)
k
ähr igst
abr 152 !87
au
e, r. 2. sowie
und em» 3585- elcher t Co- kisen- sehr e als stehen : sub dieses 4126 itat»
mit beren irthS- zung, -xped. 415) cd ein ohne a. d. 4154 tuet »sicht, i. d. 4155 Nähe roßes ihereS 4130 eher tthof« Stober
ifter, 4156
shn-
;e an steht
mmer per
r,
üTg timer inere tüche ober
1.
as 6 Jube* tober
der $830
3a
Ma
Wlw 00 02»/« OS'/, 00 (2*', 67 82 93'/, 03'/. 66»/, 77 81 79*/. 94'/. 92 93 75 98*/, 01’/. 97'/, 01’/.
Kr. 177.
Marburg, Sonntag, 31. Juli 1887.
XXU. Jahrgang.
Illustriertes Sonntagsblatt.
und
ent^
berh. Zeit.
den Truppen des Emir geben sich sehr deutliche Zeichen davon kund, daß die Soldaten keine rechte Lust mehr haben, sich von ihren Landsleuten totschlagen zu lassen, lieber Irland hat die Londoner Regierung auf Grund des neuen Zwangsgesetzes den Ausnahmezustand verhängt. Die Irländer machen aber gerade keine unterwürfigen Mienen, rüsten sich vielmehr zu neuem Widerstande.
Prinz Ferdinand von Koburg giebt sich — trotz der Hitze — doch die eifrigste Mühe, den Zarm umzustimmen, damit er seine Genehmigung zur Thronbesteigung in Sofia giebt. Verschiedene private Ein- flüsie sind noch zu gunsten des Prinzen thätig, aber der Zar ist bekanntlich ein sehr hartnäckiger Mann und die Bulgaren haben bei ihm zu viel auf dem Kerbholz, als daß er ihnen so leicht den Willen thun sollte. Vor der Hand ist also noch nicht recht an einen Einzug in Sofia zu denken. Bessere Nachrichten kommen aus Belgrad. Es sind erneute, und wie es scheint, nicht ganz erfolglose Versuche gemacht, den König und die Königin mit einander zu versöhnen. Ob diese Versuche vollen Erfolg haben werden, muß allerdings abgewartet werden, die Zwistigkeiten zwischen den königlichen Gatten waren doch etwas reichlich weit gediehen.
lungen unter Beifügung des Betrages werden stets von Montag an bei der Unterzeichneten entgegengenommen und die Zeitung mit ihren Gratis-Beiblättern hier-
ehr ich auch von stürmischen Gefühlen gedrängt werde, ich habe die Kraft, sie niederznhalten.*
Er stand auf, und dem Professor die Hand reichend fuhr er fort:
»Ich sage Ihnen meinen herzlichsten Dank für das Interesse, das Sie in so reichem Maße meiner Mutter und auch mir gewidmet haben.*
»Das liegt ja in der Natur der Sache. Glauben Sie mir, ich habe Ihre Mutter wie eine Schwester, wie eine Tochter lieb gewonnen, die Trennung von ihr wird mir unendlich schwer. Nicht wahr, Sie werden mich Beide dann und wann hier besuchen?*
»Wenn Sie eS erlauben, oft, recht ost, ich werde noch häufig Ihres Rates bedürfen, darf ich mich an Sie wenden, wenn ich mir nicht selbst raten kann?*
»Zu jeder Zeit.*
Roderich entfernte sich und klopfte gleich darauf an die Thür des im Parterre gelegenen Zimmers seiner Mutter.
Als kein Herein erfolgte, öffnete er dieselbe und ah durch die Spalte iu das Innere der Wohnung hinein. Frau Jnnominata lag ausgestreckt aus einer Chaiselongue mit geschlosseueu Augen. Es war augen- cheiulich, daß sie schlief. Sollte er zurücktreteu, um ie nicht zu stören, uud warten, bis fie erwacht sei, oder sollte er wagen dürfen, fie zu wecken? Er be» rat das Zimmer uud ging leise auf dem mit einem Teppich belegten Fußboden bis zu der Chaiselongue, wo er sich aus einem Sessel uiederließ. Das knarrende Seräusch der Sprungfedern des letzteren beim Niederetzen mußte doch wohl au ihr Ohr gedrungen sein, e schlug die Augen auf uud richtete sich sofort aus hrer liegenden Stellung empor.
»Bist Du schon da, Roderich?* sagte fie.
