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Marburg, Donnerstag, 14. Juli 1887

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Illustriertes Sozultagsblatt

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Unter einem Dache.

Roman von Karl Hartmann-Plön.

Es war einige Tage vor dem Brande der Hellen, borner Mühle.

Die Sonne war schon eine geraume Zeit unter­gegangen, ein ungewisses Licht lag auf der leicht »be­wegten Wasserfläche des Kieler Hafens, in der ein­zelne größere Steritr, die schon am Himmel sichtbar waren, sich zitternd spiegelten; ein kühler, nach der Hitze des Tages doppelt erfrischender Luftzug fuhr darüber hin und nur selten ertönte der Schrei einer Seemöwe. Das anziehende Bild, das den Beschauer vom Ufer aus immer wieder aufs neue entzückt, so oft er es auch gesehen: die großen Kauffahrtei- und Dampfschiffe, die vielen kleinen Personendampfer, die nach allen Richtungen den Hafen durchstreifen, die unzähligeu kleinen Boote, die mit ihren weißen Segeln wie große Schmetterlinge über das Wasser flattern, die unbeweglichen Koloffe der Kriegsschiffe, die in ruhiger Majestät und mit erhabener Grandezza auf alle übrigen Fahrzeuge hinabblicken, das ganze rege, bei Sonnenschein so interessante Seeleben war bereits, wenn auch noch nicht erloschen, so doch mit dem Schleier der Nacht bedeckt. Die Riesenumrisse der Kriegsschiffe zeichneten sich noch am abendlichen Himmel ab, und wie Feuerkugeln, sah man die La­ternen der kleinen Dampfer über das Meer gleiten.

Das Sommersemester neigte sich seinem Ende zu, die Burschenschaft Teutonia hatte gestern Abend ihren offiziellen Abschiedskommers abgehalten und machte heute auf verschiedenen kleineren und größeren Boten als Nachfeier einen Ausflug von der Stadt aus nach dem am jenseitigen Ufer gelegenen Schrevenborner Gehölz, um im kühlen Walde die vom Kneipwirt mitgenommene» Bierfässer in ungebundener Heiterkeit zu leeren.

Die Teutonia ist eine Lebensverbinduvg, wer ihr einmal angehört hat, bleibt darin, bis der Tod ihn abruft, und ist berechtigt, alle Geheimniffe zu er­fahren und an allem Teil zu nehmen, was sie Ernstes und Lustiges unternimmt. Es erschienen denn auch zu den Hauptfestlichkeiteu der Burschenschaft jedesmal

zoscn endlich einmal deutlich herauszusagcn, welches Gesicht ihre Haltung trägt: diese edlen Nachkommen Bayards sind gerade tapfer genug, um hinter ihren Absyitthgläsern Revancheliedern zu heulen und gegen einzelne deutsche Touristen, Gouvernanten und Dienst­mädchen Stieg zu führen, aber sie sind zu feige, um diesen Hcldenthaten von Knaben diejenigen von Män­nern folgen zu lasten und uns offen den Handschuh hinzuwerfeu.

Tie Gründe, welche einen guten Teil des deut­schen Volkes veranlaßt haben, sich bisher damit zu begnügen, die Achseln über das rasende und heraus­fordernde Treiben der Presse und der sonstigen Stimmführer des chauvinistischen französischen Volkes zu zucken, sind denn auch von nichts weniger als schmeichelhafter Art für diejenigen gewesen, die es anging. Es ist andererseits bekannt, daß auch unsere Regierung die äußersten und letzen Proben von ihrem aufrichtigen Wunsch, mit Frankreich in Frieden zu leben, in Hülle und Fülle gegeben hat. Wenn es sich jetzt aber herausstellt, daß diese ganze Saat auf steinigen Boden gefallen ist und unsere Lang­mut nur dazu dient, den Zynismus der Dreistigkeit, der sich alles straflos gestattet glaubt, um so üppiger ins Kraut schießen zu lasten, dann muß dieses System endlich seine Grenze finden. Und die offiziösen An­kündigungen, die uns mitteilten, daß die Entschlüsse unserer Regierung bei diesem Punkte angelangt sind, sind im deutschen Volke, das mag man sich in Paris gesagt sein lasten, mit aufrichtiger Genugthuung aus­genommen.

