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Illustriertes Sonntagsblatt.

1887.

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moralische Eroberungen für die Sache des Friedens machen. Ueberall und auch bei unseren Nachbarn im Osten und Westen giebt es eine große Anzahl friedlich gesinnter Leute, welche sehr wohl wisfen, daß die Kultur im allgemeinen und vor allem das Erblühen jeder wirtschaftlichen Prosperität, daß ins­besondere der Aufschwung von Handel, Verkehr und k Gewerbefleiß von der Herstellung dauernder, den Frieden sichernder Zustände abhängt. Ihre Stimme

die Vereinigung der drei wesentlich auf die Erhal­tung des Bestehenden bedachten und von Macht- gclüsten freien Staaten muß nothwendigerweife auch

friedliebenden Elemente erst aus dem Vorhandensein der Friedensliga werden die Hoffnung gewonnen t haben, daß sie mit ihrer Anschauung durchdringen, l so wird sie ohne Zweifel sich in höherem Maße als bisher geltend machen und mit Kraft von innen gegen die friedenstörenden Tendenzen reagieren. Wenn man erwägt, daß alle Gründe der Vernunft für die sticdliche Entwickelung sprechen, müßte man mit

Frieden, so bereite den Krieg vor.) Aber der Friedens- buud der drei Mächte wirkt nicht nur als Friedens- ; erhaltcr, indem er die zur Verteidigung des Friedens vorhandenen Kräfte sammelt und damit stärkt, sondern

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Sicherheit auf Erfolg rechnen. Freilich lasfen sich unsere Nachbaren nicht immer von Gründen der Ver- nunst leiten.

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Fra« Dr. Reich hatte ihrer jungen Herrin für den Rest des abends wieder vergebens ihre Gesell­schaft anbieten lassen. Sie war abgewiesen worden und hatte sich in ihr Zimmer zurückgezogen. Die Baronesse hatte dagegen die alte Marthe zu sich be- fchieden, um sich von ihr durch all die Gemächer des stattlichen Hauses führen zu lassen, und bei jedem einzelnen Raum mußte sie erzählen, wozu er gedient, ob jedes Stück der Ausstattung noch genau so sei, wie zu der Zeit, als ihre erste Mutter hier geweilt. Daun endlich ließ sie auch den alten Florenz noch zu sich entbieten. Er hatte schon in den Diensten ihres Vaters gestanden, als dieser noch unvermählr gewesen. O, und wieviel wußte er zu erzählen von ihm, von seinem kühnen, ritterlichen Wesen, seiner männliche», düster» Schönheit und'sie lauschte mit vorgeueigtem Haupt, die Augen fest auf die Lippen des Sprechenden geheftet, um kein Wort zu verlieren.

ES war spät in der Nacht, als sie die beiden treuen Alten zur Rohe schickte. Auch Babette hatte sie eutlasseu: denn sie verstand, wie sie lächelnd sagte, sich selbst zu bedienen. Aber sie hatte noch nicht die Absicht, ihr Lager zu suchen.' Als es ringsum still geworden war, ergriff sie die Lampe und trat in den kleinen Empfaugsalon, in welchem ihre Mutter da­mals die Unterredung mit dem Justizrat Herwarth gehabt. Dort, wußte sie, mußte das lebensgroße Bild des VaterS hänge». Mit zitternder Hand stellte sie die Lampe auf einen nahen Tisch, dann trat sie vor das Bild und ergriff die Schnur, um den Vor­hang davon zmückzuzichcu. Ehe sie es aber that, hob sie noch einmal die gefalteten Hände flehend empor: .Vater, eS war ja nicht meine Schuld, daß damals ich leben blieb, als Kart sterben mußte.' Dann zog sie an der Schnur, der Vorhang wich zur Seite, und sie schaute in das fchöve, düstere Antlitz wtt den mächtigen Augen, die solche Allgewalt aus­geübt über das Herz ihrer Mutter. Sie schaute hinauf, ihre Züge verklärten sich, und doch raunen

Thränen aus ihren Augen nieder; langsam, allwälig sank sie auf die Knie, und so verharrte sie und sprach zu dem Bilde lange, lange Zeit in schluchzenden, jauchzenden Töne»--

-Am nächsten Vormittag befahl die Baromsse den Wagen. Frau Dr. Reich erbot sich, sie auf ihrer Spazierfahrt zu begleiten.

