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feine Heimat genommen, jetzt muß er mit seinem In« halt dazu dienen, die Habsucht niedriger Seelen zu erwecken. Er hat ein besonderes Schloß, das nur Eingeweihte zu öffnen vermögen. Auch dessen erinnere ich mich: auf dieser Platte ist die Engelsburg ein­graviert, oh, ich sah neulich eine Abbildung derselben und hatte ein Gefühl dabei, als wenn diese Ansicht für mich eine geheimnisvolle Bedeutung haben müsse, namentlich befaßten sich meine Gedanken mit der auf der Spitze des alten Grabmals Reifer Hadrians stehenden Bildsäule des Erzengels Michael. Auch dessen erinnere ich mich jetzt. Sieh her, mein Sohn, wenn ich mit dem Finger der einen Hand einen Druck auf die Figur des Engels ausübe, und mit dem der andern Hand zu gleicher Zeit auf diesen silbernen Knopf drücke, so muß der Deckel aufsprtugen — da hast Du den Kasten geöffnet 2*

Ein leichter Ausruf des Schreckens entfuhr ihr, als sie einen Blick in das Innere des Kastens warf. Denn gerade wie an ihrem Hochzeitstage, nur nicht auf einem Untergründe von blauem Sammet, wie damals, sondern von zusammengefalteten Dokumenten, blitzten ihr die Diamanten ihres Brautschmuckes ent gegen.

Einen Augenblick sah sie mit starren Augen aus die funkelnden Steine, dann sagte fier

.Warum zögere ich, sie zu erfassen? Den Fluch, den ich ausstieß und selbst über sie sprach, als ich sie zum ersten Male sah, habe ich die Macht, wieder von ihnen zu nehmen. Ja, einen noch härteren Fluch sprachen meine Lippen über Den, der sie mir gab. Als ich ihm entfloh, da flehte ich zu Gott, er möge meinen Geist mit Wahnsinn nmnachten und ihn nicht eher wieder lichten, als bis der Geber dieser Dia. mcmten gestorben sei. Mst Entsetzen habe ich er­fahren, daß meine Worte in so schrecklicher Weise erfüllt worden find. Hat Gott es in seiner Weisheit o angeordnet, hat ein bloßer Zufall e« gethan? WaS ich erflehte, ist geschehen. Als mein Gemahl erkrankte, zeigten fich die ersten Spuren meiner Ge.

stehen die französischen Beamten znm großen Teile nicht nur vollständig unter dem Einfluß der Menge, sie suchen sogar etwas darin, sich als „Patrioten" auszuzeichnen, indem sie Deutschen nach Kräften etwas am Zeuge flicken. So ist ja dem Mülhausener Zahn­arzt, der in Belfort eingesperrt wurde, obgleich er eigentlich gar nichts gethan hatte, als erschwerend von dem französischen Richter zur Last gelegt, daß er Mitglied eines deutschen Kriegervereines sei, deutsche Fahnen getragen habe u. s. w.

Wir denken nicht daran, die Bedeutung aller dieser Fälle zn übertreiben; es sind Häkeleien, die einmal nur einzelne Personen, aber keine Gesamt­interessen betreffen. Aber erfreulich sind sie, nicht, sie wirken sehr verstimmend und verschärfen den herrschenden Groll; die Gegenmaßnahmen von deutscher Seite erbittern dann wieder in Frankreich, und so treibt Eins das Andere. Ein einzelner Nadelsttch lhut auch nicht weh; wiederholen sich aber die Stiche, so hat die Geduld des Getroffenen zuletzt doch ein Ende. So liegt die Sache auch hier. Führen diese Grenzzwistigkeiten auch nicht entfernt einen Krieg herbei, so fördern sie die nachbarlichen Beziehungen zwischen Berlin und Paris sicherlich nicht, und schon das ist zu vermeiden. Die französische Regierung kann der großen Menge nun allerdings keine andere Gesinnung beibringen, die wird an ihrem deutsch­feindlichen Wüten festhalten; aber sie kann doch ihren Beamten ernste Anweisungen geben, streng nach dem Recht zu urteilen und nicht auf bloßes Vorurteil hin. Die Thätigkeit Schnäbeles wird ja wohl keiner der französischen Grenzbeamten wieder aufnehmen, aber sie dürfen auch nicht zusehen, wie sie bet jeder Gelegenheit den Deutschen etwas auswischen können. Das französische Treiben hat allein die scharfen deutschen Maßnahmen hervorgerufen; zum Vergnügen wendet die Regierung des Reichslandes gewiß keine Strenge an, aber wer nicht hören will, muß eben sühlen.

