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Wöchentliche Beilagen: KreissBlatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.»- Illustriertes Sonntagsbiatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Drnck und Verlag von Joh. Ang. Koch.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und _ Feiertagen - Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe-

yfo dition 2Vt Mk., bei den Postämtern 2 Mk 50 Pfg. (exkl.

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Für die Monate November und Dezember nehmen alle Postan- talten, auf dem Lande die Land- wstboten, sowie in Kirchhain nnsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen auf die

Oberhessische Zeitung mit deren Beiblätter

Marburg,

Donnerstag, 27. Oktober 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Saffet, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIL Zabraana. Messe mFrankfurta.M.,Berlin,München».Köln; GL.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover. Pari-.

entgegen.

Bestellungen für hiesige Stadt mhmen unsere Expedition und nnsere Zeitungsträger an.

Mehrfachen Wünschen ent­sprechend, haben wir auch ein Wochen-Abonnement zum Preise von 20 Pfg. eingerichtet, Bestel­lungen unter Beifügung des Be­trages werden stets von Montag an bei der Unterzeichneten ent­gegengenommen und die Zeitung mit ihren Gratis-Beiblättern hier­für frei ins Haus geliefert.

Exped. d. Oberh. Zeit.

Stille Zett.

Es ist plötzlich sehr still geworden in der Politik, md namentlich in auswärtigen Angelegenheitenspüret man kaum einen Hauch." Und es ging doch noch vor einem Monat so sehr geräuschvoll zu! Es ist gerade, als ob alleTagesfragen" mit einem Schlage in einer Versenkung verschwunden seien. Die Ursache dieser außerordemtlichen Ruhe, die nicht einmal von der der Saurengurkenzeit erreicht wird, ist nur die Zusammenkunft zwischen Fürst Bismarck und dem italienischen Mimsterpräsidenten in Friedrichsruhe, die jetzt erst richtig wirkt. Kein Mensch weiß, was der Kanzler und Herr Crispi in der Hauptsache wirklich mit einander gesprochen haben; aber das ist auch nicht nötig, man merkt die Folgen schon so. Die lviäierholt angekündigte Kaiserzusammenkunft zwischen dem Zaren und seinem greisen Großoheim ist zwar

Böses Gewisse».

Original-Roman von Tr. Rindler.

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

DaS Kind wischte mit seinen dicke» Händchen über die thränenvollm Augen der jungen Frau, schmiegte sein Köpfchen an ihre Wange und sagte:Mama, nicht achten l Grethe Dir gut."-----

Fritz war zufrieden mit sich. Er saß vor Onkel Wilhelms Schreibtisch in seinem Stuhl zurückgelehnt und dachte nach. Er hatte alles vortrefflich geordnet »nd konnte nun ohne Sorge, ohne weitere Bedenken hinaus in das Lebe», in die wette Welt.

Die Verwaltung des Vermögens war in fichereu Händen, das Haus von Taute Martha vortrefflich versorgt, seine Koffer stauden gepackt, kurz und gm, es war alles vorbereitet für eine längere Abwesenheit sogar der Bries an das blonde Kind au den fernen Ufern des ArysseeS war geschrieben. Er hob das Blett vom Schreibtisch auf, um es noch einmal zn überlesen.

»Meine liebe, kleine Grethe!

Meine süße Braut."

»Hm". Die erste Seite war voll Zärtlichkeit und LiebeSbeteuerungeu. Er liebte sie auch wirklich, seine kleine Grethe, so recht von Herzen. Wie hübsch und lieb, wie gut und klug sie doch war. Und dann folgte die Mitteilung, daß er reifen werde nnd Er- läuternugen, warum er reisen müsse. Das nahm Mi Seiten ein. Auf der letzten Sette dann sanden sich allerlei Zärtlichkeiten, ja sogar ein paar Verse hotten sich eingeschlichen und zum Schluß die Er- laubuis, die Mutter in daS süße Geheimnis eiuzuweiheu venu ihr Herz sich nach einer Vertrauten sehnen sollte, obgleich er sich so sehr ans den Angenblick gefreut, m welchem er von der verehrten Frau ihr Kleinod erbitten durste. Durch den Tod deS Onkels sei dieser Augenblick ja aber wieder hinaus gerückt und erst, wenn die Vergißmeinnicht am ArySsee wieder