.Es ist ein Besuch, den ich machen will," ent­gegnete Grethe, .und zu dem muß ich schon allein sein.- Sie rief dem Kutscher eine Adresse zu, und gleich darauf kreuzte der Wagen das bunte Treiben auf dem Potsdamer Platz, lenkte in die Leipziger Straße ein und hielt bald darauf vor einem statt­lichen Hause in der Wilhelmsstraße. Wenige Mi­nuten später saß die kleine Grethe drobeu in einem altmodisch ausgestatteten Zimmer zu Füßen einer kleinen, verwachsenen, alten Dame. Sie hatte den Kopf des jungen Mädchens zwischen ihre beiden Hände genommen und küßte ihr den blonden Scheitel.

.Ach, Kind,' sagte sie dann, als sie eine lange Erzählung der kleinen Grethe angehört,wie thöricht find wir in uosern Sorgen und Aengste». Der liebe Gott macht alles immer so ganz anders, als wir denken und wünschen können. Da habe ich Tage und Nächte lang mich gebangt und gesorgt, was aus Euch werden soll, als der Fritz mir erzählte, daß Ihr Euch verlobt hättet. Ein arme 8 Mädchen und ein armer Mann, sagte ich mir, wovon sollen die leben; denn das Gedichtemache», siehst Du, Kind, es ist eine schöne Kuntz; aber viel Geld bringt eS nun einmal nicht ein. Und ich, siehst Dn, ich habe nur ein kleines Vermöge», das Euch auch nicht viel ge­holfen hätte. Und mit diesen Gedanken habe ich mich geängstigt nnd gequält, und nun ist alles um­sonst gewesen. Da hat der Fritz daS große Ver­wögen meines Bruders bekomme», und Dn bist Plötz, lich eine reiche Baronesse geworden. So geht es meist mit unser» großen Sorgen er ist alles umsonst.'

Und daun sprachen sie vo» Fritz und wußte» ein-

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Böses Gewissen.

Original-Roman von Tr. Rindler.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

ander so viel Gutes von ihm zu sagen, daß sie gar nicht merkten, wie die Zeit verging. Als sie sich endlich trennten, fragte Grethe: .Nicht wahr, ich darf wieder kommen's' Und die kleine Dame entgegnete: Recht bald und recht oft.'

Als Grethe wieder im Wagen saß und noch ein­mal zn dem Fenster, von dem Tante Martha ihr nachschaute, zurückblickte, da wußte sie, dies Zimmer dort oben und dies Herz darin, sie würden ihre Zu» fluchtsstätte sein, wenn sie sich einmal in der großen fremden Welt hier draußen nicht zurechtfinden konnte.

* *

Es war eine tolle Jagd, die Fritz während der letzten sechs Wochen von Ort zu Ort, von Hotel zu Hotel, aus einem Bahnzug tu den andern getrieben, immer ans Hortenses Spur, immer in der Hoffnung, sie zu finden. Mit dem Grafen Dammark war er öfter als einmal auf seinen Kreuz- und Quertomen zusammengetroffen, und öfter als einmal auch hatte ihm derselbe einen Wink zu geben vermocht, nach welcher Richtung Hortense sich gewandt. Er mußte, um dergleichen unauffällig zu erfragen, freilich immer dem Grafen eine Nacht zum Spiel opfern, und er hatte kolossales Unglück dabei. Solch eine Nacht kostete ihm gewöhnlich ganz bedeutende Summen; aber Fritz freute sich darüber; denn wer Unglück im Spiel hat, hat Glück in der Liebe; und die Ver­liebte» sind stets abergläubisch. Bisweilen war es wohl auch vorge komme», daß er Tage lang sich mit Hortense in der gleichen Stadt aufgehalte», um eist bei ihrer Abreise auf ihre Spur zu kommen.

So war eS auch jetzt. Drei Tage schon hielt Fritz sich in Leipzig ans, ohne Hortense zu finden, und doch hatte ste ihn, hinter den Vorhang ihres Fensters versteckt, mehrere Male die Sttaßen kreuzen sehen. Jetzt ruhte sie auf einer Chaiselongue in ihrem Zimmer und Graf Dammark stand vor ihr.

