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Illustriertes Sonntagsblatt.

Expedition: Statt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Loch.

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m3 ihren Reden vernahm, daß sie sich auschickten, besitzen! Fort, fort! Der Anblick macht mich^rasend. das Zimmer zu verlassen, nm sich zur Frau Pro-j und wenn ich länger bliebe, ich könnte in der Er.

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.Freuen wir uns doch,« erwiderte Flamming, .daß sie schläft, da wird ihre Geduld nicht auf eine o lauge Probe gestellt. Horch,« fuhr er gleich darauf ort, .was ist das für eiu Stimmengewirr? Das ist hier auf der Etage und scheint in den Barlandtscheu Zimmern zu sein. Verzeihen Siel«

Er öffnete leise die Thür, die nach dem Korridor uhrte, und horchte hinaus. Es waren Männer- itmmen und auch eine weibliche deutlich zu unter« Leiden. Ein Heller Lichtstrahl, aus einer offenen Thur kommend, fiel ans den Korridor. Er betrat ebenso letfe den letztere», nnb jetzt schon Barlandts Stimme erkennend, schritt er wester und blieb in der ? ähe der geöffneten Thür lauschend stehen. Als er hier eine geraume Zett regungslos verharrt, war der gewandte und verschlagene Horcher mit den Verhält­nissen aller Personen, die hier wft ihm unter einem Dache wohnten, so ziemlich vertrant, und erst, als er

Die Mehrzahl der Handelskammerberichte äußert sich aber nicht so, wie die weiter oben erwähnte Minorität. Sie konstatieren allerdings, es sei zum Beginn des letzten Wirtschaftsjahres eine Besserung ringetreten, aber leider habe dieselbe wieder dem früheren Zustande Platz gemacht. Mit einem Wort wird gesagt: Die Geschäftslage der letzten Jahre dauere in der Hauptsache an. Zwar hat sich wohl in einer Anzahl von Gewerksbranchen der Absatz ge-

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. - Quartal-AbonnementS-Preis bei der Expe- dition 2*/+ Ml., bei den Postämter 2 Ml 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnserti^nsgedühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

»llnd da ist Er!« sagte ebenso leise Frau vou SonnS. .Mit welchem Glücklichen Lächeln er zn dem Gänschen spricht. Unglückliche, Du darfst ihn nicht

fessor v. Becker zn verfügen, schlich er auf den Fuß. spitzen zurück.

Hatte er auch mit einem gewissen Triumphgefühl vernommen, daß, wie die Sachen lagen, sein Feind, Hans v. Bela, als nächster Erbe des Wesselbachschen Majorats von der Liste gestrichen werden mußte und Roderich Barlandt dafür an die Stelle trat, so er. schreckte ihn doch diese Thatsache in hohem Maße, weil er selbst dadurch nm ein Glied wester zurück- gedrängt wurde. War e8 überhaupt möglich, Beide zu beseitigen?

Als er sein dunkles Zimmer wieder erreicht hatte, agte er zu Gabriele: .Gnädige Fran, ich möchte Ihnen raten, jetzt nach Bellevue zurückzukehren, ich muß mich sofort auf meinen Lanscherposten auf der Veranda begeben.« Er teilte ihr in raschen Worten mit, welche Personen in Roderichs Zimmer gewesen, verschwieg aber, um in diesem Augenblick nicht zu zeitraubenden Auseinandersetzungen genötigt zu sein, tn welchen Verhältnissen dieselben zu einander standen.

»Man kommt,« fuhr er fort, .verraten wir nn3 icht. Barlandt und die Uebrtgen gehen zu Ihrer Kvufine hinab, wo heute Abend große Gesellschaft ist, der ich als ungebetener, ungesehener Gast beiwohnen werde.«

Wenige Minuten später standen Beide auf der Veranda. Wie damals, als Hans hier als Lauscher tand, war das eine Rouleau nur zur Hälfte herab­gelassen, s» daß sie, wenn sie sich bückten, das ganze Zimmer übersehen konnten.

