Marburg, Mittwoch, 27. Juli 1887.
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Illustriertes Sonntagsblatt.
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die Produktion im Reichsgebiet an Rohzucker in den
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durchschnittlich jährlich 47 Millionen betragen hatten, siel die Einnahme in den Jahren 1883/84 auf 37, 1884/85 auf 32, und 1885/86 mit 18 Millionen. Der Grund dieser für die Reichskasie so ungünstigen Entwickelung liegt in der an sich ja erfreulichen Ausdehnung der Zuckerfabrikation und dem Verhältnis der Steuervergütung für ausgeführten Zucker. Während
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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureank von Haasensteiu undVogler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg und Wien! Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin.München und Köln; G- L. Daube und Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris-
Unter einem Dache.
Roman von Karl Hartmann-Plön.
fertigt sind. Andererseits darf aber auch nicht übersehen werden, daß die bestehende Zuckerindustrie mit ihren kostspieligen Anlagen, die einen Wert von einer halben Milliarde an Kapital repräsentieren mögen, unter der Herrschaft dieses Steuersystems entstanden ist, und daß die schwersten Erschütterungen des Bestandes, sowie ein noch steigender Anreiz zu weiterer Ueberproduktion zu befürchten steht, wenn man unvermittelt die Rübensteuer beseitigen und zu einer Fabrikatsteuer übergehen wollte.
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glaubte an das, was er so sehnlichst wünschte. Hatte er das Zucken Gabrieles vorhin für einen Stoß ins Herz gehalten, so hielt er eS jetzt schon für bloßen Aerger über einen Mangel an Belas Vertrauen. Und liebte sie den Letzteren nicht, stand kein Nebenbuhler ihm zur Sette so kouute er jetzt ernstlicher mit seiner Werbung hervortreten. Er kannte seine, wenn auch langsam, aber doch sicher wirkende Macht über Fraueuherzen, warum sollte er sich nicht einer ernsten Hoffnung hivgeben dürfen, uud — warum nicht sogleich mit der Werbung beginnen?
»Gnädige Frau,- sagte er tu einem eigentümlich tiefen Tone, wobei er Gabriele mit einem leidenschaftlich flammenden Blick ansah, »ich war bisher der Meinung, daß für einen Dritten Hoffnungen und Wünsche ganz unnütze Belästigungen seiner Seele wären. Herr v. Bela liebt eine Andere, Sie hegen für ihn nur Freundschaft, — gestatten Sie diesem Drstten, daß er in Zukunft feine Hoffnungen nicht mehr als eine schwere Last, sondern als feine süßesten Gefühle betrachtet?- j*-:.-. •
Ein sonderbarer Gedanke entstand plötzlich bei diesen Worten im Gehirn der Frau v. Souus. Er war nebelhaft und hatte noch keine bestimmten Umrisse. Sie wußte selbst nicht, wie crsihr gekommen. Sie war davon überrascht und schloß für einen Augen- blick die Augen. Nur das Eine konnte sie logisch klar denken: „Der Mann da kann Dir noch einmal von Nutzen werden, er kann das Mittel werden, den Geliebten ganz zu gewinnen oder- — hier stockten ihre Gedanken, ein leichter Schauer durchrieselte sie — »oder —- Sie brach absichtlich den Gedanken ab, um ihn nicht Wetter zu verfolge«. Auch Das, was sich möglicherweise an dies »Oder- knüpfen könnte, war verschwommen und nahm keine feste Gestalt an.
Als sie ungewöhnlich lange geschwiegen und Flamming sie zögernd gefragt: »Haben Sie mir auf meine Frage nichts zu erwidern?- da schlug sie die großen, schönen Augen voll auf, und Flamming mit einem bestrickenden Blick ansehend, sagte sie mit leiser, hauchender Stimme:
sie in den letzten Jahren auf etwa 6 Millionen Doppelzentner. Für den ausgeführten Zucker wird eine Rückvergütung der entrichteten Rübensteuer gewährt, welche gesetzlich auf Grund derjenigen Menge von Rüben festgestellt wird, die durchschnittlich zur Herstellung eines Zentners Zucker erfordert wird. Diese Vergütung (Exportbonifikation) betrug nach der im Jahre 1869 erfolgten gesetzlichen Feststellung, bei einer Rübensteuer von 1,60 Mark für den Doppelzentner Rüben, für den Doppelzentner Rohzucker 18 Mark. Durch ein im vorigen Jahre ergangenes Gesetz wurde die Rübensteuer auf 1,70 Mark pro Doppelzmtner erhöht, die Ausfuhr-Vergütung dagegen, und zwar vom 1. Oktober 1887 ab, auf 17 Mark 25 Pfg. herabgesetzt.