® Cassel, (unten

Bon der französische« Grenze.

Die Zustände, welche gegenwärtig an der deutsch- französischen Grenze herrschen, sind äußerst uner­freulicher Natur; es handelt sich nicht um große, hochpolitische Konflikte zwischen den beiden Staaten unb ihren Regierungen, die Truppen stehen auch nicht feldmarschmäßig mit gegen des Nachbars Land gerichteten Bajonnetten bereit und harren des Kom- manbog, aber es handelt sich um eine ganze Zahl von Verdrießlichkeiten und kleinen Zwisten, die an bas alte Wort erinnern, mit Kleinem angefangen und mit Großem aufgehört. Die Schnäbele-Augelegenheit leitete diese Aera recht eigentlich ein; die ganze Sache wurde in Deutschland äußerst kühl ausgenommen; in Frankreich erwartete man hingegen ernsthaft die Kriegserklärung, und die Franzosen an der Grenze waren schon rein ans Rand und Band. Die Fran-

Deutsches Reich.

Berlin, 20. Ang. Der Kaiser nahm heute vor­mittag Vorträge des Oberhof- und HausmarschallI Grasen Perponcher und des Chefs des Militärkabinetts Generals von Albedyll in Schloß Babelsberg ent­gegen. An dem Diner bei den Majestäten nahmen der Oberstkämmerer Graf Otto Stollberg-Wernigerode, der Kriegsminister Generalleutnant Bronsart von Schellendorf und der Oberstallmeister v. Rauch teilt — Zur stattgehabten Fahnenweihe schreibt das „Mi­litär-Wochenblatt": Das bedeutungsvollste Weihewort.

Der Ursprung des wenig erfreulichen Treibens auf französischer Seite ist leicht zu finden. Elsaß- Lothringen gilt den Herren Rothosen immer noch als ein französisches Land, in dem sie machen können, : was sie wollen. Der Teil der Bevölkerung des Reichslandes, welcher französiert ist, bestärkt sie auch ; eifrig in diesem Wahn. Daher kommt es, daß fran- Mische Untertanen auf deutschem Boden allerlei 'Tollheiten verüben, und werden sie gefaßt und be­straft, so giebt es auf der anderen Seite der Grenze 2ärm, und die harmlosen Deutschen, welche nach Frankreich kommen, muffen dafür büßen, obgleich sie sich mäuschenstill verhalten und Niemandem etroa^ M Leide thun. Auf das Geschrei des Pöbels brauchte man ja noch wenig zu achten, wenn die Behörden wenigstens einen klaren Kopf behielten. Aber leider

' Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

. Expeditton: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.

Unter einem Dache.

Roman von Karl Hartmann-Plön.

(Fortsetzung.)

Nachdruck verboten.

Die nächste Viertelstunde dürfen wir füglich über­sehen, da die Scene, die sich jetzt entwickelte, den totangegangenen so ähnlich sich gestaltete, daß wir nur Wiederholungen bringen konnten. Nach Ablauf derselben schickten die durch diese große Stunde so unendlich glücklich gewordenen vier Menschen sich an, -emeiuschaftlich zu Frau Johannes hinunterzugehen, 3m diese und Hans, bte ja beide zu allen Verhält» siffen in naher Beziehung standen, mit dem vertraut M machen, was hier oben in so wunderbarer Weise stch abgespielt.

Als sie den jetzt durch eine Gasflamme beleuchteten tRorribor und gleich darauf die Treppe betraten, "lickten ihnen aus einer geöffneten Thür dieselben dier Augen nach, die vorhin in den Garten auf Hans 33b Friedrich hinabgeschaut hatten, und als jene ver- E Ichwunden waren, traten ein Herr und eine Dame "us dieser Thür heraus, schlichen leise auftretend die Treppe hinunter und entfernten sich ebenso leise aus der Garteuthür der Villa.

