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Wöchentliche Beilagen:

Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

Expedition Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Loch.

- Illustriertes Sonntagsblatt.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Ouartal-AbonnementS-Preis bei der Expe­dition 2/4 Ml-, bei den Postämtern 2 Ml 60 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserti-nsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Pfg.

Marburg,

Sonntag, 16. Oktober 1887.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d. Annvncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII Haüraana. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L. liy.

Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.

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Die Maire «Maret

ist, wie wir gestern telegraphisch meldeten, nunmehr zu einer Boulanger - Affaire geworden.

Der kommandierende General des 13. Armeekorps hat bekanntlich mehreren Berichterstattern, die zu ihm nach Clermont - Ferrand gekommen waren, um ihn wegen seiner Stellung zur Affaire Caffarel und Limousin zu interviewen, Erklärungen abgegeben, welche direkt gegen den Kriegsminister Ferron ge­richtet waren. General Boulanger behauptete, der Skandal sei in Szene gesetzt worden, um ihn, Voulanger, zu vernichten, und ferner bestritt er die Richtigkeit der vom Kriegsminister dem Budgetausschuß bezüglich der Gewehrsabrikation gemachten Mitteilungen. Er schloß seine Auslassungen an alle Berichterstatter mit der Mahnung, ja nicht zu vergessen, daß die ganze Affaire gemacht sei, um ihn zu verderben. Dieses Auftreten eines Militärs gegen seinen Vorge­setzten ist gewiß unerhört. Ein Generäl darf ohne Erlaubnis des Kriegsministers nichts veröffentlichen; General Boulanger setzt sich darüber hinaus; er kritisiert eine amtliche Handlung seines Vorgesetzten abfällig und schleudert der ganzen Regierung eine schmähliche Anschuldigung ins Gesicht. Mit Recht schrieb gestern früh dieRepubl. fran$.:

Es wäre das Ende der Disziplin in unserer Armee, wenn das Militärreglement nicht in seiner ganzen heilsamen Strenge gegen den General Boulanger angewendet würde. Ein einfacher Unterleutnant, der in ein Blatt schreibt, auch wenn er seinen Vorgesetzten nicht verläumdet, wird bestraft. Der General Boulanger kann nicht über dem Gesetze stehen.

Man nehme sich in Acht, denn der Augenblick ist ernst, kritisch. Wenn General Boulanger des diszi­plinwidrigen Benehmens schuldig, unbestraft bleibt, so ist es die Regierung der Republik, welche nicht mehr zu wollen weiß, undwenn man nicht mehr zu wollen weiß- wie ganz richtig Henri Maret im Radikal" sagtso muß irgend ein Anderer für uns wollen. Dann, wenn man nicht mehr das Glück hat, auf einen wirklichen Staatsmann zu stoßen, der fähig ist, feine Ueberzeugung den Geistern einzugießen und die verwirrten Gemüter zu einigen, dann läuft man große Gefahr, es mit einem Gewaltmenschen zu thun zu bekommen, besten Stiefel und Sporen als Gesetz und Propheten gelten. Dann endet die Komödie mit einer Apotheose, der Vorhang fällt und es wird Nacht."

Welche Nacht? Die Dezember-Nacht.Und die

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Auf Schusters Rapp«*).

Wer froh will ziehn' ins Land hinaus, Der reit' auf Schusters Rappen Doch, sucht er sich die Rößletu aus, So wähl' er nicht die knappen Er wähle weit sie und bequem, Dann wandert er wohl angenehm, Muß jammern nicht und johlen: Schuster, dich soll der Teufel holen!

Wie schön und thauftisch liegt die Welt Jrn Glanz der Morgensonne! Nur der verdammte Schuh vergällt Mr heut' der Wanderns Wonne Kaum acht' ich wie die Lerche singt, Wie'S Bächlein von den Bergen springt, Ich schreste wie auf Sohlen Schuster, dich soll der Teufel holen!

