een
tat
50 Pf,
-St die [4715
cn
[4652 arkt.
re!
MWsch IMG
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhai». - Illustriertes Sonntagsblatt.
Glas),
k. 1.05
1.35
1.40
M 206.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Loch.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition 2*4 Mk-, bei den Postämter 2 Mk 50 Pfg. (exkl. Bestellgcldi. Jnserti»nsgebühr für bi« gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Sonnabend, 3. September 1887.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII. Habraana. Rioffe in Frankfurt a. Ti., Berlin, München u. Köln; G- L. u y.
Daube u. Co. in Frankfurt a. R., Berlin, Hannover. Paris.
1.65 1.65 1.65 0.95 [2569 d.
aufen. ttwe,
Für den Monat September nehmen alle Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) Bestellungen auf die
Oberhessische Zeitung
mit deren Beiblättern
entgegen.
In Kirchhain sind Bestellungen an unsere Agentur (Herrn Buchbinder Rindt) und in hiesiger Stadt an die Expedition zu richten. Von letzterer werden auch Wochen - Abonnements ä 20 Pfg. angenommen.
tote 2 wegen aufen. lck.
Ofen merr-
20.
Die Preisbewegung und das Jutereffe der Arbeiter.
Von der Möglichkeit, für die erzeugten Waren einen Preis zu erlangen, welcher den Kosten der Produktion, dem Aufwande an geistigen und finanziellen Mitteln entspricht, hängt vor allem auch für die Arbeiter die Aussicht ab, volle Beschäftigung für angemessenen Lohn zu erhalten. Sinken die Preise unter dieses Niveau, so ist die Beschränkung der Produktion und die thunlichste Ermäßigung der Kosten
dlicher l oder Näb.
'4717 5 in-- :n, ist t.
»arkt, 4663 legene Der 2 ftober Exp.
4718 Hause , sind etben. tti
, derselben die notwendige Folge. Unter den zur Erreichung des letztgedachten Zieles sich darbietenden Maßregeln steht die Ersparung an Arbeitslöhnen obenan. Die Zahl der Arbeiter wird auf die ge- ringst zulässige Zahl beschränkt, wenn immer es das Verhältnis von Angebot zur Nachfrage gestattet, der Arbeitslohn gekürzt. Diese letzte Eventualität wird um so wahrscheinlicher, als die Beschränkung der Produktion ohnehin das Angebot von Arbeitskräften steigert. Während daher die Arbeiter von dem Sinken der Preise nur zu häufig kaum Vorteil zu erwarten haben, well der Gewinn aus der Preisermäßigung zum großen Teil in den Zwischenstationen hängen bleibt, welche die Ware von dem Produzenten bis zu dem Verbrauch durch den Arbeiter durchläuft, hat er ein dringendes, in seinen Einnahmen sich nur zu fühlbar machendes Interesse daran, daß die Preise der Erzeugnisse der heimischen Arbeit eine angemessene Höhe behalten.
_____ Dian sollte daher annehmen, daß diejenigen Par- nettes feien, welche stets das Interesse des armen Mannes
\eu, und
«Herr kochen -12 dition 4719
chen Lohn
. im Munde führen, die Bestrebungen der Produzenten, - im Wege der Selbsthilfe sich angemessene Preise zu sichern, billigen und unterstützen sollten. Merkwürdigerweise ist aber das Gegenteil der Fall. Wo immer Industrielle oder Landwirte sich zu einer Organisation des Vertriebes ihrer Erzeugnisse vereinigen, welcher den Zweck verfolgt, ein Sinken der Preise unter den nach den Selbstkosten angemessenen Stand
.8.
chen erbest
0.
flbzu- 4721
’0r
5ti«
106»/, ICO1/! 103 LC5’/, 100
102’/, 67'/, 82*/«
103’/» 67'/, 77'/- 81 827« 96'/« !93'/i 94
75'/, 99»/, 101'/« 97'/, 101’/»
Ins Bad.
(Eine Humoreske)
(Nachdruck verboten.)