.Da steht der Kasten,« flüsterte Waldemar leise, .sehen Sie, dort auf dem Tisch? Ich werde meinen kosten nicht eher verlassen, als bis ich gesehen, wer >u tn seinen Schutz nimmt, oder wo er nntergebracht wird.«

hoben, aber nicht der Verdienst. Die Ueberproduktion herrscht immer noch und drückt die Preise herunter, die Folgen der neuesten Zvllerhohungen im Auslande sind noch bei weitem nicht überwunden, und die Un­gewißheit der politischen Lage äußert sich sehr lähmend. Hinzu kommt dann noch die Schmälerung der Kauf­kraft eines nicht unbedeutenden Teiles des Publikums durch das Sinken des Zinsfußes, das wiederum seine Hauptursache in der allgemeinen politischen Lage hat. Alle Welt, die über Kapital verfügt, sieht auf höchst­möglich sichere Anlage und hält sich von spekulastven Unternehmungen fern, deren Erfolg ein plötzlich aus- brechender Krieg gewaltig in Frage stellen könnte. Da sicheren Werten alles Geld zufließt, sinkt für die bei dem Massenangebot natürlich die Notwendigkeit, teuere Zinsen zu zahlen, und es ist ja auch die Pflicht, jeder staatlichen Finanzverwaltung, die Steuerzahler möglichst wenig zu belasten. Und bei dem heutigen Stand der Staatsschulden macht eine Zinsdifferenz von einem Prozent gewaltig viel aus.

Trotzdem es aber im deutschen Wirtschaftsleben bedeutend besser stehen könnte, ist doch eine sehr er­freuliche Thatsache zu registrieren, welche beweist, daß die Krisis doch endlich einmal einer besseren Periode weichen muß. Der großen Mehrheit der Industriellen ist es möglich gewesen, ihre Arbeiter und Gehilfen auch wirklich arbeitskräftig durch Zahlung 'eines ent­sprechenden Lohnes zu erhalten, und damit geht Deutschland anderen großen Jndustrielländern voran. Nicht das Umgekehrte tst der Fall! Dann aber sind auch zahlreiche neue Wege eingeschlagen, der Industrie aufzuhelfen, unermüdlich, mit verschärfter Geisteskraft ist darauf hingearbeitet, die Fabrikate älteren Datums zu vervollkommnen, neue Artikel zu produzieren. Und o lange ein solches thatkräftiges Wirken besteht, sind )ie Zeiten immer noch nicht unrettbar schlecht, es handelt sich um einen Uebergang, der überstanden werden kann. Seit dem Abschluß der Handelskammer­berichte sind außerdem noch eine Reihe befriedigender Ereignisse eingetreten. Verschiedenen deutschen Werken 'ind bedeutende Aufträge auS dem Auslande zuge- allen, Aufträge, die zeigen, daß die deutsche Industrie das schwer errungene Welt-Ansehen behauptet hat.

Das letzte Wirtschaftsjahr,

Die Jahresberichte der deutschen Handelskammern über das letzte Wirtschaftsjahr liegen jetzt sämtlich vor; ihr Inhalt gewährt einen interessanten lieberblick über die gesamten Erwerbverhältnisse des Deutschen Reiches und bildet die Bilanz aus den einzelnen Nachrichten über Handel und Industrie. Bei einem

i Perponcher und des Geh. Oberregierungs - Rates , Anders entgegen. Nachmittags wohnten der Kaiser : und die Kaiserin dem Adlerschießen des Offizierkorps : des ersten Garderegiments im Katharinenholze bei.

