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baldigst erneuern zu wollen.
Die „Oberhessische Zeitung", in großem Zeitungs
- formal erscheinend, wird auch im neuen Quartal fort«
II u "fahren, die Zeitereignisse durch gediegene Leitartikel
Für das vierte Quartal 1887 ersuchen wir die Postbestellungen auf die
Oberhesfische Zeitung
Wer jetzt im Reichslande reist, wird wenig Erfreuliches von der Grenze her hören. Die Bewohner des französischen Grenzgebietes sind rein blind und toll und versenken sich immer tiefer in ihren fanatischen Deutschenhaß. Kommt dann ein harmloser Deutscher über die Grenze, so hat er die Wut unserer Nachbarn zu fühlen. Er kann froh sein, wenn er ohne Prügel ober ohne als Spion im Gefängnis gesessen zu haben, nach Hause zurückkommt. Von Belästigungen durch Volkshaufen braucht man schon gar nicht mehr zu reden.
Leider toirt) das nicht anders werden, so lange die jetzt bestehende frostige Kühle in der Politik zwischen Deutschland und Frankreich nicht einem wärmeren Gefühle Platz macht, und daran ist vor der Hand nicht zu denken. Von beiden Seiten der Grenze wird aufs Schärfste aufgepaßt; die französischen Vexationen werden mit deutschen Repressalien erwidert und dies „Hinüber und Herüber" ist die Quelle aller Zwischenfälle. Weshalb hört man von der deutsch - österreichischen Grenze niemals solchen Lärm? Weil die gute Freundchsaft der beiden Regierungen sich auch auf die Grenzbehörden erstreckt, ober vielmehr keine besonderen Maßregeln notwendig macht. Kommt wirklich einmal etwas vor, so wird das in aller Stille ausgeglichen, ohne daß ein Hahn danach kräht. Im Westen Deutschlands liegen die Verhältnisse nun aber nicht so und werden sich auch schwerlich so gestalten, und deshalb wird der neuste Grenzzwischenfall auch nicht der letzte sein.
Die „Oberhesfische Zeitung" kostet bei der Post mit Bringerlohn 2 Mk. 90 Psg. (Bei unserer Agentur in Kirchhain (Herr Buchbinder Rindt) Mk. 2,60 und bei der Exped. für Marburg Mk. 2,25.)
und zuverlässige Korrespondenzen eingehend zu erörtern. Wichtige Vorgänge bringt die „Oberh. Zeit." ihren Lesern durch Telegramme sofort zur Kenntnis. Belehrende Aussätze für Gewerbe und Landwirtschaft aus der Feder bewährter Mitarbeiter, ausführliche Berichte über Sitzungen der landwirtschaftlichen Vereine und sonstige ge, meinnützige Mitteilungen gehören zum regelmäßigen Inhalt der „Oberhessischen Zeitung", sowie ferner Berichte über die Schwurgerichts- und Strafkammerverhandlungen, sowie über alle lokalen
mit deren Gratis-Beiblätter
Kreisblatt für die Kreist Marburg und Kirchhain
Ker neueste Iwifchenfall $'*<* an der deutsch - französischen Grenze, den wir in gestriger Nummer nach authentischen Meldungen mit- teilten, hat wieder etwas Leben in die politisch stille Zeit gebracht, wenn sich auch mit Sicherheit erwarten läßt, der entstandene Spektakel werde ebenso schnell wieder verschwinden, wie er gekommen ist. In ganz Deutschland bewahrt man die außerordentlichste Ruhe. Für uns kann gar kein Zweifel darüber obwalten, daß der deutsche Jäger, welcher die verhängnisvollen Schüsse abgab, in gutem Glauben gehandelt hat. Unseren Soldaten werden die Instruktionen derartig eingeschärft und die strenge Disziplin hat eine derartige Beachtung der erteilten Vorschriften im Gefolge, daß kaum jemand sich Mißbräuche zu Schulden kommen läßt. Zum Spaß wird überhaupt niemand ein paar Menschen niederschießen. Trotz allen Lärmens in Paris muß deshalb vor allem die Thatsache hochgehalten werden, daß der deutsche Soldat sich Wilddieben gegenüber glaubte, auf deutschem Boden stand und erst nach dreimaligem Anruf feuerte. Es ist nichts mehr und nichts weniger, als ein Jagdunglück, welches hier vorliegt, das ein verhängnisvoller Zufall so bedauerlich gestaltet hat. Es ist möglich, daß den unglücklichen Schützen eine Strafe trifft; aber von Verdacht oder bodenlosem Leichtsinn kann man in der Thai nicht reden. Würde die Sache an irgend einem anderen Punkte Deutschlands passiert fein, es wäre kein Wort darum verloren worden. Nun muß auch gerade die Grenze der Schauplatz der Katastrophe sein.
