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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain^ - Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. »och.

M 249.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. - Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2*/ Mk., bei den Postämtern 2 Ml 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 23. Oktober 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte-, sowie d. AnnonceN'Bureaux von Haasensteiu und Vogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf Waffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G- L. Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.

XXL Jahrgang.

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von seinem Posten zu entfernen. Boulanger wird seine dreißig Tage Hausarrest absitzen und dann ist slks wieder gut, bis er von neuem Krakehl anfängt. Auch die Pariser Schwindelgeschichten ziehen sich zu. Wilson, dem Schwiegersohn 'des Präsidenten, hat man

Böses Gewissen.

Original-Roman von Tr. Rind le r-

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Sie wußte nichts mehr von den Karten, die dort noch über die Polster und den Teppich verstreut lagen, neben der halbgeleerteu Weinflasche, wenig Schritte von ihr; ste dachte nicht mehr daran, daß sie stundenlang tu dem Krankenzimmer der Kinde, gestanden, ohne daß der Vater dieser Kinder aua nur rin einzig Mal den Kopf zur Thür herein ge­streckt hätte, nach ihr zu sehen, und daß er sie durcd all diese Stunden ohne einen Willkommeugruß ge- laffeu. Bor dem Jubel, der unter seinen Küssm, bet seinen Watten in ihrem Herzen erwachte, mußte jedes andere Gefühl schweigen, selbst das der ihr «gefügten Schmach. Ohne es selbst zu wissen, schmiegte sie sich fester an ihn.

Da verlöschte die Kerze.--

ES war eine wunderliche Zeit, die danu folgt". Die Krankheit der Kinder verschlimmerte sich von Tag zu Tage, daS Gesicht des ArzteS wurde mehr und mehr besorgt. Da saß sie deuu den Tag über in dem halbdunkle» Zimmer, und lauschte angstvoll auf jede Regung, jeden Atemzug der kleinen Kranken. Wenn es aber abend ward, ließ sie sich geduldig schmücken und in den Wagen heben, um zu irgend einem Fetz zu eilen. Joachim hatte eS von ihr ver­langt und seine Bitte war von jenem Blick begleitet, dem sie nicht zu widerstehen vermochte. So ließ sie sich abend für abend von dem Krankenlager d-r Kinder fort mitten tu den Wirbel des VerguügenS, der Lust und des Glanzes führen. In diesen Kreisen, in der Gesellschaft, welche sich auf diese» Festen zu, sawmenfaud, erregte die Barouiu Clementtue Hiude- laug bald das allgemeinste Interesse. Der sinnende, fast trübe Ernst tu ihren großen Auge», war in diesen Räumen so etwas setteneS. Von allen Setten wurde der Barou über seine Wahl beglückwünscht, waS jedes-

Wochenschau.

Kaiser Wilhelm ist Freitag früh aus Baden-Baden wieder in Berlin zum Wmteraufenthalte angekommen. Der Aufenthalt in Baden-Baden ist mit Rücksicht auf den Witterungswechsel etwas abgekürzt worden. Das Befinden des Kaisers ist recht gut und der greise Monarch gedenkt auch in diesem Jahre noch ver­schiedenen Jagden, zuerst bei Wernigerode, beizuwohnen.

Bei unserem Bundesfreunde Oesterreich herrscht am Regierungssitze arge Not. Nicht als ob diese durch das ziemlich bedeutende Finanzdefizit hervor­gerufen wären! Daran ist man an der Donau schon viel zu sehr gewöhnt. Aber Graf Taaffe, der Minister- Präsident, wird die Geister, die er zum Kampfe gegen die Deutschliberalen aufgerufen, nun nicht mehr los. Er hat den Czechen einen Finger gegeben, und nun verlangen sie die ganze Hand, und die herzugeben hat der Graf denn doch keine Lust. Die Sache liegt so: Die Czechen sind dem Unterrichtsminister Dr. von Gautsch spinnefeind wegen verschiedener Schul­erlasse und verlangen stürmisch seinen Austritt. Dabei finden sie wackere Unterstützung bei den Polen, Dal- matieru, Slowenen und wie die edlen Herren alle heißen mögen, und der einstimmige Kampfruf ist: Fort mit Gautsch! Graf Taaffe will aber partout nicht darauf eingehen, denn thäte ers, so wäre er nicht mehr selbständig handelnder Premierminister, fonbern ein gehorsamer Beamter der buntscheckigen Mehrheit des österreichischen Reichsrates. Jetzt ver­flicht er es noch im Guten, mit rabiaten Czechen zu unterhandeln, aber viel herauskommen wird dabei schwerlich und im Wiener Abgeordnetenhause wird es die heftigsten Kämpfe setzen. Freilich an. turbulente Szenen ist man dott genau ebenso gewöhnt, als in Paris.