»Ja, Taute, wie auf Windesflügelu bin ich hierher geeilt.*
,Lch wußte, daß die Nachricht Dich erfreuen würde. Habe ich denn wirklich geschlafen und solange? Ich wollte nur ein wenig ruhen und bin iu einen wirk» lichen Schlaf versunken. Ja, ganz recht, ich habe ja
die Stockrusien auch gemerkt, daß sie nirgends ein paar hundert Milliönchen geschenkt bekommen. In Paris wurde wegen einer halben Milliardenanleihe angeklopft; aber trotz aller Freundschaft für Rußland sind die Franzosen auch vorsichtige Leute und schauen sich erst um, wo ihr Geld bleibt.
Die französische Kammersession ist durch Dekret des Präsidenten geschloffen worden, und das Ministerium Rouvier kann aufathmen. Die stille Zeit füllen die Minister und Parteihäupter durch Gelegenheitsreden aus. Dabei tritt dann der ganze Groll, der sich während der Kammerverhandlungen angesammelt, zutage. Die Minister eifern gegen die Radikalen und Boulangisten, und die letzteren nehmen wieder kein Blatt vor den Mund gegen die Regierung. Am meisten Aufsehen hat eine Rede des bekannten Exministers Ferry gegen Boulanger und seine Leute gemacht, in welcher Ferry ganz außerordentlich scharfe Ausdrücke gebrauchte. Darüber Hafts denn nun einen Mordslärm gegeben. Wem das ihm so angenehme Vergnügen des Redehaltens versagt ist, das ist der arme Boulanger. Der sitzt mit seiner Gicht in dem Neste von Clermont und und muß den Mund halten. Ab und zu kommt noch ein guter Freund aus Paris zum Besuch, aber das ist auch nur ein schwacher Trost. Aber von sich reden machen mußte der General auf alle Fälle. So hat er denn in einem Schreibebriefe behauptet, während der letzten Zeit seines Kriegsministertums hätten ihn 94 Generale der Armee und eine Anzahl monarchistischer Abgeordneter zum Staatsstreich aufgefordert. In seiner republikanischen Tugendhaftigkeit habe er dies Ansinnen aber abgelehnt. Diese denn doch sehr gewagten Unterstellungen haben in Paris eine allgemeine Entrüstung hervorgerufen, und die Blätter haben den edlen General geradezu einen Lügner genannt Aber Boulangers Mobilisierungsversuch wird doch wirklich in der ersten September- Hälfte zur Ausführung kommen. Damit aber alles auch wirklich klappt, ist jetzt schon ein Wink mit dem Zaunpfahl gegeben, bei welchem Korps die Mobilisierung erfolgen soll. Damit erhält die Probe immer mehr den Charakter des komödienhaften, denn jetzt sind bequem alle Vorbereitungen zu treffen.
Die englische Regierung hatte den Kummer erlebt, daß der Sultan den bereits abgeschloffenen Ver trag über Egypten in letzter Stunde wieder verwarf. Dafür ist ihr aber eine unverhoffte Freude dadurch bescheert, daß die längst als gescheitert angesagten Petersburger Verhandlungen über die russisch- afghanische Grenze nun doch zum Abschluß gekommen sind, wie man sagt, infolge persönlichen Dazwischentretens des Zaren. Dagegen haben sich in Afghanistan die Verhältnisse für den britisch gesinnten Emir wieder ungünstiger gestaltet. Die nach den afghanischen Berichten längst völlig besiegten Rebellen rücken immer wieder zum Angriff vor, und unter
auch sogar geträumt. Wollen denn die Träume mich immer noch nicht verlassen? Was war es doch nur? Loch ich habe Dich ja noch gar nicht willkommen geheißen, sei herzlich gegrüßt, mein guter Junge!"
Frau Juuominata erhob sich, dasselbe that Roderich und in der nächsten Minute lagen sich Mutter und Sohu in den Armen. Dem Letzteren rannen Thränen der Rührnug über die Wangen.
„So sehr hast Du mich lieb," sagte die Mutter, ebenfalls mit feuchten Augen, „daß Dir die Freude über meine Genesung Thränen auspreßt?"
„Du weißt ja, wie sehr ich Dich liebe, Tantel"
„3d) weiß es und fühle eS; der Zufall hat uns zusammengeführt, wir gehören aber fürs Leben zn einander, ich könnte Dich nicht inniger lieben, wenn Du mein wirklicher Sohn wärest, habe ich Dich doch schon als kleines Kind auf meinen Armen gewiegt."