,Dn bist ein Kind, Honevse,' ries er erregt. .Nun, nun, mon eher frire, ereifere Dich nicht.

kann. Allein durch diese Beobachtung tritt die weitere Schivierigkeit ein, daß es ungewiß bleibt, ob Dr. Mackenzie wieder einen Teil behufs mikroskopischer Untersuchung exttahieren kann, weil eben die neue Sprießung so tief liegt. Mackenzie glaubt, er könne dies wahrscheinlich abermals thun. In diesem Falle wird wieder ein Aufschub von einigen Tagen notwendig, bis Virchows Gutachten über die extrahierten Parttkel ankommt. Kann jedoch Dr. Mackenzie jetzt ein ueues Stückchen nicht exttahieren, dann werden die Aerzte blos nach Besichtigung mittelst des Kehlkopfspiegels ich über die weitere Behandlung enffcherden müssen. Inzwischen erhält der Kronprinz lindernde Mittel und Gspillen. Dr. Mackenzie ist auf das Ent- chiedenste gegen jede Operation von Außen. Ich reue mich, melden zu können, daß der Zustand des Kronprinzen heute abend viel besser ist, als gestern; auch seine Stimme. Die Kronprinzessin ist wunderbar aufopfernd in Sorgfalt und unermüdlicher Pflege. Der Kronprinz ist heiter und unverändert guter Stimmung. Dr. Mackenzie teilte demselben genau den Stand der Krankheit mit.

Die Nachsteuer auf Branntwein dürfte etwa 18 Mill. Mk. im Ganzen einbringen. Wie viel von diesem Aufkommen dem laufenden und wie viel dem nächsten Etatsjahre zu Gute kommen wird, hängt davon ab, in welchem Umfange von der Berechtigung, iechsmonatlichen Kredit gegen Sicherstellung zu er­halten, Gebrauch gemacht wird. Alle auf 6 Monate kreditirten Steuerbeträge kommen erst dem nächsten Rechnungsjahre zu Gute. Dies gilt von der Nach- leuer so gut wie von der Verbrauchsabgabe selbst. Eine sichere Veranschlagung ist bei den durch den Betrag der Steuer wesentlich veränderten Verhält­nissen nicht gut möglich. Mit den hieraus sich er­gebenden Vorbehalten wird der auf das laufende Jahr entfallende Betrag auf 10 Mill. Mk. ange­nommen werden können, der Rest mit 8 Mill. Mk. würde dem nächsten Jahre zu Gute kommen. Nach Abzug der 6pCt. Erhebungskosten, welche vorweg den Bundesstaaten zufließen, wird der Reinertrag der Verbrauchsabgabe von Branntwein für 1888/89 auf rund 1Q8 Mill. Mk. zu veranschlagen sein, und zwar einschließlich des Aufkommens aus den früher der Brannt­weinsteuergemeinschaft nicht angehörenden Bundes­staaten. Diese Summe kommt, wie die Nachsteuer, nach dem Mattikularfuß zur Ueberweifung an die Bundesstaaten. Außer dem aus dem Branntwein­steuergesetz hiernach sich ergebenden Ueberweisungs- bettage von 116 Mill. Mk. werden für 1888/89 etwa 150 Mill. Mk. an Ueberweisungen vorzusehen

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Die Friedensliga

zwischen den zentraleuropäischen Staaten Deutschland, Oesterreich und Italien verfolgt naturgemäß mit den Zweck, für den Fall des Krieges den Erfolg so gut dlg irgend möglich zu sichern. Dies gilt insbesondere für den Fall einer Koalition derjenigen Mächte, welche wie Frankreich und Rußland zum Teil seit lange, zum Teil wenigstens in neuerer Zeit gleich ftiedliche Absichten nicht erkennen ließen. Allein dies ist nicht nur der einzige, sondern auch nicht der zunächst und in erster Linie in Betracht kommende Zweck der Tripelalliance,

