Illustriertes Sonntagsblatt.
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„Ich verarge er Ihnen nicht/ sagte Herr von Brand. „Meine Meinung ifl* — er ging schweigend weiter auf dem Pfad in den Wald hinein. — „Es wird mir schwer für das, was ich Ihnen Mitteilen
nach Friedrich 6 weitergereist. — Der Unterrichtsminister laßt ein t de« Gefangunterricht in den Volksschulen betreffen! re, ton der Regierung in Düsseldorf erlassene Bar füg img, der „Köln. Ztg." zufolge, zur Beachtung kundn lachen. Danach soll in den genannten Schulen ;han Kunstgesang keine zu weit gehende Pflege gemüime t, dagegen das Einüben guter Volkslieder und :vo> ckstümlicher Lieder nicht hintan gesetzt werden. 'S» s ei nicht die Aufgabe der Volksschule, -sich durch n lehrstimmigen Gesang hervorthnende : Sängerchüre hi wanzubllde«, und auch da werde ihre • Ausgabe .verkar int, wo mim'darauf ausgehe, möglichst .viele und limnlet neue Lieder und Weisen singen zu .bchseu. D« A ufgabe, welche der Gesangunterricht in de: Volksschule sich zu stecken hat, besteht wesentlich darin, daß in den Schulen Lust und Freudigkeit zum Singen e rweckt wird, ffie befähigt werden, eine mäßige.Zahl edler, frischer., volksmäßiger, von an- fpirchenden'-We isen getragener Lieder einstimmig bezw. zweistimnlsg rein und wohltönend zu singen und sie darin so -stcher werden, daß sie auch einzeln ohne Hülfe eines Buches oder des Lehrers die eingeübten Lieder zu'singen im Stande sind. — Eine Nachricht der ^sKatiaualzeitung" aus Stettin, wonach der Kaiser gestern von -einem leichten Ohnmachtsanfall, hervorge- rufeu durch, die drückende Hitze, befallen wurde, ist dishvr .ohne Bestätigung geblieben. Nach einer dem „Reahsbotsn" aus Stettin zugehenden Meldung ist die dort verbreitete Nachricht von der Erkrankung des Kaisers.unwahr.
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Gefühlen zurückdenken und sehr erfreut fein, wenn ich höre, daß es Ihnen wohl geht."
»Ich danke Ihnen, mein lieber Vetter/ antwortete der Major mit mehr Herzlichkeit, als er jemals seinem Gaste zuwandte. „Wenn es so sein muß, so reisen Sie Hiotytn, aber kehren Sie bald einmal zu uns zurück/
„Wer weiß," sagte WilkenS. „Im nächsten Jahre möchte ich «ach Italien gehen; inzwischen haben Sie Zeit, unsere Angelegenheit ganz, wie Sie es wünschen, zu regeln."
„Was mehren Sie?" fragte der Major.
„Nehmen Sie sich Zeit ganz nach Ihrem Be. lieben. Es hat, wenn Sie wolle», bis Neujahr Zeit."
Der Major blickte ihn starr au.
„Oder, wenn es Ihnen lieber ist," fuhr WilkenS unbefangen fort, „und, wen» Sie können »nd wollen so machen wir es kurz ab. Ich bleibe bis übermorgen."
„Ich verstehe Sie noch immer nicht. Wollen Sie auf dteLTestamentsbestimmuug dringen?"
„Gewiß, mein bester Vetter, das ist doch wohl meine Pflicht," lächelte WilkenS.
«Ist das Ihr Ernst?" rief der alte Soldat, dunkel, rot im Geficht.
„Ich sollte meinen, mit zwanzig tausend Thaler» spaßt man nicht," antwortete WilkenS.
Der Major schien völlig überrascht. Er stand rill und suchte sich zu besänftigen. „Ich leugne nicht," begann er darauf, „daß Sie diese Forderung machen können — in wenigen Wochen wäre eS nicht mehr >er Fall gewesen. Ihr Vater hat nie daran gedacht. Niemand hat denken können, daß die verrückte Be. timmuug jemals Folgen haben würde."
„ES ist mit Testamenten eine sonderbare Sache." fiel Wilkens ein. ■
„Können Sie als Manu vou Ehre, al» Verwandter, unter den Verhältnissen, welche Sie leimen, das Geld ordern?"
I« Banne Ker Verhältnisse.