„3a, Tante, auch ich liebe Dich, als wenn Du meine Mutter wärest. Wir stehen Beide einsam und verlassen in der Welt, ohne Estern, ohne Verwandte, wir find aus einander angewiesen; Du trittst nun bald in eine Welt voll fremder Menschen hinaus, laß uns die Bande, die nnS verbinden, noch enger knüpfen, sei von nun an meine Mutter, laß mich Dich so nennen und nenne Du mich Deinen Sohn."
„Dar war ja der Traum," rief Frau 3nnominata lebhaft anS, „aus den ich mich nicht sogleich befinnen onnte. Nun fällt es mir ein; mir träumte, wir ägeu uns tu den Armen, wie so eben, Du gabst mir >en süßen Namen Mutter unb ich nannte Dich meinen Sohn. So ist ja der Traum schon erfüllt Oh, mit Freuden will ich eS fein und Dir beweisen, daß ' Deine rechte, gute, liebe, verstorbene Mutter nicht be» orgter um Dich gewesen ist, als ich e8 sein werde. Reiche mir die Hand, Roderich, von mm an bist Du mein Sohn!"
„Und Du meine Mutter."
Ein Kuß besiegelte den ueugeschaffeuen Bund.
„Sollte dieser Traum," dachte Roderich, „schon der erste schwache Schimmer der Morgenröte eines
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureanr von Haasensteiu undVogler in Frankfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und Köln; G- L. Daube und Co. in Frankfurt a. 8L, Berlin, Hannover u. Paris-
Deutsches Reich.
Berlin, 29. Juli. Die »Post" sagt, das »Journal de St. Petersbourg" entblöde sich nicht, in seiner letzten Kundgebung über die hiesigen Angriffe auf den russischen Kredit das Vorgehen eines erheblichen Telles der deutschen Presse als »einfaches Börsenmanöver" zu bezeichnen. Das Journal finke dadurch auf einen Standpunkt, zu dem die »Post" sich nicht herablassen wolle. Das Journal möge sortfahren, die Zweifler an der Loyalität der russischen Finanzwirtschaft zu beschimpfen. Der russische Kredit könne sich erst wieder heben, wenn — wozu es vielleicht mehrerer Generattonen bedürfe — das Rechtsgefühl so tiefe Wurzeln in der russischen Gesellschaft geschlagen habe, daß eine Rechtsverachtung, wie die in dem Ukas vom 27. März, zu einem Dinge der Unmöglichkeit geworden sein werde.
München, 29. Juli. Gemäß des vom Prinzregenten Luitpold heute unterzeichneten Dekrets wird der Landtag auf den 14. September einberufen.
gelockt, was die Reise sich leisten und eine Wohnung dort finden kann. Die Gasteiner Bevölkerung ist dem Kaiser thatsächlich zu großem Danke verpflichtet; denn seine Anwesenheit lockt manchen Gast mit voller Geldbörse herbei, der sonst schwerlich an einen Besuch denken würde. In der erfrischenden Bergluft fühlt sich der greise Herrscher recht gekräftigt, er hat auch mit längeren Fußpromenaden wieder begonnen. Der Kaiserzusammenkunft nicht beiwohnen wird in diesem Jahre die Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, damit dem hohen Verbündeten ihres Gemahls jede Anstrengung erspart bleibt. Kaiser Wilhelms Enkel, der Prinz Wilhelm von Preußen, wird wahrscheinlich auch diesmal in den Festtagen seinem kaiserlichen Großvater zur Seite stehen. Die Kaiserin Augusta ist von Coblenz in Homburg v. d. H. eingetroffen, wo dieselbe mehrere Wochen verbleiben wird. Der deutsche Kronprinz setzt auf der Insel Wight seine Kur fort. Die von dem entfernten Gewächs herrührende, im Halse noch verbliebene kleine Unebenheit ruft Unbequemlichkeiten beim Schlucken hervor und soll deshalb durch wiederholte Gurgelungen beseitigt werden. Irgend welche Besorgnis bietet der Gesundheitszustand aber nicht mehr. Der Kronprinz wohnte als Gast der Königin Viktoria der bei Spithead abgehaltenen großen britischen Flottenrevue bei und sah auch bei dieser Gelegenheit die Kaiserin Eugenie wieder, mit der er zum letztenmale bei der Eröffnung des Suezkanals im Jahre 1869 zusammengettoffen war. Damals wurde die schöne und stolze Kaiserin weit und breit gefeiert, und heute? Seit langer Zeit ist wohl keine Fürstin so schwer vom Schicksal getroffen, freilich nicht immer ohne ihr Verschulden, wie die Kaiserin der Franzosen.