Wie die gesamte deutsche Politik von dem Ge­danken der Erhaltung des Friedens getragen und ge­leitet wird, verfolgt das bezeichnete Bündnis der drei mitteleuropäischen Großmächte weit mehr vor­nehmlich auch den Zweck, eine Bedrohung des Frie­dens zu verhüten. In dieser Hmsicht wirkt an sich der Zusammenschluß der Mächte zu Schutz und Trutz schon erheblich; von ihm gilt gleichfalls die alte Regel: si vis pacem para bellum I (Willst du den

sermaitz btfelbt. nid), fader, in cböntzosf her gl reißet. Buissm

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im Betrag von zirka 15 Millionen bilden jedenfalls Minusposten des nächstjährigen Etats der Verbrauchs­teuern. Wesentliche Plusposten sind: Reinertrag der Branntwein-Konsumsteuer (108 Millionen) und Nachsteuer 8. Millionen. Wie es heißt, genehmigte der Kaiser die Grundzüge zur Alters- und Jnvaliden- versorgung der Arbeiter. Das Staatsministertum wird über den Zusammenttitt des Volkswirtschasts- rats beschließen, der voraussichtlich nächste Woche zusammentreten dürfte. Dem Vernehmen nach soll die Vorlage daran festhalten, daß die Alters- und Jnvalidenversorgung zugleich für alle Arbeiter, zirka 12 Millionen, in Kraft gesetzt werde.

Neue tatsächliche Meldungen über das Be­enden des Kronprinzen liegen im ,,Berl. Tagebl." vor, dessen in San Remo stationierter Korrespondent offenbar von Dr. Mackenzie selbst informiert wird. Derselbe berichtet vom gestrigen Tage: Die erste weitere Extrahierung, welche Dr. Mackenzie heute abend vornehmen wollte, wurde bis nach der An­kunft Prof. Schrötters und Dr. Krauses ausgeschoben, damit dieselben im Stande wären, selbst aufs genaueste den Zustand des Halses des Kronprinzen ungestört durch einen operativen Eingriff, welcher Art auch immer, zu sehen, da durch den Aufschub eines oder zweier Tage keine weitere Gefahr entsteht. Freitag vor acht Tagen war die Stimme des Kronprinzen fast unverschleiert, besser als jemals seit dem Beginn der Krankheit, beinahe völlig klar, abgesehen von einer schwächeren Heiserkeit. Der Kehlkopf sah damals ganz befriedigend aus und zeigte nur eine ganz un­bedeutende Kongestion. Wenige Tage darauf wurde die Stimme verschleiert, die Schwellung vergrößerte sich etwas, der Kronprinz fühlte Unbehagen tm Halse; alle diese Symptome deuteten zweifellos den Beginn einer neuen Wucherung oder eine neue Entzündung und Verdickung der Schleimhaut an. Wäre letzteres der Fall, dann würde noch immer Virchows Analyse, daß die Wucherung gutartiger Natur sei, vielleicht zutreffend sein. Die den Kronprinzen begleitenden Aerzte riefen darum Dr. Mackenzie herbei, welcher auch gestern ankam und dessen erste Untersuchung das Resultat ergab, daß sofort augenscheinliche Be­sorgnisse gehegt wurden, so daß Mackenzie die so­fortige Zuziehung anderer Spezialisten empfahl. Während nämlich die frühere Wucherung keine ge­fährlichen, charakteristischen Merkmale besaß, nach dem Augenscheine und der Analyse Virchows gutartig war, besitzt das jetzige Sprießen schon dem Augenscheine nach einen anderen Charakter, dessen genaue Natur nur durch mikroskopische Untersuchung festgestellt werden

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg md Kirchhain

Expeditione Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch.

__ war für das junge Mädchen alles wie ein Traum, ein schwerer, bedrückender Traum, als sie bald darauf in dem Ahnensaal vor dem Katafalk taub, mitten in der kleinen Traueigesellschaft. Cs

Deutsches Reich.