regelmäßig eine Phantasie geblieben, aber der politische Himmel ist dafür doch mächttg rein gefegt, nach allen Seiten hin ist eine klare Aussicht geschaffen. Frank­reichs Gunst werden wir nicht wieder erlangen, wir müßten ihm denn Elsaß - Lothringen abtteten, was wir ebenso wenig thun werden, als Frankreich Nizza und Savoyen an Italien zurückgeben wird, und daß wir des Zaren Zuneigung vor der Hand nicht wieder gewinnen, dafür sorgen schon die Petersburger Pansla­wisten. Die Letzteren werden - zwar ihr Hauptziel, die Verbrüderung mit den Franzosen, doch nicht er­reichen, denn die roten Radikalen in Paris muffen selbstverständlich dem autokratischen Zaren ein Gräuel sein; aber überwände der Zar wirklich seinen Wider­willen, schlöffe er mit der französischen Republik ein festes Bündnis, so fiele der Himmel deshalb noch lange nicht ein. Deutschland, Oesterreich - Ungarn, Italien, zu denen sich als Vierter im Bunde England gesellen würde, fürchten auch eine russisch-französische Allianz nicht. Sie bilden datz Schwergewicht in Europa, das durch die Friedensliebe ihrer Regierungen verstärkt wird, und dagegen kommen die Friedens­störer an Newa und Seine nicht auf. Mit der wahren russischen und französischen Freundschaft für das Deutsche Reich ists seit Crispis Anwesenheit in Friedrichsruhe also absolut dahin; aber die geschlossene Macht des Fricdensbündniffes bietet reichen Ersatz für diesen zweifelhaften Verlust, und weder Rußland noch Frankreich kann schließlich ohne die übrigen, friedlich gesinnten Großmächte etwas anfangen. Das ist die beste Strafe für alle Ausfälle gegen Deutsch­land; man haßt uns, aber fürchtet uns auch. Den größten Vorteil von dieser Lage der Dinge hat Bulgarien und Fürst Ferdinand. Bisher ist er von keiner einzigen Macht anerkannt, und das wird auch wohl nicht geschehen, denn Italien, das allerdings sofort dazu bereit sein würde, schweigt Deuffchlands und Oesterreichs halber.

Die deutsche Reichsregierung verurteilt bekannter­maßen das Auftreten des Koburgers sehr stteng; aber soll sie Rußland, das nichts als Gehässigkeit gegen Deutschland zu Tage fördert, zu Liebe, ihren Bundes­freund Oesterreich vor den Kopf stoßen? Warum nicht gar! Eine Liebe ist der anderen wert. Frank­reich wäre ja natürlich sofort mit tausend Freuden bereit, für Rußland in Bulgarien einzuspringen, und hals auch schon gethan, aber was haben alle russisch­französischen Vorstellungen in Konstantinopel genützt? Gar nichts! Die Türkei legt alle Noten zu deu Akten und damit ist die Sache abgethan. Es zeigt sich also recht deutlich, wo das Schwergewicht in

blühten, konnte er kommen, die blanänige Nymphe von den krystallnen Wassern zn entführen.

Und bann noch anf den Rand geschrieben: »Wie schade, mein Herz, baß ich nicht einmal ein Bild von Dir habe, das ich mit auf die Reise nehmen könnte. Aber es ist auch so gut; steht eS doch fest und tief in mein Herz eingegraben. Da begleUet es mich treulich überall." Ja, Fritz hatte alles wohl geordnet; er war mit sich zufrieden.

* * *

Schnee, überall hoher Schnee, auf den Feldern wett und breit, auf den Bäumen, auf jedem Zweiglein, anf dem dicken Eise des zngefrorenen Sees, auf dem Dache und jedem vorspringenden Eckchen des Land­hauses. Und auf all diesen Tausenden von kleinen EiSki ystallen glitzert die Wintersonne und läßt kalt glühende Funken davon aufsprühen. Nur von dem Hause bis zu dem dicht mit Sttoh umwickelten Brunnen und auf der anderen Sette bis zu dem Ufer des Sees find durch diese dicke Schneedecke Wege geschaufett.