Die Besprechung zwischen dem Reichskanzler Fürsten Bismarck und dem österreichischen Minister des Auswärtigen, Grafen Kalnoky, wird gegen die Mitte des August in Kissingen stattfinden, wohin sich der Kanzler Anfang nächster Woche begiebt. Der frühere »dritte im Bunde", der russische Minister des Auswärtigen Herr von Giers, kommt diesmal nicht. Den lassen seine panslawischen Gegner in Petersburg nicht fort ms böse Ausland, und die Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland sind ja auch noch gerade nicht so wieder geworden, daß Fürst Bismarck und Herr von Giers Neigung zu einem gemeinschaftlichen vertraulichen Plauderstündchen hätten. Der Kanzler und sein österreichischer Kollege brauchen sich übrigens auch nicht groß aufzuregen; das schadet b< der Hitze und Europa ist ruhig. Als dunkles P.nktchen am Horizont steht einzig und allein der bi'^arische Wirrwarr da. Ein ganzes Jahr Hindu- ) ist aber vereitelt, daß der dunkle Pi>-' ; G sttterwolke wird,
und so wird es r avck> hoffentlich bleiben. Der deutsche R»Eseldzug dauert >ch fort, aber mit etwas verminderten Kräften. Ohl. Wirkung ist dieser Zwischenfall nicht geblieben, und in Petersburg haben
Ausland.
Bad Gastei«, 29. Juli. Kaiser Wilhelm verblieb gestern zum erstenmale siebenzehn Minuten im Bade. Im letzten Jahre dauerte die Badezeit nie länger als zehn Minuten. Prinz Wilhelm wird Heuer nicht nach Gastein kommen und zwar auf Wunsch des Kaisers, welcher seinem Enkel davon abriet, da die !urze Zeit des Aufenthalts mit der langdauernden Reife nicht im Einklänge stehe. Das Verweilen des Kaisers in Gastein hängt von seinem Entschlüsse ab;
Wochenschau.
Es ist ftifi geworden in der Polittk. Bleischwer lagert sich die Hundstagsglut über die Welt. Monarchen , Staatsmänner, Minister und Diplomaten |aben ihren Residenzen und Geschäften einhellig den Rücken gekehrt und suchen int Grünen Erfrischung I unb Unterhaltung gegen die Langweile. Denn auch { diese treue Begleiterin der Saurengurkenzeit hat sich pflichtmäßig eingestellt. An den allbekannten Sommer- abenteuern und wunderbaren Sensationsnachrichten ist, wie früher, zwar auch diesmal kein Mangel, aber die Menschheit schreitet mit jedem neuen Jahr um einen Riesenschritt in Kultur und Entwickelung vor, und all die schönen Geschichten, welche die Sonnenhitze dergessen lasten sollen, kennt sie schon auswendig. Es giebt da kein Heilmittel gegen diese schreckliche Zei als geduldig abzuwarten, bis sie vorüber ist. Und mch der Tag wird kommen!
Monarchenzusammenkünfte und Ministerbesprechun- gen sind das einzige lebendige Moment in der stillen Zeit. Die alljährliche Begrüßung zwischen unserem Kaiser und dem Kaiser Franz Joseph wird, wie jetzt Weht, in kommender Woche in Wildbad Gastein sich abspielen, und hat schon jetzt nach dem Wildbade
Für die Monate August und September nehmen alle Postan- stalten, auf dem Lande die Landpostboten, sowie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) Bestellungen auf die
Oberhessische Zeitung mit deren Beiblätter entgegen.
Bestellungen für hiesige Stadt
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Exved-tion- Markt 21. — Redaktion, Druck uud Brrlag von Joh. Lug. Loch.
vehmen unsere Expedition unsere Zeitungsträger an.
Mehrfachen Wünschen sprechend, haben wir auch ein Wochen-Abonnement zum Preise von 20 Pfg. eingerichtet, Bestel-
Uuter einem Dache.
Roman von Karl Hartmann-Plvn.
(Fortsetzung.)
Nachdruck verboten.