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Deutsches Reich.

Berlin, 12. Juli. Durch Allerhöchste Kabinets- ordre ist der Generalmajor v. Wchmann, Kommandeur der 1. Garde - Jnfanteriebrigade, behufs Vertretung des manquierenden Kommandos der Großherzoglich Hessischen [25.] Division nach Darmstadt- kommandiert, und der Oberst Graf Finck von Finckenstein, Flügel­adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs und Kommandeur des 2. Garderegiments z. F., vorläufig neben dieser Stellung auch mit Uebernahme der Ver­tretung des Inspekteurs der Jäger und Schützen und Führung der Geschäfte des Kommandos des reiten­den Feldjägerkorps beauftragt worden. Der Kron­prinz reiste von Norwod nach der Insel Wight zur weiteren Kur. Nach der LondonerTimes" sollen die Aerzte dem Kronprinzen außerdem den Besuch des französischen Bades Cauterets empfohlen haben, doch sei hiervon Abstand genommen worden, weil in Anbetracht der Umstände" der Besuch nicht rat­sam sei. Jetzt nun bringt der PariserGaulois" einen Brief des Deputierten Breteuil jenes Departe­ments, worin es heißt: Der Empfang, den die Be­wohner von Cauterets dem deutschen Kronprinzen

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Lump, der jetzt verdientermaßen in das Zuchthaus gesteckt wird, weil er das Vaterland, welches er sich freiwillig gewählt hat denn er konnte für Frank­reich optieren, für so und so viel Mark pro Monat verraten hat, und der sich von seinem Ver­teidiger eine verlogene patriotische und hochtrabende Phrase, mit der er von der Bühne abtrat, in den Mund legen ließ, wird, soweit wir bemerkt haben, auch nicht von einem einzigen französischen Blatt mit der Bemerkung zurückgewiesen, daß seine schmutzige Gewinnsucht nichts mit dem Patriotismus gemein hat, sondern von demXIX. Siöcle" wegen seineredlen und stolzen Sprache", d. h. um eben jenes mot sonore des Banditen willen, ausdrücklich belobt. Wir sehen also, daß man in Frankreich einen Unterschied zwischen Recht und Unrecht, zwischen Ehre und Büberei, wo­fern nur Deustchland, gegen welches alle Mittel für erlaubt gelten, das getroffene Objekt ist, nicht kennt und, daß dieser neue Codex der Sitte und der fried­lichen internationalen Beziehungen Gemeingut von ganz Frankreich ist, zum mindesten dort nicht den Mann findet, der ihn offen und mit Erfolg zurückweist.

Das wäre also ein Zustand der Dinge, mit dem wir über das Verhältnis, welches zwischen zwei Staaten im offen proklamierten Kriege Platz greift, noch hinausgediehen sind; denn auch im Kriege halten wir uns nicht für berechtigt, dem Gegner jede Loyalität in seiner Beurteilung und Behandlung zu versagen. Und diesen Charakter des Kriegszustandes, bei dem man nur die blanke Waffe vermeidet, aber um so eifriger mit dem Handwerkszeug der Strauchritter, der Falstaff, Gadshill und Bardolph arbeitet, tragen thatsächlich alle Handlungen, welche Deutschland seit Jahren von feiten des französischen Volkes zu verzeichnen hat. Man beschimpft den einzelnen Deutschen, wo man ihn in Frankreich betrifft, und hetzt ihn durch die Straßen; man verübt Helden- thaten der Jnsultierung gegen deutsche Fahnen; man empfängt einen fremden König, der die Ehre erfahren hat, zum Chef eines deutschen Regiments ernannt zu werden, mit dem Jndianergeheul des Pariser Janhagels; man stellt Bände der elendesten Lügen zusammen, mit denen man unsere braven Truppen, die oft den letzten Bissen Brot und Fleisch mit ihrem darbenden französischen Quartierwirt während des Krieges ge­teilt haben, besudelt. Man organisiert, mitten im Frieden, die Austreibung der Deutschen ans Frank­reich, und die tapfere Regierung dieses tapferen Volkes weiß solchen chauvinistischen Anregungen nichts anderes entgegenzustellen, als die Versicherung, daß über alle Fremden in Frankreich sorgfältig Register geführt würde, so daß man im Bedürfnisfalle sofort dasGeeignete" veranlassen könnte. Man prostituiert sich, mit einem Wort, Deutschland gegenüber in jeder Weise und mit jeder Handlung, die der zivilisierte Europäer sonst den alten Weibern, Piraten und