„Aber Da könntest mir doch wirklich den Gefallen thun, OSkar,* bat eine anmutige junge Dame mit herzlichem Aufblick ihrer freundlichen braunen Augen den Assessor Walter, ihren Vetter, den sie auf dem Wege nach seiner Wohnung vor der Thür ihres väterlichen Hauses, des Kaufmanns Walter, getroffen und gebeten hatte, nnr „für einen Augenblick* mit auf ihr Zimmer zu kommen. Sie hatte sich dann so vor, sichtig im Hausflur umgeschaut, ihn so schnell in ihr Zimmer hinaufgeführt, daß Assessor Walter ganz erstaunt gewesen war. „Sag mal, Kleine,* Lucie Walter war übrigens ein ganz stattlich emporgewachsenes junges Mädchen von neunzehn Jahren, „waS hast Du denn eigentlich?* hatte er gefragt. Die Antwort >arauf war ein „Gleich, gleich!' gewesen, und er war schnell in daS luxuriöse, kleine Gemach hinein, gezogen, in welchem es blitzte und glänzte von der reichen Ausstattung.
„Bitte, nimm Platz,* bat Lucie,'ihn zv einem Sessel führend. Es war ein zierliches Ding mit einem Ueberzug ans glänzender, prachtvoll gemusterter roter Seide. „Weißt Du, Lucie, ich stehe lieber in einem Damensalo». Klottlde hält mir stets eine große Vorlesung über die Art, wie man sich in einem Salon hiusctzen muß, damit den Stühlchen nicht daS 8e»ick umgedreht wird, zweimal ist mir das Malheur chon bei meinen 100 Silo passiert, daß ich mich nicht xt Gefahr aussetzen will, auch von Dir hierüber beehrt z» werden.* Er bettachtete Kopfschüttelnd den ür ihn allerdings zu zierlichen Ruhesitz.
„Klotilde ist Deine Frau und kann Dir so etwa? agen. Ich habe kein Recht dazu! Also bitte, nimm Platz I*
Dem Assessor war etwas eingefallen. Er wiegte ich lächelnd hin und her. „Meine Fran bist Du allerdings nicht, aber vor ein paar Jahren, als ich
zu verhindern, wendet sich das Manchestertum mit der größten Feindschaft, ja geradezu mit leidenschaftlichem Hasse gegen dieselben. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um Kartell der Eisenindustriellen, eine Vereinigung der Kohlengruben oder ein Gesamtunternehmen der Branntweinfabrikanten handelt. Wo immer solche Vereinbarungen von Erwerbszweigen ausgehen, in denen zahlreiche Arbeiter ihren Lebensunterhalt finden, wo also der Erfolg der Vereinbarung zum großen Teil den Arbeitern zu Gute kommt, begegnen sie der schärften Bekämpfung und Verdächtigung der freisinnigen Presse und Partei. Nur die Börsenspekulation im schlimmsten Sinne des Wortes ist ausgenommen, für diese wird die größte Bewegungsfreiheit beansprucht. Freilich ernährt sie auch keine Arbeiter, denn das ist in den Augen unserer Freisinnigen geradezu ein Verbrechen: ein Beweis mehr, wie sehr die von ihr so lebhaft in Anspruch genommene Fürsorge für den armen Mann nichts ist, als eine hohle Phrase.
Deutsches Reich.
Berlin, 1. Sepr. Der Kaiser ist gegen 10 Uhr vormittags zur Herbstparade des Gardekorps aus das Tempelhofer Feld gefahren. Kurz vorher auch die Kaiserin. — Die Parade des Garde-Korps vor dem Kaiser ist bei prachtvollem Wetter auf das glänzendste verlaufen. Der Kaiser fuhr, von der Kaiserin mit der Prinzessin Wilhelm und einer glänzenden Suite gefolgt, worin sich der Prinz von Japan Komatsu und die fremdländischen Militärattachss mit den zum Besuche hier anwesenden britischen Offizieren befanden, zuerst die Front der in zwei Treffen aufgestellten Truppen entlang und ließ dieselben dann zweimal vorüberdefilieren. Der Kaiser und die Kaiserin wurden auf dem Hinwege zur Parade von der die Straßen füllenden Bevölkerung stürmisch begrüßt. — Dem „Wiener Fremdenblatt" wird von hier telegraphiert: Die Nachricht, daß eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren bevorstehend sei, wird auch hier mehrseitig bestätigt. Es scheint, daß bestimmte Entschließungen noch nicht gefaßt seien, auch werden die Reisedispositionen des Zaren gewöhnlich erst im letzten Augenblicke endgiltig festgestellt. Jedenfalls figuriert die Zusammenkunft unoffiziell auf dem Reiseprogramm des Kaisers Wilhelm. Die Enttevue soll nicht in Danzig, sondern in Stettin stattfinden, und zwar am 12. September. An diesem Tage trifft der Kaiser nachmittags von Danzig ein, und der Zar würde ebenfalls an diesem Tage von Kopenhagen in Stettin eintreffen. Der Zar beab-
noch ein schlanker Jüngling war, hätte ich wetten mögen, Du würdest meine Frau werden I Weißt Du noch, nach dem ersten großen Ball bei---1"
Sie hielt ihm lachend den Mund zu, während das Gesicht sich rötete: „Damals war ich noch ein halbes Kind! Und wer hatte sich denn schon ein paar Monate später wie toll in Fräulein Klotilde ver. liebt? He?*
„Das war ich,* sagte der Assessor ruhig, „aber weißt Du, Kleine, Du bist immer noch recht hübsch, oder vielmehr Du bist reizend geworden, und da es ja nun doch niemand sieht, einen Kuß---*
Sie war von ihm fortgespruugeu. „Wenn Du uns hilfst, sollst Du einen Kuß von mir haben!' — „Uns?" wiederholte er. „Aha, ich merke etwas; doch nun sprich! Das Scpha wird mich wohl tragen."