Berlin, 24. Aug. DerNordd. Allg. Ztg." : wird aus Sofia geschrieben: Es ist hier aufgefallen, daß derbulgarische Text der Proklamation vom 14. August mit der amtlich verbreiteten französischen Uebersetzung nicht genau übereinstimmt. Der Prinz wendet sich bulgarisch an seinfreies Volk", während französisch der Ausdruckpeuple bien aime" über­fetzt ist. Dieselbe Verschiedenheit findet in den bul­garischen Texten, insofern die durch Maueranschlag verbreitete Proklamation vomfreien Volke", der Abdruck im Amtsblatt nur vonvielgeliebten" spricht. Es kann sich hier also nicht um ein einfaches Ver­sehen handeln; es scheint vielmehr, daß man in den Mitteilungen an die fremden Mächte und im Amts­blatt den dem bulgarischen Volke gegenüber gebrauchten Ausdruck habe abschwächen wollen. Der große Unter­schied zwischen der Proklamation und der Note, welche der Prinz bei seiner Abreise aus Ebenthal an die Botschafter der Mächte in Wien richtete, wird in den dortigen Kreisen nicht unbeachtet geblieben sein. Damals betonte der Prinz sein Vasallenver­hältnis zum Sultan, suchte die Streitfrage wegen der Rechtsbeständigkeit der Wahl mit einem Sophismus zu umgehen; in der Proklamation ist weder von dem Sultan, noch von den Mächten die Rede und an mehr als einer Stelle wird die Unabhängigkeit Bulgariens o wenig verblümt ausgesprochen, daß das Schrift­stück wie eine formelle Unabhängigkeitserklärung er­scheint. lieber den Text der von der Donau aus und, wie es heißt, auch aus Tirnowa seitens des Prinzen an den Sultan gerichteten Telegramme ist hier nichts bekannt, ebensowenig, ob dieselben beant­wortet worden sind. lieber die Zahl der Richter in Deutschland entnehmen wir der neuestenJustiz- Statistik" folgende Angaben: Beim Reichsgericht sind 79 Richter vorhanden, nämlich 1 Präsident, 9 Senats- Präsidenten, 69 Räte; das bayerische Oberste Landes­gericht zählt 1 Präsidenten, 1 Senatspräsidenten und 16 Räte, zusammen also 18 Richter. Bei den 28 Oberlandesgerichten fungieren 28 Präsidenten, 65 Senatspräsidenten und 444 Räte, zusammen also 537 Richter, bei den 172 Landgerichten 172 Präsi­denten, 338 Direktoren und 1701 Landrichter, zu- ammen also 2211 Richter, endlich bei den 1913 l Amtsgerichten 4242 Amtsrichter. Abgesehen von den obersten Gerichtshöfen sind also insgesamt 6990 ' dichter vorhanden. Von den einzelnen Oberlandes- i

1 gerichtsbezirken zählen die meisten Richter Breslau : und Berlin, nämlich 581 und 555, dann folgen Dresden mit 441, Naumburg mit 375, Hamm mit 365, Celle mit 345, Köln mit 327 und München mit 324; die wenigsten Richter haben die Bezirke Zweibrücken (93), Braunschweig (86) und Olden­burg (51). Im Vergleich zur Bevölkerung kommt durchschnittlich int ganzen Reiche 1 Richter des Ober­landesgerichts auf 97 255 Einwohnar- em« Richter des Landgerichts auf 21 192 und ein Amtsrichter auf 11046 Einwohner. Die Zahl der Staats­anwälte beträgt im ganzen Reiche 553, so daß immer aus 84 730 Einwohner ein Staatsanwalt kommt. Auch hier haben die bayerischen Bezirke verhältnis­mäßig die meisten Beamten, indem in Bamberg auf 50 846, in Zweibrücken auf 49 741 und in München auf 43 694 Einwohner ein Staatsanwalt kommt, während dies in Naumburg erst auf 123 084, in Kiel auf 137 812, in Hamm auf 133 532 und in Köln auf 137 528 Einwohner der Fall ist. Im Kammergerichtsbezirk kommt auf 6590 Einwohner ein Richter und auf 104 506 ein Staatsanwalt. Wie derBerl. Börsenkourier" hört, sind heute die noch dissentierenden Spiritushändler der Aktien-Ge­sellschaft für Spiritusverwertung beigetreten. Die Händler erhalten von der Monopolgesellschaft zwei Prozent vom ausmachenden Betrag, haben dafür aber amtliche Lagerspesen zu tragen. Nach dem Vertrag sind die bisherigen Spiritushändler gewissermaßen als Agenten der Gesellschaft zu betrachten, auch haben dieselben die Verträge namens der durch sie ver­tretenen Brennereien zu unterzeichnen. Die ihnen zugebilligte Provision von zwei Prozent wird auch den übrigen Händlern in der Provinz gewährt, wenn sie vor dem 28. August die bisher noch säumigen Brennereien dazu bestimmen, der Koalition beizutreten. Aus Posen wird gemeldet, daß bis jetzt ungefähr die Hälfte der Brennereibesitzer aus der Provinz Posen der Gesellschaft beigetreten ist.

Unsere Hochschule findet ihre ganze Ehre darin, deutsch zu fein", lautet das Motto der von Professor Dr. Richard Dove zu Göttingen anläßlich der 150jährigen Jubelfeier der dortigen Universität nachträglich herausgegebenenGedenkblätter aus der Geschichte der Georgia Augusta seit 1837." Dieses Motto ist der bekannten Antwort entnommen, welche Dove als Prorektor 1870 auf einstimmigen Senats­beschluß der irischen Akademie zukommen ließ, welche, mit dem Ersuchen an Göttingen um Beteiligung, eine Agitation der gelehrten Körperschaften in Szene setzte, um durch Angehen der englischen Regierung, aus

Unter einem Dache.

