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XXII. Jahrgang

Marburg, Dienstag, 26. Juli 1887.

(Dliciijcffifdir jcitung

Illustriertes Sonntagsblatt.

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Ur frei ins Haus geliefert.

Exped. d. Oberh. >

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Die Mobilifierungsvorlage,

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Schmerzenslager etwas trösten, auf welches ihn die Gicht aeworfen hat. Seine Pariser Freunde bestreiten zwar, daß ihr Abgott von der Gicht heimgesucht ist, Mil eine ffotthes Leiden seine Schneidigkeit schmälern tonnte, Äber es - ist in der That so. Der General

»Amanda,- sagte Frau v. SounS, »wollen Sie nicht die Güte haben, einmal nach Melanie zu sehen ?*

Diese stehende Redensart kannte Fräulein Ätzer zur Genüge, sie wurde immer daun angewandt, wenn »ie Herrin mit jemand allein bleiben wollte. Amanda ärgerte sich fast jedeSmal, wenn sie fortgeschickt wurde, diesmal aber besonders, da sie gar zu gern den »außerordentlichen Aufschlüssen' über Herrn v. Bela mit beigewohnt hätte.

»Setzen Sie sich, Herr v. Flamming,- sagte Ga­briele, nachdem Amanda sich entfernt, »und nun er- kläreu Sie sich, bitte, deutlicher! Bon wem btu ich getäuscht worden?-

Sie werden mir verzeihen müsien, gnädige Frau,' nahm Flamming das Wort, l.wenn ich unhöflich er­scheine und eineu besonderen Punkt berühre, aber glauben Sie mir, daß ich nur von dem wärmsten Interesse für Sie geleitet werde. Ich bin weit davon entfernt, zu glauben, daß Sie für Herr» von Bela mehr empfinden sollten, als für irgend einen andern, aber sagen Sie selbst, gnädige Frau, ist sein ganzes Benehmen Ihnen gegenüber nicht darauf eingerichtet, bei Ihnen eine tiefere als freundschaftliche Neigung zu erwecken?- «

»Und das hätten Sie bemerkt, Herr v. Flamming?*

»Das muß jeder bemerken, der Augen zum Sehen hat! Gesetzt, er hätte eS erreicht, gesetzt, Sie wären die Frau, die fich durch seine äußeren Vorzüge hätte täuschen lassen, so hätte er durch seiu leichtfertiges Spiel den reinen Frieden eines Engels geftört.-

Fra« v. SounS klopfte vor Aufregung daS Herz, was sollte sie vielleicht in der nächsten Minute er­fahre»? Aeußerlich war sie ruhig.

»Sie habe» ja ganz eigentümliche Beobachtungen gemacht,' sagte sie anscheinend ruhig, »uud gehen von sonderbaren Voraussetzungen auS. Herr» v. BelaS Benehmen habe ich »ie anders angesehen, als daS eines Freundes, uud seine Sufmerksamketten waren stets nur solche, wie ein Vetter sie erwetsm und eine Koufiue sie annehmeu darf.'

.Boulanger, den Urheber des Gesetzes, dagegen. Tie j den General Boulanger auf feinem

Anzeigen nimmt entgegen* die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasensteiu undVogler in Frankfurt a. M-, Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M-, Berlin,München und Köln; G- L. Daube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Pari-.

entgegen.

Bestellungen für hiefige Stadt nehmen unsere Expedition und unsere Zeitungsträger an.

Mehrfachen Wünschen ent-

defiuitive Entscheidung den Kammern überließ. Daß er dafür sprach, mußte als Höflichkeit gegen seinen Vorgänger betrachtet werden, den er nicht wohl so blosstellen konnte, daß er eine von jenem ausgear­beitete Gesetzesvorlage für total überflüssig und un­brauchbar erklärte. Thatsächlich war der Regierung das Schicksal des Entwurfs vollständig gleichgiltig; Ministerpräsident Rouvier wünschte sogar insgeheim die Ablehnung, um die dafür nötigen Millionen ipnren zu können. In den Kammern fragte man wenig nach dem Entwurf, und er wäre ganz sicherlich stillschweigend unerledigt geblieben, wenn nicht die Pariser Boulangisten, die schon bei des Generals Abreise und am Nationalfesttage der Regierung genug Verlegenheiten bereitet hatten, aufgetreten wären. Sie erachteten ein Fallenlafsen der Mobilisierung als De­mütigung vor Deutschland, und Ministerium und Kammern ließen sich wieder einmal von den Parisern breitschlagen. Aus Furcht vor neuen Skandalen wurde die Mobilisierung beschlossen.

