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Illustriertes Sonntagsblatt.
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kann. So ist es immer gewesen, und wird auch in Zukunft so bleiben. Wenn beschriebene Bogen den Weltfrieden erhalten könnten, dann brauchten wir keine gewaltigen Armeen mehr, und besonders die neutralen Staaten hätten es nicht nötig, ihre Wehrkraft immer mehr zu verstärken, wie sie es doch gegen-
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ind auch Gibraltar, deutend in ich aber
alle seine Stationen im Mittelmeer, Malta, Cypern wertlos oder dach be- ihrem Werte gemindert. Darum handelt gerade alles für die Franzosen k Das
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welche zwar hochbefriedigt über den Abschluß der Neutralitätskonvention sind, aber doch energisch fordern, auch Egypten müsse für neutral erklärt werden, denn erst habe die Neutralisierung des Suezkanales rechten Wert. Das ist allerdings sehr richtig, aber über diesen Gegenstand wird man weniger leicht Hinwegkommen. England hat jetzt dse Kanalkonvention abgeschlossen, weil sie ihm keinen Schaden zufügen kann; aber Egypten neutralisieren, hieße nichts Anderes, als den Khedive und die egyptische Regierung dem französi- chen Einfluß preisgeben, und darauf kann und wird man sich in London nun und nimmermehr einlassen. Die Position am Ml ist für die sichere Erhaltung Indiens, dieser Grundstütze der britischen Macht, von enormer Wichtigkeit; verzichtet England darauf, so
Mittelmeer ein französischer See, ist das Pariser Ideal, das Mittelmeer eine sichere englische Wasser- traße nach Indien, so sagt man in London, beides !unn nie mit einander vereint werden. Interessant ist, daß auch bei dieser Kanal-Konvention kein Mensch nach dem rechtmäßigen Herrn des Kanals, dem Sultan, fragt; der muß einfach, und will er nicht, gehts auch ohne ihn. Natürlich wird im vorliegenden Falle die Türkei zustimmen, aber der ganze Hergang der Suezkanalkonvention, der ja im Interesse des Friedens ein langes Leben zu wünschen ist, beweist doch, daß heute gewisse Großmächte nur die remden Rechte respektieren, die ihnen nützen. Sonst bleiben sie unbeachtet.
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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen - Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expedition 2*/t Mk., bei den Postämtern 2 Alk 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld!. Jnsertmnsgebübr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Der neutrale Zuerlrarml.
Wir haben in Europa ein neutrales Belgien, eine ■ neutrale Schweiz und nun kommt auch noch ein ? neutraler Suezkanal. Tas klingt recht schön und soll bedeuten, daß bösen Kriegsgelüsten wieder einmal ein fester Riegel vorgeschoben ist. Schwarz auf Weiß estehts ja zu lesen, und wer daran zweifelt, ist ein großer Sünder. Die Neutralitäten beruhen auf einem
die el" 818 de.
Für die Monate November und Dezember nehmen alle Pvstan- stalten, auf dem Lande die Land- postboten, sowie in Kirchhain nnsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen auf die
Oberhessische Zeitung
mit deren Beiblätter
Böses Gewisse».
Original-Roman von Tr. Rindler.
(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)
Drunten im Wohnzimmer regte sich die Schläferin leise und schlug dann die Augen auf. Sie hatte so süß geschlummert. DaS war ein Genuß, der ihr seit langer Zeit sogar des Nachts selten einmal z» Teil wurde.
Die Sonne war schon hinabgesunkeu und es be» (Mn im Zimmer zu dunkeln, während draußen der Schnee mit seinem Hellen Glanz die Dämmerung fest i» halten schien. Dennoch griff die Leidende in ihrem Lehnstudl nicht nach der Klingel, um von der alten Marthe Licht bringen zu lassen. Sie sah mit Beit geöffneten Augen in die Dämmerung und es schien, als ob dort Bilder vor ihr ausstiegeu, vergangene und zukünftige. Bisweilen regten fich ihre Lippen leise, als hielte fie mit Geistern Zwiesprache, aber kein vernehmliches Wort kam von ihnen — lange Zeit. Da wurde vorsichtig die Thür geöffnet und Grethe trat geräuschlos ein. .Mama," fragte fie leise, „Mama schläfst Du?"