Roman von Theodor Mügge.
(Nachdruck verboten.)
(Fmtsetzung.)
„Also alles ohne Leidenschaft, mein bester Koufin/ „Sie haben Recht/ antwortete der Major, „mir
wüssin ohne Leidenschaft uns auSspvechen."
I „Also wir wollen uns «mSsprecheu. Gut, da» ist auch meine Absicht."
V „Die meinige ebenfalls/
!_ „Sie wollen also eigentlich gar nicht nach der
Mühle gehen?"
„Allerdings, aber ich wollte znnächst in paffender Weise mich Ihnen erklären."
„Herrlich! teuerster Vetter, auch meine Zett drängt, nnd unsere Angelegenheit ist von so eigentümlicher Art, daß ich danach verlangen muß, je eher je lieber
Stettin, 15. Sept. Dem Hoch auf die Provinz Pommern, welches der Kaiser bei dem gestrigen Diner miLbrachte, schickte der Monarch voraus, er freue sich, es ihm vergönnt fei, die Provinz wieder zu begrüßen, mit welcher er als deren früherer Statthalter speziell verbunden sei; erhübe seltener als sein seliger Bruder .König Friedrich Wilhelm IV. das Glück gehabt, hier zu verweilen, er habe aber bei den Pommern stets eine« treuen, zuverlässiges, patriotischen Sinn gefuiiben. Der herzliche, freudige Empfang, den er jetzt wiedergefunden, habe ihm im höchsten Maße wohlgethan. Er danke dafür mit dem Wunsche, daß die patriotische Treue in der Provinz Pommern stets erhalten bleibe. — Der Prinz und die Prinzessin Wilhelm und Prinz Leopold besuchten gestern abend nach Aufhebung des Diners noch die Vorstellung im Säadttheater, wo der „Mikado" aufgeführt wurde; biei ihrem Eintritte erhob sich das Publikum unter stürmischen Hochrufen, das Orchester intonierte die Latit'nalhymne. Die hohen Gäste blieben bis zum Erde der Vorstellung. — Der Kaiser nahm heute
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die Genossen .derselben rticht in ihren Mauern haben Svollten, griffe« sie zum Knüppel und schlugen dar-' aus los. Auf '.solche Weise bekehrt mnn Ullertings exaltierte Geister nicht; Sie holländischen Slgitatoren bet sozialistischen Partei werden diese Vorfälle mir benutzen, um in ihren Anhängern den Haß gegen die ^Bourgeoisie" zu schüren. Sie denken eben, und das isst ja die Quintessen -aller sozialdemokratische« Lehren: „Was mir rechtmäßig zukonunt, -darnach hest du noch lange nicht zu fragen!"
Die niederländische Volksbewegung gegen die
Sozialdemokratie ist ober doch in hohem Maße beachtenswert, und wird große Erfolge erringen, wenn sie ihre Ausschreitung;en ablegt und lediglich durch imposante und würde' wlle Kundgebungen beweist, daß die sozialdemokratische Partei nicht das wahre Volk allein bedeutet. Die Ueberzesgung von der Wider- si-nnigkeit und llnbu rchführbarkeit 'der sozialistischen Ideen besteht in Hollc md in gusßen uikd weiten Kreisen/ sie wird bei richtiger Agitation immer mehr sich aus- dehnen :und die Sozialdemokratie..stürzen. Und so wird es eines Tage s naturgemäß ; überall kommen. Die Sozialdemokratie besteht nicht -für immer und ewig, ebensowenig wie ähnliche Bestrebungen früherer; Zeiten immer und einig beftatoben. 'Tas Gute, was in den sozialistischen Plänen liegt, ;fördert die Zeit selbst zu'.Tage und bringt es zur stieife, alles übrige, die Schlacken, wird von der Zeit zermalmt und muß' spurlos .verschwinden. Die Sozialdemokratie ist sm deswillen "schon nicht lebensfähig, weil si c auf die schlechten 'Eigenschaften der Menschen /besonders spekuliert; /sie weckt Unzufriedenheit, -Haß und NM/ Mit solch« Gefühlen kann man aber kein neues? Staatswesen einrichten, denn ihnen fehlt eins, txk Gervchtigkett, Die Sozialdemokratie ist noch jung, «ab -ihre Mhänger deshalb noch voller H-sifnunz. Mer -euf dar Frühling folgt der Sommer, auf diese« der Herbst «ud endlich der Winter. Und wir wollen scheu, rote -eg um die Sozialdemokratie steht, wenn -auch-für sie-die herbe Zeit anbricht. Viele Menschen lassen -sich Jahre hindurch am Gäugelbande fü hren, Unzufriedenheit und Meid schaffen 'zähe Verfol xung, angeblich ausstchtsvoller Pläne; aber wenn sich der Trug »dieser.Pläne nun in ihrer ganzen stkackt Heist zeigt? Dann wird eise mächtige BotMew^img a uch die Sozialdemokratie fsrtschwemmeu, weil ,ffe d«u nöticpn -inneren Halt, den des Rechts -und der Eher, nicht besitzt.