Die Besteuerung des Zuckers in der bisherigen Form, in welcher die Abgabe nach dem Gewicht des Rohmaterials, der Zuckerrübe, entrichtet wurde, gleichviel ob mehr oder weniger Zucker aus demselben gewonnen wurde, hatte notwendig die Folge, daß einmal die Zuckerfabrikation nur in denjenigen Landesteilen und auf denjenigen Bodenarten lohnend war, die den Anbau zuckerreicher Rüben gestatteten, und sodann, daß die Fabrikation bestrebt war, den Zuckergehalt der Rübe mit der äußersten Anstrengung auszunutzen. Es ist nicht fraglich, daß die hohe technische Entwickelung der Zuckerfabrikation in Deutschland wesentlich eine Folge des bestehenden Systems der Rohmaterialsteuer war. Dieselbe Entwickelung hat aber auch wiederum dahin geführt, die finanziellen Erfolge der Zuckerrübensteuer zu beeinträchtigen. Während man vor 1869 mit Recht annahm, daß 12 Zentner Rüben durchschnittlich zur Herstellung eines Zentners Rohzucker nötig seien, mußte man bei dem Gesetz von 1869 diesen Satz auf ll1/* Zentner ermäßigen, und während der Geltungsdauer dieses Gesetzes war er erheblich unter 10 Zentner herabgesunken. Neben der Vervollkommnung des Anbaues zuckerreicherer Rüben haben hauptsächlich technische Fortschritte mitgewirkt : die Einführung des Diffusions - Verfahrens die zunehmende Vervollkommnung des Verfahrens, den Zuckergehalt der Melasse zu gewinnen, durch Osmose und Elution — letztere seit 1876 auch in selbständigen Entzuckerungs - Anstalten (Strontianit- Verfahren) betrieben, deren Zuckerausbeute aus der Melasse von geringen Anfängen bis zum Betrag von 300 000 Doppelzentner Zucker im Jahre 1885/86 gewachsen ist. Günstige Witterungsverhältnisse haben in den letzten Jahren dabei mitgewirkt, indem sie die Ernte zuckerreicher Rüben begünstigten, aber auch weniger günstige Jahre würden voraussichtlich das Gesamtresultat der Entwickelung nach dieser Richtung hin nicht durchgreifend verändern. Es steht fest, daß in den beiden Kampagnen 1884/85 und 1885/86, auch ohne Berücksichtigung des in selbständigen Melasse- Entzuckerungs - Anstalten gewonnenen Zuckers, nur 9,26 und 8,75 Zentner Rüben zu 1 Zentner Zucker
Die Zucker-Steuer.
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Während der letzten Reichstags-Session ist außer dem Gesetz über die Branntweinsteuer noch ein zweites /wichtiges Sleuergesetz, nämlich das über die Zucker- fteuer, zu Stande gekommen.
Die Gründe für ein Vorgehen auf diesem Gebiete lügen vor allem in dem fortdauernden Rückgang der
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Erved'tion Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.
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saßt A voreiligen Schlüssen hinreißen, eS erging ihm in
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ffeler com- 4043 er. iinige Soh- ßreife rk zu 4045 c 16.
Deutsches Reich.