Der große Skandal in Paris ist so sachte wieder im Einschlafen begriffen, nachdem er noch einen Moment gewalttgen Lärm hervorgerufen. Das war, als der Kriegsminister Ferron dem General Boulanger für seine disziplinwidrigen Redensarten dreißig Tage Arrest zudiktiert hatte. Es wurde geglaubt, es werde einen ganz gehörigen Krach geben, aber nichts von alledem

geschah. Boulanger hatte sein Ziel, wiedereinmal ordent- 1 Mr- lich von sich reden zu machen, erreicht, und die Regierung

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nichls beweisen können, und dem sauberen General Caffarel nichts beweisen wollen. Die Schuldigen bleiben nun die spekulativen Frauenzimmer Limousin und Rattazzi, und die werden sich herzlich wenig daraus machen, wenn sie ein paar Wochen bekommen. Ob das geschieht, ist aber auch noch die Frage. Wer will es ihnen verwehren, sich gute Bermittlerdienste bezahlen zu lassen? General Caffarel wird nicht aus der Armee ausgestoßen, sondern nur zwangsweise zur Disposition gestellt oder pensioniert. So ist es aber bei fast allen französischen Skandalen: Zuerst giebt es ein Halloh, als ob der Himmel einstürzen sollte; ind aber zwei Wochen vergangen, so wird die Sache langweilig und einen Monat darauf ist sie vergessen. General Ferron hat die französische Ostgrenze inspiziert und ist dott recht lebhaft begrüßt worden. Halbwüchsige Jungen brüllten Hochs auf Boulanger, aber gesetzte Leute schwiegen still. Einige neue Regimenter sollen übrigens an die Grenze gezogen werden.

The gread oldman" (der große alte Mann), wie seine Anhänger Herrn Gladstone mit Vorliebe nennen, hat eine große Rede gehalten auf einer Ver- ämmlung in Nottingham! Darnach braucht sich die gegenwärtige englische Regierung gar nicht mehr dar­über zu wundern, wenn die Iren rein aus Rand und Band geraten. Gladstone hat die irische Politik Lord Salisburys eine wahnsinnige und impertinente genannt, die sich kein Engländer auch nur einen Augenblick gefallen lassen würde, die Irländer aber gefallen lassen sollten. Er hält fest an seinem Plan, der grünen Insel eine eigene Nationalregierung zu geben. Die Straßen Londons waren täglich der Schauplatz wüster Szenen. Die Demonstrationen der beschäftigungslosen Arbeiter der britischen Mettopole sind in arge Exzesse ausgeartet. Täglich kam es zu blutigen Zusammenstößen mit den Polizisten, wobei es zahlreiche Verwundete gab. Thatsache ist freilich, daß das soziale Elend in London so gräßlich ist, wie in keiner europäischen Großstadt.. Die Regierung wird diesem Punkte doch eingehende Aufmerksamkeit widmen müssen, wenn sie auch die wiederholten Aus­schreitungen streng ahndet.

Tiefe, tiefe Stille herrscht auf der Balkanhalbinsel, die bulgarische Frage ist, für den Moment wenigstens, total eingeschlafen. Rußland bohrt zwar in Konstanti­nopel deshalb immer wieder von neuem an, aber die Türkei hat die Lust verloren, fortwährend Noten, die kein Mensch beachtet, in die Welt hinauszuschicken. In Bulgatten, wo die Gemeindewahlen ebenfalls einen totalen Sieg der Regierungspartei ergeben haben, rührt sich auch nichts. Der allmächtige Minister

mal ein Lächeln bei igm hecvorrief, das rote ein Leuchte» über sei» düsteres Antlitz ging. Auch Cle­mentine wurde mit Lobpreisungen und Schmeicheleien überschütttt und mehr als einer der glänzenden Ka­valiere ließ fein Auge mit verlangendem Blick auf der kaum V rmähtte» haften. Aber nichts vermochte einen Zug ihres ernsten, schönen Antlitzes auch nur sekundenlang zu ändern oder einen hellere» Strahl in ihren Augen hervorzuzaubern.

