammentreten könnte; ließe sich dies ermöglichen, so würde noch reichlich Zeit übrig bleiben, um die Arbeiten zu Ende zu führen, ehe der Reichstag in die seinen einge­treten ist. Dem Vernehmen nach soll die Vorlage daran festhalten, daß die Alters- und Jnvaliden- Versorgung zugleich für alle Arbeiter das sind circa 12 0OO0OO Personen in Kraft gesetzt werde, ein Vorschlag, welcher auch in Kreisen der Industrie lebhaft befürwortet wird. Ob dem später zufammen- tretenden Staatsrat gleichfalls die Grundzüge, event. die nach den Vorschlägen des Volkswirtschaftsrates umgearbeiteten Grundzüge oder der völlig ausgear­beitete Gesetzentwurf zur Beratung zngehen soll, scheint noch nicht festzustehen; endgültige Beschlüsse hierüber dürften wohl erst nach Beendigung der Arbeiten des Volkswirtschaftsrates gefaßt werden.

lieber den Gesundheitszustand des Kronprinzen liegen hier neue thatsächliche Mitteilungen bis zur Stunde nicht vor. Die nach San Remo berufenen Aerzte werden heute mittag dort sämtlich eingetroffen fein. Bis jetzt ist, wie den zahlreich umlaufende» Gerüchten gegenüber wiederholt betont fein mag, auch den hiesigen beteiligten und maßgebenden Per­sönlichkeiten über die Natur und den Charatter der neuerdings aufgetretenen Verschlimmerung nicht mehr bekannt, als was auch in den Zeitungen mitgeteilt worden ist. Die erste Nachricht von der Ver­schlimmerung ist thatsächlich auch erst in der Nacht vom Sonntag zum Montag hier eingetroffen. Absolut unrichtig ist die Angabe österreichischer Blätter, daß Professor Schrötter bald nach seinem Eintreffen eine Operation vornehmen soll. Es ist selbstverständlich über eine Operation noch nichts beschlossen, die Ent­scheidung darüber hängt von der Untersuchung und der Beratung der Aerzte ab. Eine größere Operation von Außen würde auch nicht in San Remv vorge­nommen werden. Der Kaiser hat, wie wir aus

würde mich töten, aber sterben in diesem Augenblick, noch mit dem sanften Druck Deines Kusses auf den Lippen: o, es wäre ein schöner Tod."

Da fühlte sie sich wieder von seinen Armen um­schlungen und ihr Antlitz von seinen Küssen bedeckt.

«Engel Du," flüsterte er zwischen seinen Lieb, kosungen hindurch, «was brauche ich weiter von Dir zu kenne», als Dich selbst, wie ich Dich hier in meinen Armen halte. So liebe ich Dich, ohne jenes Wenn und Aber. Was soll mir die Vergangenheit, laß sie begraben sei», wie sie auch gewesen- nur dankbar will ich ihr sein, daß sie Dich zu dem ge­staltet, was jetzt mein ganzes Herz erfüllt, zu dem süßen, hingebenden bezaubernden Weibe. Und damtt genug von ihr. Ist Dir die Gegenwart nicht genug, um all Dein Fühlen und Denken zu erfüllen, nun, so laß uns von der Zukunft sprechen. Wann darf ich Dich heimführe», meine Braut?"

Eine rosige Glut ergoß sich über ihr Antlitz, und es an seiner Brust verbergend, flüsterte sie:Bald!"

Da trat Joseph ein, zu fragen, ob die Herr­schaften das bestellte Essen noch eiuzvnehmen dächten.

«Wir kommen sogleich," entgegnete Fritz.

Als der Diener sich wieder entfernt, legte Hor­teuse schmeichelnd die Hand auf Fritzs Schulter und sagte: «Ich habe »och eine Bitte an Dich. Mrft D» sie mir erfüllen?"

«Jede Geliebte."

«Daun laß n»S unsere Verlobnng noch geheim halten. Es ist so viel süßer, und weshalb sollten wir unser junges Glück gleich den kalten, neugierigen Blicken der Welt aussetzen."

Er stimmte ihr lebhaft bei; beim die blonde Mädchengestalt vom Arhssee, die schon vorhin, als Horteuse die Vergangenheit erwähnte, sich zwischen sie und ihn zn drängen versucht, trat wieder vor seine Gedanken. Und er wollte jetzt durch nichts an jene Zeit erinnert werden, die ihm sein gegenwärttgeS Glück vielleicht nicht so sonnenklar gezeigt hätte. Und unter dem Eindruck dieser hellen Kiuderangeu aus