. Das, was in der nun folgenden halben Stunde m den Räumen der Frau Johannes geschah, können mir ebenfalls unterlassen, einer genauen Beschreibung K unterwerfen, sowie uns eine Schilderung deS Er- Üaunens, des Glückes und der Freude der erneuerten «rzählungen aller Erlebnisse, der Selbstanklagen und der Worte der Liebe und Verzeihung ersparen. Nur ttuer Umstandes muffen wir erwähnen. Als Roderich de» schwarzen Kasten vom Tisch nahm, ihn der Mutter 'hinreichte und sie fragte, ob sie depselben kenne, konnte «rrtrnde fich bei dessen Anblick eines leichten Schauders dicht erwehren, doch beherrschte sie sich, ergriff ihn mit beiden Händen und sagte:

.Also diesen Kasten, in welchem dar Braut- vschmeide lag, welcher mein Gemahl mir am Hochzeit?»

■ «8t schenkte, hat der Larou v. Rankendors mit in

»orben, aber es kann den deutschen Behörden doch nicht zugemutet werden, sich zum Besten haben zu lassen. So geht es hin und her, und den Schaden - . i davon haben gerade die ruhigen Elemente, die gern in Frieden leben möchten, aber nicht dazu kommen.

Illustriertes Sonntagsblatt.

zosen in ihrer großen Gesamtheit glauben auch diesen Tag noch, ihnen sei das fürchterlichste Unrecht und die größte Beleidigung zugefügt. An Schnäbeles ' Thätigkeit als Leiter der offiziellen französischen Grenz- v ipionage denken sie entweder gar nicht, oder wenn : sie daran denken, finden sie darin nur eine äußerst ehrenwerte Thaffache. Seitdem ist das Schikanieren von Deutschen an der Grenze und im Grenzgebiet gehörig in Flor gekommen, und bte bekannte Schließung der Weisbachschen Fabrik in Embermenil ist eins von diesen Ergebnissen ber Deutscheuhetzo- Deutscherseits ist mit Repressalien geantwortet worden. Natürlich sind die Franzosen infolge davon noch hitztger ge-

: welches den neuen Fahnen auf dem Wege zu ihren Truppenteilen und in alle Ferne mitgegeben werden kann, hat Kaiser-König Wilhelm bereits im voraus