„Bei Dir arbeitet doch der Referendar Redlingen auf dem Gericht!* begann Lucie mit gesenkten Augen. Der Assessor pfiff leise durch die Zähne. „Ich habe ihn im vorigen Winter kennen gelernt, er ist ein liebenswürdiger junger Mann. Meinst Du nicht auch?" Der Herr Vetter nickte. „Ich bemerkte schon längst,* fuhr das junge Mädchen fort, „daß er ntir ein größeres Interesse entgegenbrachte und vor vier Wochen hat er mir gestanden — ?*
„War denn, Lucie?' fragte er mit eigenem Lächeln.
„Ach Gott, Du weißt es ja, quäle mich doch nicht l* „Ich habe es noch nicht bis zum Gedankenerrater gebracht,* antwortete der Affeffor ruhig, „verstände ich das, würde mir bei meinen Terminen viel Aerger erspart bleiben. Also?* — „Mein Gott, Du bist ein abscheulicher Mensch, nun, er — er — er sagte mir, was Du Klotilde sagtest, als Du sie zur Frau begehrtest!* — „So steht die Sache also! Und Du warst damit einverstaudeu?* — Sie nickte, tief errötend. Der Assessor stand auf. „Ja, mein Kind, wenn Du mich nur eine Viertelstunde deshalb auf. gehalten hast, so muß ich Dir doch sagen —*
„AS, die Hauptsache kommt ja erst! Höre doch nur ruhig zu!*
sichtigt eine Nacht Gast des Kaisers zu fein, am nächsten Vormittage einer großen Parade auf dem Krekower Exerzierplatz und einem Diner beizuwohnen und abends nach Kopenhagen zurückzukehren. Alle diese Dispositionen sind, wie gesagt, erst provisorisch; der letzte Entschluß des Zaren ist noch nicht bekannt. — Der „Reichs-Anz." meldet: Der Leibarzt des Kronprinzen, Generalarzt Dr. Wegner, sprach sich im Einvernehmen mit Dr. Mackenzie dahin aus, daß der Gesundheitszustand des Kronprinzen in der letzten Zeit gute Fortschritte gemacht habe, da höchstdessen Allgemeinbefinden ein vortreffliches sei. Die Stimme ist noch heiser, da an verschiedenen Stellen des Kehlkopfes, wie schon seit mehreren Monaten, Disposition zu Kongestionen besteht. Seit der letzten Kauterisation hat eine neue Ausbildung der bis dahin vorhandenen Anschwellung nicht stattgefunden, die Wiederkehr derselben ist indessen nicht unwahrscheinlich. Sie würde zwar die Genesung verzögern, jedoch an und für sich nicht bedenklich erscheinen. Die völlige Schonung der Stimme und die Vermeidung kalter, feuchter Luft sind die wichtigsten prophylaktischen Maßregeln, welche in nächster Zeit zu nehmen sind. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Petitionen um Erhöhung der Getreidezölle mehren sich noch immer. Eine derartige Petition ist kürzlich auch von Interessenten der Berliner Getteidebörse an den Reichskanzler gerichtet worden. Die Petenten klagen, daß durch die bisherige Ueberflutung fremdländischen Getteides und die in nächster Zeit noch zu erwartenden Zufuhren das inländische Produkt immer schwerer verkäuflich werde. Neben der Landwirtschaft steht infolge dessen der inländische Getteidehandel vor dem Untergänge, wenn nicht allerkürzesteus das Land vor weiteren Ueberflutungeu mit fremdem Getreide geschützt werde.