»uß, den richtigen Anfang zu finden."
„Soffen Sie sich Zeit/ versetzte WilkenS verbindlich. „Sind wir hier auf dem richtigen Wege?"
„Der richtige Weg," antwortete Herr von Brand, »ist doch immer der gerade und offene. So sage ich Ihnen denn gerade heran?, daß ich — daß es mir leid thnt, aber —* er hielt wieder inne und besann sich.
„Sie sind vom richtigen Wege abgekommen/ lachte WilkenS.
„Sie haben Recht/ erwiderte der Major. „Befler ifl es, wenn ich Sie selbst frage, ob' schon Absichten *— zum Henkeri mit einem Worte denn," unterbrach er sich ungeduldig, „ob Sie Luisen lieben?"
„Lieben?" lächelte Eduard Wilken». „Die» ist eine eigentümliche Frage, bester Vetter. Ich bin entrückt von ihrer Liebenswürdigkeit; beim Lieben aber
l „Es thnt mir leid," sagte Wilkens, „aber ich feße nicht ein, warum Sie Großmut von mir verlangen/'
„Großmut?" brauste der heftige Mann auf. „Bei Gott! nein — aber Scham und Schande über Siel DaS war von Anfang an Ihre Absicht!"
„Mäßigung, mein verehrter Vetter, ohne Leidenschaft das ist die Hauptsache," sagte Wilkens mit arglistiger Sanftmut, die ihn noch häßlicher machte. „Ich bin noch immer ganz zu Ihren Diensten, noch immer bereit, meine liebenswürdige Kousine zu heiraten, wie das Testament vorschreibt." Er streckte seine Hand aus.
„Heiraten!" rief der Major mit flammenden Augen. Luise will Sie nicht."
„So befehlen Sie eS ihr."
„Sie find ein Elender!" schrie der alte Soldat.
„Weil ich von einer Erbschaft, die von Rechtswegen mir allein gehörte, einen Teil mir wenigstens nicht entreißen lassen will, nicht wahr?" versetzte Eduard WilkenS mit kaltem Hohn. „Da kommtS „Da komrnts hinaus?"
„Verlassen Sie mich!" sagte der Major, „ich könnte sonst —"
WilkenS sprang hastig zurück. „Lahm will ich mich nicht machen laffeu," erwiderte er, „totschlagen a«ch nicht, aber mein Geld will ich haben, mein Geld!"
Seine Worte machten auf de« jähzornigen Mann einen erstarrenden Eindruck. Einige Augenblicke blieb er sprachlos, dann sagte er, so kalt und verächtlich, als eS ihm möglich war: „Sie sollen haben, was Ihnen gebührt, gehen Sie jetzt. Ich werde Mittel nnd Wege finden, Sie zu befriedig:»."
Mit diesen Worten verließ er ihn. Wilkens blieb tehen und blickte ihm nach, dann lachte er leise und ah sich nach allen Setten um. „Nun, so haben wir a, was wir wollen," rief er lustig. „Lauf zum Teufel! Sehe jeder, wo er bleibe!"
6.
Erst nach einigen Stunden, als die Gesellschaft längst auf dem Waldhügel gewartet hatte, sah Luise
AmtschV Reich.