Die Pariser Blätter nehmen nach ihrer Gewohnheit den Mund sehr voll und tadeln vor allem, daß deutscherseits unzuverlässige Beamte an die Grenze gesandt würden. Das trifft aber mit Nichten zu; aus dem einen jetzt vorliegenden Falle kann man noch keine Schlüsse auf das ganze Grenzpersonal ziehen. Die Franzosen sitzen vor allen Dingen selbst in einem Glashause und sollten sich hüten, mit Steinen zu werfen. Es ist aber eine unerfreuliche Sache, alte Geschichten immer wieder von neuem haarklein aufzuwärmen. Dabei kommt nicht das geringste heraus, als neuer Zank und Streit. Eigenartig ist es aber doch, daß immer gerade an diesem heikelsten Punkte Deutschlands, an der Grenze mit Frankreich, solche unliebsamen Vorfälle auftauchen. Beruhen sie auch nur auf Kleinigkeiten, beim roeber um Schnäbele, noch jetzt um ben erschossenen Franzosen war doch ein Krieg wirklich denkbar, so haben sie doch äußerst unangenehme Folgen.
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provinziellen Vorgänge.
Anzeigen finden in der „Oberhessischen Zeitung" ihrem großen Leserkreis eine wirksame Verbreitung. Im Feuilleton erscheint im neuen Quartal:
Böses Gewissen,
Original - Roman von Tr. Rindtler.'^'
Gottberg schmerzlich davon ergriffen wurde. Alle hatten ihn verlassen, nur sie nicht; sie wollte, daß er bleiben solle. Er beugte sich zu ihr nieder und sagte traurig: »Nein, liebe Toni, ich kann nicht bleiben."
»Das sagt Lnise auch," seufzte da« kleine Mädchen »aber was wird ans mir werden? Du bist so gut gegen mich gewesen; ich habe Dich so lieb nnb wir alle."
Er wollte antworten: »Du allein I" aber er wandte sich von ihr ab nnb schwieg.
»Es werden traurige Tage kommen," fuhr Toni fort, „doch vielleicht sehe ich Dich bald wieder."
»Ich werbe nicht zurückkommen, Toni."
»Nein," siel sie ihm ins Wort," aber ich werde zn Dir kommen und zu meinem Bruder, wie alle. Wir sollen im Winter in Berlin wohnen, nnb da soll es wunderschön fein."
»Wer hat Dir bas gesagt, liebe Toni?"
»Herr von Rachau hat es mir heimlich gesagt; ich soll es Niemand wieder sagen."
»Er wird auch für Dich sorgen," erwiderte Gott- berg vor sich hin.
»Ich mache mir gar nichts mehr ans ihm," erwiderte sie. »Er mischt sich in alles; und, soll ich Dir etwa» sagen, ich glaube, dem Papa geht eS auch so. Er thnt ost so, aI8 ob er hier allein zu befehlen hätte."
»Wo ist der Papa?" fragte Gottberg sie unterbrechend.
»Er ist unwohl und will allein fein. Sonst war er niemals unwohl, immer gesund; jetzt lacht er nicht mehr und hat mich fortgewiesen."
»Und wo ist — Fräulein Luise?"