Seit ich die herrliche Natur Betracht' durch Hühnerauge« Seitdem will Berg und Wald und Flur Zur Freud' mir nimmer taugen. Bei jedem Schritte kommt mtr'S vor AIS heult' ei» ganzer Höllenchor In gräßlichen Tiroleu: Schuster, dich soll der Teufel holen!

O Schuster, hätt' ich dich allhie, Ich wollt' dir Prügel geben, Ich wollt' dich bläuen wie du nie Gebläut noch wardst im Lebe«, Ich wollt' dich schlagen windelweich, Noch weicher als mit deinem Streich Du je geklopf die Sohlen Schuster, dich soll der Teufel holen!

*) Autorisierter Abdruck auf dem im Verlage von Reinhold Werther in Leipzig demnächst erschei­nenden Buche: »Die Urahnen. Ein Zyklus vorfündflut- licher Romane von Hans Merian.*

Schafe blöcken in der Erwartung, daß sie nächstens geschoren werden. Und man wird sie scheeren."

Nun gut, nein, man wird sie nicht scheeren. Will Herr Ronvier dieserwirkliche Staatsmann sein, welcher fähig ist, seine Ueberzeugung den Geistern einzugießen und die verwirrten Gemüter zu einigen?" Er ist es gewesen in der schweren Stunde, wo er eine Gewalt übernommen hat, vor deren Verant­wortlichkeit sogar die Marschälle der Republik zurück- cheuten, und wo er gewußt hat, seine Pflicht zu thun. Er kann, er muß es auch jetzt sein.

Das Vertrauen derRepubl. fr." wird, wie es cheint, gerechtfertigt. Der Kriegsminister hat dem General telegraphischRechenschaft über seine Aeußerungen abverlangt, welche die Blätter berichteten. Der General antwortete ausweichend und fügte die neue Unver­schämtheit hinzu, er habe die betreffenden Blätter nicht, der Kriegsminister möge ihm dieselben schicken. Auf das kategorische Verlangen des Ministers, zu er­klären, ob das Berichtete richtig sei, mußte der General die Richtigkeit zugestehen. Der Kriegsminister hat bann sofort einen dreißigtägigen strengen Arrest, die höchste Disziplinarstrafe, über ihn verhängt und wird über das Weitere dem Ministerrat berichten. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß der General zum Mindesten fein Kommando verliert. Es ist, wie dieRepubl. fr." sagt: Der Augenblick ist ernst, kritisch. Wenn die Regierung nicht entschlosten ist, riskiert sie, daß der General, dem auch jetzt noch mehrere Blätter ihre Huldigungen barbringen, seine Insubordination noch weiter treibt und am Ende gar noch sein Armeekorps mobil macht. Zuzutranen ist ihm alles.

Wochenschau.

Unser Kaiser wird im Laufe der kommenden Woche seinen Herbstaufenthalt in Baden-Baden beenden und wieder nach Berlin zurückkehren, um für den Winter im kaiserlichen Palais Unter den Linden Wohnung zu nehmen. Das Befinden des kaiserlichen Herrn ist bas beste, besonbers hat bie tiefe Ruhe in Baden- Baden dem greifen Herrscher wohlgethan. Von dem deutschen Kronprinzen aus Italien lauten die Mel­dungen nicht so befriedigend. Es ist keine Verschlim­merung des Halses eingetreten, aber der Kronprinz wird fortwährend von Katarrhen belästigt. Es ist bas allerdings ein Beweis, daß der Winteraufenthalt in Deutschland ganz und gar unmöglich gewesen wäre. Glücklicherweise läßt sich der Kronprinz durch die kleinen Belästigungen die gute Saune nicht verderben; er wird demnächst von Baveno am Lago Maggiore,

Böse- Gewisse«.

Original-Roma» von Tr- Rindler.

(Nachdruck verboten.) (Fortsetzung.)

Da tauchte a» feixet Seite plötzlich die vierschrö. tige Gestalt eines Mannes zwischen dem Schilf auf. Er mußte wohl bisher in feinem Kahn gesessen haben, so daß das hohe Schilf ihn völlig verdeckt hatte. Nun glotzte er unter ben buschigen Brauen zu ihm herüber.