Berlin, .15. .Sept. Der Staatssckretär des-silus- wär tigert Amtes Gref Herbem Bismarck ist inFriedrsihs- ruh emgetr affen. Derselbe -wird vor Ablauf dieser Woche die -Geschäfte des Auswärtigen -Amtes in Berlin wieder übernehmen. — Die „Norddeutsche -.Allgent. Zeitung" teilt mit, die Nachricht der.„Frank ifurter Zeitung" von $)em tu Stettin erfolgter. Tode^ b«? Geheimen Legationsrates van Bülow beruhe auf? Erfindung. — Der Minister d.°s Aeuheren Gras Kasiioky ist mittags von Wien hier- eingekrrffsen, von dem österreichischen Boi'chaftsperMal am Bahnhofe empfangen worden und um 5l/< Uhr nachmittags
Vorträge entgegen und machte eine Spazierfahrt, wohnte jedoch nicht dem Rennen des Pasewalker Reitervereins bei. Der Kaiser empfing mittags auch die beiden Schülerinnen, welche ihm heim Einzüge Bouquets überreicht hatten, und beschenkte dieselben mit prachtvollen Brachen. Die Prinzen Wilhelm und Leopold hatten sich nach dem Rennplatz begeben. Das Diner der Provinzialstände zu Ehren des Kaisers findet heute, nachmittags 6 Uhr, statt. — Kurz nach 11 Uhr empfing die Kaiserin im Remter des Königs- schloffes die Vorstände und Delegierten aller hiesigen Wohlthätigkeitsanstalten. Prinzessin Wilhelm saß neben der Kaiserin, die Vorstände und Delegierten der einzelnen Anstalten wurden der Kaiserin einzeln vorgestellt. Die Kaiserin beglückte die Deputation mit einer kurzen, huldvollen Ansprache, erkundigte sich nach dem Ergehen der Anstalt und sprach ihr lebhaftes Interesse für dieselbe und die besten Wünsche für ihr ferneres Gedeihen aus. — Die widersprechendsten Nachrichten über die Entrevue sind hier im Umläufe. Selbst in Hofkreisen glaubt man noch vielfach an die Ankunft des Zaren, während von sonst gut informierter Quelle das Gegenteil versichert wird. Daß die Zusammenkunft auch bei der Abreise des Kaisers von Berlin noch geplant wurde, beweist die ans zuverlässiger Quelle zugegangene Nachricht, daß der Kaiser die russische Uniform mitgenommen und das Musikkorps des Alexander-Regiments herbeordert war. — Dem heutigen Rennen auf dem Stettiner Rennplatz wohnte der Prinz und die Prinzessin Wilhelm, Prinz Leopold und Graf Molke bei. Den Kaiserpreis errang Leutnant Pieper von ben Blücher-Husaren. — Stettin gewährt heute abenb einen imposanten Anbick. Nicht nur in )en Hauptstraßen, fonbern auch in ben kleinsten Gaffen änb alle Häuser vom Keller bis unter das Dach mit Kerzen illuminiert. Die Illumination bringt einen zauberhaften Effekt hervor; auf allen Plätzen werden bengalische Flammen, auf Kosten der Stadt, abgebrannt. Besonders schön macht sich die herrliche Architektur des Rathauses im roten Licht und die Linden-, Louisen- und Breite-Sttaße; vor allen zeichnen ich das Haus der Lebensversicherungs - Gesellschaft „Germania" mit feinen flammenumrahmten Bogenfenstern, Adlern nnd Sternen, der weltberühmte „Luftdichte" in der Breitenstraße nutz das Gebäude der Stetttner Eisenbahn-Verwaltung aus. Durch die Straßen wogt eine dichtgedrängte Menschenmenge.
Halle, 15. Sept. In vergangener Nacht wurde hier eine geheime Sitzung der Führer der Sozialdemokratie aufgehoben, wobei viele belastende Schriftstücke gefunden wurden.
Wöchentliche Beilagen: Ureis-Matt Ur die Kreise Marburg lv id Kirchhain
Expedii.ion- Markt 21. — Redaktion, Druck und Setlag von Joh. Aug. Koch.
ist wohl zu bedenke«, was-mau überhaupt unter Lieben versteht."
,Lch weiß nicht, was Sie darunter verstehen," sagte Herr von Brand, „ater — wo Leu Sie meine Tochter Heiraten?"
. „Gewiß. Wenn Ich so glücklich fein kann."
„Roch jetzt?" fragte der Major.
„Warna, nicht, mein bester Vetter?"
„Ich bettle, — hat Ihnen Herr von Rachau nichts mttgeteilt?"
„Das hat er."
„Und Sie könne» noch diese Absicht hegi»K"
„Meine liebenswürdige Soufise zu meiner Frau zu machen?" rief Wilkens. „Immer bin ich dazu bereit."