Berlin, 25. Juli. Fürst Bismarck wird, soweit bisher bestimmt ist, am 1. August Varzin verlassen und über Berlin am 2. August in Kissingen eintreffen. Der dortige Aufenthalt ist auf drei Wochen in Aussicht genommen; von einer Nachkur in Gastein oder in einem anderen Badeorte ist bisher noch nicht die Rede gewesen. — Am nächsten 25. Sept. d. I. werden 25 Jahre verflossen sein, daß der jetzige Reichskanzler Fürst von Bismarck zur Leitung der Staatsgeschäfte berufen worden ist, und zwar zunächst zur vorläufigen, worauf am 8. Oktober desselben Jahres die endgültige Berufung erfolgte. — Minister Dr. von Goßler wird sich zunächst am 6. August in Begleitung des Unterstaatssekretärs Dr. Lucanus zu der Universitätsjubelfeier nach Göttingen begeben und demnächst seinen sechswöchentlichen Sommer- Urlaub antreten. — Die deutsche Industrie hat neuerdings eine Reihe ehrenvoller Aufträge zu verzeichnen, welche für den guten Ruf der deutschen Arbeit im Auslande Zeugnis ablegen. Die große Hartmannsche Maschinenfabrik in Chemnitz ist beauftragt, eine Reihe von Tuchwebestühlen in Rumänien aufzustellen und die Grusonsche Hartgußfabrik in Magdeburg hat aus der Schweiz einen bedeutenden Auftrag an der Befestigung des Gotthardtunnel, sowie gleichfalls aus Rumänien einen Auftrag auf Geschütze und Ges chütz- materiat in Höhe von 7 Millionen Fr. erhalten. Dieses Kriegsmaterial soll spätestens zu Anfang des nächsten Frühlings geliefert werden. Ferner ist den Werken von Krupp und Gruson die gesamte Ausrüstung der neuen belgischen Maasforts mit Kanonen, Panzertürmen und Panzerplatten übertragen worden. Letzteres auf Empfehlung der Generale Brialmont und Nieaise, von denen der erstere bekanntlich im vorigen Jahre in Bukarest die Welt - Schießversuche zwischen den Systemen Krupp und Bange (Franzose) geleitet hatte. — Daß der Firma Siemens und Halske in Berlin der Ban einer elektischen Straßenbahn seitens der Stadt Pest übertragen fei, wurde schon früher erwähnt. — Die Bestrebungen nach einer neuen einheitlichen Regelung der Unterstützung für die zur Fahne einberufenen Mannschaften reichen ungefähr 15 Jahre zurück. Auch der Reichstag hat sich wiederholt mit der Frage beschäftigt. Den verschiedenen Anregungen hat besonders der Wunsch zu
auf ein Ruhebett warf, um die schlagenden Pulse ihrer Schläfen und die nicht mehr erdichtete«, sondern wirklich sich eingestellt habenden heftigen Kopfschmerzen in der liegenden Stellung zu beschwichtigen.— 9.
Das hübsche Haus am „Kleinen Kiel", welches von den Studenten „Das Rübenfeld* genannt wurde, war dem erworbenen Reichtum des Besitzers gemäß, von oben bis unten sehr elegant eingerichtet. Namentlich zeichneten sich die Räume des Hauptgeschoffes durch einen prunkenden Luxus aus, der au Geschmack leider dadurch einbüßte, daß er zu überladen war und durch Zusammenstellung von unpassenden Farben oft urkomische Wirkung erzielte. Frau Runkel ord, nete alles selbst an und hatte ihren eigenen Geschmack. In den „Salons" — sie gebrauchte mit Vorliebe diesen Ausdruck — mußte jedes Stuck Möbel, jedes Bild, jede Nippsache „glänzend" fein, und wenn möglich den Preis an der Stirn tragen.
Doch war sie auch wiederum Neuemugeu keineswegs abgeneigt, sobald sie sich überzeugt hatte, daß es bet ihnen im Hanse anders war, als bet „die Vornehmen", unter welchem Begriff sie alle Studierthabenden, Offiziere und den Adel stellte. Sie machte ein förmliches Studium daraus, wie diese Vornehmen sich in der Welt bewegten, wie sie sich verbeugten, ja wie sie aßen und tranken. Sie hatte stets Augen und Ohren offen.
Nur Eins war ihr gänzlich unmöglich"nämlich eine nähere Befreundung mit der Grammatik. Trotz des vielen Ermahnens und Verbefferus seitens ihrer Töchter hatte sie nicht den kleinsten Fortschritt gemacht, und ob dritter ober vierter Fall, die Sache schien ihr garuicht so wichtig. Seit einiger Zeit hatte sie sich jede Korrektur ernstlich verbeten, wobei sie ihren Kindern gesagt hatte: „Mtt Eurem „richtigen Deutsch" kommt es mich mitunter lächerlich vor, bald heißt es „in dem" bald heißt eS „in das"; Deutsch ist Deutsch, die Hauptsache ist, daß ich mir gebildet ausdrücke und daß in unserer Famttie nur Hoch-
itung, Einnahmen aus der Rübenzuckersteuer. Während dieselben in den 10 Jahren von 1873—1883 noch
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itz 1886, auf mehr als 9 Millionen Doppelzentner gestiegen. Während die Ausfuhr an Zucker, auf Rohzucker berechnet, in jenen erstgedachten Jahren roch nicht ganz 200 000 Doppelzentner betrug, stieg
fcfieint täglich außer oe Serftogen nach Sonn- und Stagen. — Quartal- LEiements-Preis bei bei Edition 21/* Mk.. bei ^Postämter 2 Mk. 50 L, (excl. Bestellgeld). WirtioaSgebühr für b« Ssflltene Zeile 10 Pfg„ feflamen für bie Zeile ” 25 Pfg.