Auf dem fest zngefrorenen See steht der alte Ignaz, den Schnee fortkehrend, wobei er gegen seine sonstige wortkarge Art in den grauen struppigen Bart murmelt: »Junges Volk will Vergnügen haben und mein Gott, diese Einsamkeit! soll Schlittschuh­laufen zwar auch allein 'S ist aber done Abwechselung. So, immer bloS bei der gnädigen Frau sitzen eS ist nicht grabe daS Heiterste bei ihrer Kränklichkeit."

Er Übersah ben Platz, ben er gefegt; er war schon ziemlich groß, unb der Alte mußte sich bei dieser Spiegelglätte mühsam auf feinen Beinen halten. Aber er fand, daß eS für das Fräulein Grethe doch amüsanter sei, wenn er ihn noch ein wenig vergrößerte.

Da flog eine Schaar Krähen krächzend dem Hanse zu. Sie wollten sich ihre gewohnte Mahlzett, die Ueberrester des MittagbrodeS, holen, die alltäglich eine rosige Mädchenhand vor das Fenster ftrente.

Europa jetzt sich besindet: Die Mächte des Friedens- bündnisses sagen nichts und so bleibt alles unent­schieden. Eine Aenderung ist auch nicht zu erwarten, wenn in Petersburg ein Umschwung eintritt, und daran ist vor der Hand nicht zu denken. Es wird also still in der auswärtigen Politik bleiben und den friedlich gesinnten Staaten Zeit gegeben werden, sich der Lösung innerer und wirtschaftlicher Fragen zu widmen. In Deutschland, wie in Oesterreich und Italien ist noch manches zu thun, und um so emsiger wird an die Arbeit gegangen werden, je weniger Kriegslärm unb Waffengeschrei sich bemerkbar macht. So hat bas kühle Verhältnis zu unseren Nachbarn zur Rechten unb zur Linken trotz Allem unb Allem doch noch sein Gutes, unb wir haben nicht nötig uns zu echauffieren. Gegen alle Kriegsgelüste, wo sie auch auftauchen mögen, ist ein Wall aufgeworfen, ber benn boch nur sehr schwer zu zerstören ist.

Drntfches Reich.

Berlin, 25. Okt. Dem Bundesrate gingen die Etatsentwürfe für bas Reichskanzleramt, die Reichs- Justizverwaltung, des Reichs-Eisenbahnamt und den Rechnungshof zu. Die einmaligen Ausgaben sind um 450 000 Mk. zurückgegangen, infolge des Minderbe- darfs für den Bau des Reichsgerichtsgebäudes. Der Kaiser hat eine neue Schießvorschrift für die Fuß-Artillerie genehmigt, welche lediglich denBefehls- haberschaften zngehen wird. Ebenso steht eine Neu­bearbeitung des ersten Teiles der Kunstfeuerwerkerei bevor. Auch ist, unter Aufhebung der Dienstordnung für die Feld-Magazinverwaltungen unb aller zu letzterer ergangenen Bestimmungen, eine neue, nur für ben Dienstgebrauch bestimmte Feldmagazin - Dienstorbnung allerhöchst genehmigt worben. Der Handelsminister hat durch Erlaß vom 15. b. M. bestimmt, baß bie Handelskammer in Lennep vom 1. k. M. ab die Be­zeichnungBergische Handelskammer zu Lennep" führt, von demselben Zeitpunkt ab der Bezirk der Handelskammer auf die Kreise Gummersbach und Wipperfürth ausgedehnt unb die Zahl bei Mitglieder von 21 auf 23 erhöht wirb. Der Unterrichts- minister hat zur Herbeiführung eines gleichmäßigen Verfahrens unb zur Anwenbung gleicher Grundsätze bei Abhaltung ber Prüfungen von Sprachlehrerinnen eine Ordnung für Prüfung der Lehrerinnen ber englischen unb französischen Sprache an Mittlern unb höhern Mäbchenschulen erlaffen, welche Prüfungsorb- nung nunmehr zuerst in Wirksamkeit tritt. In ben Blättern tauchten neuerlich wieder, vermutlich aus Anlaß der gerade jetzt aus dem letzten Jahresberichte erfolgten

