ftr. 169
Marburg, Freitag, 22. Juli 1887.
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Illustriertes Sonntagsblatt.
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B .Frau von Svuus ist zwar von der Natnr mit Eaen Reizen begabt, aber — eS läßt sich nicht er- «wtugen — ich kann sie nicht lieben.'
»Wohl kein großes Vermögen vorhanden?'
«Darüber kann ich Ihnen keine Auskunft geben.'
«Ich wollte Ihr eine nachbarliche Visite machen, m hat aber meinen Besuch abgelehnt. Sie müssen «ich bet ihr einführen, Bela.'
«Sie werden doch nicht im Ernst von mir ver-
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. BlatteS, sowie d.Annoncen-Bureaux von Haasensteiu undVogler in Frankfurt a. M-, Gaffel, Magdeburg und Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. SR., Berlin.München und Köln; ®. L. Daube und Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover u. Paris-
»Ich auch!'
Offenherzig wie immer.'
Ganz wie Sie. Uebrigens findSi« auf falscherFährte, »lammiug, wenn Sie in mir einen Nebenbuhler sehen.'
längst erfahren müssen, daß, wie oft schon in der Presse bestätigt worden ist, Ausländer meist nur wegen ihrer größeren Willigkeit, Nüchternheit und regelmäßigeren Arbeit eingestellt werden.
Etwas stichhaltiger sind, so wird der „Voss. Ztg." aus Paris geschrieben, die nachfolgenden Gründe. Frankreich zählt 1 115114 Ausländer unter 38 218 403 Einwohnern, oder 1 auf 34. Unter den 47 000 unterstützten Familien in Paris gab es 3167 ausländische. Und unter diesen — da liegt der Hase im Pfeffer — nicht weniger als 1290 Deutsche (freilich meist reichsangehörige Elsaß-Lothringer.) Wichtiger ist schon, daß auf 100 000 Franzosen jährlich 12 Verurteilungen wegen Verbrechen und Vergehen kommen, auf 100 000 Ausländer aber 38. Hier hat Steenackers das Verhältnis der Deutschen vergessen. Aber er rächt sich sofort. Deutschland führt in Frankreich für 17 Millionen Franken Gewebe und Band, für 14*/, Millionen Papierwaren und Bücher, für 8*/i Millionen Töpfereien, Glas und Kristall ein. Die entsprechende Ausfuhr Frankreichs nach Deutschland aber beträgt nur 4 200 000, 3 830 000 und 2110 000 Franken. Aber das wäre ja gerade ein Grund, um Deutsche nach Frankreich zu ziehen, damit sie hier die Waren anfertigen, welche sie aus ihrer Heimat jetzt dorthin schicken. Freilich, aber Herr Steenackers ist, trotz seiner Eigenschaft als Gesetzgeber, nicht zu klarem und folgerichtigem Denken verpflichtet. Für ihn genügt es, daß sich die Wähler von seiner nationalen Arbeiterfteundlichkeit überzeugen. Wenn man Steenackers, Pradon rc. hört, könnte man glauben, nur in Frankreich gäbe es Ausländer. Die Leutchen ahnen gar nicht, daß namentlich Deutschland dasjenige Land ist, welches, trotz viel dichterer Bevölkerung und stärkerer Mehrung, nach Frankreich die meisten Ausländer zählt, nämlich 393 000, trotzdem 20 bis 25 000 Polen ausgewiesen wurden und es noch mindestens 100 000 naturalisierte Fremden beherbergt. Wirklichunterrichtete Franzosen mahnen dagegen, die Ausländer durch Erleichterung der Naturalisation rc. zu begünstigen, damit Frankreich in der Bevölkerung nicht gar zu sehr zurückbleibt. Der jährliche Ueber- schuß der Geborenen über die Gestorbenen beträgt in Frankreich jetzt 75 000 bis 85 000, in Deutschland dagegen 500 000, so daß selbst eine jährliche Auswanderung von 100 000 bis 150 000 Köpfe nicht sehr empfunden wird.