He, Freund,* rief Fritz ihm zu, froh in dieser Einsamkeit einen Menschen entdeckt zu haben,wie gelange ich da hinüber zu jenem Häuschens*

Rudern,* war die bändige Antwort, die dem Sprecher dennoch viel Kopfzerbrechen gekostet zu haben schien.

Das ist leicht gesagt. Ihr scheint da aber eine» Kahn zx haben. Wollt Ihr mich hinüber ruderns* Ein mißtrauischer Blick seine» Gegenübers glitt über seine ganze Gestalt.

Jener Hänschen gehört doch zu der Helmschen Besitzung?' fragte Fritz Wetter.

Helm? Ja.'

Wollt Ihr auch da hinüber, Mer?'

Ja.' »

Nun so nehmt mich mit.',

Hm' er kratzte sich nachdenklich hinter den Ohren und maß den jungen Manu noch einmal mit ben Blickenhm ja.'

Wenige Minuten später saß ber junge Mann in bem kleinen sonst ganz mit Schilf nnb Binsen an­gefüllten Kahn, bem Alten gegenüber. Er versuchte vergebens eine Unterhaltung mit ihm in Gang zu bringen und überließ sich endlich, da ihm dies durch­aus nicht gelingen wollte, den wohligen Einwirkungen eines sonnigen Sommermorgens, der in feuchtem Glanz von bem Spiegel des Sees zurückstrahlte.

Am anbern Ufer angelangt, sah er einen schmalen Weg vor sich, ber gerabe auf das Häuschen, dessen

wo er zu Ende der Vorwoche eingetroffen ist, nach der wärmeren Riviera übersiedeln. Im Januar erwartet man in Rom den Besuch des Kronprinzen und er wird diesmal um so freudiger begrüßt werden, als feit der Ministerzusammenkunft von Friedrichsruhe die Beziehungen zwischen beiden Staaten und Nationen sich besonders gut gestaltet haben. Das enge Freund­schaftsbündnis zwischen Deutschland und Italien hat allenthalben im letzteren Lande die wärmste Zu­stimmung gefunden.

Die innere Stille im Deutschen Reiche dauert an, wenngleich der Ausfall ber Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Sagan-Sprottau sehr viel von sich reben gemacht hat. Der freisinnige Kanbidat v. Forckenbeck, welcher bei ben Septeimatswahlen im Februar unter­lag, ist biesmal 'gegen ben nationalliberal-konservativen Kanbibaten gewählt worben. Die Stimmenmehrheit ist eine ziemlich beträchtliche. Der Bundesrat be­schäftigt sich vorläufig nur mit kleinen Verwaltungs­vorlagen ; an bie Arbeiten für ben in ber zweiten Novemberhälfte zusammentretenden Reichstag wird erst Anfang kommenden Monats herangetreten werden. Daß dem Reichstage eine Kornzollvorlage zugehen wird, wird jetzt als sicher bezeichnet. Der letzte Grenzkonflikt mit Frankreich ist diplomatisch nunmehr definitiv beigelegt. Der deutsche Botschafter Graf Münster hat bem französischen Minister des Aus­wärtigen, Herrn Flourens, bie Entschädigungssumme für bie Hinterbliebenen des erschossenen Brignon im Bettage von 50000 Franken übergeben. Die Ent­scheidung über das Verhalten des deutschen Jägers Kaufmann bleibt bem allein zuständigen Militärgericht Vorbehalten.

