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Marburg, Mittwoch, 3. August 1887.

XXII. Jahrgang.

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain

Illustriertes Sonutagsblatt

Erved'tton Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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folger wird zweifellos der jetzige Minister des Inneren, der Liberale Crispi, sein, der seit der Massauahkata- strophe in die Regierung cingetreten ist und den kranken Depretis bereits vertrat. Er hat das Zeug, das mit Geschick weiter zu führen, was Depretis gut begonnen. In einer Beziehung ist er freilich ganz anderer Ansicht als der Verstorbene, er ist gegen alle größeren Konzessionen an den Vatikan. Ein Ministerium Crispi erleichtert die Aussöhnung mit dem Vatikan nicht, sondern erschwert sie bedeutend.

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»Was sagen Sie dazu, Amanda? Was will er gier? Und was bedeutet das letzte Wort? Heißt es, hoffe? Oder ist e« der Imperativ und befiehlt er *ir, zu hoffen? Auf was, aus wen? Auf seiue an- Ivtehme Gegenwart? Und ein solches Wort, das Der« siebener Deutung fähig ist, wagt er, auf eine Zele» Stamm an mich zu setzen? Geht eS nicht durch ver­schiedene Hände, ehe e8 bis zu mir gelangt?"

Amanda freute fich im Stillen über den Umschlag °er Gefinnung Gabrieles gegen den Verwalter. Aber lle kannte ihre ehemalige Schülerin genau, fie wußte, daß

wenn jemand einmal ihre Neigung verloren, das Worauf folgende Gefühl fie leicht zu unüberlegten ^-.udlungen hinreißen konnte. Sie fürchtete, daß

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasenstein undBogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt o. M., Berlin,München und Köln; G- L. Taube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin,Hannover ».Paris.

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ein ernstlicher Bruch entstehen könne, der vielleicht LarsenS Entfernung von Hcllenboru zur Folge hätte, doch durste eS soweit nicht kommen. Konnte er nicht bleiben, ohne Gabriele zu lieben? Sie war ja da, um ihm Ersatz zu bieten! Frau von Sonns liebte ihn nicht mehr, aber entlafleu sollte fie ihn nicht. Um GabrtelenS Zorn herabzustimmen, suchte Amanda den ihr noch immer Teueren zu entschuldigcn.

»Wie sollte er wohl," fuhr Fräulein Ätzer fort, »so gegen alle Form verstoßen, kennt er dieselbe doch hinlänglich und war er doch stets voller Rückficht gegen Sie."

»Und in diesem Augenblicke verläßt er den Baron, wo seine Anwesenheit von großem Nutzen seiu könnte? WaS hat er mir versprochen, ehe wir reisten? Wollte er nicht die Bewachung des alten Mannes getreulich mit Jürgensen teilen? Hält er so sein Wort? Weiß er eS doch eben so gut, wie der Kammerdiener, was auf dem Spiele steht! Gerade jetzt hätte er Hellen- born nicht verlaffen dürfen, wo fich bei dem Onkel Anwandlungen von Reue gezeigt haben. Wozu ist ein Sterbender, wenn er etwas auf deck Gewiffen hat, nicht im Staude! Ich mag den Gedanken gar nicht zu Ende denken, wenn eS ihm gelänge, zu Gunsten seiner Tochter ein zweites Testament zu mache»! Was würde dann aus wir und meiner Tochter? Wir wären Bettlerinnen und könnten nackt und bloß von dannen ziehen! Nein, nein, nein! ich laffe gar keine Entschuldigung gelten!"

»Kann er Ihnen denn nicht wirklich eine wichtige Mitteilung zu machen haben, die eine rasche Erledigung erheischt, welche er nur mündlich mit Ihnen bespreche» kann?"

»Wir werden ja sehen."