Nachdruck verboten.
«3«, von Jason; Sie sollen aber eist den Beweis mfern, daß Sie ein solcher Heros sind; vorläufig «l«e ich Ihnen etwas weniger Heldeukrast zu."
«Nach Beliebe».'
«Wer ist nur diese Fran Johannes? Hat fie keinen Rang, keinen Titel?'
«Nein,' sagte Hans, ohne sich erst lange zn be» «men, «fie ist die Witwe eines Lehrers am Leipziger Konservatorium, ich lernte fie im vorigen Winter beim Professor Barlandt kennen.'
Unter einem Dache.
Roman von Karl Hartmann-Plön.
(Fortsetzung.)
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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain
Expedition- Markt 21. — Reaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
mauöver wird jetzt veröffentlicht. Darnach fährt der Kaiser am 4. September von Berlin nach Königsberg ab. Am 11. Sept, will der Kaiser in Danzig eintreffen und am 12. Sept, in Stettin. — Die Begegnung des Kaisers mit dem Prinzregenten Luitpold fand nach der „N. Fr. Pr." in folgender Weise statt: Der Kaiser war in Zivilkleidung. Seine Gesichtfarbe war frisch und besser, als bei seiner Anwesenheit im vorigen Jahre in Lindau. Die Haltung des Körpers war allerdings etwas gebückt, aber der Gang, wenn auch vorsichtig, doch rüstig. Der Prinz-Regent eilte zur Begrüßung des Kaisers herbei. Der Kaiser ging ihm über die Schiffstreppe herab, auf einer Seite von einem Diener gestützt, entgegen und geleitete den Prinz-Regenten nach herzlicher Begrüßung auf das Schiff. Nachdem Prinz-Regent Luitpold die Großherzogin von Baden freudig begrüßt und ihr wiederholt die Hand geküßt hatte, unterhielt er sich lebhaft mit dem Kaiser, und es fand auf Deck die Vorstellung mehrerer Damen und Herren statt. Hierauf führte der Kaiser den Prinz- Regenten auf den rückwärtigen Teil des Verdecks, wo vor einer hübschen Dekoration auf einem Sopha beide Platz nahmen und entfernt von den anderen Anwesenden ungestört nahezu eine halbe Stunde an- gelegentlichst konversierten. Nach einer Stunde begab sich der Kaiser, begleitet von der Großherzoglich badischen Famllie und dem bayerischen Prinz-Regenten, zu dem in der Nähe des Hafens bereitstehenden Hofzuge. Man nahm allerseits herzlichen Abschied, worauf sich der Zug unter stürmischen Hochrufen des Publikums in Bewegung setzte. D>e Schiffe im Hafen trugen Flaggengala. Die Witterung war gut, bis 20 Minuten vor der Abfahrt ein leichter Regen eintrat. — Die Wiener Blätter bringen Artikel zur Begrüßung des Deutschen Kaisers auf österreichischem Boden und heben hierbei hervor, daß, während das Verhältnis Deutschlands zu Rußland immer schwieriger wird, das deutsch-österreichische Bündnis sich immer mehr und mehr in die Empfindungen nicht blos der Kaiserhöse, sondern auch der Völker Deutschlands und Oesterreichs einlebt. So schreibt die.Wiener Abendpost" : „Der innigen Freundschaft gedenkend, welche die beiden Kaiserhöfe und deren Reiche segensvoll verbindet, begrüßen die Völker Oesterreich-Ungarns mit Freude den Beherrscher des befreundeten Deutschen Reiches auf österreichischem Boden. Den Aufenthalt des Kaiserlichen Freundes und Gastes unseres Monarchen begleiten in diesem Jahre doppelt warme Segenswünsche, da ihm vergönnt war, nach den Tagen des Unwohlseins wieder das österreichische Alpenland aufzusuchen." — Das „Fremdenbl." begrüßt gleichfalls den Kaiser Wilhelm als Friedensfürsten und allverehrten Freund und Bundesgenossen des österreichischen Monarchen. „Oesterreichs Völker werden mit sympathischer Tellnahme den Verlauf der Kur verfolgen, welche von segensreicher Einwirkung