.Nein Kind."
.Soll ich Licht bringen?'-
„Latz das nur, aber komm, setze Dich zu mir." Das junge Mädchen rückte ein Kissen herzu und setzte fich zu Füßen der Mutter, ihre Knie umschlingend.
.Kind begann diese, mit der Hand zärtlich über das volle Blondhaar streichend, „ich fürchte, ich habe nicht recht an Dir gethan, daß ich Dich hier in diese Einsamkeit gebracht. Sag mir, hast Du Dich oft hiuauSgesehut tu dir Welt ? D» hast wenig Freuden hier genoffen, aber ich habe Dir auch den Kummer fern gehalten, jeden Kummer. Und glaub mir, das ist auch etwas Gutes. Mir hat die Welt da draußen so wehe gethan, daß ich mich vor ihr geflüchtet in diese Einsamkeit, und hier erst bin ich wieder gesundet, aber ich habe viele, viele Jahre dazu gebraucht.
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Marburg,
Freitag, 28. Oktober 1887.
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und »erlag von Joh. Lug. Loch.
Aentsches Reich. z
Berlin, 26. Oft. Der Kaiser ist heute nachmittag um 2 Uhr von Wernigerode wieder hier eingetroffen. Auf dem Wege vom Bahnhofe bis zum kaiserlichen Palais wurde er von dem Publikum enthusiastisch begrüßt. — Der Kaiser empfing gleich nach seiner Rückkehr die Meldung des Prinzen Friedrich von Hohenzollern und nahm darauf den Vortrag des Geh. Kabinettsrats v. Wilmowski entgegen. — Graf Moltke vollendet heute sein 87. Lebensjahr auf seinem Gute Kreisau in Schlesien. — Die Verteilung der Spezialetats für den Reichshaushalt auf das Etatsjahr 1888/89 hat im Bundesrate begonnen, und sind zunächst die Etatsentwürfe für die Reichskanzlei, die Reichs-Justizverwaltung, das Reichs- Eisenbahnamt und den Rechnungshof zur Ausgabe gelangt. In diesen Etatsentwürfen werden wesent-
klemmende Angst stieg in der Brust der Leidenden auf. Hatte fie Recht gethan, indem sie Grethes Verkehr mit dem jungen Manne so ruhig duldete? Und vor allen Dingen hatte sie ihre mütterliche Gewalt nicht gemißbraucht, indem fie Grethe wie ein unbe- mitteltes Bürgermädchen erzogen? Sie hatte alles gethan, ihren Geist und ihr Herz zu bilden, stets über strenge Innehaltung angenehmer, gesellschaftlicher Formen gewacht. Grethe würde sich in den hohen Prunkgemächern des Hotel Hindelang in der Residenz gerade so frei und taktvoll benehmen, wie in dem Gartenhäuschen am Aryssee, und ihre schlanke anmnttge Gestalt würde durch rauschende Pracht- gewänder kaum beffer hervorgehoben werdeu können, als durch die schlichten Kleider, die sie jetzt trug. Nur eins konnte vielleicht verhängnisvoll für sie werden, wenn fie nun bald hinauStrat in die Welt. Ihre Augen hatten nicht zu prüfen und zu unterscheiden gelernt. Sie wollte nicht daran glauben, daß es Menschen gäbe, die ttotz ihrer znr Schau gettagenen Tugenden Schurken waren.