»Ich bin auch überzeugt, daß er sich wegen deS einen kleinen Wortes zu rechtfertigen wissen wird. Er hat das Telegramm knrz vor der Abfahrt auf- gegeben, eS kann die höchste Zeit gewesen sei». In der Eile wägt man die Worte nicht ab, man sucht sich so kurz wie möglich anszudrücken, vergißt man

Staatsstreich Boulangers ober durch eine Rettung der Gesellschaft vor dem radikalen Cäsarismus durch die monarchische Rechte und unter dem Banner des Königtums nicht wohl vorauszusehen. Ja selbst die Frage konnte sich aufdrängen, ob nicht auch ein Teil der gemäßigten Republikaner, müde der endlosen Wirren, in welche die bestehende Regierungsform Frankreich hineingeführt hat, letzterer Lösung zuneigte bis sich Ferry jetzt auf die Bresche stellte und die Zweifel wenigstens an dem guten Willen der dritten, mittleren Gruppe zu einer energischen Aktion zerstreute.

Wie sich die Lage jetzt weiter entwickeln wird, verdient unser gespanntes Interesse. Der Wutschrei der Radikalen über die scharfen Worte Ferrys, über die Geißelhiebe der Satire, welche er auf den Rücken ihrer Helden niederfahren läßt, ist um so unbegreif­licher, je wirksamer namentlich in Frankreich die Waffe eines beißenden Epigramms, selbst im Vergleich mit der wuchtigsten ernsten Anklage, ist; aber auch die nur mäßig verhüllt zu Tage tretende Verstimmung der Organe der Rechten wird weniger auf die alte Gegnerschaft gegen Ferry alsKulturkämpfer" zurück- zuführen sein, sondern erklärt sich aus dem oben Dargelegten, aus dem Gefühl, nahe am Ziel vielleicht noch einmal zurückgedrängt zu sein, von selbst. Was Deutschland betrifft, so wird man der Aktion Ferrys, der vermutlich bald auch amtlich und offiziell mehr hervortreten und an Stelle Rouviers treten wird, Erfolg wünschen dürfen, selbstverständlich ohne sich der Täuschung hinzugeben, daß sie an sich einen deutschfreundlichen Charakter trägt. Sie interessiert uns vielmehr nur insoweit, als es ihr vielleicht ge­lingt, der ersten stürmischen Welle, die sich jetzt un­mittelbar in einem Revanchefeldzug über Deutschland ergießen sollte, Stillstand zu gebieten; die weiteren Ziele auch Ferrys treten aber klar zu Tage, wenn er unumwunden ausspricht, daß der von Boulanger und Genossen beförderteSchein, als wenn politische und gouvernementale Anarchie in Frankreich herrsche"^ dieses daran hindere, die Allianzen zu finden, deren es bedürfe, und wenn er die Bedingungen aufzählt, die erfüllt werden müssen, damit Frankreichsich zu seiner früheren Größe emporfchwingen und den ver­lorenen Boden wieder gewinnen kann". Was Ferry als Aufgabe proklamiert, ist also lediglich die sorg­fältiger vorbereitete Revanche, und wenn wir diese Ankündigung mit einiger Kühle entgegennehmen, so ist unser Grund kein anderer als die Erwägung, daß in einem solchen Programm zwischen dem Wollen, der Vorbereitung und der That Raum genug für den Durchbruch besonnenerer Entschlüffe oder für einen Wechsel in der Stimmung des in Aussicht ge­nommenen Alliirten oder für sonstige Umwälzungen bleibt, um es uns als erlaubt erscheinen zu lassen, unsere Sorgen der Zukunft zu überweisen.

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statten, auf dem Lande die Land­postboten, sowie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen auf die

Oberhesfische Zeitung

mit deren Beiblätter

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Unter einem Dache.

Roman von Karl Hartmann-Plön.

(Fort srtzung.)

Rachdruck verboten.

AIS sie hellte Morgen sich von ihrem Lager erhob, har ihr der Kopf so wüst unb eingenommen, baß sie sogleich an den Strand ging unb ein Bad »ahm. <1 hatte die erhoffte Wirknng nicht.

In diese üblen Lanne hatte sie so eben ein Zele» Kamm erhalten, das nicht danach angethan war, die. Mbe zu verdeflern; im Gegenteil, sie erreichte nur »och einen höheren Grad.

Fräulein Ätzer trat ins Zimmer.

»Wollen Sie nicht einen Spaziergang oder eine «geltonr machen?" sagte fie. »Sie kommen ans »obere Gedanken."