Die letzten acht Tage haben sehr schätzenswerte Aufklärungen in dieser Sache gebracht. Daß der Mobilisierungsversuch möglichst weit weit von der deutschen Grenze entfernt stattfinden soll, ist bekannt. Denn es kann nach rerschiedenen Kundgebungen von deutscher Seite keinem Zweifel unterliegen, daß eine Mobilisierung nächst der französischen Ostgrenze zu ernstlichen Konflikten Anlaß gegeben haben würde. Kriegsminister Ferron stellte es als sehr sicher hin, daß der Probeversuch nicht nur glänzend verlaufen, sondern auch großen Nutzen bringen würde. Beides wird aber, sogar von französischen Offizieren, be­stritten. Von einem großen Nutzen kann nun ent­schieden nicht die Rede sein; hätte der Kriegsminister dies Wort nicht gebraucht, wäre freilich der Entwurf nicht durchgegangen, und die Pariser wären außer fich gegangen. Frankreich zählt 18 Armeekorps. Eins davon ist auf den Kriegsfuß zu bringen und die Regimenter an einer bestimmten Stelle zu konzen­trieren, ist kein Kunststück, weil die Bahnen zu diesem Zweck ja völlig frei stehen. Ganz anders aber stellt sich die Sache, wenn aus dem ganzen Lande von allen Ecken und Enden die Regimenter zusammen- sttömen und nach einem bestimmten Punkte, dem Kriegsschauplätze dirigiert werden sollen. Da tritt erst die Exaktheit der Militärverwaltung hervor, da drohen immense Schwierigkeiten, wenn in der gewal­tigen Maschinerie auch nur ein Rädchen den Dienst versagt. Es muß aber auch daran erinnert werden, daß wiederholt die Erscheinung zutage getreten ist, daß die französischen Korpskommandeure gern ihren eigenen Weg gehen und sich um die Jnsttuktionen aus Paris verzweifelt wenig kümmern. Alle Jahre ein anderer Kriegsminister, und jeder Minister ein anderes System, da soll Einheitlichkeit in das System kommen! Vorsichtige Leute haben deshalb daran- hingewiesen, es könnten sich bei einer wirklich plötz-

llnter einem Dache.

Roman von Karl Hartmann-Plön.

(Fortsetzung.)

Nachdruck verboten.

L S.Jch freue mich sehr, daß Sie die Sache so auf- vor einer Stunde zufällig, es war eine mtrtroürbtge faffeiu* Offenherzigkeit zwischen uns. Wir wollten Beide nach

Was bat der arme Mann denn verbrochen?!Bellevue; alS ich ihm bemerkte, daß ich ihm den Vor- Nun will auch ich einmal sagen: gesetzt. Also gesetzt, tritt lassen und später er wäre darauf ausgegaugen, meine Liebe zu er- hier lieber allein und ohne seine Gegenwart fei, ant« werben- gesetzt ich betone es im Voraus, daß eS wartete er mir: »Sie find auf falscher Fährte, nicht der Fall ist, gesetzt, ich liebte ihn in Folge Flamming, wenn Sie in mir einen Nebenbuhler sehen, dessen? Was ist denn unterdes gescheheu, daß Sie Und als ich ihm das nicht glauben wollte, whr er glauben, ihn bei mir verklagen zu müsien?" fort: »Sie ist 1« recht hübsch, aber es laßt sich

Weil er, wenn dieses »gesetzt' Wahrheit wäre,«nicht zwingen, ich kann sie nicht liebe».

ein ehrloser Charakter ist, der fich nicht scheut, aus Frau vou SounS war es, als wenu -in kalteS geckenhafter Eitelkeit ein Herz, das er nicht liebt, zuMeffer ihr bis> ans Heft inS Herz sAoßenwürde bestricken, während daS seine anderswo gefesselt ist!'«ES stand plötzlich einen Augenblick still, um.dann Die letzten Worte verfehlten ihre Wirkung nicht, gleich darauf in mächtigen Schlagen geg-u die Brust.