t.

2. Et.

Frankreichs Helden und Spione.

| Tie Verhandlungen des Reichsgerichts gegen Klein 0,5 Grebert haben uns von neuem erkennen lassen, jji welchen eigenartigen Fuß der internationalen Be-

!ein. Er, der Deputierte, übernehme dafür die Ga­rantie. '<so liebenswürdig diese Erklärung ist, s» wenig praktischen Wert besitzt sie. Das Pyrenäen- Bad Cauterets liegt dicht bei Barögcs. Seine Schwefelthermen werden u. A. bei chronischer Affek- üon der Schleimhäute, Laryngitis und Bronchitis gebraucht. DasMannheimer Journal" teilt einen Brief aus Caudry [Departement du Nord], wo deutsche Kapitalisten große Spitzenfabriken angelegt haben, mit, in welchem der Vertreter eines deutschen Hauses mitteilt, daß die Lage für die Deutschen eine ganz unerträgliche geworden sei und er sehe sich genötigt, die Stadt zu verlassen und die andern Deutschen werden es wohl auch thun müssen. In dem Brief vom 6. Juli heißt es:Seit Sonntag herrscht eine geradezu erschreckende Stimmung gegen die Deutschen in Candry, verschiedene Herren, unter welchen auch ich- fi"fr mit Mühe und Not dem Erschlagenwerden entronnen; täglich wird man in den Straßen insul­tiert und vorgestern abend war unsere Sttaße voll­ständig gesperrt, um uns aufzupassen, bis 2 Uhr morgens hielten die wütenden gymnasiasques [d. h. Turner] ans. Unser Employtzl. Herr Raqnet, wagt nicht mehr auszugehen und auf mich, als Aeltestem der Caudryer Kolonie, war es ganz besonders ab­gesehen. Die ganze Geschichte kam infolge des Turn­festes, welches in Le Cateau stattfand und der Kon­ferenz der Patriotenligade la ligue des patriotes." Sämtliche Deutschen sind in der Aufregung. Nächsten Sonntag ist Turnfest in Caudry, und der Maire von Caudry hat sämtlichen Deutschen sagen lassen, sie möchten von dort weggehen, da man befürchtet, es gäbe wieder Exzesse.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureanx von Haasenstein nndVogler in Frantfurt a. M., Cassel, Magdeburg und Wien; Rudolf Stoffe in Frantfurt a. M., Berlin.München und Köln: G- L. Daube und Co. in Frank:art a. M. Berlin, Hannover u. Paris]