Ohne auf diese Frage z» antworten, ging Fran i. Sonns zn dem Zisch am Fenster, nahm das Zelt» Stamm in die Hand, und eS der Gesellschafterin Eichend, sprach fie in einem fast befehlenden Zone: -Lesen Sie!"

»Von Her » v. Larsen?" rief Amanda, die znerst »»ch der Unterschrift gesehen, verwundert aus.

»Lesen Sie doch!"

Fräulein Ätzer las laut: »Fahre sogleich von Schleswig ab, kommeMittag, wichtigeMitteilung, hoffe."

Wie?" rief Frau v. SonuS,er kommt doch nicht letzt schon?"

Gleich darauf klopfte eS. Gabriele rief so laut und energischHerein 1" daß Fräulein Ätzer fast er. schrak und ernstlich besorgt wurde wegen eines sehr ungnädigen Empfanges.

Die Zhür öffnete fich und auf der Schwelle erschien der Kammerdiener Jürgensen. Derselbe trug einen laugen schwarzen Rock und hielt einen grauen Filzhut in der Hand, um den ein schwarzer Flor gewunden war.

Frau von SonnS prallte förmlich bei dem uner» warteten Anblick zurück, sie wurde ganz bleich und mij zitternden Lippen rief sie ihm entgegen:

Mein Gott, Jürgensen, auch Sie kommen? Ist etwas Außerordentliches geschehen, daß Sie selbst?"

Der Kammerdiener hatte sich schweigend verbeugt und sagte nnn mit sanfter Stimme: ,Lch überbringe Ihnen die Nachricht, gnädige Frau, daß gestern Morgen zwischen neun und zehn Uhr der Herr Baron von Rankendorf selig entschlafen ist."

Ein gepreßtesHa!" ertönte von den Lippen Ga­brieles. Doch die Nachricht stürmte za plötzlich und unvorbereitet auf sie ein. Sie verlor sonst nie die Fassung, aber ihre Nerven waren zn angegriffen; es wurde ihr ganz dunkel vor den Augen, sie war nicht im Staude, fich aufrecht zu erhalten, und sank halb ohnmächttg ans einen Lehnsessel nieder.

Amanda wollte ihr beispringen, doch wehrte sie dieselbe ab und sagte: ,Waffen Sie nur, eS geht schon vorüber."

Wenige Sekunden noch beschattete fie mit der Hand die Augen, dann richtete sie den Oberkörper wieder empor, und den Kammerdiener gespannt ansehend, sagte sie:

Nun unb?"

Ich habe Ihnen noch etwas zu sagen gnädige Frau, doch möchte ich Sie bitten"

Jürgensen richtete seine kleinen Angen auf die Gesellschafterin und sah gleich darauf wieder Fran v. Sonus an.

Der Tod des italienische« Ministerpräsidenten Depretis

hat weit über die Grenzen Italiens hinaus tiefen Tindruck gemacht. Italien hat seinen begabtesten Staatsmann der Gegenwart verloren, in Deutschland snb Oesterreich wird man der Trauernachricht Teil­nahme schon um deswillen nicht versagen, weil Depretis der Urheber und Träger der italienisch - österreichisch- deutschen Freundschaft in Rom war. Auf die Todes- : nachrichi konnte man seit längerer Zeit vorbereitet sein. Seit Jahren an der Gicht schwer leidend, hatte sich Depretis vor einigen Wocpen abermals be- ß urlauben müffen und war von Rom nach seinem füllen Heimatsort Stradella gegangen, um dort, wie wiederholt schon, die ersehnte Genesung zu suchen. In seinem Heimatkreise, der ihn 1848 auch zum erste Male in die Volksvertretung gewählt hatte, ruhte er mit Vorliebe von der anstrengenden politischen Thättgkeit aus, welcher er sich in der Hauptstadt hüigab. So hatte der Name, welchen man dem Ver­storbenen beizulegen pflegte,der Alte von Stradella", nicht nur eine politische Beziehung, sondern wies zu- 4leich auf eine Seite des Gemüts hin, die in ihrer »eiteren Ausdehnung sich als jene hohe und stolze