»Hier!" erwiderte eine sanfte Stimme in seiner Nähe, nnb mit zitterndem Erschrecken sah er sie ans dem Gehege treten und ihm die Hand zum Gruß bieten.
»Sie find lange ausgeblieben," sagte sie, »und morgen werden wir vergebens nach Ihnen fragen. Ich habe Sie erwartet, lieber Gottberg, nm Sie noch einmal allein zu sehen nnb zn sprechen."
Wöchentliche Beilagen: Kreis - Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expedition- Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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nilien, zahren eilbar.
.Ihre rüder
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P. Im Banne der Verhältnisse.
Roman von Theodor Mügge.
b (Nachdruck verboten.)
■’* ® (Fortsetzung.)
»Geh, Dn Schelm," lachte Rachau, indem er ihm Geld gab, »nnb mache Dich selbst glücklich nnb selig!"
»Dank, Euer ©naben, Dank!" versetzte bet Va, gabond, erfreut sich bückend. »Durchs Feuer lauf ich, wenn Sies mir befehlen. ES ist eine schöne Sache umS liebe Gelb, aber lustig muß mau fein. Machen Sie ihn luftig ben Herrn Major nnb bas schöne Fräulein, aber jagen Sie ben Doktor fort, ber thut nicht gut habet Wünsche gute Nacht, mein gnädiger Herr!"
»Gute Nacht nnb sei gescheidt," sagte Rachau. »Wenn Du irgend etwas hörst nnb merkst, was mir angenehm zu wissen wäre, so teile eS mir mit."
»Ja, Herr, das will ich."
»Ich will nächstens nach Dir sehen. Jetzt fort mit Dir!"
Der Lahme setzte seine Krücke in Bewegung, und noch lauge hörte Rachau, wie er, alle möglichen Vogelstimmen nachahmend, ben Hügel hinabstieg.
»Wenn ich ben Kerl recht verstauben habe," sagte er, inbem er feinen eigenen Weg fortsetzte, „so hat seine nichtswürdige Rachgier ihn auf Gedanken geführt, die sonderbarer Weise — gut!" rief er sich unter» brechend, „ich werde diese Sache näher untersuchen. Den Doktor haßt er, mir hängt er an — zu seinem Glück habe ich mich getäuscht"
Während besten war Gottberg nach Haus zurück» gekehrt, in dessen Nähe ihm Toni entgegenfprang, die herzlich ihre Arme nach ihm ausbreitete. „Ach! was habe ich gehört," rief sie ihm zu, »Tu willst uns verlassen, böser Doktor? Ich habe gar nichts davon gewußt. Niemand hat eS mir gesagt, biS Luise eS jetzt gethau hat Kannst Du nicht bei nuS bleiben ?‘
Der Ausdruck der Liebe in dem wehmütig ängstlichen Gesicht des Kindes hatte so viel Rührendes, daß
Alle Landpostboten nehmen auf über- dem Lande Bestellungen entgegen.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXlL Moste in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; @. 8. BUU9
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Paris.
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Berlin, 28. Sept. Der „Rerchsanzeigvc" veröffentlicht eine Bekanntmachung des Staatsministeriums, betreffend die Verlängerung des sogenannten kleinen Belagerungszustandes für Berlin, Potsdam, Char- lottenburg und Umgegend, sowie für Altona und Umgegend bis zum 30. Sept. 1888 und die hierzu gehörigen Ausführungsbeftimmungen. — Der „Krenz- jeitung" zufolge trat der Sultan von Sansibar nach den an amtlicher Stelle eingetroffenen Nachrichten das gesamte Küstengebiet, welches ihm durch das Abkommen vom 1. November 1886 zugesprochen worden war, an Engländer und Deutsche, entsprechend der bezüglichen dort abgrenzenden Interessensphären Englands und Deutschlands, ab. Der Sultan hat gegen eine jährliche Zahlung jeden Einfluß auf das Küstengebiet aufgegeben. Bestimmte Angaben hierüber darf man demnächst erwarten. — Ein neues Regulativ, betreffend die Steuerfreiheit des Branntweins zu ge-
»Es ist lange her, feit dies zum letzten Male geschah," erwiderte Gsttberg.