»Du lieber Gott," sage der Alte wieder vor sich hin, das sind die einigen Gäste, bie im Winter bis hierher kommen. Selbst ber Herr Pastor läßt sich nicht sehen; aber freilich, sein spatlahmer Schimmel mürb sich auch wohl kaum burcharbetteu können burch bieten Schnee. Unb ber junge Herr vorn Sommer, ber alle Sonntag Morgen hier heraus gemanbert kam, jetzt wär bas fteilich auch kein so vergnüglicher Spaziergang mehr aber sie sagen ja auch, er soll fort sein Gott weiß wo.

»Weiß nicht, hab immer so eine Art Mißtrauen gegen ihn gehabt, so viel Gutes bie gnäbige Frau auch von ihm spricht. Na und das Fräulein Grethe, die, natürlich jung Blut, jung Blut!"

Damit nahm er seine Arbeit wieder auf. Im selben Moment wurde die Hausihür geöffnet, ein rosiges Gesichtchen, von einer Kapuze umhüllt, schaute heraus unb bann folgte eine ganze schlanke Gestalt. Vorsichttg schloß sie bie Thür hinter sich, denn es galt, die Mutter, die eben eingeschlafen war, nicht zu stören. Sie war heute wieder so bleich unb an­gegriffen. Nun huschte bas junge Mäbchen an bem Brunnen vorbei hinter ben Stall unb von bort auf ben Fahrweg, ber kaum erkennutlich gewesen wäre unter ber gleichmäßigen Schneedecke, hätte nicht hier unb ba ein Baum ihn bezeichnet. Sie suchte nach ihren Fußspuren von gestern. Aber in ber Nacht hatte es geschneit unb der Wind hatte sie verweht. Nun eilte sie über die hartgefrorene Decke leichtfüßig hin. Nur dann und wann sank sie ein, aber bann freilich bis zum Knie.

Enblich hatte sie ben Punkt erreicht, wo bie Fahr­straße in bie Chaussee munbet Dort lag ein platter, nicht zu hoher Stein, auf ben sie sprang. Es war ihr gewöhnlicher Ort, Umschau zu hatten. Von bort konnte sie bie Chauffee am weitesten Überblicken, unb von bort sah sie fast täglich die rotumrandete Mütze deS Briefträgers auftauchen; weit, wett dahinten, unter den Bäumen. Und der Wind zerrte an ihren Kleidern, versuchte mit den langherabhängeudeu Zöpfen