— Für den 15. Aerztetag in Dresden hat der Referent desselben über das Krankenkaffengesetz, Herr Dr. Busch-Crefeld, eine Uebersicht über die Ergebnisse dieses Gesetzes im Jahre 1885 ausgearbeitet, welche eine Fülle interessanten Materials darbietet. Nach derselben kamen für das Deutsche Reich, dessen Einwohnerzahl 46 845 531 beträgt, auf je 10 000 Einwohner 3,48 Aerzte. Die Anzahl der Kassenmitglieder überhaupt betrug 4 294 173, so daß auf je 10 000 Einwohner 917 Kassenmitglieder entfielen. Die Anzahl der Kassen nach dem Reichsgesetz vom 15. Juni 1883 belief sich auf 18776, es kamen somit auf jede Kasse durchschnittlich 228,7 Mitglieder. Die Gesamteinnahme dieser Kassen berechnete sich für das in Rede stehende Jahr auf 66 100 344 Mark,
„Dann bitte aber etwas schnell!* Sie führte ihn wieder auf seinen Platz und hob an: „Du weißt doch, daß Papa gern mit mir hoch hinaus möchte!* — „Und Redlingen hat wenig ober kein Vermögen; bis er es zum besoldeten Affeffor gebracht hat, kann -S noch eine ganze Zeit bauern. Ich habe auch lange genug warten müssen,* ergänzte Walter.
„Kurz und gut also, Pava will von biefer ganzen Heirat nichts wiffeu. Mir müssen uns also gedulden, bis ein günstiger Moment kommt. Allein sprechen können wir uns nicht, dazu passen Papa und Mama jetzt zu scharf auf!* — „Dann schreibt doch einander, meinetwegen jeden Tag acht Seiten allerfeinsten Postpapiers!* lachte der Affeffor. — „Oskar, Redlingen heißt mit Vornamen gerade so, wie Du, hat mir auch schon einen Brief geschrieben, er war ganz reizend, aber Papa bemerkte ihn und es gab eine fürchterliche Szene!* — „Daun schreibt einander postlagernd!* — „Laß doch Deine Scherze,' bat das Mädchen, „in unserer kleinen Stadt erführe bas binnen acht Tagen bie ganze Welt. Nein wir haben einen an- beren Gedanken, das heißt, ich bin darauf gekommen. Ich gebe Dir meine Briefe für Redlingen und Du Dringst mir seine Antworten. Das bemertt niemand. Ist der Einfall nicht allerliebst?"
Der Assessor war aufgesprungen und ihat unter herzlichem Lachen ein paar Schritte hin und her, „Na, hör mal," sagte er bann, „nimms mir uichf übel, Du bist aber gut. Ich soll ben postnion d’imour für meinen Referenbar uub sein Liebchen spielen? Da hört so ziemlich bie Weltgeschichte auf. Aber," fügte er hinzu, als er eine kleine Thräne in ihren Augen bemethe, „sei ruhig, meine Kleine, ich will Dir wenigstens für den Anfang ben Gefallen thun, mit Reblingen unb Deinem Vater ein vernünftiges Wort reden, vielleicht macht sich die Sache bann." — „Du bist ein seelenguter Mensch," lobte sie mtt freubestrahlenbem Blick, „unb nicht wahr, Hefe paar Zeilen nimmst Du ihm gleich mtt. Redlingen hat acht Tage aus Antwort warten müssen. Ich konnte
die Gesamtausgaben auf 52 646 826 Mk. Die Ausgaben für Aerzte stellten sich insgesamt aus 9 060 945 Mk., d. h. 13 Prozent der Einnahme und 17 Prozent der Ausgabe, pro Kopf und Jahr also auf 2,11 Mark; die Ausgaben an Arznei :c. beliefen sich auf 7 072 016 Mk., pro Kopf und Jahr auf 1,64 Mk., die Ausgaben für Krankengelder an Mitglieder, Angehörige der Mitglieder und für Verpflegungs kosten an Krankenanstalten insgesamt auf 28 419 658 Mk., also pro Kopf auf 6,61 Mark. Die Verwaltungskosten betrugen insgesamt 3 384 536 Mark, d. h. 5 Prozent der Einnahme und 6 Prozent der Ausgabe, pro Kops und Jahr 0,78 Mark.