Es ist das ja wohl der schönste Reiz eines jungen Mädchens, wenn es in seiner inneren Reinheit mit so unschuldig verklärenden Augen in die Welt und das Leben schaut, daß es darin nur Sonnenschein, nur Gutes, Schönes, Edles erblickt'
Aber solch verschönende, gläubige Augen werden verhävgnißvoll, wenn ein Mädchen auf sich selbst gestellt ist, sein Leben nach eigener Wahl zu gestalten hat — und wenn es dabei schön und vornehm und reich ist.
Ein bestechlichesAeußere, gepaart witderSchmeichelei und den Verstellungskünsten irgend eines Glücksritters, find Klippen, an denen ein Mädchenherz, das durch solche Augen blickt, gar leicht stranden kann. Und, sagte fich die Leidende, sollte sie da nicht die Schickung segnen, die schon jetzt, noch ehe dies alles zutraf, b:r kleinen Gretde eine Liebe in» Herz gegeben? Und doch — würde die Baroneffe Hindelang gerade tote die einfache Grethe Helm e» gethan, ihre Neigung
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,
sowie b. Annoncen-Bnreaux von Haasenstein und Vogler _____ _ ,
in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Mraana. Moffe in Frankfutta.M., Berlm. München u. Köln; G L. ) u u
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
Vertrage, aber ein Vertrag, auch wenn er in feier» lichster Form abgefaßt ist, bleibt doch immer nur l",K ein Stück Papier, das sehr leicht vernichtet werden
liche Forderungen nicht gestellt; das gesamte Plus der fortdauernden Ausgaben für die genannten Zentralstellen belauft sich auf 46463 Mk., hauptsächlich beruhend auf einer Vermehrung der Kanzleikräfte und der sächlichen Geschäftsbedürfnisse beim Reichsgericht, sowie der Verstärkung des Personalbestandes der Revisoren des Rechnungshofes. Die eigenen Verwaltungseinnahmen der gedachten Behörden sind zusammen um 3060 Mk. höher angesetzt. Bei den einmaligen Ausgaben zeigt sich der Rückgang von 450 000 Mk. durch Minderbedarf für den Bau des Reichsgerichts - Gebäudes. — Dem Bundesrate und Reichstage wird auch für die nächste Session ein Gesetzentwurf, betreffend die Rechtsverhältnisse der deutschen Schutzgebiete, zugehen, welcher im wesentlichen denselben Inhalt wie der in der vorigen Session vorgelegte Entwurf haben und nur einige Modifikationen aufweisen dürfte, welche sich aus den in der Zwischenzeit gemachten Erfahrungen als angezeigt ergeben haben. Es ist natürlich, daß in Kolonialsachen, in denen man erst Erfahrungen zu sammeln hat, sich öfters die Notwendigkeit einer Abänderung der bestehenden Vorschriften ergiebt und ergeben wird. Es hatte daher ursprünglich, um die umständliche Befassung der gesetzgebenden Körperschaften mit den Einzelheiten zu vermeiden, in der Absicht gelegen, die Regelung der Angelegenheit in den Details durch kaiserliche Verordnung vorzunehmen. Der Reichstag hat sich aber in der vorigen Session für den Weg der Gesetzgebung ausgesprochen, und es erscheint somit geboten r auch in der kommenden Session die gesetzgebenden Körperschaften mit dieser Materie zu befassen. Was die Modifikation anlangt, so wird besonders eine die Staatsangehörigkeit der in den Kolonieen lebenden Deutschen betreffende Bestimmung erwogen. Nach dem Gesetze über die Erwerbung und den Verlust der Bundes- und Staatsangehörigkeit vom l.Jnni 1870 verliert nämlich der Deutsche, welcher das Bundesgebiet verläßt und sich zehn Jahre lang ununterbrochen im Auslande aufhält, dadurch seine Staatsangehörigkeit. Da nun die Schutzgebiete in dieser Beziehung als Ausland gelten, dürste die Ausnahme einer Bestimmung, welche den Deuffchen in den Kolonieen vor dem Verluste des Jndigenats bewahrt, in das Gesetz erwünscht erscheinen.,— Die hiesigen Abendblätter diskutieren die Rede Crispis. „Temps" erkennt freudig an, daß Crispi seinen Sympathien für Frankreich rückhaltlosen Ausdruck gegeben ; „Liberte" und „France" behaupten, daß Crispis Rede phrasenhaft und der Ausdruck der Freundschaft zu Frankreich und die Reise nach Friedrichs-
eiuem armen, namenlosen Schriftsteller geschenkt haben? Fritz Klausner war der erste junge Manu, der in ihr einsames Leben getreten. War eS da ein Wunder, wenn fie in ihm die Verkörperung ihrer Träume und unklaren Vorstellungen zu sehen glaubte? Und würde diese Liebe stark genug sein, all die Versuchungen eine» Lebens in der großen Welt zu überdauern, das dem jungen Mädchen doch bevorstand, sobald — sobald sie die Augen geschlossen. Eine unsagbare Angst schnürte ihr die Brust zusammen. O, wie dies schleichende Fieber fie quälte und an ihrer Lebenskraft zehrte.