Mitteilungen, Wünsche auf nach einer Vermehrung ber aus Grunb bes § 139 b ber Gewerbeordnung von den Einzelstaaten ernannten Beamten, berGewerbe­räte." Die Angelegenheit hat sowohl im Reichstage als auch im Abgeorbnetenhause längere Erörterungen erfahren, und man sollte, wie dieBerl. Pol. Nachr." bemerken, meinen, daß die Gründe, welche damals gegen eine sofortige Erweiterung dieses Beamten- Jnstituts angeführt wurden, auch die Freunde dieser Erweiterung zum Abwarten bestimmt hätten. Dem scheine indessen nicht so zu sein, und es sei daher an­gebracht, zuzusehen, wie sich die Verhältnisse seit jenen parlamentarischen Verhandlungen auf diesem Gebiete gestaltet haben. Von den Vertretern der Regierung, namentlich dem Herrn Minister v. Bötttcher, wurde darauf hingewiesen, daß, bevor man an eine Vermehrung der Fabrikinspektoren ginge, augezeigt erscheine, abzu­warten, wie die den Berufsgenossenschaften im Unfall­versicherungsgesetz zugewiesene Befugnis des Erlaßes von Unsallverhütungsvorschriften und der Anstellung vonBeauftragten" zur Ueberwachung der Ausführung dieser Vorschriften durch dieselben gehandhabt würde. Gegnerischerseits verkannte man nicht, daß solches Vor­gehen der Berufsgenossenschaften bie Fabrikinspektoren entlasten würbe, nur bezweifelte man, baß bie Bernss- genossenschaften sich mit bem Erlaß von Unfallver­hütungsvorschriften beeilen würben. Dem gegenüber kann nur konstatiert werben, baß bie Berufsgenossen­schaften bereits in einer verhältnismäßig großen Zahl von jener Befugnis Gebrauch gemacht haben. Von den 62 Berufsgenoffenschaften besitzen nämlich 21 solche Vorschriften, bie vom Reichs-Versicherungsamt bereits genehmigt finb, viele anbete haben bie ihrigen zur Genehmigung eingereicht zu bedenken ist, daß die sächsischen und bayerischen Berufsgenossenschaften in dieser Beziehung von ihren Landes-Versicherungsämtern reffortieren. Fast sämtliche dieser Berufsgenoffenschaften haben Ingenieure, technische Beamte u. bergt, gewöhn­lich für jene Sektion einen, als Beauftragte angestellt ober werben cs thun. Nun decken sich allerdings bie Aufgaben ber Fabrikinspektoren unb bie ber Beauf­tragten nicht vollständig, aber ben ersteren wird durch diese Thätigkeit ber Berufsgenoffenschaften eine große Erleichterung zu teil. Je mehr Beauftragte von ben Berufsgenoffenschaften angestellt werden, um so eifriger kann sich ber Fabrikinspektor ber Ueberwachung hin­geben, welche er ber Ausführung ber in ben §§ 135 bis 139» bet Gewerbeordnung erlassenen Bestimmungen übet Beschäftigung von Kindern, jugendlichen Arbeitern, Arbeiterinnen u. s. w. angedeihen taffen muß. Die Berufsgenoffenschaften sind also auf dem besten Wege,

zu spiele», unb tötete ihr bie Wangen. Aber sie hielt wacker Stand und lachte i» den Wind hinein: »Ach denkst Du, daß Du mich vertteibst, Du wilder Geselle? Nun, wir wolle» sehen, wer stärker ist, Du oder ich. Ich weiche nicht, denn ich warte ja auf einen Brief von meinem Fritz, ja meinem Fritz; da wirst DuS doch begreifen, Du dummer Wind." Und dann rief sie laut und hell: Fritz, Fritz, Fritz und immer noch einmal Fritz, daß die Krähen anf den Banm- wipftln rings mit lautem Gekrächze von dannen flogen. Da tauchte etwas weit unten zwischen den Bäumen auf. Es war nur wie ein schwarzer Punkt, aber die sehnsüchttgen Augen deS jungen Mädchens erkannten doch darin den Erwarteten. Mit einem Freudenruf sprang sie von ihrem erhabenen Standpuntt unb eilte ihm entgegen.

Auf ber Chaussee ging das VorwäriSkommen schneller von Statten. Den» dort habe ber Schnee« schlitten bie größten Massen entfernt, unb eS bauerte gar nicht lange, bis das junge Mädchen vor dem Briefträger er war eS wirklich hoch aufattneud still stand.

»Sie haben einen Brief für mich, nicht wahr?" Bitte geben Sie mir ihn schnell, recht schnell."

Während er dann in seiner Tasche kramte, hollte Grethe ein Päckchen unter dem Mantel hervor und sagte: »Ich habe Ihnen auch ein Butterbrob und ein Stückchen Braten mitgebracht, eine kleine Unterhaltung aus Ihrem weiten Wegen."

»Danke schön, aber thnt mir leid, Fräulein Helm, habe^ leider keinen Brief."

»Wirklich keinen? Haben Sie auch ganz genan uachgesehu ? Es wäre schrecklich, wenn Sie ihn wieder mit forttrügen, während ich doch so daraus warte."

Es war ein recht schmerzlich schwerer Seufzer, mtt dem sich Grethe nach abermaliger genauer Unter« suchung der Tasche abwandte. Sie hatte doch so fest darauf gehofft, eineu Gruß von ihm zu erhallen. ES war schon so lange, lauge her, seit sie zuletzt ein paar flüchtige Zeilen von ihm bekomme», über vierzehn