Frau v.Sonns fuhr leicht zusammen, eine Bewc gung, wand zu toben. Aber sie war eme Meister n in der die dem scharfen Beobachter ihr gegenüber nicht entging. I Beherrschung, sie konnte eS über fich gewinne», zu »Ich gebe Ihne» zu bedenken, Herr v. Flamming, lächeln und in einem ironischen Tone zu sagen.

daß es mein Vetter ist, den Sie beschimpfen!' ,3d) wundere mich nur darüber, HK v. FlammwL

,Er ist ja auch mein Vetter, gnädige Frau; ich «daß Sie, der kluge, scharfblickende Mau», auf der sage auch nur, wenn eS Wahrheit wäre, uud be- Stelle für baare Münze nehme«, was et» anderer Haupte vorläufig nur das Eine, daß er eine andere «über seine Gefühle für eine Dame äußert, von dem liebt i- Sie selbst glauben, daß er bisher derselben in ernstester

»DaS ist nicht wahr, das ist eine Erdichtung, die «Weise den Hof gemacht. Ich will noch einmal oor» jeden Grundes entbehrt! Denn wäre dies der Fall, aussetzen, daß dieser andere für diese Dame wirlltch so hätte er mich, seine Freundin nud Konsme, sicher I eine mehr als freundschaftliche Neigung habe, find ins V-rttanen gezogen.' Sie der Meinnng, daß der Betreffende gerade Ihnen

.Es ist keine Erdichinug, wenn er eS anch noch «die volle Wahrheit sagt? Mau spricht unter solchen nicht eingesteht. Ich selbst bin davon Überzeugt; und I Verhältnissen ost mit Absicht gerade daS Gegellteil aus. habe ich bis dahin geglaubt, daß er Sie, gnädige | »So kurzsichtig, gnädige Fran, bin ich nun in Frau anbete, so bin ich jetzt eines Befferen belehtt, der Thal doch nicht, es kommt immer auf die Art uud zwar durch ihn selbst." «und Weise an, wie es ausgesprochen wird.

»Ah, das wäre! Durch ihn selbst? Sett wann! »In diesem Falle haben Ste^wRecht; ich wieder, steheu Sie mit ihm auf einem so vertrauten Fuße? hole eS Ihnen, ich hab«! in Herrn v- Belas Auftreten Bisher haben Sie Beide fich nie die Mühe gegeben, nie mehr, als eine wahre Fremckschaft erblickt und Ihre gegenseitige Abneigung zu verheimlichen." eine wahre Freundschaft, "ber auch nicht mehr, em.

»Ist» so mehr fällt eS ins Gewicht, waS er mir pflnde ich auch für ihn. ^ch will er gar nicht leugnen, nefflflt * «daß ich ihn als meinen liebste» Verwandten nud als

B 1 Und das tbat er steiwillig?' «einen sehr guten Freund betrachte, und ebenso wenig

»Allerdings, doch muß ich gestehen, daß ich den «will ich leugnen, daß eS wich äUrn würde, abtr Gegenstand zur Sprache brachte. Wir trafen miss auch nur ärgern, wenn ich die Erfahrung machen

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lichxn Mobilisierungsordre, welche faktisch auch dem I haben, welche die auf den deutschen Markt zum Ver- Korpskommandeur noch nicht bekannt gegeben ist, kauf gelangenden russischen Fonds bis zu einem ge- allerlei unerwartete und unliebsame Ueberraschungen wissen Betrag aufkaufen wollen. Was von Seiten Herausstellen, welche die französische Armeeverwaltung des russischen Finanzministers bisher zurückgekauft eben nicht in glänzendem Lichte erscheinen ließen, worden, will derselbe im November d. I. bezahlen. Dann brächte der Versuch allerdings Nutzen, aber Das Projekt der Umwandlung der Goldanleihen in dem französischen Namen wenig Ehre. I Kredit - Rubelanleihen wird, wie man hier bestimmt