Sie wehrte fast heftig das blonde Köpfchen, das noch aus ihrem Schooße ruhte, von fich ab und rief mit halberstickter Stimme: „Luft, Lust!"
Grethe fprang erschreckt empor und öffnete das zunächst gelegene Fenster, um die winterlich kalte Abendluft in das Zimmer strömen zu taffen. Erst als fie bemerkte, daß ein Frösteln die Kranke überkam, schloß fie eS wieder; daun kniete fie bei ihr nieder und rief, ängstlich in das bleiche Gesicht starrend: Mutter, liebe Mutter! bist Du wieder krank?"
„Laß nur, Kind, es geht vorüber. Aber erzähle mir jetzt ein wenig von . . .*
.Von Fritz?-
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Grethe holte ihr Schatzkästlein, in welchem fie, neben einigen Schmucksachen von geringem Werte, Fritz'S Briefe aufbewahrte. Auch jenes Lied, das er damals für sie improvisiert, war dabei. Und nun erzählte fie der Mutter von jenem Nachmittage, als fie Fritz gefragt, wie er es anfange, ein Gedicht zu machen und wie er dann dieses Lied gemacht. O, sie wußte schon damals sehr wohl, daß er fie selbst darin angesungen. War ihr doch damals zum ersten Mal so wunderbar ums Herz geworden! Und bann erzählte sie noch weiter all jene kleinen und für fie doch so wichtigen Ereignisse und Ge- ; spräche, die fie geführt bis zu jenem Tage, an dem
luärtig thuu. Es giebt Umstände im politischen Leben, ' in welchen man sich leichter entschließt, einen Vertrag i zu brechen, als ihn zu halten, und namentlich in den । letzten Jahren ist die Mißachtung fremder Staats- 1 rechte zu einem gewissen Sport geworden, an welchem ich gerade die Staaten am meisten beteiligt haben, welche jetzt feierlich dem europäischen Areopag den Vorschlag auf Neutralisierung des Suezkanals unterbreiten. England hat in Egypten, Frankreich in Tunis die verttagsmäßigen Rechte des Sultans in gröbster Weise verletzt. Beide erklärten, in den betreffenden türkischen Provinzen die Ordnung aufrecht halten zu wollen. Sie fragten aber gar nicht erst in Kon- 'tantinopel an, ob nicht der Sultan, der doch der Nächste dazu war, dies Amt übernehmen wollte, griffen vielmehr ungeniert zu, und als der Sultan Protest erhob, wurde er ausgelacht. Das sind doch Thatsachen.
