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Marburg, Mittwoch, 17. August 1887.

xxii. Jahrgang

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- Illustriertes Sonntagsblatt.

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Anzeigen nimmt entgegen di- Expedition d. Blatte», sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasenstein undVogler in Frankfurt a. M-, Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Btoffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und Köln; @. L. Taube und Co. in Frankfurt o.

Berlin, Hannover u. Paris.

Die deutschen Manöver und der französische Mobilmachungsversuch.

Zur selben Zeit, zu welcher in Deutschland die Kaiiermanöver ihren Anfang nehmen, wird auch in Frankreich der Mobilisierungsversuch eines Armeekorps beginnen. Beide militärische Unternehmungen scheinen einander ähnlich, sind in Wahrheit aber himmelweit von einander verschieden. Ganz verschieden ist auch das Prinzip, von welchem diese Uebungen geleitet werden. Uebung macht den Meister! Das ist der Grundgedanke der Manöver. Die deutsche Reichs- Nrmee ist durch eine» furchtbaren Krieg die erste der Welt geworden; das erkennt jede Nation an, auch die französische. In Frankreich, wie in Rußland wirft man zwar mit horrenden Ziffern umher, und brüstet sich mit der Behauptung, nun endlich Deutsch­land es gleichgemacht zu haben. Aber diese Prahlereien kommen nicht vom Herzen. Weit entfernt, die Ar­meen eines unserer Nachbarstaaten zu unterschätzen, er­kennen wir die Stärke und Macht derselben vielmehr vollkommen an; aber in ein paar Jahren läßt sich nicht mit unbedingter Sicherheit durchführen, wozu man in dem ernsten, pflichteifrigen und militärisch- strengen Deutschlaud lange Jahre gebraucht hat. In Rußland gilt das alte Wort: „Gott ist groß und der Zar ist weit" auch heute noch, und in Frankreich find bei weitem nicht alle Mannschaften, wie aus einem Gusse gebildet. Es fehlt in Frankreich beson­ders vielfach der militärische Ernst, ohne den doch nun einmal es beim Soldaten nicht abgeht. Die deutsche Gründlichkeit suchen erst recht wir rechts und links von unseren Grenzen vergebens, ganz abgesehen von der deutschen Ehrlichkeit.

Die deutsche Armee ist die erste der Welt; sie würde es aber nicht bleiben, wenn sie nicht alle Fort­schritte der Militärtechnik sich aneignete, in den Feld­übungen die Kräfte nicht wieder und wieder von neuem stählte. Den Gipfelpunkt der Uebungen bilden die Manöver vor dem Kaiser, deren buntes Bild einen schweren, ernsten Kern enthält. Der Laie freut sich der interessanten Truppenbewegungen, aber die Heerführer messen und wägen mit strenger Genauig- feit, ob neue Einrichtungen ihren Zweck in vollem Umfange erfüllen, prüfen, wo in den Anordnungen sich eine Lücke zeigt, die im Ernstfälle der Feind aus­nützen könnte. Denn nichts ist unbedeutend im Mili-

Urrter einem Dache.

Roma» von Karl Hartrnann-PlSn.

(Fortsetzung.)

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.

Expedition Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Aua jkock

Erleben. Bekannt ist, wie auch die scheinbar ge­ringfügige Aenderung in der Truppenausrüstung von wer weiß wie vielen Versuchen abhängt, und immer behält sich noch der Kaiser das letzte Wort vor. Eine Armee ist eine komplizierte Maschine, in welcher . *w Regiment nur ein Rädchen bedeutet. Aber 4437 fehlen die Zähne an diesem Rädchen, kann der Mann­schaft nicht unbedingt das äußerste zugemutet werden, so versagt das Rad und stört den Gang der ganzen Maschine. In den Manövern wird deshalb stets neu gelernt; vom General bis zum gewöhnlichen

—, _ Nachdruck verboten.

„Die Mutter und Haus hielten dieses Schluchzen |W einen Ausdruck höchster, durch die Ueberraschuna ne überwältigender Mitfreude, Anna wußte jetzt, ortz dem etwas anderes zu Grunde läge, aber sie fand bafur keine Erklärung. Zwar hatte Georga in «lpzig der Schwester später im Vertrauen den heimlichen vksuch bei der sterbenden Helene mitgeteilt und auch Zusammentreffen mit dem jungen Maune ge, [Sibert, dessen Namen sie nicht einmal ausgesprochen, 7?tr «nna war west entfernt, zu ahnen, daß Jener rwen so tiefen Eindruck auf das Herz der Schwester gemacht.