Unsere erste Reichskolonie, Kamerun, hat auch wieder von sich reden gemacht. An den Nebenflüssen des Kamerunstromes hatten sich ein paar schwarze Raubritter aufgethan, welche die Passanten in aller möglichen Weise belästigten, und denen es auch gar nicht darauf ankam, ganze Handelsexpedittonen fest­zuhalten. Die beiden Herren erhielten deshalb von dem Gouverneur von Kamerun einige tausend Mark Strafe zudittiert, machten aber gar keine Anstalten, auch nur einen roten Pfennig zu bezahlen. Also Exekuttou! Ein Teil der Besatzung des Kanonen­bootesHabicht" drang den Kamerunfluß aufwärts, kam glücklich zu den beiden Raubnestern, aber die Bewohner waren ausgerückt. Zur Strafe wurden die beiden Orte niedergebrannt. Inzwischen sind die Schuldigen aber schon zu Kreuze gettochen, hoben sich bereit erklärt, die Sttafsumme zu zahlen und auch schon Abschlagszahlungen geleistet. Dagegen wird sich rote» Ziegeldach er von drüben bemerkt, zuführte. Es staud rings von Bäumen umschattet, mitten in einem niedrig umzäunten Garten. Wie er näher kam, sa> er, daß die Mauern völlig von wildem Wein nnb Waldrebe überzogen waren, die so üppig wucherte«, daß sie zum Test sogar die Fensteröffnungen mit ihrem Geranke umsponnen hatten. Auch so nah machte tl nicht den Eindruck eine» Herrenhauses, dazu war e» nicht groß und stattlich genug; aber e» sah auch nicht au» wie eine Tagelöhnerwohnung, bem wibersprachen bie schneeigen Vorhänge hinter den blanken Scheibe« «nb eine gewisse zierliche Art, bie sich überall, in jeder Kleinigkeit kundzab.

Er blieb vor bem Zaun stehen, um bte Beete mit blüheube« Blumen, welche ben Platz vor ber Giebel­seite bes HauseS einnahme«, zu betrachten. Dahinter auf ber bem See abgelegenen Sette streckte sich ein Gemüsegarten hin, nnb dort sah er, ihm ben Rücken zugewanbt, zwischen den Beeten knieend, eine weib­liche Gestalt. Ei« Helle» Kattunkleib und ein Helgo­länder Hut au» gleichem Stoff, der den Kopf völlig verhüllte, war vorläufig alles, wa» er von ihr be­merken konnte. Er ging an dem Zaun entlang, bi» in ihre Nähe nnb bort sah er bann unter bem Saum deS Kleide» hervor, bie schmalen Sohlen von ein paar Stiefelchen, bie ihren Fabrikanten ix einem ber nahen Dörfer vermuten ließen, die aber trotz ihrer wenig eleganten Faron bie zierliche Form ber Füße, bie sie umschlossen, erraten ließen. Sie schien so eifrig mit bem AuSjäten be» Unkrautes beschäftigt, daß sie fein Näherkommen gar nicht bemerkte. Er stützte sich beShalb auf ben Zaun nnb rief:Mein Kind, können Sie mir nicht sagen, ob bie» Haus schon zu ber Helmschen Besitzung gehört?'

Der Kopf in bem großen Helgoländer Hut fuhr herum, fo baß er für einen Moment ein paar tief, gerötete Wangen nnb einen lächelnden Mund sehen konnte, bann wandte er sich wieder ab nnb eine helle Stimme sagte:Ja wohl.'Wo werbe ich aber Frau Helm, bte ich zu sprechen wünsche, finben?'

Deutschlanb an einer anberen überseeischen Expedition und Demonstration nicht beteiligen. Der tränte Sultan von Marokko ist noch lange nicht tot, und schon stellen sich bie Erben ein. Frankreich, Spanien, Italien, Englanb schicken Kriegsschiffe nach Marokko, weil einer bem anberen nicht tarnt, ober, wie bie offizielle An­gabe ist, weil sie bie Orbnung im Falle bes Ab­lebens bes Sultans, ben in einer süßen Schäferstunde eine Odaliske vergiftet haben soll, aufrecht erhalten wollen. Deutschland macht da nicht mit, sondern hat die englische Regierung gebeten, im Notfälle den Schutz der deutschen Untertanen in Tanger zu über­nehmen.

Der österreichische Reichsrat ist in Wien wieder zusammengetreten, und damit hat dort die parlamen­tarische Kampägne begonnen, deren Mittelpunkt wohl wieder die Nationalitätsstteitereien bilden werben. Königin Natalie von Serbien ist von Baben-Baden bei Wien mit dem Kronprinzen Alexander nach Florenz gereist. Sie soll sich vorher mit ihrem Herrn Ehe­liebsten wieder ausgesöhnt haben.