.Es ist ihr nicht nahe zn kommen," sagten die Herren der Gesellschaft, die sonst auf nickt? Höheres zu schwör u wußten, als auf ihre Unwiderstehlichkeit, und so nannte man die schöne Baronin bald mit jenem Namen, den man den Muttergottesbildern gibt, denen auch durch daS inbrünstigste Gebet, das heißeste Flehen kein Zttchen der Erhöruug abzugewinnen ist: DaS Bild ohne Gnade.

Joachim hötte diesen Name» und lächelte befrie­digt dazu, denn der Neid der Andere» steigerte den Wert dts Besitzes in feinen Augen.

Trotzdem nahm Clementine bei diesen Festen an allem einen ernstfreuudlicheu Anteil. Sie tanzte so­gar ab und zu, wobei aller Blicke ihr bewundernd folgten.

Wen» sie dann wieder auf dem Heimw-g im Wagen säße» und Joachim einmal den Arm um ihre Schultern legte, schmiegte sie da» Antlitz mit seligem Lächeln und leuchtendem Blick an seine Brust. Daun fühlte sie sich glücklich.

Zu HauS angelangt, saß sie oft »och stundenlang an den Bettcheu der kranken Kinder und suchte zu ttösten und zu beruhigen. Btt Gretchen war all- gemach eine Besserur g eingetreten, Kurts Zustand aber hatte sich eher verschlimmert.

Als Clementtue einst spät in der Nacht mit Joachim von einen Ball heimkehtte, fand sie den kleine» Knaben sterbend.

Sie »ahm sich ka»rn Z it, da» schwere, knisternde Gewand gegen ein Negligse z» vertausche». Tann stand sie an dem Bettcheu, hob den kleinen in den

Stamdulow zeigt übrigens bei seinen großen politischen Fähigkeiten einen kleinlichen Haß gegen seine Neben­buhler. So hat er die Ernennung des ftüheren Kriegsministers Nieolajew zum Generaladjutanten des Fürsten rückgängig gemacht, weil er Nieolajew nicht eiben kann. Fürst Ferdinand rüstet sich auf die Eröffmmg der Nationalversammlung. Er hat all' ein Gold- und Silberzeug und vierspännige Wagen nach Sofia kommen lassen, um den Bulgaren einmal richtig zu zeigen, was Fürstenherrlichkeit bedeutet. Warum auch nicht? Er hat das klügere Teil erwählt: Er brilliert und Stambulow regiert!

Deutsches Keich.

Berlin, 21. Ott. Der Kaiser ist heute, morgens 8 Uhr 15 Minuten, wohlbehalten hierher zurückge­kehrt. Wenn der Kaiser alljährlich von seinen Reisen in die Reichshauptstadt zurückkehrt, dann läßt der Berliner es sich nicht nehmen, Allerhöchstdenselben auf seinem Wege vom Bahnhofe bis zum kaiserlichen Palais in althergebrachter Weise mit Jubelgrüßen zu empfangen. So auch heute, wo der ehrwürdige Monarch nach längerem Aufenthalte in Baden-Baden die Residenz wieder betrat Das gestern noch so regnerische Wetter hatte sich vollständig aufgeklärt, so daß ein Heller Himmel den rückkehrenden Landes­herrn begrüßte. Genau zur festgesetzten Stunde, 8 Uhr 15 Minuten, lief der kaiserliche Sonderzug in die Halle des Potsdamer Bahnhofs ein, wo sich auf der Ankunftsseite die hier anwesenden General- Adjutanten, General der Infanterie von Werder, Gouverneur von Berlin, General der Infanterie und Inspekteur des Pionier- und Jngenieurkorps v. Stichle, die Generale v. Rauch und Freiherr v. Steinaecker, die Flügeladjutanten Sr. Majestät Oberftlieutenant v. Petersdorff und v. Plessen, Major v. Bülow, so­wie der Kommandant von Berlin Generalmajor Gras v. Schlieffen, der Polizei - Präsident v. Richthofen, Polizeioberst Herquet und noch einige Herrn des Hofes zum Empfange Sr. Majestät eingefunden hatten. Auch ein zahlreiches Publikum hatte in einiger Eni- ernung Aufstellung genommen, um den geliebten Monarchen hier zuerst wieder in Allerhöchstseiner Residenz willkommen zu heißen. In seltener körper­licher Frische und allerbestem Wohlbefinden verließ Se. Majestät ohne jede Hülfe den Salonwagen und schritt, ohne sich auch nur des Stockes zu bedienen, huldvollst nach allen Seiten grüßend, auf die Aller­höchstdenselben erwartenden Herren zu. Se. Majestät reichte jedem Einzelnen derselben die Hand und wechselte mit allen Anwesenden huldvolle Worte. In