wisser Weise sogar interessantes. Sein Gesichts- ausdruck schien verwegen, vor nichts zurückschreckend, sein Lächeln in der Regel ironisch und malitios, die kleinen, grünlich schimmernden Angen entsandten spitze, stechende Blicke. Und doch hatte Flammiug beim weiblichen Geschlecht, und zumal bei gewiffen Frauen, große Erfolge; sie stellten sich aber nie gleich ein. Seine Erscheinung wirkte zuerst abstoßend, langsam, aber sicher schlug daun diese Wirkung, wenn er es darauf anlegte, ins Gegenteil nm. Seine Augen, die anfangs erschreckten, beängstigte», übten zuletzt, wie die Schlange auf den Vogel, einen blendenden, bestrickende» Einfluß aus. Er lebte stets standesgemäß, mau wußte nur nicht, woher er die Mittel dazn »ahm. Sein von der Mutter ererbtes Vermögen hatte Flamming schon als Offizier durchgebracht; zwar galt er für eine» glücklichen Spieler, es gab aber Einige, die behauptete», er müsse »och ganz besondere Einnahmequellen haben.
AIS Haus sich vo» ihm getrennt hatte und auf dem Wege nach Bellevue davouschrttt, blieb Flaunntng noch einen Augenblick stehen und sandte ihm einen fMkeluden, von Haß erfüllten Blick nach.
„Du allein bist das Hindernis meines Glückes, wärst Dn nicht vom Schicksal mir zum Hohn in die Well gesetzt, so wäre ich der Erbe des Majorats und hätte leichteres Spiel bei dem göttlichen Weibe ans Bellevue. Wohin ich trete, liegst Dn als Stein des Anstoßes mir im Wege. Ein Glück für Dich, daß Du keine Absichten auf Gabriele hast, jetzt trete ich über de» Stein weg, sonst würde ich ihn in den Ab- grnnd schleuder» l Und sei versichert — einmal fehlte ich, als ich bereits die Hand ausstreckte —, das nächste Mal, wenn Du mich zwingen solltest, werde ich sicherer treffen! Zwei herrliche Nachrichten für die schöne Frau, eine mutmaßliche Neigung für eine der Zwillinge und — „es läßt sich nicht zwingen, ich kamt sie nicht lieben." — Vortrefflich!"
Er machte mit seinem Spazierstock einige Hiebe in der Luft und betrat den Weg, der nach der Stadt führte.
auf die kostbare Gesundheit des greifen Herrschers sein möge." Die dunkle politische Gesamtlage besonders nach Rußland geben diesen Freundschaftsworten diesmal ein noch helleres Gepräge wie sonst. — Fürst Bismarck wird Ende Juli hier wieder eintreffen und nach kurzem Aufenthalt sich nach Kissingen begeben. — Trotz der offiziellen Vertagung des Bundesrats hat heute doch eine Sitzung des Ausschusses für Zoll- und Steuerwesen stattgefunden, die sich vermutlich mit der Ausführung des Branntweinsteuergesetzes befaßt hat. — Das „Deutsche Tagebl." schreibt: Wenngleich in der jetzigen Ausbildungsperiode der Infanterie bestimmungsmäßig größere Garnisonübungen von den Truppenteilen einer Garnison für sich oder möglichst gegen eine andere ausgeführt werden sollen, so ist es in militärischen Kreisen nicht unbemerkt geblieben, daß die Garnisonen der Reichslande fast sämtlich in den dem 14. Juli nahe gelegenen Tagen derartige Garnisonübungen nicht nur mit vollem feldmarschmäßigem Gepäck, sondern auch mit scharfen Patronen versehen, ausgeführt haben. Bei Straßburg hat beispielsweise eine dreitägige derartige Hebung zu jenem Zeitpunkt stattgefunden; ein neuer Beweis, daß man dort stets auf alles gefaßt ist.