* am ersten Tage dieses für das preußisch-deutsche Heer, und das deutsche Volk denkwürdigen Jahres gesprochen: „Ich habe viele Veränderungen mit der Armee erlebt, in ihrer äußeren Form — in ihrer Truppenzahl — Ich habe die Vereinigung mit den deutschen Kon­tingenten sich vollziehen und die Marine entstehen sehen — es sind unter Meinen Augen Generationen durch die Armee gegangen; aber innerlich in den Herzen und dem Empfinden der Armee giebt es keine Veränderung." Das Königliche Wort, welches dieser achtzigjährigen Diensterfahrung Ausdruck gegeben hat, ist zugleich em Wort höchsten Vertrauens in die sich stets verjüngende Zuverlässigkeit und Tüchtigkeit des Heeres, das die neuen Fahnen mit dem unveränderlich warmen Empfinden, der alten Treue und dem un­veräußerlichen Pflichtgefühl, welche ein Erbteil feiner mit klassischer Einfachheit geschriebenen Geschichte und seiner von Herz zu Herzen überströmenden lieber-- üeferung sind, in Empfang nehmen und sich einver­leiben wird. — Aus zuverlässiger Quelle hören wir, daß auch aus Posen dem Herrn Reichskanzler eine Petition um Erhöhung der Getteidezölle und um Emsührung eines Zolles auf Futterstoffe zugegangen ist- — Die Petttion ist von nahezu 200 Kaufleuten und Gewerbetreibenden aus der Stadt und Provinz Posen unterzeichnet. Unter Hinweis daraus, daß die Provinz Posen in der Hauptsache aus die Boden­bearbeitung und die Verwendung der landwirifchaft- lichen Produkte angewiesen sei, führen die Petenten aus, daß für ihre Geschäfte, welche die Verarbeitung und den weiteren Vertrieb jener Produkte bezpeckeu, das Gedeihen der Landwirtschaft eine Lebensfrage fei. Sie erkennen die aufmerksame Fürsorge an, welche die Regierung der Landwirtschaft, dem wichtigsten Zweige der Staatswirffchaft, bisher geleistet hat und führen diese Fürsorge auf die Ueberzeugung zurück, daß die Wohlfahrt unseres Staates von dem Gedeihen der Landwirtschaft abhängt und die Gesellschaft den em­pfindlichsten Schaden erleiden müßte, wenn die Ge­werbe, welche die Rohstoffe für Nahrung verarbeiten, und der Handel, der diese verbreitet, wegen mangelnden Verdienstes zur Einstellung der Thätigkeit gezwungen werden sollte. Dieser Zeitpunkt aber, an welchem Landwirtschaft und die von ihr abhängigen Gewerbe und Geschäfte nicht mehr mit Nutzen werden arbeiten können, rückt nach Ansicht der Petenten immer näher heran, da der einheimische Markt mit ausländischem Getteide überschwemmt werde. Die billigen Frachtsätze nefung, als er starb, mar sie vollendet. Jetzt bereue ich tief, daß ich solche Bitte an den Himmel ge, richtet habe, aber Gott wird mir verzeihen, da mich — ich weiß c8 jetzt —, als ich jene Verwünschung aussprach, schon der Wahnsinn erfaßt hatte. In dem Augenblick, als mir die beseligende Gewißheit wurde, daß Roderich mein Sohn sei, den ich geboren, in demselben Augenblick schmolz der Haß, den ich durch lange Jahre gegen seinen Vater genährt, unb ans voller Seele konnte ich meinem Hingeschiedenen Gatten vergeben." Sie ergriff daS glänzende, wertvolle Hals­band, und von einem plötzlichen Gedanken erfaßt, fuhr sie mit einem Lächeln fort: „Ich selbst werde >en Schmuck nicht mehr anlegen unb niemanb anders oll fortan ihn tragen, als die Braut meines Sohnes. Georga, ich bin Ihre Großmutter; einer Großmutter ist es schon einmal gestattet, die hergebrachten Formen zu umgehen, wir haben «ns Alle hier in Liebe und Freundschaft gefunden. Nur Einer ist unter uns, dem bangt vor der Zukunft, ob sie auch seine heißen Wünsche erfüllen wird, und zaghaft wird er vielleicht noch lange nicht wagen, seine Hoffnungen laut zu neunen. Wenn ich es wagte? Clementine, meine Tochter," fuhr sie in einem komisch.pathetischen Tone fort, ich, Ihre Mutter, die Barouin v. Rankendorf, erlaube mir, die Frage an Sie zu richten, ob mein Sohn, der Baron Roderich von Rankendorf, sich um die Hand Ihrer Tochter Georga bewerben darf?"

Ein verwundertes „Ah!" ertönte von allen Lippen. „Mutter," rief Roderich erschrocken, „waSsthust Du ?" „Bravo! Bravo!" kam es aus Haus Munde.

„Ich bitte vorläufig nur darum," setzte Gertrude hre Rede fort, „daß meinem Sohne bte Bewerbung nicht verwehrt werbe, alles übrige wollen wir ber Zukunft überlassen."

Fra» Professor v. Becker machte in btefem Ange» blick ein weit verlegener Gesicht, all ihre Tochter, welche zwar mit Purpurglut üdergosseu, aber burchauS nicht schüchteru unb verschämt bie Augen uieberschlug, ouberu „ihren Onkel" mit einem gespannten Blick ausah. i

; An» snres 3589 ter, in, IS® nt

: em» nnen 1210 liu.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte-, sowie d. Annoncen-Bureanr von Haasensteiu unb Vogler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXII Moffe in Frankfurta. M.,Berlin, Münchenu. Köln; G- L. -oU^tljlttllj

Daube u. Co. in Frankfurt a. St, Berlin, Hannover. Paris.