»Sie haben Recht, und ich beklage mich nicht, wenn Sie darüber zürnen."
, Ich habe kein Recht, zu zürnen," sagte Gottberg, leise seufzend.
Er erhielt keine Antwort darauf. Sie gingen einige Minuten lang schweigend neben einander her. Toni war verschwunden. —
»Sie erleichtern es mir, Ihnen meine herzlichen Abschiedswünsche sagen zu können," begann Luise daun von neuem. „Sie kehren in das regsame Leben zurück, dem wir Sie entrissen hatten. Ihr Geist, Ihre Kenntnisse werden einen ganz anderen Wirkungskreis finden, und nichts wird mich inniger erfreuen, als wenn sich erfüllt, was ich erwarte: wenn ich Ehrenvolles und Ruhmvolles von Ihnen vernehme, toenn ich höre, daß Ihr Name sich unter den »feien Namen Hervorhebt, die bestimmt sind, nichtder Vergessenheit anheimzufallen!'
»Sind das die Glücklichen," fragte er, seine Augen schwermütig zu ihr aufhebenb, »deren Name eine Sekunde der Welteunhr länger erhalten bleibt, als die Träger desselben?"
»Welches Glück währt denn länger?" erwiderte sie, gewaltsam lächelnd.
.Und ist bas der Grund, aus welchem Sie Freude über meinen Entschluß empfinden, von Ihnen zu scheiden?"
„Freude! das ist ein Wort, das Thräuen in meine Augen bringen könnte. Aber wie viel Schmerzen es auch macht, ich wiederhole eS dennoch, Gottberg, es muß so fein. Sie müssen gehen, müssen uns ver- lasten! Sie sind zu einem ehrenvollen, reichen Leben bestimmt; baS sollen Sie erfüllen! Ich hoffe es, ich glaube eS. O! sehen Sie wich nicht so ungläubig, so traurig an. Steht eine Lüge auf meiner Stirn? ES ist keine Lüge!"
Während fie sprach, verlor sich die Ruhe, mit welcher fie begonnen hatte, und ihre Wangen röteten
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und LNH).
Feiertagen — Quartal-Abonnements-Preis bei der Cxpe-
bition 2‘/. Mk., bei den Postämtern 2 Mk 60 Psg. (exkl. .
Bestellgeld). Jnserti-nsgebühr für die gespaltene Zeile Freitag, 30. September 1887.
10 Psg., Reklamen für dre Zecke 25 Psg. ° ~
werblichen Zwecken, ist im Entwürfe dem Bundesrate unterbreitet worden. Wir entnehmen diesem Entwürfe, welcher gestattet, den Branntwein auch zu heilwiffenschastlichen oder zu Putz-, Koch-, Heizungsoder Beleuchtungszwecken zu denaturieren, insbesondere folgendes: Wer Branntwein mit einem anderen, als dem allgemeinen Denaturierungsmittel unter dem Ansprüche auf Steuerfreiheit denaturieren lasten 5 will, hat bei dem Hauptamte des Bezirks die Genehmigung hierzu schriftlich nachzusuchen, § 5. Jede beabsichtigte Denaturierung von Branntwein ist der Ädzirkshebe- stelle mittelst eines vorgeschriebenen Formulars anzumelden. Der Anmeldende Hat i» jedem Falle das Denaturierungsmittel zu stellen, § 6. Branntwein, welcher einen Alkoholgehalt von weniger als 80 pCt. Tralles hat, sowie parfümierter ober sonst versetzter Branntwein ist von ber Denaturierung ausgeschlossen. Die geringste, auf einmal zur Denaturierung zu stellende Menge Branntwein besteht in einem Hektoliter , § 7. Als allgemeines Denaturierungsmittel dient ein Gemisch von 2 Teilen Holzgeist und 1 Teil Pyridinbasen, welches dem zu denaturierenden Branntwein in dem Verhältnis von 3 Liter zu je 100 Lt. reinen Alkohols zugesetzt wird, § 