Wie dieGrenzboten", die bekanntlich in engen offiziösen Beziehungen stehen, mitteilen, werden im Augenblicke auf Veranlassung der Reichsregierung Umfragen bei den Gemeindebehörden gehalten, um danach zn beurteilen, wie weit die Reichsgesetzgebung in der Lage sei, den auf Bestrafung der Trunkenheit, Entmündigung von Gewohnheitstrinkern, Zwangsteilung derselben u. s. w. gerichteten Wünschen des Vereins gegen den Mißbrauch geistiger Gettänke zu entsprechen. Obgleich diese Erörterungen zur Zeit noch nicht ab­geschlossen sind, glaubt das genannte Blatt doch so viel behaupten zu können, daß die Bestrafung der Aergernis erregenden Trunkenheit der großen Mehr­zahl der befragten Gemeinden überaus wünschenswert erscheint. Es knüpft daran die Hornung, daß das deutsche Sttafrecht wohl bald eine der nottvendigsten und dringlichsten Ergänzungen erhalten wird. Danach stehen wir also vor.einer Erneuerung des im Jahre 1881 vergeblich gemachten Versuches, ein Gesetz über die Bestrafung der Trunkenheit herbeizuführen. Gegen die Bestrafung der Trunkenheit ist das Bedenken geltend gemacht worden, daß auch Personen verurteilt werden könnten, welche von einer festlichen Ver, eine größere oder geringere Anzahl deralten Herren", »m einesteils bei dieser Gelegenheit frühere Studieu- genossen zu begrüßen, andernteils sich m<t der stu­dierenden Jugend noch einmal wieder selbst jung zu fühlen.

Zu der diesjährigen Feier hatten sich ebenfalls sehr viele derPhilister" eingestellt, welche nun schon gestern den Abschieds - Kommers mitgemacht hatten und heute noch geblieben waren, um sich au der Wasserfahrt, der sogenannten,Jammerspritze", zu beteiligen. Es waren alte und jungePhilister" unter den Erschienenen, ja, bei einigen waren Haupt­haar und Bart bereits tief ergraut; alle gelehrten Stände waren vertreten: Professoren, Aerzte, Geist­liche, Amtsrichter und Gymnasiallehrer u. s. w., aber bei Keinem war der Lebensmut gebrochen, und die Meisten nahmen eS noch im Zechen mit dem strammsten Fuchse auf.

Unter den grünen Bäumen deS Schrevenborner Gehölzes hatte man fröhliche Stunden verlebt, und als das letzte Faß geleert war und zugleich die Sonne ihre letzten Strahlen über das Meer warf, brach man wieder auf, bestieg singend die Bote und fuhr ab, um noch den Rest des abends auf der Teutoneukneipe zu verbringen.

Nur zwei junge Männer, die schon einige Zett etwas abseits gesessen und sich angelegentlich unter, halten hatten, behielten ihren Platz im weiche. Moose noch eine Weile inne, erhoben sich dann langsam, wandelten zum Ufer hinab, lösten die Kette eines kleinen Bootes und entfalteten die Segel, als schon die Boote mit den übrigen Teutonen eine große Strecke auf dem Wasser zurückgelegt hatten. Der größere der beiden Freunde besaß die Formen Apollos, das blitzende Auge deS Sonnengottes und dunkel­blondes, leicht gelocktes Haar, der Andere, Kleinere, konnte einen Künstler zur Darstellung eines Antonius begeistern. Er hatte ein dunkles, südländisches Ko­lorit, große, dunkelbraune Augen und schwarzes Haar. Was sein edel geformtes Gesicht, namentlich für Frauen,

abringeu könne. Aber nicht nach dem Hofthor und der Malhagener Landstraße wandte er die fliehenden Schritte, sondern er eilte links durch den Garten, gewann das freie Feld, um, mit Umgehung des Dorfes in einem großen Bogen das Plateau und das Schloß von der entgegengesetzten Seite wieder zu erreichen.

Im Dorfe, wo die ungetreue Magd, die das Haus hüten sollte, sich leichtsinnig int Tanze drehte, ertönte bald der Feuenuf, wimmerte im kleinen Thmm der Kirche die Sturmglocke und rafftIte die einzige Spritze Über das holprige Steinpflaster.