Der Plan, den Suezkanal für neutral zu erklären, >ildet schon seit längerer Zeit den Gegenstand von Unterhandlungen zwischen Frankreich und England, und zu Anfang dieser Woche ist die bezügliche Konvention nun wirklich unterzeichnet worden. Man kann darnach als gewiß annehmen, daß die übrigen Mächte keinen Einspruch erheben werden, mit der Neutralitätserklärung ist ja Jedem gedient, so lange Friede herrscht, und kommt ein Krieg, in welchem der Suezkanal eine Rolle zu spielen haben würde, dann wird sich die interessierte Partei viel um die papierne Schutzwehr des Kanals kümmern. Der Suezkanal wird also für neutral erklärt; dem Namen nach hört er damit auf, eine unter englischem Einfluß stehende Wasserstraße zu sein. An Namen und Schein haben aber die Franzosen von je her sehr gehangen, deshalb jubeln auch die Pariser Blätter, daß den Engländern von ihrer Regierung ein diplomatischer Hieb versetzt ist, und der Minister des Auswärtigen Herr Flourens braucht nicht zu befürchten, daß die nächste Ministerkrisis auch ihn mit fortschwemmen wird. Deutschland gegenüber hat er, wie der Pariser stolz sagt, große Erfolge davongettagen, und England hat auch mehrere Male daran glauben müssen. Zuerst gelang es Flourens, die bereits abgeschlossene türkischenglische Konvention über Egypten zu hintertreiben, und nun kommt noch die Neutralitätserklärung des Suezkanales. Brächte er nun gar noch das so heiß ersehnte Bündnis mit dem Zaren zu Stande, dann wäre er in den Augen der Franzosen der größte Mann unserer Zeit; aber das ist der Punkt, wo er sterblich ist.
Es fehlt in Paris nicht an eifrigen Blättern,
Und doch, armes Kind, jetzt sehe ich eist ein, wir selbstsüchtig ich gehandelt. Ich habe nur an mich gedacht und an mein gequältes Herz» nicht an Dich und Deine Jugend vom Leben zu verlangen berechtigt ist. — Sag mir, hast Du Dich oft hinausgesehnt?"
Sie legte ihr Köpfchen in den Schooß der Mutter. .O, Mama, das war früher. Wenn mir so gar einsam zu Mute war, dann hab ich wohl manchmal gewünscht, in einer Stadt zu leben, wo viele junge Mädchen find, «ud ich mit Ihnen verkehren könnte. Dann konnte mich sogar wieder die Sehnsucht nach dem Peusiouat überkommen, nach den dreißig Ge- fährtinneu, von denen mir damals doch so wenige nur gefallen, mit denen ich aber so Heller, o so Heller gewesen. Wie wir da zusammen gelernt, gesungen, getanzt und gelacht haben — alles, alles gemeinsam. Da kam es mir denn wohl recht einsam vor, nur mit Dir und der alten Matthe allein, aber das war nur, bis er kam: Fritz Klausner."
.Wer, Kind?"
»Fritz Klausner, Mama. Von da an galt meine Sehnsucht nur noch ihm."
Die Hände der Mutter bebten, als fie damit GrttheS Köpfchen emporhob. .Kind!"
Da richtete das junge Mädchen sich ungestüm auf, schlang beide Arme um den HalS der Mutter, preßtt ihre glänzende Wange gegen daS bleiche Gesicht und flüsterte: „Mama, liebe Mama, ich bin ja feine Braut!"
Ein Laut der Ueberrafchuug fuhr von den Lippen der Leidenden, daun fragte sie streng: .Und hat — Herr Klausner Dich zu dieser Heimlichkell überredet?"
.Nein, Mama, nein, gleich in seinem ersten »riefe hat er mir erlaubt, Dir dvvou zu erzählen, obgleich er fich selbst so sehr auf den Augeublick gefreut, in । welchem er mich von Dir erbitten durste. Und des- i halb eben wollte ick versuchen zu schweigen. — Ach i Mama, warum auch gerade jetzt der Onkel WUhelm > sterben mußte."
, ES wurde ganz still in dem Gemach. Eine be,
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M. Um- itag 5 ist kehr •781
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