Berlin. 8. Nov. Ter Kaiser stand heute nach ein Uhr auf und nahm die Vorträge des Oberhof­marschalls Grafen Perponcher und des Chefs des Militärkabinetts Generals von Albedyll entgegen. lieber den Zustand des Kronprinzen wird demBerl. Tageblatt" ans San Remo depeschiert:Mackenzie 'and bei der letzten Untersuchung eine neu entwickelte Wucherung ettva einen halben Zoll unter dem Stnnm- band. Diese neue Wucherung sieht ungünstig aus, obwohl ihre genaue Natur noch nicht scstgestellt ist. Das Leiden wird durch diese unerwartete Neubildung bedenklich, wenn auch wohl eine unmittelbare Gefahr nicht vorliegt. Eine neue Untersuchung soll feststellen, ob und welche Operation vorzunehmen ist. Bei der tiefen Lage der Neubildung ist ein Eingriff schwieriger." Es gilt nunmehr für sicher, daß Fürst Bismarck während des Besuches des russischen Kaisers hierher kommt. Ter Bruder des Zaren, Großfürst Alexis, trifft am Freitag hier ein und wird den Zaren hier erwarten. Die91. Allg. Ztg." widmet dem ehemaligen amerikanischen Gesandten in Paris, Eli hu B. Washburne, dessen kürzlichen Tod auch wir be­klagten, folgenden Nachruf: Die amerikanische Preffe widmet dem Verstorbenen Nachrufe warmer An­erkennung; in Deutschland hat man nicht vergessen, daß Washburne es war, der während des Krieges 1870/71, die in Paris zurückgebliebenen Deutschen, trotz des blinden Hasses, mit dem eine krankhaft erregte Bevölkerung diese verfolgte, unter den Schutz des Sternenbanners der Vereinigten Staaten nahm und viele von ihnen vor Unbill bewahrte, was nicht nur Besonnenheit und Gewandtheit, sondern auch großen persönlichen 9Jlut und aufopfernde, unbeugsame Pflichttreue erheischte. Washburne besaß diese edelsten staatsmännischen Tugenden in ungewöhnlich hohem Grade und wurde, ohne je zu schwanken allen An­forderungen gerecht, die infolge der ihm anvertrauten fchwierigen Mifsion an ihn heranttaten. Seine damalige Amtsführung hat noch wesentlich dazu bei­getragen, um die Innigkeit der auf traditioneller und niemals getrübter Freundschaft beruhenden nahen Be­ziehungen zwischen den beiden stammcsverwandten Völkern zu erhöhen, und in der Geschichte des deutschen Volkes ist dem amerikanischen Diplomaten ein dank­bares und ehrenvolles Andenken gesichert. Dem Vernehmen nach dürften die regelmäßigen Einnahmen aus der Zuckersteuer um etwa zwei Millionen Mark hinter dem laufenden Etat zurückbleiben. Dieser Betrag und der Minderertrag der Maifchbottichsteuer

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War alles so fremd, jedes Gesicht der Leidtragenden, jedes dort oben in den Goldrahmen, der Prediger, der doch davon erzählte, sie getauft zu haben, dir ganze Umgebung, ja sie selbst in dem lang nach­schleppenden, schwarzen Bewände. Endlich war die Rede zu Ende. Grethe hörte nichts von dem Flüstern, das durch die Gesellschaft ging und dessen Gegenstand fie war. Sie ließ sich vo» dem alten Florenz einen Mantel nm die Schulter legen, und bann von dem Zustizrat in den Wagen heben, der sie langsam hinans- stchr auf den Friedhof, auf dem die Barone von Hindelang in ihrer Gruft anöruhten von allen Sorgen »ud Freude» des Lebens. Unter Fackelschein wurde der Sarg hinabgelassen; ein kurzes Gebet des Pre­digers und bann schloß sich bie Gruft über der Fra», die so heiß zu lieben und so bitter zu hassen verstanden.

ES war sehr kalt, nvd die kleine Tranergesell- 'chaft wollte stch gern entfernen; aber man mußte doch abwarten, bis die Baronesse sich zn ihrem Wagen inrüdgeleiten lassen würde. Doch sie stand da, so völlig i» sich versunken, als habe sie ihre ganze Um­gebung vergessen und als fühlte sie nichts von bet Kälte. Da plötzlich sank ste in die Knie nieder, preßte die gefallenen Hände vor die Ange» und murmelte: .Mutter! Mutter! Ich konnte, ich durfte nicht an­ders! Ich muß gut zu machen suchen, was Du an deinem teuren, lieben Vater gesündigt. Ruhe sanft, M Tode wieder mit ihm vereint!' Dann sanken ihre Hände matt herab und ihre Lippen flüsterten leise ein Gebet für die Ruhe der teuren Tote».

. wird nur zu oft von den lauten Aeußeruugen des [bOö7 Ehrgeizes und der Leidenschaft übertönt Wenn diese

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und $ll><**Vfi****<* Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes,

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10 Pfg_, Reklamen für die Zeile 25 Pfg. Daube u. Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover. Paris.

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