ftiffen auf uuö suchte mit sauft geflatterten Lr-vcS- ivorteu feine Qual zu linder».Mama," flüsterte er.

Mama, es thut so wehl* und dabtt griff er mit einen fieberglühenden Händchen nach Clemelltinks Aim.

Wie ängstlich ihr Herz klopfte und wie sie sir mühte, die Thronen, die igr gewaltsam in die äugen liegen, zuruckzuhalteu.

Allgemach wurde es still und sttller in dem Krankev- zimmcr, nur daS Ticken der Uhr und das Uuregel mäßige Atmen des kranken Kindes war zu hören. Er wird einschlafen,' sagte Clementine,daS ist gut* Die alte Kammerfrau aber, die »einent> zu Fußen des Bettchens stand, schüttelte angstvoll d n Kopf und zeigte auf daS Gesichtchen d S Knaben, über das sich eine Bläffe von leichenhafter Farbe breitete.

Mein Gott', stau weite die junge Frau, und sah suchend im Zimmer umher,der Batet I Geh, Lfj ihn rufen 1*

Gleich darauf kam die Alte zurück.Der Diene' sagt: der gnädige Herr habe sich zur Ruhe begeben und ausdrücklich untersagt, daß er gestört werde. Er wage diesem Befehl nicht zuwider zu handeln.

In den Augen der jungen Fran blitzte eS leiden­schaftlich empört auf.So sage, daß ich eS ihm befehle.*

Die Alte war wieder hinausgegaugen. D r Knad. atmete so mühsam stockend, daß eS fast wie Röchttn fiana. Er öffnete die Augen noch einmal und blickt zu Clementine auf, langsam und schwer, aber es schien doch, al» husche ein mattes Lächeln über das Gesichtchen.

Daun senken sich die schweren Lider wieder halb über die Aug u, die Händchen, die bi» dahin den Arm der Mutter umklammert, sanken matt auf die Decke, ein plötzlich'» Zucken de» keinen Körper» und daun Todtenstille.

Mit schmerzlich weit geöffneten Auge» starrte die junge Frau auf die kleine Leiche in ihren Arm n. Da öffnete sich die Thür, aber sie blickte nicht auf. Erst al» Joachim mit nur halb gedämpfter Stimme

Ueberrocf und Mütze, den grauen Mantel leicht über die Schultern geworfen, verweilte Se. Majestät volle 7 Minuten in eifriger Unterhaltung auf dem Perron des Bahnhofs, und allgemein gab man offen der Freude über das Aussehen des Kaisers Ausdruck. Nachdem sich der Flügeladjutant vom Dienst, Oberst- lleutenant v. Petersdorff, bei Sr. Majestät gemeldet hatte, bestieg Allerhöchstderselbe mit diesem das bereit- lehende geschlossene zweispännige Koupee, und unter Tücherschwenken und lautem Willkommengruß des auf der Abfahrtseite des Bahnhofs stehenden zahl­reichen Publikums fuhr Se. Majestät dem königlichen Palais zu. Während um 8 Uhr der Potsdamer Platz noch sein alltägliches Gepräge zeigte, hatten ich dort um 81/* Uhr zahlreiche Personen eingefunden, welche im Vorbeifahren dem kaiserlichen Herrn laut zu­jubelten. Kurz vor */s9 Uhr traf der kaiserliche Wagen auf der Rampe des königlichen Palais, den kaiserlichen Herrn Seinem Heim wieder zuführend, em. Eine Persönlichkeit, welche den Kronprinzen am 18. d. M. in Baveno gesehen und gesprochen, schreibt über sein Befinden:Der Kronprinz kam, als er uns bemerkte, chnellen Schrittes auf uns zu, begrüßte jeden Ein­zelnen von uns, gab jedem zweimal die Hand, fragte, was uns nach Baveno führte, und als wir bemerkten, um unfern Glückwunsch auszusprechen sagte er:Ach, der alte Geburtstag;" er hatte für jeden ein freund­liches Wort. Er fah wundervoll aus, von der Sonne gebräunt; feine Stimme war leise, aber nicht klang­los; er soll möglichst wenig sprechen."