I wissen will, in Petersburg in ernsthafte Beratung

Deutsches Reich. I genommen. Auch diePost" rechnet in einem Leit-

Berlin, 23. Juli. Die Nachricht, daß Karli artikel mit der Aufnahme einer russisch - französischen Zeters aus Afrika abberufen worden fei, ist unbe-1Anleihe als mit einer unvermeidlichen Thatsache und gründet. Dem Bundesrat soll derPost" zufolge erörtert die Zwecke derselben. Sie glaubt nicht, daß jetzt ein Gesetzentwurf wegen Unterstützung von Familien! sie zu einer Konversion der bisherigen Anleihen de­in den Dienst eingetretener Mannschaften zugegangenIstimmt fei, was, wenn es mit französischem Gelds fein. Der Reichstag hat bekanntlich eine entsprechende geschehe, für die deutschen Besitzer russischer Werte Aufforderung an die Regierung im vorigen Jahre I ein großes Glück und auch, da Frankreich dann em gerichtet. Der Minister der öffentlichen Arbeiten I Jutereffe au einer vernünftigen Politik Rußlands hätte, hat die Eisenbahndirektionen ermächtigt, Anträgen der eine Garantie für den Frieden wäre. Daß die Anleihe Gemeinden auf vorschußweise Zahlung der von dem zum Zweck eines Krieges beabsichtigt würde, hält die Eisenbahnfisttis aufzubringenden Kommunalsteuern schonPost" auch nicht für wahrscheinlich. Sie schreibt: vor der eigentlichen Veranlagung, und zwar bis aufAn diesen Zweck glauben wir nicht, womit wir Weiteres in der Höhe desjenigen Bettages stattzugeben, I freilich die Kriegsgefahr nicht ableugnen wollen, aber zu welchem der Eisenbahnfiskus würde herangezogen die Sache steht so, daß das ungeheure Wagnis der werden können, wenn der im laufenden Etatsjahre in Entzündung eines großen Krieges dem russischen Kaiser den betteffenden Gemeinden der Besteuerung unter- und seinen jetzigen Vertrauensmännern entschieden liegende Reinertrag die Höhe von zwei Dritteln des widerstrebt. Was anderes wäre es, wenn der Brand im Vorjahre herangezogenen Einnahmebettages erreichen von anderen Händen und zunächst nicht an der würde. Nach dem Gemeinde - Einkommensteuergesetz russischen Grenze entfacht würde, bann ließe sich biet vom 23. Juli 1885 erfolgt die Veranlagung des leicht eine für Rußland vorteilhafte Position gewinnen, Eisenbahnfiskus zu den Kommunalabgaben auf Grund indesfen hat die jetzige russische Regierung in dieser einer von dem Minister der öffentlichen Arbeiten vor- Beziehung wohl kaum einen bestimmten Plan. Die genommenen Feststellung des gesamten steuerpflichtigen panslavistische Partei dagegen ist mit allen Kräften Reineinkommens der Staatseisenbahnen. Nach dieser bestrebt, den Brand auf französischem Boden zum Feststellung wird dann ein Verteilungsplan für sämt- Ausbruch zu bringen in dem sicheren Glauben, dann ließe in Betracht kommenden Gemeinden ausgearbeitet, jede russische Regierung in den Krieg stürzen zu Bis zur Beendigung dieser Feststellung und des Ver- können. Aber die Panslavisten, so mächtig sie sind, teilungsplanes vergeht naturgemäß ein längerer Zeit- besorgen einstweilen nicht die Staatsgeschäfte und be­raum nach Abschluß des Etatsjahres. In gleicher I stimmen noch nicht den Zweck der jetzt aufzunehmenden Weise wird auch das kommunalsteuerpflichtige Rein- Anleihe. Der bescheidene Zweck dieses Geschäftes einkommen der Privatbahnen durch das Eisenbahn- wird kein anderer sein, als die laufenden Bedürfniffe kommissariat ermittelt Es verfließt in der Regel ein der russischen Verwaltung für einige Zeit zu decken, erheblicher Teil des folgenden Jahres, ehe die er- bis durch irgend ein Wunder dauernde Deckungsmittel forderlichen Vorarbeiten beendet sind. Sehr viele ans den inneren Kräften des Reiches gesunden sind." Gemeinden seien aber nicht in der Lage, die ihnen Zum Schluß ermahnt der scheinbar offiziöse Artikel von der Eisenbahn zustehende Kommunalsteuer bis die deutschen Besitzer aufs neue, die Eröffnung des gegen das Ende des Etatsjahres entbehren zu können, französischen Marktes für russische Papiere zu benutzen, und solchen Gemeinden würden durch das bisherige Ium so viel als möglich von denselben abzustoßen, Verfahren vielfach Unzuträglichkeiten erwachsen. I was natürlich nur durch eine Ermäßigung der Kourse __ Die Nachricht verschiedener Blätter von be-I möglich sei, denn das Schicksal einer großen Krisis ruhigeuden Versicherungen, die der russische Botschafter in Rußland scheine unvermeidlich.