Die französische Haupsstadt hatte in dieser Woche wieder einmal die Ehre, für die ganze Welt den Hauptgesprächsstoff abzugeben. Wenn es sich nur nicht um so schmutzige und unerhörte Dinge, wie den Skandal Caffarel, gehandelt hätte. Ein General, der einen hohen Verttanensposten im Kriegsministerium bekleidet, macht mit einem liederlichen Frauenzimmer gemeinsame Sache zur Einrichtung eines Ordens- und Stellenschachers, zur Vergebung von Armeelieferungen und zum Verkauf von Akten. Ein zweiter General treibt mit einem zweiten anrüchigen Frauenzimmer dasselbe skandalöse Geschäft, läßt sich aber nicht fassen, sondern entwischt nach bem Auslande, und zu guter Letzt stellt sich heraus, baß Boulanger ber Haupt­sünder ist dreißig Tage Arrest hat er erhalten und das Weitere wird sich finden.

In Irland hat es sich allmählig herausgestellt, daß die englische Regierung außer Stande ist, bie Unterbrückung ber verbotenen Lanbliga praktisch burch- zusühren. Es finben Versammlungen über Versamm­lungen statt, ohne baß bie Regierung sie vereiteln könnte.

In Bulgarien haben am letzten Sonntag bte Wahlen zur Sobranje stattgesunben, in welchen bie Regierung des Fürsten Ferbinanb einen vollständigen Sieg davon getragen hat. Die Russenpariei hat bei ben Wahlen viel Bluttergießen verursacht, es sind gegen 25 Personen getötet und an fünfzig verwundet worden. Was aber die Hauptsache ist: Die Bulgaren

Ei« runder, weißer Arm mit einer kleinen, wohl­geformte«, aber von ber Sonne gebräunten Hand, hob ßch empor und beutete nach dem Haufe:Dort t« dem ersten Zimmer recht»!' Dann neigte sich ber Kops wieber nnb bie kleine» Hände fuhren in ihrer Arbeit fort Sie schien sich durchaus nicht länger um ihn kümmern zu wollen, so baß er sich genötigt sah, sich selbst seinen Weg zu suchen.

Nicht weit von ber Stelle, wo ber Garten an ba» Ufer beS See» stößt, befanb sich eine Thür in dem Zaun, borthin wandte er sich. Er durchschritt den Garten, trat ins Haus und öffnete bie Thür, bie ihm bezeichnet worbe« war. In dem Zimmer ba» hinter herrschte kühle Dämmerung, nur hier und ba schlüpfte ein Sonnenstrahl burch bas dichte Geranke vor den Fenstern nnb spielte auf ben weißen Dielen. Seine Augen waren von bem hellen Sonnenschein zu sehr geblendet, um die Einzelhetten der Ausstattung gleich unterscheiden zn können, aber das Ganze machte auf ihn einen wohlthneudev Eindruck. Ebenso be­rührte ihn der Klang der Stimme, die ihm vom Fenster her einen Gruß zurief. Sie paßte zu bem Ganzen in ihrem halblauten träumerischen Tonfall. Da erhob sich von dem Stuhl am Fenster eine hohe weibliche Gestalt, bereu Gesicht wieberum mti jener Stimme vollkommen harmonierte, bie er vorher ge­hört. Dies schmale, bleiche Antlitz, mtt ben tief» Itegenbcn Augen unb einer Stirn, auf bet eine ganze Geschichte be» Leidens geschrieben staub, machte auf Fritz Klausner tiefen Eindruck.

Gnädige Frau," stammelte er verwirrt,ver­zeihen Sie dem Eindringling. Von irgend einem Ihrer dienstbaren Geister wurde mir dies Zimmer bezeichnet unb in bem Hausflur fand ich niemand, um mich melben zu lassen. Erlauben Sie, das ich mich Ihnen vorstelle, mein Name ist: Fritz Klausner, Rebakter bei I. er Nachrichten."

(Fortsetzung folgt.)