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Hrscheirck täglichaußer an «irttagen nach Sonn« und Wagen. - Quartal« DonnementS-Preis bei der fceebition 2*/t Mk., bei ZX Postämter 2 Mk. 50 ffa. (erd. Bestellgeld), «tzpertionsgebühr für die äfpaltene Zeile 10 Pfg., Warnen für die Zelle 25 Pfg.

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Georga hatte zuerst selbst versucht, diesen Eindruck ra bekämpfen und die Scene jenes abends aus ihrem Gedächtnis zu verbanne«, aber vergebens. War sie « Lheater oder in einem Konzert, ging oder fuhr einer der belebtesten Straßen Leipzigs, so suchte mto* fi, , 8e ihn; sie ärgerte sich darüber, daß sie es that, V an es aber nicht mehr unterdrücken. Erst der lul. J^re8 Vaters brachte eine Aenderung hervor; den hL ,crJ*m den Verstorbenen nahm alle ihre Ge- A«n in Anspruch, und was dieselben früher iu so foh.Benber Weise beschäftigt, verblaßte zu einem '«belbild mit nur schwachen Umrissen.

Aber das nur durch die Wolken des Schmerzes ^Ichleierte Bild gewann wieder Farbe und Gestalt, r® Haus v. Bela den Namen Barlaudt nannte und J5. feinem Freunde eine Schilderung gab, die eS icht in Zweifel stellte, daß sie ganz und gar «uf eu rangen Mann paßte, den Georga in dem ärm» i. o. **ra Zimmer der Freundin kennen gelernt, der 415 £®78 so zuversichtlich ausgerufen, daß er alle P“ in Bewegung setzen werde, um sie persönlich • 27*,tn zu lernen, den sie aber niemals wieder

M Men hatte. Und um so mächtiger trat fein Bild 41b "«bet in den Vordergrund, als sie vernahm, daß er

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Seien "" Sä^9feiten auf-l ans telegraphischem Wege von Berlin aus weiter ver-1 quantums repräsentieren, zur Unterzeichnung des Ver-

$ qv» f, s . ... . I breitete Nachricht wollte wiffen, daß bei der Be-1 tragsentwurfs bis zum 29 d M aufforbert

Die ftanzosifchen Kriegsminister wirtschaften gern gegnung des Fürsten Bismarck mit dem Grafen — Nur wenige Wochen nock unb ^iirft Rismarck ÄU^-baM^ar Zigste Stück ist Kalnoky in Kissingen auch der russische Botschafter ist in der Lage ^ e.? Jubiläum zu Zern as ch nun die Mobil,,lerung. Wäre sie wirklich von so am Berliner Hofe, Graf Schuwaloff, zugegen sein konstitutionell reaiert™ t-*

emtnentem Nutzen, gewiß würde auch die deutsche würde. Demgegenüber muß, wie uns mitgeteilt wird, gehört. Er wird am 23 September ein Viertel" Militärverwaltung einmal mit den Manövern einen I konstatiert werden, daß Graf Schuwaloff bekanntlich I jahrhundert lana nte leitend <m- •» ns solchen Versuch verbinden. Sie thut das aber nicht, schon vor dem 1. August in beM

meil er bei uns überflüssig ist. In Frankreich will dem zu dieser Zeit in Berlin erwarteten Fürsten- sie, Nebai SÄÄ öS* ’m

man sehen, ob alle für den Kriegsfall nötige Aus- Reichskanzler zu konferieren. Fürst Bismarck blieb kurzlebigen Mmisterium fSnfipnlnfip ruitung das gesamte Mannschafts- und Waffenmaterial länger, als vorausgesehen wurde, in Varzin, der belassend den Herrn v H^lzbrinck^al^andelsminllttr

wirklich vorhanden -st- Damit ist der ungeheuere russische Boffchafter kehrte auf einen Tag nach Remplin aber nur bi jum91

herrnnfhl? ks" deutscher und französischer Armee- m Mecklenburg zurück, traf aber bereits am 8. ds. nahm das Handelsministerium der bisberiae land- h Elnrgelegt. Bei uns ist es selbstverständ- wieder m Berlin ein und wartete hier die Ankunft! wirtschaftliche Minister Graf Jtzenvlit, ^der im ^^ranlr ^Q??ena,ft'8roa§ dem Papier steht, des Reichskanzlers ab. Dieselbe erfolgte, wie bekannt Zahle 1873 bur^baTabgdRurbe Fern» 8-»^ ^ch 'It es aber anders. Wir lernen aus ist, am 11. d. M. abends und am Freitag den 12. blieben vom Ministerium Hobmlobe - von Müb!» eüt Mnuhpr?1“ rÖern,8 ober will der Welt August, bevor Fürst Bismarck sich zum Kaiser nach als Kultusminister bis zum 17 Januar 187^Graf