Jammernd und Wehklagend eilte Maiiken mit dem Schmiedegesellen auf dem Waldwege dahin. Der Koffer in der Mädchenkammer war ihr unveisicherteS Eigentum, fein Inhalt ihre ganze Habe. Wenn er verbrannte, so hatte sie nichts! Ihre Furcht war begründet. Als sie aus dem Walde heraustrat, da hatte schon das Feuer den Weg in alle Räume des Unterhauses gesunden, so daß an die Rettung irgend eines Gegenstandes aus dem oberen Stockwerk erst recht nicht mehr zu denke» war. Die Strafe für ihren Leichtsinn hatte sie bald ereilt. Hätte sie die Mühle nicht verlassen, so wäre eS doch vielleicht dem Brandstifter nicht gelungen, seine verruchte That ans- zuführen, ihre Anwesenheit hätte dieselbe verhindern können, und möglicherweise wäre auch der Dieb nicht ans Ziel gelangt.

Droben aber auf dem Hellenborner Schlosse 'stand nach einiger Zeit der Kammerdiener vor dem Fenster seines Zimmers und sah händereibend auf diebrennende Mühle hinab, und um dieselbe Zeit verschloß Herr v. Larseu mit einer Miene, die deu Triumph eines glücklichen Erfolges ausdrückte, den schwarzen Kasten in seinem Sekretär. Beide waren ungesehen, der Erstere durch eine Hinterthür, der Letztere etwas später durch das Fenster, in ihre Gemächer zurück- gekehrt. Beide nahmen sich vor, am andern Tage nach Kiel zu reisen, um der Frau v. Sonns per- sönlich die Mitteilung von den geschehenen hochwich­tigen Ereignisien zu machen.

ffcwt täglich außer an Utaaen nach Sonn- und Kriegen. - Quartal- Annements-Preis bei der Edition 21/« Mk.. bei

Postämter 2 Mk. 50 2. (excl. Bestellgeld). Kriionsgebühr für die 3utenc Zeile 10 Psg ,

Junten sich Frankreich uns gegenüber eingerichtet ty. Tie lange Liste der Namen von französischen Ajonen, die. auf deutschem Gebiet bei dem Versuch x Äuskundschaftung von militärischen Geheimnissen Mfchlands betroffen werden sind, hat eine neue ftrcicherung erfahren: zu den Leutnants und Gene- Mi, welche in dieser Weise ihre Neigung und Fähig- tätn zu diebischen Verrichtungen ihrem Vaterlande ja Verfügung stellten, ist noch der Maurerpolier Kommen. Nur eine neue Seite des Geschäfts ist za Tage getreten: die regelrechte Verbindung der lafgabe der Organisierung der Spionage mit den Pichten eines sranzösischen Grenz-Polizeikommissars. Sir haben diesen Beamten nicht die Thür verschließen Mm, ihnen ein gewisses Entgegenkommen beweisen Men, weil wir nach ihrem Amt und Titel an- «hmen, daß sie zu einem Zweck, der die Regierungen säet Kulturvölker verbindet und die Schranken der Lmdesqrenzen nicht kennen kann, auf ihren Posten Mellt wären, dein der Unterdrückung des Verbrecher- wis. Statt dessen sehen wir, daß uns auch hier wr eine raffinierte Maskerade vorgespielt ist, und MB diejenigen, welche wir damit beschäftigt glaubten, Zerbrechen zu verhüten, ihre Hauptaufgabe darin stchten, ein Verbrechen zu organisieren. In allen tiefen Beziehungen machte es auch keinen Unterfchied, selche Regierung in Frankreich gerade am Ruder nur: die Ministerien wechselten, aber die ehrenwerten Lute aii der Grenze, welche die von ihnen für den iücbstahl aus Patriotismus angestifteten Banden mit tem Schoß ihres Polizeirocks deckten, blieben.