Roman von Karl Hartmann-Plö (Fortsetzung.)

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Für den Monat September nehmen alle Postanstalten (auf dem Lande die Landpostboten) Bestellungen auf die

Oberhessische Zeitung

mit deren Beiblättern

entgegen.

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so großen Gebiet, wie es das Deutsche Reich ist, lauten selbstverständlich die Berichte der räumlich sehr weit getrennten Handelskammern oft auch sehr ver­schieden ; die Produktions- und Absatzverhältnisse sind wl Osten und Westen, Süden und Norden Deutsch­lands durchaus ungleich. Daraus folgt von selbst, daß der ganze Geschäftsverkehr und damit auch der Verdienst nicht einseitig zu beurteilen ist. In der That sprechen sich auch eine Anzahl von Handels­kammern dahin aus, daß eine Besserung im Geschäfts­verkehr eingetreten fei; freilich wird hinzugefügt, da dieselbe sich nur in engen Grenzen halte. Aber unter den heutigen Verhältnissen ist ein himmelhoher Auf­schwung mit einem male absolut nicht zu erwarten. Es befriedigt schon, wenn derselbe sich langsam in rangen Bezirken anbahnt. Die kräftigere wirtschaft­liche Strömung, die dort herrscht, teilt sich dann auch dem Reichsgebiet im Ganzen mit. Ein bestimmtes Ausflackern regerer gewerblicher Thätigkeit bleibt dauernd nie vereinzelt, wenn es auf einer gesunden Ursache beruht; wurde es allerdings nur durch den Zufall hervorgerufen, bann geht es ebenso schnell wieder, wie es gekommen ist.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.

Deutsches Reich.

Babelsberg, 24. Aug. Gestern nachmittag machte der Kaiser in Gemeinschaft mit seiner Ge­mahlin eine Spazierfahrt. Abends waren die an­wesenden Mitglieder des königlichen Hauses hier zum Thee versammelt. Heute nahm der Kaiser die Vor­träge des Oberhaus- und Hofmarschalls Grafen los! Was geschehen soll, muß noch in dieser Nacht geschehen, denn morgen wird Ihre Frau Kousine nicht zögern, daS Testament dahin bringen zu lassen, wohin es gehört und wo es sicher verwahrt tst: auf das Gericht zu Schleswig. Daß es bereits in ihrem Besitz, ist wahrscheinlich, denn wie mir die Magd er­zählt hach die alle Neuigkeiten von einem Gast zum andern trägt, hat Barlandt schon vor ein paar Stunden mit feiner Mutter die letzten Zimmer links vom Korridor bezogen.«

Hat er denn noch eine Mutter? Ich meine, von ihm selbst gehört zu haben, daß beide Eltern gestorben ?"

Das wird wohl ein Irrtum fein, genug, die Hauptsache ist, vorerst zu erfahren, wo in den Zimmern der Frau Professor während dieser Nacht der Kasten untergebracht ist. Da fällt mir plötzlich etwas ein. Alle Zimmer für die Badegäste sind nach einer Schablone eingerichtet, in jedem stehen fast die gleichen llöbel_unb in jebem befindet sich ein verschließbarer Sekretär. Diese sämmtlichen Sekretäre sind entschieden von demselben Möbelhändler Verfertigt, beim in ihrer Bauart sehen sie stch ähnlich, wie ein Ei dem andern. Da liegt der Gedanke nicht fern, daß auch die sämt. :<ben Schlösser daran von demselben Fabrikanten nb nnb ein Schlüssel zu allen Schlössern paßt. Es t mehr als wahrscheinlich, daß Fran Johannes hren Sekretär für vollkommen sicher hält, sie wird hoffentlich arglos genug fein, ihren Schatz nicht mit n ihr Schlafgemach zn nehmen. Oder ob sie die Vorsicht gebrauchen totrb, den Kasten in ihrem Koffer gn bergen? Sie wird sich vielleicht damit begnügen, wenn sie ihn neben sich ans dem Nachttische weiß. DaS wäre so ungünstig nicht!«

Es find aber auch noch andere Möglichketten iv I betracht zu ziehen; kann sie Hans v. Bela nicht den Kasten Übergeben haben zu befferer Beschützung?«