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gebraucht wurden — mit Einrechnung jener Anstalten wurden irn letzteren Jahrgang noch etwas weniger als 8*2 Zentner gebraucht. Der Staat legte daher bei Gewährung der Exportvergütung, die auf 114/« Ztr. Rübenverbrauch berechnet war, faktisch einen jährlich wachsenden Betrag zu der Vergütung der wirklich durchschnittlich aufgekommenen Rübenfteuer zu — ein Betrag, der sich nach dem im Jahre 1885/86 bestandenen Verhältnis, bei der Vergütung von 18 Mk. und 1,70 Mk. Rübensteuer, auf 3 Mk. 55 Pfg. pro Doppelzentner Rohzucker belief, und auch nach der infolge des Gesetzes von 1886 vom 1. Oktober 1887 Platz greifenden Verminderung des Vergütungssatzes auf 17,25 Mk. sich noch auf 2 Mk. 80 Pfg. belaufen würde.
So lange die Zuckerausfuhr unbeträchtlich war erschien dieses Verhältnis, diese faktisch enfftandene Exportprämie, erträglich; seit dem gewaltigen Anwachsen der Zuckerproduktion aber und dem riesigen Anwachsen der Ausfuhr wurde es finanziell mehr und mehr unhaltbar : diese faktische Prämie verschlang den größten Teil der Erträge der Rübensteuer.
So lange die Rohmaterialsteuer festgehalten wird, ist eine Ausfuhrvergütung eben nur nach einem Durchschnittssatz der Zuckerausbeute möglich, und eine faktische Prämie für alle mit einem günstigeren Ertrage als nach dem angenommenen Durchschnittssatz arbeitenden Fabriken unvermeidlich. An der Höhe der Exportvergütung ist aber die gesamte Zuckerindustrie wesentlich interessiert, da der Inlandspreis notwendig um den Betrag dieser Vergütung über dem auf dem Weltmarkt zu erzielenden Zuckerpreis steht. Und eine Herabminderung der Vergütung im Verhältnis zur wirklich entrichteten Durchfchnittssteuer, also der faktischen Prämie, schädigt die Interessen der Fabrikation um so mehr, da ohnehin schon die Lage der Industrie durch die infolge der wachsenden Produktion jährlich tiefer sinkenden Preise eine sehr gedrückte ist. Trotz alledem schien bei dem wachsenden Ausfall der Rübensteuer und dem dringlichen Bedarf der Reichsfinanzen auch der im Vorjahr eingeleitete Versuch einer allmählichen Herabminderung der Prämie keine ausreichende Hilfe zu gewähren, und eine gründlichere Reform unerläßlich.
In den letzten Jahren hatte sich mehr und mehr eine Bewegung entwickelt, welche die totale Beseitigung des bestehenden Rübensteuersystems und den Ersatz durch eine Fabrikaffteuer forderte, eine Bewegung, die auch innerhalb der Zuckerindustrie ihre Vertreter fand, und namentlich überall da, wo man unter ungünstigeren Bedingungen für die Zucker-Ausbeute arbeitet. Es ist auch nicht zu verkennen, daß die durch die Art der Besteuerung begünstigte höchste Ausnutzung auch der letzten Prozente des Zuckergehaltes der Rübe und der Melasse vielfach zu Maßnahmen treibt, die an sich wirtschaftlich und auch im landwirtschaftlichen Interesse kaum noch gerechst
„Biu ich berechtigt, Hoffnungen zu zerstören?" „So darf ich mich ihnen hingeben?