— Die „Berl. Pol. Nachr." schreiben: Das neue deutsche Branntweinsteuergesetz findet in mehreren spanischen Blättern eine so schiefe, wir können wohl sagen, gehässige Beurteilung, daß wir uns veranlaßt sehen, int Nachfolgenden des Näheren darauf einzugehen. So leitet der im Sinne des Republikaners Castelar redigierte „Globo" vom 7. d. M. die Mehr- besteuerung des deuffchen Branntweins aus der angeblichen Beunruhigung der verbündeten Regierungen wegen der zunehmenden Verbrechen, der Selbstmorde, und Wahnsinnssälle, sowie anderer durch den Branntweinkonsum verursachter Schäden ab, damit der Verkauf im Laude eingeschränkt werde, und behauptet von der den deutschen Fabrikanten (bekanntlich nur bis 1. Oktober 1887 d. Red.) zugebilligten Exportvergütung, dieselbe decke „den Wert der Waare samt Kosten und Einfuhrzöllen, so daß, wenn der Importeur den Branntwein in freiem Felde herrenlos liegen läßt, er immer noch einen Gewinn von mindestens 17 Fr. auf den Hektoliter erzielt." Frankreich fürchtet, dem „Globo" zufolge, „daß der Handel, ermutigt durch den niedrigen Eingangszoll (des deutschen Branntweins d. Red.) von 21 Fr. 10 C. in Spanien, den Branntwein in dieses Land einführt, um ihn demnächst, sei es als verfälschten Wein oder aus andere Weise nach Frankreich überzuführen. Frankreich, von diesem Verdacht beherrscht, wird unwiderrufliche Maß-. regeln ergreifen, die uns verhindern werden, ferner-. hin unseren Wein über die Pyrenäen auszuführen." , Angesichts dieser Perspektive, meint der „Globo",. handelt es sich für Spanien darum, „der von Deutsch-- land kommenden Bedrohung zu entgehen, die auf: den Ruin unseres landwirtschaftlichen Reichtums ab-i
Hans wanderte inzwischen in der entgegengesetzten Richtung weiter, das Herz voll zarter und doch wieder so mächtiger Gefühle; wie waren diese Gefühle noch gewachsen während der kurze» Zeit, wo er in nächster Nähe der Klavierspielerin gewesen! Me hatte sie erst so verlegen dagestanden, und wie fest und wohllautend hatte sie nachher gesprochen, als fie wegen der Abschrift der Sonate fich entschuldigt! Und hatte fie nicht schon in Leipzig ein kleines, aber offenbares Jntereffe für den Komponisten der ihr so sehr gefallenden Sonate gefaßt? Wie hatte ihn auch die würdige Mutter und die Schwester mit den schelmischen Augen angemutet! „Ach wie bin ich so glück- lich!" rief er laut aus, und als er es gerufen, erschrak er, denn vor ihm und hinter ihm gingen Spaziergänger, die er erst jetzt bemerkte, so sehr hatte er fich in glückliche Betrachtungen versenkt. Mochten fie ihn aber immerhin gehört haben, fröhlich schritt er weiter und nach einer Viertelstunde hatte er sein Ziel erreicht.
Bellevue nennt mau das umfangreiche Plateau einer, eine halbe Stunde von Kiel entfernt liegenden, langsam sich erhebenden, nach der Seite des Meeres aber steil abfallenden Anhöhe. Es trägt seinen Namen vo» der wundervollen Aussicht auf den Hafen und seine hübschen Ufer, und auf die jenseits des HafenS sich ausdehnende MeereSfläche der Ostsee. Auf diesem Plateau, das teilweise mtt hohen Bäumen bestanden ist, liegt ein großes, neuerbautes Logierhaus, das während deS ganzen Sommers von Lust- und See- badegästeu besetzt ist. Nachmittags herrscht unter den Bäumen in der Regel ein sehr bewegtes Leben. Mensche» aller Klaffe» woge» durcheinander: Stu- deuteu mit roten und blauen Mütze», Professoren mit »ud ohne Gattinnen und Töchter, Marineoffiziere, Offiziere des LandheereS, Kieler Bürger mtt ihren Ehehälften und weiblichen Sproffen v. f. w. Auch Frau Ruukel und die drei Rüben waren hier stehende Gäste. Wer keinen Platz znm Sitze» mehr fand, wanderte auf den Wege» so lange ans und ab, bis ein Platze frei wurde. Alles lauschte der schöne»
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Die Fremdensteuer in Frankreich.