8. Zur Denaturierung darf dieses Mittel nur dann zugelassen werden, wenn es, nachdem die zur Mischung bestimmten Stoffe durch einen von der obersten Landesfinanzbehörde bestellten Chemiker geprüft worden, in einer hierzu von der obersten Landesfinanzbehörde ermächtigten Fabrik unter amtlicher Aufsicht zusammengesetzt und seitdem bis zur Verwendung unter amtlichem Verschlüsse geblieben ist. Gewerbetreibenden kann es gestattet werden, die Denaturierung von Branntwein für ben eigenen gewerblichen Bedarf statt mit dem allgemeinen Denaturierungsmittel mit Pyridinbasen in dem Verhältnis von einem halben Liter zu je 100 Liter reinen Alkohols vorzunehmen. Zur Fabrikation von Essig kann Branntwein mit dem bezeichneten Zusätze von Pyridinbasen oder mit 100 pCt. Wasser und 100 pCt. Essig von 6 pCt. Gehalt an Essigsäure [Essigsäurehydratj ober mit 100 pCt. Wasser unb 50 pCt. Essig von 12 pCt. Gehalt denaturiert werden. Ferner können für den bei ber Herstellung von Lacken, Knallquecksilber, Anilinfarben unb von verschiebenen Chemikalien Verwendung findenden Branntwein bis auf weiteres die in § 10 näher bezeichneten besonderen Denatierungsmittel gestattet werden. Die Renaturierung mit einem dieser Mittel darf jedoch nur zu dem angemeldeten Zwecke in den Gewerbsräume« des betreffenden Gewerbetreibenden erfolgen. Abgesehen von diesen Fällen kann die
sich, ihre Worte wurden schneller. „Sagten Sie nicht heute," tief fie mit steigender Bewegung aus, „daß man kein Phiftsoph zu sein brauche, um nicht zu lügen ober zu betrügen?"
»Teure Freundin," erwiderte Gottberg erschüttert, „glauben Sie, baß ich aufhören könnte, Ihr ergebener Freund zu fein?"
»Aber die Lüge, ber Betrug!"
»Ran kann sich selbst belügen nnb betrügen."
»lieben Sie kein Erbarmen," fiel fie ein, indem ihr Gesicht sich zu verhärten schien. „Richten Sie Ihre hohnvollen Augen noch einmal auf mich, rufen Sie mir noch einmal zu: belogen unb betrogen! ich will nicht davor zittern."
Sie stauben in einem Halbkreis von Cypressen auf einer erhöhten Stelle des Gartens, wo die düsteren stillen Bäume eine Urne umringten, die dem Andenken bei Mutter Luisens gewidmet war. Vorwärts öffneten sich dieser heilige Kreis gegen das weite Thal und übet ihm hing ber Abenbhimmel in feurige Glut ge» taucht, beten wfedetschein die schwarzen Trauertanneu unb bie Gestalt beS jungen Mädchens überstrahlte.
Die leidenschaftliche Wendung, welche baS Gespräch genommen baffe; muffte ans (Böttberg zurückwirken. „Wenn e8 nicht Lüge ist," rief er, ihre Hände ergreifend, „was ist es dann, teure, teure Luise, daß ich verlassen und verloren bin! Ist es Wahrheit? Ist eS Lüge? Hast Du mich je geliebt?"
In ihren Augen, bie ihn mit so unaussprechlichem AnSbruck anbHctteu' feig dft Antwort. .
»Und jetzt — auch jetzt liebst du mich?"
„Ewig ohne Ende!" erwiderte fie, tbre Hände vor sich faltend.
»Und ich soll Dich verlassen! Wer zwingt mich dazu? Wer zwingt Dich dazu? Dein Baier?"
„Ich — ich!" sagte Luise tief atmend. JBir «äffen scheiden, (Böttberg — tetr müssen!"
„Warum? — Um Gottes willen! warum?!" „Fragen Sie nicht, geliebter Freund, fragen Sie
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