Das wäre die eine Seite des Thatbestandes; die Rite ist der absolute Mangel an Schamgefühl, mit M Frankreich, das offizielle wie das nichtoffizielle, rie Enthüllung dieses Bildes von feiger und in ihren Mitteln bis zur Schäbigkeit unanständigen Hinterlist finnimmt. Während aus der Zeit von 1871 bis zu fieser Stunde auch nicht ein einziges Beispiel der Überführung eines deutschen Spions auf französischem Loden vorliegt, während wir andererseits der fran- Mfchen Regierung einen Offizier nach dem anderen «der die,Grenze zurückgeschickt haben, der auf unseren Wungswällen Skizzen für die Mappe des Pariser ,Nachrichten-Bureaus" anfertigte, besaß ein ftanzösi- Her Kriegsminister und ein französisches Ministerium Ke Dreistigkeit, bei der Deputiertenkammer ein Gesetz wzubringen, welches die drakonische Bestrafung fremder,

Wöchentliche Beilagen: Rreis--Blatt für die Kreise Marburg Md Kirchhain

Erved-tt-m Mark21. StcbaTtion, Truck und Lerlaq von Joh. Auq. Koch.

französischer Seite entdeckt wären.

8.

chause, zu ver- - jede Speise- ntheil- Grün, bisher rtnant wesen, iethen. 12.

scher, mf 1. iethen:

Und ders Wilden überläßt, und hält erst da inne, wo die (Se-1 bereiten würden, würde voll Cvurtoisie und Respekt ' fahr des Gegenstoßes beginnt. Tenn, nm den Fran- sein. Er, der Deputierte, übernehme dafür die Ga-

Nd Auslande die ehrabschneiderische Legende auf Kosten Deutschlands aufzubinden versuchte, daß die Virtuosen ®b Begünstiger dieses Metiers bisher jemals ike, W deutscher, und nicht vielmehr ausschließlich

Nachdruck verboten.

- ! _ (Fortsetzung.)

,Der Schurke hat die Mühle angesteckt," murmelte « Verwalter,weil er nicht das erlangen konnte, «S er gesucht. Jetzt thut Eile Not!"

Er sprang bereits über den Hofplatz, während er *3 sprach. DaS brennende Dach erhellte schon alles umher. Mit seinen kräftigen Armen erfaßte »die an der Mauer hängende Leiter, hob sie mit Kesenkraft von dem Haken herab und stellte sie au Haus unterhalb des Fensters der Bodenkammer, «sch kletterte er die Sprossen hinaus. Gottlob, bis »die Kammer war daS verzehrende Element noch M gedrungen! Er ließ sich aber keine Zeit, wie »stch vorgenommen, die bleierneEinsassung derScheiben Mückzubiegen und letzere herauszunehmeu, was jetzt »keinen Zweck hatte, sondern schlug mit seiner »er. Zen Faust gegen daS Fenster, so daß Glas und Massung zugleich zertrümmert wurden, ergriff de» Irschen Rahmen und riß das ganze Fenster mit einem ^rken Ruck aus seinen Angeln, daß es klirrend auf *8 Erdboden fiel. Darauf stieg er in die Kammer hinein. Der Helle Schein draußen war schon genügend gewachsen, um die Bodenkammer von innen zu be­achten. Er brauchte nicht lange zu suchen. Auf «cm Tische stand der wichtige Gegenstand, um dessent- M» vor wenigen Minuten ein Mensch zum Brand- "ster geworden und in diesem Augenblick ei» an» zum Einbrecher uud Dieb wurde.

.De» Kasten mit gieriger Hand ergreife», sich aus Fenster schwingen, die Leiter hinuutersteigev und löi'/» ve be umwerfen, war daS Werk weniger Sekunden. 97'/, Leiter wieder auf den Haken zu bringen, dazu

101*/* er sich keine Zeit, denn jetzt erst, mit dem in

^uch und Qualm ei kämpften Schatz unter dem Arm, Melen ihn Angst und Sorge, daß irgend ein Mensch ' |2t der That ertappen und ihm den glücklich

Laschten Wechselbrief auf eine rosige Zukunft wieder

ahank. ^en Frankreich gerichteter Spionage als ein dringendes 8 'Bedürfnis hinstellte, mit anderen Worten dem Jnlande