Möglich aber, gerührt wie fie sein wird über >en letzte» Akt väterlicher Liebe und Güte, trennt fie ich doch vielleicht nicht gleich von ihm. Es würde elbstverständlich die Ausführung ungemein erleichtern,

wenn wir vorher bestimmt erführen, wo sie ihn für diese Nacht untergebracht. Wenn man das noch irgend- wo erspähen, erlauschen könnte? Ich wage es, die Abende find dunkel, der Himmel hat sich mit Wolken bezogen, ich schleiche mich auf die Veranda, es müßte ja höchst auffällig fein, wenn nicht die Rede auf das Testament käme, nnb da wird denn auch wohl die Bemerkung falle», wo fie es verborgen!«

ES war inzwischen sehr dunkel geworden. Frau v. Sonns hatte ganz vergessen, daß ihre kleine Tochter im Nebenzimmer sich befand. Alle ihre Gedanken hatten sich ausschließlich auf den wichtigen Gegenstand vereinigt, den sie mit Flamming zu beraten hatte. In diesem Augenblick dachte sie au das Kind und bat Waldemar, ob er nicht einmal nach Melanie sehen möge. Letzterer ging tn fein Schlafzimmer und kam fleich darauf mit der Meldung zurück, daß Melanie ich auf sein Bett gelegt habe und eingeschlafen fei.

Sie müssen dem Kinde verzeihen« sagte Frau von Sonns.

Nachdruck verboten.

Ich will Ihne» offen gestehen, Flamming,' sprach sie nach einer kleinen Panse,daß ich Hans v. Bela leliebt. Ich wäre nicht so weit gekommen, wenn er ® nicht darauf angelegt hätte, mein Herz zu gewinne». 2^ 6r hat, jetzt weiß ich es, ein falsches Spiel mit mir Nspielt, und weil er es gethan, so hasse ich ihn jetzt! Herr v. Flamming,« fuhr sie tn einem eigentümlich «tfen Tone fort,Sie haben mir vor acht Tagen ge- Wworen, alles zu thnn, was ich verlange» würde, Sie haben mir soeben Ihr Anerbieten wiederholt und hmzngefügt, mich rächen zn wollen."

Sie beugte sich zu ihm nieder, legte die Hand auf Kme Schulter und im Flüsterton fuhr sie fort:Wenn Yrvtbl6 18 vollbringen, meinen Feinden den schwarzen !yv* «asten zu entreißen, wenn Sie statt meiner die Rache H, $ hie Hand nehmen und zu meiner Zufriedenheit ggi;, Erführen, daß ich triumphierend aufjauchzen kann, osS Derlei wie, und wenn Sie den Elende» ins Meer 67$ kurzen müßten, so werde ich Ihre Gattin!« SriHimmlisches Weib!" ries Waldemar leidenschaftlich 8M rtgeiftert aus, schloß Gabriele in feine Anne, und s9ne daß sie es hindern konnte, drückte er einen Kuß ws ihre Lippen.

"orii . Sie hatte sich nur wenig gesträubt, jetzt machte goß Üe sich aber los nnb sagte:Das war nicht Recht von Ihnen, Herr v. Flamming, ba ich mich in Ihre Hand gegeben nnb Sie ba8 Uebergewtcht über mich Zützen. Sie mfiffen mir versprechen, auf jeben Lohn w verzichten, bis Sie Ihre Ausgaben voll »nb ganz Möft haben, dann halle auch ich mein Versprechen. An lassen Sie uns vorerst überlegen. Soll ich Auen de» Kammerdiener schicke»! Er ist schlau »nd ttfindertsch und schreckt vor nichts zurück.«

«Das wäre zu überlegen; ja eine solche Hülse «nnte ich gebrauchen. Vortrefflich, ich lege die Mine, tt Zündet sie an, bann find wir zugleich den Zeugen

it (Fff 3n Kirchhain sind Bestellungen an unsere Agentur (A 1^ kHkrrn Buchbinder Rindt) und in hiesiger Stadt em Vit ' ra die Expedition zu richten. Von letzterer werden ' wi> Wochen - Abonnements ä 20 Pfg. angenommen.

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie d. Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler

Freitag. 26. August 1887.'Ä*'ÄÄ;*S?- Jahrgang.

_________Daube u. Co. in Frankfurt a. W., Berlin, Hannover. Paris.