»Mein werter Herr Barlandt, Sie scheinen sich Wo sehr, wie Frau Juuominata, iu den Gedanken Meingelebt zu haben, daß die Träume der Letzteren ton dem Erkranken, dem Hiufiechen uud jetzt von dem tobe eines Dritten auf thatsächlicher Grundlage beruhen könnten. Bedenke« Sie doch, daß dieselben uichtS weiter als eine Zustimmung in der fixen Idee tot Kranken find uud daß fie im Schlafe nur eine tobere, wenn auch seltsam methodischeGestalt aunahmen. «o gleichartig die Kranke nun auch diese Idee während tot vielen Jahre festgehalten hat, so haben wir doch Echans keine Gewißheit, daß von dem, woran sie M) zu erinnern glaubt, auch nur etwas wirklich gt» Men ist, sondern es kann ebensowohl dies Einzige, *18 nach Ihrer Meinung dem Gedächtnis verblieben, reines Phantafiegebilde fein. WaS ich Ihnen iu toesem Augenblick sage, habe ich Ihnen schon früher Pönal gesagt, und ich wiederhole eS heute, damit Sie bch nicht allzu voreiligeu Hoffnungen hiugeben. Sie ■«bett mir einräxmen, daß Träume doch nicht im ^ande sind, den geringsten Anhaltspunkt zu geben, »toial die Träume einer Geisteskranken.*
»Sie haben nur zu sehr Recht, Herr Profeffor; 8 ist wahr, ich habe mich, gleichwie meine Mutter, eigentümlich in diese Gedanken hineingelebt, daß 5 mich schwer entschließen kann, fie als halllos anf- «Seben; und ttotzdem die gesunde Vernunft mir zu- M, daß es Uufinn ist, fie festzuhalten, so bin ich toch nicht im Stande, mich ganz frei zu machen. to>d wenn fie auch weiter nichts bedeuten, so haben m doch nach meiner Meinung das Gute gehabt, daß
dazu beigettagen haben, der fixen Idee einen Ab» Mnß zu geben und mtt dem Abschluß derselben die vtiuing zu vollenden.*
»Ganz gewiß.*
»Wann glauben Sie, Herr Profeffor, daß ich eS
wagen kann, ihr zu sagen, daß ich hr Sohn bin? Sollte ich vielleicht schon heute —?•
»Nein, unter keiner Bedingung, du solche Mit» teilnng ist im Stande, den gesundesten, den kräfttgsten Geist aus den Fugen zu bringen, wie viel mehr einen noch schwachen, erst soeben genesenen. Etwas anderes wäre es, wenn, was Sie erhofft und ich Ihnen sogleich bestritten habe, mit der eingetretenen Heilung auch zugleich ihr Gedächtnis fich gelichtet hätte. Ich habe schon die Probe gemacht, ich habe fie gefragt, ob sie sich nicht irgend eines kleinen Umstandes aus ihrem früheren Leben erinnere, sie antwortete aber: »Nein, nichts, nicht das Mindeste.* Auf diese That- ache von für Sie so außerordentlicher Bedeutung darf fie, soll der Ahnungslosen diese furchtbare Ueber- raschung nicht schaden, nur nach und nach, ganz all- mälig hingeleitet werden, wenn ihre jetzt gesunden Gedanken sie nicht selbst darauf führen, oder wenn nicht irgend ein Umstand einttitt, der mit einem Schlag h«m Geiste ganze Partteu ihres Gedächtnisses er» iQltCpf«*
»Das Schicksal*, dachte Roderich, »hat solchen Umstand schon in ihre Nähe geführt, nicht einen, vielleicht mehrere.* te* ..-...
»Ich möchte Ihnen noch raten, Herr Barlandt, Ihre Frau Mutter nicht sogleich, wie es < stets Ihr Wunsch gewesen, in die ihr fremd gewordene Welt to führen, sondern fie noch einige Tage hier zu lassen, damit fie fich in aller Ruhe an den Gedanken ge» wohnt, jetzt geheilt zu feto, uud von hier scheiden zu muffen. Mieten Sie »uterdeS eine passende Wohnung."
»Eine Wohnnug ist schon gefunden.*
»Gut, um so beffer. Und nun noch eineu Rat: »leiben Sie heute nicht zu lange bei ihr, halten Sie das Thema von ihrer Krankhett und Genesung nicht zn lange fest und leiten Sie das Gespräch so viel wie möglich auf gleichgülttge Dinge.*
»Ich werde in allem,* erwiderte Roderich, »ge« wiffeuhast Ihrem Rate folgen. Das Wohl meiner teuren Mutter liegt mtr zunächst am Herzen, und so
, Erscheint täglich außer an Zyttagen nach Sonn- und Stiegen. — Quartal- D-nnementS-PreiS bei der > frttbition 2«/t Mk.. bei f m Postämter 2 Mk. 50 l efg. (erd. Bestellgeld), ft UertionSgebühr für die F Jfoaltene Zelle 10 Pfg , Ulamen für die Zelle 25 Pfg.