Bei dem Staatssekretär Grasen Herbert Bismarck anb gestern ein diplomatisches Diner zu Ehren des ranzösischen Botschafters Herbette statt, woran auch die Sertreter Hollands und Belgiens und der Ge- neralquartiermeister der Armee, Graf Waldersee, teil» nahmen. DieNordd. Allgem. Ztg." weist die Schlüsse zurück, welche aus ihrem Schweigen über die Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit der Richtigkeit des Ritzauschen Telegramms wegen eines Besuchs des Kaisers von Rußland in Berlin gezogen werden könnten, und bezeichnet die Nachricht als eine müßige, wenn nicht böswillige Erfindung, insofern als es, wie bei der angeblich in Stettin beabsichtigten Zu- ammenkunst, im antideutschen Interesse liege, der­gleichen Gerüchte zu erfinden und zu verbreiten und, wenn sie nicht tn Erfüllung gehen, daraus politische Schlüsse zum Nachteile Deutschlands abzuleiten. DerTimes" zufolge hat die chinesische Reglerung ich an den deutschen Generalstab um Ueberlaffung. verschiedener deutscher Offiziere als Instruktoren uub- Organisatoren der chinesischen Armee gewandt und

jagt«.:Du könntest da wenig Mrlu Rücksicht auf mich »-hm-m und nicht jeder Kleinigkeit wegen meine Rupe stören," blickte sie auf unö legte Schweigen ge» vittend den Finger auf die L ppen. Dann, die Auge» starr in daS Dunkel gettchttt, sie flüsternd:Du kommst zu spät. Er ist tobtl"

Joachim zuckte zusammen.Wer? Kurt?" Du Naud er neben dem ttchen und seine Hände bullten sich in grimmigem Schweiz.Waiurn gerade tr?'* stieß er zwischen den Zähnen hervor.Wumm geiade er, mein Stammhalter 1 Das Mädchen bl.ibt leben, aber er - er muß steib n. Warum konnte der Tod sich nicht dorthin wenden?" sagt er, nach dem N ben» zimwer deutend, wo Grethchcu unter der Obhut der alten Kindeifrau in ihrem B>ttchen schlummerte. W »halb bleibt mir das Mädchen, wenn mir der Knabe genommen wird?" S ine Züge v tzettten sich In Grimm und Schmerz. Die junge Fian hat mit sanftem D uck die Angen de» kleinen Todten geschlossen, dann läßt sie ihn auf daS Lager zuruckttetten und e- bebt sich. Sie hat den Sinn seiner Worte nicht rfußt. Nur den Same z, der an» ihnen sprach, hat st v rftanben.Joachim," flüstert sie uanz l ife, ,,ein Kind ist uns g« blieben. Dafür wollen wir Gott d mten. E» wird unser Trost werden, unser Grethchen. Komm zu ihm." Danit hat ste seine Hand eigrffe» und versucht, ihn mit sich zu ziehen an da» Bettcheu der Kleinen. Er ab»r macht sich heftig lo» und s ine Stimme tltngt hart und laut durch die nächtliche Stille deS Todtenzimmers:WaS soll mtt die Tochter? Sie ist mir ketn Trost. Oo r kann sie mtr den Stammhalter ersitzen? Ich niö sie nicht seh »."

lernentine w icht scheu vor ihm zurück. ES malt sich etwas wie Furcht in ihre» Zngen. Jetzt, ja, sitzt hat sie feine Worte verstanden und bi< Herzenskälte, Die darin liegt, erschreckt sie.

(Forts, tzuug folgt.)