— Der Herstellung direkter Verkehrsbeziehungen zwischen den deutschen bezw. österreichisch-ungarischen und den serbischen Bahnen trat bisher der Umstand entgegen, daß die seit Eröffnung der serbischen Bahnlinien in Kraft stehenden Tarife für die Güterbeförderung in den meisten Fällen derart hoch bemessen waren, daß dadurch die naturgemäß zu erwartende Verkehrsentwickelung ausblieb und weder die interne, noch externe Warenbewegung von dieser Seite die derselben so dringend bedürftige Unterstützung fand. Es scheint nunmehr in dieser Richtung sich ein heilsamer Umschwung vorzubereiten, denn wie von anscheinend verläßlicher Seite verlautet, wäre man tm serbischen Bantenministerium mit dem Studium der Frage beschäftigt, welchen Aenderungen die derzeitigen Gütertarife der serbischen Bahnen zu unterziehen wären, um dieselben den Bedürfnissen des Lokal- und internationalen Verkehrs anzupassen.
— Die Zeitschriit des königlich preußischen Statistischen Bureaus bringt einen Aufsatz von A. Peter sitil, welcher über die Aufbringung der Unterhaltungskosten der öffentlichen Volksschulen folgende Angaben enthält : Im Königreich Preußen alten Bestandes betrugen die gesamten Unterhaltungskosteu der öffentlichen Volksschulen mit Einschluß der öffentlichen Mittelschulen int Jahre 1861 29 821739 M., 1864 33109 084 Mark, 1867 37 886 130 M., 1871 44 578 668 M. und 1878 80 808 739 M., dazu kommen in den neuen Provinzen 1871 noch 11069 730 M. unb 1878 20 207 884 M. Diese Beträge wurden aufgebracht int Staate alten Bestandes durch Schulgeld 1861 mit 23,36 Proz., 1871 mit 19,21 Proz., 1878 nur noch mit 12,87 Proz., durch Leistungen der Verpflichteten (Gemeinden :c.) 1861 mit 72,17 Proz., 1871 mit 75,93 Proz., 1878 mit 74,86 Proz.; endlich aus Staatsmitteln 1861 mit 4,47 Proz., 1871 mit 4,86 Proz., 1878 mit 12,27 Proz Unter Einschluß der neuen Provinzen ergibt sich, daß
ja nicht einmal unbemerkt zur Post kommen!" — „Ein seelenguter Mensch," wiederholte Walter, „das klingt zwar ganz schön, aber bie Münze ist boch für einen solchen Dienst zu gering. Einen Kuß als Abschlagszahlung; ja oder nein; — „Nun ja denn!" flüsterte sie. Ein paar Minuten später schritt Oskar Walter mit außerordentlich vergnügtem Gesicht die Straße hinunter. Das zierliche Brieschen Lucies war wohlgeborgen in bei Brusttasche.
(Schluß folgt.)
Im Banne der Verhältnisse.
Roman von Theodor Mügge.
(Nachdruck verboten.) Fortsetzung.
Der Friebenstister sah die beiden Fremden an und machte ein paar Schritte nach dem Tische zu. Er trug einen dunkeln Oberrock, in dem er lang unb schmal auSsah, unb ben Hut auf bem Kopfe, unter welchem ein Gesicht mit scharf geprägten Zügen hervorschaute. Die Nase herrschte bann vor; die Ruhe in feinen Augen und Mienen unb bet biegsame Klang seiner Stimme bilbeten einen vollständigen Gegensatz zu der rauhen Heftigkeit, welche der Herr am Tische zur Schau trug.
„ES ist spät geworben," sagte er, inbem er zu diesem trat. „Ich wurde verschiedentlich aufgehalten."
„Wir können gehen," antwortete der Herr.
Sein Hut hing am Riegel, er mußte dicht an der Tafel vorbei, wo bie beiben Fremden saßen. AlS er sich ihnen gegenüber befand, wandte er feinen erhitzten Kopf ihnen zu und nach einem augenblicklichen Bedenken blieb er stehen und sagte höflich: „Ich bitte um Entschuldigung, meine Herren, wenn ich Sie belästigt Ijabe".
Als er keine Antwort darauf erhielt, fügte er hinzu: „Ich habe einige Gründe, diesen Kerl nicht in meiner Nähe zu dulden".