Vaterlandsliebe zu erkennen gab, welche den Verstor­benen beseelte. Depretis verstand es, wie kein anderer italienischer Staatsmann neben ihm, aus den ver­schiedenen Parteien sich eine Regierungsmehrheit zu­sammenzuschweißen. Weder die Führer der Rechten, noch die der Liberalen vermochten ihm den Rang streitig zu machen. Ihre Uneinigkeit machte Depretis zu dem unentbehrlichen Ministerpräsidenten, als welcher er galt und er selbst bewies es durch die That, daß er den Namen desUnentbehrlichen" verdiente. Es ist eine oft erkennbar gewordene Thatsache, daß, wenn Depretis schwer krank darniederlag, alle Thätigkeit im Parlament und in der Verwaltung geradezu stockte.

Von früher Jugend an hat Depretis an allen Bestrebungen teilgenommen, deren Ziel die Einheit Italiens war. Als Prodiktator von Sizilien, für welches Amt ihn Cavour ernannt, wurde ihm die Genugthuung, die italienische Verfaffung in seinem Verwaltungsbezirk verkünden zu können. Als Minister erscheint er zum ersten Male im Jahre 1862 im Kabinett Ratezzi; er hatte die Leitung der öffentlichen Arbeiten übernommen, legte dieselbe aber schon am Ende desselben Jahres wieder nieder. Im Ministerium Ricasoli wurde er 1866 Minister der Marine, dann der Finanzen. Bei dem Tode Ratezzis fiel ihm die Führerschaft der Oppositions­partei in der Kammer zu unb als das Kabinett Mmghetti am 18. März 1876 gestürzt wurde, wurde Depretis sofort mit der Neubildung des Ministeriums betraut Seitdem hat er mit einer kurzen Unter­brechung durch ein Ministerttim Cairoli (im Jahre 1878) die Leitung den Regierung in seinen Händen gehabt. Das erste Ministerium, welches Depretis bildete, war noch ausschließlich ein Ministerium der Linken. Aber schon damals verkündete er in seinem Regierungsprogramm:Die Regierung ist keine Partei. Wir werden mit den Ideen unserer Partei, aber zum Besten Aller regieren und wir sind bereit, die Mit­wirkung aller ehrenhaften und loyalen Männer an­zunehmen, zu welcher politischen Partei sie auch ge­hören mögen." Tas war die Ankündigung der so­genanntenTransformation" der Parteien, die Depretts den widrigsten Verhältnisien zum Trotz güt genug gelungen ist. Der größere Teil der Rechten schlug in die dargebotene Hand der Versöhnung ein und wurde, je mehr ihn die Liberalen befehdeten, immer mehr dce Partei, auf welche Depretis sich stützte. Das hat ihm die heftige Feindschaft seiner ehemaligen liberalen Freunde eingetragen. Sicher und zuverlässig aber war auch die Rechte nicht und nur die außer­ordentliche Fähigkeit, sich den Umständen anzuschmiegen und sein persönliches Ansehen haben Depretis so lange am Ruder zu halten vermocht.

Die Ministerperiode Depretis wird in der Geschichte Italiens als eine an Früchten reiche bezeichnet werden müssen. Eine große Reihe innerer Reformen ist glücklich durchgeführt worden, nach außen hin steht Italien geachtet und gesichert da. Depretis' Nach-

Die Rede Ferrys.

Die Rede, welche Ferry in Epinal gehalten hat, verdient die höchste Beachtung. Ihre scharfen Pro­teste gegen dieschreilustige und wühlerische Dema­gogie" und gegen den neuenStaatsstreich-General", denSaint-Arnaud der Tingeltangel" erhalten ein doppeltes Gewicht durch die Persönlichkeit ihres Urhebers, durch die Stellung, welche der Redner in den leitenden Kreisen der Republik einnimmt, und die noch bedeutendere Rolle, welche ihm ein Teil der öffentlichen Meinung Frankreichs für die Zukunft zuweist. Sie zeigen, daß Ferry die Stunde ge­kommen glaubt, um einen Sammelruf an die An­hänger der gemäßigten und den Abenteuern abge­neigten Republik ergehen zu lasien, mit dem Treiben der Boulanger, Deroulöde und Rochefort cnbgiltig reinen Tisch zu machen und selbst wieder mehr in den Vordergrund zu treten.