Wenn in Paris die Geschäfte schlecht gehen oder sonstige Schmerzen sich einstellen, für welche niemand ein Heilmittel weiß, taucht regelmäßig die Fremden- frage dort auf. Ist es doch so leicht, den Ausländern alle Schuld an den selbstverursachten Nebeln in die Schuhe zu schieben. Die nationale Eitelkeit findet ja dabei auch ihre Rechnung, deshalb hat der Abgeordnete Pradon den Antrag auf Einführung einer Fremdensteuer gestellt. Sein eben von einer handelspolitischen Sendung aus Venezuela zurückgekommener Genosse Thiessä. vermochte darob nicht mehr zu schlafen, bis er den Pradonschen Antrag verbessert hatte: nur Arbeiter und Angestellte ausländischer Staaten sollten durch Besteuerung vom französischen Boden möglichst vertrieben werden. Minister Flourens, welcher schon mehrere male die Nationalsouveräne vor internationalen dummen Streichen bewahrt hat, setzte dem entgegen: Die Handelsverträge mit Belgien, Spanien, Portugal, Schweden, Norwegen, Italien verbieten jegliche Fremdensteuer, England und Deutschland genießen dabei die Rechte der meistbegünstigten Nation. Von den übrigen Nationen feien, wenn deren Angehörige in Frankreich mit einer besonderen Steuer belegt würden, jedenfalls Gegenmaßregeln zu befürchten. Da hat fich nun ein früherer Minister, Steenackers, gesunden, um eine Rettung der verfahrenen nationalen Sache zu versuchen. Er schlägt vor, die Arbeitgeber zu besteuern, welche Ausländer beschäftigen. Für jeden Arbeiter sollen täglich mindestens 10 Centimes, für jede auf Monate angestellte Person fünf Prozent ihres Lohnes, mindestens aber 25 Centimes den Tag bezahlt werden.
Unternehmer öffentlicher Arbeiten, Bahn-, Aktten- und andere Gesellschaften, sowie Personen, welche ein Monopol oder eine Konzession Dom Staate genießen, müssen das Doppelte dieser Sätze entrichten. Den Ausländern soll dabei, kraft der unvergleichlichen ftanzösischen Großmut, noch eine Begünstigung gewährt werden. Sie brauchen nicht für Dienstboten Fremdensteuer zu bezahlen, wenn diese ihre Lands- ; leule sind. Dadurch hofft Steenackers den Beweis zu liefern, daß den Ausländern kein Unrecht geschieht. Auch verteidigt er fich mit großer sittlicher Entrüstung gegen den bloßen Gedanken, die reichen Ausländer, welche in Paris ihr Geld so trefflich los werden, besteuern zu wollen. Aber er will die einheimischen Arbeiter gegen den Mitbewerb der Ausländer schützen.
: Die Deutschen namentlich spielen nach ihm in Frank- - reich dieselbe Rolle, wie die Chinesen in den Vereinigten Staaten. Sie arbeiten billiger, leben auch
’ fo schlecht, daß alle Franzosen sich entrüstet abwenden würden, wenn sie ihre eigenen Landsleute in denselben Verhältnissen sähen. Wirklich, das muß ja «Le französischen Arbeiter zu Thronen rühren, ob Mer Teilnahme des Landboten. Steenackers. Würde dieser die Wirklichkeit besser beobachten, so hätte er
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^scheint täglich außer an gtrftagen nach Sonn- unb «Mariagen. — Quartal- UbonntmentS-Preis bei bet fcwbition 2*/t Mk.. bei TL Postämter S Mk. 50 ata. (erd. Bestellgeld). MertionsgebÜhr für bie Äpältene Zeile 10 Psg-, fcfiatnen für bie Zelle 25 Psg.