»Wenn eine Dame sich derartig auSspricht, wie Luise es gethan hat/ sagte der Major streng nnd laut, „so glaube ich, daß ein Man« von Ehre feine Hoffnungen aufgeben muß."
„Das ist ganz natürlich, mein teuerster Vetter, und ich bin weitab davon, mich meiner grausamen Kousine aufzudrängeu/ versetzte Eduard Wilkens. »Ich bebaute eS innigst, keine Gnade gefunden zu haben; meine Absichten waren die besten."
Der Major fühlte sich versöhnt. »Ich hoffe/ sagte er, ihm seine Hand bietend, „Sie tragen uns keinen Groll darum nach."
„Besorgen Sie das nicht," erwiderte WilkenS, ihm die Hand schüttelnd. „Mir ist alle Rachsucht fremd. Den Neigungen deS Herzens kann niemand befehlen. Möge weine Hebe Kousine unbehindert ihren Neigungen folgen. Sie treffen ohne Zweifel einen würdigeren Gegenstand, als ich e» bin."
„Sie find gereizt," sagte der Major. „Es sollte mir leid thun, wen» Sie »»» beleidigt verließen."
„Gewiß nicht," beteuerte Wilken». „Morgen werde ich reifen."
„Bleibe» Sie noch einige Tage/
„Das geht nicht an. Ich habe nichts mehr hier zu thun. Aber ich werde immer mit freundschaftlichen
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In den Niederlanden, welche sonst nicht groß zur Unterhaltung Europas Beiträgen, ist eine eigenartige Volksbewegung 'ausgetreten, die sonst nirgends bisher sich gefunden, hat: eine antisozialdemokratischeWewegung, welche mit den gleichen Waffen kämpft, .wie die Sozialisten, i venig- stens in Holland, selbst mit Knüppeln und Pf laster- stetnen. Die Niederlande mit ihrem ruhigentMei tschen- schlag, mit ihren, im grKen und ganzen seh r vertraglichen materiellen Verhältnissen, bieten im E runde .genommen i-einen wenig empfänglichen Boden für die Lehren der Sozialdemokratie. Seitdem aber ii t Belgien, dem Machbarlande, eine starke sozialistische \ Strömung zutage getreten, -in Holland selbst der fana- " tische Agitator Daniela Nieaumenhuis aufgetrtte n ist, Hai sich ein Umschwung -vollzogen. Besonder s in Amsterdam ■ haben die Sozialisten eine große Zahl von Anhängern gewonnen, zu deren hervorragendsten Eigenschaften .Mäßigung urtb Ruhe eben -nicht gehören. Es ist zu wiederholten blutigen Exzessen und heftigen Zusammenstößen mit Polizei und Mil itar dort < gekommen, und strenge Maßregeln ifirö n ötig gewesen, um neue Tumulte zu verhindern. 8.'er- schwunden ist aber die sozialdemokratische Partei seitdem -bei weitem nicht; sie hat sich sogar Jberftäicft und ist zum Ai^riff auf die Massen anderer Städte «hergegangen.
In.verschiedenen niederländischen Städten sind in: ter -letzten Zeit öffentliche sozialistische Versammlungen und Fesstichkeiten enberaumt gewesen, aber -keine hat stattgefunden. Dee überwiegende, nichtsozialisusche Vollsmehrheit trat.dazwischen, stürmte die Bersamm- dmgslakalk und -prügelte die Sozialdemokraten;zurn Fenster 'hinaus. Solche Ausschreitungen smd entschieden -eben so wenig zu bißigen, wie die von ben Sozialdemokraten selbst ungerichteten; aber wer selbst an die rohe Gewalt zu appeLeren Hebt, darf sich nicht munbern, wenn er Schule macht. Den.Bewohnern der betreffenden niedettländisihen Städte sind die Amsterdamer Heldenthaten w-chl bekannt. Ta fee
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5012
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”1. zum Abschluß zu komme».'
C|13a**I^****a Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,
lowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler
_ , . , - ~ , ot w 'N Frankfurt a.Cassel, Magdeburg n. Wien; Rudolf YYIT
SvMMbeNd, 17. Sctitentbc t 11887. Moffe in Frankfurta. M.,Berlin,Münchenu. Köln; G. L. ‘
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover. Varis.