Und als wenn in diesem Augenblick das „Ober* greifbare Formen angenommen hätte, so erwiderte sie etwas lauter:
„Ich werde Sie vielleicht noch einmal auf eine große Probe stellen.*
„Ich werde jede bestehen, fordern Sie, was Sie wollen, ich werde alles ihn«, was Sie von mir verlangen, bas schwöre ich Ihnen mit einem heiligen Eib I*
„Alles?*
„Alles!*
„Sie schwören es?*
„Ich schwöre eS! — So barf ich fernerhin wünschen und hoffen?*
„Fragen Sie jetzt nicht weiter, Herr v. Flamming, und verlassen Sie mich, ich bin am Rande meiner Kraft, meine Kopfschmerzen verschlimmern sich von Minute zu Minute, gönnen Sie mir bie Ruhe, beten ich bedarf.*
„Und gestatten Sie mir, wiederzukommen?*
„So ost Sie wollen, aber unter der Bedingung, daß das heutige Gesprächsthema nicht eher zwischen uuS berührt werde, als bis ich selbst darauf zurück- komme.*
„Ich erfülle jede Bedingung.*
»So werden Sie mir willkommen fein.*
Flamming ergriff stürmisch ihre Hand, führte sie an feine Lippen und mit einem „Leben Sie wohll' entfernte er sich rasch aus dem Zimmer.
Frau v. Sonus starrte lange Zett wie traumver- loten auf bie Thür, durch die er gegangen, bann hob sie bie rechte Hand, gleichsam als wollte sie einen Schwur leisten uub verharrte in biefer Stellung sekuubenlaug wie eine Bildsäust, daraus tief sie plötzlich laut auS:
„Nein, nein, sonst giebt eS ein Unglück, ein fürchterliches Unglück! Gott schütze mich und ihn!* Und mtt den Worten: „Weicht von mir, Ihr finstern Mächte!* eilte sie in ihr Schlafgemach, wo sie sich
■u$ $ Jahren 1871 und 72 nur etwa 2 Millionen Doppest Zuve- Zentner betrug, ist sie in den letzten 3 Jahren, 1883 tiober
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«de, sisend,
ethen. dieser 3909 ms 3 nebst r zu Exp. 3831 r ein abeth- zum
p (Fortsetzung.)
Nachdruck verboten.
Wäre eS Liebe, was uus verbindet, so hätten Sie Er wehe gethan; bie Freundschaft ist von härterem Etahl und stellt sich nicht gleich in den Winkel uud i : schmollt. Und daß es nur Freundschaft ist und keine Liebe, habe ich Ihnen schon einmal erklärt."
Sie erhob sich, als wenn sie damit der Unterhaltung . j&er diesen Gegenstand ein Ende machen wollte. Auch Aamming stand auf. Et war zweifelhaft, ob das schöne Weib eine Vittuofin in der Verstellung fei, 2b sie ihre Liebe zu Bela nut geschickt zu verbergen ' Mußte, oder ob der Letztere Recht mit seiner Behauptung ichabt batte, daß Gabriele eine Neigung für Flamming w>e. Trotz seiner leidenschaftlichen Glut für sie blieb g doch immer der nüchterne Beobachter, deffeu klarer Erstand nie durch seine Gefühle beeinflußt wurde.
diesem Falle aber neigte er sich dem Glauben zu die letztere Möglichkeit, denn zu mächtig hatte ihn Thaisache erregt, daß seine bisherige Annahme, Mela liebe Frau v. Souns, grundlos sei. Dieser Bar Nebenbuhler, mtt dem er vergebens in Schranken getreten wäre, den er auf gewöhnlichem «ege
hätte beseitigen können. Und nie hatte er lo leidenschaftlich gefühlt, wie für diese Frau, und bttse Frau war überdies die Erbin des reichen Baron *-Rankeudorf. Wenn eS ihm gelänge, sie als Weib Awzuführen, so wurde zugleich sein brennender Wunsch erfüllt, ein unabhängiger Mensch zu sein, sein oben» Zerndes Ringen nach einer gesicherten Existenz auf, «den und alle Genüsse deS Lebens sich verschaffen zu irtoen. Seitdem Bela ihn vorher aufgeklärt, daß er bttseu gefährlichsten Gegner nicht mehr zu fürchten fett diesem Augenblick wallten seine Wünsche B wH Mt verstärkter Kraft in ihm empor, uud mochten sonst seine kalt überlegenden Gedanken ihn nie