l 8 °"^es Schauspiel ferner Schlag-1 Babelsberg begab, fand im Palais des Reichskanzlers zur Lippe als Justizminister bi§\um 5 Setbr'lRfi? ftaunpn^h^h Mobil,Iierung geben. Mag alles eme Unterredung zwischen dem Grafen Schuwaloff von Roon als Kriegsminister bis zum 9' Novbr 1873 staunen, die deutschen Heerführer werden gewiß nicht und dem Fürsten statt. Bei dieser Gelegenheit sind, Mit dem neuen sminifteriräfih7ntP^ «ia j au der Fassung kommen. Wir wissen, was wir wie in Kreisen, die der russischen Botschast'nahe st he am 3

h°ben' Frankreich will es erst sehen. verlautet, alle Rußland und Deutschland und das rium: HerrvBödelschwinghals Finan^ni k/

Deutsches Reick augenblickliche Verhältnis beider Staaten zu einander der aber schon am 1. Jun-^1866 durch den Frei-

™ aJetttfiOce Reich. I betreffenden Punkte ,0 eingehend erörtert worden, daß I Herrn v d Senbt erlebt mnrhp rc <„ g

Berlin, 15 Ang. Der Kaiser empfing vor- Weber für den Fürsten Bismarck noch für den Grafen als Minister des Innern bis rum i«7« 6 s Su“ ^^elsberg den Oberhof- und Schuwaloff das Bedürfnis einer zweiten Unterredung Herr v. Selchow als la^ndwirtschÄtticher Mnisllr

Han.marschall Graten v. Perponcher und nahm sodann in Kissingen, gelegentlich der dortigen Anwesenheit des bis zum 14 Januar 1873 InöL hpm f

»w». 8«m ®.«|en «rti.gt R-»--.lich «ilt bit8 fP,4i,«kur Sippe, bern“ 14 it wer R M L ®mer sind die m Berlin weilenden Generäle und! in bezug auf die neueste Wendung in der bulgarischen I Bismarck selbst iit .r . ’. n ®

bte Kommandeure der in Potsdam garnifonierenbenI Frage. Deutschland und Rußland gehen hierin HandI Kollegen" mehr am Leben "'n 8™ ^^er. d^ser Regimenter geladen^ Gestern machte der Kaiser eine in Hand und da auch - nach bester Information - ^Jahren Ihre Aemter di^?b"n ^en

Spazierfahrt im Parke, nahm dann den Vortrag des Kaiser Franz Josef von der Annahme der Wahl Kriegsministerium folgten nu^Jioon^nml^^' f*"t Grafen v. Berchem vom Auswärtigen Amte entgegen seitens des Prinzen Ferdinand von Koburg nichts l v°n Sch"llendorff im M^Hm hp?^ ® «Prirht1 KU« ?em Faw'liendmer. — Die wissen will und alles aufgeboten hat, letzteren von Eulenburg, Graf von Eulenbura II ““

. ^r,d°s Befinden des Kaisers lauten an- der Reise nach Bulgarien zurückzuhalten - leider,IKultusministtrlum äus MübL klF SZ' *“

< tlf^ Medical Journal schreibt: „DieGesund-1 anerkannt von keiner Macht und von keinem Gesandten! kam) Kosmann k be-

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@^0« anb begeben wird, um den Gesundheitszustand Zeit nach Rußland. — Der Vorstand und der Aus- behalten daß die Ministervräsibentich?st

npnnj das Bad Canterets besuchen wolle, l Verbindung getteten fei, den aus den bezüalichen Ver-1 Unterbrechung, ist snrf> h t Qber ^nib

dementieren. Diese Gerüchte sind vollständig aus der I Handlungen hervorgegangenen Vertragsentwurf unter I Bismarck batte in ien ^ani)^n gewesen, dürft Sufi „riff«. W-b-r d-r Prinz feXSft. die Hinmriz °us bi- V« Pari« l*

Saiferfi^eJJanwI«, noch bie ärztlichen Ratgeber beslbotenen Vorteile unb Sicherheiten mitieilt, nnb bic-labgeoeben um es 24 ■s,llnb,„ ! SoDn

deutschen Kronprinzen haben je daran gedacht." — Ijenigen Brennereien, welche achtzig Prozent des der! sich zu nehmen - für sich wieder an

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