Deutsches Reich.
Berlin, 20. Juli. Der russische Botschafter Graf Schuwaloff ist von Remplin hierher zurückgekehrt. — Die Begegnung des Kaisers Franz Joseph mit dem Kaiser Wilhelm gelegentlich der Gasteiner Badekur gilt als zweifellos; ob dieselbe in Gastein oder Salzburg oder sonstwo stattfindet, ist noch nicht beftimmt und von den Wünschen des Kaisers Wilhelm abhängig gemacht. — Das Programm über die Kaiser-
»Ach, lieben — bei Ihnen ist Lieben gleichbedeutend mit sentimentalem Schmachten — das kann ich auch nicht, aber fie versteht die Leidenschaft zu entflamme», und daS ist mir genug! Wenn Sie Gabriele nicht lieben, warum machen Sie ihr denn de» Hof?'
«Nennen Sie das den Hof mache», wenn ich mich gern mit ihr unterhalte? Sie ist ja mit mir verwandt. Mehr als dies Jntereffe habe ich ihr nie gezeigt.'
«Aber Frau v. SonuS hat sich tu Sie vergafft.'
«Dafür könnte ich nichts, wenn es wahr wäre, aber da irren Sie fich doch wohl, im Gegenteil, mir scheint, fie hat eine sehr große Vorliebe für Sie.'
«Meine» Sie das im Ernst?'
«ES kommt mir so vor.'
«Nein, nein, Sie sind der Bevorzugte, mindestens schwankt sie, und so lange fie Vergleiche anstellen kann, tritt der Vorteil auf Ihre Seite. Zum Henker, wenn Sie es ehrlich meinen, so unterlassen Sie das Kourschueiden, beschränken Sie Ihre Besuche auf baS nach verwandtschaftlichen Rücksichten Notwendige und gönnen Sie mir Zeit, die Position zu erobern!'
»Wenn ich Ihnen damit einen Gefallen erzeigen kann, von Herzen gern. Ich kann schon heute bamit beginnen. Gabriele hat mich zum Diuer geloben, ich gehe jetzt zu ihr hi», um ihr zu sage», daß ich verhindert sei."
„Bravo, Bela! Meinen Dank! Sie wird über Ihre Vernachlässigung entrüstet fein, aber Entrüstung unb Raserei könne» mir vielleicht zur Letter werde», an der ich zum Gipfel meines Glückes hiuaufklimme."
,Lch wünsche guten Erfolg."
Die Beiden waren während dieses Zwiegespräches bis vor bie Thür ber Villa getreten, wo fie sich Der« abschiebeten. Flammiug schlug ben Weg zur Stabt ein, Hans ben, der nach Bellevue führte.
Herr vou Flammiug zählte etwa dreißig Jahre, war mittelgroß, schlank, fast mager. Sein Gesicht war bleich unb etwas eingefallen, unb obgleich nicht schön zu neune», war es kein alltägliches u»b in ge.
-.ngiL , »WW WCLUCU UUOJ Ullyl IM MUfl oon nitr Der* 106*4 Z$en- ba& ich bort jemanben einführe, der bereits 9g»! ‘«mal abgewieseu wurde?'
1'2*4 j, »Von Ihrer gewohnte» LiebeuSwürdigkett konnte 66’4 ** allerdings keine andere Antwort erwarten. Macht 81 A4 nichts, verschaffe mir schon allein den Eingang. ,96*4 Ma» begegnet sich schon einmal im Garten, trifft sich x"Li N Ufer, und das andere kommt von selbst. Gehen
f ei‘ zur Stadt ober nach Bellevue?'