hiesigen Finanziers gegeben habe, und daß die russische I Stettin, 23. Juli. Heute mittag lief auf der Regierung den Wunsch erkennen laffe, in freundlichere Werste der Maschinenbau-AktiengesellschaftVulkan", Beziehungen zu Deutschland zu treten, wird heute I die als Ersatz für dieElisabeth" bestim.nte Korvette nochmals von derKreuzztg." für unbegründet erklärt,«glücklich von Stapel. Die Prinzen Wilhelm und dagegen erfährt dasselbe Blatt von gut unterrichteter Heinrich von Preußen wohnten dem Stapellause bei. Seite, daß sich in Petersburg wie in Paris auf Be- Prinz Heinrich taufte das SchiffIrene".

treiben des russischen Finanzministers Gruppen gebildet I Bremerhaven, 23. Juli. In der Verhandlung

nn aüf -die Annahme feiner Vorlage durch die Kammern stol^ffttn, denn feine Partei in Paris ist S, welche dieselbe durchgesetzt und erzwungen hat. Soulanger hatte den Mobilisierungsplan, in den Augen aller Fachleute eine ebenso kostspielige, wie zwecklose ilitärische Spielerei, aufs Tapet gebracht, um fein Ansehen in den Augen der urteilslosen Menge noch hr zu steigern. Dann kam sein Fall, und allge­mein nahm man an, mit Boulanger fei auch der tua4 Mobilisierungplan gefallen. Daß Kriegsminister Ferron »in $n aufna^m' bedeutete noch nicht viel, weil er die

Kammern in Paris mit sehr großer Mehrheit ange- (32 -Mumien worden. Die gesamten Republikaner waren m -dafür, nur die Monarchisten stimmten aus Haß gegen

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain.

nie,) SrttbifiMT Warft 21 Redaktion, Druck und Berlaq von Joh. Bug. Koch,

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r Geg<: nach welcher zum Herbst ein französisches Armeekorps seuch! auf den Kriegsfuß gebracht werden foll, ist von beiden

Ich kan» Dir nicht helfe», himmlische Gabriele, st> sehr ich Dich vergöttere, ich muß Dir bitfen rtaiti Echmerz bereite» »nb Deine Neigung zu diesem gelockte» b,; Adonis mit Stumpf und Sttel aus Deinem Herze» r reißen, sonst finde ich darin keinen Platz! Brennen »trd die Wunde, aber je wehr ste brrunt, desto mehr wird man sich »ach einem lindernde» Balsam sehnen «nb hoffentlich wird man diese» i» meiner Liebe er­blicken !"

Amanda kam abermals zurück und meldete, daß Frau v. SounS sogleich erscheiueu würde. Letztere felgte denn auch bald und machte in der That ein r sehr leidendes Gesicht, wobei ihre Augen indeffen forschend auf FlammingS Antlitz ruhten, ihre Neu­gierde war wirklich erwrckt worden.

s «r HauS dachte. ,

Flamming drehte den Kopf ein wenig nach Fräu­lein Ätzer hin und sprach in einem zurückhaltenden AXone: »Ich weiß nicht, ob ich mich ganz offen äußern itf?-

S

_ Waldemars Antlitz strahlte, als wenn er vou ihrem Anblick wie geblendet fei, er trat ihr rasch näher, «griff ihre Hand uud drückte einen Kuß darauf.

»Tausendmal um Vergebung,' sagte er, »ich konnte

Acht anders, ich mußte Sie sprechen.'

»Sie fiud Wittlich grausam, Herr v. Flcunmiug," «widerte sie,so hartnäckig meine Gegenwart zu er­zwingen, von meinem Rnhelager mich mit Sewatt «ufzuscheuchen.-

»Jch bi» nuttöstlich, gnädige Frau, aber ich kann « nicht mit meinem Gewifleu vereinigen, Sie nm dne Stmü>e im Unklaren darüber zu lassen, daß man Sie in unerhörter Weise getäuscht hat.'

M Für die Monate August und in J Aeptember nehmen alle Postan- statten, aus dem Lande die Land- Ijfii «Moten, sowie in Kirchhain unsere Agentur (Herr Buchbinder Rindt) lW Melkungen aus die

Oberhessische Zeitung

Fl mit deren Beiblätter

, »Getäuscht? Wer hat mich getäuscht?- rief Frau fK0? ton SonuS, die durch diese Watte beunruhigt, sogleich

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sprechend, haben wir auch ein - Wochen-Abonnement zum Preise LSAvon 20 Psg. eingerichtet, Bestel- [35l ungen unter Beifügung des Be- inerZ traget werden stets von Montag an bei der Unterzeichneten ent- _J gegengenommen und die Zeitung mit ihren Gratis-Beiblättern hier-