Daß diese Stunde richtig gewähtt ist, ja daß die von Ferry vertretene Gruppe nur noch die Wahl hatte zwischen einer solchen energischen Stellungnahme oder der Selbstaufgabe, dem Schicksal, zwischen zwei anderen Strömungen zermalmt zu werden, läßt sich nicht verkennen. Die Richtung des Sttebens Bou­langers ist in der letzten Zeit hinreichend unverhüllt zu Tage getreten; die Verteilungen von Uhren mit dem Namenszuge des Generals an das Personal der Lokomotive, die ihn aus Paris entführt hatte, und an zahlreiche Pariser Polizeibeamte lassen neben anderen, ähnlichen Beobachtungen erkennen, wie fest er sich schon in seinen Gedanken in die Rolle des Souveräns hineingelebt hat und daß er am Ende der Vorbereitungen zum Eintritt der Diktatur zu stehen glaubt. Auf der anderen Seite hat dieses kecke Auftreten in der wenig festen und überall vor der Entscheidung ausbiegenden Haltung des Ministeriums Rouvier, dessen Mitglieder sich auf ihren Rundreisen in der Provinz abwechselnd aHlamieren und auspfeifen lasten, bisher nur ein schwächliches Gegengewicht ge­funden. Obwohl also das Treiben Boulangers und feiner Freunde in der letzten Zeit unverkennbar auch viele Politiker aus den ihm ftüher näher stehenden Kreisen zurückgestoßen und argwöhnisch gemacht hatte, war ein anderes Ende der gegenwärtigen Lage, sofern sie sich noch weiter in derselben Weise hinschleppen sollte, als entweder durch einen glücklich durchgeführten

eins, wird der Sin» unklar.^Es kau» vielleicht heißen sollen, ich habe Ihnen eine Sache von Wichtigkeit mitzutelleo, doch hoffe ich, daß sie zu Ihren Gunsten erledigt werden kann."

»Es kann, es kau»! WaS kann nicht alles!"

»Sie werde» ihn doch gnädig empfangen, Ga­briele ?

Empfangen vielleicht, aber wie ich mich von ihm verabschiede» werde, hängt von den Umständen ab."

»Er hat cs doch um Sie verdient, freundlich von Ihnen behandelt zn werden."

»Meinen Sie?"

»Ein so treuer Beamter! Mit welcher Gewissen- Hastigkeit verwallet er das Gut, wie ist er besorgt um jeden Vorteil, den er der Herrschaft zufließea lasten kann!"

»Treu? Gewiffevhast? Er?" Ein malittöseS Lachen folgte diesen Worten.

»Sie zweifeln doch nicht an seiner Gewiffeuhastig- keit? Larsen sollte nicht treu sein?"

»Oh, so ehrlick, so treu, daß er, wenn ich ihm gewiffe Schriftstücke, die wir in die Hände gespiett sind, vor die Augen hielte, vor Scham in den Boden versinken müßte!"

Das ist unmöglich! Ich kann es nicht glauben und werde es auch nicht glaube» 1 Es find Verleum­dungen, nichts als Verleumdungen!"

«ES ist rührend, wie Ihr edleS Herz ihn ver­teidigt !"

Haben Sie ihn nicht ftüher selbst gegen böswillige Verdächttgnngen verteidigt?"

Ach, das war in den kalten, einsamen Winter- tageu, mit den unendlich laugen Abeudeu; da ver­teidigt mau alles, was mau sonst fortjageu müßte, um in der eisigen, schämigen Einöde nicht allein zn bleiben!"

In diesem Augenblicke hörte man ganz deutlich auf dem Korridor die Stimme eines Kellners sagen: «Tas ist das Zimmer der gnädigen Frau."

»scheint täglich außer an ßnttagtn nach gönn-unb itttagen. Quartal» ementS-PreiSbeider ebition 2</t Mk.. bei Postämter 2 M. 50 fg. (erd. Bestellgeld). WertionSgebÜhr für die Bene Zeile 10 Pfg, ijtamen für dir Zeile 25 Pfg.

entgegen.

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