: des Auslandes und die niedrigen Produktionskosten ; machten den inländischen Produzenten die Konkurrenz 1 unmöglich. Es trete noch hinzu, daß der Preis des ; Getreides in Deutschland durch die diesjährige reiche ; Ernte, durch die so bedeutenden alten Getreidemassen, die aus dem Auslande zum künstlichen Druck der Getteidepreise herangezogen seien und noch herange- । zogen würden, auf einen bisher noch nicht dagewesenen, nicht einmal die Produktionskosten deckenden niedrigen Satz herabgedrückt werden'würde. Unter diesen Um­ständen sei es dringend geboten, dem drohenden natio­nalen Unglück, so lange es noch Zeit sei, durch Er­höhung ber Getreidezölle wirksam engegenzutreten und auf diese Weise auch den mit großer Anstrengung und geringem Kapital arbeitenden Kaufleuten und Händlern, nicht minder auch den Müllern und Hand­werkern die schwere auf ihnen lastende Sorge um ihre wirtschaftliche Existenz zu benehmen. Mit der Erhöhung der Getreidezölle müsse die Einführung eines Zolles auf Futterstoffe Hand in Hand gehen, andernfalls würde die Einfuhr von fremdländischen Kleien noch mehr erleichtert und die int Niedergange begriffene Mühlenindustrie weiter geschädigt werden. In dieser Beziehung wird hervorgehoben, daß der zoll­freie Eingang der Futterstoffe für den Landwirt nur einen ganz zweifelhaften Nutzen habe. Wenn der Müller nur eine geringe Einnahme aus jenen Stoffen zu erzielen vermöge, so könne er auch dem Landwirte für sein Getreide einen geringen Preis zahlen; da­gegen würde der Landwirt bei angemessenem Preise der Futterstoffe in der Lage fein, durch selbstgebautes Futtergetteide bie fremdländische Einfuhr von Futter­stoffen überflüssig zu machen. — Zur Herbeiführung gleichmäßigen Verfahrens rücksichtlich der Seminar- Entlassungsprüfungen in der Religion hat der Mi­nister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalange­legenheiten die Anordnung getroffen, daß die evan­gelisch kirchlichen Oberbehörden befugt sind, einen Kommissar zu den Entlassungsprüfungen an den evangelischen Lehrer- und Lehrerinnen-Seminaren ab­zuordnen, welcher an der Abstimmung über die Be­fähigung der zu entlassenden Zöglinge für den Re- ligionsnntrrrtcht mit vollem Stimmrecht teil nimmt, auch die Befähigungszeugnisse in betreff des Religions­unterrichts mit zu unterschreiben berechtigt ist. Als Beauftragte gelten, wenn nicht von dem zuständigen Konsistorium ein Anderes bestimmt wird, die General­superintendenten des Sprengels, in welchem das Se­minar belegen ist.

— Das „Brittsh Medical Journal" bringt aus­führliche Nachrichten über die letzten Ereignisse der

„Diese Frage", erwiderte Clementine, „so sehr ich geneigt wäre, sie sofort im günstigen Sinne zu beantworten, kann ich nicht allein entscheiden."

Gertrude trat mit einem raschen Schritt zu Georga nnb ebenso rasch legte sie den Schmuck um deren schon geformten Hals, die beiden Teile des kleinen daran befindlichen Schlosses zugleich zusammenfügend.

»Sie sind gefangen, Georga," sagte sie, „ich habe vorhin erklärt, nur die Braut meines Sohnes dürfe dies Geschmeide tragen, Sie habe» mir feinen Wider, stand entgegengesetzt, machen sie meinen Roderich glück­lich, ber Sie über alles liebt!"

Man war erstaunt, baß bas junge Mädchen gar reine besonderen Zeichen von sich gab, weder die einer Überraschung, noch einer Verlegenheit, noch eines Unwillens. Plötzlich brach sie in die Worte auS, die unwMkurlich ein allgemeines Lächeln hervorriefen:

„Darf denn ein Onkel seine Nichte lieben?" „Oh gewiß," antwortete ihr HanS daraus, „zumal ein so lunger Stiefonkel." 8

Georga hatte stets ihren kleine«, niedlichen Kopf ,nr stch gehabt und in vielen Fällen gethan und ge­brochen, was ihr in den Sinn gekommen war, ohne vorher ängstlich zu erwägen, ob auch habet die ge» felltgen Formen verletzt würden. Sie war gleich wett entfernt von übertriebener Prüderie und und un­weiblicher Kühnheit und haßte nichts mehr, als den Zwang, nicht immer das sagen zu dürfen, was sie dachte. Ebenso wenig mochte fie mit ihren Gefühlen Versteckens spielen, sondern dieselben, wenn es irgend erlaubt war, am liebsten offen äußern. Sie schien auch hier keine Veranlassung zu haben, erst lang, mit ihnen hinter dem Berge zu halten. Sie erhob ich, und indem fie Gertrude die Hand reichte, sagte » frei unb ungeniert mit einem Blick aus ben Gee Liebten:

„Ich danke für de« Schmuck, ich werbe ihn be« hallen." *

„eeorgal* rief Roberich im Jnbelloue aus und stürzte zu ihr hi«.

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